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Shownotes
In dieser Episode sprechen wir mit der freiberuflichen UX/UI-Designerin und Nachhaltigkeitsforscherin Sandy Dähnert (Web (sandydaehnert.de) / LinkedIn (linkedin.com/in/sandy-daehnert)) über die Herausforderungen und Chancen im nachhaltigen UX- und UI-Design.
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Am 13. Juni 2025 lädt mittwald zum Head in the Cloud Summit ein – ein Tag voller Inspiration und Austausch auf dem mittwald Campus. Hier treffen sich Webworker, Developer und Digitalagenturen, um voneinander zu lernen.
Freu dich auf spannende Talks und Sessions zu Cloud & DevOps, Technology und Culture & Creativity. Von den Herausforderungen der digitalen Arbeitswelt bis hin zu den Trends von morgen – hier bekommst du Einblicke von den klügsten Köpfen der Branche.
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Schaunotizen
[] Sustainable Web Design
Sandy beschäftigt sich seit 2018 intensiv mit diesem Thema und erklärt uns, was nachhaltiges Design bedeutet – und warum es weit über den ökologischen Aspekt hinausgeht. Wir richten unseren Blick auf die drei Dimensionen der Nachhaltigkeit: ökologisch, ökonomisch und sozial. Dabei wird schnell klar, dass der Fokus oft nur auf der Umwelt liegt, während Themen wie Barrierefreiheit, Diversität und ethisches Design genauso wichtig sind.
Ein zentraler Punkt unserer Diskussion ist die Rolle der Nutzerforschung. Wir müssen verstehen, wie unterschiedliche Interessen und Bedürfnisse die Gestaltung von Interfaces beeinflussen. Eine divers zusammengesetzte Nutzergruppe sorgt nicht nur für bessere Produkte, sondern macht auch unsere Verantwortung als Designer:innen deutlich. Sandy schlägt darüberhinaus aber auch vor, Personas nicht nur für Menschen, sondern auch für nicht-menschliche Elemente wie die Natur zu erstellen (sogenannte „Non-Human-Personas“), um die Auswirkungen unserer Designs auf die Umwelt besser zu berücksichtigen.
Natürlich schauen wir uns auch technische Entscheidungen an, die einen CO₂-Fußabdruck hinterlassen. Wie viel Daten eine Website überträgt, welche Hosting-Anbieter wir wählen und wie sich Design-Entscheidungen auf den Stromverbrauch auswirken – all das spielt eine Rolle. Sandy zeigt uns, dass minimalistisches Design nicht nur ästhetische Vorteile hat, sondern auch einen positiven Einfluss auf die Umwelt haben kann. Wir sprechen über Tools wie Website Carbon (websitecarbon.com) oder EcoGrader (ecograder.com), die uns dabei helfen, die Performance und Nachhaltigkeit von Webseiten zu analysieren.
Zum Schluss reflektieren wir noch über unsere Verantwortung als Designer:innen und Unternehmen. Wir diskutieren, wie wir ethische Überlegungen in den Designprozess integrieren können, welche konkreten Schritte sich umsetzen lassen und warum es wichtig ist, sich kontinuierlich weiterzubilden. Nur wenn wir verschiedene Perspektiven einbeziehen und bewusste Entscheidungen treffen, können wir die Herausforderungen der Nachhaltigkeit meistern und echten Wandel vorantreiben. 🌱
Links
W3C Web Sustainability Guidelines (w3c.github.io/sustyweb)
Richtlinien und Best Practices für nachhaltiges Webdesign
Green the Web (greentheweb.com)
Sandys Webseite mit Ressourcen über nachhaltiges Design, Tools und Best-Practice-Beispielen.
Der Green the Web Podcast (greentheweb.com/podcast-de)
Sandys Podcast über nachhaltiges UX/UI Design.
Green.io Konferenz (green.io)
Eine Veranstaltung zum Thema nachhaltiges Design und Entwicklung.
Website Carbon (websitecarbon.com)
Analysiert den CO2-Fußabdruck von Webseiten und gibt Empfehlungen zur Reduktion.
EcoGrader (ecograder.com)
Ein weiteres Tool zur Bewertung der ökologischen Fußabdrücke von Webseiten.
Cost of a pixel color (Android Dev Summit ’18) (youtube.com/watch?v=N_6sPd0Jd3g)
Dieser Vortrag zeigt, wie der Dark Mode den Energieverbrauch von OLED-Displays reduziert, und auch, dass blaue Pixel mehr Strom verbrauchen als andere Farben.
Introducing the energy saving concept of Lower Carbon Graphics (bbc.co.uk/rd/articles/2023-08-sustainability-e…)
Developing and implementing a new idea which we believe has already saved energy in homes across the UK.
Switching from light to dark mode on apps and websites uses more energy (bbc.com/mediacentre/2025/bbc-rd-dark-mode)
BBC R&D find energy saving recommendation doesn’t take into account user behaviour
Diskutiert die Folge mit uns in unserem Community-Slack: draft.community
Transkriptvom Podcast bereitgestellt · Zeitmarken springen hin
Schepp Reduzierte Datenmengen, leichtgewichtiges Design, Carbon-Neutral-Design, aber es gibt eben auch noch so viel mehr, gerade im E-Commerce-Bereich. Ist das alles barrierefrei, ethisch, divers, leichtgewichtig, in jeglicher Hinsicht ökologisch und sozial? Ich gucke eigentlich einfach innerhalb des bestehenden Prozesses, wie kann ich da nochmal neue Ebenen aufmachen, die nicht unbedingt gravierend unterschiedliche Methoden brauchen.
Schepp Sondern einfach nur eine Zeile mehr.
Vanessa Revision 650. Diese Revision von Working Draft wird euch präsentiert von Mitwald, den Veranstaltern des Head-in-the-Cloud-Summits. Liebe Hörerinnen und Hörer, ihr kennt Mitwald ja mittlerweile als den Hoster von Nerds für Nerds. Aber Mitwald macht noch mehr, als nur Server zu bepüchern. So findet am 13. Juni 2015 auf dem Mitwald-Campus in Espelkamp der Head-in-the-Cloud-Summit statt.
Vanessa Auf dem geht's um Cloud und DevOps, es geht um Tech-Themen allgemein und ganz generell um kreative Vibes. Alle Infos findet ihr auf mitwald.de slash lp slash head strich in strich the strich cloud. Den Link zum Anklicken findet ihr auch in den Shownotes. Hinter diesem Link findet ihr die Ticketbuchung, den Newsletter, Videos des letzten Summits und den noch offenen Call for Papers.
Vanessa Wenn ihr Nerds seid, denen Kreativität, Tech, Cloud und DevOps am Herzen liegen, dann ist euch der Head in the Cloud Summit wie auf den Leib geschneidert. Alle wichtigen Infos und Links findet ihr in den Shownotes zu dieser Revision. Wir danken Mittwald für die Unterstützung von dieser Revision von Working Draft.
Vanessa Wir sind heute zu zweit und aus unserem Team bin nur ich da. Und das bedeutet, dass wir eine Gästin haben, und zwar die Sandy Dehnert. Hallo Sandy.
Schepp Hallo.
Vanessa Schön, dass du da bist. Ich freue mich sehr. Gutes Thema. Genau, aber bevor wir loslegen, du warst ja noch nicht gestern bei uns. Erzähl doch mal, wer du bist und was du machst. Und das wird uns vielleicht schon auf das Thema bringen.
Schepp Ja klar, sehr gerne. Also ich bin Sandy. Ich beschäftige mich sehr viel mit dem Thema nachhaltigem UX und UI Design. Angefangen von User Research über UX bis hin zu UI. Ich komme ursprünglich ganz aus dem Informationsarchitektur und UX-Bereich, kam später in den UI-Bereich und seit 2018 hatte ich dann so einen Deep Dive in dieses Nachhaltigkeitsthema, wo ich dachte, wow, das ist noch viel zu wenig.
Schepp Darüber wird gesprochen und wir haben so eine Riesenverantwortung, die wir als DesignerInnen tragen, warum sprechen wir nicht einfach mehr darüber? Genau, deswegen habe ich mich dem dann mehr und mehr angenommen und rede jetzt sehr viel darüber und versuche, andere Leute mitzunehmen und ja, da mehr wissen auch überhaupt, dass wir alle zusammen mehr daran arbeiten, was bedeutet das eigentlich für uns, was können wir wirklich machen?
Schepp Also Also da sind wir ja auch wirklich noch in den Anfangsschritten und Kinderschuhen, da mehr herauszufinden, was können eigentlich coole Tools sein für uns, da auch besser zu arbeiten und daran zu denken an die verschiedensten Dinge im ökologischen und sozialen Nachhaltigkeitsbereich.
Vanessa Ja, super, super Thema. Genau, also ich bin dann nicht ganz so früh draufgekommen wie du, aber irgendwie war es vorletztes Jahr oder so, dass es dann irgendwie anfing, dass ich immer mal wieder über sowas stolperte und dann das Thema auch echt gut fand. Und genau, dann wurde ich irgendwann mal von einem Meetup-Organisatoren gefragt, ob ich nicht mal wieder einen Vortrag halten möchte.
Vanessa Und dann hatte ich auch dieses Thema irgendwie immer ein bisschen so im Kopf und habe das dann als Gelegenheit genommen, mich zu zwingen, noch tiefer reinzugehen. Ich habe dann einfach gesagt, ja, ich glaube, dann würde ich wohl darüber mal was machen. Genau, und habe mich selber dann unter Druck gesetzt. Das war aber auch cool, also ist super interessant und da kann man einiges zutage fördern. Ja, so bin.
Schepp Ich auch drauf gekommen. So bin ich tatsächlich auch drauf gekommen, weil ich war in Lateinamerika, habe da im Webdesign-Bereich Ehrenamtsarbeit gemacht und bin dann zurückgekommen, habe für eine Agentur gearbeitet als Freiberuflerin. Aber war super viel ehrenamtlich auch dann hier in Köln, wo ich wohne, unterwegs.
Schepp Meinen so, ja, hier, wir brauchen noch einen Beitrag für unser nächstes Meetup. Hast du nicht Lust über nachhaltiges Design? Und da ging es aber mehr um was bestimmte Business-Modelle, Copocracy, Barrierefreiheit und sowas. An sowas hatten die eher gedacht, dass ich darüber spreche. Und während ich Recherche gemacht habe, kam ich dann eben auch auf die 10.000 andere Dinge, vor allem das ökologische Design und bin dann da tiefer eingestiegen.
Schepp Also so Meetups und Vorträge können einen schon dazu beflügeln, tiefer einzusteigen.
Vanessa Ja, cool. Ja, das ist ja witzig, dass das bei dir eigentlich genauso gestartet ist. Du hast das ja schon so ein bisschen angerissen, was unter Sustainable Web Design oder nachhaltigem Web Design zu verstehen ist. Und das ist ja dann doch mehr, als man vielleicht auf Anhieb denken würde, weil so im Alltäglichen würde ich sagen, immer wenn es so nachhaltig geht, dann hat das ja diesen ökologischen Aspekt, würde ich sagen.
Vanessa Wobei streng genommen nachhaltig ja nur bedeutet, dass man eben nur so viel konsumiert oder verbraucht, wie irgendwie auch nachwächst, würde ich jetzt mal so in einem Satz beschreiben. Aber du hast ja gerade schon gesagt, da gehört ja irgendwie mehr dazu, wie zum Beispiel irgendwie, ja weiß ich nicht, du hast das Accessibility, glaube ich, auch genannt und so ethische Aspekte generell.
Vanessa Magst du da mal ein bisschen was darüber erzählen? Unser Bild ein bisschen noch gerade rücken.
Schepp Ja, grundsätzlich ist ja Nachhaltigkeit nur, dass es nachhaltig ist, also dass du für eine lange Zeit etwas erhalten kannst und das kann nachhaltiges Business kann auch sein, einfach ökonomisch langfristig am Markt bestehen können. Also es gibt eben diese drei Ebenen in der Nachhaltigkeit von ökonomisch, ökologisch und sozial.
Schepp Und wir reden ja aber meistens über die ökonomische Nachhaltigkeit, dass ich als Business bestehen bleiben kann und ... Da lange dabei bin und die anderen zwei werden halt seltener gesehen und benutzt. Und deswegen frage ich auch immer, wenn irgendjemand auf mich zukommt als Kunde, Kundin oder mit mir über Nachhaltigkeit sprechen möchte, was verstehst du denn unter Nachhaltigkeit?
Schepp Weil Nachhaltigkeit kann alles Mögliche sein und es hat sich immer wieder und immer wieder bewiesen, dass jeder und jede da eine andere Definition, eine andere Schnittmenge sieht darunter, aber grundsätzlich ist es wirklich so ökonomisch, ökologisch und soziale Nachhaltigkeit sind alles Nachhaltigkeit.
Schepp Und genau, beim ökologischen und sozialen gibt es halt auch nochmal so tausend verschiedene Sachen darunter, beim sozialen eben Barrierefreiheit, aber auch ethisches Design, mental gesundes Design, Diversität, Inklusion, dass man andere Menschen auch noch ich spreche meistens im Englischen über dieses Thema, deswegen muss ich manchmal beim Kopf jetzt überwenden.
Vanessa Das ist kein Problem, ja.
Schepp Das wird so. Andere Menschen ja auch beeinflusst. Alleine dadurch, dass es zum Beispiel Social Media gibt. Aber es gibt auch Menschen, die nicht Social Media benutzen. Trotzdem verändert sich die Gesellschaft ja durch die Nutzung dieser Sachen. Gleichheit, sowas gehört zum sozialen Design dazu. Im Ökologischen sprechen wir wahnsinnig viel über reduzierte Datenmengen, leichtgewichtiges Design, Carbon-Neutral-Design, aber es gibt eben auch noch so viel mehr, gerade im E-Commerce-Bereich, auch über, dass man ökologisch positiv regenerativ sein kann, dass man Verhalten verändern kann ins Positive auf ökologischer Seite, dass man die Natur mit betrachten kann, dass man Bewusstsein stärken kann für Themen.
Schepp Also auch da gibt es nochmal so einen großen Blumenstrauß, den wir betrachten können und es sehr spannend und allein schon in den Themen selbst divers ist.
Vanessa Das heißt also sowas wie der ethische Aspekt wäre dass man, du hast das Beispiel der Social oder der sozialen Medien genannt dass man eben die Nachhaltigkeit, also die ökonomische Nachhaltigkeit nicht erkauft indem man eben ein toxisches oder für das Sozialleben toxisches Produkt irgendwie betreibt, was wir ja auch an Ex und Co ja sehen können, dass das, Ja, wo man eben einfach Moderatoren und so wichtige Bestandteile einspart, um irgendwie ökonomisch nachhaltig wirtschaften zu können, aber eben auf Kosten des Sozialen im Endeffekt.
Schepp Ja, wobei natürlich dann auch die Frage aufkommt, gerade bei Ex, wo viele Leute auch gehen, wie wirtschaftlich nachhaltig das ist. Wenn ich, das zeigt sich da echt super, super schön, dass soziale und ökologische Nachhaltigkeit auch wichtig für die ökonomische Nachhaltigkeit sind, weil super viele sagen, hey, ich kann das nicht mehr ertragen bei Ex, ich muss jetzt gehen, wir schließen unseren Account und verlieren einfach wahnsinnig viele NutzerInnen.
Schepp Und das ist ein schönes Beispiel, ein sehr, sehr cooles Beispiel dafür, dass das auch dann auf die wirtschaftliche Nachhaltigkeit eine Auswirkung hat.
Vanessa Ja, und die ökologische Komponente, die ist natürlich immer ein bisschen schwerer mit der ökonomischen zu verknüpfen, also in der Regel, weil das ja so komplexe Kreisläufe sind, die halt so indirekt miteinander verknüpft sind. Aber da könnte man ja vielleicht sagen, das alljährliche Wirtschaftstreffen in Davos.
Vanessa Ich glaube, die haben ja auch eine Liste rausgebracht, so der größten Gefahren für die Weltwirtschaft. Und das sind halt Naturkatastrophen, Biodiversität, die immer weiter schwindet. Und genau, die tatsächlich, also die sehen das ja auch, obwohl die ja sehr wirtschaftsfreundlich sind. Genau, aber das wäre so wirtschaftsnah gewesen.
Vanessa Das sickert dann nicht immer durch zu allen Playern am Ende, aber zumindest sind sie sich dessen bewusst. Ich weiß nicht, ob das zu irgendwelchen Konsequenzen im Handeln führt. Aber so spielt dann doch alles miteinander zusammen.
Schepp Ja, es bedingt sich auf jeden Fall miteinander. Es gibt auch noch mehr Bereiche, wo ökologische Nachhaltigkeit sehr, sehr positiv auf die ökonomische Nachhaltigkeit wirkt. Allein, wenn man sich E-Commerce anschaut und sich damit beschäftigt, was für Return-Quoten, also Zurücksendungsquoten von Paketen und so stattfindet, das ist ein ganz klares Business-KPI, das zu senken, ist aber auch ökologisches KPI, das zu senken.
Schepp Dass alle Leute viel mehr bestellen und zurücksenden, als sie es eigentlich müssten. Also auch da, es gibt echt einige Sachen, die miteinander super gut harmonieren, unter allen dreien, unter manchmal nur zweien, manchmal ist es einfach nur für die eine Sache. Aber es hat auf jeden Fall gute Punkte hier und da für alle.
Vanessa Mhm. Genau und wir sind ja hier so ein Webentwickler-Podcast und genau darum ist es auch besonders interessant, dass auch das W3C hat Sustainability Guidelines, ich glaube, im letzten Jahr rausgebracht. Genau, wo auch diese ganzen Aspekte genannt werden, also wo das eben auch aus diesen ganzen Blickwinkeln betrachtet wird.
Vanessa Und du hattest in der Vorbesprechung gesagt, als ich meinte so, ja, das gibt es ja jetzt auch. Und dann hast du gesagt, ja, da habe ich ja auch dran mitgewirkt.
Schepp Genau, ich habe teilweise mitgewirkt oder Input gegeben, war in ein paar Meetings mit dabei und habe in der vor allem Anfangsphase der Sammlung an Sachen mitgewirkt. Und genau, es ist ein super Start schon mal, das zu haben. Es ist momentan noch sehr technisch geschrieben, weil das auch in der Natur vom W3C ist.
Schepp Auch die Accessibility Guidelines, wer sie kennt, weiß, sie sind sehr technisch geschrieben. Und dann gibt es wiederum andere Leute und Plattformen, die versuchen das auf visuell und Best-Practice-Seite besser darzustellen. Nein, das ist es jetzt da halt auch. Es ist einfach der Versuch, da die ersten Schritte zumindest zu gehen, in den Weg, den Barrierefreiheit auch eingeschlagen hat, einfach mehr Standardisierungen zu haben, irgendwann aber auch wirklich in nicht nur optionale, sondern Pflichtverhalten zu gehen.
Schepp Es wird wahrscheinlich trotzdem längerer Prozess sein, aber es ist schon mal ein guter erster Schritt, sagen wir es so.
Vanessa Jaja, also man sieht das ja auch bei diesen Web Content Accessibility Guidelines, also die WCAG, die sind ja schon seit Jahren im Prinzip die Referenz, also auch die BTV-Richtlinie stützt sich ja auch darauf, also wobei die noch so ein bisschen, glaube ich, hier und da so zumindest in der Anfangszeit so ein Goldplating betrieben hat, also aber auch im positiven Sinne.
Vanessa Und mittlerweile ist es ja so, dass hier die quasi oder ein, zumindest was uns Webmenschen betrifft, der Teil des Barrierefreiheitsstärkungsgesetzes, der für uns ausschlaggebend ist, basiert eben auch wieder auf diesen W3C Guidelines. Guidelines und ja, es ist halt einfach gut, sowas zu haben, weil erst dann können sich dann andere anschließen und darauf verweisen.
Schepp Ja.
Vanessa Macht auf jeden Fall Sinn. Mal gucken, wann das Thema dann angegangen wird. Also wir sind ja jetzt erstmal froh, dass die Barrierefreiheit jetzt so ein bisschen forciert wird. Das war ja auch immer so ein bisschen so ein underappreciatedes Thema. Und das ist es bei der Sustainability ja leider auch ein bisschen.
Vanessa Also ich höre das jetzt nicht irgendwie an allen Ecken, dass die Leute das verfolgen und, sich damit beschäftigen möchten.
Schepp Leider noch nicht. Ich habe allerdings wirklich die Hoffnung einerseits, dass es mehr wird, aber ich sehe es ja auch seit, sagen wir mal, 2018, wo ich eingestiegen bin, wo es dankbarerweise ja auch großartige Leute wie Tom Greenwood, Tim Frick, so eine Handvoll anderer Leute auch schon gab, die sich damit auch öffentlich beschäftigt haben.
Schepp Aber damals gab es, damals.
Vanessa Ein bisschen ist es ja damals.
Schepp Ein Stück ist es echt schon her, ja, 2018 sind ein paar Jahre. Glücklicherweise gab es ein paar Leute, aber eben nur ein paar Leute. Wenn ich das sehe, gerade aus den letzten zwei Jahren, würde ich sagen, sind es deutlich mehr geworden und genau das brauchen wir auch. Und selbst wenn es einfach nur ein paar Gespräche in der Mittagspause sind, daraus wird sich über die Zeit mehr und mehr erwachsen.
Schepp Wenn es ist, mal einen Podcast zu hören, wenn es ist, mal einen Artikel darüber zu lesen und einfach hier und da so ein paar Gedanken angeregt werden. Es wird mehr und kommt eher in den Mainstream dann. Es braucht halt Zeit, aber ich sehe den Unterschied von 2018 zu jetzt super gravierend, dass sich einfach viel, viel mehr damit auseinandersetzen. Das ist schon mal super.
Vanessa Ja, also ich bin ja auch darüber gestolpert hier und da. Ich weiß gar nicht mehr. Ich glaube, das ist hier der Web-Entwickler, der für die Green Web Foundation in Berlin arbeitet, der aber in Taiwan sitzt. Fershad, glaube ich, heißt der. Ich weiß nicht, ob du den kennst.
Schepp Fershad Irani gibt es, ja.
Vanessa Ja, genau. Ich glaube, weil der hatte dann auch sein CO2-JS-Projekt gehabt, wo man quasi über eine API abfragen kann, wie ist denn gerade so quasi der ... Oder bei der Stromerzeugung, wie sieht es da gerade aus in der Gegend, in der du lebst? Also der Besucher, die Besucherin lebt, wie ist es da um den CO2-Ausstoß bestellt?
Vanessa Und dann kann man eben überlegen, ob man seine Webseite dann dynamisch daran anpasst und vielleicht irgendwie weniger komplexe Dinge ausliefert. Und wenn alles auf Ökostrom läuft, dann kann man Vollgas geben, weil es eh erneuerbar ist.
Schepp Ja, es sind schon echt coole Sachen dabei.
Vanessa Total. Man sieht es ja, ich bin das beste Beispiel dafür, dass das funktioniert. Und wer weiß, welchen Teil wir mit dem Podcast hier auch beitragen. Ja. Genau. Und du auch übrigens mit deinem Podcast, den verlinken wir auch noch in den Shownotes. Du hast ja auch einen Podcast darüber. Schon ganz lange und mit sehr vielen Folgen.
Schepp Das ist korrekt. Ja, genau. Ich hatte irgendwann das Gefühl, ich würde gerne ein paar Themen nicht nur in Blogartikeln oder nur auf irgendwelchen Meetups oder Konferenzen teilen, sondern dass man sich einfach mal nebenbei was anhören kann zu einem bestimmten Thema und dachte, ich starte einfach mal eben einen Podcast, haue ein paar Sachen raus, was auch echt Spaß macht.
Schepp Jetzt gerade mal eine kleine Pause zwischen ist, aber es sind ja schon einige Sachen da, wo sich jeder und jede gerne mal durchhören kann.
Vanessa Genau. Das ist auf jeden Fall dann unser Tipp, wenn ihr die Sendung hier zu Ende gehört habt und euch das Thema gepackt hat und ihr da tiefer einsteigen wollt, dann macht das in jedem Fall. Genau. Aber wir haben auf jeden Fall noch ein, zwei mehr Ressourcen am Ende.
Schepp Ja.
Vanessa So, und jetzt haben wir sozusagen so ein bisschen den Grundstein gelegt, warum, also was ist Sustainability und warum möchten wir das haben? Und jetzt wäre eben die Frage, wie lässt sich das abbilden in unserem Berufsfeld? Also sei es eben bei der Konzeption bis hin zur Entwicklung. Das wäre dann sozusagen der Teil, um den wir uns jetzt als nächstes kümmern wollen. Du bist ja eben UXlerin und Designerin.
Vanessa Wie hat sich deine Arbeit oder deine Herangehensweise an deinen Job irgendwie oder an dein Fach geändert mit diesen Erkenntnissen?
Schepp Hervorragende Frage auf jeden Fall. Teilweise gar nicht so sehr, also dass es sich gar nicht so krass geändert hat. Der Prozess ist immer noch der gleiche. Gehen wir jetzt mal vom idealen Prozess aus, dass wir normalerweise am Anfang Research machen würden, dann Konzeption und UI, natürlich, also alles in Frage von Wasserfall, Agilität und so, alles nebeneinander her, ineinander und so, aber vom Grundprozess her Research, UX, UI, zwischendrin Iteration, zwischendrin Research, Ist nicht anders als das, was wir in der ökologischen und sozialen Nachhaltigkeit auch machen.
Schepp Nur, dass wir versuchen, nicht nur die Trends und generellen UX, UI-Praktiken abzudecken von einfach guter UX, gutem UI-Design, sondern auch noch die anderen Sachen mit reinbringen. Und das kann sein, dass es in der Research, gehen wir jetzt von der User-Research aus, dass ich einfach betrachte, okay, wie sieht es denn eigentlich mit der Barrierefreiheit aus?
Schepp Was sind Leute, wo müssen wir vielleicht nochmal zusätzliche Leute rekruten, um Interviews zu führen oder Tests zu machen oder Experimente auszuprobieren? Was ist es mit verschiedenen, auch wie ich rekrutiere zum Beispiel, dass ich wirklich eine Diversität drin habe an Menschen und die mir dann wiederum spiegeln können, ob sie sich sehen in Menschen.
Schepp Dem Webprodukt oder digitalen Produkt, was ich da gerade konzipiere und designe. Das kann sein, dass ich mir, wenn ich zum Beispiel typische Sachen wie Personas, User Journey Mapping, Ecosystem Mapping oder andere Dinge, Stakeholder Mapping und wie nicht verschiedene Sachen heißen, einfach mal anschaue und gucke, okay, wie kann ich hier jetzt ökologische als auch soziale Nachhaltigkeit reinbringen?
Schepp Also kann ich Personas für andere Menschen, die vielleicht nicht dem Standard des gesunden Menschen, wovon ich oftmals bei Personas ausgehe, Von ich bin happy, top in Form und immer produktiv 24-7 Menschen ausgehe, sondern eben auch mal von anderen Menschen, Alltagsmenschen ausgehe, die vielleicht sogar auch noch einen anderen kulturellen Hintergrund haben, die eine digitale Unterstützung brauchen oder einfach im Alltag gerade total gestresst sind. Also da kann ich ja ganz, ganz verschiedene Wege gehen.
Schepp Ich kann auch Personas machen zu Natur, also dass ich die Natur überhaupt als dann sogenannte Non-Human-Persona, nichtmenschliche Persona mit reinnehme, einfach zusätzliche Personen in das Persona-Modell zum Beispiel bringe, dass ich bei User-Journey-Maps reinschaue. Okay, jetzt bin ich an einem bestimmten Punkt von der Produktjourney oder von der Journey dieses Menschen, der oder die gerade mein Produkt findet, da durchgeht und so weiter, in einem bestimmten Step.
Schepp Wie sieht es da eigentlich bei sozialer und ökologischer Nachhaltigkeit aus? Wie ist das dann genau in diesem Step von, ich mache Werbung bis hin zu, ich benutze das Produkt bis hin zu, ich schließe meinen Vertrag ab, also beende meinen Vertrag zum Beispiel. Wie sieht es da aus? Ist das alles barrierefrei, ethisch, divers, leichtgewichtig, in jeglicher Hinsicht ökologisch und sozial?
Schepp Das heißt, ich gucke eigentlich einfach innerhalb des bestehenden Prozesses, wie kann ich da nochmal neue Ebenen aufmachen, die nicht unbedingt gravierend unterschiedliche Methoden brauchen, sondern einfach nur eine Zeile mehr.
Vanessa Also einfach ein Anreichern des Bestehenden, um weitere Perspektiven, die man möglicherweise sonst, vielleicht nicht absichtlich, aber eben unabsichtlich ausgelassen hätte, die man aber nach diesen ganzen Aspekten eigentlich braucht.
Schepp Genau. Und natürlich, das gleich mal vorweg, ist es in jedem Projekt wünschenswert wäre, dass wir alles zu 100 Prozent abdecken und begutachten. Die Realität ist natürlich eine andere. Die Realität hat Budgetrestriktionen, hat Timings, Deadlines, eng getaktete Tage und so weiter. Also dessen sich immer bewusst zu sein, natürlich wollen wir im besten Fall 100% von allen möglichen Themen erreichen, aber sich auch dessen bewusst zu sein, dass es Prioritäten geben muss.
Schepp Also das habe ich in jedem Projekt, wo ich auch immer frage, was ist deine höchste Priorität? Dann ist es vielleicht die erste, zweite, dritte Priorität, die ganz klar ist, okay, es soll auf jeden Fall mental gesund, barrierefrei und leichtgewichtig sein. So, und dann wissen wir, okay, das sind die wichtigsten Dinge, auf die müssen wir tiefer eingehen.
Schepp Da verwenden wir mehr Zeit drauf, da verwenden wir mehr Budget drauf. Die anderen Dinge kommen im besten Fall so weit es geht mit, einfach durch einen anderen Gedankenprozess, den ich mir und viele andere eben sich auch ja einfach antrainiert haben über die letzten Jahre. Dinge, die einfach automatisch mitkommen, aber eben dann andere Dinge nicht ganz so intensiv betrachtet werden.
Schepp Also, das ist klar, wir können nicht immer alles zu 100 Prozent machen. Und das gilt auch wirklich dann durch den gesamten Konzeptions- und Designprozess zu schauen, erstens, ja, ich brauche ein bestimmtes Wissen, Verständnis von, zum Beispiel, nehmen wir jetzt leichtgewichtiges Design, was bedeutet das eigentlich?
Schepp Was mache ich? und nicht nur in, ich darf jetzt nichts Schönes mehr machen, denken, sondern auch, was kann ich eigentlich auf kreativer, coole Art und Weise zu den bestimmten Dingen tun. Und dann habe ich andere Denkmuster, gehe anders daran, aber es wird irgendwann Automatismus. Am Anfang muss ich das natürlich mehr trainieren, irgendwann wird es dann aber ein Automatismus und die Dinge kommen einfach mit.
Schepp Bestimmte Sachen tue ich dann einfach nicht mehr und dafür andere Dinge, kommen auf andere Lösungen und andere Ideen und so einfach durch den Prozess durchzugehen. Das bedeutet natürlich am Anfang schon, brauchst du erstmal eine Lernkurve, um dir Wissen anzueignen zu bestimmten Themenfeldern. Wie gesagt, auch da geh in der Priorität vor.
Schepp Was ist dir jetzt gerade in diesem Projekt am wichtigsten? Da mehr lernen. Beim nächsten Projekt ist es vielleicht was anderes. Vielleicht dazwischen hast du einen Tag Zeit und kannst dich mit einem Teilbereich beschäftigen. Wir können nicht alles auf einmal, das ist auch überhaupt nicht vom Gehirn her möglich, alles auf einmal zu verstehen und verinnerlichen und dann sofort umzusetzen, sich da auch die Güte zu geben, dass es ein Prozess sein darf, aber einfach Schritt für Schritt reinzugehen.
Schepp Der Prozess ist für mich immer noch der gleiche. Er ist halt nur angereichert, sage ich jetzt mal.
Vanessa Ja, nee, das macht auch total Sinn. Also ich kann jetzt sagen, aus EntwicklerInnen-Sicht ist es, glaube ich, schon so, dass man immer so, wenn man für ein Thema brennt, dann will man irgendwie alles besonders gut und perfekt machen und so. Aber wahrscheinlich geht es allen so. Und das ist ja dann auch manchmal wirklich, das überfährt einen dann, wenn man irgendwie alles auf einmal machen möchte, weil das so viel beinhaltet.
Vanessa Das ist einfach so das eigene Lernvermögen und die Fähigkeiten erstmal übersteigt. Deswegen macht es total Sinn, Schritt für Schritt ranzugehen und das ist ja bei der Barrierefreiheit auch nicht anders. Also wenn man Sachen besser macht als vorher, ist das ja schon ein Zugewinn an sich. Also auch wenn da noch Luft nach oben ist.
Vanessa Aber das hat ja seine Gründe, warum man eben nicht mehr schafft. Einfach weil man noch nicht so viel weiß, weil man nicht genug Zeit hat, weil man nicht genug Geld hat. Darum kommt man vielleicht dann in dem Moment nicht weiter als bis zu diesem Punkt X, an dem man eben ist.
Schepp Und sich dessen bewusst zu sein, dass das in Phasen kommen darf, weil wir dürfen ja nicht vergessen, dass noch das Leben drumherum auch stattfindet und gerade wenn es turbulenter im privaten Leben ist, jetzt auch nicht der Riesenraum im Kopf ist, um sich mit Sachen tief zu beschäftigen. Und es kann sein, dass, weil es Winter ist, es gerade schwieriger ist, vielleicht fällt es dir auch leichter in dem Moment.
Schepp Vielleicht hast du gerade privat total viel los mit Familie, Freunden, sowohl in positiver als auch in vielleicht nicht ganz positiver Hinsicht kann das ja sein, aber der Kopf irgendwie mit anderen Dingen voll ist, dann sich zu erlauben, jetzt vielleicht mal die normalen Basics weiterzumachen. Dann gibt es aber wieder Phasen, da habe ich Raum, überhaupt neu zu denken, neue Informationen aufzunehmen und diese Phasen dann eben auch zu nutzen dafür.
Vanessa Ja, cool. Und du hast ja gesagt, so eine Möglichkeit, diese bestehenden Prozesse anzureichern, der würde laufen, also natürlich eben das Team divers machen und vielleicht auch die Tester schafft divers aufstellen. Ich würde sagen, so Let's Talks ist natürlich leichter gemacht, als manchmal, finde ich, ist es schwierig dann, so wo kriege ich denn mein diverses Team jetzt eigentlich her, ne?
Vanessa Ich kenne ja keinen, wie kriege ich das Puzzle zusammen? Aber du hast ja auch die Personas genannt und da fand ich ja jetzt auch spannend, dass du auch wie hast du die genannt? Also so gegenständliche Personas, Non, Non-Human. Non-Human, genau. Die Non-Human-Personas. Erinnerst du dich an ein Projekt und ein Beispiel, wie diese Non-Human-Persona Einfluss genommen hat?
Vanessa Oder wie habt ihr das gemacht?
Schepp Mhm, also grundsätzlich ist es auch eine Methode, die sich erst in den letzten Jahren so ein bisschen rauskristallisiert hat und unter anderem ich, aber auch andere Leute sich sehr damit beschäftigen, wie können wir das cool gestalten. Es gibt viele Vorlagen dafür, die genutzt werden können. Einerseits gibt es auch Artikel, vor allem von Monica Snell auf Medium, die habe ich bei mir auch verlinkt dann und bei mir in der Vorlage auch mit verlinkt, dass man sich super simpel und einfach da auch selbst einarbeiten kann. Das schon mal vorab.
Schepp Das heißt, wen es interessiert, da gibt es auf jeden Fall coole, kostenlose Sachen, um sich selbst damit zu beschäftigen und es einfach mal auszuprobieren. Und genau, ich mache das einerseits in meinen Projekten, wenn möglich. Es geht nicht in jedem Projekt, weil auch nicht jeder und jede dafür offen ist, sag ich jetzt mal.
Schepp Und ich mache es aber auch super viel mit in meinen Kursen, also einmal den Online-Kursen, die ich anbiete, als auch so auf Meetups oder in Konferenzen. Das ist schon echt cool zu sehen, mit was Leute dann so rauskommen und also es kann wirklich alles sein, einfach generell die Natur zu nehmen als auch ganz spezifische Dinge zu nehmen.
Schepp Zum Beispiel ein Kursteilnehmer, das finde ich immer recht plakativ, Hatte ein Museum, also eine Webseite für ein Museum am Komasee. Klingt funktibel. Ja, da war ein Komasee. Und es gab aber drei verschiedene Museen um diese Gegend herum. Und dann ging es darum, okay, was sind denn dann verschiedene Personas da?
Schepp Dann hast du natürlich den See, du hast die Berge drumherum, die Natur drumherum, um die verschiedenen Städte und Ortschaften, die drumherum sind. Und dann zu betrachten, mit diesem Wissen da tiefer reinzugehen, was sind denn, wenn wir jetzt wirklich aus einer Personamethode herausdenken, was sind die Bedürfnisse des Sees, der Berge? Was sind die Wünsche?
Schepp Was sind die Probleme? Wie ist der Gesundheitsstatus? Und dann zu schauen auf das digitale Produkt an sich und zu sehen, Okay, wir haben jetzt hier zum Beispiel Anfahrt ist als erstes mit dem Auto. Wie können wir das ändern? Das klingt erstmal ganz plausibel, einfach natürlich, aber dann wirklich tiefer und tiefer einzusteigen und zu schauen, was wäre denn super, um die Städte zu entlasten, die CO2-Emission zu entlasten, die Transportwege da anfahrten und kurz entlasten.
Schepp Was könnten aber auch Wege sein, Wissen zu vermitteln zur Natur, diese Museen, wo die eigentlich liegen, wie cool das eigentlich ist, was See, Umwelt, Berge und Co. Drumherum eigentlich für wahnsinnig tolle Sachen sind. Also wirklich verschiedene Level von einerseits Impact zu reduzieren, also negativen Impact zu reduzieren, aber auch positiven Impact aufzubauen.
Schepp Das heißt dann auch vielleicht irgendwelche NGOs und Vereine zu verlinken, die sich darum kümmern, Müll aufzusammeln in den Bergen oder sowas. Und vielleicht ist dann wiederum jemand anderes inspiriert, das mitzumachen zum Beispiel. Also da wirklich auch kreativ zu werden damit. Oftmals gehe ich am Anfang erstmal mit Natur generell rein, kommen auch viele auf mich zu und meinen so, ja, ich habe jetzt die Webseite hier als Thema von meiner digitalen Agentur. was soll ich denn jetzt für eine Non-Human-Persona machen?
Schepp Sag ich erst mal, okay, geh erst mal von der Natur an sich aus. Dann gibt es oftmals trotzdem Sachen, die die Person oder das Projekt als spezifischere Persona auch betrachten kann. Und sei das die Ortschaft oder die Stadt, in der die Agentur sitzt, nehmen wir jetzt einfach mal eine Digitalagentur, ein besonderes, oftmals hilft es ein Teil, Ein natürliches Element oder ein Wald oder eine Baumart oder einen See, einen Fluss, ein Tier zu nehmen, was besonders den Menschen am Herzen liegt, wo die eine besondere Connection zu haben.
Schepp Da widmet man sich dann auch viel mehr dem und sagt, ja, da will ich auch helfen, da habe ich auch Bock zu und da sehe ich auch den großen Need dazu. Und da einfach reinzugehen und einerseits dann zu sehen, was ist der negative Impact, den ich eigentlich mit meinem Projekt auf diese Non-Human-Persona habe, was könnte ich für positive Effekte haben und gibt es sogar noch regenerierende Sachen, die ich machen kann, um nicht nur den negativen Impact wegzunehmen, sondern auch noch wirklich etwas Gutes zu tun für diese Persona.
Vanessa Du hast auch gerade was gesagt, wo mir der Gedanke kam, vielleicht sollte man auch generell öfter bei dem, was man konzipiert und baut, darüber nachdenken, inwiefern das eben negative Auswirkungen hat. Also ganz allgemein, also so wie ja alles irgendwie positiv eingesetzt werden kann, aber eben oftmals, also das ist ja auch wieder ethisch sozusagen, aber wie mit KI zum Beispiel.
Vanessa KI kann halt irgendwie einem super helfen und KI kann aber auch einen großen Schaden anrichten, wenn das zum Beispiel absichtlich gegen Menschen eingesetzt wird oder so.
Schepp Ja, absolut. Das ist definitiv eine sehr relevante Frage, die ich mir auf jeden Fall immer wieder stelle. Was passiert, wenn ich das Ganze auch skaliere? Vielleicht ist es am Ende erstmal relativ klein, aber was passiert, wenn 100 Millionen Menschen dann dieses Produkt nutzen? Sie zum Beispiel Social Media am Anfang vielleicht nicht gedacht, aber was passiert dann im großen Stil?
Schepp Natürlich aus ökonomischer Sicht cool, was passiert aber aus sozialer und ökologischer Sicht? Auch da mal drauf zu schauen, was hat das denn für Effekte? Wirklich mit einer simplen Frage. Was hat das für simple Effekte auf meine Umwelt als auch andere Menschen und die Menschen an sich, die es nutzen?
Schepp Das ist schon eine gute Einstiegsfrage und dann kommen eben nochmal viele so Unterfragen die sich gestellt werden können ja
Vanessa Und du bist ja nicht nur Konzepterin, sondern du machst ja dann auch tatsächlich, du entwirfst ja auch die Benutzeroberflächen für digitale Produkte. Hast du da irgendwelche Kniffe oder irgendwie Dinge, die man eben berücksichtigt und dazu nimmt, wenn man eben so breit diese Sache betrachtet, wie wir das jetzt hier besprechen?
Vanessa Also ändert sich da was? Also ich habe da so Dinge im Sinn wie, also klar, natürlich die Benutzer nicht täuschen, barrierefrei, also sozusagen Farbkontraste barrierefrei machen, aber vielleicht auch so Dinge wie, was ist ein User-Interface, was auf dem typischen Gerät vielleicht zu einem höheren Stromverbrauch führt als ein anderes Konzept oder so.
Vanessa Das könnte auch sein, mache ich eher eine UI, die Single-Page-Application-Charakter hat, gegenüber, wo jedes Mal eben eine Seite neu geladen wird. Das könnte ja eventuell auch irgendwelchen Impact haben. Also hast du da was, weißt du da was zu berichten?
Schepp Ja, jetzt ist natürlich in jedem Bereich gibt es bestimmte Dinge, die ich betrachten kann. Und jetzt ist die Frage, wie allgemein kann ich es halten oder wie tief gehe ich in bestimmte Sachen rein? Also nehmen wir mal leichtgewichtiges Design. Da gucke ich mir einfach zehn verschiedene Themenbereiche an, wie ich die anders gestalten kann.
Schepp Also sei es Bilder, Videos, was oftmals die beiden größten Sachen sind auf Seiten, aber auch dann zum Thema Schriftarten, zum Thema Storage, also wie viel habe ich eigentlich im Hintergrund zu laden, wie viel, es gibt ja auch genügend Plattformen, Die nutzen was hochladen, was runterladen, ganz viel versteckte Sachen da tatsächlich, gerade was Business-Applikationen angeht.
Schepp Die sagen dann so, ja, wir haben gar nicht so dieses Bilderthema, aber da irgendwie 20.000 Seiten, die outdated sind und super viel Upload- und Download-Thematiken da mit drin sind, gerade was Applikationen und vor allem Business-Applikationen angeht. Aber auch Audio, auch Klickpfade oftmals vergessen.
Schepp Noch so ein paar andere, die ich mir einfach anschaue und sage, okay, wie kann ich diese Einzelnen auf kreative Art und Weise besser machen, leichtgewichtiger machen. Das wäre jetzt ein Beispiel für das Leichtgewichtige. Dann schaue ich mir vielleicht an, okay, ist dieses ganze Designkonzept und Design mental nachhaltig, also mental gesund für die Person, die dann da drauf schaut?
Schepp Habe ich hier irgendwelche Punkte, die triggern könnten oder die stressen könnten, die dafür sorgen könnten, dass die Person sich unter Druck gesetzt fühlt? Dann nehme ich eben diese Perspektive ein und schaue, was kann ich daraus filtern und besser machen. Und so gehe ich halt die verschiedenen Parts durch und schaue dann jeweils in den einzelnen Themenbereichen, was kann ich da tun.
Schepp Nehmen wir auch mal noch grünes E-Commerce zum Beispiel. Dann gucke ich, okay, wie sieht da eigentlich das Produktdesign aus, also wie werden die Produkte dargestellt, welche Produkte werden dargestellt, wie kann ich eigentlich nach ökologischer oder sozialer Nachhaltigkeit filtern, um bessere, also aus Nachhaltigkeitssicht bessere Produkte zu finden, als auch wie kann ich eben diese Returns senken, wie kann ich die Produkte, Deren Details und Inhalte aus ökologisch oder sozialer Nachhaltigkeitssicht besser die Informationen teilen, Bewusstsein schaffen, neue Gewohnheiten vielleicht auch schaffen durch Produkte, die aus Nachhaltigkeitssicht besser sind, eben die eher zu promoten als auch eben dann Bezahl- und Shipping-Kontext zu
Schepp sagen, hey, es gibt vielleicht bessere Bezahlanbieter oder bessere Wege, etwas zu shippen, auf Deutsch, zu liefern.
Vanessa Aber sowas wie, genau, das dauert zwar länger, ist aber irgendwie ökologischer oder umweltschonender. Und darum machen wir dir da irgendwie einen cooleren Preis, wenn du das wählst, als das andere. Wäre eher so, könnte ich mir vorstellen.
Schepp Genau. Und da helfen natürlich auch oft Defaults, also Standardeinstellungen, dass deine Standardeinstellung eben das Nachhaltigere ist. Und die One-Day-Delivery, nur die zweite Option, bestenfalls vielleicht sogar teurer, statt die automatische Standardeinstellung und das ökologisch Nachhaltige wäre teurer. Dann wählen das natürlich weniger.
Schepp Defaults sind ein großer Hebel, den wir setzen können und nutzen können. Aber genau, so gucke ich halt in jedes Themengebiet einzeln, was kann ich tatsächlich aktiv hier tun und was ist überhaupt mein Projekt. Das kann ja eine Webseite, ein Shop, eine Native-Mobile-App sein, eine Business-Applikation, das kann ja alles Mögliche sein. Mhm.
Vanessa Ja, zu dem Leichtgewichtig, da müsste man vielleicht noch ergänzen, dass das insofern eine Rolle spielt, dass die Menge Daten, die bewegt werden bei der Benutzung eines Produkts, ja so eine Art quasi Proxy ist für den CO2-Fußabdruck. Also oder hat sich so als Proxy etabliert, weil man im Prinzip so im Schnitt sagen kann, da sind halt so und so viele Zwischeninstanzen involviert im Transport von Daten.
Vanessa Das sind dann irgendwie Router und Infrastruktur und die Geräte selber, die dann Strom verbrauchen, um diese Daten zu senden über, keine Ahnung, 3G, 4G und Co. Und so daher kommt das ja, weil es halt schwer zu beziffern ist, wie viel verbraucht denn jetzt meine konkrete App? Was trägt die sozusagen zum CO2-Fuß-Abdruck bei?
Vanessa Und das kann man halt dann gut über den Daumen gepeilt machen.
Schepp Genau, über den Daumen gepeilt ist ein guter Punkt an der Stelle, weil die Browser-Tools, die es gibt, ich liebe sie. Sie geben einen super Einblick schon mal in die, Oder eine Vorstellung davon, wo wir uns ungefähr bewegen. Also nehmen wir Digital Beacon, Website Carbon, EcoGrader, das sind so die drei größten, sage ich jetzt mal.
Schepp Es gibt auch noch ein paar andere Tools, aber da kriegt man ja schon mal eine gute Idee davon, okay, wie groß ist eigentlich meine Seite beim First Load, sage ich jetzt mal vor allem. Und was hat das ungefähr für eine geschätzte Auswirkung auf die CO2-Emissionen? Natürlich ist das nur so ein grober Hinweis, wie du vorhin ja auch schon angesprochen hast, mit dem Projekt zum Beispiel von Feshad Irani, ist wirklich wichtig, wenn wir uns wirklich mit Daten beschäftigen und auch CO2-Emissionen und den ganzen Transportwegen, ist ja auch einfach wichtig zu wissen, mit welchen Energien wurde diese Seite geladen.
Schepp Also einerseits natürlich, wo sind die Datenserver und da gibt es auch große Unterschiede, ein großes Spektrum, ob jetzt mein Datenserver in Island ist und mit wirklich dauerhaft erneuerbarer Energie gespeist wird und auch gekühlt werden kann oder ob mein Datenserver in Florida sitzt und ich auch noch riesen Wasserressourcen brauche, um das Ganze zu kühlen.
Schepp Da gibt es ja auch Riesenunterschiede und dann aber auch zu schauen, okay, das Endgerät von dem Nutzenden, der oder die jetzt draufgegangen ist, war das jetzt gerade zu dem Zeitpunkt in dem Land, in der Stadt, in der die Person ist, jetzt gerade mit erneuerbaren Energien gespeist oder nicht? Das kann ich natürlich über die Online-Browser-Tools nicht sehen, weil die natürlich nur eine grobe Schätzung machen.
Schepp Das heißt, je mehr das ins Tracking kommt, also ins eigene Website-Tracking kommt und das nachvollziehbarer wird, umso genauer werden dann die Schätzungen auch, weil ich dann mehr Daten erkenne. Was zu dem jeweiligen Zeitpunkt wirklich der Stand war.
Vanessa Ja, und eben auch, wie du gesagt hast, also abhängig von der eigenen Wahl der Plattformen, also die, die man da einbindet, also wie eben die Server in Island oder jetzt bei den großen, bei den Hyperscalern ist es ja so, dass Google da relativ weit vorne ist, was so die Nutzung von Ökostrom angeht und Microsoft so da so ein bisschen hinterherhinkt und Amazon sagt da lieber gar nichts zu, woraus man eventuell schließen könnte, dass denen das schon tendenziell eher am Hintern vorbeigeht.
Vanessa Genau.
Schepp Ja, da gibt es unterschiedliche Aussagen, aber ja, die Transparenz ist schwierig in dem Bereich, das auch wirklich gut vergleichen zu können miteinander. Die müssen auch alle was daran tun, einfach auch aus Kostengründen, aber ja, je nach Bereich von tatsächlich kontinentalen Bereich der Serverstrukturen auch ist es anders und je nach Unternehmen ist es tatsächlich auch anders, ja.
Vanessa Ja, was ich so aus Entwicklersicht auch eigentlich immer so bei so Architekturentscheidungen, die man dann, die ja quasi vielleicht, die zwar auch mit dem Design verwoben sind, aber die manchmal auch sozusagen separat davon ja erfolgen. Wie wollen wir das umsetzen? Da kann man natürlich auch überlegen, ob man so ein bisschen weggeht auch von diesem Trend der Single-Page-Application-Ansätze, die ja sehr viel Programmlogik ja dann sozusagen in die Endgeräte verschiebt und dann die Server nur noch degradiert zu reinen Datenquellen mit irgendwelchen Schnittstellen und um Dateien abzulegen.
Vanessa Und man kann natürlich überlegen, ob man das auch wieder umkehrt und mehr Programmlogik und so wieder auf dem Server laufen lässt oder es gibt ja auch so Mitteldinger, es gibt ja dieses, ich weiß nicht, ob du davon schon gehört hast, HTMX, das ist ja so ein bisschen gehypt als Technologie. Genau, wenn man eben dann weiß, so hey, das ist mein Server, der läuft bei, keine Ahnung, bei HostXY und ich weiß, dass die Lumen mit Ökostrom alles betreiben Und die Abwärme wird auch super benutzt, um da irgendwie Fernwärme draus zu erzeugen.
Vanessa Keine Ahnung, da gibt es ja irgendwie jetzt auch da diesbezüglich neue Vorschriften. Und dann ist es natürlich, das hat man ja unter Kontrolle und wenn da die Abläufe Strom verbrauchen, dann weiß man unter welchen Bedingungen und man weiß ja nicht, wurde jetzt das Handy oder der Laptop oder der Computer mit Ökostrom geladen, betrieben, meiner Besucherschaft.
Vanessa Und also je mehr man sozusagen von dort weg verlagert, desto besser vielleicht auch.
Schepp Genau. Ja, ganz spannendes, aber auch wieder sehr diverses Thema auf jeden Fall, wo ja auch noch so viele, es gibt so viele Themen allein da drin, was es auch wiederum cool macht. Am Anfang kann es, verstehe ich voll, wenn wir jetzt auch über so viele verschiedene Themen reden, kann es überfordernd wirken.
Schepp Das kann sein mal als Effekt, sich immer wieder dessen aber bewusst zu werden, okay, was habe ich eigentlich für eine Macht, worüber habe ich Macht, was ist mein Spielraum, was ist mein Spektrum, also auch in welcher Beziehung stehe ich zu dem Projekt? Bin ich die Entscheiderin in Projekten oder bin ich einfach nur eine Konzepterin, Designerin, Entwicklerin?
Schepp Da haben wir ja alle verschiedene Handlungsspielräume und sich dessen einfach auch bewusst zu werden, was habe ich für einen Handlungsspielraum, was habe ich aktuell für Projekte und dann zu schauen, was kann ich da machen. Aber ich finde halt auch immer wieder, die anderen Dinge mal anzuhören, um zu sehen, ah, okay, das gibt es auch, spannend.
Schepp Vielleicht kommt ein kleiner Gedanke, obwohl ich vielleicht gar nichts mit dem Hosting zu tun habe, dieses Projekt zum Beispiel. Aber wenn ich mir das so anhöre, was es da für Nuancen gibt und worum es geht, vielleicht einen Gedanken für mein Design habe, was mich inspiriert zu irgendwelchen coolen Dingen und vielleicht sogar zu coolen Illustrationen oder weiß ich nicht was.
Schepp Also das kann ja wirklich alle Wege gehen, Nur vielleicht zwischendurch, weil ich weiß, dass wir über so viele Dinge sprechen, dass es auch mal überfordernd sein kann. Wie gesagt, man muss nicht alles gleichzeitig machen. Aber erneuerbare Energien auf Projektseite als auch auf Endnutzerseite ist ein super spannendes Thema.
Schepp Da haben wir ja noch nicht über CDNs, Networks und was eigentlich alles so gibt und noch hilft gesprochen. Ich glaube, das geht hier auch zu weit, aber da gibt es noch so viele spannende Bereiche, in die man gehen kann, ja.
Vanessa Was ich also im Design-Bereich oder so in der User-Interface-Gestaltung noch irgendwann mal aufgeschnappt habe, was ich ganz interessant fand. Und zwar hatte Google dazu mal einen Vortrag auf einer Google I.O. Auch schon richtig lange her, ich weiß nicht, vielleicht sogar 2017 oder so gehalten. Und die haben einfach mal gesagt so, hey, wir gucken mal, wie es eigentlich, also es gibt ja verschiedene Displaysorten auch wieder, das ist dann auch wieder so technisch, aber wenn man sich dessen bewusst wird, okay, es gibt ja diese, die klassischen LCD-Bildschirme, aber dann gibt es ja jetzt auch die OLED-Bildschirme, die ja auch von der Darstellungsqualität cooler sind, aber die haben ja so die Eigenschaft, dass die Pixel, wenn sie nicht gebraucht werden,
Vanessa sich tatsächlich schlafen legen, was ja bei den LCDs nicht ist. Da leuchtet ja im Grunde vollflächig hinter dem Bild der Monitor und da sind dann Kristalle, die dann einfach versuchen, das Licht an den schwarzen Stellen auszusperren. Deswegen hat man auch dann nie so ein vollschwarz, sondern doch am Ende immer so ein leichtes Dunkelgrau.
Vanessa Und genau, und bei den Handys hat man ja jetzt einfach, oder bei den iPads ja auch OLED-Displays, wie ist das denn wenn wir sowas machen wie, oder wie verändert denn der Dark Mode den Stromverbrauch unserer Geräte also wenn wir eher auf dunkle Oberflächen setzen und das war schon, erheblich und das fand ich auch irgendwie interessant, so ja, stimmt also, das ist ja auch was man machen kann In Anbetracht eben der Geräte, die wir nutzen, um das zu konsumieren, dass wir denen so ein bisschen in die Karten spielen oder die unterstützen dabei, nicht so viel Strom zu verbrauchen, was ja auch für die User cooler ist, weil dann der Akku länger hält zum Beispiel, weil das Display ist ja immer das, was am meisten Strom zieht.
Schepp Absolut, absolut. Ja, auch ein super spannendes Thema.
Vanessa Ja, die hatten noch eine andere Sache, die ich auch cool fand. Die haben dann sogar noch ein bisschen weitergegangen und haben sogar noch geguckt, wie ist das mit verschiedenen Farben? Also dadurch, dass hier verschiedene Wellenlängen haben, verbraucht zum Beispiel Blau auch mehr Strom als zum Beispiel Rot.
Vanessa Und das heißt also auch da kann man, könnte man auch ein bisschen Energie einsparen, indem man sagt so, hey, ich nutze einfach vielleicht ein bisschen weniger blau, auch wenn natürlich so links im Default immer blau sein sollten und so weiter. Und unten zu anderen Farben dafür. Und da hatte ich auch irgendwann mal so eine Green-Color-Palette-Seite gefunden, die so Vorschläge gemacht hat.
Vanessa Welche Farbkombinationen kann man eigentlich nehmen, die eben versuchen, Blautöne zu vermeiden und so?
Schepp Ja, ein super spannendes Thema. Das zählt bei mir auf jeden Fall in meinem Kopf in diese zehn verschiedenen Themen bei leichtgewichtigem Design mit rein, weil ich über Farbe eben auch damit spielen kann. Du hast super viel schon gesagt. Es gilt halt wirklich nur für die OLED-Displays. Also für alle anderen Displays ist das komplett irrelevant, eben weil bei den OLED-Displays diese einzelnen Pixel-Diskussionen, behelligt werden oder eben auch nicht, also erhellt werden oder nicht.
Schepp Und das der große Unterschied ist. Das heißt, tendenziell, je dunkler ich bin, desto weniger Energie braucht dieses Handy, um das darzustellen. Das ist so der Grundfaktor, den ja Google damit gezeigt hat, aber es gibt auch Studien, die BBC zum Beispiel gemacht hat, vor allem mit deren Radioscreens auf Großbildschirmen, was oftmals auf TV-Bildschirmen, deren Radioscreen läuft.
Schepp Das heißt, wir haben hier ganz viele Nuancen, ein großes Spektrum drin und die größten Nuancen sind erstens, auf welcher Größe des Bildschirms wird es dargestellt, also bin ich hier eher in einem kleinen, mobilen Smartphone-Bereich oder bin ich auf einem großen TV-Geräte-Bereich, denn je größer das Gerät ist, desto mehr sprechen wir ja auch von Stromintensität.
Schepp Ein Smartphone braucht natürlich viel, viel weniger als ein großes TV-Gerät, also ein TV-Bildschirm. Andererseits geht es um die Menge an Menschen, die tatsächlich mein digitales Produkt nutzen und die Dauer der Nutzung. Das heißt, wenn wir uns jetzt Google anschauen oder auch BBC, das sind sehr, sehr viele Menschen, die das durchaus auch sehr, sehr lange benutzen, also auch über einen Tag verteilt ganz viel nutzen.
Schepp Nehmen wir alleine YouTube oder Google Sheets oder wie sie heißen, so die ganzen Programme, die auch Google anbietet. Wenn ich das in einem Dark Mode habe, lange nutze, den ganzen Tag nutzen, viele Leute nutzen, jeden Tag über die Woche verteilt nutzen, dann habe ich natürlich auch einen sehr, sehr großen Effekt.
Schepp Wenn ich jetzt in einer kleinen Webseite bin, wo wirklich nur so ein paar hundert, vielleicht tausend Leute drauf schauen, mal und nicht jeden Tag, den ganzen Tag, dann ist der Effekt nicht so riesig. Deswegen möchte ich auf jeden Fall die Angst nehmen, sei es jetzt nicht, dass wir überall blau streichen müssten und nichts Blaues mehr haben dürfen oder so, sondern es geht hier wirklich um die Nuancen und auch sich selbst mit dem Projekt einordnen zu können. Wie groß ist das?
Schepp Wie viel wird das genutzt? Auch da wieder habe ich Software und Business-Applikationen, ist das natürlich viel häufiger benutzt, als jetzt eine Seite, die einmal für etwas vielleicht angeschaut wird. Da schon mal so, okay, keine Panik. Und dann geht es natürlich bei den Farben, ja, wenn du dir wirklich die gleiche Farbnuance, also die gleiche Helligkeit, gleiche Sättigung und so anschaust von Rot, Grün und Blau, dann schneidet Blau am schlechtesten ab.
Schepp Aber wiederum jetzt ein helles Grün, das heißt heller, mehr Leuchtung ist vonnöten, schneidet wiederum schlechter ab als ein dunkles Blau. Weil da natürlich weniger Beleuchtung stattfindet, obwohl Blau die schlechtere Farbe ist. Es gibt auch spannende Begründungen, technische Begründungen, warum das so ist.
Schepp Aber auch da gibt es wieder die Nuancen. Also je heller ich bin, desto mehr braucht es als die dunkleren Farben. Wenn ich jetzt ein dunkles Rot, ein dunkles Grün, ein dunkles Blau habe, Dann nehmen die sich auch gar nicht mehr so viel, wenn ich jetzt wirklich im sehr dunklen Bereich bin, als wenn ich im hellen Bereich bin oder die sich auch noch unterscheiden.
Schepp Das heißt, da ist echt ganz viele Nuancen drin. Ich habe auch einen Artikel mal dazu geschrieben und ganz viele Beispiele, wie das aussehen kann. Ich habe das dann auch noch aufgeteilt in, ich finde, Farbpsychologie super spannend, auch in den vier Jahreszeiten, so Frühling, Sommer, Herbst und Winterfarben.
Schepp Ganz, ganz interessant, gerade wenn man so Winterfarben sich anschaut, ist sehr starkes, kräftiges Schwarz, das ist schon mal cool, aber andererseits Neonfarben, so diese Extremen, sind in der Jahreszeitenpsychologie, sage ich mal, von Farben drin. Das heißt, so Neonfarben brauchen natürlich sehr viel Beleuchtung, um die Farbe herzustellen, diese Sättigung.
Schepp Aber das Schwarz wiederum ist ganz cool. Also ja, Dark Mode kann definitiv einen Einfluss haben. Wie groß der Einfluss ist, hängt aber eben von den Geräten, der Gerätegröße, der Menge der Nutzenden und der Dauer der Nutzung ab. Deswegen, es lohnt sich, Wenn große Player sich das anschauen und sich dessen bewusst sind.
Schepp Aber auch hier bei Dark Mode würde ich immer mit reinbringen, noch das Thema Barrierefreiheit, weil es einfach nicht für jeden und jede gut lesbar ist im Dark Mode. Sich die Dinge anzuschauen, das kann wirklich bis hin zu großer Unlesbarkeit und dass die Leute dann einfach das gar nicht nutzen können, dieses Produkt, was du da designt hast.
Schepp Das ist immer ein Light und Dark Mode. im Idealfall immer gibt. Aber vor allem, wenn es einen Dark-Mode gibt, auch wirklich einen Light-Mode gibt. Das heißt, ich habe eine doppelte Möglichkeit. Also zwei Möglichkeiten mindestens.
Vanessa Ja, genau. Das war jetzt nur noch so, fand ich spannend, dass auch das eben seine Auswirkungen hat. Klar, genau. Wenn man wenig Besucher hat auf seiner Seite, dann spielt das keine große Rolle, aber genau, fand ich interessant.
Schepp Aber cool, dass es das gibt, oder? Also, dass es überhaupt dieses Thema auch gibt. Ich bin auch das erste Mal drauf gestoppt und dachte mir so, was, Farbe macht einen Unterschied? Ja, okay, klar, macht dann Sinn. Aber ja, deswegen, wir sind noch so in den Anfangsschritten. Wer weiß, was wir noch so alles entdecken.
Schepp Aber es ist cool, auch da dann kreativ einzusteigen und sich zu fragen, okay, was kann ich jetzt damit machen? Wie kann ich damit spielen? Und auf kreative Art und Weise mir das anschauen, wie können Farben gestaltet werden, sodass es weniger Impact hat, gerade wenn ich ein groß skaliertes Produkt habe.
Schepp Sich nicht zu sagen, oh, jetzt darf ich das und das nicht mehr machen, sondern okay, spannend. Wie kann ich das umsetzen? Wie kann ich da Sachen experimentieren und damit testen? Ist eigentlich ganz cool.
Vanessa Ja, es ist ja oft sind die Sachen ja auch dann besonders spannend, wenn man sich in so zwischen so Leitplanken bewegen muss, finde ich. Also dann ist ja noch mal meistens noch mehr Kreativität gefragt, als wenn man eben tun und machen kann. Und was man möchte, ist ja ein bisschen bei Barrierefreiheit auch so, wo man ja auch irgendwie ein Kontrastverhältnis von AA gerne erreichen möchte.
Vanessa Und das setzt einem ja dann auch gewisse Limits. Und dann kann man natürlich, wie du das eingangs mal gesagt hast, so sagen, ja, das sieht ja dann irgendwie alles lahm aus und ich kann überhaupt nichts mehr machen und so. Aber das stimmt ja nicht. Also das war ja früher auch immer so, Barrierefreiheiten sehen ja echt immer super schnarchig aus und so.
Vanessa Genau und ich würde das vergleichen mit ja, wenn du anfängst vegan irgendwie zu kochen, dann sind deine Gerichte vielleicht am Anfang auch noch nicht so die tollsten, weil du da irgendwie einfach noch nicht bewandert bist drin. Und irgendwann wirst du kreativ und findest deine Wege und dann ist es doch ganz cool eigentlich.
Schepp Ja, und noch coolere Sachen kommen bei rum, als es vorher jemals war, weil man zu seinem Standard einfach immer wieder zurückgegangen ist. Auf einmal gibt es so eine neue Öffnung an Ideen und Gedanken. Ich fand es am Anfang auch erst so limitierend. Okay, kann ich jetzt alles nur noch minimalistisch machen und nichts mehr auf Webseiten packen?
Schepp Und dann habe ich gesehen, ich kann mit Farbe spielen. Ich kann mit den Content-Elementen spielen. Auf ganz neue Art und Weise. Und auf einmal kam die Kreativität dazu. Und das wiederum finde ich sehr schön.
Vanessa Ja, genau. Finde ich auch gut. Und ein Aspekt, den wir vielleicht noch erwähnen sollten, ist ja, dass man auch, du hast ja gesagt, du bist ja gestartet auch als Informationsarchitektin, glaube ich, erinnere ich mich. Ja. Und das ist ja auch ein wichtiger Aspekt und zwar insofern, als dass man ja, also du hast ja auch erwähnt, so die Klickstrecken, da geht es ja glaube ich darum, dass man eben die BenutzerInnen möglichst schnell dahin führt, wo sie hin möchten und gleichzeitig auch nicht dahin, wo sie nicht hin möchten.
Vanessa Und eine gute Informationsarchitektur unterstützt das ja auch und das gilt natürlich dann auch für so Dinge wie, Suchmaschinenoptimierung, also einfach nur viele Besucher einem auf den Leim gehen lassen, die eine gewisse Erwartung haben, die Seite aufrufen, Daten verbrauchen, feststellen, oh, das stimmt ja alles gar nicht, ist ja überhaupt gar nicht so wie ursprünglich angekündigt, gehört ja auch dazu.
Schepp Gehört dazu, definitiv. Also wirklich von, bevor die Person überhaupt auf dein Produkt kommt, innerhalb dessen und auch wirklich da komplett durchgeht, spielt da mit rein. Auch da finde ich wieder User Journey Mapping super cool zu sehen. Eben auch zu sehen, okay, unsere Journey, die der Nutzer oder die Nutzerin durchgeht, um X zu erreichen, ist riesig, ist super lang.
Schepp Was auch oft passiert, ist eben nicht diese externen Sachen zu sehen, die vorgelagert sind oder auch während der Recherchephase passieren. Also sei es jetzt über Suchmaschinen, zigtausend Seiten sich anzuklicken, um überhaupt zu dem Ergebnis zu kommen, die gewünscht sind oder die Erkenntnisse, die man gesucht hat, die Artikel, die Produkte, wie auch immer, Aber auch während der Recherchephase zu sehen, okay, die Person guckt dann aber mit großer Wahrscheinlichkeit nochmal auf zehn anderen Seiten, guckt sich nochmal zehn Bestenlisten von Plattform XY an, bis die Person endlich eine Entscheidung trifft.
Schepp Wie kann ich auf meiner Webseite bessere Informationen bieten, die diese Entscheidung vereinfachen? Und sei das ein Ja oder auch ein Nein, Aber dann abhaken kann, okay, nee, das ist wirklich nicht das Produkt, was ich brauche, sondern weitergehen kann. Oder eben zu sagen, ja, genau das ist das, was ich brauche. Ich habe alle Informationen, die ich gesucht habe und hier ist mir alles klar und transparent.
Schepp Als auch wirklich durch den Weg durchzugehen, was ich oft auch in meinem Kurs sehe bei Leuten ist, ja, okay, jetzt habe ich meine Seite total leichtgewichtig CO2 gut gemacht. Hat minimalen Datenverbrauch, ich schicke aber die Leute raus zu Kalendern wie Calendly oder Co., zu anderen Drittanbietern, zu anderen Plattformen.
Schepp Das zählt mit rein in die User Journey, ich schicke die ja dahin. Das heißt, auch da bei einer User Journey wird das endlich mal transparent. Und so, okay, das ist auf deiner Webseite, was passiert, aber du hast noch zig Drittanbieter, wo du die Leute, wo du irgendwelche Tools nutzt, Software nutzt und so weiter, wo du die Leute hinschickst, da hast du auch eine Verantwortung für.
Schepp Und da gibt es teilweise zumindest Alternativen, die ich nutzen kann, nicht für alles natürlich, aber teilweise Alternativen, die sich auch um ökologische oder soziale Nachhaltigkeit kümmern. Und das alles mal transparent zu machen, wirklich von der Suchmaschine, den ganzen Rechercheprozess bis hin zu, was passiert eigentlich währenddessen, wo schicke ich die überall hin, das mit zu betrachten und zu sehen, welche Informationen gebe ich, welche sind wirklich benötigt auf einer Seite, auf dem Weg und das heißt nicht, du hattest ja auch schon dieses One-Pager angesprochen, das heißt nicht, dass alles auf einer Seite sein muss.
Schepp Das kann überfordern, das kann auch viel zu viel laden, was Leute vielleicht gar nicht brauchen in dem Moment. Es darf alles auf mehreren Seiten sein. Aber eben zum richtigen Zeitpunkt die richtigen Informationen zu geben, ist auch einfach gute UX. Ist eben nicht wie im Supermarkt durch alle einzelnen Gänge die Leute zu schicken, damit sie alles am Ende gesehen haben und nochmal das x-te Produkt hier, dass es doch noch eingekauft wird, obwohl das vielleicht mit der Sache gar nichts zu tun hat.
Schepp Das sind alles Business-Strategien, die es gibt oder auch unabsichtliche Strategien, die aus Versehen entstanden sind, von wegen, ah, das habe ich gar nicht gemerkt, dass ich die Leute da falsch schicke oder in Extraschleifen schicke, aber das mal zu begutachten hilft.
Vanessa Genau, hast du vollkommen recht. Ich hatte noch vielleicht so einen kätzerischen Gedanken gerade vorhin. Und zwar mittlerweile merke ich, dass ich stark auf Chat-GPT als Suchmaschine für Sachen, die ich wissen will, umschwenke. Also auch zum Beispiel, jetzt ein Beispiel wäre Rezepte. Und wir kennen ja alle die Seiten, die Rezeptseiten, die alle auch voll mit Werbung sind.
Vanessa Und bis man zum Rezept kommt, das dauert. Und dann kann man das nicht sofort ausdrucken, sondern muss dann nochmal eine Seite öffnen. Und meine Frage ist, oder der Gedanke ist, ob es vielleicht ökologischer ist, meine Suchergebnisse oder das, was ich möchte, direkt von ChatGPT generiert zu bekommen, als wenn ich diese Journey quasi durchgehe. Was meinst du dazu?
Schepp Ach ja, KI ist ein sehr interessantes Thema, aber auch herausforderndes Thema. Also, wir haben eigentlich noch nicht genug Studienlage, um zu wissen, was wirklich, wann, an welchem Punkt genug passiert. Grundsätzlich sehe ich einerseits viele Probleme in der Erstellung, als auch der Nutzung von KI, als auch teilweise den großen Vorteil davon.
Schepp Also, je klarer ich bin in meiner Suchanfrage und die bestätigt wird dann auch mit dem ersten oder den ersten Klicks, desto mehr bin ich auf der Seite, ich habe gespart, als jetzt ChatGBT zu benutzen. Jegliche KI braucht halt im Training wahnsinnig viele Ressourcen. Auf der ökologischen Seite nutzt halt auch viel, was wir auf der sozialen Seite noch nicht genug Regelungen und Richtlinien haben und da viele Dinge genutzt werden, ohne dass sie eigentlich genutzt werden dürften, aus Copyright-Sicht.
Schepp Das heißt, da sind schon mal so Schwierigkeiten mit dabei. Ich weiß, dass vor allem ChatGPT, aber natürlich auch, es gibt ja tausend andere KI-Sachen, die genutzt werden können, wahnsinnig viel mittlerweile genutzt wird. Ehrlich gesagt aber auch für Dinge genutzt wird, für die es nicht genutzt werden müsste. Das heißt, wir haben hier wieder so einen Rebound-Effekt, dass es einfach inflationär genutzt wird.
Schepp Dinge, die ich überhaupt nie suchen würde oder dann zig Konversationsstränge mit Chat-GPT, sagen wir jetzt einfach mal, ziele, die eigentlich gar nicht notwendig wären. Das heißt, ich habe eigentlich eine sinnlose Nutzung. Teilweise. Ich sage das nicht für alles, ne? Aber teilweise. Es ist einfach mehr Nutzung, als ich sonst vielleicht mit Google, Ecosia und Co. Suchmaschinen gemacht hätte.
Schepp Deswegen gibt es jetzt hier kein falsch und richtig, kein schwarz und weiß. Es gibt ein riesen Spektrum. Wenn es komplexe Sachen sind, kann Chat-Tippity durchaus schneller sein, vom Klickpfad her, von der Datensuche her und so, in eine Eingabe, anstatt dass ich stunden- und tagelang irgendwas suche, um mir die Dinge selbst zusammenzusuchen.
Schepp Natürlich muss man immer sich fragen, ob der Wahrheitsgehalt auch so groß ist. Bei manchen Sachen ja, bei manchen Sachen nein. Ich finde zum Beispiel gerade beim ökologischen und sozialen Nachhaltigkeitsthema, gerade beim ökologischen ist echt noch viel Luft nach oben, da ist es sehr kurz gegriffen oftmals.
Schepp Als da gucke ich doch lieber dann doch mit einer eigenen Suche über Suchmaschinen und schaue mir von bestimmten Leuten die Artikel oder Podcasts oder anderen Ressourcen an, die viel diverser und tiefer einsteigen als Chat-GPT. Naja, so gibt es kein Ja und Nein. Die Wahrheit liegt irgendwo dazwischen.
Schepp Kurz vielleicht noch zu KI. Ich halte es für wahnsinnig spannend, wenn es um die Probleme, also die ökologischen und sozialen Probleme und Herausforderungen unserer Zeit geht, wenn es um Landwirtschaft geht, wenn es um biologische Research geht, In der Meeresbiologie zum Beispiel oder anderen Bereichen, dass wir wirklich mehr verstehen, mehr lernen, um besser und ökologisch und sozial nachhaltiger dann darauf einzugehen, In der Landwirtschaft die ökologisch nachhaltiger zu gestalten und gleichzeitig aber auch ökonomisch nachhaltiger für den Bauern oder die Bäuerin. Dann super.
Schepp Wenn wir das aber einfach nur, weil uns nichts Neues mehr einfällt und wir mehr Entertainment brauchen, machen, dann ist das nicht meine Vorstellung von einer gut genutzten KI.
Vanessa Ja, das fiel mir einfach irgendwie auf, dass ich teilweise eben einfach wirklich schneller an Infos komme, weil das so ein Dickicht oft bei vielen Anbietern ist, gerade die, die sich eben in den Suchmaschinen nach oben platzieren, also die da auch viel Arbeit reinstecken, kaufen. Genau und dass die Seiten ja auch oft dann echt ganz schön schwergewichtig sind, also mit der ganzen Werbung, die da eingebunden wird und so, dass das auch einfach keine Freude bereitet und im Grunde ja vielen dieser Aspekte auch, entgegensteht, über die wir sprechen, auch so was so Dark Patterns angeht und so, also dass dann irgendwie, dann muss man, dann möchten sie Push-Notifications haben über neue Rezepte, nee, ich kenne euch gar nicht und all dieses ganze Zeugs und deswegen,
Vanessa also ich kann mir Kontexte vorstellen, wo vielleicht so was, ja, vielleicht insgesamt positiver daherkommt als eben das eigentliche Produkt, aber so sollte es natürlich nicht sein, also das wenn wir alles richtig machen, dann geht man ja auch gerne auf die Seiten.
Schepp Ja, wie gesagt, da sind auch diverse Blickpunkte. Wenn wir jetzt das Training der KI komplett rausnehmen, nur die Eingabe an sich, dann ja. Und vor allem, wenn ich das eben vergleiche mit, und davon gibt es ja jetzt genügend, nicht nur bei Rezepten, sondern auch, wenn wir Technikbestenlisten uns anschauen, ohne jetzt genaue Namen zu nennen oder sowas, aber jeder wahrscheinlich direkt die eine oder zwei Plattformen, wo man dann am meisten drauf schaut, da ist unfassbar viel Werbung.
Schepp Wenn ich da mehrere Tabs von öffne, um Dinge zu vergleichen, da ist mein ganzer Browser lahmgelegt, einfach allein von der Werbung, von diesen drei Pop-Ups, die am Anfang kommen und sei das einfach nur die Cookie-Notification, dann aber noch, ob ich Push-Benachrichtigungen von der Webseite annehmen möchte, nein, nie, und ob ich den Newsletter abonnieren will oder irgendeine andere Nachricht, die immer noch aufkommt.
Schepp Und so denke ich mir so, ich brauche zehn Minuten, um allein eure Webseite anzuschauen, also den eigentlichen Content, den ich gesucht habe. Da bin ich voll bei dir. Aber genau, es muss immer so, was ist der Vergleich? In welcher Relation sind wir und nehmen wir die Erstellung der Sachen mit rein oder nicht?
Schepp Aber gerade Werbung und diese ganzen Benachrichtigungssachen nehmen schon wahnsinnig viel Platz ein auf vielen Seiten mittlerweile und Datenmengen.
Vanessa Ja, okay. Ich musste nur den Gedanken mal loswerden. Aber du hast recht, das Training, das ist natürlich, das ist ja immer das, was bei KI, so der KI den Genickbruch irgendwie gibt, was so die Ökobilanz angeht. Also ich glaube, dass die abfragen dann irgendwann, wenn das Training vollendet ist, die, ich glaube, dass die okay sind, also habe ich so das Gefühl, dass die jetzt nicht so ins Gewicht schlagen, aber eben das ständige Trainieren, noch bessere Modelle, außer man macht es jetzt wie die Menschen von Deep Seek, die das ja irgendwie, die dann einen Weg drumherum gefunden haben.
Vanessa Anscheinend. Ja, also zumindest haben die einen ökologischeren Weg gefunden. Und ja, also mal gucken.
Schepp Schauen wir mal, wo es hingeht.
Vanessa Genau, aber ich bin ja auch Webentwickler. Also ich brauche das jetzt nicht, dass Leute nur noch die KI benutzen. Also ich freue mich ja auch, wenn die Menschen dann auf die Seiten kommen, an denen ich mitwirke.
Schepp Ja.
Vanessa Genau.
Schepp Und wir müssen uns einfach auch bewusst sein bei KI, vielleicht das noch zum sozialen Bereich, wenn ich mich irgendwann nur noch auf KI stütze, auf eine bestimmte KI, es sind nicht die besten Entwicklungen aktuell, also gerade wenn ich Chat-Tip-T anschaue, die dann Kollaborationen zum Beispiel mit dem Springer Verlag machen, die dann bestimmte Inhalte vor allem präferiert ausspielen.
Schepp Wenn ich zu bestimmten Themen suche, zum Beispiel Politik, eben auch schon eine Meinung bekomme oder mehr Sachen, mehr Informationen in den Vordergrund gerückt werden als andere Thematiken. Das heißt, ich muss immer noch wachsam sein. Mit einer Suchmaschineneingabe kriege ich diversere Sachen oftmals.
Schepp Ich muss mir dessen einfach aktuell leider bewusst sein, solange es nicht bestimmte Regularien gibt und man sich nicht einfach einkaufen kann in solche Dinge. Das heißt, da gibt es auch noch Nuancen. Das wollte ich noch kurz loswerden.
Vanessa Naja, da hast du schon recht. Also man sieht das ja auch, dass die bestimmte Vorprägungen auch haben, die ganzen KI-Tools. Und klar, man sollte da irgendwie sich nie einem Monopolisten ausliefern.
Schepp Ja, aber das gilt natürlich für alles. Das gilt auch für den Social-Media-Algorithmus, der bei jedem anders aussieht und man da in einen Rabbit Hole geraten kann von Dingen und dann glaubt, dass die Welt nur das darstellt, aber das natürlich nur der eigene Algorithmus ist. Also es gilt ja nicht nur für jetzt solche KI wie Chat-GPT.
Vanessa Ja, genau, dann würde ich sagen, haben wir das Thema auf jeden Fall super beleuchtet. Angefangen, ja, im Prinzip, wenn man im Grunde mehr oder minder den gesamten Lifecycle beleuchtet, jetzt könnte man irgendwie noch technischer werden oder wie ist das jetzt irgendwie mit Greenhosting und so, aber da gibt es auf jeden Fall Ressourcen.
Vanessa Da würde ich vielleicht auch auf einen anderen Podcast verweisen. Und zwar die Programmierbar, die hatte irgendwann den Arne Tarara. Ich weiß nicht, kennst du den?
Schepp Ja, also nicht persönlich, aber ja.
Vanessa Der sagt dir was, ne? Genau, der war da zu Gast und nicht nur der war super, sondern auch die Hosts haben tolle Fragen gestellt, also wer da nochmal irgendwie das Ganze aus sozusagen Infrastruktursicht betrachten will, der kann oder die kann da reinhören. Genau, und ich hatte auch mal mit dem Daniel Mies, heißt der nicht mehr, Census, genau, heißt der nachdem er geheiratet hat, auch einen Podcast aufgenommen, wo wir so ein bisschen so Frontend-Themen auch bequatscht haben.
Vanessa Und auch im Engineering-Podcast, Kiosk-Podcast. Genau, das verlinke ich mal alles. Und ansonsten würden wir dich ganz doll hier verlinken, weil du nämlich bei dir einfach schon im Laufe der jetzt sieben Jahre, die du dich damit beschäftigst, wahnsinnig viele Ressourcen zusammengetragen hast. Und das heißt also, deine Webseite ist der perfekte Ausgangspunkt, Um einfach in diese ganzen Themen tiefer einzusteigen, sei es in Audioform via deines Podcasts oder eben indem man deine Linksammlung durchgeht und sich da weiter ins Thema reinfräst.
Schepp Absolut, ja. Also auf der Webseite greentheweb.com finden sich mittlerweile viele Sachen auf Deutsch als auch auf Englisch. Ich versuche immer beides zu haben und dazu stellen, damit es einfacher ist, falls jemand auch nicht so viel im englischen Bereich ist, das auch auf Deutsch zu haben. Und das einerseits, wie du schon gesagt hast, diese Linksammlungen, da habe ich auch verschiedene Linksammlungen zu Artikeln, Communities, Sachen, die ich einfach super spannend finde, als auch Tools wie diese Browser-Tools, aber auch andere Arbeitstools, die so genutzt werden können, als auch Büchern und Dinge, die ich einfach super spannend finde.
Schepp Da gibt es mehrere Listen mittlerweile, die ich da teile, als auch eine Best-Practice-Library von echten Webseiten, wie deren Designs aussehen, um ein bisschen zu zeigen, Hey, die können auch richtig cool aussehen und nicht nur minimalistisch. Das kann sehr facettenreich sein. Genau, es gibt da auch verschiedene Filter. Es gibt auch den minimalistisch Filter.
Schepp Wenn man genau für dieses Design diese Richtung geht, gibt es dann natürlich genauso gut. Aber eben auch andere Sachen, gerade auch um sich mal inspirieren zu lassen, wie das aussehen kann und was verschiedene Ratings die auch haben können. Und es gibt auch zwei Kurse da drauf, die ich erstellt habe über die letzten zwei Jahre hinweg.
Schepp Einmal wirklich der komplette UX-UI-Strang von User Research über Konzeption bis hin zu Design, zum ökologischen Bereich, also Green UX-UI Design und auch einmal speziell zum Thema WordPress-Bereich. Das sich ja gerade so ein bisschen ändert, aber an sich immer noch WordPress noch eine gute ökologische Möglichkeit ist, sage ich mal.
Schepp Aber die sind hauptsächlich für das ökologische Design-Thema. Da aber alles drin, was wir auch zum Ökologischen angesprochen haben.
Vanessa Ja, cool. Und genau, ansonsten trifft man dich hier und da wahrscheinlich auch auf Meetups. Wahrscheinlich eher so im Kölner Umfeld und ab und zu, also ich hatte dich ja auf der Smashing Conf in Freiburg gesehen und genau, da hast du ja eben, wie gesagt, offene Türen eingerannt und dann dachte ich, hey, ich muss dich mal fragen, ob du zu uns in den Podcast kommen möchtest.
Vanessa Hast du da noch, hast du da jetzt, wo kann man dich als nächstes sehen, weißt du da was? oder ist noch nichts in Planung?
Schepp So ein paar Dinge sind noch in Planung. Sicher ist auf jeden Fall die Green.io in München. Das ist Anfang Juni von Gael Duess. Auch ein durchaus bekannter Mensch mittlerweile mit einem sehr coolen Podcast, das vor allem im Bereich Development ja spannend ist, Green.io Podcast. Und er auch super viele Konferenzen mittlerweile weltweit tatsächlich anbietet.
Schepp Also von London, Paris, München, aber auch bis hin nach Singapur und Co. Das ist sehr spannend. Da bin ich auf jeden Fall im Juni. Ansonsten die anderen sind noch in Arbeit.
Vanessa Okay. Ja, cool. Dann sehr cool, dass du da warst. Vielen, vielen Dank. Hat total Spaß gemacht.
Schepp Mir auch.
Vanessa Super Thema. Und genau, ich würde sagen, mal gucken, wo wir uns das nächste Mal treffen, lesen. Wenn du nochmal irgendwas hast, darfst du dich auch gerne zu uns einfach einladen in den Podcast. Genau, und ansonsten viele liebe Grüße nach Köln. Den HörerInnen, vielen Dank fürs Zuhören. Und wir werden auch dein LinkedIn und die Kontaktmöglichkeiten zu dir in den Shownotes verlinken.
Vanessa Also wenn jemand Fragen hat oder dich gar gleich als Beraterin im Projekt haben möchte, dann werden wir entsprechend die Brotkrummen, die Breadcrumbs legen, um dich zu erreichen.
Schepp Wunderbar. sehr gerne.
Vanessa Dankeschön. Dann macht's gut, habt einen schönen Tag und bis nächste Woche. Tschüss.