
Alle Zeit der Welt· Staffel 1· Folge 70
Deutscher Bauernkrieg I: Der Arme Konrad & die Inflation
Freitag, 26. April 2024 · 39 min
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Shownotes
In Teil 1 zum Deutschen Bauernkrieg besprechen wir die vielschichtigen Hintergründe des großen Bauernauftsands von 1525. Um die Vorgeschichte zu verstehen geht es um den Armer Konrad, makroökonomische Veränderungen & soziale Verwerfungen.
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Quellen & Literatur:
• zeno.org/Literatur/M/Luther,+Martin/Traktate/W…
• Bücking, Jürgen. “Der ‘Bauernkrieg’ in Den Habsburgischen Ländern Als Sozialer Systemkonflikt, 1524—1526.” Geschichte Und Gesellschaft. Sonderheft 1 (1975): 168–92.
• Karl Marx - Friedrich Engels - Werke, Band 7,S. 327-413.
• bauernkriege.de/GrosserDeutscherBK.html
• youtube.com/watch?v=EZVHuaOwGEU&list=PLoM0…
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Alle Zeit der Welt. Alle Zeit der Welt. Alle Zeit der Welt. Alle Zeit der Welt. Herzlich Willkommen zu einer neuen Folge von Alle Zeit der Welt. Heute geht es um die Vorgeschichte der Bauernaufstände 1525. Die essenziellsten Folge ist es zu verstehen, warum die Bauern sich überhaupt erhoben haben. Wir schauen uns die Vorgeschichte ein bisschen an den armen Konrad und einige andere kleinere Aufstände in der Zeit.
Und warum die so umzuschrieben waren. Und in der zweiten Folge geht es ja tatsächlich eher um die Schlachten, den eigentlichen Verlauf des Bauernkrieges, nachdem wir heute so ein bisschen die Bühne aufbauen. Und in der zweiten Folge hört dann wieder auch ausgiebiger, warum es danach so lange zu keinen Aufständen mehr kam.
Was gibt es vorher noch zu sagen? Bewertet uns gerne, das sage ich uns immer am Ende der Folge, dann hören uns nur irgendwie 50% unserer Hörer und Höreren. Also lasst uns gerne eine Bewertung da, schreibt in den Kommentar, teilt das Video oder teilt den Podcast mit Leuten, die das interessieren könnte, die erkennt, denen sowas gefällt.
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Es gab eine Zeit, wo Deutschland Charaktere hervorbrachte, die sich den besten Leuten der Revolutionen anderer Länder an die Seite stellen können. Wo das deutsche Volk eine Ausdauer und Energie entwickelte, die bei einer zentralisierter Nation die großartigsten Resultate erzeugt hätte. Wo deutsche Bauern und Plebeia mit Ideen und Plänen schwanger gingen, für den ihre Nachkommen oft genug zurückschaudern.
Es ist an der Zeit, gegenüber der augenblicklichen Erschlaffung, die sich nach zwei Jahren des Kampfes fast überall zeigt, die ungefügten, aber kräftigen und zähngestalten des großen Bauernkriegs den deutschen Volke wieder vorzuführen. Drei Jahrhundertes sind seitdem verflossen und manches hat sich geändert.
Und doch steht der Bauernkrieg unseren heutigen Kämpfen so über ausfern nicht. Und die zu bekämpfenen Gegner sind großen Teils noch dieselben. Hallo, Hallo, herzlich willkommen zurück zu einer neuen Folge von Alle Zeit der Welt, heute mit Jonas und mir. Ja, dieses Zitat ist von Friedrich Engels aus seiner Schrift über die Bauernaufstände, die er hauptsächlich verfasst hat, um sich mit seiner Zeit und den gescheiterten Aufständen 1848 auseinanderzusetzen.
Die Bauernaufstände, über die Engels hier geschrieben hat und über die wir heute reden, sind eben vor allem deswegen interessant, weil sie über die Zeit hinweg so unterschiedlich interpretiert wurden von unterschiedlichen Zeiten. Also 1524, 2526 waren die großen Jahre des Aufstands hauptsächlich 1525.
Und von Engels und Marx im 19. Jahrhundert über dann die völkische Bewegung Anfang des 20. Jahrhunderts und die sozialistische Ideologie der DDR haben alle eigentlich versucht, die deutschen Bauernaufstände für sich zu vereinen haben. Und wir schauen heute ein bisschen hinter diese vordergründige Vereinahmung, die wir alle kennen und überlegen uns, was war denn damals los, warum haben die Bauern sich erhoben, warum hat das Ganze nicht funktioniert und wie wurde das Ganze immer wieder aufgewärmt, um aktuelle politische Ereignisse irgendwie mit den Bauern 1525 zu verknüpfen.
Vor allem haben wir jetzt bald, also wenn wir den Anfang 1524 anschauen, 500-jähriges Jubiläum und nach 500 Jahren auf eine großen Aufstelle der deutschen Geschichte zurückzuplicken, fand ich spannend. Das wurde sich auch von Hörern und Hörern gewünscht, dieses Thema. Von daher geht es heute um die Bauernaufstände. Viel Spaß!
Heute geht es um den Bauernkrieg, ein extrem vielschichtiges Thema. Wir werden uns nicht nur Bauernjäger mit Dreschlägel, Pflegeln und Sensen bewaffnet anschauen, die mit Regenbogen fahren, teilweise durch die deutschen Lande ziehen, sondern auch ein bisschen den Antisemitismus der Zeit schlachten mit sehr, sehr ungleichem Ausgang und wankelmütige Reformatoren.
Weil das Thema so vielschichtig ist, würde ich gerne mit euch ein bisschen auf dem Makro-Level einsteigen. Wir schauen uns erst ein bisschen die Vorgeschichte dazu an, weil einfach immer nur 1524 oder so einzusteigen und zu sagen, da geht es los, ist ein bisschen begrenzter Blick auf die Geschichte und damit verliert man so ein bisschen den größeren Zusammenhang, dass das ja nicht in einem luftlären Raum passiert.
Und weil eben geschichtlich der Bauernaufstand so oft versucht wurde, ja auch ideologisch zu vereinnahmen, habe ich mir in der Vorbereitung mühe, eben keine einfache Antwort darauf zu geben, warum es zu diesem Bauernaufstand kam, sondern ich würde euch ein bisschen erforschen, welche verschiedenen Faktoren da wahrscheinlich mitmaßgeblich waren und wie vielschichtig eben auch die Gemengelage damals war, die dazu geführt hat, dass sich die Bauern tatsächlich dann am Ende erhoben haben.
Wir steigen einfach mal auf dem Makro-Level ein, weil vor dem 14. Jahrhundert waren so Volksaufstände, zwar nicht unbekannt im Mittelalter, aber eher eine lokale Vorkommnis. Das verändert sich zunehmend, vor allem in Mitteleuropa, im 14. und 15. Jahrhundert, weil neuer wirtschaftlicher Druck entsteht und es auf den Oben nach unten, wie das so oft ist.
Und damit kommt es auf einmal 14. und 15. Jahrhundert zu einer Vielzahl von Volksaufständen in ganz Europa. In Deutschland allein, also was heute Deutschland ist, auf dem Territorium, gab es zwischen 1336 und 1525 nicht weniger als 60 Fälle von militanten Bauernaufständen. Also, dass die Sache mit den Bauern kriegen und dass es quasi 1525 so ein Alleinstellungsding ist, verschleiert eben die Realität, dass es da eigentlich eine regelmäßiges Vorkommnisse im späten Mittelalter war, dass Bauern Aufstände losbrachen.
Und diese Niederstandsaktionen beschränken sich eben auch nicht auf Deutschland. Und zwar gab es eben schon 13. und 14. Jahrhundert so ein bisschen als Vorgeschichte zu diesem großen deutschen Aufstand in der Schweiz, in Flandern, in England verschiedene Aufstände, in 15. Jahrhundert sehr berühmt die Houssiten, die sich in Böhm erhoben haben.
Was weißt du denn über Jan Huss und Houssiten, Jonas? Genau gar nichts. Genau gar nichts. Dann gebe ich dir die zwei Minuten super Kurzfassung. Also, Jan Huss war ein böhmischer tschechischer Reformator, der 100 Jahre oder 75 Jahre vor Luther versucht hat, etwas Ähnliches zu machen, nämlich eine Reformation der Kirche mit ganz vielen Ideen, die wir dann auch im Protestantismus von Luther wiederfinden und die einen lange Zeit sehr erfolgreichen Volksaufstand in Böhm und auf dem Gebiet der heutigen Tschechei größtenteils ausgeführt haben, wo mehrmals große Ritterhäre geschlagen wurden.
Die haben die Wagenburg als militärisches Mittel etabliert, ganz berühmt, und haben dann eben mit ihren sehr wild zusammengewürfelten Herinnen versucht, den Vorteil, den Ritterhäre zu machen, indem sie Wagenburgen, die im Wilden Wessen gebaut haben und mit frühen Kanonen und Armbrüsten da heraus geschossen.
Und war die sehr disziplinierte Herre. Es gab dann die Taburiken, es gab einzelne Unterfraktionen in dieser Revolution. Die haben dann Tabur gegründet, die Stadt, die es auch heute noch gibt, und waren sehr extrem. Da finden wir auch so Grundidee, dass alle Menschen gleich sind, die komplette Abschaffung der Ständeherrschaft und die hat dann ein sehr berühmtes Pflegel her, das mit Träschpflegeln losgezogen ist und Ritterthot gekloppt hat für eine Weile.
Sehr erfolgreich. Wenn ihr zu diesem Aufstand in Böhm eine gute Literatur sucht, ich habe jetzt vor Kurzem der Narrenturm gelesen, vom gleichen Autor, der auch The Witcher geschrieben hat, dieser polnische Fantasy-Auto. Und der Narrenturm ist ein Dreiteiler, der erste heißt der Narrenturm. Es ist eben eine fiktionale Geschichte über ein Medikus, der in dieser Zeit zwischen die Fronten der Revolution oder das Aufstand des Gerät, in diesem Büchern wird aber sehr gut quasi die Lebensrealität und die vielschichtigen Verflechtungen, also wunderbar aufgearbeitet, wenn ihr Lust darauf habt, einen guten Historien-Roman für die nächsten Ferien sucht.
Der Narrenturm ist definitiv super auch für dich Jonas Nehe. Würdet ihr riesig Spaß machen beim Lesen? So viel zu anderen Aufständen, die dann 70 Jahre vorher in der Nähe aufgetreten sind und Europa schockiert haben, weil da sich einige Bauern angemaßt haben, mit ihren Predigern Christentum neu auszulegen und zu sagen, wir distanzieren uns vom Katholizismus und wir machen unser eigenes Ding.
Teilweise gab es da auch dann Unterfraktionen, die komplett nackt auf dem Land gelebt haben, tatsächlich so prototypimäßig, wo einst den Prediger sich schon harem an Frauen nackt in der Landkombune zusammen irgendwie sucht haben, wo tatsächlich der Ausbruch aus der ständischen Gesellschaft sehr extrem ausgefallen ist und das wurde natürlich dann von den Feinden ganz groß an die Glocke gehangen und Flugschriften verbreitet.
Ein großes Problem, das er nur hatte, ist, dass der Buchprobe noch nicht so verbreitet oder noch kein großes Ding war. Martin Luther hat dann natürlich den Vorteil, dass seine Schriften im folgenden Jahrhundert dann viel besser publiziert und verbreitet werden können als die Ideen von Wuss. Und das ist vielleicht auch eine der Gründe, warum es dann mit Luther anderen anders läuft als mit Jan Wuss und der letztlich dann scheiternen Revolution der Husiten.
Beziehungsweise am Ende, ganz kurz fast, um die liberale Fraktion schließt sich mit den kaiserlichen Truppen am Ende zusammen der Revolution. Es gibt quasi ein Verrat und die machen gemeinsam die extremen Nieder und einigen sich dann auf eine Art Deal. Eine andere berühmte Bürgererhebung, die auch räumlich in dem Bereich der Bauernaufstände dann fällt, ist der Arme Konrad.
Eine Bürgererhebung in Südwestdeutschland zwischen 1509 und 1514, also zehn Jahre vor dem Bauernaufstand, bei dem zumeist die ärmeren und unterprivilegierten Geschichten gegen die ökonomischen und politischen Privilegien der Patrizia und des Klerus aufstanden. Und der Arme Konrad ist tatsächlich ein ganz spannendes Beispiel, weil das so knapp davor liegt vor den Bauernaufständen.
Die Hauptursache für den Aufstand des Arme Konrad war landesweit missernten und politische Umbrüche, die zunehmend zu einer wirtschaftlichen Notlage der Unterschicht geführt haben, weil auf dem Rücken dieser Unterschicht der Frühkapitalismus im ausgehenden Mittelalter ausgetragen wurde. Zum Beispiel haben sich da zu dieser Zeit, zum Anfang des 16. Jahrhunderts, der Preis für einen Schäffel Dinkel innerhalb von kurzer Zeit von 21 Kreuzer und 5 Heller auf 2, gulden 4 Kreuzer und 3 Heller, also ist extrem angestiegen, um jetzt aus dieser mittelalterlichen Währungs-Sinn zu machen, das entspricht zu einer Steigungsrate von 575 Prozent. Also das sind die mit unserer aktuellen Inflation noch relativ gut beraten.
Also extreme Umbrüche, extreme Inflation, gesellschaftlich verändert sich einiges, wie wir uns gleich anschauen wurden. Außerdem haben die Habsburger, die zu der Zeit in Österreich, Österreich-Ungarn geherrscht haben und eben auch weite Teile von Süddeutschland unter ihrer Kontrolle hatten und auch Deutsche Kaiser waren, muss man dazusagen, vom Heiligen Römischen Reich, die haben versucht, das römische Recht einzuführen, um in dieser Kleinstarterei eine Art, im Rückgriff auf das ursprüngliche Römische Recht, eine Art allgemeines Recht einzuführen.
Das hört sich erst mal ganz fortschrittlich in Anführungszeichen an, tatsächlich hat das aber dazu geführt, dass ganz oft die lokalen Rechte der Leute beschnitten wurden und zurückgeroutert wurden, zugunsten von so einem allgemeinen Recht quasi und überhaupt nicht auf die Lokalinteressen natürlich und die einzelnen Abmachungen, die das seit Jahrhunderten teilweise bestanden haben, eingegangen wurde.
In der großen Gleichmacherei wurden eben auch viele gute Ideen und lokale Rechte der Bauern zum Beispiel einfach untergebuttert. Das Fass zum Überlaufen, also das Brot wird teurer, meine Rechtsansprüche werden beschnitten. Es gibt zunehmlich neben so einem korrupten Beamtenadel, der irgendwie versucht, die ganzen allgemeinen, also der Dorfgemeinschaft gehörigen, ländereien zu privatisieren ist auch ein großer Prozess zu dieser Zeit. Also in allen Bereichen rutscht dir, wenn du nicht gut gestellt bist, zunehmend deine wirtschaftliche Grundlage aus den Händen. Das Fass zum Überlaufen brachte dann ein Deal mit Herzog Ulrich.
Dieser Herzog Ulrich war der Herrscher von Schwaben zu dem Zeitpunkt, der einen sehr maßlosen Lebenswandel führte und zunehmend zusätzlich zu seinen großen Privatausgaben eben noch einen Kriegszug gegen Burgund finanzieren wollte. Deswegen hat er eine Verbrauchsteuer auf Fleisch, Wein und Getreide eingeführt, was natürlich extrem vor allem zu Lasten der ohnehin schon notlein städtischen Unterschichtigen.
Die Reduzierung der für den Handel notwendigen Maßgewichte, also die Gewichte, die auf den Marktplatz eingesetzt wurden, erregte dann allgemeine Empörung, dadurch die Käufer weniger Wage für den selben Preis erhitzen. Das sind alles sehr moderne Sachen. Da hat er sich einfach gesagt, wie können wir mehr Leute aus den Leuten rauskriegen, krasse Inflation.
Wir machen einfach die Maße ein bisschen kleiner, denn wir werden die Verpackung auf einmal halb viel groß, nur noch der Preis der Gleiche bleibt. Dann regeln die sich schon nicht auf und wir kriegen unseren Kriegszug trotzung noch nach Burgund finanziert. Und das war dann tatsächlich zu viel. Und dann betritt Peter Geiss, der Geisspeter, der Geissespeter, die Bühne.
Das fand ich sehr unterhaltsam. Peter Geiss aus Breutelsbach beginnt dann am 2. Mai, 1514, den Protest gegen die Missstände mit einem Gottesurteil, nämlich einer Wasserprobe. Das haben wir neulich in einer Folge ausführlicher mal behandelt, nämlich als wir über Hexenprozesse geredet haben mit Fluff und Geschichte.
Da habe ich einen kleinen Exkurs zu Wasserproben in der frühen Neuzeit und im ausgehenden Mittelalter mit eingebaut. Also da geht es darum, dass man eben irgendwas ins Wasser wirft, sei es eine Frau oder eben in diesem Fall die Maßgewichte von Urich und dann festlegt, in welchem Fall die Person schuldig oder unschuldig ist.
Und das ist nicht so ganz festgelegt, das sehen wir in diesem Beispiel, weil der Geissespeter überlegt sich ein besonderes Gottesurteil. Er wollte, er will die neuen Gewichte vom Herzug, ihr die Räms in den Fluss werfen. Wenn sie schwimmen würden, wären sie rechtens, würden sie untergehen, dann wäre der gemeine Mann im Recht.
Ja, schön. Ich finde, da lernt man viel, wie so Gottesurteile funktionieren. Große Überraschung, er hat dann die Gewichte vor einer jubelnden Menge in die Räms geworfen und sie sind natürlich untergegangen und damit hat die Menge sich von Gott absolut bestätigt gefühlt, dass sie in ihrem Protest rechten sind.
Und die Obrigkeit forderte dann am folgenden Tag die Rückgabe der Gewichte. Der Geissespeter konnte oder wollte sie nicht zurückbringen, wahrscheinlich weil sie im Fluss untergegangen sind, was dann zu einer Eskalation der Situation führte. Und als Folge davon hat er dann die Burgkapelle stummleuten lassen und stand vor der Menge, die sie da zusammengehauen und hat ihnen erzählt, er stehe hier stellvertretend für den armen Konrad.
Und das war damals eben ein Synonym für den einfachen Mann. Gleichzeitig stand es aber auch für die Gemeinschaft von Geheimen Anführern der arme Konrad, war zu der Zeit nicht nur die Bezeichnung des allgemeinen armen Mannes, sondern es gab dieses Gerücht für eine Geheimgesellschaft zu der Zeit, die sich der arme Konrad nannte.
Das heißt, er spielt da auch ein bisschen auf die Verschwörungstheorien der Zeit mit an. Und jetzt kommt dann eben zu einer Erhebung, wo in verschiedensten Städten des Deutschen Südwestens, das sich ausbreitet, weil eben alle die gleichen Probleme haben, in den meisten Städten übernahm dann die Bürger, gewaltlos die Kontrolle über die Städte.
Am Ende wurde der Aufschlag aus einem Mischo aus diplomatischen Zugeständen und militärischen Niederlagen dann niedergeschlagen. 1700 Aufstände wurden gefangen genommen und gefoltert. Wofür? Dass das nicht die beste Idee ist, so viele Leute zu foltern, vielleicht, dann dass das vielleicht auch, wenn man die Ursachen nicht bekämpft, sondern nur die Leute foltert, dass sie nicht so lange hält, ist klar.
Und zehn Jahre später haben wir eben in der gleichen Region, hauptsächlich in Südwestdeutschland, den berühmten Bauernaufstand von 1525, der auch der Bauernkrieg genannt wird, der Begriff Bauernkrieg ist nicht ganz passend und wird von der Forschung auch immer wieder in Frage gestellt. Dazu schreibt der Historiker Jürgen Bückling, den ich heute auch eins, zweimal zitieren würde.
Jonas, bitte. Denn einmal unterdrückt dieser Begriff die Langfristigkeit der Konflikte. Zum anderen schlössens sich, wenn auch nur lose und in brüchiger Verbindung, bürgerliche Krisengerufe, z.B. Söldner, Handwerker, Schreiber, Niederer Kleros und andere, den Bauernhaufen an, sodass man mit Recht von einem langfristigen sozialen Systemkonflikt sprechen darf.
Ja, das darf man. Also, was, weil seitdem er mit mei, es ist eben nicht, es waren nicht nur Bauern, die daran beteiligt waren, und wir haben auch im Abend Konrad gesehen haben, wo es vor allem um die städtische Unterschicht ging, die dieses Aufstände getragen hat, hat es nicht nur auf dem Land irgendwie gebrodelt, sondern auch in den Städten.
Spannenderweise schließen sich ja nicht automatisch alle Städte den Bauern an wiederum, genauso wie sie nicht die Bauern automatisch dem Abend Konrad angeschlossen haben. Und wir sehen da auf jeden Fall einen, doch einen Graben zwischen den Städten und der Landbevölkerung. Warum werden wir aber gleich da ergründen?
Generell ist es aber nicht so einfach zu sagen, das war ein Bauernkrieg, wo nur Bauern gegen andere gekämpft haben, sondern es war eben schon auch eine soziale Krise, die die Bauern und viele andere Berufe wie eben Handwerker und die niederes Niedere Bürgertum ergriffen haben. Und das müssen wir immer mitdenken, wenn wir von den Bauernhaufen heute reden.
Ich werde das nicht immer dazusagen, aber in einem Kopf stellt sich ein Bauernhaufen vor, wo zwischen drin immer so ein Schreiner steht und irgendwo hinten links und dann irgendwie ein Azubi aus der Fleischerei. Ja, das ist verschisch. Ich habe schon ein bisschen ergründet, was die Leute zu der Zeit gestört hat, aber ich glaube, wir müssen noch einmal ein bisschen tiefer einsteigen, was da los war im ausgehenden 15. und frühen 16. Jahrhundert, in den Bereichen in Süddeutschland, eben viel unter hamsburgerische Herrschaft, die dann zum Kerngebiet des großen Aufstandes wurden.
Und da kommen ganz viele makroökonomische Veränderungen zusammen, die sehr spannend fand bei der Recherche. Wir haben ein extrem Bevölkerungswachstum, also extrem so 1% pro Jahr. Wir haben eine Intensivierung des Fernhandels zu dieser Zeit und damit auch eine verstärkte Nachfrage nach Geld. Da haben wir in der Folge zu Götz von Berlichingen schon mal ganz kurz darüber geredet.
Und in einigen anderen Teilen werden wir da heute auch wieder Anklänge haben an die Berlichigen Folge. Und das haben wir ein bisschen genauer ergründen, was auch Berlichingen dazu getrieben hat, so ein rastloses Raubgetterleben am Ende zu führen. Diese verstärkte Nachfrage nach Geld, die zu der Zeit aufkommt, führt dazu, dass mehr Geld Münzen geprägt werden müssen.
Und wo kriegt man Münzen, vor allem Silbermünzen her natürlich aus dem Alpenraum. Das heißt, wir haben eine extreme Zunahme des Silberwerkbaus dort. Und die Aktivitäten im Bergbaubereich werden aber hauptsächlich von Privatleuten, Großkaufleuten eradeligen und der Geistlichkeit betrieben. Und die Landesfürsten, die keine eigenen Silberberwerke hatten, haben einen ständigen Geldbedarf, weil sie mit den anderen mithalten müssen, die die ganze Zeit Münzen prägen.
Die eine Lösung war Münzen, die sie bereits hatten, mit schlechterer Metall einfach neu zu gießen, um mehr Münzen zu haben. Das heißt, wir haben einen extrem verfallen Silberanteil in den Münzen, was natürlich auch zu einer Inflation führt. Und wir haben die Inflation auch noch wegen einer zweiten Entwicklung.
Es kommt zu einer Verteuerung von Grundnahrungsmittel und Textilien, weil es eben Missernten gibt. Hier nochmal ein Zitat von Bücking dazu. Die nominellen Grundbesitzer wurden der Inflationen mit den traditionellen Grundabgaben nicht mehr her. Deshalb suchten sie die steigenden Kosten mittels neuer Abgaben oder in der widerrechtlichen Ausweitung der alten Naturalleistungen zu kompensieren.
Ja, also wenn ich zu wenig Geld habe, was mache ich? Ich bin feudal her, ich habe kein Silberbergwerk, aber ich sitze da mit einem Haufen Bauern, die sich das Land von mir mieten. Und ich habe so gewisse Privilegien und mittelalterliche feudalrechte. Und die versuche ich jetzt eben zu erweitern und da so viel wie möglich rauszuholen.
Und es ist für die Bauern umso frustrierender, dass dieser gesellschaftliche Wandels- und Frühkapitalismus irgendwie auf ihre Nacken ausgetragen werden soll, als sie sich eigentlich in dieser Zeit seit dem 13. Jahrhundert ganz viele Rechte erkämpft hatten. Also die Bauern haben eine Begrenzung der Rechte des Adels und sowas eigentlich erarbeitet und jetzt soll das Ganze alles irgendwie wieder verloren gehen, zurückgeschraubt werden, weil es irgendwelche großökonomischen Veränderungen gibt.
Das ist natürlich jetzt nicht nachvollziehbar für die einzelne Person. Und auf der anderen Seite war das feudalsystem so ein bisschen durchgespielt. Also du hattest zwar zu der Zeit dann halt deinen Adel liegen, aber der war vielleicht gar nicht mal bei dir in der Nähe, sondern sah es vielleicht schon als Beamtenadel Teile der Zeit in der nächsten Verwaltungsstadt und hat kann nur noch unregelmäßig auf seinen Landschloss und so.
Also wir sehen die Entwicklung weg von dieser Idee. Ich bekomme dafür irgendwie Schutz, besonders von meinem Adel liegen. Vor allem, weil der niedere Adel ja auch unter enormen Druck geriet, wie wir in der Folge von zu Gott von Berliching auch gesehen haben und damit zunehmend eben auch angefangen hat sich als Raubritter über Wasser zu halten und wer leidet am Ende wieder darunter? Die Bauern.
Also natürlich auch ein paar Händler, aber eben in erster Linie werden da auch wieder Bauern ausgeraubt, die auf dem Weg zum nächsten Marktplatz sind und so. Und wir sehen, alle Schichten haben in dieser Zeit zu kämpfen mit deren Veränderungen und alle versuchen erst nach unten abzugeben, den Druck. Und unten stehen in dieser Situation nun mal die Bauern am Ende dieser Kette.
Dazu kommt, dass sich der Hochadel überhaupt nicht für die Lebensumstände der Bauern interessiert hat und so eine, also eine so Standesdünkel eben gab und man überhaupt nicht will, zwar irgendwelche eigenen Privilegien oder anderes zu beschränken. Da habe ich mal ein Brief vom Bundesrat Eck, den Kanzler Eck, an seinen Herzog Willen von Bayern aus dem Jahr des Aufstands 5.25, zwei private Nachrichten einmal rausgesucht, die sehr stellvertretend für den Blick des Hochadels vor allem auf die Bauernaufstände sind.
Es sieht am März 1525. Nur still jetzt und geheim. Aus den Begehren der Bauernschaft er sieht man, was lutterische Nähe bewirkt. Wildpred und Fische frei und niemand nichts zu geben. Dieser Teufel ist nicht zu bannen ohne den Henker. 9. März 1525. Wir werden gegen die Bauern bald solchen Ernst gebrauchen, dass ihr helles Evangelium in kurzen Tagen erlöschen wird.
Der Bauernbrüderliche Liebe ist mir ganz zu wider. Ich habe mit meinen Geschwistern nicht gerne geteilt. Geschweige, dass ich das mit fremden und mit Bauern täte. Spannender Mensch, er wollte nicht bei den Geschwistern teilen und jetzt soll er mit Bauern teilen. Sein Recht auf allen Fisch und alles Wild im Wald.
Wo kommen wir denn dahin? Alles mein Wald, meine Jagdprivilegien usw. Ihr seht problematische Gemengelage. Wir haben eine extrem von seinen Bauern entfernte Oberschicht, die sich zunehmend zu Bereichern fühlt und frühkapitalistische Spiele spielt. Und gleichzeitig die Bauern, auf deren Rücken das ausgetragen wird.
Die Frage, die jetzt ein bisschen aufkommt, ist, wer gewinnt? Wenn alle verlieren, die wir bis jetzt besprochen haben, wer ist der große Gewinner dieser Entwicklung? Das sind eben hauptsächlich die Kaufleute. Die produzierenden Schichten allgemein verlieren. Die gilt, die Handwerke verlieren eben auch mit den Bauern an dieser Entwicklung, weil zunehmend Bauern und Handwerker vom Handel ausgeschlossen werden und ihre Verteilerrolle, die sie ursprünglich mal inne hatten, an die Kaufleute abgeben.
Daran hat sich bis heute nichts geändert. Ja, ja, und die Entwicklung setzt da einfach extrem ein. Die defendieren an. Du musst dir einfach vorstellen, dass zur Handwerksgenossenschaften lokale, die sich dann auf einmal in direkter Konkurrenz mit überregionalen Kaufmannsgesellschaften befinden und mit den Preisen einfach nicht mithalten können und zunehmend Absatzschwierigkeiten haben, weil die kontrollieren, was auf einer Messe in Leipzig oder dort auf dem Markt dann verkauft wird und sich die kleine Handwerksinnung halt nicht leisten kann, auf all die Messen zu gehen, die auf einmal so ein zentraler Umschlagplatz werden und so.
Ja, also so ein bisschen die Amazon Einzelhandelsache. Ja, wieso schon? Und die Großkaufleute brachten dann zunehmend auch die Handwerker über Kredite in Abhängigkeit und machten dadurch ihre Arbeitskraft zu der Art Ware. Wenn ich genug Handwerke habe, die mir Geld schulden und dann für mich auf Kreditarbeiten, um das abzuarbeiten, habe ich halt quasi so eine Bruto-Fabrik, so eine Dezentrale, so mehr kantilistisch, die ich dann ja schon ausnutzen kann, so ein bisschen.
Übrigens, in dieser Zeit steigen eben auch die Fugger auf, über die wir schon einmal so kurz geredet haben, die ursprünglich eben auch ein Weber waren und die dann von einem Weberes-Geschlecht es schaffen, also den ultimativen sozialen Aufstieg, am Anfang, indem sie Augsburger Handwerker finanzieren und Kredite vergeben an verarmende Augsburger Handwerker und denen ihre Arbeitskraft irgendeinem nutzen, um die Waren über die Kino zu verkaufen oder was aufzubauen, dann bis sie zum Kreditgeber des Hauses Habsburg werden oder die Krönung und Hochzeiten von Maximilian um die Zeit, also vor den Bauernaufständen, ja, aber wahrscheinlich 16 Jahrhundert finanzieren, also Privatfinanzie des Kaisers und dann auch im Bauernkrieg eine sehr, sehr direkte Rolle spielen werden,
wie wir bald hören. Ja, die Fugger, ganz spannend, also finde ich, an den Fuggern kann man das Beispiel, dieses sozialen Aufstieges der Kaufleute in dieser Zeit, finde ich sehr gut nachzeichnen, als große Gewinner. Wer hat aus Versehen auch nur mitgewonnen? Wer die Uden? Das ist suboptimal für die, weil die waren ja schon in dieser Zeit größtenteils ins Finanzgeschäft getränkt worden, also durften keine Landbesitzen, da könnt ihr euch gerne unsere Folge zu den Rothschilds mal anhören, wir haben euch das genauer interessiert und die haben dann eben, weil sie bereits schon Kredite vergeben haben, an dieser Inflation auch mitverdient, an dem zunehmenden Bedarf, dass eben Geld auf einmal im Gegensatz zu natural
eine größere Rolle spielt, um gegen das Landbesitz und wenn dann die ganze Zeit eben Adeliges Geld bleiben müssen, ich meine als Geld leihere natürlich in einer ganz guten Position, die Fugger haben nichts anderes gemacht in einem größeren Maßstab, so, ganz klar, und deswegen auch immer dieses Argument, dass Christen kein Geld verliehen hätten zu der Zeit überhaupt nicht und nur die Juden waren es halt eigentlich, also derzeit auf jeden Fall quatsch, weil dieses christliche Gebot ist auf jeden Fall den Fugger nichts mehr wert, dass man nichts gegen Zinsen verleihen soll und auch ansonsten gibt es dann genug deutsche Kaufmannsgesellschaften, die genau damit ihr Geld verdient haben.
Die Juden aber, die sind einfacher zu outseitern zu addern als die Fugger und deswegen hasehen wir in den Bauernaufständen auch antisemitische Ansätze der Bauern, wo eben gezielt auch dann die Juden gemeinsam mit den Argistokraten und dem Adel, also Klerus und Adel als dritte Schicht als Feinde betrachtet wurden.
Spannenderweise, der DeWood geht nicht so direkt auf die Kaufleute, wie sie das vielleicht hätte sein sollen, als große Betelteure, sondern sie wendet sich gegen die Leute, bei denen die Bauern selber eben Schulden haben. Und die haben sich selber nicht bei den Kaufleuten, die haben sie eben bei ihren Adeligen, mit den erweiterten Frontdiensten, die haben sie beim Klerus, bei den Klöstern, wo sie Arbeitstienst leisten müssen, und das haben sie bei Juden, auf einer lokalen Ebene.
Und damit werden die am meisten angefeindet und dann eben auch gibt es einige Programme im Rahmen des Bauernaufstandes, wo Gelder von Juden und Häuser geblündert werden, Unterlagen vernichtet, mit Schuldpriefen usw. Beispielhaft dafür fand ich den Satz eines schwäbischen Haufens von Bauern, also eines Heeres, eines Bauernheeres, der ist mir eine Forderung für die Wiedereinsetzung von Herzog Ulrich, den wir vorhin gehört haben, der sehr unpopulär war bei seinen Leuten, aber es gab einen einzigen Bauernhaufen, der sich dafür eingesetzt hat, dass Ulrich wieder zurückkommen kann und nicht die Habsbürger haben da kurz fand Herrschaft überschwaben gehabt und es sollte eben zurückgängig gemacht werden.
Und da haben die etwas ganz Spannendes geschrieben, ist auch wieder von nach Brücking zitiert hier, der das einordnet. In realistischer Einschätzung der Verhaltensstörungen und Unzurechnungsfähigkeit Herzog Ulrich argumentierte, die aufständische Landmannschaft wie folgt, da Us gottlichen und kaiserlichen Rechten das Recht jemals, er sieht Türich, Heid, Jude, Morderdieb oder wie der Name erhaben mag, nicht seiner Rechte entsetzt werden dürfe, müsse auch Herzog Ulrich das Recht auf sein Territorium wieder eingeräumt werden.
Ja, spannende Aufzählung, oder? Also sie auch spannend für Ulrich, dass er eben in dieser Reihe, aber sie sagen quasi, sei er Türche, Heide, also nicht Christ, Jude, Morderdieb oder wie sein Name sein mag und wie sein Name sein mag, ist eben Ulrich. Wie will? Ja, also wir sehen, wer die anderen Gehörsinnen für diese schwerbischen Bauern im 16. Jahrhundert, das ist eben der Türke, der vor ihnen steht, als große Gefahr zu der Zeit, weil bei den Reformatoren eben auch ein großes Thema, die Türkengefahr, Luther und Johannes Keppler und wie die alle hießen, die sich da eben in ihren Schriften für groß gemacht haben, dass da quasi der Schrecken aus der Hölle vor wie stehen würde und auf der anderen Seite dann die Juden als Großes andere, ja, genau, in einer Kategorie mit Mördern und Dieben hier.
Also das siehst du schon, wie weit außerhalb der Gesellschaft das alles eingeordnet wird. Ja, und die Bauern, die sich dann 1525 erheben, es gibt drei oberschwerbische Bauernhäre, die eben gezielt ihre Lebensverhältnisse beobachten, die ihre Lebensverhältnisse verbessern wollen und eigentlich keinen Krieg starten. Sie wollen eigentlich nur sich gemeinsam erheben und mit ihren Forderungen zu einer Verbesserung ihrer Lebensverhältnisse beitragen und haben das so eine sehr demokratische Art und Weise. Es gibt dann quasi Kremien, die Forderungen formulieren, die werden dann zu den Schreibern geschickt und die werden dann abgelegt und kommen dann zurück und werden umformuliert, so ein bisschen wie Parlament heute.
Und am Ende haben wir sehr berühmte zwölf Artikel, die von den Bauern in Memmingen im Februar, März 1525 verfasst wurden. Und diese zwölf Artikel forderten eben die freie Pfarrerwahl, die Abschaffung des Kleinzehnten, die kirchliche oder gemeinnützige Verwendung des Großzehnten, also diese beiden 10%, die man eben abgeben musste, die Aufhebung der Leib-Eigenschaft, die freie Jagd- und Fischerei, die Rückgabe der Wälder, die Reduzierung der Frontdienste, die Einhaltung bestehender Besitzbedingungen, die Neufestsetzung der Abgaben an den Grundhermen, feste, stattwillkürliche Strafen, Rückgabe der Almenten, Almenten sind diese Gemeinschaftsgebiete, die quasi allen gehört haben, wo jeder nutzen konnte im Dorf Gemeinschaftsgeflüte, genutzte Flächen und die haben eben vor allem den Armen ermöglicht, über das Jahr hinweg zu überleben.
Die Abschaffung des Todfalls und also der Todesstrafe und der 12. Artikel nimmt den Gedanken der Preamble wieder auf und erklärt die grundsätzliche Bereitschaft auf alle Forderungen zu verzichten, die im Wort Gottes nicht gemäß sind. Wir rufen uns hier schon sehr direkt dann auch eben auf die Religionen und sagen, wir haben hier 11 Punkte, die wir fordern, unser 12. Punkt ist, wenn ihr irgendwas nicht Gottwillig oder Rechten so da gegen die Bibel seid, dann sind wir bereit darauf zu verzichten, weil wir fordern nur Sachen, die auch Gott gefallen, nur Gott Gefällige.
Jetzt haben wir diese 12 Punkte, was hältst du von denen? Was ist denn dein Eindruck von dem? Du aussieht ja ganz gut aus, also für die damalige Zeit. Es sei sehr gut, also wenn du jetzt zurückgehen würdest und mittelalterlicher Bauer wärst und dich fragen würdest, was wär denn den 11. Sack und die du jetzt gerade hier bei dir verbessern würdest, dann ist es eine ganz solide Reihe von Forderungen.
Also präzise, kurz zusammengefasst, sehr gut, passt auf jedes Pamphlet, kann man gut verbreiten. Es waren zu viele Steuern, es waren zu viele Abgaben, die Leibeigenschaft sollte abgeschafft werden. Sie wollten wieder frei jagen und fischen können, vor allem in Jahren der Missernten, um was, zwar alles Privilegien des Adels.
Du wurdest als Bauer schwer bestraft, wenn du irgendwie bei der Bilderei erwischt wurdest, weil die Aristokraten dieses Privileg des Jägers als Kriegerklasse irgendwie sich erhalten haben und das eben zunehmend die Allmende, diese gemeinschaftlichen Gebiete auch abgegeben werden mussten. Klar, das sind alles Sachen, die ihnen genommen wurden über die Zeit, die sie gerne haben würden und das sind alles auch nicht wahnsinnig, da geht es ja nicht darum, die Grundstruktur abzuschaffen, sie wollen sagen nicht, aber jetzt müssen alle Bauern herrschen.
Das Spannende ist aber, dass sich das über das Jahr 1525 hinweg entwickelt und dass ja auch nicht immer alle einer Meinung sind, dass es viele lokale Aufstände gibt, die unterschiedliche Schwerpunkte setzen und deswegen ist es so schwer zu sagen, die Bauern 1525 haben da und da dafür gekämpft, weil das eben sehr unterschiedlich ist regional und sich entwickelt.
Also diese 12 Punkte aus Memmingen sind quasi so der erste Punkt, dann wollen sie die alte Ordnung wieder funktionsgerechter herstellen über die Zeit, dann gehören sie in so eine Zeit hinein, wo sie eine Gleichberechtigung aller Schichten fordern, was natürlich viel sozial revolutionär ist, wie diese 12 Punkte, die wir gerade vorgelesen haben.
Und ganz am Ende gibt es dann so die Vorstellung, dass die Bauern eigentlich doch als Mehrheit die Gesellschaft dominieren sollten. Also sehr spannend, wie sich da auch über ein Jahr der nicht revolutionär, also zu einer Punktrevolution, es geht gegen den Bauern die meiste Zeit und größtenteils nicht darum, irgendwie die Führung zu übernehmen, sondern sie wollten hauptsächlich eben die 13 Punkte erstmal, die wir gerade besprochen haben umsetzen.
Und dann wird das Ganze über die Zeit immer radikaler. Damit denke ich, haben wir ganz gut verstanden, warum die Bauern schlecht drauf waren, was sie gestört haben, was sie wollten und jetzt können wir uns anschauen, wie es lief für die Bauern, die Leute. Es wird blutig. Ja, so viel zur Folge heute erstmal. Ich habe jetzt im Schnitt bemerkt, dass wir doch ganz schön lange über die Bauernaufstände geredet haben, ich und Jonas.
Und dass wir das Ganze eigentlich ziemlich gut in zwei Teile einteilen lässt, nämlich einmal den ersten Teil, den jetzt heute gehört habt, die Vorgeschichte und ein bisschen die Makron-Geschichte, die Veränderungen zu der Zeit wirtschaftlich und sozial, die eben zu den Bauernaufständen geführt haben.
Und nächste Woche steigen wir wirklich ein, die versprochenen Schlachten kommen alle nächste Woche und wir kümmern uns so ein bisschen um die Rolle der Informatoren und Luther und Thomas Münzer wird regieren und wie die Bauernaufstände beeinflusst haben und ihr ganz unterschiedlichen Weg gegangen ist jeweils.
Ja, genau, so viel zur nächsten Woche. Ansonsten der übliche Appell von mir, lasst uns gerne einen Daumen hoch da, wenn ihr uns auf YouTube schaut und einen Kommentar folgt uns gerne auf allen Plattformen, sei es Spotify, Apple Podcast oder wo auch immer ihr seid. Lasst uns gerne fünf Sterne Bewertungen auf Podcast oder Spotify da, wir sind letztens ein bisschen abgerutscht, was die Sterne Bewertungen angeht. Das liegt auch da, dass wir wahrscheinlich viele mehr Hörer haben wie vorher. Vielleicht gibt es auch da, dass wir wirklich schlechter werden.
Wenn ihr findet, dass wir immer noch fünf Sterne verdient haben, dann lasst sie uns gerne da ein Vergesst. Ich sehe an den Statistiken, wie viele Abonnenten wir haben und da sind wir eher bei so 10%, die uns bis jetzt die Bewertung dar gelassen haben. Wenn ihr euch hier ertappt fühlt und zu den stillen 90% gehört, die uns abonniert haben, aber noch keine von Sterne Bewertung dar gelassen haben, holt das gerne kurz nach in eurer Spotify oder Podcast App. Das hilft uns sehr, dass mehr Leute den Podcast auch finden und dass er weiter empfohlen wird von den Apps. Genau.
So viel dazu. Ansonsten vielen Dank fürs Zuhören und bis nächste Woche.