
Zukunftszeichen Podcast· Folge 65
Zukunft der Demokratie // Im Gespräch mit Judith Borowski
Donnerstag, 22. Oktober 2026 · 1 h 06
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Shownotes
Demokratie und wirtschaftlicher Erfolg sind untrennbar miteinander verbunden – doch diese Erkenntnis ist nicht selbstverständlich. Judith Borowski, langjährige Geschäftsführerin der renommierten Uhrenmanufaktur NOMOS Glashütte, setzt sich entschieden für die Verbindung von unternehmerischer Verantwortung mit demokratischer Haltung ein. In dieser Folge spricht sie mit Stefan Lingner über die Frage, warum Wirtschaft nicht neutral gegenüber Demokratie sein kann und welche Verantwortung Unternehmen in unsicheren Zeiten tragen.
In dieser Folge
Judith Borowski nimmt uns mit auf eine Reise von der friedlichen Revolution in Ostdeutschland bis zur internationalen Erfolgsgeschichte von NOMOS Glashütte. Sie erzählt, wie die Manufaktur nach dem Mauerfall wieder aufgebaut wurde und wie Demokratie die Grundlage für wirtschaftlichen Erfolg bildet. Ein besonders beeindruckendes Zitat verdeutlicht dies: „Wir verdanken die Existenz von NOMOS Glashütte der Demokratie, wie fast hundert Prozent der Unternehmen in Ostdeutschland ihre Existenz der Demokratie verdanken."
Im Gespräch wird deutlich, dass demokratisches Design nicht nur ein schönes Ideal ist, sondern eine konkrete Unternehmenshaltung, die gelebt und täglich umgesetzt werden muss. Judith Borowski beschreibt, wie sie NOMOS zu einer Marke geformt hat, die Werte nicht nur nach außen kommuniziert, sondern sie auch im Inneren des Unternehmens verankert. Wie können Unternehmen zu Orten der Begegnung und Vermittlung werden?
Die Diskussion berührt auch die Rolle des Ostens als Frühwarnsystem für Demokratierisiken. Judith Borowski hat die Transformationen der letzten Jahrzehnte hautnah miterlebt und zieht daraus Lektionen für die gegenwärtige Zeit. Sie argumentiert leidenschaftlich dafür, dass Unternehmer nicht neutral bleiben dürfen, wenn es um den Schutz und die Gestaltung der Demokratie geht.
Dieses Gespräch ist ein Plädoyer für unternehmerischen Mut in unsicheren Zeiten und eine klare Antwort auf die Frage: Kann die Wirtschaft sich wirklich aus demokratischen Belangen heraushalten? Judith Borowski beantwortet sie mit einem klaren Nein – und erklärt warum das gut für Unternehmen und die Gesellschaft ist.
"Demokratie ist kein Supermarkt. Wir müssen alle die Regale befüllen, damit wir wieder was rausnehmen können."
Judith Borowski
Judith Borowski war rund ein Vierteljahrhundert Geschäftsführerin der Uhrenmanufaktur NOMOS Glashütte und prägte die traditionsreiche ostdeutsche Marke zu internationaler Anerkennung. Sie war lange als Journalistin tätig, bevor sie zur Wirtschaft wechselte, und engagiert sich entschieden für die Verbindung von unternehmerischer Verantwortung mit demokratischer Haltung. 2024 wurde sie für ihr Wirken mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet. Ihre Perspektive verbindet historisches Bewusstsein mit klaren Forderungen an die Verantwortungsethik der Wirtschaft.
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Herzlich willkommen zu einer neuen Folge Zukunftszeichen Podcast. Mein Name ist Stefan Lingner, hier kommen die zur Wort, die Vorausdenken vorangehen und Verantwortung übernehmen Menschen denen es nicht reicht auf die Zukunft zu warten sondern sie aktiv gestalten wollen Im Hier und Jetzt. Unser heutiges Thema ist eines, dass viele Unternehmer lieber meiden – aber aktueller den je ist!
Die Zukunft der Demokratie. Braucht die Wirtschaft Demokratie? Und braucht die Demokratie die Wirtschaft? Zwei Fragen, die sich nur gemeinsam beantworten lassen. Und kaum jemand kann das glaubwürdiger tun wie mein heutiger Gast Judith Borowski. Sie war rund ein Vierteljahrhundert Geschäftsführerin von Nomus Glashütte einer Urnmanufaktur, die es ohne den Mauerfall gar nicht geben würde.
Sie hat die Nachwendezeit im Osten hautnah begleitet, Nomus zu einer internationalen anerkannten Marke gemacht und sich dabei nie gescheut politisch Stellung zu beziehen. In dem Jahr zwei Tausendvierundzwanzig wurde sie dafür mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet. Herzlich willkommen Jürgen!
Schön dass du heute nach Heilbronn gekommen bist. Danke, Stefan. Danke, dass ich hier sein darf und vielen Dank für die Blumen! Für die Bluen sind definitiv nicht von mir sondern sie sind einfach verdient. Lass uns einsteigen. was ist Zukunft für dich mit meiner Frage? Zukunft ist natürlich erst mal ein weites Feld um mit Oli Wicker zu sprechen aber Zukunft ist per se erstmal auch etwas sehr schönes weil Zukunft ist das was noch offen ist was noch nicht definiert ist und was uns die Gelegenheit gibt die Dinge erst mal noch besser zu machen, als sie heute sind.
Super! Und bevor wir über Nomus und Demokratie sprechen lassen es vielleicht einfach mal kurz Judith Borowski ein bisschen näher kennenlernen. Bevor du Geschäftsführerin wurdest hast Du Krimiologie, Kunst, Politwissenschaft studiert und bist dann Journalistin geworden. Wie kam es dazu? Also Journalistinnen wollte ich eigentlich immer werden.
Das war immer mein großes Ziel, mein großer Wunsch. Und daran habe ich auch zunächst nie gerüttelt. Kriminologie fand ich ganz gut um mich darauf vorzubereiten. Ich hab mich insbesondere beschäftigt mit politisch motivierter Gewalt und mit Fragen der Staatssicherheit also auch da schon mit dem Blick nach Ostdeutschland Politik dann quasi auch ergänzend dazu.
Das hat also damals für mich ganz gut zusammengepasst und an den Bogen geschlagen, eben von unterschiedlichen politischen Fragen aber hin zur Soziologie bis hin zum Städtebau, zur Stadtplanung zu fragen wie kann man besser auch bauen, um für mehr Sicherheitsgefühl zu sorgen oder auch weniger Kriminalität de facto.
Das waren alles Fragen, die zusammenhängen. und das große zweite Feld, was mich immer interessiert und immer umgetrieben hat und nach wie vor etwas ist, was sich sehr interessiert sind Fragen von Kunst und Design. Ja, das hab ich sowohl einerseits gerne selbst gemacht als auch mich theoretisch damit beschäftigt und später dann eben auch als Journalistin.
Ich war in Hamburg zunächst an der Journalistenschule nach dem Studium und dann bei ARD aktuell, dann bei der neuen deutschen damals neuen Financial Times Deutschland. die wurde nach ein paar Jahren wieder eingestellt. Ich hoffe es hatte nicht allzu viel mit mir zu tun. Und nach diesen Jahren beim Fernsehen und bei Zeitungen hat es mich von Hamburg nach Berlin gezogen.
Ich wollte dann einfach nicht mehr so neben dran sitzen, in Hamburg war das damals so. das bestimmte Gefühl die Musik spielte in Berlin und ich wollte eben sowohl was die Kunst betrifft als auch was die Politik dann im Zentrum sitzen und da alles mitbekommen. Und eben aber auch diese Transformation Ostdeutschlands hin in diesen demokratischen Staat quasi so wie er heute ist, mit allen Schwächen auch.
Aber das war etwas was mich all die Jahre ... Jetzt muss man ja auch sagen Jahrzehnte immer schon sehr interessiert hat. Das hat sich angezogen! Ja also dieses doch irgendwie sehr ähnliche Land mit der identischen Historie bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges und der gleichen Sprache natürlich auch im Großen und Ganzen einer sehr ähnlichen Mentalität der Menschen.
Und diese Frage, inwieweit hat dann diese Zeit der Unfreiheit, der Diktatur, der DDR Auch für Veränderungen gesorgt und Unterschiede verglichen mit Westdeutschland. Wie passiert, wenn dieses Land diese Diktatur zu Ende geht? Wie funktioniert das diese Transformation in was wir heute unser gemeinsames Deutschland nennen?
Das Interesse daran, das App bei mir auch bis heute nicht ab. Das finde ich immer noch sehr ... Spannend. Da gucken wir nachher gleich noch mal drauf, da bist du ja sagen ich mal mitten reingegangen dann nachher. aber ich habe noch eine Frage zur Krimiologie. das ist irgendwie sowas ungewöhnliches Fach was man da natürlich erstmal so was mir aufgefallen ist aber was hast du da vielleicht auch später für deinen beruflichen Werdegang mitgenommen?
Was ist so dein Blick auf Menschen und Systeme wenn man das aus so einer auf so einem Blickwinkel anguckt? Naja, also Kriminalologie ist eben nicht die Kriminalistik. Das wird häufig verwechselt. Also ich hab mich nicht mit Verbrechensaufklärung beschäftigt, sondern eher mit Präventionsfragen und mit politisch motivierter Gewalt oder auch mit ... ja, so was wie der Staatssicherheit oder mit dem BND oder so.
Und ich habe dann tatsächlich als junge Journalisten direkt nach dem Mauerfall Teilweise auch Studien begleitend viele von diesen Stasi-Geschichten bearbeiten dürfen und hatte so den Wunsch, mich durch dieses Studium da ein bisschen mehr zu qualifizieren. dafür. Weil ich ja als junge westdeutsche Studentin ... da vielleicht eigentlich nicht darüber berichten durfte.
Oder ich war nicht unbedingt die Erste, die sich da hätte aufgerufen fühlen müssen und hatte einfach den Wunsch mich da irgendwie ein bisschen zu wappnen und schlau zu machen. Und das fand's einfach auch spannend. Muss ich mal nachfragen was ist hier so hängen geblieben? an einer zwei Geschichten? Vielleicht die Detailen möchtest du wo?
oder vielleicht auch ja einfach mit eine Warnung aussprechen möchtest. Ich hab in Dresden und Leipzig viele Menschen kennengelernt, die damals am sogenannten Runden Tisch zu hassen. Und ja ... versucht haben, Errungenschaften oder so genannte Errungenschaften der DDR rüberzureten in das vereinte Deutschland.
Und da eine Vermittlerrolle auch einzunehmen. Auf der anderen Seite waren aber natürlich ... Menschen, denen es auch nicht schnell genug gehen konnte mit der D-Mark und mit der deutschen Vereinigung. Und diese ersten freien Wahlen der DDR im Frühjahr, das war in den letzten Jahren. Glaubst du, es ging zu schnell?
Ich glaube, es hätte gar keine andere Lösung gegeben. Der Druck auf dem Kessel war groß ... Aber mitunter gibt's ja heute so ein ... ich mag das Wort gar nicht narrativ! von Menschen, die immer wieder sagen das. Also gerade Ostdeutsche, die sagen wir sind so vom Westen überrollt worden und die westdeutschen haben uns eigentlich geschluckt und haben hier alles übernommen.
Und wenn ich das höre dann denke ich manchmal mmh es stimmt schon Es gab schon viele schlimme Geschichten Glücksritter aus dem Westen, die dann versucht haben eine schnelle Markt zu machen. Und auf der anderen Seite gab es aber eben auch diesen Wunsch der Ostdeutschen ganz schnell angeschlossen zu werden quasi an den Westen und ganz schnell die D-Markt zu bekommen.
Die westdeutschenden Beamten, die nach Ostdeutzland kamen ... Die wurden auch mit großem Hallo begrüßt. Also das war eine ambivalente Zeit und auch einer Zeit voller Spaltung. Berlin war ja auch lange ne Keimzelle, ich bin ja auch in Berlin geboren aber auch schon in den hier ins Schwabenland gezogen.
von daher habe ich es natürlich auch viel verfolgt was in berlin ist. aber wenn man heute in Berlins ist das unsere Hauptstadt? Ist das wirklich unsere Hauptstadt, wenn man so drauf guckt? Oder ist es aus Sicht der Demokratie ein Fragezeichen. Formale ist erst mal unserer Hauptstadt und das ist auch die größte Stadt des Landes.
Und deswegen finde ich's auch irgendwo richtig. Es ist eine Stadt, die auch ein bisschen Melting-Pott ist und Ost und West in sich aufnimmt und viele Widersprüche. Aber es ist natürlich auch eine. Peinigte Stadt, eine Stadt voller Wunden und Widersprüche. Und auch eine schwierige Stadt. also ohne Frage Ich vermag jetzt nicht zu sagen dass ich Stuttgart oder Bonn lieber als Hauptstadt hätte.
Ich glaube es ist schon richtig das Berlin die Hauptstadt ist aber mit Sicherheit ist es einer Hauptstadt, die nicht so glamourös ist wie beispielsweise Paris oder Rum. Okay ... Aber eins interessiert unsere Hörer und Hörerin? Wie bist du zu Nomus gekommen? Die ersten Jahre war ich da auch heimlich, weil ich da in Kognitut tatsächlich war.
In meinem Selbstverständnis war ich Journalistin und konnte mir gar nicht vorstellen, jetzt in die Wirtschaft zu gehen. Ich fand Nomus spannend. Der Anfang war der, dass ich während meiner Zeit als Voluntärin an der Journalistenschule in Hamburg einen Manufaktumkatalog in die Hand bekommen hatte. Und in diesem Manufakumkatalog war eine Nummersuhr.
Ich habe mich in diese Uhr verliebt und hab mir geschworen von meinem ersten Redakteursgehalt kaufe ich mir die Uhr! dieses erste Geld aber nicht gereicht, weil ich noch ein Fahrrad ohne Matratze brauche. Dann habe ich in Glashütte angerufen, rotsfrech wie ich damals war, hab mich zum Chef zu Roland Schwertner durchgequatscht und weil der auch gerne quatschte hat er dann anderthalb Stunden mit mir telefoniert und er fand das irgendwie lustig.
dass da eine Journalistin aus Hamburg In Glashütte anruft, war ja damals alles noch ein bisschen anders. War ja Ferngespräch und so ... Okay! Und am Ende dieser anderthalb Stunden hat er mir eine Uhr zum Fachhandelspreis verkauft und hat gesagt ich müsste mit ihm dann dafür aber einen Bier trinken gehen wenn wir irgendwann in Glashüte sein.
So bin ich zu meiner Uhr gekommen, zu der Tetra das war meine erste Nommersuhr tatsächlich den Roland Schwertner getroffen habe im Raskolnikov auf dem Glas Wein, dann nicht auf einem Bier. Er hat es nochmal anderthalb oder zwei Jahre gedauert und ich hab da mal bei der ARD gearbeitet. Und fortan nach diesem Treffen habe ich zunächst nebenher die Pressearbeit für dieses noch sehr kleine Nummus gemacht so quasi als Nebenjob.
Manufaktum war damals noch Gesellschafterin von Numos Glaswütte. Und nicht lange später haben sich Manu-Faktum und Numos getrennt, es gab da so ein paar Differenzen bezüglich der Einstellung von Mitarbeitenden, damals Numos Wuchs und brauchte ständig neue Urmacher. Da konnte nicht jedes Mal eine Gesellschafterversammlung einberufen werden.
Dann hat man sich getrenned Kollege Uwe Ahrendt, der heutige CEO von Nomos Glashütte. Und ich, wir sind dann mithilfe der Bank quasi Nachfolger von Manufaktum geworden. Ja also gesellschafter Unfall hast du die Markenarbeit übernommen? Dann habe ich die Markenerbeit übernomen und bin kurzer Zeit später auch Geschäftsführerin geworden und war aber immer noch so mit einem Bein im Journalismus.
Also das hat ein bisschen gedauert mich da zu lösen. Je größer Nummers wurde, desto mehr Spaß hat es dann einfach auch gemacht. Weil man mit so einer Marke das kennst du ja vielleicht auch. Je mehr Erfolg man damit hatte, destоr mehr Möglichkeiten hatt' man die Fotografen anzurufen, die man gerne hätte oder die Designer, mit denen man gerne mal was machen würde und konnte da jede Menge schreiben.
Ich hab mehr bei Nummers geschrieben als hier für eine Zeitung Und das hat dann einfach Spaß gemacht und immer mehr Spaß gemacht. Das ist eine schöne Geschichte! Nomas hat im Prinzip genau das kombiniert, was mich ja schon interessiert hat nämlich einerseits eine große Liebe zum Design also die Frage wie sollen Uhren heute aussehen?
Wie funktioniert gute Gestaltung? Zum anderen eben Ist das eine Ohrmanufaktur, die ein bisschen Strukturentwicklungsaufgaben auf dem Land in Ostdeutschland im Osterzgebirge mit übernommen hat? Mit anderen natürlich. Aber es ist ... Also Glashütte heute ist ein Ort. Aktuell sind da zehn Ohrenfümmen in einer Ortschaft im Kern.
nur ungefähr zwei Tausend Einwohnerinnen und Einwunern. Und ... ungefähr genauso viele Menschen arbeiten dort in der Uhr, das heißt da ist quasi Vollbeschäftigung. Damit ist Glashütte auch ein Ort so kleiner als es ist. Ist ja doch einfach höchsterfolgreich! Das ist ne Marke geworden an sich her? Der Ort ist eine Marke, die Herkunftsbezeichnung.
wertvoll ähnlich wie der Swissmade, wenn auch kleiner. Aber Glashütte ist weltberühmt teilweise im Ausland, insbesondere in Asien oder in den Staaten viel bekannter als in Deutschland lustigerweise und es ist eben einer ... Ich sag mal, das ist wirklich ein Leuchtturm also dass was Helmut Kohl irgendwann versprochen hatte für eigentlich ganz Ostdeutschland da hat's jetzt mal geklappt gibt nicht so viele Orte.
Viele Orte in Ostdeutschland sind froh, wenn sie eine Müllverbrennungsanlage aufweisen können mit ein paar Arbeitsplätzen oder ähnliches Gewerbe. Es ist teilweise zäh und schwierig wie wir alle wissen. Und in Glashütter aber ist etwas gelungen was mich bis heute immer wieder sehr freut einfach weil da ... wunderbare Uhren hergestellt werden.
Uhren, die also dort ja schon seit eighteenhundertvierzig gebaut werden und seit Generationen wird da eigentlich so dieses Uhrenwissen auf die Spitze getrieben und von ... Also wirklich da geben die Großeltern an die Eltern, an die Kinder das Uhren-Wissen weiter und jeder macht es noch ein bisschen besser und versucht diesen Nimbus des Ortes gerecht zu werden mit dem eigenen Tun.
Und die Tatsache, dass da so viele Menschen an wahnsinnig guten Uhren arbeiten und einen Qualitätsanspruch haben, sorgt auch eben für Erfolg, sorgt für Aufmerksamkeit tatsächlich weltweit für viele Besucherinnen und Besucher, die dorthin kommen und staunen. Demzufolge auch für ... ja, sowas. Wie stolz, also im schönen Sinne für stolz.
Für Arbeitsplätze die Sinnstiften und auch aus meiner Sicht so ein Kulturgut in die Zukunft tragen weil eine Uhr wenn man mal jetzt von dem Angeberpotenzial einer Armbanduhr absieht ist ja einfach auch ein Stück Kultur das mit der armbandur und der mechanischen Zeitmessung eben sowas möglich wurde wie dass die Eisenbahn irgendwie prämtlich von einem Ort in den anderen kam und man wusste ungefähr, wann sie wirklich da ist.
Und ja andere Dinge mehr also das, dass meine gemeinsame Zeitmessung eben etablieren konnte aber eben auch die Tatsache, dass mit dieser eigentlich verrückten Mechanik aus ein paar Metallteilen zeitgemacht wird. Aus meiner Sicht ist das schon ein Stück Kultur. Vielleicht hast du die Frage teilweise beantwortet, aber Nomus gäbe es ja nicht ohne den Mauerfall?
Da würde die Firma so heute nicht existieren. Aber was macht mit dieser Geschichte, dass mit dem Selbstverständnis eines Unternehmens die Existenz an ein politisches Ereignis knüpft ist? Das ist sicher eine Kernfrage bei einer Marke, oder? Also für mich war es das immer. Damit ist schon verknüpft ein gutes Stück Demut auch und Dankbarkeit den Menschen gegenüber, die auch die deutsche Vereinigung erkämpft haben damals allen voran die Demonstranten in Leipzig Die damals mit großem Mut vorangeschritten sind.
Ich glaube, bei allen Schwierigkeiten ist diese Deutsche Vereinigung für uns alle ein großes Geschenk. Und natürlich ohne die deutsche Vereinigung, die die Demokratie auch nach Glaswütte gebracht hat würde es nun muss nicht geben. schlichtweg wäre es nicht möglich gewesen dort eine Ohrenfirma zu etablieren.
Es gab dort den staatlichen oder Verstaatlichtenhersteller, V.E., B. Glashütter-Urenkombinat und darüber hinaus jetzt eine private Uhrenfirma wäre da nicht möglich gewesen abgesehen davon dass niemand daran Interesse hätte weil konnte da ja nicht weiß ich man hatte keine Rechtssicherheit beispielsweise oder keine Freiheit für Unternehmerisches handeln.
das heißt Wir verdanken die Existenz von Numos Glashütte. Der Demokratie, wie fast hundert Prozent der Unternehmen in Ostdeutschland ihre Existenzen der Demokratie verdanken.". Das ist ein schöner Satz. ja, den müssen wir noch mal laut sagen! Ja und ohne die Demokratie könnten wir dicht machen. Und daraus folgt für mich im Umkehrschluss schon der Demokratie oder einfach ja unserem System auch ein bisschen was zurückgeben müssen, also die Demokratie ist leider kann man sagen es kein Supermarkt.
Wir müssen alle da auch irgendwie die Regale befüllen damit wir wieder etwas rausnehmen können. aber das ist nicht eine höhere Macht die das alles für uns macht sondern die Demokraties besteht aus uns allen aus Privatpersonen, aus Kirchen und Gewerkschaften Parteien. Aber eben auch aus Unternehmen. Und Unternehmerinnen und Unternehmer sind manchmal in meinen Augen ein bisschen zurückhalten, wenn es darum geht sich vor die Demokratie zu stellen und da mal einen Standpunkt beziehen.
Sie sind aber sehr oft politisch also ... wenn es um Steuern geht oder um Subventionen. Also, wenn's darum geht, dass Unternehmer etwas wollen vom Staat, dann sind sie sehr wohl in der Lage sich zu artikulieren. Aber das ist ein bisschen eine Einbahnstraße. und dieser alte Satz von Milton Friedman The Business of Business is business?
Der gilt aus meiner Sicht eben schon lange nicht mehr. also ... Man kann natürlich sagen, die erste Pflicht des Unternehmens ist es erst mal zu produzieren und Geld zu verdienen. Und dafür zu sorgen dass die Arbeitsplätze sicher sind und das der Laden läuft. Das ja aber das reicht eben nicht. Gerade jetzt in diesen Zeiten sehen wir erst recht, dass es nicht mehr reicht.
Da gucken wir gleich nochmal hin. also du hast so einen wunderschönen Redefluss. deswegen ich glaube du kennst meine Fragen schon weil sie werden nach und nach beantwortet. das ist sehr schön. Wir springen jetzt einfach mal Markenarbeits als demokratische Haltung, habe ich noch so eine Zwischenüberschrift.
Da hast du ja schon einiges erzählt. Nobus hast über eben zwei Jahrzehnte als Marke geprägt. Euer eigener Anspruch lautet demokratisches Design und gutes Design für viele erschwinglich. Und da ist eigentlich die Frage wie viel Demokratie kann im Design einer Uhr stecken? Weil ich glaube, das ist auch immer wieder eine spannende Frage bei euch gewesen.
Bei die Seingestaltung? Naja Demokratie jetzt nicht im Sinne dass die Kunden... Demokratisch bestimmt mehr. Wer wie die Topografie aussieht oder ob der Zeiger ein bisschen kürzer oder länger ist, da hört er Spaß auf! Da sind wir ziemlich undemokratisch. aber demokratisch in dem Sinne also Bezieht sich auf mehrere Aspekte.
Zum einen bezieht es sich auf die Erreichbarkeit der Produkte, das heißt wir sind mal angetreten oder ich bin ja nicht von Anfang an dabei gewesen also schon der Roland Schwertner der Numos gegründet hatte. er hat von Anfang angesagt jeder hat das Recht auf eine gute Uhr. Das heißt natürlich gibt es Menschen denen's wirklich an allem fehlt.
sie können sich auch keine Numos ur leisten. aber Die meisten Menschen heutzutage machen mal einen Wochenendurlaub oder haben ein Laptop, oder einen guten Wintermantel. Oder irgendwas vergleichbar Teures in dieser Art und dann hängt es einfach davon ab welche Prioritäten man setzt und wie wichtig das einem ist.
Und wenn man eine gute Uhr haben möchte die man in Leben lang trägt und die man vielleicht auch weitergeben kann an die nächste Generation Dann kann man sich eine gute Uhr leisten. Also was dann so eine Uhr? ... Wie du auch trägst, wie ich gerade? Jetzt erst ein Decke steffern! Die musst dich heute rausholen, ja.
Sonst nie nur wenn ich komme. Nein, nein. Was so ne gute Uhr dann pro Tag kostet, dann kann man schon sagen es ist ein demokratisches Produkt und das ist nicht... Es is kein ostentativer Luxus der in erster Linie den Impetus hat sich von anderen Abzugrenzen, in denen man zeigt. Mein Konto ist besonders dick, sondern es ist eher so ein Luxus der auch für den kulturellen Reichtum steht.
also vielleicht ja weiß ich nicht, Briten würden vielleicht sagen to be in the know. Ich weiß was gut und was richtig ist Und ich kaufe mir nicht den modischen Völlefans zum angeben Sondern das einmal richtige Produkt Also die Haltung. Die Haltung eher, also das ist so eine Form von Luxus wie wir sie ein bisschen für Nomo sehen.
dann gibt es aber noch einen anderen demokratienbegegriff. der geht zurück auf den deutschen werkbund und das deutsche Bauhaus als Designschulen. und der Werkbund zwei tausend neunzehnhundertsieben gegründet dir gibt es bis heute Wir sind da auch noch Mitglied Und der Werkbund hat erstmals versucht, insbesondere Einrichtungsgegenstände für viele Menschen erschwinglich zu machen.
In dem Handarbeit mit Maschinenarbeit kombiniert wurde und auch in den Häuser so gebaut wurden dass sie das eben auch damals weniger betuchte Familien mit ihren Kindern im grünen und schönen Leben konnten und nicht irgendwo in feuchten Hinterhofwohnungen. also Der Ansatz war, ein besseres Leben für viele Menschen zu ermöglichen in dem Architekten mit Designern-, Handwerkern und Industriellen zusammengearbeitet haben.
Der Deutsche Werkbund gilt auch als Vorläuferbewegung des Bauhauses. Und das Bauhaus hat dann gestalterisch da noch einen draufgesetzt, indem man versucht hat ... Design weiterzudemokratisieren, indem auf Ornamente noch weiter verzichtet wurde. Als es schon im Deutschen Bergbund der Fall war in dem man versucht hat, Dinge so schlicht zu gestalten bis es nicht mehr ging quasi und so machen wir das auch Barnum aus heute.
also dass man irgendwie viel weg nimmt von Beispielsweise von der Typographie auf dem Zifferblatt bis man denkt, jetzt kippt irgendwas. Das war zum Beispiel mal mit den Serifen der Tangente der Fall. da haben wir gedacht irgendwie eine Uhr wie die Tangente braucht keine Serifen ist eigentlich nicht ein bisschen unlogisch und die lassen wir einfach weg und plötzlich sei die Uhr dann aber kalt und ärmlich aus.
Die diese kleinen Striche diese Heckchen an der Typu, die braucht es dann eben doch wieder damit die Uhr wieder ein bisschen wärmer wird und Charakter bekommt. Und so ist das aber immer so ein bisschen so einen Ring um die Details. Aber dieser Designanspruch, der nicht mit überreichen Ornamenten und viel Gold und Kram drumrum ... irgendwie versucht zu beeindrucken und sich abzugrenzen, sondern der eher einfach durch die gute Form, die auch bleibt.
Und die den Blick nach Jahren noch standhält ... Das ist die Klarheit vom Bauhaus dann auch so ein bisschen? Das ist auch gewissermaßen demokratisch, weil dann braucht's nicht immer wieder das Neue. Dann sorgt eben Design einerseits für Beständigkeit und auch für Enterschwinglichkeit, weil das einmal das richtige Produkt in Leben lang reicht.
Also ja, man merkt einfach das Design und Markenarbeiter blüht dein Herz auf. Das merkt man. wenn du heute weiter Markenarbeit machst oder machen würdest würde sich was ändern gerade in Zeiten von KI? Oder wie guckst Du auf Marken Arbeit heutzutage? also ich bin keine Gegnerin der künstlichen Intelligenz aber Ich glaube wir müssen sie einfach klug einsetzen und als Hilfsmittel benutzen an Stellen, wo das sinnvoll ist.
Aber eben erst mal nur als Hilfsmittel. Ich glaube, Marken gerade in Zeiten der KI stehen eher für Dinge die eine Beständigkeit haben, die eine Geschichte haben, Eine Ohrenmarke wie Nomos könnte man so mit KI natürlich nicht machen, sondern da braucht es ja ganz viel Handwerk. Und das braucht Geschichte und Geschichten drumrum.
Das ist eben das was KI nicht kann. Ich glaube auch je mehr die künstliche Intelligenz unseren Alltag durchdringt, desto größer wird auf der anderen Seite aber auch unsere Sehnsucht nach dem Echten. Das ist ein Effekt, der irgendwie ganz schön ist. Der beruhigt dich? Ja, er beruhigt mich oder ich glaube jedenfalls dass unsere Sehnsucht nach solchen Dingen nicht verschwinden wird dadurch.
Du hast Nomus zur internationalen Marke gemacht und wurdest auch zum Marketingfrau des Jahres gekürt. Zweiundzwanzig CMO-Office hier nominiert, gab es ... Weißt du nicht mehr? Also das hat mir die KI ausgespuckt. Wahrscheinlich bei der Recherche. Nee aber, gab's einen Moment in dem dir klar wurde, dass die Marke jetzt auch deine politische Haltung mitträgt.
Du hast die Marque ja durchaus über die Jahre so geprägt, ja, vielleicht auch Haltung von Judith angenommen hat. Genau also was war da zuerst die Hände oder das Ei? Ja so ganz trennen lässt sich das glaube ich nicht. Das kennst du auch. wenn man so einen Job macht wie wir dann arbeitet man viel in der Regel und macht es mit Liebe Herzblut und dann verschwimmt es üblich einander.
Und so ganz trennen lässt sich das sicherlich nicht, aber trotzdem würde ich mir natürlich wünschen, dass das keine Selbstverwirklichungsangelegenheit wird. da, wenn wir uns auseinander ... Man sieht ja jetzt auch, es funktioniert ja auch ohne Milch, also das ist ja ... Ja okay! Weil die Marke deine Haltung trägt vielleicht auch.
Aber eine internationale Marke lebt ja von Vertrauen und Konsistenz. Und wie verträgt sich das aus deiner Sicht vielleicht auch im Nachhinein, dass ne Geschäftsführung sich klar politisch positioniert? Seid ihr da oft angegriffen worden? oder war es eher eigentlich auch die Grundlage, dass man ne Marke richtig aufbauen kann?
Bei des also angegriffenen... Also so richtig schlimm zum Glück nicht! angemackert schon oft. Wir haben natürlich Bösepost bekommen und gab immer wieder mal Leute, denen das nicht gefallen hat. Und sicherlich gibt es noch viel mehr, die das gar nicht artikulieren. Gerade vor Ort in Sachsen ist das Umfeld auch kein einfaches.
Gleichzeitig bin ich sehr froh, dass wir das so gemacht haben wie wir's getan haben. Dadurch, dass wir bereits ... ... uns erstmals artikuliert haben und eine Haltung bezogen haben, haben wir sehr früh schon ein Stoppschild aufgestellt. Und gesagt, wie wir das bei NuMOS gerne haben möchten und wo auch unsere Grenzen sind.
Das hat über die Jahre dafür gesorgt, dass Wir eine Mitarbeiterschaft haben, eben anders ist als das Umfeld dort. Also wir wählen auch alles Mögliche natürlich und es geht die Chefs und Chefinnen auch nie was an, ob die rot-gelb-, grün oder schwarz wählen. aber dass wir sagen, die AfD ist für unseren Begriff eine Partei, die nicht dazu angetreten ist, die Demokratie in die Zukunft zu tragen und unsere Verfassung auch zu bewahren Obgleich sie erst mal mit Mitteln der Demokratie zur Macht kommt, stückchenweise.
Dass wir da diese Definition für uns gesetzt haben, das finde ich total richtig. Das hat die Marke geschärft und neben Kritik auch viele Partien eingebracht bei Entkunden in der Presse. Auch wenn es nicht ... der Impetus war, sondern das war ein Nebenprodukt. Das kann ich auch ganz ehrlich sagen. aber es war etwas was eben auch schöne Effekte hatte.
und was mich besonders freut ist dass wir bei NOMOS bis heute ein sehr weltoffenes und fröhliches Klima haben und man nicht das Gefühl hat man is da jetzt in irgendeiner Erzgebirgsbude sondern das ist ein modernes weltofenes Unternehmen. Der Osten als Frühwarnsystem hatte ich noch so eine Zwischenüberschrift und du sagst politische Entwicklung seinem Ostdeutschland als früher und klarer sichtbar, als im Westen.
Was siehst du dort? Was der Westen heute noch nicht sieht? oder sind wir jetzt alle aufgewacht? langsam? Naja das hoffe ich natürlich. also Ich habe mich mitunter in den letzten Jahren gefragt ob die Republik im Tiefschlaf ist. Tatsächlich durch die drei letzten Landtagswahlen sehen wir, dass etwas ordentlich ins Rutschen gekommen ist.
Spätestens jetzt sehen wir das und so Stück für Stück glaub ich sickert auch durch was die Gefahren sind und wie groß die gefahren sind vor allem für Menschen, die vielleicht in eine oder anderen Weise ... nicht so privilegiert sind wie wir, oder die einfach ins Fadenkreuz der Rechtsradikalen geraten.
Und natürlich aber auch für Kulturinstitutionen oder soziale Institutionen und das was da in Sachsen-Anhalt gerade Stück für Stück klar wird, dass ist ja etwas, was sehr traurig ist. Ja, und in Ostdeutschland? Die AfD hat Sympathisanten in ganz Deutschland. Und es gibt überall im Land auch Klaster oder Gegenden, wo der Zuspruch besonders groß ist ... Was aber in Ost-Deutschlands aufhält aus meiner Sicht ist, dass so eine bürgerliche Gegengewehr fast ... komplett fehlt, sieht man mal ab vielleicht von Leipzig oder Halle und so großen Zentren.
Aber im Prinzip hat die AfD die Straßenmeinung übernommen und der Hitlergroß ist häufiger sichtbar und das Klima insgesamt wird aggressiver und viele, die damit sympathisieren, die trauen sich jetzt mal endlich auf den Tisch zu hauen Menschen, die ihnen nicht in den Kram passen dann auch schlecht zu behandeln.
Und ja da ist glaube ich aus Deutschland so eine Art Zeitmaschine und Frühwarnsystem. Es sind Dinge pointierte sichtbar geworden jetzt über die letzten Jahre schon als sie es in Westdeutschland sind. hier mischt sich das noch stärker. Es ist natürlich auch eine andere Historie, eine andere Sozialisierung der Menschen.
Es ist eine andere soziodemografische Zusammensetzung der Bürgerschaft. Die Menschen sind auch im Schnitt deutlich älter. Viele junge Menschen sind weggezogen die dort geblieben sind fühlen sich teilweise ein bisschen zurückgelassen. also da gibt es schon viele spezielle Kriterien oder es gibt schon vieles in Ostdeutschland, was die Gesellschaft dort von der westdeutschen Gesellschaft im Schnitt unterscheidet.
Und trotzdem glaube ich wir sollten alle genau hingucken auch hier in Heilbronn, sollten wir nach Halle gucken und schauen und genau beobachten, was da passiert und uns fragen, was müssen wir tun? An welchen Schräubchen müssen wir drehen damit das nicht das ganze Land ergreift? Ich glaub du hast auch mal so eine besondere Sicht auf den Osten gemacht, dass du sprichst da von Entwertungserfahrungen.
Von unaufgearbeiteten Diktaturen und strukturschwachen Regionen. was wiegt am schwersten für dich? Also ich glaube es ist alles schwierig, was jetzt am schwierigsten ist weiß ich nicht. Steffen Mau hat da sehr viel drüber geschrieben und gesprochen der Soziologe also das einerseits Schwierige Infrastruktur gerade im ländlichen Raum natürlich bei Menschen ein Gefühl hinterlässt, dass sie so abgehängt sind und vergessen sind.
Und das die Zeit früher besser war als es noch einen Kulti gab und einen Laden in dem man einkaufen konnte und die Sportgruppe vom Betrieb und ich weiß nicht was alles noch also früher war einfach hat. natürlich auch In der DDR hat man auch dafür gesorgt, dass die Dörfer der ländliche Raum irgendwie besser erschlossen waren.
Da ist ein bisschen was weggefallen auf Bordbahnholfe wurden demontiert und ja ... Das ist sicherlich ein Problem für Menschen, die da im ländlichen Raum leben aber auch die Erfahrung das, was sie in der DDR geleistet haben, was Sie gelernt haben nicht keine Anerkennung gefunden hat und auch kein Interesse.
Vielleicht ist es auch in Ordnung zu sagen, ja wenn jemand irgendwie Marxismus-Leninismus studiert hat das ist was. damit kann man jetzt heute nichts mehr anfangen. Das können vielleicht auch jeder verstehen. aber dass es noch nicht mal ein Interesse gibt der Westdeutschen dafür wie's dann früher war.
Das ist glaube ich eine schmerzhafte Erfahrung für viele Menschen gewesen. oder ist es? Die Menschen in Ostdeutschland waren natürlich auch. In DDR-Zeiten, wenn sie da schon auf der Welt waren, eben natürlich Jünger und haben ... Waren auch verliebt und haben Partys gefeiert oder am Ostseestrand gezeltet und haben da einfach schöne Erfahrungen, die Sie mit dieser Zeit verbinden.
Das will man nicht so pauschal entwertet haben. Also dieses eigene Leben ist vielleicht getrennt zu sehen von der Diktatur und ich glaube, das ist etwas was wir westdeutschen viel stärker machen müssen uns interessieren und differenzieren. Was mir natürlich jetzt aktuell noch interessieren würde die aktuelle berlin war wiezu stehst du dazu?
Der linken wenn mal schon politisch reingucken? Also mich beschäftigt schon, dass die Gesellschaft immer stärker auseinanderfällt. Dass die Mitte erodiert. Dass sie dieses Feld einfach auch den ganz Linken und den ganz Rechten überlässt. Das ist aus meiner Sicht ein großes Problem. Aber sowohl SPD als auch CDU als auch FDP und auch als die Grünen haben eben auch große Fehler gemacht.
Diese Fehler gilt es jetzt eben für Stückchen auch aufzuholen und wieder gut zu machen, wenn das noch gelingt. Im Moment ist ja auch viel die Rede von der Neugründung einer Partei der Mitte, weil man das Gefühl hat, auf den alten Mauern lässt sich gar nichts Neues mehr machen. weiß ich nicht wie weit das wirklich ist aber natürlich ist diese Entwicklung also zumindest für mich natürlich ist dieser Entwicklung in Berlin Keine beruhigende.
Ich finde die in Sachsen-Anhalt noch schlimmer, aber ... Und ich verstehe die vielen jungen Leute in Berlin, die so ein Riesenproblem haben, eine Wohnung zu finden und die einfach verzweifelt sind, weil sie mit ihrer Zukunft nicht beginnen können, mangels einer bezahlbaren Wohnung. Das ist schon ein Problem in der Stadt.
und Versagen auch der Parteien der Mitte? Also da wurde aus meiner Sicht einfach geschlafen. Oder der Marktwirtschaft? Auch vielleicht, ja. Sowohl als auch und wenn dann nur Luxuswohnungen gebaut werden ist das gerade für eine Stadt wie Berlin in der nicht alles glänzt natürlich ein Problem. also da braucht es Ideen auch für einen sozialen Wohnungsbau damit dass nicht auseinander fällt.
Gleichzeitig finde ich eben aber auch, dass die Stadt sehr provinziell regiert wurde in den letzten Jahren. Das ist sicherlich um auf deine Frage von vorhin zurückzukommen eine Hauptstadt nicht würdig. Also das Personal was wir da hatten im Großen und Ganzen war der Hauptstadtnicht angemessen. Und es ist immer noch nicht.
Ich sehe da niemanden. Demokratie als Standortfaktor, das ist ein ganz guter Übergang. Du hast mal einen Satz geprägt der hängen bleibt bei mir. Demokratie is kein unmittelbarer Produktions- und Standort Faktor Und trotzdem vielleicht der wichtigste von allen. was meinst du damit genau? Also ich glaube oft hat man in der Vergangenheit also nicht nur hier in Deutschland überhaupt erst gemerkt wie wichtig die Demokratie ist wenn sie dann mal weg fällt.
Ich glaube, sie ist ein bisschen das Fundament auf dem alles andere basiert. Und ohne die Demokratie ist alles nichts. Aber sie ist erst mal natürlich nicht sichtbar. Sie war für uns hier sehr lange selbstverständlich eigentlich wie die Luft zum Atmen und jetzt merken wir stückchenweise hoch da kommt was ins Rutschen dass das Einfluss hat, beispielsweise auf die Lust der Unternehmer zu investieren oder einen neuen Standort zu eröffnen.
Aber auch von Arbeitskräften vielleicht vom Stuttgart nach Sachsen-Anhalt zu ziehen. Insofern ist Demokratie ganz wichtig und beschert uns Rechtssicherheit Vertragsfreiheit, natürlich auch eine entsprechende Bildung. Das heißt es ist ja ganz elementar für uns das Menschen die in den nächsten Jahren im Arbeitsmarkt drängen und gut ausgebildet sind.
dafür kann eine Demokratie in aller Regel wesentlich besser sorgen als ein System der Unfreiheit. insgesamt braucht Wirtschaft glaube ich einfach immer einen Rahmen auf dem sie vertrauen kann. Sie braucht die Gewissheit, dass Spielregeln nicht von heute auf morgen verändert werden.". Warum glaubst du das viele Unternehmen sich trotzdem schwer tun?
Sich auch politisch zu äußern oder da auch mal eine klare Kante zu zeigen?". Ich halte das im Großen und Ganzen für ein Fehler. aber ich verstehe schon die Sorge von Unternehmen, die jetzt nicht unbedingt für den Weltmarkt produzieren sondern vielleicht Brot fürs Dorf oder die Region backen. Dass sie anders im Feuer stehen lokal und regional als beispielsweise Nomos.
Ich verstehe auch dass es schwierig ist sich politisch aus dem Fenster zu hängen, wenn man weiß dass vierzig Prozent der eigenen Mitarbeiterschaft rechtsradikal oder extrem wählen. Dass sich die Chefs und Chefinnen da eben Angst haben davor, dass ihnen den Mitarbeitenden davonlaufen oder die besten Leute oder das es eine Unzufriedenheit gibt.
aber vielleicht hätte ich früher damit loslegen sollen. Ihr hattet ja einige Aktivitäten oder immer noch, ihr habt Demokratie-Workshops gemacht und so etwas. Vielleicht hast du dann ein paar Anregungen wie man einfach hier wieder in den Dialog kommt? Also das ist nicht einfach. also ich kann jetzt auch nicht sagen dass wir damit sehr erfolgreich gewesen wären.
Das lässt sich nicht unbedingt beziffern aber wir haben früh damit begonnen zum Beispiel so Medien Trainings zu machen und eben einfach darüber zu sprechen, wie Informationen entstehen. Was vielleicht auch der Unterschied ist zwischen Journalismus und dem was auf sozialen Netzwerken verbreitet wird also einer professionellen Kommunikation Und eine kommunikation die gefahr läuft von fake news oder Verschwörung Erzählungen geprägt zu werden.
wir haben gemeinsam gelernt, wie man beispielsweise eine Bilderrückwärtssuche macht. Das heißt also wenn mir ein Bild auf Instagram zugespielt wird, wie erkenne ich ob das Bild aus dem behaupteten Kontext stammt oder ob es aus einem ganz anderen Kontext stemmt? Also ob es wirklich illustriert was es illustrieren soll.
aber wir haben auch gemeinsam geübt, wie man argumentieren kann. Wie man sich im guten Wert und wie man im Gespräch bleibt miteinander. Und dieses Imgespräch bleiben glaube ich. das ist für mich übriggeblieben in den letzten Jahren. so als der wichtigste Punkt auch dass wir eben trotz aller Meinungsunterschiede uns ja das wird dass wir den Fahrt nicht abreißen lassen dürfen.
Wir müssen einerseits klar unserer Haltung demonstrieren und artikulieren, wir müssen schon auch Grenzen setzen. Und auf der anderen Seite aber immer wieder wirklich wissen wollen warum der andere so denkt wie er denkt? Was ist es was dahinter steckt? Worum geht das denn eigentlich? Ich glaube dass es oft vor allem um dieses gehört werden geht und dass das schon ein wichtiger Teil ist.
einfach Sie habt ja auch einen Wertekontext in der Unternehmung aufgebaut und sicherlich auch klare Grenzen gegeben. Aber der Spagat ist, wann wird's belehrend? Das ist irgendwo dann auch der Punkt, wann lässt man den anderen nicht sein und hört halt einfach wirklich zu.". Genau! Und da gibt es natürlich eine große Sensibilität gerade in Ostdeutschland weil das dann wieder erinnert an die Politische Agitationen in der DDR, die gab es da im Unternehmen ja auch.
Das heißt das ist ganz wichtig dass sowas heute freiwillig ist, freilassend ist, dass auch jeder wirklich angstfrei seine Meinung sagen kann und trotzdem, also dazu gehört beispielsweise auch das WDAH noch Geschäftsführung oder andere Vorgesetzte immer mit den Betroffenen Mitarbeitern in einer Gruppe waren bei solchen Workshops, also dass sich da niemand beobachtet fühlte.
Sondern das es alles im Raum blieb unter der definierten Gruppe und ohne Vorgesetzte. Ja... Und die Geschäftsführung auch klar macht ... dass Übergriffe zum Beispiel nicht geduldet werden. Wenn es Mitarbeitende gibt, die eine andere Religion angehören oder eine andere Hautfarbe haben und eine andere sexuelle Orientierung, dass sie beschützt werden.
Dass es da eine klare Kante gibt, sondern das dulden wir in unserem Unternehmen, dass es da irgendwelche Angriffe-Übergriffe ... oder hochgezogene Augenbrauen gibt. Das ist eine spannende Sache, die ich mir noch aufgeschrieben habe. Du hast gesagt Unternehmen sind heute vielleicht die letzten Orte an denen Menschen sich außerhalb ihrer eigenen Blase begegnen.
was für eine Verantwortung erwächst daraus für dich als Unternehmerin? Ja das ist eine ganz große Chance weil also eine Chance für die Unternehmen und In Zeiten, da immer weniger Menschen in der Kirchengemeinde angehören oder auch eine Gewerkschaft oder auch einer politischen Partei oder einem Sportverein.
Da gibt es ja doch einen großen Trend eher zur Vereinzelung und Menschen sind lieber zu Hause am Handy als irgendwo Teil einer Gruppe. Da sind tatsächlich die Unternehmen so noch die Orte wo wir alle am ersten ... auf andere treffen, auf Menschen unterschiedlichen Alters und unterschiedlicher Herkunft auch unterschiedlicher Bildungshintergründe.
Und dass wir da aus unserer Bubble raustreten und miteinander sprechen das ist glaube ich ganz wichtig. Also wenn du vielleicht auch noch mal anderen Unternehmern was mitgeben würde. Die sagen irgendwie Politik ist mein Job, ich mache einfach Wirtschaft wie würdest du da vielleicht nochmal mit Nachdruck plädieren dass sie hier Haltung zeigen?
Also ich würde erstmal gerne Angst nehmen und so die Sorge nehmen das Haltung auf die Füße fällt Weil ich glaube, in aller Regel passiert da gar nichts. Das ist eher so ein vorauseilender Gehorsam der total unangebrachtes. Ich glaube selbst wenn wir als Führende eine andere Meinung haben als Mitarbeitende dann wird das auch akzeptiert und wir alle kennen es vielleicht aus dem privaten Umfeld ob in der Familie oder im Freundeskreis.
Wir sind nicht immer deckungsgleich mit allen Menschen die uns lieb sind. Wir haben unterschiedliche Meinungen, weil wir haben unterschiedlich Erfahrungen gemacht. Aber auch genau das ist ja auch das Interessante. also wenn wir nur mit Menschen umgeben die genauso ticken wie wir selbst es ja ganz schön langweilig.
was in meinem Kopf los ist weiß ich. Ich will viel mehr wissen. was ist denn daimlos Stefan? und insofern glaube ich dass auch Führende sich trauen sollten zu sagen Was ihre Haltung ist. Ich glaube, das wird gotiert von Mitarbeitenden und es sorgt dafür, dass das Unternehmen mehr Profil bekommt. Dass Menschen wissen wo bin ich dann dran?
Was erwartet mich? da ist mir das sympathisch oder vielleicht auch mal nicht? und wo gibt's vielleicht Reibung? aber wo gibts auch Schnittmengen? Und das ist wesentlich angenehmer als so irgendwas was so warbert und man nicht so genau weiß Woran man ist. Also, da plädiere ich einfach für mehr Mut. Es passiert schon nichts und es wird im Gegenteil auch von ganz vielen Stakeholders gutiert.
Ich glaube, es schärft eine Marke. Ich denke, es sorgt für Sympathien ... Weil du's halb gefragt hast? Also mit dem heutigen Gespräch. Bis jetzt bin ich noch nie politisch geworden im Podcast und von daher ist es für mich erst mal eine neue Erfahrung, aber andererseits natürlich auch spricht es einiges in mir an wo ich mir natürlich Gedanken mache, wo ich als Unternehmer überlege okay wie kann man in wirtschaftlich schwierigen Zeiten etwas über Wasser halten.
Wie kann ich Neugeschäft machen und wie kann ich aber auch in einer Demokratie? Und das war auch in der Vorbereitung für mich ganz wichtig, was sind einfach die Voraussetzungen, die wir eigentlich nie zu schätzen gewusst haben, wie du gesagt hast. also da hat einiges bei mir schon in der Verbereitung ausgelöst und deswegen passt es glaube ich auch ganz gut dass man mit dem Podcast ein paar Tage vom Tag der Deutschen Einheit Ich hoffe wir bringen ihn rechtzeitig kurz danach raus ist es ein schönes Plädoyer, was du hältst.
Deswegen danke ich dir auch dafür, dass du da so ... auch gefühlvolle Einblicke gibst, wie ich das empfinde und ich hoffe, das kommt doch bei den Hörern an. Ähm, un- Ja, unbedingt! Ist noch kein Schlusswort oder? Wir können ja auch immer nah am Unternehmen bleiben wenn wir politisch argumentieren. Das heißt, ähm... Wenn wir Zum Beispiel, da legen können auch anhand eines Wahlprogramms das Partei XYZ vielleicht ... nicht die Partei ist, die für die Arbeitsplätze oder die gesicherten Rentner unserer Mitarbeitenden eintritt.
Dann ist das etwas was wir unseren Mitarbeiter dann natürlich auch sagen können und erklären können. Und da finde ich können auch Chefs und Chefinnen mitunter einfach mal das Gespräch wagen und dann sagen okay hast du denn schonmal deines Wahlprogramm reingeguckt? Oder ist es nur eine rein emotionale Entscheidung, die du da triffst?
Wir können aber natürlich auch immer, und ich finde das müssen wir sogar aus Perspektive unserer Unternehmen sprechen. Und sagen für unser Unternehmen ist es geradezu schädlich denn beispielsweise die AfD ist eine Partei, die wenn sie stärker wird den Standort gefährdet, die den Standord regelrecht beschmutzt oder beschmutzen kann.
Denn das wird wahrgenommen also medial. in der Berichterstattung spielt das eine große Rolle weltweit, also was jetzt die letzten Wochen passiert ist. Das wird weltweit wahrgenommen wenn in Deutschland rechtsradikal gewählt wird oder in Teilen rechtsradikal gewählt werden. Das ist ein großes Thema und es wird nicht unterschiedend.
Ist das Sachsen-Anhalt? Ist das Niedersachsen? Oder ist es ganz Deutschland? Das heißt darunter leidet das Made In Germany. Das ist etwas, was wir als Unternehmer alle gemeinsam hochhalten müssen. Da haben wir eine Pflicht, den Standort zu beschützen. Ist auch ein europäisches Problem natürlich schon durchaus.
und dann die nächste Stufe. Aber wenn man so ein bisschen ... Ein bisschen hat man es vielleicht schon rausgehört. Manchmal ein bisschen Zweifel. Und da hast du kein Hehl draus gemacht. einfach dich manchmal fragst, ob das alles was bewirkt angesichts auch der aktuellen Wahlergebnis. Wo stehst du heute?
Wenn du nach deiner Zeit bei Nomus da drauf guckst, wo schaffst du und wo holst du dir deinen Mut oder dein kämpferisches Herz her? Ich würde jetzt erst mal sagen ... ich würde weniger optimistisch als noch vor einigen Jahren glauben, dass man etwas wirklich ... großes verändern kann. Also in Glasgewütte wird wie überall in Ostdeutschland mehr und mehr die AfD gewählt, wir haben daran nichts ändern können.
Aber ich würde vielleicht noch überzeugter als vor einigen Jahren sagen es macht eben doch einen Unterschied ob wir eine Haltung zeigen oder nicht. Es macht für unsere Unternehmen, für unsere markenden Unterschiede dass wir auch anderen Vorbild sein können mit unseren Marken und Unternehmen. Dass so eine Idee Junge kriegen kann, Nachahmer findet die sich dann vielleicht aus der Deckung trauen.
Insofern hoffe ich, dass es nicht wirkungslos geblieben ist und bleibt. Ich glaube dennoch, man darf es nicht zu viel erwarten. Man kann sich mit einem relativ kleinen Unternehmen die Welt verändern. Das funktioniert leider nicht. Für mich persönlich wäre es undenkbar zu schweigen zu dem was da gerade passiert.
ich glaube hier in Heilbronn im Baden-Württemberg wo wir gerade sind bekommt man das alles nicht so mit. Aber das gesellschaftliche Klima in manchen Regionen Ostdeutschlands hat sich so stark verändert, dass ich schon an das nie wieder denken muss, was hier nach dem Zweiten Weltkrieg geschworen wurde.
Und da haben wir alle eine Verantwortung. Kurz durchschnaufen und dann noch mal ein paar Schlussfragen, wenn es okay ist? Ich hab da so ein Future-Mindset, eine Leitfrage noch mal. Wenn du dein Mindset zur Zukunft der Demokratie in einem Bild oder einem einzigen Satz fassen müsstest ... Wie würde es lauten?
Oder wie würde er lauten der Satz? Einsatz ist ja immer schwierig! Aber das ist jetzt die Herausforderung! Also vielleicht ... Demokratie ist kein Nice to have für gute Zeiten, sondern... Gerade jetzt, aber das ist schon der nächste Satz. Und was würdest du einer Generation von Unternehmerinnen und Unternehmern mitgeben die diese Zukunft erst noch gestalten will und muss?
Also wenn Sie eine Ohrenfirma machen würde ich Ihnen einfach sagen, die Demokratie ist keine fertige perfekte Uhr. Das ist vielleicht keine Nummer, sondern eine U-Arbeit. Da muss man immer so ein bisschen nachregulieren und justieren. Man muss da dranbleiben. Demokratie ist kein Supermarkt. Wir müssen ständig selber ein bisschen mitarbeiten, ein bisschen mittun.
Und dieses Mittun heißt aber auch gestalten können, der auch Einfluss nehmen kann. Kann ja auch Spaß machen. Unbedingt! Ein paar Blitzfragen. Demokrati ist für ein Unternehmen ... Grundvoraussetzung, wirtschaftlichen Handelns. Der größte Irrtum über das Verhältnis von Wirtschaft und Politik ist Dass sie nichts miteinander zu tun haben.
Wenn ich einen Rat für Unternehmerinnen und Unternehmer hätte wäre es Traut euch. Woran Ich trotz aller Rückschläge festhalte ist Klappe aufmachen. Was mir persönlich Zuversicht gibt isst Das ist sehr ffff viele Initiativen im Moment gibt, die sich mit der Demokratie befassen. Dass Demokratie auch wenn sie in manchen Bubbles ein Schimpfwort geworden ist, dass sie doch anderen Orts auch an Relevanz gewinnt und das viel gemeinsam darüber nachgedacht wird was wir für sie tun können.
es gibt viele Wissenschaftler Publizisten, viele Studierende. Viele schlaue Menschen, die im Moment daran arbeiten, die Welt besser zu machen auch die Wirtschaft demokratischer zu machen und damit vielleicht auch besser also nicht demokratischer im Sinne von Chefs und Chefinnen dürfen nicht mehr entscheiden was sie grundlegend wollen aber trotzdem jedem einzelnen soweit es möglich ist mehr selbst Wirksamkeitserfahrungen zu ermöglichen und damit vielleicht einfach auch Macht- und Einfluss auf mehr Schultern zu verlagern.
Und eben auch das Wissen der vielen, mehr zu integrieren. also ich habe mitunter das Gefühl dass die bisherigen Formen des Wirtschaftens so oft dazu führen dass nur das wissen ganz weniger genutzt wird und zum Zuge kommt dass aber eine demokratischere Wirtschaft, wenn wir alle mehr diese Kompetenzen trainieren.
Dass die unsere Unternehmen einfach auch schlauer macht. Punkt! Vielen lieben Dank für das offene und manchmal vielleicht auch unbequeme Gespräch für manche. Es hat mir auf jeden Fall deutlich gemacht Zukunftsfähigkeit heißt nicht nur das eigene Geschäft zu sichern Sie heißt auch für die Bedingungen einzustehen unter denen Geschäfte überhaupt erst möglich wird.
Und dass wir das mal klar aussprechen durften, bedanke ich mich bei dir. Vielen Dank! Ich habe mich gefreut. Mich auch.