Ausgeglaubt: ein RefLab-Podcast· Folge 225
ChatGPT, Amen & Hallelujah – Wenn Theologie auf KI trifft
Mittwoch, 23. Juli 2025 · 58 min
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Shownotes
Was passiert, wenn KI plötzlich besser formuliert und zuverlässiger nachdenkt als viele Theolog:innen? Manuel und Stephan diskutieren über den Einfluss künstlicher Intelligenz auf Studium, Predigt – und vielleicht sogar auf das Gebet.
Stephan sendet zum Geburtstag aus der Palmenoase Teneriffas, Manuel kämpft sich zurück in den Alltag – und lässt unter dem «Hallelujah der Woche» eine kleine berufliche Bombe platzen. Spoiler: Die beiden reformierten Theologen werden künftig wieder näher zusammenarbeiten...
Das Thema der Woche treibt Manuel gerade um: Was macht KI mit der Theologie? ChatGPT schreibt mittlerweile theologische Texte, die sich sehen lassen können – klarer, sprachlich eleganter und oft fundierter als viele Studienarbeiten. Aber was heisst das für eine Disziplin, die traditionell vom Verstehen und Wiedergeben lebt? Wird KI zum Totengräber der Theologie – oder zu ihrem Steigbügelhalter für neue Tiefe, Kreativität und Relevanz?
Stephan bringt die praktische Seite ein: Kann eine KI auch Predigten schreiben, Beerdigungsreden halten, Gebete formulieren? Oder fehlt diesen Texten das, was Menschen wirklich berührt – Tiefe, Geist, Erfahrung?
Eine Folge über die Chancen und Gefahren künstlicher Intelligenz für Theologie, Kirche und Glauben. Und über die Frage, ob Gott sich auch durch Maschinen mitteilen kann...
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Hallo und herzlich willkommen bei Ausgeglauft, der Podcast, der keine Sommerpause kennt und aus dem Urlaub zu euch auf die Kopfhörer kommt, hallo Manu, du bist aber nicht im Urlaub, wie ich sehe, du sitzt im Podcaststudio. Ich sitze im Podcaststudio und ich muss schon sagen, es setzt ein großes Wohlwollen von meiner Seite voraus, dass ich diese Folge ohne Eifersuchtsgefühle aufnehmen kann, weil du hast dich natürlich strategisch vor die Palmen gesetzt und ich sehe im Hintergrund eine wunderschöne Palmen-Strand-Landschaft. Das ist natürlich schon eine Provokation und das war dir auch völlig klar. Also ehrlich gesagt nicht, ich habe nur einen Ort gesucht, wo ich meine Familie nicht wecke, wenn wir jetzt aufnehmen, weil du siehst, bei uns ist eine Stunde früher, was bei dir,
das heißt es ist noch nicht mal acht Uhr. Und das im Urlaub. Lass uns kurz noch zur letzten Folge zurückkommen. Da hat Roland unter anderem mir geschrieben, hat gesagt, ja, ja, ihr habt das alles ganz schön zerlegt, was man Jugendlichen nicht sagen soll zum Thema 6 vor der Ehe. Aber was würdet ihr den Jugendlichen eigentlich empfehlen? Was würdet ihr ihm sagen, was man tun soll?
Ja. Willst du mal versuchen oder soll ich? Ich kann schon, aber schön, wie du mir jetzt den Ball zu spielst mit diesem steilen Einstieg. Ja, genau. Also du hast das Thema kurz erwähnt. Wir haben letztes Mal über ein Evangelicales Mantra gesprochen, kein 6 vor der Ehe, und haben das so ein bisschen eingebettet, auch in breitere gesellschaftliche Zusammenhänge. Und wir haben einige Rückmeldungen gekriegt von katholischer Seite, von reformierter Seite und freikieriglicher Seite. Und ich würde jetzt mal so sagen, was ich Jugendlichen empfehlen würde, ist, das ist am Schluss der letzten Folge ein bisschen angeklungen. Ich würde auf jeden Fall versuchen, ein Bewusstsein dafür zu schaffen, dass im Bereich Sexualität, dass man seine eigenen Empfindungen, seinen eigenen Willen,
das macht man wirklich selber auch hilfreich und gut und schön empfindet, entdecken muss und dass man wahrscheinlich dazu auch den gesellschaftlichen Druck und die Erwartungshaltung bestimmter Subkulturen und Klicken reflektieren muss. Das finde ich wichtiger denn je in einer Zeit, in der eine pornografisierte und teilweise hochsexualisierte Gegenwartskultur subkutane so viele Normalitäten setzt und Erwartungen setzt, ich glaube das wäre mir das größte Anliegen, Jugendlichen klar zu machen, Versuche herauszufinden, was für dich wichtig ist und womit du dich wohlfühlst und was für dich nicht geht und womit du dich nicht wohlfühlst und mache nichts einfach aus einem Druck heraus von außen und dann würde ich auf jeden Fall sagen, es geht nicht nur um die
eigenen Empfindungen natürlich, ich würde auch sagen, das gilt ja auch für die anderen dann, setze andere nicht unter Druck und gehe verantwortlich mit Sexualität um, gehe verantwortlich um mit Beziehungen, weil ich schon der Überzeugung bin, dass man kaum in einem Lebensbereich so tiefgreifende Verletzungen erleben und verüben kann und auch traumatische, so traumatische Erfahrungen machen kann, wie in diesem Bereich so schön und gewinnbringend und erfüllend das Ganze auch sein kann. Also dafür würde ich sein. Das finde ich alles super, wie du es gesagt hast, das geht in eine ganz ähnliche Richtung von dem was mir auch wichtig wäre, ich glaube ich würde meinen Teenager-Kids wirklich mitgeben wollen, dass Sex vielleicht die Teamsportart ist, wo ein
gesundes Ego und eine gesunde Portion Egoismus besonders wichtig ist und zwar meine ich das jetzt nicht so, dass man sich sagen muss, ich muss um jeden Preis auf meine Kosten kommen, sondern eher so das gute erfüllte Sexualität, die man auch in Paarbeziehungen erleben kann, letztendlich davon lebt, dass beide, die da mitmachen, wissen, was sie tun wollen und was sie nicht tun wollen und das auch ausdrücken können und dass sie dazu stehen und dass es nicht irgendwie quasi, weißt du, so eine Checkliste ist, die man mal abgearbeitet haben muss, also so quasi wie die hundertbesten Plätze, die ich gesehen haben will, die hundertwichtigsten Stellungen, die ich ausprobiert haben muss, sondern dass es darum geht, sich ganz auf seinem finden und das, was einem
Lust macht und Freude macht, zu verlassen und das nur mit Partnerinnen und Partnern zu tun, die das auch respektieren und denen das wichtig ist, dass man diese Wünsche aber auch die Grenzen dazu klar setzen kann. Ja, ja, ich, also ohne jetzt gerade nochmal eine Folge dazu zu machen, aber dein Stichwort Egoismus provoziert mich ein bisschen, weil, weil natürlich, also ich glaube, ich, ich fühle, was du sagen willst, für mich wäre das nicht Egoismus, sondern eigentlich gesundes Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen und das ist eben gerade eben bei heranwachsenden Jugendlichen gerade nicht selbstverständlich, also da passiert ja in der Pubertät mit dem eigenen Körper und den Hormonen so enorm viel und man ist in dieses, gerade im Bereich Sexualität ja
enorm verunsichert hat, ja, noch gar keine Referenzgröße und so weiter und da ist eben Selbstbewusstsein und die der Mut zu sich und zu seinen Empfindungen und seinen Neigungen zu stehen, ist eben gerade ganz schwach ausgebildet und das zu bestärken, das finde ich wichtig, ich würde es einfach jetzt, ich würde es sich unbedingt Egoismus nennen, weil da ja die Gefahr wieder besteht, ich setze mich durch gegen vielleicht die Wünsche oder Neigungen des anderen und das wäre ja genau, was du auch nicht sagen wolltest, ja, ja, genau, nein, also genau das meine ich natürlich nicht damit, aber gut hast du das nochmal klargestellt, du hast gesagt, du hättest auch noch Fragen oder Anmerkungen erhalten, gibt es was, was wir auch noch kurz besprechen sollten, bevor wir loslegen? Ja,
ich habe einfach, also nicht jetzt besprechen, aber ich habe einfach gemerkt aufgrund der Rückmeldungen, dass das Thema natürlich immer noch wogen schlägt, also nicht so sehr Sex vor der Ehe, das ist glaube ich, dass es gibt so verschiedene, so hoch religiöse Milieus im Evangelikalismus und im Katolicismus, in denen das noch Thema ist, aber überhaupt so die Frage nach Sex- und Beziehungsgestaltung und Abgrenzung und so weiter, das habe ich den Rückmeldungen abgespürt, ich habe von Menschen aus reformierten Kirchen, die haben mir lange E-Mails geschrieben mit ihren Geschichten und teilweise auch erschütternde Geschichten und auch von katholischer Seite habe ich Rückmeldungen bekommen, eine von einer Frau, die das angeregt hat, es wäre doch auch
spannend mal mit einem katholischen Pfarrer oder einer Gemeindemitarbeiterin zu sprechen, wie das im pastoralen Alltag im katholischen Kontext gelebt wird, weil sie so ein bisschen glaube ich den Verdacht oder den Eindruck hatte, dass trotz dogmatischer Setzung von höchster Stelle im Katolicismus dann in der Alltagspraxis viele auch katholische Geistliche das sehr viel pragmatischer und auch unaufgeregter Hand haben, als das jetzt nach offizieller Doktrien vielleicht vorgegeben wäre so. Ja, das wäre die nette Interpretation oder von was er predigen und weintrinken.
Nein, ich habe jetzt mehr gemeint, dass diese auch katholische Vorgabe, die ja auch Verhütung betrifft und die eben Sex vor der Ehe und so betrifft, dass die von vielen, vom boten, vom katholischen Bodenpersonal teilweise auch als realitätsfremd anerkannt wird und dass man dann zugunsten der Menschen sehr viel pragmatischere Lösungen oder pragmatischeren Rat auch gibt. Ja, ich kann mir auch vorstellen, dass es so ist. Also ich bin ja gerade auf Tenerifa, das gehört zu Spanien und Spanien ist ein sehr katholisches Land und trotzdem ist ja Spanien dasjenige europäische Land mit der geringsten Reproduktionsrate. Also das heißt, die haben damit der Verhütung sich schon auch was überlegt, was ganz gut funktioniert im
katholischen Spanien. Hey Manu, lass uns einbiegen in die neue Folge, weil sonst wird das einfach ein Reason Review. Ich weiß, dass es dir unter den Nägeln brennt. Du hast endlich, endlich, ein großes Halleluja, dass du in die Welt wufen willst, the floor is open. Ja, genau. Also da haben wir jetzt ein bisschen rumgedruckst und du hast vor einigen Folgen schon mal gesagt, du hättest ein Halleluja, aber das dürftest du nicht kommunizieren und so. Und jetzt würde ich sagen, ist es so weit, weil das Ganze auch offiziell geworden ist. Also ich werde auf Januar 2026 eine neue Stelle antreten. Du wechselst wieder in die ICF. Nein, nein, das nicht, aber das Schöne daran ist, dass du und ich, Stefan, wieder näher zusammenarbeiten werden, weil ich wechsle nach Bern zur EKS, wo du
ja auch arbeitest und ich werde das Kompetenzzentrum für Theologie und Ethik übernehmen, da die Leitung übernehmen und in der Geschäftsleitung mit dir zusammen präsent sein. Und da freue ich mich sehr drauf, das ist eine neue Aufgabe. Also das war ein spannender Prozess auch die ganze Bewerbungsgeschichte und da habe ich wirklich auch, ich habe dann im Verlauf der Bewerbung gemerkt, wie sehr ich diese neue Aufgabe möchte und wie viel Spaß und wie viel Freude mir das machen würde und dann war ich auch richtig nervös, als es dann um die Entscheidung ging und wahnsinnig erleichtert, als ich da die positive, die Zusage gekriegt habe und für alle, die sich jetzt irgendwie Sorgen machen um unseren Podcast. Also wir können euch beruhigen, wir werden so gut will und wir die Kraft und
Zeit dazu finden, werden wir unseren Podcast ausgeglaubt fortsetzen, quasi im Sinne einer Kooperation der EKS mit dem RefLab und ihr dürft euch also auch im neuen Jahr auf neue Folgen von Ausgeglaubt gefasst machen. Ja wunderbar Manu, also mich freut das ja auch wahnsinnig. Ich habe natürlich auch schon mit Kollegen, Kollegen, Freunden darüber gesprochen und eine große Frage, die jetzt im Raum steht, die du vielleicht lernen kannst ist, wird es am Montagmorgen wieder Schall und Rauch geben, wenn du jetzt auch im Bern bist? Also das erwischt mich jetzt von der Seite, da würde ich jetzt gerne keine Versprechungen machen, weil ich finde, dass wir uns mit einem wöchentlichen ausgeglaubt Podcast schon einiges aufbürden an Zusatzarbeit, aber ja vielleicht,
vielleicht bietet es sich ja an, unseren Morgen Kaffee in aller Öffentlichkeit auszutragen. Also wer weiß, wer weiß? Das wäre gut zu überlegen, Manu. Also mich freut das wahnsinnig, dass du kommst und ich finde, wir haben immer gut zusammen gearbeitet im RefLab und wir werden das auch in Bern dann weiter so tun und das ist für mich wirklich was, wo ich denke, ja das neue Jahr wird dann vielleicht noch besser als dieses Jahr. Ja, aber ich habe auch ein Halleluja, vielleicht etwas banaler als Deins, das ja mit dem Stellenwechsel zu tun hat. Ich habe ein Tauchkurs gemacht hier auf Tenerife und das ist unglaublich beeindruckend, diese Unterwasserwelt zu sehen. Also du musst dir vorstellen, wenn du so auf dem Land unterwegs bist, dann haben die meisten Tiere,
also ich meine jetzt nicht Kühe, die irgendwo gehalten werden oder so, die haben Angst vor dir, als Mensch, die haben irgendwann gelernt, oh das sind die ganz gefährlichen, die auf nur zwei Beine gehen und uns meistens töten oder einsperren und die unter dem Wasser, die wissen das noch nicht und die verhalten sich total zutraulich. Also es sind so ganz ganz neugierige, freundliche Tiere, die dann so an dir vorbeischwimmen, dich anschauen, in einer Ruhe und das ist wirklich wie eine Meditation da unten zu sein. Einfach, dass es nicht so langweilig ist wie eine Meditation, sondern du die ganze Zeit fantastische Dinge siehst, also Seepferdchen, ganz verschiedene Fische, groß und klein und dann etwas, was mich wirklich fast umgehauen hat, Tintenfische, das sind wunderschöne
Tiere und ja, also ich bin immer noch total geflasht und habe mir dann gedacht, ja also wenn der liebe Gott diese ganze Schöpfung gemacht hat zu seiner Anbetung und seinem Lob, dann ist ihm das unter dem Wasser mindestens genauso gut gelungen wie oberhalb. Ja, sehr schön, sehr schön, also da wäre ich auch gerne mit dabei gewesen, ich habe ja in Ägypten zwar kein Tauchkurs, aber einfach so Schnorchel tauchen auf an der, am Riff quasi und das war schon faszinierend genug, also da sind auch da Kräuchtes und Fleuchtes die buntesten Fische und dann konnte man so ein bisschen rausschwimmen und dann ging es einfach in den Abbis, das war einfach so krass, das war so dieses Korallenriff, wunderschön und dann
dann hatte sich angefühlt wie wenn du von einem Hochhaus springst, weil du wirklich das ging dann steil runter, das ist so, ich habe mir sagen lassen, das ist so eine Grundangst ganz vieler Menschen, so diese, diese Tiefe, ich habe die Bilder schon Leuten gezeigt, die konnten das kaum anschauen, aber ich fand das faszinierend, weil es ein bisschen sich anfühlt wie Fliegen, weißt du, du bist ja voll, ja voll. Ah, sehr schön, ja, sehr schön, ja, du dann lassst du jetzt doch bei diesen, bei diesen Hallelujas für einmal, ist ja eine Urlaubsfolge, da machen wir aber nur Hallelujas. Genau, aber du hast den Thema der Woche mitgebracht, Manu, ja, lass uns doch damit weiterwachen.
Das Thema der Woche. Das Thema der Woche, ich habe da die letzten Monate enorm viel darüber nachgedacht und das macht auch wirklich etwas mit mir, wie man so schön im Psychoshargon sagt, ganz persönlich. Und zwar sind wir ja beide, Stefan und ich, begeisterte Nutzern von ChatchiPT und überhaupt large language Modellen und nutzen das auch in unserem Alltag, würde ich jetzt sagen, sehr exzessiv oder sehr regelmäßig und ich bin davon enorm fasziniert und als ChatchiPT dann mit dieser Deep Research Funktion gekommen ist, da hat es mir, da hat es mich quasi vollends reingezogen, weil man da, du meinst die Version 4.5, oder? Ja und ich meine dieses, dieses Tool innerhalb von ChatchiPT, dieses Deep Research Tool, da kann man quasi umschalten und sagen, jetzt will ich eine
tiefen Recherche und dann kann man entweder eine Menge PDFs hochladen, man kann ihm irgendwie 10 Aufsätze geben oder man kann, man kann auch in Kombination dazu noch eine Online-Recherche veranlassen und sagen, liest diese PDFs, mach eine Online-Recherche und bearbeite diese und diese Fragestellung und dann rechnet er, das ist witzig, weil mich das erinnert an meine frühen Computerzeiten, da war man sich nämlich gewöhnt, dass man den Computeraufträge gegeben hat und der hat dann mal so eine Viertelstunde gezeichnet, ja voll und und das kommt jetzt wieder mit diesem Deep Research, weil dann rechnet er wirklich und an, an, auf der Seitenleiste wird dann immer protokolliert, was er jetzt macht, er durch durch sucht diese Webseite, er durch sucht dieses
PDF, er sucht nach Parallelen, er analysiert dies und das und dann nach einer Viertelstunde oder so kommt einfach ein Ergebnis von irgendwie 10 bis 40 Seiten, teilweise spuckt er praktisch eine Bachelor oder Masterarbeit aus zu einem bestimmten Thema und bei Themen, in denen ich mich wirklich gut auskenne, konnte ich auch schon beurteilen, dass das Ergebnis in vielen Fällen einfach wirklich verblüffend ist, also das ist nicht irgendein Geschwurbel, sondern das ist teilweise hoch akkurat in einem, in einem, das kann man ja dann alles auch prompten, welcher Tonfall und welcher Sprachduktus gewünscht ist und wenn man sagt, drückt das in einer wissenschaftlichen, geisteswissenschaftlich verantworteten Weise aus, das ist einfach schon verrückt, was da kommt. Also ich bin auch total
beeindruckt davon und das stellen sich dann natürlich vorgefragt. Also was bedeutet das für die Eukideenfächer der Geisteswissenschaften, zu denen wir zweifellos auch gehören als Theologen, was, was bedeutet das, wenn jetzt eine, ja, eine KI Anwendung mit einer guten Datengrundlage, du hast Aufsätze genannt, die man hochladen kann, man kann ja auch Webseiten priorisieren, auf die er sich beziehen soll oder ganze Archive, wenn die offen sind, die genutzt werden sollen. Was bedeutet das, wenn eine solche Arbeit, vor allem wenn es so um vergleichende Studien auch geht, einfach innert Minuten geleistet werden kann, wo ich weiß, dass ich bei meiner Diss dafür wirklich Wochen und Monate davor gesessen bin, immer das Problem hatte nicht zu vergessen, was ich da schon
gelesen habe, was dort schon war. Was bedeutet das eigentlich für Theologie als Wissenschaft, was bedeutet das für Geisteswissenschaften im Kanon der anderen Fächer? Was passiert da eigentlich in unserer Gesellschaft, wenn solches Wissen so breit und rasch verfügbar wird für ganz viele Menschen? Ja und das ist genau der Punkt, an dem dann auch meine anfängliche Begeisterung in ein gewisses Unbehagen auch gekippt ist, weil ich gemerkt habe, also ich sage es jetzt mal ganz persönlich, ich habe eine Stärke gehabt in meiner Schulzeit schon, mit der ich immer wuchern konnte und das war wirklich das Erfassen von Informationen und das Verfassen von Texten dazu. Das habe ich immer gut gekonnt, da war ich schon im Gymnasium, war ich quasi immer auch Klassenbester und habe
da Aufsätze geschrieben und so weiter Literaturzusammenfassungen zum großen Erstaunen der Lehrpersonen und der Mitschüler und so. Und das hat sich auch gehalten, ich habe auch in meiner späteren Berufszeit, dann sind immer wieder Leute zu mir gekommen, Mitarbeiter haben mich gefragt, würdest du mir das formulieren? Ich brauche einen halben Tag dazu und du schreibst das in einer halben Stunde runter und so. Das war meine große Stärke, mit der ich auch gewuchert habe, beruflich und es hat schon etwas mit mir gemacht, zu merken jetzt, ja scheiße, Deep Research, diese ganzen KI Tools, die erledigen das auf Knopfdruck und es ist wirklich gut, es ist besser als vieles, was ich jetzt, also in der Zeit würde ich eh nichts hinkriegen, aber auch als vieles, was ich in einer, in der
zehnfachen Zeit vielleicht verfassen würde. Und das hat dann schon auch bei mir einen gewissen Stachel gesetzt, das ich gedacht habe, ja verliere ich jetzt quasi mein, ein gewisses Alleinstellungsmerkmal oder ein gewissen Begabungsvorsprung an die KI und was ist denn von mir noch gefragt und in einem jetzt weiteren Kontext habe ich mich natürlich auch gefragt, also weißt du, ich musste ja als Dozent habe ich unzählige Bachelor um Masterarbeiten korrigiert und die klassische Masterarbeit oder Bachelorarbeit im Bereich systematische Theologie, das waren fast immer solche Vergleiche, da hat man gesagt, ich will jetzt Eschatologie, also die Lehre von den letzten Dingen von der Endzeit, ich will das vergleichen zwischen Paul Althaus, einem Theologen des zwanzigsten Jahrhunderts und
Karl Barth oder Pannenberg oder irgendwie so oder ich will feministische Theologie vergleichen bei Dorothea Sölle und bei bei Elisabeth Moltmann Wendel oder wie auch immer. Und dann kommen 15 Seiten, kommen dann Paul Althaus, 20 Seiten Karl Barth und dann kommen zwei Seiten, weil das ganz am Schluss der Student hat keine Zeit mehr gehabt und hat das dann über Nacht noch irgendein Resümee hingekackt und hingeschissen und das musste man dann beurteilen und da denke ich jetzt, der Wert solcher Arbeiten sinkt gegen null, wenn du das über Chatshipity schneller, besser, tiefgreifender erledigen kannst und ich habe es ausprobiert, also ich habe meine eigene Dissertation hochgeladen und Chatshipity Aufgaben gegeben, Analyse Aufgaben zu meiner
eigenen Diss und die waren praktisch fehlerfrei, würde ich jetzt sagen. Also es war schon, ist schon verrückt. Ja, ich glaube, du hast es jetzt so über Bachelor und Magister Arbeiten gesagt, man kann das ja auch über ganz viele deutschsprachige Dissertationen, vor allem auch in den Fächern systematischer Theologie sagen, dass das sehr, sehr oft einfach zusammenfassende, vergleichende Arbeiten sind, die einen sehr, sehr geringen, originellen Anteil haben. Also wenig denken, viel fleiß, oder? Und das wird tatsächlich wohl abgelöst werden. Ich habe mir ein bisschen überlegt, dass du das Thema aufgeworfen hast, dass vielleicht innerhalb der Geist des Wissenschaften eher so ein englischsprachiges Roll-Model einzukalten wird, nämlich, dass
eigentlich die Forschungsfrage das wirklich entscheidende wird. Ja. Und wir müssen es ganz kurz ausführen. Natürlich kann man sagen, ich vergleiche Asiatologie bei Althaus und BART miteinander, aber das ist ja eigentlich noch keine gute Forschungsfrage. Eine gute Forschungsfrage müsste ja erklären, welchen Erkenntnis gewinnen. Will ich über welche Methode anstreben und kann das auf welcher Quellengrundlage zum Beispiel plausibel machen. Und ich glaube, dass es in Zukunft eher so sein wird, dass man sich nicht mehr so stark die Frage stellt, ist das ein Plagiat, was jemand abgibt? Weil diese Zusammenfassungen, also da muss man sich nicht vormachen, oder da haben Menschen oft Zusammenfassungen, die es schon gab, einfach umgeschrieben und das waren dann
halt Plagiate mehr oder weniger. Ich glaube, das wird viel weniger das Thema werden in Zukunft. Und dafür viel mehr. Die Frage hat sich die Studentin, hat sich der Student die Forschungsfrage eigenständig ausgedacht. Also das, was man heute so vor allem bei deutschen Profs noch sieht, dass man in die Sprechstunde kommt und sie erklären einem dann, was die Forschungsfrage ist und wie das Thema läuft.
Ich glaube, das wird in Zukunft total verpönt sein, weil die große gedankliche Leistung darin liegt, sich eine kluge Forschungsfrage auszudenken. Ja, also zum Beispiel, dass man dann sagen würde, Althaus und Bad haben beide eine Technologie gefahren. Wie spiegeln sich darin Krisenwahrnehmungen des frühen 20. Jahrhunderts wieder und wie reagieren sie darauf in einer späteren Zeit? Ja, genau, oder sogar noch, also ich kenne das auch aus der angloamerikanischen Literatur oder aus Theologie, dass man dann eine These schon formuliert. Man hat quasi aufgrund vorhergehender, vorangehender Studien hat man schon eine These und sagt, im besten Fall ist diese These auch gegenwärtsrelevant und sagt dann quasi, Paul Althaus hat quasi auf dem Hintergrund seiner Zeit, hat er die Krisen seiner
Zeit in dieser und dieser Art und Weise durchdacht und ist ihnen so und so begegnet und das ist die verheißungsvollere Art des Umgangs mit Krisen, als sie bei Karl Barz sichtbar wird oder so. Und dann hat man eine Ausgangsthese und verbringt dann seine Forschungszeit eigentlich damit, diese oder seine Forschungsarbeit diese Ausgangsthese zu erhärten oder dann vielleicht auch zu widerlegen, aber es ist dann von Anfang an ein konstruktives Element mit verbaut und diese rein reproduktiven Geschichten. Also ich habe jetzt gerade die letzten im Urlaub, habe ich eine Rezension verfasst zu einer Dissertation und da ist einer ganz, ganz fleißig gewesen ohne Zweifel und hat sich so zwei Drittel der Dissertation hat nur darin bestanden, dass er das Werk, das Hauptwerk eines anderen katholischen
Theologen zusammengefasst hat. Und das Ganze war noch in einem Sprachduktus, der wahnsinnig schwierig läserlich war, also ganz viele so Nominalbildungen, ganz viele Schachtelsätze und so, es war wirklich anstrengend zu lesen und eigentlich hat er nur zusammengefasst, was ein anderer Theologe geschrieben hat und dann natürlich gab es noch einen konstruktiven Schlussteil, wo er so Dinge ein bisschen verbunden hat und so, aber eigentlich würde ich sagen unter der Voraussetzung der Leistungsfähigkeit von Chatchi, PT oder solchen Sprachmodellen überhaupt, müsste man sagen, die solche Arbeiten sollten beim Schlussteil beginnen. Also das Vorausgehende, das kann man quasi voraussetzen oder in wenigen Zeiten zusammenraffen und dann beim Schlussteil, wo es
darum geht, was ist jetzt eigentlich, wie kann man Ansätze miteinander ins Gespräch bringen und warum lohnt es sich, 20, 50 oder 100 Jahre nach dem Ableben dieser Theolog*innen noch darüber nachzudenken? Das finde ich dann auch eine wichtige Frage. Ja genau, also die Frage wird ganz bestimmt viel, viel wichtiger werden, das sehe ich auch so und was wir auch als Möglichkeit dazu gewonnen haben ist, dass, wenn wir einen fertigen Text haben, wir Chatchi, PT diesen Text kritisieren lassen können. Also ich habe diese Erfahrung, ich habe den Text nicht mit Chatchi, PT geschrieben, also ich habe wirklich selbst geschrieben noch und habe dann mein Manuskript hab gesagt, hey, gib mir ein kritisches Feedback und beachte dabei folgende Aspekte besonders.
Eigentlich hab ich einen super Feedback erhalten, weil das Ding ist ja immer, wenn du selbst geschrieben hast, bist du blödend für dein Feedback. Aber Judgeivity hat gesagt, ja, es ist etwas seltsam, dass dieses vierte Kapitel so lang geworden ist. Eigentlich ist das vierte Kapitel für das, was du in deinem Anfangsteil ankündigst und deinem Schlussteil dann sagen willst, gar nicht so entscheidend, prüfe mal, ob du das nicht kürzen willst. Du könntest zum Beispiel. Das war wirklich, das war so konstruktiv und so gut und ich hab da wirklich ganz viel übernommen dann auch von diesen Beobachtungen und Anregungen und war wirklich dankbar. Und vielleicht, Manu, vielleicht führt das du hast vor zwei Folgen drüber gesprochen, dass du dir
eine Theologie wünschen würdest, die wieder etwas mehr riskiert, die origineller ist, die lebendiger ist. Und vielleicht ist Judgeivity so quasi wie ein Trittbügelhalter dafür, dass sowas leichter gelingt, weil die Fleisarbeit, diese klassische, dieses Buckeln nicht mehr diesen Stellenwert hat und dann vielleicht Originalität wieder wichtiger wird. Ja, also das wäre, das wäre meine große Hoffnung, auch wenn ich mich so in erster Instanz auch mal, nee, ich muss sagen, in erster Instanz war ich begeistert von diesen, von den Möglichkeiten dieser Language Models. In zweiter Instanz fühlte ich mich irgendwie bedroht oder war ich auch verunsichert und dachte ja, was, was, was wird denn, was wird denn auch meinen Leistungen noch und was wird aus der Theologie, wenn Judgeivity
das so gut übernimmt. Und dann in dritter Instanz habe ich dann gedacht, ja vielleicht wird das sogar wirklich zum Durchgangs- oder zum Anstoß für eine Theologie, die kreativer, origineller ist, die sich auch wieder mehr wagt. Ich habe das ja ein bisschen beklagt, dass ich das Gefühl habe, viele TheologInnen reproduzieren, was früher gesagt wurde und wagen sich nicht mehr irgendwie auch frische Gedanken zu hegen und Dinge ins Gespräch zu bringen, mit aktuellen Entwicklungen, die sich jetzt, zu denen sich sonst jetzt noch keine theologische Literatur findet und so weiter.
Und diese Art von Theologie, diese neugierige, abenteuerlustige, experimentierfreudige Theologie, die könnte eigentlich umso wichtiger werden in einer Zeit, in der das reproduzieren eigentlich von der KI übernommen wird. Also das wäre jetzt meine positive Hoffnung im Blick auf die Entwicklung der Dinge. Ja, also dieser Hoffnung lese ich mich gerne an, aber ich habe noch ein anderes Thema, was mit KI zu tun hat und wir haben bis jetzt über Judgeivity zwar ein bisschen eher furchtvoll und respektvoll gesprochen, aber doch immer noch so, als wäre Judgeivity einfach ein Assistent, auf den wir zurückgreifen können. Ich würde gerne noch kurz mit dir diskutieren, ob Judgeivity vielleicht selbst auch Theologie produktiv sein kann. Also ob Judgeivity vielleicht selbst auch
ein Theologe sein kann, der z.B. ein Gebet formuliert oder jemand sein kann, der eine passende, treffende Ansprache formulieren kann bei einer Trauerfeier. Wie schätzt du das ein? Weil ich merke so, dass es im Moment so einen Charcon der Authentizität gibt, der vorgibt, dass etwas, das mit KI geprompt worden ist, nicht in gleicher Weise echt ist, wie etwas, was du auf ein Stück Papier geschrieben hast von Hand an deinem Schreibtisch. Ja, also ich finde das eine super, super Folgefrage auch und ich würde hier unterscheiden. Also ich glaube, so dieses Nase rümpfende und auch ein bisschen überhebliche Herabschauen auf Judgeivity-Texte, die doch gar nicht, die niemals so menschlich authentisch sein können wie ein eigener Text, das halte ich für
völlig ungerechtfertigt. Also ich würde sagen, dass Judgeivity hervorragende, berührende Gebete oder Trauerandachten oder Predigten schreiben kann. Das ist ja nicht nur eine Behauptung, das kann man ja ausprobieren und sehen. Ja, aber das bestreiten viele mal. Ja, ich habe das probiert, aber da kommt nur ein Mist raus, das ist so flach, das ist alles Quatsch, was es da ausspuckt. Und ich glaube, diese Erfahrung kann ich verstehen bei den Leuten, die nicht geübt sind im Prompten. Also wenn du natürlich einfach sagst, ja morgen wird Heidi beerdigt. Ich kannte Heidi nicht besonders gut, aber sie war im Dorf eine wichtige Person. Bitte schreibe mir eine Traueransprache, dann kommt natürlich nur Müll raus, weil einfach keine Informationen da sind,
die wichtig sind. Ja, und ich würde sagen auch bei allgemeinen Prompts, die Judgeivity dazu zwingen, auf einfach den Textbestand zurückzugreifen, der online verfügbar ist. Da muss man natürlich jetzt beides sagen. Also selbstverständlich kann doch Judgeivity eine Predigt erstellen oder ein Gebet verfassen, dass sich qualitativ und inhaltlicher von der inhaltlichen Tiefe absolut auf der Ebene bestehender Gebete und Predigten befindet, weil Judgeivity ja dann einfach die ganzen Gebete crawled, die online zur Verfügung sind. Also er sucht quasi das Internet ab nach Gebeten und er stellt quasi im Sinne eines gemeinsamen Nenners oder er kennt quasi wiederkehrende Formulierungen und Phrasen und stellt dann etwas zusammen. Und dann kann man natürlich sagen,
Judgeivity kann eigentlich genau so gut sein wie das Material, auf das es zurückgreift. Und wenn wenn Judgeivity Predigten durchsucht, die mittelmäßig sind oder die in diesem, wie Erik Flücke kritisch sagt, in diesem Chargon der Betroffenheit verfasst sind, so in dieser typisch typischen, evangelisch reformierten Kirchensprache und so. Ja, dann kommt eine Predigt in genau dieser Sprache heraus und die ist dann genauso gut oder genauso schlecht wie das Material, dass Judgeivity darin verarbeitet hat. Und ich würde natürlich sagen, ein Gebet, also weißt du, ich würde die, wenn ich eine Unterscheidung ziehen würde, dann würde ich die da machen, dass Judgeivity zwar ein wunderschönes Gebet schreiben kann, wenn ich das richtig prompte, unter Rückgriff auf bestehende
Gebete, dass es aber sich selbstverständlich anders anfühlt, dieses Gebet zu beten oder diese Predigt zu halten, wenn ich sie selber verfasst habe, weil die ja in einer anderen Weise aus mir und aus meinen Reflexionen hervorkommt, woin gegen ich ein Gebet von Judgeivity oder eine Predigt mir zuerst aneignen müsste. Aber das kann ich ja, also ich kann ja... Aber man, das ist doch jetzt eigentlich der interessante Punkt, du hast völlig zurecht darauf hingewiesen, die Datengrundlage, auf die sich Judgeivity bezieht, ist einmal entscheidend, oder? Und da würde ich sagen, ja. Und zweitens ist aber ganz entscheidend, welche Anweisungen du Judgeivity gibst oder welche Fragen du dazu stellst. Und ich würde sagen, dieser Prozess des Promptons,
der kann genauso ein Gedanklichen in einem Prozess darstellen, wie das Verfassen eines Textes. Weil ich ja immer wieder auf das, was Judgeivity vorschlägt, was Judgeivity ausspuckt, Bezug nehmen kann. Und das heißt, ich bin eigentlich in einer Interaktion, in der ein Text oder ein Gebet entsteht. Und deswegen würde ich zunächst mal sagen, ja, also ich glaube, da können ganz tolle theologische Texte entstehen, die aber dann eigentlich nicht im strengen Sinne einfach das geistige Eigentum von Judgeivity sind. Also Judgeivity würde ich da nicht als Autorin, als Autor verstehen, sondern ich würde sagen, nein, das ist immer noch der Mensch, der davor sitzt und seine Prompton eingibt. Ja, ja, es sehe ich genauso, Stefan. Und ich habe auch gemerkt in
meinem Umgang jetzt mit Judgeivity, manchmal die große Arbeit, die bei mir anfällt, ist richtig zu prompten. Und je nach dem, je nach Komplexität der Aufgabe, kann es sein, dass ich eine halbe Stunde oder länger an einem Promtarbeite, weil ich noch Zitate einarbeite, weil ich sage, greif aus Kriesequellen zu, benutze diesen Stil und so weiter. Und dann spuckt Judgeivity etwas aus und dann fange ich an, das zu modifizieren und sage, nein, das hast du nicht getroffen. Arbeite das um Pipapo, ändere diese Formulierung. Und dann bist du eigentlich in Auseinandersetzung mit Judgeivity.
Das kann dann auch stundenlange Arbeit sein, aber du bist dann, du bist selber auch produktiv in diesem Projekt. Und ich glaube, du könntest sogar, um den Spieß mal umzudrehen, du könntest problemlos, wie du das vorhin mit deiner Dissertation beschrieben hast, du könntest eine bestehende Predigti aus deiner Federstand hochladen und Judgeivity sagen, kannst du bitte unnötige Verschwurbelungen und unnötige quasi unnötigen Kirchenscharkern eliminieren und das in einfacher, alltagsfreundlicher Sprache reformulieren. Und es könnte sein, dass es ein absoluter Befreiungsschlag oder eine absolute erfrischende Erfahrung wird, die umgearbeitete Predigti von Judgeivity zu lesen. Ja, du kannst es sogar noch persönlicher machen. Du kannst ihm zum
Beispiel einen Blogbeitrag von dir zeigen und dann sagen, schau mal, das ist eigentlich mein Stil, wie ich denke und spreche und schreibe. Und hier habe ich eine Predigt verfasst und irgendwie, glaube ich, ich bin da wieder in so einen gewissen Charcon zurückgefallen, kannst du mal versuchen, in der Art, wie ich einen Blogbeitrag schreiben würde, diese Predigt umzuformulieren. Und die Ergebnisse sind wirklich fantastisch. Aber vielleicht haben wir jetzt das Problem auch ein bisschen unterschätzt, die Frage war ja auch, kann Judgeivity selbst Theologie produktiv sein?
Ja. Und ich habe da eine These und mich einem Wunder, wie du siehst, würde sagen, wenn die ganze Schöpfung alles, was ist, dazu da ist, Gott zu loben und sich an ihrer Schönheit zu freuen. Dann auch große Sprachmodelle. Weil große Sprachmodelle sind nicht etwas, was nicht Teil dieser Schöpfung ist. Also ich sehe das nicht so, dass da jetzt etwas entstanden ist, was wir uns im Geheimen ausgedacht haben und der liebe Gott hat keine Ahnung davon, sondern ich würde sagen, ja, das ist etwas, was innerhalb dieser Schöpfung eine Entwicklung darstellt. Und ich glaube, dass auch Judgeivity, genauso wie ein Tier oder eine Pflanze in der Lage ist, Gott anzubeten, auch Judgeivity das kann. Ja, das ist eine spannende These, vor allem,
weil sie eine Unterscheidung auch unterläuft, die ich auch für falsch halte, nämlich die Unterscheidung zwischen geschöpflich materiell und digital immateriell. Das glaube ich bei Judgeivity. Judgeivity kommt nicht ohne Materie aus, da sind Computer in Serverräumen dahinter, da werden quasi Reisen, Elektronen und Protonen und was auch immer herum. Also das ist natürlich genauso kohlenstofflich und daher gehört Judgeivity natürlich oder Künstliintelligenz gehört auch zu dieser Schöpfung, die eben mindestens das Potenzial hat, zu Gottes Ehre zu beizutragen. Also da würde ich sagen, da gehe ich mit dir und ich würde vielleicht sogar noch einen Schritt weitergehen und sagen, ist es nicht so, dass wenn, wenn man jetzt sagt Gottes Geist, Gottes Inspiration, Gottes Lebensatem
durch Weht ganz viele Predigten, die von Fahrerinnen und Fahrern, von Pastorinnen und Pastoren, von Laien geschrieben und gehalten werden und wenn Judgeivity diese Predigten durchsucht und kreativ, konstruktiv daraus Gedanken entwickelt, dann weht doch auch ein Stück des Geistes Gottes in diesen, mindestens potenziell in diesen Predigten, die von Judgeivity erstellt wurden. Das geht doch dann nicht einfach alles verloren. Das finde ich auch völlig logisch und wird aber trotzdem sogar noch weitergehen und sagen, das was wir Halluzinieren nennen bei Judgeivity, also bei diesen großen Sprachmodellen, sogar das hat noch das Potenzial auf Offenbarung zu reagieren. Also da würde ich diesen strengen Unterschied quasi zwischen Kultur und Natur, zwischen digital und Material und so
würde ich gar nicht mehr mitgehen. Ja, also wohin wird uns das noch führen, Stefan? Das finde ich schon spannend und aber ich bin auch da wieder so ein bisschen ambivalent zwischen Begeisterung für die Möglichkeiten und auch Erleichterungen, welche die moderne Technik schafft und dann der Frage ja, was macht das mit dem Selbstverständnis jetzt nicht nur, jetzt sind wir ja ein bisschen umgeschwenkt, nicht nur von Theologinnen und Theologen, sondern auch von Gemeindeverantwortlichen, von Pfarrerinnen und Pfarrern, von Predigt-Haltenden. Was macht das mit unserem Selbstverständnis, wenn unsere Predigt eigentlich auf Judgeivity-Inspirationen beruht, also das hinterläuft?
Aber ich finde das aber eine falsche Alternative, wenn man sagt, es beruht darauf. Wir hätten ja auch nicht gesagt, es beruht auf irgendeinem Aufsatz, den ich gelesen habe. Nein, wir verbinden das doch alles miteinander. Also am Schluss sind das immer noch Menschen, die mit anderen Menschen über das sprechen, was ihnen wichtig ist, was sie fasziniert, was sie entdeckt haben und schön, dass da eine so große mächtige Ressource dazugekommen ist. So würde ich das sehen. Ja, ja, aber sie stimmt, ich flichte dir bei, aber ich sehe schon auch, da sehe ich eine gewisse Gefahr, wenn wir jetzt nach klassisch reformiert reformatorischem Vorbild auch sagen, die Predigt. Natürlich auch das Gebet und das Liedgut, aber ich sage es mal zugespitzt, die Predigt kommt aus dem Wort und dieses klassische
traditionelle Bild des Pfarrers oder der Pfarrerin, die eben die Bibel studiert auf dem Hintergrund ihres Theologiestudiums und ihrer Hebräischen und griechischen Sprachkenntnis und die dann Kommentare wälzt und sich versucht, einen Text zu erarbeiten oder die sogar darüber hinaus biblisch-theologische Überlegungen anstrengt und vielleicht dann auch neue Zugänge findet zu einem Text. Wenn das jetzt ersetzt wird, das wäre dann vielleicht wieder die falsche Alternative, aber wenn das ersetzt würde durch KI-Promptings, die einfach sagen, durchsuche das Internet nach guten Quellen zu Römer 831 und stelle mir eine Predigt dazu zusammen, dann ist natürlich die Gefahr, dass immer nur das reproduziert wird, was Leute schon über Römer 831 gesagt haben und
diese spannenden Durchbrüche, weißt du, wo jemand etwas mal von einer ganz anderen Seite anschaut und wo dann sogar das Verständnis bestimmter Texte oder bestimmter biblischer Begriffe sich wandelt, sind diese Durchbrüche da noch möglich? Ja, also ich glaube, jetzt müssen wir ein bisschen unterscheiden.
Es wird immer faule Menschen geben, die es sich leicht machen wollen und die dann so prompten werden und das dann vortragen werden, mit einem Heiligen Ernst. Das gibt es ja jetzt schon bei Leuten, die einfach aus drei, vier Predigten, die sie irgendwo runterladen, was eigenes machen und das gibt es garantiert auch in unserer ganzen Tradition mit dieser Kommentarliteratur. Wie viele Heureka-Momente hattest du denn beim Hebräisch übersetzen selbst? Ich weiß nicht, wie gut dein Hebräisch ist, bei mir war es eher immer so, dass ich im besten Fall nachvollziehen konnte, was jemand in einem Kommentar dazu geschrieben hat. Aber selbst bin ich nie in diese Tiefe eingetaucht, dass ich das hätte tun können. Aber es gibt ja auch die ganz vielen anderen Menschen,
die nicht einfach faule Säcke sind, die da dann vielleicht Zeit haben zu prüfen, was da eigentlich gedacht wird und gedacht wurde, die vielleicht nicht nur einfach diesen einen Kommentar berücksichtigen können, sondern dem vergleichen können mit vier, fünf anderen Auslegungen. Und deswegen, das wäre auch so eine These von mir, in dem das Handwerk leichter wird, also nämlich dieses Vergleichen, dieses Zusammenstellen von verschiedenen Perspektiven und Kommentaren, haben wir vielleicht wieder mehr Zeit, das zu prüfen, was wir da sagen. Und damit meine ich jetzt ganz einfach geistig auch darüber zu beten, ob das denn gut ist und ob das stimmt und ob das das ist, was wir jetzt sagen möchten. Ja, ja, sehr schön. Und mir kommt noch ein anderer
Gedanke wieder, um den Spieß ein bisschen umzudrehen. Man könnte natürlich sagen, wenn KI zurückgreifen kann auf eine Textgrundlage und eine breite Datenbasis, die ich mir im Verlauf einer Woche, die ich vielleicht Zeit habe, mit meiner Predigt für den Sonntag schwanger zu gehen, die ich mir nie erschließen könnte, dann kann natürlich die KI unter Umständen meinen Horizont wesentlich weiter öffnen, als ich es beim Studieren in meinen immer gleichen zwei oder drei Kommentarreihen, die ich besitze. Da kommt dann her, das theologischer Kommentar und dann irgendwie noch eine Kommentar zur Zürcher Bibel oder so, dass da könnte natürlich JGPD meinen Horizont wesentlich öffnen. Ein Problem im Moment noch bei diesen Sprachmodellen ist natürlich, dass sie wahnsinnig
englisch zentriert sind, wahnsinnig zentriert auf den besten Eurozentrisch oder Amerikazentrisch sind, aber spannend wäre natürlich ein Language Model, das dann auch zum Beispiel südamerikanische Kommentare, afrikanische Kommentare, wie wird in China und in Indien in der Christenheit, die ja teilweise viel, viel größer ist und auch Theologie produktiver, als wir jetzt in Deutschsprachigen Europa, wie wir dort eigentlich dieser Text gelesen, das wäre sehr spannend, da sind wir jetzt noch nicht unbedingt, weil die Text. Ja, das glaube ich, aber ich glaube, dass genau das die Zukunft ist und zwar für beide, also von Theologie als Wissenschaft und von JGPD zum Beispiel jetzt als Theologie produktive Maschine, wenn man so will, dass es nämlich
dahin gehen wird, dass die wirklich großen Entwicklungen daraus bestehen werden, dass man Volltextzugriff hat auf große Bibliotheken. Also, wenn ich mir jetzt so vorstelle, Princeton, diese unglaubliche Bibliothek und wenn du jetzt ein GPT programmieren könntest, der einfach sagt, ich nehme nur auf diesen Textbestandbezug, bei allem, was ich tue. Also, ich gehe nicht zu Wikipedia, ich gehe nicht ins Bibilex oder irgendwie sowas, sondern ich konzentriere mich auf diesen Textbestand, den ich aber als Volltext habe. Ich glaube, das wäre ein Abus, die man sauteuer verkaufen könnte. Ja, ja, ja, ja, das wäre sehr faszinierend, muss ich sagen, da wäre doch noch einiges möglich. Ja, hey Manu, wir machen eine Ferienfolge und sind
trotzdem schon bald wieder bei einer ganzen Stunde. Ja, bald ja. Ich glaube, ich habe heute das Abend oder weil du das Thema mitgebracht hast. Ja, absolut, absolut. Okay, also mein Abend wäre, wir haben in der Vergangenheit ganz viel Fleißarbeit gemacht als Theologin und Theologen, was nicht unbedingt immer gut war für unsere Originalität. Schön, dass wir jetzt alle für wenig Geld eine Sekretariatsstelle haben, die uns das abnimmt, aber das müssen wir auch als Auftrag wahrnehmen, wieder kreativer und origineller zu werden bei dem, was wir denken, tun und schreiben.
Ja, sehr schön, sehr schön, schließe mich gerne an, an dieses Armen. Stefan, kannst du sagen, was du noch vor hast diese Woche, ohne dass es mir zu sehr weh tut? Ja, also heute fahre ich mein Geburtstag mit der Familie hier auf Tenerife und morgen beginne ich dann mein zweiten Tauchkurs und wenn Gott will und wir leben, dann werden wir Raktauchen gehen. Darauf freue ich mich ganz, ganz besonders und ja, bin ehrlich gesagt auch ein bisschen nervös, weil für mich ist das alles ganz neu, aber es ist so faszinierend. Ja, ich werde mich diese Woche ganz dem Tauch nähen geben.
Ach, sehr schön. Und ich gehe jetzt da nicht einfach so drüber hinweg, wir haben das bis jetzt gar nicht erwähnt, dass heute dein Geburtstag ist. Also dann habe ich wenigstens noch die Gelegenheit, dir vor versammelter Zuhörerschaft herzlich zum Geburtstag zu gratulieren. Ich habe das in meiner Agenda stehen, so ist es nicht und ich wünsche dir einen grandiosen Start in ein neues Lebensjahr, dass mich mindestens in der zweiten Lebensjahreshälfte auch ganz in deine Nähe nach Bern führen wird. Schön, darauf freue ich mich. Oh Mann, du geil, das mit dem Geburtstag und dran denken und so, das ist ja in Zeiten von Facebook und Instagram eh so eine Sache. Ich wüsste es nicht, wenn es da nicht aufpoppen würde und ich finde gute Freunde müssen
nicht ihren Geburtstag wissen, sondern eher, wie es ihnen im Moment gerade so geht. Ja, sehr schön. Gut, also ich habe einiges anderes, ich bin ja jetzt wieder eingestiegen in die Arbeit bei RefLab gestern, meinen ersten Arbeitstag nach drei Ferienwochen gehabt. Das war ziemlich steil, viele Mails, viele kleine und große Herausforderungen, aber auch ganz viel Gutes und das damit möchte ich gerne schließen. Wir sind in den heißen Vorbereitungen für unser RefLab Festival und das wird einfach grandios. Ich will das noch einmal in aller Öffentlichkeit sagen, dass wir so prominente und spannende Podcasts gewinnen konnten. Für dieses Festival ist für mich nach wie vor nicht selbstverständlich und das wird einfach ein zweitägiges Fest, das ihr euch nicht entgehen
lassen solltet. Letztes Jahr hatten wir Besucher aus München und Hamburg und so weiter und ich würde auch dieses Jahr euch allen ans Herz legen. Schaut doch mal, ob ihr das hinkriegt mit der Reise nach Zürich. Das lohnt sich wirklich und für alle, die jetzt, es gibt ja gewisse Überschneidungen in unserer Hörerschaft mit dem Podcast Hossa Talk. Für alle, die Hossa Talk live und in Farbe und in einer und gut gelaunt nach einer schönen Hotelübernachtung erleben wollen, die seien auch herzlich eingeladen ans RefLab Festival, weil Hossa Talk natürlich wieder mit dabei sein wird und dazu die ganzen üblichen verdächtigen Torsten, die jetzt Tobi fikes und dann natürlich Wolfgang M. Schmidt, den wir gewinnen konnten für ein Gespräch, die sogenannte
Gegenwart, auf die ich mich auch ganz besonders freue. Das bin ich wirklich auch ein wahnsinniges Highlight. Also die sogenannte Gegenwart am Podcast Festival zu haben. Gratuliere, schau mal. Also da freue ich mich enorm drauf und ich will das nochmal mit Nachdruck sagen, weil wir ja ein bisschen ein anderes Ticketing-System gewählt haben wie letztes Jahr, letztes Jahr konnte man sich einfach für ganze Tage anmelden und dann kommen und gehen, wo man wollte. Das hatte Vorteile, hatte aber auch den Nachteil, dass wir keine Berechenbarkeit hatten im Blick auf die Auslastung der einzelnen Veranstaltungen und mussten dann aus feuerpolizeilichen Gründen die Anmeldungen deckeln irgendwann und das hat dazu geführt, dass dann Teilsveranstaltungen nur halb voll waren,
obwohl wir eigentlich viel mehr Platz zur Fügen gehabt hätten. Aber die sind dann in eine andere gegangen und so und jetzt haben wir gesagt, wir machen die Hälfte der Veranstaltungen kostenfrei. Ihr könnt kommen und das ganze Festival besuchen, ohne einen Franken auszugeben, wenn ihr diese Veranstaltungen in kleinen Raum, in kleinen Saal besucht. Aber es gibt dann die Top Acts, haben wir in großen Saal kostenpflichtig untergebracht und da müsst ihr einfach Tickets für buchen.
Und deshalb schaut euch das Programm an und bucht Tickets für kostenpflichtige Veranstaltungen und zwischendurch könnt ihr den ganzen Tag im kleineren Saal kostenfreien Veranstaltungen teilnehmen. Das noch mal als große Ermutigung zum Schluss. Jetzt musst du nur noch sagen, wann und wo das stattfindet, Manu. Ja, das ist am 16.7. September in Zürich in der Mühletiefenbrunnen. Das ist ein Areal in der Stadt Zürich, das ganz leicht auch erreichbar ist und da wird das Festival an diesen beiden Tagen wirklich vom Samstagmorgen bis Sonntagabend. Wird das stattfinden? Ihr könnt wie gesagt einzelne Veranstaltungen buchen, einfach einen Nachmittag, einen Vormittag, einen Tag kommen und es gibt Foodstände dort, es gibt noch ganz viele Workshops, einen Whiskey,
Spiritualitätsworkshop, es gibt ein Gottesdienst, ähnliches Format und so weiter. Also zieht euch das Programm mal rein. Also wenn sich irgendetwas lohnt, was wir bei Reflex je gemacht haben, um live dabei zu sein, dann ist es dieses Festival. Wunderbar. Ja, also ich werde auch da sein, ich freue mich schon drauf und ja, dann wünschen wir euch jetzt eine gute Woche, wo immer ihr seid, im Urlaub oder immer noch bei der Arbeit oder gerade dazwischen, gebt euch Sorge, bürt euch Gott und bis bald, ciao zusammen. Bis nächste Woche, tschüss!
Tossertalk, die sogenannte Gegenwart und vielen anderen. Mit dabei sind auch Olivia Röllin, Niklaus Branschen, Torsten Dietz und natürlich das RefLab. Am 6. und 7. September kauf jetzt dein Ticket auf reflabfestival.ch. Alles wird gut! [Musik]