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Working Draft

On Tour @ #headinthecloud – Women in Tech mit Myrna Gönnemann, Luisa Faßbender & Anna Maier

Donnerstag, 26. Juni 2025 · 22 min

MP3

Shownotes

Dieses Interview ist einer von 3 Teilen unserer Serie On Tour @ #headinthecloud. Head in the Cloud (mittwald.de/lp/head-in-the-cloud?ref=workingdr…) ist eine Konferenz von Mittwald (mittwald.de/lp/workingdraft?ref=workingdraft.de), die am 13. Juni 2025 in Espelkamp stattfand.

Women in Tech

Mit Myrna Gönnemann (linkedin.com/in/myrna-goennemann), Luisa Faßbender (linkedin.com/in/luisa-sofie-faßbender) & Anna Maier (linkedin.com/in/anna-maier-045739143).

Wie ist es eigentlich in der Tech-Szene als Frau aktiv zu werden? Das besprechen wir mit Myrna, Luisa und Anna. Praktische Tipps, wie man es als Arbeitgeber und Konferenz-Veranstalter inklusiver werden kann. Myrna und Luisa berichten aus ihrer Erfahrung im TYPO3 Team.

Das Video zum Talk wird zeitnah auf dem YouTube Kanal von Mittwald (youtube.com/@mittwald) verfügbar sein.

Diskutiert die Folge mit uns in unserem Community-Slack: draft.community

Transkriptvom Podcast bereitgestellt · Zeitmarken springen hin

Music. Hallo und herzlich willkommen zum Working Draft. Wir sitzen hier bei Midweit bei der Head in the Cloud Conference und wir sind mal wieder on Tour und haben uns gedacht, wir interviewen mal einige Leute, die hier auch sprechen und haben uns jetzt ein Thema rausgekramt. Das ist Woman in Tech. Ein ganz wichtiges Thema. Ich glaube, wir haben das bisher, Peter, noch nicht so häufig im Podcast.

Häufig nicht. Die Quartal-Selten heißt halt, es ist gut. Ja, das ist richtig. Aber natürlich sehr, sehr wichtig, auch für uns. Genau, ihr hört schon, der Peter ist mit dabei, ich bin Hans, ich bin auch mit dabei und wir haben hier drei Frauen, die als Gäste mit dabei sind. Ihr wart gerade auf einer Panel-Diskussion.

Einmal die Anna, hallo. Hallo. Dann die Luisa, hallo. Und die Myrna, hallo. Schön, dass ihr da seid. Vielleicht könnt ihr noch mal ganz kurz was zu euch sagen. Fangen wir doch einfach in umgedrehter Leihenfolge an. Ja, hallo, ich bin Nonna Gönnemann. Ich arbeite bei der Typo3 GmbH im Partnermanagement und ich bin bei der Typo3 Association im Marketing-Team Co-Team-Git.

Hi, ich bin Luisa Fassbender. Ich arbeite auch bei Typo3. Ich leite das Partner-Management-Team. Ich bin seit sechs Jahren Team-Lead vom Marketing-Team der Typo3 Association und jetzt insgesamt seit zehn Jahren auch in der IT-Motor-Aids. Sehr schön. Und dann haben wir noch dich, Anna. Ja, ich bin Anna Mayer.

Ich bin Softwareentwicklerin und RT-Consultant seit 17 Jahren unterwegs in Softwareentwicklung. Genau. Und habe auch ein Meetup für Frauen in der IT in Düsseldorf, dem Female Dev Club. Genau. Und du warst auch schon mal bei uns zu Gast vor einiger Zeit. Wer da nochmal reinhören will, das ist die Folge über Barrierefreiheitstesting.

Genau. Ja, super. Cool, dass ihr alle bei uns seid. Genau, ich habe es ja eingangs schon gesagt, wir sollten mal über das Thema Women in Tech sprechen. Irgendwie ist es in den letzten Jahren immer mal an uns vorbeigeschraubt. Aber was bedeutet denn eigentlich Women in Tech? Wieso sprechen wir denn eigentlich über das Thema?

Weil es bitter nötig ist und überfällig. Deswegen freuen wir uns sehr, dass wir hier sein dürfen. Wir reden da mal gerne drüber. Wie gesagt, ich bin seit zehn Jahren in der IT und ich habe es eben auf der Bühne auch schon mal gesagt, das war früher noch eine noch stärkere Männerdomäne, gerade die Typo3-Bubble, in der ich mich bewege.

Und es ist sehr schön zu sehen, dass das eben wächst, dass wir mehr Frauen in der IT haben, wie die Männer zum Beispiel auch. Und deswegen ist es einfach wichtig, dass wir dem Ganzen eine Bühne bieten und einfach ein bisschen Repräsentanz schaffen. Ja, in jedem Fall. Also ich glaube, was man ja sagen muss, wenn man sich auch jetzt allein heute die Konferenz anguckt.

Es ist halt einfach eine Männerdominierte Szene, aber umso wichtiger ist es ja da, die Türen zu öffnen. Und Anna, du hast eben auf der Bühne schon angefangen. Eigentlich fängt es ja relativ früh an, dass wir uns dem Thema widmen müssen. Was bedeutet eigentlich, die Technikwelt sozusagen zu öffnen für Frauen?

Ja, genau. Also Mädchen und Jungen werden halt schon so ein bisschen reingedrängt in die Rolle Frauen. Die so durch die Gesellschaft so erwartet werden. Also Mädchen sich mehr für Tiere interessieren und Jungs mehr für Technik. Genau, und das zieht sich durch alles durch. Also auch schon im Kindergarten fängt es an und in der Schule wird es halt auch mehr forciert.

Und dann musst du halt, also entweder bist du dann als Mädchen so daran interessiert, dass sich das nicht interessiert, dass du davon weggedrängt hörst. Oder du hast halt einen engagierten Lehrperson, die dich darauf vielleicht ein bisschen unterstützt. Aber wenn das nicht passiert, dann landet man eher nicht in der Technik als Frau.

Was zieht denn eigentlich dann nach der Schulzeit, sagen wir mal, man hat das geschafft, auch Leute oder vor allem halt Frauen halt auch an, um einen Beruf in der Technik auch zu erfassen oder was stößt einen vielleicht auch ab? Also bei mir war es ganz klar eine Person, mit der ich mich identifizieren kann.

Das heißt, ich habe beispielsweise, ich bin über einen Typo-3-Camp auf die gesamte Typo-3-Entwickler-Community aufmerksam geworden und habe dort dann auf einem Camp, auf dem ich niemanden kannte und auf der vor allem sehr viele männliche Entwickler waren, Luisa kennengelernt, als einzige Frau gefühlt, die da war und dadurch halt auch mitbekommen, dass eben IT nicht mehr nur noch der klassische Entwicklerberuf ist, sondern das ganz, ganz facettenreich ist.

Das heißt, da werden UX-Bereich beispielsweise mit abgedeckt, da wird auch UI-Bereich mit abgedeckt, aber auch Projektmanagement etc. Das gehört alles mit heutzutage dazu. Das heißt wirklich jemanden zu haben, den man so, ich sage jetzt mal Vorbild ist vielleicht ein bisschen viel, aber so als Partner hat und halt mit dem man sich identifizieren kann und wo man halt sagen kann, okay, von der Person kann ich vielleicht auch was lernen als Mentor sozusagen, war ja auch ein Punkt, den ihr angesprochen habt. Ja, total.

Also ich glaube, Vorbild ist auch gar nicht zu viel gesagt, sondern es ist wirklich, Luisa hat sich damals halt auf die Bühne gestellt und war sichtbar für mich. Und das versuche ich jetzt auch, aber ich hätte mich damals halt nicht getraut, auf eine Bühne zu stellen und zu sprechen. Wie? Du bist nur dahin gekommen, Luisa. Über Umwege.

Wie gesagt, ich wollte eigentlich damals, also ich habe Marketing studiert, habe in einer Marketingfirma gesucht im Düsseldorf und bin dann tatsächlich durch Zufall bei einer Internetagentur gelandet, die Marketing im Namen hat, aber kein Marketing gemacht hat. Und mein Chef, der Ingo, der hat ja heute hier auch was erzählt, der hat halt schon immer bei Typo 3 mitgearbeitet und hat uns auch dazu forciert, auf diese Camps zu gehen.

Und dann hat er mich 2015 das erstmal mitgeschleift auf so eine Entwicklerkonferenz. Und da war halt die Frauenfoto wirklich ein bisschen interessant. Es waren glaube ich fünf oder sechs Frauen bei 280 Teilnehmern. Das war sehr mau, aber ich wurde trotz allem gut aufgenommen. Ich hatte sehr viel Angst, ich war sehr, sehr schüchtern früher, habe darauf wirklich nicht getraut.

Aber die Leute waren alle so offen und ich habe mich irgendwo dazu bestellt. Die haben mich alle mitgenommen und das hat mir halt sofort die Hemmung genommen und dann dachte ich mir so, hey, das, was die für mich sind, das will ich für andere auch sein und deswegen habe ich gefreut, wenn dann Leute auf mich zu kommen und sagen so, hey, ich habe hier keinen...

Also zu voll. Hat dann ja die Chippo3-Community gut hinbekommen. Ich schätze mal, das kriegen nicht alle gleich gut hin. Ja, das muss ich echt sagen. Es war von Anfang an, ich bin damals 19 gewesen, als ich erst mal auf dem Camp war oder 20. Und ich hatte halt wirklich keine Ahnung. Ich kam frisch aus dem Abi.

Da weißt du ja noch nichts von der Branche. Du weißt vom Produkt auch nicht so viel. Und das war aber überhaupt kein Problem. Das hat auch keinen interessiert. Du durfst genauso mitdiskutieren und deine Standpunkte wurden genauso angehört. Also das muss ich sagen, trotz allem, dass es eine Männerdomäne war, die Männer da waren sehr inklusiv.

Also da habe ich mich nie irgendwie herabgeredet gefühlt. Also das ist auf jeden Fall dann ein wichtiger Punkt, dass man es halt schafft, dass die Kultur in diese Richtung geht, dass es halt eine inklusive Veranstaltung ist sozusagen in jeder Hinsicht. Also sei es im Team, wenn man irgendwie in einem Refinement sitzt und man halt sich gegenseitig zuhört und nicht irgendwie von oben herab erklärt bekommt, wie die Welt zu laufen hat.

Auf den Camps haben wir auch eine ganz schöne Regel, das ist die Pac-Man-Regel. Also einfach nur, wenn man in einem Kreis steht, dass man immer einen Platz freilässt und wenn halt jemand dazu kommt, dass es eben nicht diese Grüppchenbildung ist. Das ist ja nicht nur für Frauen, dass die sich dann trauen, sondern eben auch, das hattest du ja so schön gesagt, dass es eben auch sehr introvertierte Männer natürlich gibt, die auch schüchterner sind.

Und das ist eine sehr, sehr schöne Regel und ich finde, das funktioniert auch gut. Ja und dass wir versuchen auch zu forcieren auf den Camps sind halt Einführungssessions, auch wenn die halt dann schlecht besucht sind, weil es eben viele gibt, die halt immer wieder zu den Camps kommen. Aber es ist halt wichtig, dass man das Angebot hat, auch so eine Art, wir haben so eine Kennenlernsession, die wir oft am Anfang des Tages machen auf den Camps.

Das ist halt extrem wichtig, dass man halt einfach irgendwie einen Einstieg hat, dass man irgendwie mit den Leuten direkt mal in Kontakt kommt. Und was wir dahingehend auch machen, sind beispielsweise Nachwuchsförderungsveranstaltungen. Das heißt, wir haben beispielsweise das Typo 3 Surfcamp, wo wir halt auch speziell nochmal jüngere Teilnehmer ansprechen, also so unter 30 Jahre.

Und da kommt man halt auch gerade in den jüngeren Kreisen, wo sich Leute nicht seit 20 Jahren schon kennen, auch nochmal in Kontakt. Ich bin ja jetzt selber ziemlich viel in dem Konferenzzirkus unterwegs und darf ja hin und wieder auch mal den Track-Share machen und so weiterentwickeln. Die Leute da halt eben in den Track reinsetzen oder halt eben rausschmeißen.

Und da gucke ich halt eben auch, dass ich das einigermaßen divers halte. Aber das Problem, das ich halt immer da an der Stelle habe, ist, das wird meinem Eindruck nach heutzutage von so Veranstaltern immer ganz gerne gewollt, so lange bis es halt mal irgendwann tatsächlich auch nur ein bisschen be-tut.

Also so, um das einigermaßen divers hinzukriegen, brauche ich halt irgendwie zwei Frauen mit langer Anreise, die besonders teuer ist. Und dann heißt es ja immer, muss das denn wirklich sein? Kann ich irgendwie solchen Business-Fritzen das irgendwie begreiflich machen, dass das eine gute Idee ist? Was sage ich denen, wenn die halt immer sagen, ja machen wir so lange, bis es halt auch mal ein bisschen anstrengend wird?

Und dann nehmen sie halt wieder den Weg des geringsten Widerstands, sprich, da ist ja wieder der Max aus München. Veränderung tut immer weh. Ich glaube, das ist auch gut, wenn die Leute das mal spüren. Also mit den Business-Fritzen haben wir überhaupt zu tun. Und das kann man glaube ich auch sagen, wir betreuen über 50 Partneragenturen in Europa und die Geschäftsführer sind zu 95 Prozent männlich. Okay.

Da einfach mal immer mal wieder so ein bisschen reinkitzeln und sagen, ja, das ist ein Investment, das ist aber wichtig und einfach immer wieder darauf verweisen, wenn wir das jetzt nicht machen, dann ist es Max aus München, dann hat man sich an Max aus München gewöhnt und dann ist es Max und Moritz aus München, dann sind es dann im Jahr darauf und dann vielleicht lieber an anderen Stellen sparen.

Also gerade wenn es um eine teure Anreise geht, dann muss man vielleicht auch wirklich die da hinschubsen und sagen, okay, dann muss an einer anderen Stelle halt das gespart werden. Ja. Ja, und vielleicht auch, dass Frauen dadurch halt auch wieder enabled werden selber den Mut haben, sich auf eine Bühne zu stellen, weil es einfach wichtig ist, das halt auch wieder zu sehen.

Also für mich war es halt damals genau der Grund, das zu sehen. Ja, das sage ich denen halt auch. Das macht halt nur eure Konferenz ja attraktiver und ja auch den Tool von dem, die sich auf eine Bühne stellen wollen, größer. Es ist wahrscheinlich dann aus der Phobel-Perspektive einfacher zu sehen, als wenn man das eine Event managt und man die Kosten unter Kontrolle halten muss.

Das ist also der Pupp, wo ich dann manchmal auch das Gefühl habe, unter meinen Möglichkeiten zu bleiben, weil ich denen noch mehr Kontra geben müsste. Aber da kommen sie halt eben mit Budget, die ist nicht da. Und dann ist es halt immer so das Übliche. Der Weg des geringsten Wiederschöne ist es, weitermachen die bisher.

Und immer zu sagen, ja, wir wollen auch und wir machen ganz gerne. Sobald es halt kostet, hören sie halt eben auf. Und dann weiß ich halt nicht, wie ich es kannte. Also einem Punkt, den ihr ja auch auf der Bühne diskutiert habt, ist halt das Thema Quote, was da ja auch mit reinspielt. Anna, du hast ja einen starken Punkt für die Quote gemacht.

Kannst du dazu nochmal was sagen, warum findest du die Quote auch wenn es an Konferenzen geht, auch so wichtig? Na, weil es sich rausgestellt hat, dass diese Quoten funktionieren. Also die gibt es ja jetzt auch für Für Vorstände gab es ja Frauenquoten und die Anzahl der Frauen in den Vorständen hat sich ergüht, dann meistlich durch diese Quote.

Und ich weiß, das ist so eine Maßnahme, die sehr umstritten ist, weil immer dieses Argument kommt, ja, dann bist du quasi die Totenfrau, dann bist du nur als Totenfrau angesehen. Und ich glaube, das ist einfach so ein Anfangsschmerz, den man dann einfach in Kauf leben muss. Und weil, wenn diese Frau dann Fehler macht, dann heißt das, ja, das ist, weil du die Quotenfrau bist.

Wenn das aber ein Mann gewesen wäre an der Stelle, der genauso inkompetent wäre, dann wird ihm das nicht vorgeworfen. Dann wird das so, ja, einfach mal ein Fehler gemacht. Also, die wird natürlich genau auf die Finger geguckt als Quotenprozessin, sehr schwierig. Aber ich glaube, das ist notwendig, um diesen Weg einfach zu beschreiten.

Irgendjemand muss die erste Person sein. Irgendjemand muss die erste sein, die da in dieser Position ist. Und die kriegt halt leider sehr viel Ärger ab, aber macht es vielleicht leichter für die, die nachher kommen. Und mit der Quote kann man das dann relativ gut regeln, dass das funktioniert. Und alles andere hat sich ja nicht wirksam erwiesen, so in meiner Wahrnehmung.

Ja, also Freiwilligkeit ist halt. Funktioniert halt, genau. Also wo wir das ja nicht machen, beispielsweise würde ich jetzt mal den Kontrapunkt setzen, ist in einem Team. Also ich habe noch nie gehört, dass irgendwie ein Software-Engineering-Team sich eine Quote an Frauen aufersetzt hat, die sie in jedem Fall erreichen wollen.

Gibt es bestimmt, würde ich nicht sagen, aber da ziehen wir das nicht durch. Wäre es denn dann auch sinnvoll aus eurer Perspektive, sowas einzubauen? Ich sehe es anders. Ich gehe voll mit mit dem Punkt, dass jemand der Erste sein muss, auf jeden Fall. Und dass diese Person halt mehr unter der Lupe steht als die anderen.

Das ist auch vollkommen fein, aber ich bin kein Fan von festen Quoten, weil ich bin der Meinung, die Position sollte immer mit der oder demjenigen gesetzt werden, der eben die Anforderungen am besten erfüllt. Und wenn man jetzt sagt, ich mache jetzt eben eine 50-prozentige Frauenquote in dem Engineering-Team, obwohl es nicht so viele Leute studieren und es einfach nicht so viele gibt und man macht das auf Biegen und Brechen, ich glaube nicht, dass das zum Erfolg führt. Das muss halt wirklich irgendwie auch an die Kenntnisse geknüpft sein.

Ich glaube, es kommt doch ganz, ganz viel einfach auf den Kontext da an. Also da wirklich zu sagen, wir müssen das so machen oder so machen, finde ich immer sehr schwierig, wenn man den Samplekontext nicht kennt. Ich glaube halt schon, dass es eine wertvolle Maßnahme sein kann. Ja, wahrscheinlich kommt es aber halt auch auf diese Drumherum-Maßnahmen gerade in der Company an.

Was habe ich für eine Culture, die ich halt irgendwie versuche zu leben? Und gibt es diese Multiplikatorinnen, die halt sich auf eine Bühne stellen, die darüber erzählen, warum Type 3 jetzt irgendwie cool ist und warum es sich auch lohnt als Frau oder ich sag mal jetzt einfach grundsätzlich als Minderheit, sich in diesem Kontext zu engagieren, auch wenn es vielleicht hart ist.

Gibt es denn von eurer Seite noch so Tipps, wie ich, also, oder ich fange mal anders an. Ich persönlich habe in den letzten Jahren so viel irgendwie, wenn man Stellen gesetzt hat oder so, gesehen, wie viel Prozent an männlichen Bewerberinnen und Bewerbern man hat. Es ist total schwierig, diese Zahl hochzubekommen.

Kultur ist natürlich eins nach außen. Was für Tipps würdet ihr Unternehmen geben, die sagen, hey, wir wollen mehr Frauen anwerben, außer den genannten? Also ich glaube vorab, man sollte erst an der Arbeitskultur arbeiten, aber gerade speziell auf den Recruiting-Prozess bezogen, hat es bei mir, meine Erfahrung in der Agenturzeit gezeigt, dass eine Ansprechperson zu bieten und so viele wie möglich Kontaktpunkte zu bieten, wirklich funktioniert.

Ich habe beispielsweise in einem konkreten Fall damals mich selber als Ansprechperson auf die Recruiting-Website gepackt und gesagt, wenn du vorab reden möchtest, vor dem ganzen Start des Bewerbungsprozesses, komm in den Coffee-Break, wir reden eine halbe Stunde, vielleicht auch nur fünf Minuten, da ist niemand aus der Chefetage dabei, sondern nur ich.

Du kannst direkt jemanden aus dem Team kennenlernen, zu schauen, ob das irgendwie in der Zusammenarbeit funktioniert und einfach solche Angebote schaffen. Das heißt halt auch, ich saß da auch einige Tage alleine, aber konnte dann halt meine Mails abarbeiten oder ähnliches. Aber dieses Angebot zu haben und dann diese paar Personen, die es dann wirklich genutzt haben, das ist extrem wichtig. halt auch für Personen, die beispielsweise sich überhaupt nicht eignen für die Stelle, dass man halt auch fair direkt sagen kann, hör mal, du musst dir diese Mühe nicht machen und den Prozess nicht durchlaufen.

Das ist mega cool. Also auch wieder da, Leute zu haben, die schon im Unternehmen sind, aber die halt auch wieder dafür sprechen, for the cause sozusagen, das wirklich zu fördern. Das ist ja auch so eine Sache, wie man seine Stellenausschreibung formuliert. Da kann man auch dran arbeiten, dass sie nicht 20 Skills, als Must-Have auflistet, sondern da an diesen Formulierungen ein bisschen arbeiten, weil durch diese Listen von Skills fühlen sich Frauen eher abgeschreckt und Männer denken sich, ach, ich kann da 5 von, ich kann mich bewerben und Frauen denken, ich kann da nur 5 von, ich kann mich da nicht bewerben.

Also, dass man an diesen, das sind so Stellschrauben, die man machen kann, natürlich auf der komplette Auftritt, wenn da jetzt nur Kerle auf den Fotos sind, ja, die will. Also man sieht schon so die spielender Bierpong. Ja, nee, nicht so meins. Genau. Und was halt auch wichtig ist, also als Frau muss man sich halt ein Netzwerk aufbauen.

Macht man auch idealerweise auf so Konferenzen, auf so Meetups und so weiter, dass man einfach Connections hat, weil die guten Jobs kriegst du über Connections und dort kennenlernen. Du musst ja auch, weil du Lisa kennengelernt hast, bist du jetzt dort bei der Röder. Also genau und das erfordert natürlich auch von den Frauen so ein bisschen Einsatz an der Stelle.

Das ist ja grundsätzlich ein Thema. Networking ist immer gut, um die Jobs zu lernen, die man in der Zukunft irgendwann mal haben will, aber in einer Domäne, wo vielleicht dann, also man fühlt sich ja also so fühlt es sich zumindest für mich an man fühlt sich ja doch dann eher zu den, Leuten hingezogen die vielleicht ein bisschen gleicher sind als man selber und je mehr Leute man halt findet von denen, die ähnlicher sind zu mir und Geschlecht spielt dabei nun mal eine super große Rolle.

Genau da desto einfacher wird es halt könnte ich mir vorstellen Zumindest so als derjenige, der auch ab und zu mal networkt oder das und das kund. Ein anderer Punkt, den ich auch noch aus der Diskussion danach mit aufgenommen hatte, war das Thema so Kinderbetreuung, was halt häufig Care-Arbeit, die halt häufig bei Frauen liegt.

Nur ich kann es aus meiner eigenen Realität sagen, ich mache auch den Vollzeitjob bei uns und meine Freundin hat halt reduziert und kümmert sich am Nachmittag um die Kleine. Welche Bedingungen sollten Unternehmen da erfüllen, um das auch leichter zu machen? Anna, du hast ja auch geschert aus deinem Leben. Ja, genau.

Also ich bin Mama und ich arbeite nicht Vollzeit und ich arbeite meistens im Homeoffice. Und das ermöglicht mir eigentlich, auch nur den Job zu machen. Also wenn ich jetzt immer rumreisen müsste und so, dann wäre ich kein IT-Konsultant, tatsächlich. Genau, also Flexibilität ist einfach so das Stichwort an der Stelle, dass man einfach guckt, okay, was sind deine Bedürfnisse, wie viele Stunden kannst du arbeiten?

Und dann auch mal so diese Gleitzeit, dass man sagen kann, okay, ich brauche jetzt hier mal kurz, muss mal kurz in die Kita abholen, was weiß ich. Genau, dass man einfach flexibel ist und das auch akzeptiert wird, dass man sagt, ich kann jetzt nicht, ich muss mich jetzt um das Kind kümmern. Genau, irgendwie vielleicht die Kindkranttage aufstockende Benefits sind das, die man auch so anbieten kann.

Oder auch, dass man die Kinder mal mit ins Büro bringen kann. Ja, ihn gibt es auch. Und auf diese Sache mit Stillräumen, ist da wirklich gesetzlich vorgeschrieben, Stillraum anbieten und so weiter und Ruhräume. Genau, da kann man so einiges da anbieten. So Sachen gibt es ja sicherlich in anderen Ländern auch schon mit besseren gesetzlichen Anforderungen versehen, was man ja mehr oder minder copy-pasten könnte.

Okay, wahrscheinlich hast du jetzt nicht irgendwie was im Blick, also ich mit meinem Kopf klappere, dass das irgendwie in Skandinavien besser geregelt ist oder sowas. Und sich halten. Ja. Also Deutschland ist ja auch generell ziemlich hinterher, was die ganze Kinderbetreuungsgeschichte. Das ist ja nur noch ein anderer Hebel, eine andere Richtung aus, der man das angehen kann.

Und ich glaube, eine Sache, aus der man das auf jeden Fall auch angehen sollte, da nehme ich mich selber mal mit einer Seite, dass man guckt, dass die Care-Arbeit halt besser verteilt wird. Also gerade wenn man jetzt sagt, okay, ich kenne keine Zahlen, keine Studien dazu, aber tendenziell ist es ja gefühlt schon so, dass Frauen sehr, sehr viel mehr Arbeit übernehmen, was diesen Bereich anbetrifft und da halt auch zu schauen, okay, wie kann man das denn besser verteilen.

Das hängt dann natürlich eventuell auch mit der Art und Weise, wie so eine Familie ihre Jobs verteilt hat zusammen. In der Tendenz hat der Mann vielleicht den Job, wo man mehr Geld verdient, dann ist es halt auch einfacher zu sagen, okay, ich mache halt keine Kehrarbeit und da, wo man dann halt mehr Geld verdienen, verlieren würde, die Person soll dann halt entsprechend die Kehrarbeit übernehmen und ich glaube, da muss man halt ansetzen und sagen, wie kann man als Unternehmen da sich auch besser aufstellen.

Man kann ja auch mit der Elternzeit argumentieren. Also viele Männer nehmen dann diese zwei Monate und der Rest nimmt die Frau, weil sie halt auch teilweise dann Angst haben, dass sie im Job dann irgendwie abgehängt werden. Und wenn man so als Firma direkt klar macht, hey, schön, du kriegst ein Kind, ja, dann rechnen wir schon mit sechs Monaten Elternzeit bei dir.

Also wenn das irgendwie so ein bisschen mehr so die Erwartungshaltung ist. Kann das auch schon einiges bewirken an der Stelle. Ja, also es gibt viel Verbesserungsbedarf, das vielleicht so als Abwender. Danke, dass Sie uns da einige Punkte näher gebracht haben. Ich hoffe, die Hörerinnen und Hörer konnten da was mitnehmen und können das vielleicht auch im eigenen Unternehmen einsetzen.

Darf ich fragen, wenn es Fragen gibt aus der Heureschaft, können sie direkt auf euch zukommen Cool, ich sehe Nicken im Raum Mega, Genau, wir verlinken dann mal noch eure LinkedIn-Profile nehme ich mal an oder ähnliches Da können wir uns vielleicht im Nachgang nochmal austauschen Danke, dass ihr hier wart, dass ihr euch die Zeit genommen habt uns davon zu erzählen Danke euch Sehr gerne, Und für die Leute, die das Thema jetzt auch nochmal tiefergehend sich anschauen wollen, können die Panel-Diskussion auch in den Shownowns verlinkten Video nochmal komplett hören.

Und da sind auf jeden Fall noch einige andere Punkte dabei, die das Ganze auch nochmal weiter vorantragen. Danke und bis zum nächsten Mal. Tschüss. Tschüss. Music.

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