Ab ins Bett - Die tägliche Gute-Nacht-Geschichte· Staffel 1· Folge 2184

#2184 Tatiana und das Warten

Mittwoch, 19. August 2026 · 15 min

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Shownotes

Heute begleiten wir Tatiana, die auf den Besuch ihres besten Freundes Noah wartet. Noah wohnt weit weg im Ausland, und die fünf Tage bis zu seinem Besuch fühlen sich für Tatiana endlos an. Sie starrt immer wieder auf die Uhr im Flur, und es kommt ihr vor, als würde die Zeit manchmal sogar rückwärts laufen. Beim Essen vergisst sie zu kauen, in der Schule kann sie sich kaum konzentrieren, und ihr fehlt jede Geduld.

In dieser Gute Nacht Geschichte zeigt Mama Tatiana einen einfachen, aber wirkungsvollen Trick gegen das quälende Warten. Mit zwei Marmeladengläsern und ein paar bunten Murmeln macht sie die fünf verbleibenden Tage sichtbar und greifbar. Jeden Abend darf Tatiana eine Murmel von einem Glas ins andere umfüllen, begleitet von einem hellen Klimpern, das zu einem kleinen abendlichen Ritual wird. Zwischen den Murmeltagen malt Tatiana ein Bild, baut ein geheimes Versteck im Garten und backt sternförmige Kekse, kleine Beschäftigungen, die aus leerem Warten aktive Vorfreude machen.

Was mir an dieser Einschlafgeschichte besonders gefällt, ist, wie sinnlich und konkret das Warten dargestellt wird, ohne dass Tatianas Gefühle lang erklärt werden müssen. Am Ende, wenn Noah endlich vor der Tür steht, zeigt sich, dass die Zeit gar nicht wirklich stillgestanden hat, nur Tatianas Blick auf sie hatte sich verändert.

Diese Folge eignet sich wunderbar für Kinder, die selbst auf etwas Aufregendes warten, einen Geburtstag, einen Besuch oder die nächsten Ferien, und die lernen dürfen, dass Warten leichter wird, wenn man die Zeit mit kleinen schönen Dingen füllt.

Alle Folgen findet ihr wie immer auf abinsbett.net, und wenn ihr meine tägliche Arbeit unterstützen möchtet, freue ich mich über einen Besuch auf abinsbett.net/support.

Ab ins Bett und träumt was Schönes.

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Ab ins Bett – Folge 2184: Tatjana und die Murmeln

Ab ins Bett – Folge 2184: Tatjana und die Murmeln

Vorsicht, wenn Feuer da ist, denn Feuer ist heiß. Aber warum eigentlich ist Feuer heiß? Die Antwort jetzt hören in meinem neuen Podcast: „Warum eigentlich – die Welt einfach erklärt".

Hier ist euer Lieblingspodcast, hier ist Ab ins Bett. Ich bin Marco und ich begrüße euch heute Abend zu einer neuen Ausgabe eures Lieblingspodcasts. Hier ist die 2184. Gute-Nacht-Geschichte. Ich bin Marco.

Vorher gibt es aber das Recken und das Strecken. Nehmt die Arme und die Beine, die Hände und die Füße und reckt und streckt alles so weit weg vom Körper, wie es nur geht. Macht euch ganz, ganz lang. Spann jeden Muskel im Körper an.

Und wenn ihr das gemacht habt, dann lasst euch ins Bett hinein plumsen und sucht euch eine ganz bequeme Position. Und heute Abend, bin ich mir sicher, findet ihr die bequemste Position, die es überhaupt bei euch im Bett gibt.

Hier ist die 2184. Gute-Nacht-Geschichte für heute, den 19. August: Tatjana und die Murmeln.

Tatjana ist ein ganz normales Mädchen. Es ist ein ganz normaler Tag. Es kann sogar heute sein.

Tatjana sitzt in der Küche. Sie starrt auf die große Uhr. Der Zeiger bewegt sich aber so langsam, dass sie sich fragt, ob es überhaupt vorwärtsgeht. Sie schiebt ihr Abendessen auf dem Teller hin und her, aber ohne wirklich zu essen.

„Möchtest du noch etwas Kartoffelbrei?", fragt Mama. Tatjana schüttelt den Kopf, ihr Blick wandert wieder zur Uhr. Es fühlt sich an, als würde der Zeiger sogar manchmal rückwärtsspringen.

„Noah kommt erst in fünf Tagen", sagt sie leise. „Das ist so lang wie nie." Ihr bester Freund Noah wohnt weit weg in einem anderen Land, und sie sehen sich nur selten. Seit Wochen weiß Tatjana, dass er sie besuchen kommt, aber je näher der Tag rückt, desto langsamer scheint die Zeit zu vergehen.

Sie hat schon dreimal am Nachmittag gefragt, ob die Uhr im Wohnzimmer überhaupt noch funktioniert. Und selbst in der Schule hat sie heute kaum zugehört. Wenn die Lehrerin über Buchstaben sprach, hat Tatjana ständig auf ihre Uhr geschaut. In der Pause hat sie nicht mal ihrer Freundin Annabelle zugehört, weil sie in Gedanken schon längst bei Noah war. Sogar beim Abendessen hat sie mehr auf die Uhr geschaut als auf ihren Teller, und jetzt sitzt sie hier. Der Kartoffelbrei ist kalt, und die Gefühle in der Brust sind schwer.

Nach dem Essen setzt sich Tatjana ans Fenster. Sie schaut hinaus, obwohl es draußen nicht viel zu sehen gibt – eine Straße und Bäume, die sich im Wind bewegen. Sie legt ihren Kopf auf die Fensterbank.

„Du wartest wirklich fest", sagt Mama, die gerade ins Zimmer kommt. „Ich weiß nicht, was ich anders machen soll", meint Tatjana. „Ich schaue immer wieder auf die Uhr, aber sie bewegt sich nicht schnell genug."

„Weißt du", sagt Mama, „ich denke, das Problem ist gar nicht die Uhr. Das Problem ist, dass du wartest. Und warten, ohne etwas zu tun, fühlt sich immer viel länger an, als es wirklich ist."

Tatjana runzelt die Stirn. „Aber was soll ich denn machen? Ich würde die Zeit doch gerne schneller machen wollen." „Das kann niemand", meint Mama. „Aber ich kenne einen Trick, wie man die Tage bis dahin anders erlebt. Komm mit!"

Sie gehen in die Speisekammer, holen zwei leere Marmeladengläser heraus, außerdem eine Tüte mit bunten Murmeln. Mama stellt beide Gläser auf den Tisch und füllt alle Murmeln in ein Glas. „Fünf Tage, bis Noah kommt", sagt Mama, und sie zählt fünf Murmeln ab. „Jeden Abend, bevor du ins Bett gehst, nimmst du eine Murmel aus dem vollen Glas und legst sie in das leere Glas."

„Und das soll helfen?", sagt Tatjana und ist dabei ziemlich skeptisch. „Probier's aus. Heute Abend ist es die erste Murmel", sagt Mama.

Tatjana nimmt eine der bunten Murmeln zwischen die Finger. Vorsichtig lässt sie sie ins leere Glas fallen. Es klimpert kurz und klar, die Murmel rollt auf den Boden des Glases. Irgendwas an diesem Geräusch gefällt Tatjana. Es klingt, als ob etwas passiert – anders als das Ticken der Uhr, denn da passiert nichts. „Nur noch vier", sagt sie und schaut auf das Glas.

Am nächsten Tag, nach der Schule, holt Tatjana bunte Stifte hervor. Sie malt ein Bild für Noah, ein großes Haus mit einem Garten voller Blumen. Während sie malt, vergisst sie fast, auf die Uhr zu schauen. Erst am Abend, als sie die zweite Murmel klimpernd in das Glas fallen lässt, merkt sie, wie schnell der Nachmittag vergangen ist. „Nur noch drei", flüstert sie ganz zufrieden.

Am dritten Tag baut Tatjana mit Mama zusammen ein geheimes Versteck im Garten. Sie legen ein paar Kieselsteine als Wegweiser, sammeln runde Blätter und ein paar Steine. Das alles legen sie ins Versteck, und Noah wird bestimmt überrascht sein, wenn er den geheimen Weg zum geheimen Versteck findet. Am Abend lässt Tatjana die dritte Murmel ins Glas fallen, und das Klimpern klingt nicht nur schön, sondern auch vertraut, fast wie ein kleines Lied.

Am vierten Tag backt Tatjana mit Mama kleine Kekse. Sie sehen aus wie kleine Sterne, weil Noah den Sternenhimmel so sehr mag. Die Küche riecht lecker nach Keksteig. Und Tatjana schaut auf das Glas. „Eine Murmel fehlt noch", sagt sie.

Am fünften Tag kann Tatjana vor Aufregung kaum still sitzen. Sie hilft Mama, das Wohnzimmer aufzuräumen. Das selbstgemalte Bild legen sie auf den Tisch, und sie überprüft dreimal, ob wirklich noch alle Kekse da sind. Der Tag vergeht viel schneller als die anderen Tage zuvor – sie hatte eben so viel zu tun.

Am Abend, kurz bevor Tatjana ins Bett geht, nimmt sie die letzte Murmel. Sie hält sie einen Moment lang fest, so als sei sie etwas ganz Besonderes. Dann lässt sie sie in das andere Glas fallen, und es klimpert wieder so wunderschön zwischen den anderen Murmeln. „Morgen ist er da", sagt Tatjana, und sie schaut auf das Glas mit den fünf Murmeln.

Am nächsten Morgen wacht Tatjana auf, noch bevor der Wecker klingelt. Sie rennt ins Wohnzimmer, sie schaut auf die Uhr, und endlich – die Zeiger bewegen sich ganz normal, wie bei einer ganz normalen Uhr. Es dauert noch ein paar Stunden, und dann wird es an der Tür klingeln. Tatjana hat ganz vergessen, wie langsam die Zeit verging. Jetzt hat sie nur noch ein Gefühl von Freude und Aufregung.

Und dann kommt Noah, und sie verbringen eine gute und schöne Zeit miteinander – mit Keksen, mit Murmeln und mit einem geheimen Versteck.

Tatjana weiß genau, wie du: Jeder Traum kann in Erfüllung gehen. Du musst nur ganz fest dran glauben.

Und jetzt heißt's: Ab ins Bett, träumt was Schönes. Bis morgen ab 18 Uhr auf abinsbett.net. Gute Nacht, und bitte vergesst nicht, dem Podcast zu folgen und ihn zu bewerten. Dankeschön.

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