
Tod in Sachsen - Der Mordcast· Folge 119
Der Forensik-Talk: Bulldog und Quacksalber
Freitag, 30. Oktober 2026 · 34 min
Kapitelklicken springt direkt hin
Shownotes
Mordanschlag auf einen amerikanischen Präsidenten…
Die Waffe heißt Bulldog, doch die wahre Todesursache ist wahrscheinlich der Quacksalber…
Hier geht es zu den aktuellen Werbepartnern, Rabatten und Codes aus den RADIO PSR Podcasts: radiopsr.de/unsere-podcast-werbepartner
Transkriptvom Podcast bereitgestellt · Zeitmarken springen hin
Ich wünsche mir den Markus Schwarz hier her, untersitzt er schon. Und da ist er! Hallo! Grüß dich! Markus wir haben uns heute einen weiteren amerikanischen Präsidenten vorgenommen. Man könnte denken, die sterben wie die fliegen? Ja aber die Attentate auf Präsidenten sind ja über Jahrzehnte verteilt. wir haben schon den Mord an John F. Kennedy besprochen in Folge eighty-six Wir haben Den Anschlag auf Donald Trump besprochen im Folge hundert zwei und dem Mord An Lincoln dem US-Präsidentin in Folge hunderteizehn.
Und heute wollen wir uns mit dem mord am amerikanischen präsidenten James Garfield beschäftigen, der schon beinahe hundertfünfzig Jahre her ist. Der aber sehr besonders ist. Dafür dass er so besonders isst? Ist der Name James Garfield in Europa zumindest jetzt für den Leyen überhaupt kein Begriff. also man kennt Wickeln und Kennedy weiß von Reagan aber weiß von Trump.
aber so richtig wer James Gar field war und was er gemacht hat in seiner Präsidentschaft das ist gar nicht gar nicht so bekannt. Ja wenn die Leute Garfield hören denken sie an eine fette Comic-Katze. Die gerne Lasagne ist, genau. Genau! Er war jedenfalls ein... Das kann man so sagen sehr, sehr stattlicher Mann.
Also er war eine Ausscheinung Ein Hühne sozusagen. Ja James Garfield ist eighteenhundertdreißig geboren in Sehr, sehr armen Verhältnissen. also damals war der amerikanische Traum noch in voller Fahrt vom Tellerwäscher zum Millionär oder zum Präsidenten Also ganz bescheidene Verhältnisse. Er ist auch der letzte Präsident der USA, der in einer Original-Blockhütte geboren worden ist und dann hat er als junger Mann ganz schwere Arbeit verrichtet.
Er hat auf irgendwelchen Kanalschiffen gearbeitet usw. Und hat sich dort ein ganz kleines bisschen Geld zusammengespart und ist dann ans Williams College gegangen im Massachusetts und ist quasi zum Gelehrten und Professor geworden Obwohl er eigentlich aus ganz, ganz anderen Verhältnissen kam. Er war dann später ein sehr erfolgreicher General in den Sessionskriegen und ist dann... ...Achzehnhundertachzig zum amerikanischen Präsidenten gewählt worden.
Ja! Und das ging nicht lange gut. Es hat ausgehalten bis... Achtzehn-Hunderteinundachtzig und dann gab es einen Attentat im Bahnhof von Washington DC also der amerikanische Hauptstadt Und dort wurde er von einem gewissen Charles J. Goutot niedergeschossen und man muss sich das tatsächlich auch so vorstellen, es war zu diesem Zeitpunkt allen Menschen bewusst wann der Präsident wo sein würde.
Es wurde perfekt mit den Tageszeitungen. also es gab ja nicht nur die Morgenszeitung es gab auch die Mittagsausgabe und es gab die Abendausgabe Und immer hat man da drin gefunden, wo der Präsident sich gerade aufhält. Weil das natürlich damals einfach die Nachrichten waren und damit war auch bekannt wann der wo an welchem Bahnhof sein würde um welchen Zug auch immer zu nehmen.
Deswegen war es nicht schwierig seinen Weg durch die Stadt nachzuvollziehen und wie in diesem Fall eben ein Attentat zu planen. Ja und er hatte keine Leibwächter. Er war nur im Begleitung des Außenministers unterwegs Und in dem Moment kommt ein Mann dieser schon erwähnte Charles Goutot mit einer Waffe und schießt zweimal auf Präsident Garfield.
Du bist forensischer Wundballistiker, das heißt du bist sowohl Experte dafür was Waffen anrichten, du bist aber auch Experte für die Waffen selber musst du ja? Genau! Was war das für eine Waffe, die da verwendet wurde? Das war ein sogenannte Bulldog-Revolver, ein British Bulldog Revolver der Firma Weblay im Kaliber .IVII also doch schon ein ganz starkes ungefähr zehn Millimeter durchmessendes Geschoss.
und das spezielle an diesem Revolvers wenn wir western gucken schwingt die Trommel immer zur Seite raus. auch heute bei modernen Revolvern ist es noch so. Der Bulldog Revolver ließ sich nach vorne abkippen dann konnte man quasi die Trommel von hinten Befüllen und dann ließ ich das wieder zurück kippen.
Und das war also das spezielle an diesen british bulldog. und naja Ein revolver an sich ist ja schon erst mal auch für die nahbereichs verteidigung Zuständig wenn man sowas trägt, ist aber eben auch in einer offensiven Situation ein wirksames mittel um jemandem zu verletzen oder zu töten. In diesem fall hier hat der schütze von hinten geschossen aus einer nahen distanz Und da hat man zum einen das Projektil selbst und zum anderen die Schmauchwolke, die entsteht.
Das heißt, da fliegt nach vorn sehr viel Rußpartikel halb verbranntes Material aus der Dreibladung mit raus und wird auch noch in den Wundkanal mit eingetragen, wird in die Oberbekleidung auch mit eingesprengt... ...und jetzt haben wir noch was Besonderes! Wenn die Oberbekleidung durchschossen wird schiebt es immer kleine Kleidungsfragmente und Schmutzpartikel mit in den Wundkanal, der dann entsteht?
Er hat ja zweimal geschossen. Der erste Schuss ging mehr oder weniger daneben und hat ihn ich glaube am Arm gestreift. also das war nichts Bewegendes. Der Präsident stand ja noch auf seinen Beinen, hat sich auch umgedreht zum Täter und hat sich dann aber wieder weggedreht. Und in dem Moment fiel dann der zweite Schuss.
Genau! Das ist natürlich problematisch. man muss jetzt sehen gerade auch von hinten in den Brustkorb hineinzuschießen. Da ist natürlich sehr, sehr viel wichtiges Organ auch im Weg. Also dem Lein wenn wir jetzt von hinten auf den Körper gucken würde kämen da jetzt natürlich die Lunge in den Sinn. das Herz ist auch mit dabei und je weiter man runtergeht hat man dann auch gleich die Nieren, die Leber, den Pankreas Auf der anderen Seite die Milz.
Da ist also relativ viel Organsystem, was sehr gut durchblutet ist. Es läuft ja hinten an der Wirbelsäule auch dann noch die Schlagader entlang. Da muss man sich wirklich die Frage stellen, was da jetzt alles kaputt gegangen? Und das sollte sich in einem sehr langen Prozess tatsächlich klären, weil der Präsident war nicht sofort tot!
und ist dann letztendlich gestorben am neunzehnten September. Also das waren gut zweieinhalb Monate später, solange hat der Garfield das überlebt? Und jetzt ist die Frage hätte er das vielleicht auch noch wesentlich länger überlebte nämlich bis an sein natürliches Lebensende. Das führt seitdem zu Diskussionen sowohl unter Forensikern aber halt auch unter Ärzten weil wir stehen hier in einem ganz Wichtigen Punkt auch der Medizingeschichte.
Wir haben eine Schusswunde, die nicht so vertödlich verläuft. Das heißt Ärzte machen sich auf den Weg zu Garfield mit der Idee eher vielleicht können wir ihm ja helfen? Also der Präsident hat eine Verletzung, die erstmal versorgt wird, die auch bestmöglich versorgt werden, also gereinigt wird nach dem besten Wissen und Gewissen was damals eben an medizinischen Gerät- und Wissen vorhanden war.
Man muss dazu sagen es gab nur einen Einschuss Von außen. sichtbar war ja nur dieser kleine Einschusskanal, aber es gab keinen Ausschuss. Es gab kein Ausschuss. so und da hatte man dann damals eigentlich schon die Idee, naja also in den Brustkorb von hinten hat der Sturbbestimmt bald weil man wusste auch aus dem Sitzitionskriegen und generell auch von Schussverletzungen Also in bestimmte Bereiche eine Schuss Verletzung zu bekommen führt unmittelbar aufgrund des Wundbrandes zum Tod.
Das heißt, man hat dann eben abgewordet und geguckt so ja. Der hatte jetzt den Einschuss, der hat die Verletzung. Wann geht dementsprechend auch das Absterben der Körper partienlos im Inneren? Und führt dann unweigerlich zur Sepsis- und zum Multiorganversagen? Es passierte aber nicht! Also er hatte hin und wieder Fieber.
es war auch ein sehr heißes Jahr. Man hat ihm dann versucht auch Linderung dadurch zu verschaffen dass man ihn aus Washington rausgebracht hat in ein Landhaus. Es wurde eine frühe Form der Klimaanlage entwickelt Und er hat immer wieder gefiebert. und das war das eine Problem. Das andere Problem war, dass permanent jemand versucht hat den Schusskanal zu ertasten und das Projektil zu finden weil man der Meinung war das Projektilen muss unbedingt raus.
Was hat das Projektile denn an den inneren Organ bei ihm verletzt? Und jetzt kommt es! An den Organen gar nichts. Ein glücklicher Steckschuss. Das war ein sehr, sehr glücklichen Steckschuss der an einer Rippe abgeprallt ist und durch das Abbrallen durch den knöchernen Teil eines Wirbelkörpers hindurchgeschossen hat und hinter dem Wirbel-Körper also dem Knochen kurz vor der Bauchspeicheldrüse und dahinter liegende Niere stecken geblieben ist.
Und da war dieses Projektil eingelagert in einer, du kannst sagen fast Fettschicht und das war die Endlage. Und rein von dem Organ befunden her hat es nichts Lebenswichtiges getroffen keine großen Gefäße keine stark durchbluteten Organe. der Knochen konnte sich auch dahingehend regenerieren wenn er kaputt war.
also der Wirgelkörper hat wahrscheinlich zu Schmerzen geführt. klar das lässt sich auch nicht weg diskutieren aber in diesem Fall der Körper das erst mal relativ gut weggesteckt. Hätte man sozusagen die Wunde gereinigt, verbunden und hätte abgewartet, wäre der möglicherweise zwei drei Monate später wieder im Oval Office gewesen?
Das kann man tatsächlich diskutieren. also wenn man ihn mit dem damaligen medizinischen Verständnis versorgt hätte und in Ruhe gelassen hätte. Und diese Fieberphasen, die natürlich auch als Entzündungsreaktion auf vielleicht eben dieses Projektil zurückzuführen sind, wenn man ihm das ermöglicht hätte durchzustehen – weil Antibiotika gab es ja noch nicht!
Fiebersenkende Kräuter, dass hätte man alles anwenden können? Aber wenn man das überstanden hätte dann wäre ihm nichts weiter passiert. also wenn man den Wundbrand verhindert hätte bestmöglich Dann hätte er das tatsächlich überleben können. Jetzt kommen aber die Ärzte. Und jetzt kommen auch andere Wissenschaftler der Zeit und man war wirklich an einer, also man muss wirklich sagen an einem Schritt der Medizingeschichte wo man schon wenn man es richtig gemacht hätte viel hätte tun können.
Alexander Graham Bell der auch an der Entwicklung des Telefons mitgewirkt hat eine frühe Form des Metalldetektors entwickelt um das Projektil zu finden wie man heute mit so einem Gerät Leitungen in der Wand sucht. So hat dieser Graham Bell ein fantastischer Ingenieur, der hat also versucht dort dieses Projektil zu lokalisieren und zu sagen das liegt jetzt hier oder das ist jetzt da?
Das konnte man von außen ja nicht sehen. Genau! Und das hat man aber nicht sinnvoll einsetzen können weil die Bettfedern Störsignale gegeben haben wenn man den aufgestellt hätte oder auf eine Pritsche gelegt hätte wo kein Metall drin gewesen wäre Oder einfach auf dem Hölz einen Fußboden zum Beispiel.
Es hätte Möglichkeiten gegeben. und es ist wirklich auch die Idee, dass es Bakterien gibt. Und dass diese Bakterianen dementsprechend Schaden anrichten können. Die kam gerade auf durch Joseph Lister. Also hier in Europa... Ein britischer Arzt? Genau! Hier in Europa waren's ja dann die Anarcharität mit der keimen Idee, mit der Idee der mikroskopisch kleinen Lebewesen, die schadenanrichten.
Das war da auch schon Thema. Ja, das war eigentlich in Europa längst verbreitet. Das war der sogenannte Listerismus, wo man wusste du musst vor Operationen deine Geräte abkochen. Deine Operationswerkzeuge. Du solltest dir deine Hände waschen? Du solltest niemanden auf einem Tisch operieren, wo du vorher eine Leiche setziert hast.
also auch da irgendwie mit Kalk und Chlor und allem Alkohol was du finden konntest Sauberkeit herstellen Und man sollte die Raumluft glaube ich mit Phenol bedampfen. Auch nicht schlecht aber Viele der Ärzte in Amerika lehnten die Lernen von Joseph Lisztor noch ab. So stellten sich wirklich dagegen und verbreiteten auch wissenschaftliche Berichte gegen diese Keimtheorie.
Ja, die haben gesagt, sie haben doch einen Knall! Die behaupteten da wäre irgendwas was man nicht sieht. aber wenn man es nicht sieht dann ist das doch nicht da. Aus diesem Grund – und das ist eigentlich so die ganze Tragik an dieser Geschichte – kamen immer wieder Ärzten mit ihren dreckigen Fingern in der Wunde rum, um zu ertasten wo das Projektil steckt.
Jetzt muss man sich aber vorstellen dadurch dass das an der Rippe abgepreilt war hat es eine Richtung eingeschlagen die der Schusskanal und initial auch die ganze Situation wie das geschildert wurde wie er den Schuss bekommen hat nicht nachvollziehbar war und die immer wieder versucht haben auf der rechten Körperseite nach diesem Projektil zu suchen Und dass das also quasi hinten in den Rücken rein ist und dann nach unten abgeprallt.
In Richtung Leber, in Richtung Galle. Irgendwo da haben sie es vermutet... ...dass es aber auf der anderen Körperseite war und der Schusskanal vermutlich auch in irgendeiner Form schon heilend war. Das haben die überhaupt nicht berücksichtigt! Der erste hat da reingetastet, hat da rein gefuddelt mit seiner... Also die haben einfach ihren Dreckfinger in die Hunde gesteckt?
Ja ohne irgendeine Desinfektion. Und da muss man ja wirklich sagen, also Hut ab, dass er das so lange überhaupt weggesteckt hat. Es gab damals noch keine bildgebenden Verfahren, wie das heute ist. Also, dass man Leute in einen Tomographen legt und dann einfach sagt hier auf dem Bild siehst du wo das Projektil ist?
Sondern man hat mit den Erfahrungen auch aus dem Bürgerkrieg Sonnen benutzt. Aber es sind wirklich nüchtern betrachtet einfach nur lange dünne Metallstäbe! Dann hat man quasi mit dem Metall Danach getastet, dass irgendwann so ein Klick kommt. Wenn man also Metall auf Metall... Das gibt einen anderen Widerstand und das merkt man auch am Metall wenn Metall auf Metal klickt.
Und man hat also quasi danach sondiert! Ja bei einem gerade verlaufenden Schusskanal mag das auch möglich sein? Also man hat es ja bei Linken auch hinbekommen im Schädel des Projektil dann mit der Sonde zu ertasten. aber war sich relativ schnell klar, das kriegen wir da nicht raus Und es wäre ja auch hier der Fall gewesen.
Also selbst wenn Sie hätten das Projektil ertasten können, ist es mir derzeit noch ein Rätsel wie sie es dann hätten bergen wollen? Weil Operationen am offenen Bauch und am offenden Brustkorb waren zu diesem Zeitpunkt lebensgefährlich! Wir hätten ja durch den Wirbelkörper durchgemusst um dem Schusskanal zu folgen.
Aber die Sonden hatten eigentlich in diesem Fall ein völlig anderes Problem. Sie haben nämlich einen neuen Kanal eröffnet weil in die falsche Richtung sondiert wurde Und da wurde also gegen den Weichgewebe Widerstand angekämpft und naja er würde quasi von innen erstochen, wenn man so will. Die Sonde wurde einfach weiter vorgeschoben als es eigentlich Platz gab und da ist aufgrund von Verschmutzung ein neuer Wundherd entstanden der sich natürlich entzündet hat und durch die Entzündungen natürlich auch am der Sonde sich anders angefühlt hat.
und man hat dann immer wieder reinsondiert. Also man kann nur die Hände über dem Kopf zusammenschlagen was da alles schief gelaufen ist. Dieses Fieber hat man dann zum Schluss auch nicht mehr auf die Sonden und die Entzündung geschoben, sondern man hat gesagt naja es ist Hochsommer. Es krasiert ja sowieso gerade die Malaria.
also er wird wahrscheinlich auch parallel dazu noch eine Malaria haben. Und dann ab diesem Zeitpunkt ging es los dass die Mediziner auch untereinander immer wieder weiter diskutiert haben hätte erst überleben können. wenn man das richtig gemacht hätte hätte er es sowieso nicht überlebt und es wirklich.
seitdem gibt es da zwei verschiedene Meinungen, dass es zum einen überlebbar wäre und zum anderen eben nicht. Da streitet man sich mehr oder weniger bis heute drüber was wäre wenn? Wie du vorhin schon gesagt hast, wenn so ein Projektil durch den Mantel durchgeht oder in dem Fall den Frackstoffstücke werden eingetragen in die Wunde und das sind auch Keime dran.
also man könnte annehmen Obwohl keine inneren Organe verletzt waren, dass er es nicht überlebt hätte eben aufgrund der Entzündung. Genau! Das ist halt immer wieder die Frage... Wann sich? anatomisch gab's keinen Grund das nicht zu überleben? Wie gesagt, das größte Problem wäre die Sepsis gewesen. Ansonsten gab es wie du schon sagst wirklich anatomische keinen Grund daran zu sterben.
Der Schusskanal hat nichts Lebenswichtiges verletzen. natürlich ist eine potentiell tödliche Verletzung Das sagen wir auch heute so. Wir würden zu so einer Verletzung eine potenziell tödliche Verletzung sagen, weil natürlich immer etwas schiefgehen kann. aber hier sieht man ja durch diese längere Überlebenszeit dass sich der Körper versucht hat davon zu erholen und auch durch diese Fieber-Schübe und letztlich auch durch dieses Immer wieder Sondieren.
Und es wurde sogar darüber diskutiert ob sie nicht vielleicht sogar schon am allerersten gelegen hat Der da mit seinem Finger also der als Initial die Wunde untersucht hat und eben nicht desinfiziert war Ob der vielleicht schon das Problem war Und alle anderen, die später kamen ist nur noch verschlimmbessert haben.
Also eher verschlimmert als verbessert. Ja aber die Anderen haben es ja auch nicht besser gemacht? Nein nein! Die sind ja auch mit ungewaschenen Toten daran. Richtig also... Es ist wirklich wie man es dreht und wendet.. Ist das wirklich mal so eine klassische Spätfolge einer Schussverletzung? Wir sagen ja immer, es gibt vier Möglichkeiten an dem Schuss zu sterben entweder Blutverlust, plötzlicher Hirntod Die Vermischung des Blutkreislaufs mit Luft, also eine Luftämbulie oder die Vermischungen des Luftkreislaufs mit Blut.
Also einen Ersticken an einer Blutung, eine Blutaspiration. und die Fünfte ist eben die, die erst danach kommt nämlich die Sepsis. Und hier muss man wirklich sagen Hier war es wirklich mal Nummer fünf Nämlich die Spsis, die vielleicht auch nicht vermeidbar gewesen wäre. Ich glaube, da kam ja bei den Ärzten auch einiges an Eitelkeit ins Spiel.
Also das war dieser Dr. Bliss der also sozusagen unautorisiert sich zum Chefbehandler aufgeschwungen hat? Ja! Und hat mehr oder weniger alle anderen rausgeschmissen, hat ab da die Pressearbeit gemacht und Gott weiß was alles. Also das ist auch derjenige gewesen, der diesen zweiten Wundkanal gestochen hat mit seiner Sonde weil er nicht glauben wollte dass es der Wund kanalt dort an dieser Stelle zu Ende ist, hat er halt einfach weiter und hat dann dieses massive zweite Loch verursacht.
hier muss man auch wieder sagen den Goldstandard der Bewunderhebung bietet auch hier wieder die Sektion Die autopsy. und hier hat man dann festgestellt ach guck an Das Projektil ist ja gar nicht da wo was vermutet hatten, sondern eben da wo es dann auch dokumentiert aufgefunden wurde nämlich völlig ohne Schaden angerichtet zu haben in der linken Körperhälfte und nicht in den rechten.
Ja und ich nenne ihn jetzt einfach mal Quaxalber Dr. Bliss hat das Projektil in der Leber vermutet und als der Präsident gestorben worden das würde die Autopsie vorgenommen hat sich gezeigt die Leber ist vollkommen unversehrt Und da ist der Dr. Bliss ein bisschen bleich geworden.". Man hat es dann wirklich auch so versucht irgendwie auf die Malaria zu schieben, aufgrund dieser Fieberschübe, die er wahrscheinlich nach jeder Sonntierung sogar hatte und jedes mal wenn ihm jemand mit seinen dreckigen Fingern da ran gefasst hat gab's wahrscheinlich wieder eine neue Fieber-Attacke.
oder hat man einfach als Schutzbehauptungen genommen? Es liegt in der Malaria! Ja ja, die haben eben auch glaube ich Unmengen Chinin verabreicht. das war damals... Das Medikament gegen Malaria-Chinien wird, glaube ich heute auch noch verwendet. Und das senkt dann das Fieber hat aber natürlich nicht funktioniert weil es war kein Malariafieber sondern einfach die Entzündung.
Also ist wirklich so ein körperlicher Verfall. also von Behandlung zu Behandlungen hat ja immer mehr Zeichen eines körperlichen Abbaus bekommen. Die Fieberschübe waren nicht das einzige der hatte dann eidliche Fisteln am Ohr und der Körper hat dann schon Spuren davon getragen. Und da muss man halt wirklich sagen, dass es niemanden aufgefallen ist das von ärztlicher Behandlung zu ärztliche Behandlungen und immer wieder sondieren.
Dass es nicht aufgefallen isst, dass ihm danach immer schlechter geht als besser. Da hätte man ja eigentlich sagen können dann lass mal's vielleicht aber... Das war wirklich mit dem Behandlungswillen und den Behandlingseifer des Dr. Bliss nicht vereinbar? Es gab ja auch ein paar grundlegend falsche Überzeugungen in der damaligen Medizin Nämlich zum Beispiel die Überzeugung, dass Eiter etwas Löbliches sei.
Also der löbliche Eiter. Ja, diesen muss damit man gesund wird. Richtig! Wenn man Eiter sieht ist das schon ein Zeichen für die Gesundung sozusagen. Ich meine wer hat es gesagt? Hippocrates wo Eiter ist entlehre ihn? Ja ja genau das zählt ja bis heute. Das ist ja auch richtig weil du musst das rausnehmen damit das nicht noch schlimmer wird.
Aber zu sagen, sobald es eitert jetzt ist er auf dem Weg der Besserung. Da würde man sich heute ja einen Kopf greifen.". Und man muss auch hier nochmal festhalten diese Dokumentation wie es den Präsidenten geht wurde ja auch wirklich Tages- und Stundenaktuell in den Zeitungen publiziert. das heißt jeder Amerikaner wusste zu diesem Zeitpunkt wie es dem Präsidenten gerade geht.
Es wird ja auch permanent die Ärzte belagert von der Presse. Und wann geht's ihm besser? Was machen wir jetzt und was machen sie jetzt?". Ich kann mir schon vorstellen, dass das auch so eine gewisse Eigendynamik entwickelt hat. Dass die sich natürlich plötzlich im Rampenlicht sahen und da natürlich auch wollten, dass es ihnen wieder besser geht... Die wollten die Helden sein, die den Präsidenten gerettet haben!
Ja generell. Das Helfen war da vermutlich sehr stark medial gefordert. Und das hat vermutlich dann auch zumindest in Teilen dazu geführt, mehr oder weniger völlig ergebnislosen Sondierungen permanent vorgenommen wurden. Alles das, was zusätzlich kam also der Metalldetektor von Graham Bell diese Art von Klimaanlage um es ein bisschen kühler zu machen.
Das sind ja alles Top Ideen. aber wirklich diese Unmittelbaren Versuche da irgendwie in der Wunde etwas zu erreichen. Das war halt das was eben nicht zum Ergebnis geführt hat. Als der Präsident angeschossen wurde, da wog er Wenn ich mich recht erinnere, einhundert und zehn Kilogramm so etwa. Und er hat fast einen Zentner verloren!
Ja... Also der war am Schluss wirklich ...und es war ein muskulöser stattlicher Typ, der war bekannt dafür dass er mit seinen Söhnen im weißen Haus auf dem Boden Ringkämpfe durchführt. Da haben die sich einen Spaß draus gemacht und der Typ ist wirklich mehr oder weniger dann, der konnte nicht mehr essen Der musste alles wieder erbrochen Und er ist wirklich zusammengeschrumpelt regelrecht in diesen zweieinhalb Monaten.
Er ist jedenfalls dann am neunzehnten September gestorben und Doktor Bliss Karriere war zu Ende. Muss man vielleicht sagen zurecht? Ja, das muss man sich vielleicht fragen lassen. Zurecht! Hat alles übernommen wie so eine Krake hat. die Pressemitteilung wollte er machen also er wollte das alles unter Kontrolle haben.
er dachte dass es seinen großer Durchbruch als Arzt wie er den Präsidenten da rettet Und in Wirklichkeit hat er ihn als Kurpfuscher sozusagen um die Ecke gebracht. Ja, muss man wirklich so sagen. und vielleicht sagen wir noch was zum Schützen? Ja Charles J. Goutot – das war ein Anwalt! Ein Erfolgloser.
und dieser Anwaltung dachte dass er einen Anspruch hat gegenüber Garfield, dass Garfield ihn zum Botschafter in Paris annimmt. Das ist schon relativ verrückt Weil der Mann konnte weder französisch, noch war er jemals in Frankreich. Noch hatte er irgendeine Ahnung von Diplomatie aber er war besessen von der Idee dass der Präsident ihn zum Französischen Botschafter machen müsste.
Und jetzt denken wir mal drüber nach. also das klingt ja für jeden der hier zuhört schon so ein bisschen. ich würde einfach mal Lapsig sagen verrückt. Ja kann man vielleicht so sagen. Aber es gab im Prozess gegen ihn also er wurde festgenommen ihm wurde der Prozess gemacht Ein Hauptgutachten, dass ihn für Vollzurechnungsfähig hielt.
Er war nicht dumm! Er hat auch mal ein Buch geschrieben das heißt Die Wahrheit und es hat genau sich null Mal verkauft. Das wollte keiner haben. er hat dann eine Wahlrede Für Garfield gehalten im Park Irgendwo vor mehr oder weniger Passanten Und war aber der Meinung Dass aufgrund dieser Rede die er da Gehalten Hat Im park Der Präsident Jetzt ihm was schuldet, weil er hat ihn zum Präsidenten gemacht mit seiner feurigen Rede.
Aber das Spannende ist und auch hier geht es eigentlich weiter mit der Presse Es gab nicht nur dieses Hauptgutachten, was ihnen für voll zurechnungsfähig hielt. Es gab auch von verschiedenen Medizinern aus verschiedenen Lehrrichtungen zur damaligen Zeit noch Gutachten die gesagt haben, um Gottes Willen!
Der ist nicht ganz klar am Kopf da ist irgendwas, der hat irgendeine...der hat etwas So. und dann gab es aber den öffentlichen Druck von wegen der Dessertpräsidentenmörder. Und dann haben die Zeitungen tatsächlich Druck gemacht auf diesen ganzen Prozess, von wegen ja glaubt nicht diesen anderen Ärzten sondern das Hauptgutachten, der war zurechnungsfähig und das hat er bestimmt gemacht im vollen Bewusstsein.
und dazu führte das dann dass eben diese weiteren medizinischen Gutachten völlig an Bedeutung verloren haben. Er hat eigentlich auch für das amerikanische Justizsystem, was ja bis heute eher einer Zirkusvorstellung gleicht als einem richtigen Prozess. Weil da kannst du Einspruch rufen und dann kannst du versuchen die Jury zu überzeugen... Also es ist eigentlich ein Theater!
Und er hat – wie wir es ja jetzt schon festgestellt haben – auch mit angeführt dass der Präsident ja nicht unmittelbar an seinem Schuss gestorben ist sondern an der Kurpfoscherei der Ärzte. Ja, er hat gesagt Ich habe auf ihn geschossen, aber umgebracht haben in die Ärzte. So! Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen.
das ist eigentlich keine schlechte Verteidigung. natürlich er hat ihn erst einmal so verletzt dass die ärztliche Behandlung überhaupt notwendig gewesen wäre. Aber mit diesem Verlauf und dieser Idee Mit einem guten Anwalt könnte mein heute im USA des Donald J Trump vielleicht sogar davon kommen Wenn man einen guten Anwalt hat und weiß, wie man die Jury von sich überzeugt.
In diesem Fall hier war die Juri sich nach einer Stunde einig tot durch den Strang aufgehängt genau und Teile seines Gehirns wurden Konserviert und sind heute noch erhalten. Man kann das ja aus dieser Distanz gar nicht sagen. War der jetzt zurechnungsfähig? War er es nicht? also vieles in seinem Leben spricht dafür dass er zumindest eine gravierende Persönlichkeitsstörung hatte.
Also man hat auch tatsächlich am Gehirn, was man entnommen hat Schädigungen festgestellt. Er hatte einen Schwund der äußeren Hirnrinde und mehrere degenerative Veränderungen wo das jetzt drauf zurückzuführen ist. Das ist nicht so klar. allerdings auch seine Zeit genossen mit ihnen häufiger zu tun hatte haben eben auch berichtet, dass der also keinesfalls gesellschaftsfähig tragbar wäre.
Also der muss wohl ein sehr auffälliger und auch sehr sozial schwer adaptierbarer Mensch gewesen sein. was die Grundursache jetzt für die Schädigung am Gehirn war das ließ sich da nicht rausbekommen. es gab ein Problem. er hat auch gesagt er hätte stimmen gehört. ja es kann sein wir wissen es heute nicht mehr.
und heute man muss dieses ganze Ding mal aus heutiger Sicht betrachten, wenn jemand mit so einer Verletzung heute in die Klinik käme. Wäre das natürlich ein absoluter Notfall? Es würde eine sofortige Bildgebung gemacht. im CT wird er jetzt geguckt wo das Projektil sitzt und er käme unmittelbar auf den OP-Tisch.
Das würde alles gereinigt, das Projektile würde entfernt man würde gucken ob es irgendwo Blutungen oder Schäden gibt würde wahrscheinlich schon einmal komplett von oben bis unten aufgemacht je nach Ergebnis der bildgebung wie man's dann birgt. Aber man muss ja trotzdem den kompletten Innenbereich reinigen, sonst hat man wieder das Problem der Entzündung.
Und deswegen um diesen Wundkanal auch letztlich durch den Wirbelkörper zu reinigen müsste man dann wahrscheinlich sogar davon ausgehen dass da irgendwie eine spezielle Stützmasse oder ein Metallteil mit eingebracht wird damit der Wirbel-Körper eben in der Heilungsphase nicht noch nachgibt und es zu spät folgen kommt.
also wir hätten jetzt hier schon allerhand moderne Möglichkeiten den Patienten auch adäquat überleben zu lassen. Das muss man klipp und klar so sagen, mit der Feststellung der Lokalisation über das CT und dementsprechend der OP wäre das für einen erfahrenen Operateur heute kein großes Ding, das wieder hinzubekommen.
Damals war es nicht möglich in diesem Bereich überhaupt zu operieren. Man wusste nicht wo das Projektil ist. wäre der Täter vermutlich in eine geschlossene Abteilung einer Psychiatrisch-Einrichtung gekommen, wenn es wirklich so ist dass die Hörnmasse da jetzt in irgendeiner Form geschädigt war und er schwere psychische Schäden auch davon getragen hätte.
Das konnte man damals aber auch nur feststellen, wenn man das Gehirn vorher rausgenommen hat. Genau! Und das ist ja nicht direkt... Überlebbar? Nee, das ist nicht überlebbar. Das stimmt. Also wieder damals noch heute... Aber ja! Ich meine ich kenne einige die ich in Verdacht habe, dass sie eventuell so eine Bordende haben.
Es ist natürlich immer spannend solche Fälle dann auch mal aus heutiger Sicht zu beleuchten aber rein vom ballistisch und wundballistischen Verlauf und auch mit dem weiteren Verlauf. also es wäre eine schwere Körperverletzung gewesen und da müsste man halt mal weiter gucken. Natürlich Schusswaffengebrauch und Schusabgabe also ist halt potentiell auch ein Tötungsversuch, der hier ja zugrunde liegt.
Es ist auch potenziell eine tödliche Verletzung wenn sie nicht gut behandelt wird oder unbehandelt bleibt. aber in diesem Fall wissen wir jetzt wie es ausgegangen ist. und Jetzt fehlt uns in der Liste der verstorbenen US-Präsidentin bei Attentaten eigentlich nur noch William McKinlay. Und das war fast genau zwanzig Jahre später in dieser Zeit wirklich Schlag auf Schlag.
Da war also erst dieser Bürgerkrieg, der vielleicht auch mit diesen Nachwirkungen dann was zu tun hatte. Also die Verrohung und diese Gewaltaffinität, also... ...Achzehnundfünfundsechzig-Linkeln. Einenundachtzig dann Garfield. Und nineteenhunderteins schon William McKinlay. Genau! Dann waren es Sechzig Jahre, die es gedauert hat bis zum John F Kennedy.
Und da muss man sich auch überlegen? Es gibt ja dann noch mit Theodor Roosevelt und Reagan. Und letztlich auch Trump, die drei, die eine unmittelbare Schussverletzung überlebt haben je nach Schweregrad. Ganz interessant da wird nochmal der Theodor Roussville weil das ist ein Paradestück von Ballistik und Wirkungsweise auf unterschiedliche Materialien.
also er hatte wirklich so riesengroßes Glück als er angeschossen wurde. aber das heben wir uns. Spätere Folge des Forensic Talks. Das machen wir auf jeden Fall, wir schauen uns diese Dinge der Reihe nach an und das heute fand ich war wirklich ein unheimlich spannender Fall weil Attentat auf den Präsidenten und am Schluss sind es die Ärzte, die den Mann umbringen.
Vermutlich! Wir wissen's nicht. Vermutlich wenn man sich anguckt dieser ganze Pfusch dass Verabreichen von Malaria Medikamenten was ja nur gar nichts bringt in dieser Situation Stochern mit schmutzigen Fingern, da stecken die ihren Pinky da rein und mähern da drin rum. Das tut ja auch jedes Mal weh! Du musst dir ja mal vorstellen, du hast ein offenes Loch am Rücken, dann kommt da ständig einer und fuddelt da drinnen rum.
Die haben das auch versucht offen zu halten, sie haben dem dann so einen Gummirohr da reingeschoben damit der Eiter schön abfließen kann und so. Also das war verrückt. Völlig verrückt. Es kam sogar soweit – das ist im Detail, das muss ich noch erzählen Irgendwann versucht, den Mann rektal zu ernähren.
Kein Witz! Man kann es ja mal probieren... Ja haben ihm irgendeine crude Mischung aus Rindfleisch-, Suppe- und Whisky da verabreicht. Aber dieser Bereich des Darmes ist gar nicht dazu geeignet Der nimmt nur Flüssigkeiten auf Der ist ja nicht dazu geegnet dort Nährstoffe großaufzunehmen. Okay bevor wir jetzt noch weiter in tiefere Abgründe der Krankenbehandlung von Garfield abdriften Gut, Markus.
Damit wollen wir es für heute mal bewenden lassen? Ich danke dir, dass du da warst und wir sehen uns bald wieder! Bis bald, ciao!