True Crime zwischen Inn und Alpen

Pizza-Mord Riedering: 763€ für ein Menschenleben

Mittwoch, 21. Oktober 2026 · 28 min

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Shownotes

CN: Diese Folge enthält detaillierte Gewaltdarstellungen und thematisiert Suizid. Hör sie dir bei Bedarf nicht allein an oder überspring sie. Wenn du dich in einer Krise befindest: Die Telefonseelsorge ist kostenlos und anonym erreichbar unter 0800 111 0 111.

Der 6. Januar 2004: Es schneit, und in der Pizzeria „Da Chiara“ im Riederinger Ortsteil Niedermoosen weist die Wirtin ein junges Paar als neue Aushilfen ein. Nur wenige Stunden später steigen genau diese beiden nachts in das Lokal ein. Sie wollen einen Spielautomaten knacken. Was sie nicht wissen: Die Wirtin schläft im Haus.

Am nächsten Morgen findet eine Angestellte die Wirtin – sie ist tot. Ein Polizeigroßaufgebot rückt an, im Dorf herrscht Verunsicherung, und die Ermittler verfolgen zunächst falsche Fährten. Ein früherer Geschäftspartner kommt in U-Haft, ein Mann unternimmt einen Suizidversuch, und am Ende werden ausgerechnet ein Paar Handschuhe den Tätern zum Verhängnis.

Die in der Folge besprochenen Fotos und weitere Informationen findest du unter:

• ovb-online.de/truecrime

• rosenheim24.de/truecrime

• chiemgau24.de/truecrime

• innsalzach24.de/truecrime

• bgland24.de/truecrime

• wasserburg24.de/truecrime

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Ihr habt Fragen, Anregungen oder Ideen? Schreibt uns eine Mail an: podcast@ovbmedia.de

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Und damit herzlich willkommen zur neuen Folge des OVB-IV Podcasts zu Crime zwischen innen und Alpen. Bevor wir mit der heutigen Folge starten, müssen wir noch ein paar Hinweise diesmal doch geben Wenn ihr euch wundert warum wir uns diese Woche bisschen anders anhören. die Redaktion hat leider ein kleiner Virus heimgesucht.

deswegen sind wir stimmlich Ein wenig eingeschränkt und ich hoffe, das stört euch nicht zu sehr. Zudem die heutige Folge befasst sich mit detaillierten Gewaltdarstellungen sowie der Thematisierung von Suizid. Wenn diese Themen bei dir negative Gefühle oder Erinnerung hervorrufen solltest du die heute gefolge eventuell überspringen oder auf jeden Fall nicht alleine anhören.

Und wenn es dir nicht gut geht Du bist nicht allein. Wenn du oder eine Person, die dich kennst, sich an der Krise befindet oder Unterstützung braucht gibt es kostenlose und anonyme Hilfsangebote. Das ist zum Beispiel die Telefonseelsorge Deutschland, die erreicht unter der Nullachthundert. dreimal die Eins, Null und nochmal drei mal die Eins.

Und noch ein weiterer kleiner Hinweis Wir haben in diesem Fall die Namen der Beteiligten zu ihrem Schutz weitestgehend abgeändert. Die Originalnamen sind uns aber bekannt. das war uns wichtig für die Transparenz zu erwähnen. Wir schreiben den sechsten Januar, es ist der Halle III Königstag und das Wetter ist richtig winterlich.

Es schneit viel so wie man es heute eigentlich fast gar nicht mehr kennt. Gegen Mittags macht an der Pizzeria im Riederinger Ortsteil Niedermosen die sechsundsechzigjährige Betreiberin Chiara ihre neuen Aushilfen mit dem Lokal vertraut. sie zeigt dem jungen Paar alles was sie über den Ablauf im Restaurant wissen müssen und weiß sich auch direkt in das Kassensystem ein.

Unterstützung kann zu dem Zeitpunkt die gebürtige Italienerin auch wirklich gut gebrauchen. Erst vor wenigen Wochen hat sie das Restaurant von ihrem vorherigen Geschäftspaten übernommen, daher kam es auch zum Namenswechsel zu Dacchiara. Da kommen wir dann zwei Aushilfen aus sehr gelegen wenn man auf einmal die ganze Verantwortung ganz alleine tragen muss.

Ja auf jeden Fall! Es ging ihr wohl auch nicht ganz so gut mit der Situation. Also das Ausscheiden von ihrem ja damaligen Geschäftspartner hat sie wohl recht stark belastet. Es wurde dann auch berichtet, dass sie in der Zeit recht viel geweint hat und es war sogar dann so schlimm, dass man schon vermutet hatte, dass jetzt sogar ein Nervenzusammenbruch nahe war.

Und wo hat sie denn ihre Aushilfungen gefunden? Ja das Paar, was wir schon gehört haben, was da eingelernt wurde. Das war ihr nicht unbekannt weil die beiden waren quasi Stammgäste bei ihrem Lokal Die waren aus dem Dorf und die kamen eben öfter vorbei auch wenn es jetzt nur war um irgendwie etwas zu trinken und mit Freunden Karten zu spielen.

Und so haben sie es dann auch eben an diesem Abend indem Sie quasi zuvor eingelernte wurden noch gemacht. Und gemeinsam mit einem Freund und dem Bruder des neu eingelernten Mitarbeiters, wenn denn jetzt diesen Mitarbeiter Lukas sitzen sie zusammen. Lukast trinkt fünf halbe Weißbier bis dann die Gruppe gegen dreiundzwanzig Uhr weiterzieht.

Das war so aber auch noch nicht! Bei einen Bekannten ging es dann weiter. da gab es nochmal eine bunte Mischung aus Bier Sekt Jägermeister. gegen einer Nacht fährt Lukas gemeinsam mit seiner Freundin auf seinem Roller nach Hause. Das finde ich ja schon sportlich, nach Sophie's Saufen. Na ja gut war ja nur geringfügig über der Menge die auch laut eines bayerischen Ministerpräsidenten die Fahrtüchtigkeit noch nicht so entscheidend beeinträchtigt hätte.

aber naja gut okay zum Roller fahren vielleicht aber trotzdem ein bisschen zu viel. da geht es um Gleichgewicht? Naja vielleicht waren die ja trainiert Ja mal den Roller beiseite. Verglichen damit, welchen Plan die beiden dann im Elternhaus von Lukas eigentlich noch aushäcken würden ist das eigentlich noch eine ziemliche Lappalie.

Denn sie beschließen dann zurück zur Pizzeria zu gehen. Das Ziel der Beiden ist ein Spielautomat. Die beiden wollen das Gerät aufbrechen, das Geld rausholen und dann wieder abhauen. Dementsprechend packen Sie Naja, ich würde es jetzt mal Werkzeug nennen. Zwei Hemmer und zwei Messer ein die Lukas dann in die Handtasche seiner Freundin packt Und eine Taschenlampe nehmen sie auch noch mit.

Die Messer nahmen Sie mit falls ihnen dann irgendwie beim Einbruch doch jemand in die Quere kommen sollte zur Einschüchterung wie sie's dann selbst später sagten. Ich habe euch hier auch mal Fotos von diesen Messern mitgebracht. Das sieht jetzt nicht aus wie ein Messer, die man sich bei Kriminellen unbedingt vorstellen würde.

Also ja finde ich auch überhaupt kann er sich da eigentlich ganz schwer vorstellen. Wie kommt man eigentlich auf die Idee mit solchen Messern und mit Hemmern? Bei der freundlichen netten Frau einzubrechen, die einem doch gerade nur einen Job verschafft und so irgendwie auch hilft? Na ja, wie sollte es an das sein?

Lukas hatte Geldprobleme, um nicht zu sagen er war pleite. Daher ja auch der Aushilfsjob in der Pizzeria. Neuntausend Euro Schulden hatte er. Das Paar machte sich dann also zu Fuß auf dem Weg zur Pizzierier. Dort angekommen schlug Lukas die Scheibe ein, stieg in das Restaurant ein holte den Schlüssel und sperrte seiner Freundin quasi wie ein Gentleman die Tür auf.

Dann hat er noch das Telefonkabel durchgeschnitten wodurch das Telephone auf dem Boden gefallen ist. Auch die Sicherung hatte sich halber rausgeschraubt. Es war also auch noch stockfinstern im Raum. Ja, es gab aber noch etwas womit die beiden wahrscheinlich nicht gerechnet hatten denn die Wirtin war noch in der Pizzeria und das obwohl schon zwei Uhr nachts war und das Lokal eigentlich schon längs geschlossen hat.

Aber wie wir am Anfang gehört haben Es hat ziemlich viel geschneit und deswegen hat sie dann beschlossen, die Nacht eben auf der Eckbank in der Pizzeria zu verbringen. Logischerweise ist sie dann durch das Zerbrechen der Scheibe und den Lärm des herunterfallenden Telefons aber aufgewacht.". Und Sie hat dann die Täter direkt ertappt.

auf frischer Tat? Nein, tatsächlich nicht. Die beiden haben bemerkt, dass noch jemand da ist. Schnell haben sie sich deswegen hinter dem Vorhang und hinter der Tiege versteckt. Kiara hatte also im Dunkeln keine Chance die Beine zu entdecken. Als sie auf den Weg zurück zu ihrem Schlafplatz war, sprang Lukas sie von hinten an, hielt ihr den Mond zu und das Messer vor die Nase.

Daraufhin hat er sie in einen Flur gezogen. Fotos, Videos und Hintergrundberichte findet ihr auf ovb-online.de slash truecrime Und euren regionalen OVB-IV News Portalen slash Truecrime Links in den Shownotes. Und man muss auch dazu sagen ja da war nur ein Meter fünfzig groß oder eher klein. Sie waren eine recht zierliche Frau aber sie wertte sich wirklich mit aller Kraft.

Sie hat dann wild um sich geschlagen und hat es tatsächlich auch geschafft, ihm das Messer aus der Hand zu schlagen. Sie konnte aber ja natürlich nicht damit rechnen dass eben auch noch Lukas Freundin da war die sich da noch hinter dem Vorhang versteckte, die dann ihrem Freund quasi des Zweite Messers aus ihrer Handtasche reichte.

Der Neunzehnjährige hat also weiterhin auf die Sechsundsechzig-Jährige eingestochen und ein Stich ging direkt ins Herz anscheinend wohl um auf Nummer sicher zu gehen, dass Chiara auch wirklich tot war. Hat ihr dann noch die Puls adern und die Kehle durchtrennt? Moment mal! Die beiden hätten ja im Dunkeln bleiben können.

sie werden also gar nicht entdeckt worden als wenn Sie auf die Chance gelauert hätten jemanden zu töten. Und dann frage ich mich warum reicht die Freundin in die Waffe? wie viel Kaltblütigkeit gehört dazu? Ja ich glaube das ist eine Frage noch viele beschäftigt hat. Wenn man den Schilderungen dann glauben möchte, dann konnte er irgendwie auch selbst nicht ganz glauben was er da gerade gemacht hat.

Er hat sich danach wohl hinter die Theke gekauert und auch als ihn seine Freundin umarmen wollte, die ja aber auch an der ganzen Sache beteiligt war, hatte sie dann auch weggestoßen. Nach ein paar Minuten hat er sich dann aber anscheinend wieder gefangen, wie ich finde relativ... kaltblütig irgendwie, die beiden Messer eingesammelt ist damit zur Theke gegangen und hat sie abgewaschen.

Ja aber gekommen waren die beiden ja ursprünglich eigentlich das Geld deswegen? Die beiden haben dann auch das lokal nachtet hart nach Geld durchsucht. dabei hat dann das Mädchen den Geldbeutel der Frau eingesteckt und zu ihrem Freund gesagt dass das reichen würde uns jetzt gehen sollten. eher sah das aber ein bisschen anders.

Ja und so frei nach dem Motto, jetzt sind wir ja eh schon da. Haben sie eben dann noch den Spielautomaten zertrümmert der ja auch das ursprüngliche Ziel war und da eben diese Geldkassetten rausgeholt. Außerdem haben Sie noch zwei Geldtaschen aus dem Lokal eingesackt und sind dann abgehauen. Erst mal ging es für die beiden direkt in ein angelegenes Waldstück zum Beseitigen der Spuren.

Dafür haben sie den Feuer gemacht, haben die ganzen Blut verschmierten Sachen und andere die Jacke von Lukas reingeworfen. Und auch die besagten Geldkassetten aus dem Automaten lesen Sie dort legen Die grauen Handschuhe diese zur Vermeidung der Fingerabdrücke an hatten warfen sich auch weg. Das Geld also.

wie viel hatten die beiden denn in ihre Hände bekommen? Ja das Geld das haben sie ja dann tatsächlich auf den Scent genau aufgeteilt noch direkt nach der Flucht. Jeder von ihnen hat am Ende siebenhundert, dreiundsechzig Euro bekommen. Muss man sich jetzt einmal vorstellen für ein paar hundert Euro haben die beiden einen Menschenleben wirklich auf brutale Art und Weise ausgelöscht?

Ja... Am nächsten Tag, am siebten Januar kam dann eine damalige Angestellte in der Pizzeria mit ihrer dreizehnjährigen Tochter ins Gebäude. Der ist natürlich sofort aufgefallen, dass da irgendetwas nicht stimmen kann. Schließlich war der Spielautomazer drüben und am Boden lagen überall Glascherben und der Laden war außerdem komplett dunkel.".

Und es war auch total ungewöhnlich weil normalerweise war die Wirtin um diese Zeit also gegen elf Uhr eigentlich schon längst wieder fleißig in der Küche bei den Vorbereitungen an Gemüse schneiden usw.. Die Angestellte ging dann also weiter ins Lokal um nach Chiara zu schauen Und dann hat sie den Vorhang zur Kellertreppe beiseite geschoben und sah da die getötete Frau in ihrer Blutlache auf dem Boden liegen.

Vor Gericht hat sie später ausgesagt, ich schrie wie am Spieß und schickte meine Tochter sofort raus. Ich glaube man kann sich vorstellen bei den geschilderten Verletzungen, wie die Aufwände Situationen ausgesehen haben muss. sicherlich ein furchtbarer Anblick vor allem für das Kind. Und danach dauerte es auch nicht lange, bis ein Polizeikroß auf Geburt vor Ort war.

Es ist Riederring ja auch nicht sonderlich groß und der Ortsteil Niedermosen noch kleiner. Da dürfte die Aufregung im Ort doch recht schnell immense Ausmaße erreicht haben! Ja so war's dann tatsächlich auch. ich hab euch hier mal Bilder von unserer damaligen Berichterstattung mitgebracht. vielleicht wollt ihr mal kurz beschreiben was man da so sieht.

Wir sehen hier Bilder aus dem oberbayerischen Volksblatt, spazweiß damals noch. Und da sehen wir wie unerwartet die Gewalt und dann also auch die Ermittlungen der Polizei ins ganz normale Leben eingreifen. Also im Vordergrund ist jetzt zum Beispiel noch ein Schild zu sehen. Da ist das Mittagsangebot von der Pizzeria d'Acchiada zu sehen.

Nudeln und Pasta jeweils vier Euro. Das muss man sich mal vorstellen. Es waren wirklich noch andere Zeiten aber dahinter sieht man dann auch schon Das Absperrband, mit dem die Polizei den Tatort unzugänglich machte. Dahinter sehen wir einen Polizeivagen ein Foto. weiter sehen wir wie Polizisten den Leichnamen, den zugedeckten Leichnahmen abtransportieren.

und das muss so ungefähr der Zeitpunkt gewesen sein da schon die Polizistin sich auf die Suche gemacht haben und ausgeschwärmt sind nach Riederring und in die Umgebung. Wie die Stimmung im Ort war das kann uns Riederinger, Anwohner noch genau sagen, zwanzig Jahre später. Die Stimmung in der Gemeinde war sehr seltsam.

Richtig komisch! Es wurde natürlich viel geratscht über diese schreckliche Tat. Hatte man dann schon irgendwelche Ideen? Wer es denn hätte sein können? Nein gar nicht. Das war ja nichts bekannt. Man konnte das auch nicht zuordnen ob es jetzt eine Beziehungstat war oder ober... Der Täter bei einem Einbruch überrascht wurde, es wusste ja keiner etwas genau.

Die Verunsicherung war sehr groß weil er auch keiner wusste wo der Täter herkommt.". Ist doch irgendwie klar das erst mal Verunsicherungen herrscht wenn vom Täter und auch der Tatwaffe jede Spur fehlt? Es war ja auch sehr schnell klar dass ein Gewaltverbrechen stattgefunden haben muss. Ja wie wir jetzt schon eben durch die Bilder gesehen haben Die Pizzeria lag in einem Gebäudekomplex, den die Polizei weiträumig abgesperrt hatte.

Gegen Nachmittag kam dann auch noch eine Herrscher an Bereitschaftspolizisten vorbei, die dann den Anliegenden Wald durchkämmten. Und dabei wurden die Beamten auch fündig und unter anderem gestrickte Handschuhe haben sie entdeckt. Ein Foto dieser Handschuhe wurde dann auch im oberbarischen Volksblatt abgedruckt.

Ja, auch davon habe ich euch ein Bild mitgebracht. Leider lässt er aber die Qualität ein bisschen zu wünschen übrig. Aber ich glaube man kann vielleicht zumindest erahnen dass es Handschuhe darstellen soll. Also da haben wir jetzt in den Medien tatsächlich richtige Fortschritte gemacht. Ich kann er ahnen aufgrund der Bildunterschrift, dass es sich hier um Handschuhe handelt.

Heute glaube ich würden wir das ein bisschen deutlicher darstellen können. aber jetzt mal weiter mit den Handschuhen. die Handschuher haben doch dann im Zuge der weiteren Ermittlungen, glaube ich noch eine wichtige Rolle gespielt? Ja was mir aber dabei gerade kommt glaubt ihr das wenn es einen vergleichbaren Fall heute gäbe, dass genauso schnell die Handschuhe in den Medien veröffentlicht werden würde?

Ich glaube nicht! Wir haben früher Opfer wie Verdächtige eigentlich oft noch unverpixelt abgebildet, kein Balken überm Auge. Manchmal waren die Namen dabei. Das machen wir heute tatsächlich nicht mehr aus gutem Grund. Ist ja auch ganz oft auch mal Täter wissen, dass da die Polizei bewusst zurückhält?

Da ist die Polizei in den vergangenen Jahren sogar richtig vorsichtig geworden! Ich kann mich erinnern, vor einigen Jahren war man relativ grog und zügig mit Informationen während der Ermittlungen. Bei den jüngsten Gewaltverbrechen hat die Polizei in der Regel eigentlich, bis die Staatsanwaltschaft die Anklageschrift vorlegt noch nicht einmal die Todesursache bekannt gegeben.

Aber zurück zu unserem Fall! Während die Regionen also Rätselte wem die Handschuhe gehören könnten hatte die Polizei schon mehrere mögliche Pferden aufgenommen. Eine führte zu einem sechsundfünfzigjährigen Rosenheimer, der wohl im selben Gebäude gewohnt hatte. Er wurde morgens gegen acht Uhr in der Nähe der Pizzeria aufgefunden und zwar im lebensbedrohlichen Zustand.

Es stellte sich dann raus, dass er wohl Tabletten geschluckt hatte. es war ein Suizidversuch und auch einen Abschiedsbrief soll er hinterlassen haben. ich weiß nicht. wenn ihr euch mal in die Situation der Beamten rein versetzt hättet ihr das dann auch erst mal in Verbindung gebracht? Ja klar, da will ich jemand Schluss machen.

Weil er den Druck der Tat nicht mehr aushält. Er hat ein schlechtes Gewissen und deswegen vielleicht versucht sich das Leben zu nehmen. Das wäre vielleicht auch mein Verdacht gewesen ja. Tatsächlich ist die Polizei dem nachgegangen, konnte aber keine Verbindung zu der grausamen Tat in der Pizzeria herstellen.

In der Regel wird ja das engste Umfeld des Opfers... von der Polizei sehr schnell und sehr sorgfältig unter die Lupe genommen, also spielt sich ja ein Großteil der Gewalttaten tatsächlich im engsten Vertrautenumfeld ab. Wie war es denn jetzt mit dem ehemaligen Betreiber der Pizzeria? Also mit dem vormaligen Geschäftspartner von Chiara, kam er nicht ins Visier der Beamten?

Doch! Und zwar mit ziemlich krassen Folgen. Er wurde den damaligen Berichten zur Folge nur zwei Tage nach der Tat am neunten Jahr noch festgenommen und in einem Ermittlungsrecht davor geführt Und der beförderte ihn in U-Haft. Aber wie wir natürlich jetzt schon wissen, war er unschuldig und die beiden Heranwachsenden waren für die Tat verantwortlich.

Wie wir ja auch wissen haben die beiden auch ihre Handschuhe zurückgelassen. Dieses eine Paar welches dann auch im UVB abgedruckt wurde, wurde den beiden neunzehnjährigen zum Verhängnis. Denn tatsächlich, man möchte es kaum glauben. Die Eltern der Freundinnen haben wohl die Handschuhe ihrer Tochter erkannt und sie dann auch darauf angesprochen.

Das ist eine echte Leistung dieser Handschuher zu erkennen! Aber wie hat denn die junge Dame auf die Ansprache ihr Eltern reagiert? Hatte sie irgendeine Ausredeparat? Naja... den Berichten zufolge nicht so wirklich. Die beiden fühlten sich dann aber dennoch in die Enge getrieben und raten quasi die Flucht nach vorne an, sie meldeten sich bei der Polizei – Aber als Zeugen!

Ganz so abwechig war das ja auch nichts. Sie gehörten zu den letzten Gästen im Lokal und sollten ja eigentlich am nächsten Tag dort auch aus Aushilfen anfangen. da braucht es einiges an Nerven, also selber Blut an den Fingern zu haben. Dass man sich gerade abgewaschen hat und dann sich als Zeuge in so einem brutalen Fall zu melden.

Ich meine die werden noch mal mit den Einzelheiten der Tat mit Sicherheit konfrontiert, also mit dem was sie getan hatten? Und dann gehen die selber zur Polizei! Ja und diese Zeugenaussage wurde denen beiden auch recht schnell zum Verhängnis. Sie verwickelten sich irgendwie in Widersprüche Geständnis.

Die Tatwaffe, also das Messer, fanden die Beamten dann auch genau dort wo die beiden es versteckt hatten in einem Gefäß in der eigenen Wohnung und ein Teil der Beute wurde dann sichergestellt und wie man es erwarten würde die beiden landeten natürlich in Untersuchungshaft. Im Nachhinein erklärte der Verteidiger von Lukas auch, die beiden hätten sich selbst gestellt.

Dem hat aber die Kripo natürlich ausdrücklich widersprochen und sie haben sich ursprünglich als Zeugen gemeldet. Als dann Feststand wer die Tat begangen hatte und als die Polizei die beiden ja auch schon Ding festgemacht hatte, da wird man dem Dorf doch erstmal aufgeatmet haben wie die Stimmung nach der Festnahme der Beiden war.

das erzählt unser Kollege Ludwig Simet, der damals über diesen Fall berichtet hat. In Riederingen herrschte damals große Bestürzung und Fassungslosigkeit. Über die neunzehnjährigen Täter wusste man wenig. er war weder bei einem Sportverein noch bei der Feuerwehr oder sonst wo aktiv und muss wohl sehr zurückgezogen gelebt haben.

aber die Leute stellten sich natürlich eine große Frage Was treibt einen jungen Burschen als Riederring dazu, bei einem Einbruch eine gute Bekannte im Stil eines eiskalten Mafiakillers förmlich hinzurichten? Die Frage werden sich wohl damals in Riedering oder auch einer gesamten Region mehrere Menschen gestellt haben.

Aber so wie der junge Mann beschrieben wurde passt die Tat aus gar nicht zu ihm. Ja, er galt der Schüler als schwierig und faul. Und kam deswegen in ein Landschulein für pädagogische schwierige Fälle. Das heißt lange nicht dass jemand so einer brutalen Tatfähig ist. Der mordlich ja fast schon an eine Hinrichtung.

Was sich immer wieder durch Lukas Leben gezogen hat waren die Geldprobleme. Eigentlich wollte er mal kochen werden Die Lehre dazu hatte dann aber abgebrochen und sich eben mit Gelegenheitsjobs über Wasser gehalten. Er hat keine besondere Richtung in seinem Leben gehabt, aber war er polizeilich schon mal irgendwo aufgefallen?

Nur doch Kleinigkeiten. Zum Beispiel eine Spritzer mit dem Auto eines Freundes. Er hatte keinen Führerschein oder auch Sachbeschädigung. Gewalt war bis dato nie ein Thema. Ja und auch optisch sah er nicht unbedingt aus wie man sich einen brutalen Mörder vorstellen würde oder wie man ihn jetzt aus irgendeinem Krimi kennt.

Eher so in Richtung Milchgesicht wurde damals auch beschrieben. Nur eins, fünfundsechzig groß, schmächtig, dunkles kurzes Haar und Brille Und auch irgendwie psychische Störungen oder Drogenabhängigkeit wurden jetzt nicht festgestellt bei ihm. Ja was war mit seiner Freundin? Die Freundin hat ihn nicht zurückgehalten also damals aufsprang um die Wirtin von hinten anzugreifen.

vielmehr hat die Freundin im Jahr sogar Noch das zweite Messer gereicht. Was war denn mit der? Kennengelernt hatten sich die beiden... ...Zweitausendzwei, sie war zeitweise auf der Förderschule und war zum Tatzeitpunkt gerade in der Ausbildung zur Einzelhandelskaufrau. Sie galt auch eher als sparsam und halb ihrem Freund öfter aus.

Sie hatte also wohl ein recht geregeltes Leben. Sie ging nur öfter raus und drank viel Alkohol was jetzt aber für eine neunzehnjährige nicht per se ungewöhnlich sein muss geschweige denn Sie zu einer so brutalen Täterin machen würde. Ja, nach mehreren Monaten in Uhaft mussten sich die beiden dann eben vor dem Tronschnenner Landgericht für ihre Tat verantworten.

Lukas war wegen Mordes angeklagt und seine Freundin wegen gemeinschaftlichen Raubs mit Todesfolge. kurz vor dem Prozess kam aber auch noch der Vorwurf der Beihilfe zum Mord hinzu. Denn wir erinnern uns ja, Michael, wie du es auch gerade schon gesagt hast. Sie hatte ihrem Freund auf seine Bitte dann dieses zweite Messer gegeben als die Wirtin ja schon am Boden lag?

Ja, die Frage muss man sich dann wirklich stellen. Genauso die Frage wer macht bei so einem verrückten Plan mit im Rausch gefasst – Wir brechen jetzt in die Pizzaria ein, in der wir morgen zu arbeiten beginnen sollen und neben der wird ihnen das Geld weg. welche Freundin hilft ihrem Freund dabei? Die Frage muss man sich tatsächlich stellen.

Ich glaube aber auch natürlich, wenn ich mit des Alters der beiden anschaue – neunzehn Jahre beide -, dann stellt sich am Landgericht die Frage, werden sie nach Jugendstrafrecht beurteilt? Mir gesagt zum Tatsachepunkt waren bei den Neunzehnten vor Gericht im Alter von zwanzig Jahren zeigten sich die beiden auch geständig.

Lukas Bestätigte, die Anklage weitestgehend. Nur an manche Details konnte er sich nicht mehr erinnern. Unter Tränen soll er auch gesagt haben, ich wollte das Geld! Er habe in Panik der Werden Meermas in den Bauch gestochen. Mit dem zweiten Messer habe er – so sagt er wörtlich – Chiara Meermaz den Hals und der Gurgel durchgeschnitten.

Seine Freundin habe dann gesagt sie röchelt noch. Er behauptete, sie sei tot. Bei Gericht bestätigte dann auch ein Gutachter dass die Wirtin einen qualvollen Tod erlitten hat. Grausern! Sie hat um ihr Leben gekämpft, habt Ihr vorhin geschildert? Ja der Rechtsmediziner hat sie bei Gericht als Resolute beschrieben.

Sie habe einen Kampf um ihr leben geführt Und Lukas hat dann vor Gesicht auch erzählt das er viel über die Motive dieser Tat nachgedacht haben Auch zusammen mit Psychologen. Zu einem Ergebnis sei er dann aber nicht gekommen. Und auch eine Schuldunfähigkeit habe ich wohl nicht vorgelegen, wir erinnern uns der damals neunzehnjährige hatte ja am Tatabend auch ganz schön gebechert würde ich sagen.

Am Ende waren sich aber sowohl Staatsanwaltschaft also auch die Sachverständigen und die Verteidiger Einig. das Paar ist nach Jugendstrafrecht zu verurteilen. Deswegen forderte der Staatsanwalt Ensemble Dorjeve Lukas neuneinhalb Jahre Jugendstrafe. Damit lag er nur sechs Monate unter der Höchststrafe von zehn Jahren, er sprach vor einer abstoßen brutalen Art der Tatausführung.

Ja und für die Freundin setzte er fünf Jahre Jugendstrafe an wegen Beihilfe zum Mord. Die Nebenklage, die die Angehörigen vor Gericht vertrat Schloß sich demweitesgehend an. Allerdings sah die Nebenklage die Rolle der Freundin als zu wenig gewichtet an? Das kann man, glaube ich auch so sehen! Sie hat Lukas das zweite Messer gegeben, als ihm das Erste aus der Hand geschlagen worden war.

Sie ist mitgegangen und sie hat sich mit ihm versteckt. Sie hat ihn sogar noch darauf aufmerksam gemacht, dass die Werte noch röchelt. Ich glaube kaum um Ihnen daran zu erinnern das es jetzt Zeit sei den Notarzt zu rufen. also Erstaunlichkeit blühtig. Wahrscheinlich wäre da die Nebenklage lieber Aufmitheter-Staff anstatt auf Beihilfe gegangen.

Die Verteidigung hingegen setzte die Strafe erwartungsgemäß niedriger an. Lukas Verteidiger forderte sechseinhalb Jahre Jugendstrafe. Schließlich habe er sein Mandant die Tat früh eingeräumt, der Verteidegger der Freundin fordete vier Jahre Haft.". In ihren letzten Worten, die bei Gericht vor dem Urteilsspruch ja immer bei den Angeklagten liegen, sagte Lukas noch, ich bereue die Tat furchbar und seine Freundin hat in ihren letzten Warten versucht sich beim Sohn, der wird ihn zu entschuldigen.

folgte die Jugendkammer in Traunstein, der Staatsanwaltschaft. Neun Jahre und sechs Monate Jugendstrafe wegen Mordes. Die Mordenmärkmale Habgier und Verdeckung einer Straftat. Unraub mit Todesfolge für Lukas. Und fünf Jahre für seine Freundin wegen Beihilfe zur Mord- und gemeinschaftlichen Raubs mit Todeszfolge.".

Wer jetzt mitgerechnet hat kann sich auch vorstellen dass sie beiden längst schon wieder auf freiem Fuß sind. Was die beiden heute machen können, wir euch natürlich dann auch nicht sagen. Wenn ihr aber die Bilder sehen wollt. über die wird in dieser Folge gesprochen haben. schaut gerne auf unseren Portalen vorbei.

Wie immer alles weitere findet ihr auch wieder einen show not. ansonsten hören wenn es zu neuen folge in zwei wochen weder bis dann Mit wahren Kriminalfällen aus der Region. Überall wo es Podcasts gibt, abonniert uns damit ihr keine Folge verpasst.

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