
Wissensreise durchs Universum· Staffel 5· Folge 15
Was kommt nach uns? Was die Urzeit über das nächste große Aussterben lehrt
Montag, 27. April 2026 · 21 min
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Shownotes
Wissensreise durch die Urzeit (open.spotify.com/show/70D3GCMGUldf8cHwH7i7Bc?s…)
Heute stellen wir eine Frage, die unbequemer ist als die meisten, die wir in diesem Podcast gestellt haben. Keine Frage über längst vergangene Kreaturen, keine Reise in eine Welt, die so weit entfernt ist, dass sie uns nicht mehr betrifft. Heute fragen wir: Was kommt nach uns?
Es ist eine Frage, die die Urzeit mit der Gegenwart verbindet. Eine Frage, bei der die Fossilien nicht stumm sind, sondern laut sprechen – wenn wir bereit sind zu hören. Die Erde hat in ihrer Geschichte bereits fünf Massenaussterben erlebt. Fünf Momente, in denen die Vielfalt des Lebens innerhalb erdgeschichtlich kurzer Zeiträume dramatisch zusammenbrach. Und viele Forscher:innen sind heute überzeugt, dass wir mitten im sechsten stehen.
Was hat die Vergangenheit darüber zu sagen? Was können wir aus den großen Auslöschungen der Erdgeschichte lernen – über Ursachen, Abläufe, Überlebende und das, was danach kam? Und was bedeutet das für die Welt, die nach uns kommen wird?
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Willkommen zu einer neuen Folge von Schlafreise durch das Universum, deinem Podcast zum Entspannen, Loslassen und lernen. Diese Folge ist wieder eine Koproduktion mit unserem Podcast Wissensreise durch die Uhrzeit heute gucken wir uns an, was kommt nach uns, was die Uhrzeit über das nächste große Aussterben lehrt.
Wenn dich dieses Thema oder allgemein urzeitliche Themen in Richtung Eiszeit, Dinosaurier und so weiter interessiert, kann ich dir sehr empfehlen, auch unserem Podcast Wissensreise durch die Uhrzeit zu folgen, da wir dort diese Themen durchgehend behandeln. Heute stellen wir uns die Frage, die unbequemer ist als die meisten, die wir bis jetzt in diesem Podcast gestellt haben, keine Frage, über längst vergangene Kreaturen oder astrophysische Gegebenheiten im Universum. Sondern heute fragen wir, was kommt nach uns? Es ist eine Frage, die die Uhrzeit mit der Gegenwart verbindet und auch der Zukunft eine Frage, bei der Fossilien nicht stumm sind, sondern laut sprechen, wenn wir bereit sind zu hören, die Erde hat in ihrer
Geschichte bereits 5 Massenaussterben erlebt, 5 Momente, in denen die Vielfalt des Lebens innerhalb erdgeschichtlich kurzer Zeiträume dramatisch zusammenbrach. Und viele Forscherinnen sind heute überzeugt, dass wir mitten im sechsten stehen. Was hat die Vergangenheit darüber zu sagen, was können wir aus den großen Auslöschungen der Erdgeschichte lernen, über Ursachen, Abläufe, Überlebende und das, was danach kam?
Und was bedeutet das für die Welt, die nach uns kommen wird, was ist denn eigentlich an Massenaussterben? Beginnen wir also mit der Definition. Ein Massenaussterben ist ein Ereignis, bei dem in einem erdgeschichtlich kurzen Zeitraum ein erheblicher Anteil aller Arten verschwindet. Die Grenze, ob der Wissenschaftler innen von einem Massenaussterben sprechen, liegt konventionell bei etwa 75% aller Arten, die innerhalb von weniger als 2,8 Millionen Jahren aussterben. 2,8 Millionen Jahre klingt lang, aber in der Geologie ist es ein Wimpernschlag. Die Erdgeschichte umfasst etwa 4,5 Milliarden Jahre auf einer Zeitskala, in der ein Meter 1000000 Jahre entspricht, wäre die gesamte Menschheitsgeschichte weniger als ein Millimeter der normale
Hintergrundprozess des Aussterbens. Das langsame Erlöschen von Arten, das unter stabilen Bedingungen immer stattfindet, liegt bei schätzungsweise etwa 0,1 bis eine Art pro Millionen Artenjahre. Das bedeutet, unter natürlichen Bedingungen stirbt etwa alle 1000 bis 10000 Jahre einer Art aus Massenaussterben beschleunigen diesen Prozess um das 100 bis 1000 fache oder mehr. Die 5 großen Massenaussterben der Erdgeschichte, die sogenannten Big Five, sind im Fossilienbestand klar dokumentiert.
Sie markieren auch die großen Grenzlinien im geologischen Zeitmaßstab das Ende des Ordovitiums, das Ende des Devons, das Ende des Perms, das Ende der Trias und das Ende der Kreide. Jede dieser Grenzen ist eine Narbe in der Geschichte des Lebens auf der Erde, das erste große Massenaussterben ereignete sich vor etwa 443000000 Jahren am Ende des Ordovitiums. Es traf eine Welt, die für uns kaum wiedererkennbar wäre als Leben, hatte die Kontinente erst begonnen zu besiedeln, erste primitive Landpflanzen, aber noch keine Wälder, keine Insekten, keine Wirbeltiere an Land. Das Reichtum des Lebens konzentrierte sich noch ganz im Meer, und dieses Meeresleben wurde mit entsetzlicher Effizienz ausgelöscht, etwa 85%
aller marinen Arten verschwanden, Trilobiten, Brachiopoden. Graptoliten Korallen, ganze Tiergruppen wurden dezimiert oder vollständig ausgelöscht. Die Ursache war eine Kombination aus 2 Extremen, die für sich allein bereits tödlich gewesen wären, zunächst eine Eiszeit der südliche Superkontinent Gondwana, der zu dieser Zeit über dem Südpol lag, wurde von einem massiven Eisschild bedeckt, der Meeresspiegel sank drastisch um bis zu 100 Meter.
Die flachen Schelfmeere, in denen das Marine Leben blühte, Trockneten aus, die Meerestemperaturen fielen. Doch als die Vereisung endete und das Eis schmolz, stiegen die Meeresspiegel rasant wieder an, die Ozeane wurden Flutartig, neu besiedelt, aber von einer stark dezimierten Fauna, die Überlebenden Bauten eine neue Welt auf.
Vor etwa 375 bis 359000000 Jahren über eine Zeitspanne von mehreren Millionen Jahren vollzog sich das zweite große Aussterben, das späte Devon aussterben. Es war weniger ein einzelnes Ereignis als eine Serie von Pulsen von Krisenmomenten, die sich über einen langen Zeitraum erstreckten. Besonders hart traf es die Meeresriffe, die devonischen Riffe, aufgebaut von Stromatoporen. Einer ausgestorbenen Gruppe schwammartiger Organismen und von Korallen waren die artenreichsten Ökosysteme ihrer Zeit.
Sie verschwanden nahezu vollständig, es dauerte mehr als 100000000 Jahre, bis sich echte Riffökosysteme in der Erde wieder erholten, am Übergang zwischen Land und Meer starben viele der frühen Fischgruppen aus, aber interessanterweise überlebten gerade jene Fische, die in der Lage waren, kurze Zeiträume außerhalb des Wassers zu verbringen.
Fische mit primitiven Lungen und kräftigen Flossen, die man als Gliederflossler bezeichnet. Diese Überlebenden waren die Vorfahren aller Landwirbeltiere, der Amphibien, Reptilien, Vögel und Säugetiere und damit auch von uns. Das Devonaussterben erinnert daran, dass Massenaussterben selektiv sind, sie töten nicht wahllos, sie bevorzugen bestimmte Körperbaupläne, bestimmte Ökologien, bestimmte Strategien. Und die Überlebenden sind oft nicht die mächtigsten oder die größten, sondern diejenigen, die ganz zufällig die richtigen Eigenschaften für die sich verändernden Bedingungen besitzen.
Vor 252000000 Jahren ereignete sich das bei weitem schlimmste Massenaussterben in der Geschichte des Lebens auf der Erde. Das Perm Trias aussterben auch als The Grate Dying bezeichnet, löschte schätzungsweise 96% aller marinen Arten und 70% Lateristischen Wirbeltierarten aus. Es war die größte biologische Katastrophe, die diese Erde je erlebt hat, die Ozeane leerten sich nahezu vollständig trilobiten, die seit dem Kamrium seit fast 300000000 Jahren die Meere bevölkert hatten, verschwanden für immer. Ganze Ökosysteme kollabierten.
Auf dem Land stammen riesige Wälder ab, die Böden erodierten, Nahrungsnetze brachen zusammen. Die Hauptursache ist hierfür weitestgehend identifiziert, ein gewaltiger Vulkanismus in Sibirien, der sogenannte sibirische Trapp. Über einen Zeitraum von etwa einer 1000000 Jahre strömten in der heutigen Gegend von Sibirien Lavafluten aus, die schätzungsweise 3 bis 4000000 Kubikmeter magmatischem Gestein produzierten. Eine Fläche größer als Westeuropa, Kilometer tief überlagert von Lava.
Dieser Vulkanismus setzte gigantische Mengen Kohlenstoffdioxid und Schwefeldioxid frei. Das Kohlendioxid erwärmte das Klima. Die durchschnittliche globale Temperatur stieg um 10 bis 12 Grad Celsius, die Ozeane erwärmten sich, verloren ihren Sauerstoff, einen Zustand der sogenannten ozeanischen Anoxie das Schwefeldioxid erzeugte sauren Regen, der die Böden und die Oberfläche der Ozeane versauerte, und als wäre das nicht genug, gab es Hinweise auf eine weitere Verstärkung.
Das Kohlendioxid und die Erwärmung destabilisierten Methanhydrate am Meeresboden, gefrorene Methanvorkommen in den Sedimenten. Als diese Auftauten, wurde Methan, ein noch wirksameres Treibhausgas als Kohlendioxid, in riesigen Mengen freigesetzt, was die Erwärmung weiter beschleunigte, eine Rückkopplungsschleife, die sich selbst verstärkte die Erholung dauerte lange, sehr lange.
Für 5 bis 10000000 Jahre nach dem Ende permaussterben blieb die Biodiversität erschreckend niedrig. Die Ökosysteme, die sich dann Aufbauten, sahen fundamental anders aus als diejenigen, die vorher existiert hatten, vor etwa 201000000 Jahren am Ende der Trias, ereignete sich das vierte große Massenaussterben. Es löschte etwa 76% aller Arten aus, darunter viele der großen Reptiliengruppen, die bis dahin die Kontinente dominiert hatten. Phytosaurier Ethosaurier große Amphibien auch dieses Aussterben wird mit einem massiven Vulkanismus in Zusammenhang gebracht, dem sogenannten Zentralatlantischen Magmatischen Provinzereignis Camp, das mit dem Auseinanderbrechen des Superkontinents Pangäa
zusammenhing. Als Nordamerika und Afrika sich zu trennen begannen und den Atlantik öffneten, strömten entlang der entstehenden Bruchzone riesige Lavafluten aus. Das Trias aussterben hatte eine bemerkenswerte Konsequenz, es räumte das Feld für die Dinosaurier. Diese Gruppe hatte zwar schon vorher existiert, war er aber eben noch nicht dominant nach dem Aussterben ihrer Konkurrenten explodierten die Dinosaurier in alle ökologischen Nischen, die sich ihnen boten, die. Das Mesozuicum das Zeitalter der Dinosaurier begann das fünfte und bekannteste Massenaussterben ereignete sich vor etwa 66000000 Jahren am Ende der Kreidezeit.
Es ist das einzige der Big 5, für das ein außerirdischer Auslöser eindeutig nachgewiesen ist. Ein Asteroid mit einem Durchmesser von etwa 10 Kilometern, der in der heutigen Halbinsel Yucatan in Mexiko einschlug, dort, wo heute der bekannte Krater liegt. Etwa 180 Kilometer im Durchmesser, zum Teil unter dem Golf von Mexiko verborgen. Der Einschlag selbst war von einer Gewalt, die die Vorstellungskraft übersteigt, die freigesetzte Energie entsprach schätzungsweise dem Milliardenfachen, der stärksten jemals von Menschen gezündeten Atombombe, der Einschlag verdampfte sofort, große Mengen Gestein und Wasser, er erzeugte einen globalen Tsunami, er zündete Waldbrände auf der ganzen Erde.
Und er schleuderte so viel Staub, Ruß und Schwefel in die Stratosphäre, dass das Sonnenlicht für Monate bis Jahre stark abgeschwächt wurde. Ohne Sonnenlicht brach die Photosynthese zusammen, pflanzen starben, pflanzenfressende Tiere verhungerten und die fleischfressenden Tiere folgten, die Nahrungspyramide kollabierte von unten, etwa 75% aller Arten verschwanden die. Darunter alle nicht vogelähnlichen Dinosaurier, die Flugsaurier, die Meeresreptilien und viele weitere Gruppen. Was überlebte, waren vor allem kleine, bodennahe lebende Tiere, die sich von Samen, Insekten oder Aas ernähren konnten, kleine Säugetiere, frühe Vögel, Schildkröten, Schlangen, Krokodile, diese Überlebenden unsere Vorfahren erlebten eine Welt, die leer war, eine Welt
ohne Konkurrenz. Und in diese Lehre explodierten sie mit einer Diversifizierung, die die Biologiegeschichte revolutionierte. Innerhalb von 10000000 Jahren nach dem Einschlag hatten sich die Säugetiere in fast alle ökologischen Nischen der Erde ausgebreitet, das Zeitalter der Säugetiere, das Caenozoikum hatte begonnen, falls sich besonders das letzte Aussterbeereignis interessiert, hierzu haben wir diverse Folgen veröffentlicht, die ich unten verlinke. Wenn man die 5 großen Massenaussterben nebeneinander legt, fallen bestimmte Muster auf, die Forscher innen immer wieder beschreiben.
Erstens, Massenaussterben sind nicht plötzlich, sondern prozesshaft, selbst das Kreideaussterben, das durch einen konkreten Einschlag ausgelöst wurde, hatte eine Vorgeschichte, der Dekan traps Vulkanismus in Indien hatte bereits vor dem Einschlag begonnen, das Klima zu destabilisieren. Das eigentliche Aussterben dauerte Jahrtausende, bis 100 Tausende von Jahren die Haupttreiber sind fast immer klimatische Veränderungen, zu schnell, um die Anpassung der meisten Arten zu ermöglichen, temperaturveränderung, Veränderung im Sauerstoffgehalt der Ozeane, Versauerung, Veränderung im Niederschlagsmuster Große spezialisierte Arten sind besonders gefährdet die. Generalisten, kleinere Tiere mit
kurzen Generationszeiten und hoher Reproduktionsrate überleben besser. Komplexe, spezialisierte Ökosysteme wie Riffe sind besonders verwundbar. 4. Die Erholung dauert immer sehr lang nach dem Ende permaussterben dauerte es 10000000 Jahre nach dem Kreideaussterben etwa 5 bis 10000000 Jahre in geologischen Zeiträumen gemessen, mag das kurz erscheinen.
Für eine Zivilisation, die in Jahrzehnten und Jahrhunderten denkt, ist es einfach unvorstellbar lang. Das sechste Aussterben was sagen die Zahlen seit den 1990er Jahren haben Biodiversitätsforscherinnen eine erschreckende Entwicklung dokumentiert, die aktuelle Aussterberate von Arten liegt an das 100 bis Tausendfache über der natürlichen Hintergrundrate, die.
Das ist keine Übertreibung und kein Alarmistischer Extremwert. Es ist das konservative Mittel aus Dutzenden unabhängigen Studien, die verschiedene Artengruppen und verschiedene Methoden verwenden. Eine Studie, die 2017 veröffentlicht, wurde von den Biologen Gerado Kebalos, Paul Ehrlich und weiteren Autorinnen untersucht, nicht nur das Aussterben von Arten, sondern auch den Rückgang von Populationen innerhalb noch existierender Arten.
Das Ergebnis war erschreckend. Von 177 untersuchten Säugetierarten hatten alle einen erheblichen Rückgang ihres geografischen Verbreitungsgebiets erlitten, im Durchschnitt hatten sie 40% ihres früheren Verbreitungsgebiets verloren. Eine Studie im Fachjournal Science aus dem Jahr 2019 zeigt, dass in Nordamerika allein seit 1970 rund 3 Milliarden Brutvogel Individuen verloren sind.
Fast 30% des Bestandes von vor 5 Jahren nicht Arten, sondern Individuen. Die Vögel sind noch da, aber es gibt dramatisch weniger von ihnen. Der sogenannte Living Planet Index des WWF, der die Bestandsentwicklung von Wirbeltierarten weltweit verfolgt, verzeichnet zwischen 1970 und 2020 einen durchschnittlichen Rückgang der überwachten Populationen um 69%.
Das bedeutet nicht, dass 69% aller Arten verschwunden sind. Es bedeutet, dass die durchschnittliche Größe der beobachteten Tierpopulationen um 69% geschrumpft ist. Was treibt den 106 Aussterben an? Hier ist das Wissen um die Uhrzeit besonders aufschlussreich, denn die Mechanismen sind dieselben, der wichtigste Treiber ist der lebensraumverlust, Wälder werden gerodet, Feuchtgebiete trockengelegt, Steppen in Ackerland verwandelt. Wenn der Lebensraum einer Art verschwindet, verschwindet die Art.
Das ist keine komplizierte Gleichung. Im Permaussterben war es der kollabierte Waldboden, im Devon waren es die Riffe, heute sind es tropische Regenwälder, Savannen und Meeresbodenzonen der zweite Treiber ist der Klimawandel, hier ist die Parallele zur Uhrzeit besonders direkt die Erwärmung, die heute stattfindet, ist in ihrer Geschwindigkeit beispiellos für die letzten 66000000 Jahre.
Also seit dem kreideaussterben Pflanzen und Tiere, die sich über Jahrtausende an bestimmte Temperaturen und Niederschlagsmuster angepasst haben, können sich nicht schnell genug anpassen, wenn diese Bedingungen innerhalb von Jahrzehnten verschoben werden. Der dritte Treiber ist die Ozeanversauerung, das Kohlendioxid, das die Menschheit in die Atmosphäre entlässt, löst sich zum Teil im Meerwasser und bildet Kohlensäure, die. Der PH Wert der Ozeane ist seit der Industrialisierung um etwa 0,1 Einheiten gesunken, was auf der logarithmischen PH Skala einer Zunahme der Säurekonzentration um 26% entspricht.
Das greift die Calciumcarbonat, Skelette von Korallen, Muscheln, Schnecken und Planktonorganismen an, es ist dieselbe Versauerung, die am Ende des Perms Marine Ökosysteme dezimierte. Der vierte Treiber ist die direkte Übernutzung, die. Überfischung, Jagd, Wilderei viele der bedrohten Großtiere, Nashörner, Elefanten, große Meeressäuger, Haie werden direkt durch menschliche Entnahme bedroht.
Die Uhrzeit zeigt uns, dass das Leben nach jedem Massenaussterben zurückgekehrt ist. Das ist die gute Nachricht, das Leben selbst ist nicht in Gefahr, die Erde wird nach uns blühen, relativ egal, was wir tun, die schlechte Nachricht ist eben die Zeitskala. Nach dem Ende Permaussterben dauerte die Erholung der Biodervosität etwa 10000000 Jahre nach dem Kreideaussterben wie gesagt 5 bis 10000000 Jahre und 10000000 Jahre sind eben keine menschliche Zeitkategorie. Welche Tiere könnten überleben?
Die Uhrzeit gibt auch hier Hinweise, es sind die Kleinen, die flexiblen, die allwisser Insekten, sie haben alle 5 Massenaussterben überlebt, reduziert, aber nie ausgelöscht. Ratten und Mäuse, kleine Säugetiere mit kurzen Generationszeiten und einem breiten Nahrungsspektrum, sehr ähnlich den frühen Säugetieren, die das Kreideaussterben überlebten, Krähen und andere Rabenvögel.
Intelligent, anpassungsfähig, kosmopolitisch, Krokodile, sie haben das Kreideaussterben überlebt, ohne sich grundlegend zu verändern. Ihr Körperbauplan ist seit 200000000 Jahren nahezu unverändert und nach Millionen von Jahren. Die Natur hat immer wieder Komplexität aufgebaut. Aus den kleinen Säugetier Überlebenden des Kreideaussterbens entstanden in wenigen Millionen Jahren Wale, Fledermäuse, Pferde, Primaten, Elefanten, was aus den Überlebenden des sechsten Aussterbens entstehen wird, kann niemand vorhersagen, aber das Leben wird sich Wege suchen, die tiefe Zeit, die Milliarden von Jahren, die die Geologie uns aufgezeichnet hat, ist keine Sammlung von Kuriositäten. Sie ist ein Lehrbuch, ein
Lehrbuch, das mit Fossilien geschrieben wurde, mit Isotopen, Spuren in Gesteinen, mit den Narben der Massenaussterben und den Blüten der Wiederbelebung. Was dieses Lehrbuch uns zeigt, ist eindeutig Klimaveränderungen, die zu schnell kommen, zerstören Ökosysteme, die zu weit destabilisiert werden, kollabieren, die Komplexität, das Leben über Jahrmillionen aufbaut, kann in geologisch kurzen Momenten vernichtet werden.
Was es uns aber auch sagt, die Treiber des aktuellen Aussterbens sind keine Asteroiden, kein Supervulkan, keine kosmische Strahlung. Sie sind eben menschlichen Ursprungs. Das ist eine erschreckende Erkenntnis, aber auch eine ermutigende, denn was Menschen verursacht haben, können Menschen zumindest teilweise aufhalten, verlangsamen oder abmildern, unsere Erde ist 4,5 Milliarden Jahre alt, sie hat Katastrophen überstanden, die alles leben vernichten zu wollen schienen.
Sie hat sich immer wieder erholt, aber sie ist auch verletzlich für Veränderungen, die zu schnell kommen, für Gleichgewichte, die aus dem Takt geraten. Diese Erde ist das einzige, was wir haben, nicht nur wir Menschen, sondern all die Millionen Arten, die nach uns kommen werden, werden wir ihr die Chance geben zu entstehen.
Die Fossilien sprechen, die Frage ist, ob wir zuhören, was kommt nach uns, das hängt von uns ab, von dem, was wir jetzt tun, das war die heutige Wissensreise. Durch die Uhrzeit. Ich hoffe die tiefe Zeit hat dich ein wenig ins Staunen versetzt und vielleicht auch zum Nachdenken gebracht, wenn dir diese Folge gefallen hat, hinterlasse bitte eine Bewertung, jeder Einzelne hilft uns weitere Reisen in die Uhrzeit zu unternehmen bis zur nächsten Folge.