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Shownotes
Reist mit uns mehr als 800 Jahre zurück und 4000 Kilometer weit weg zur Geschichte des kleinen Blutkreislaufs, die in Syrien spielt. Eine Masterarbeit der Uni Wien (services.phaidra.univie.ac.at/api/object/o:163…) hat dazu eine umfangreiche Literaturrecherche gemacht. Und um den Blutkreislauf (youtube.com/watch?v=xfzz1JcZ4cU&themeRefre…) zu verstehen, hilft zum Beispiel das Video der Stiftung Gesundheitswissen.
“Behind Science” gibt’s jeden Samstag – am Science-Samstag. Zwischendurch erreicht ihr uns per Mail und Instagram, und hier gibt's unsere Links (linktr.ee/behindscience), die gerade wichtig sind.
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Schönen Science Samstag. Hi. Hi. Also ich frage mich, haben die Leute eigentlich schon gesehen, dass wir hier so ein weihnachtliches Cover haben? Also ich glaube heute bei dieser Folge nicht, aber bei allen Türchen, die wir gerade veröffentlichen. Ich weiß es nicht, weil es hat uns noch niemand dazu geschrieben.
Nee, ne? Normalerweise seid ihr manchmal aufmerksamer als wir mit irgendwelchen Veränderungen und wir sind so, ach ja, stimmt. Wow, ist uns noch gar nicht aufgefallen. Aber hey, wir haben hier Weihnachtsmützchen auf unserem Cover auf. Und bitte könnt ihr das mal kommentieren und sagen, wie ihr das findet.
Ich finde es nämlich sehr, sehr süß. Ja, ich freue mich auch jedes Mal selber mit. Also ich höre ja die Türchen, die du aufzeichnest. Das ist ja auch für mich dann eine Überraschung. Ich gucke dann auch, höre auch ins Türchen. Freue ich mich immer richtig morgens. Und wenn dann noch diese Mützchen da zu sehen sind, ich finde es toll.
Ich auch. Für alle, die gar nicht wissen, wovon wir sprechen. Wir machen ja gerade einen Adventskalender hier bei Behind Science, also falls ihr treue Behind Science Samstagshörer und Hörerinnen seid. Aktuell veröffentlichen wir jeden Tag so eine Mini-Mini-Mini-Folge, also ein Türchen, hinter dem sich immer ein schönes Zitat verbirgt von Menschen aus der Wissenschaft.
Also ein Advent voller Überraschungen hier für uns. Hilft mir aus dem Bett morgens. Ja, auf jeden Fall. Ihr könnt super, super gerne da mal reinhören und uns natürlich auch noch Zitate senden. Und wenn ihr noch mehr Adventskalender haben möchtet, Podcast-Adventskalender, dann empfehlen wir euch den Wisspod-Adventskalender.
Den haben unsere Kolleginnen und Kollegen gemacht von wissenschaftspodcast.de. Ja, und den erkennt er daran, dass da im Moment Schneeflocken auf dem Cover sind. Auch sehr schön. Ihr wisst ja vielleicht, wir sind auch ein offizieller Wiss-Pod. Also es gibt so eine Liste an ausgewählten Wissenschafts-Podcasts.
Und wir gehören dazu, aber auch ganz viele andere tolle. Und zum ersten Mal gibt es in diesem Jahr einen Adventskalender mit Podcasts aus dieser Liste. Bei den ersten Türchen, ich habe mal geguckt, sind zum Beispiel der Podcast tierisch dabei, methodisch inkorrekt. Astrogeo oder auch Geschichten aus der Mathematik, ein paar kennt ihr jetzt vielleicht schon. Ja, nur tolle Kollegen. Unseren Folgen, genau.
Da hört gerne nochmal rein, wenn ihr ein bisschen mehr Input im Advent braucht, verlinken wir euch. Ja, dann könnt ihr zwei Türchen jeden Tag öffnen. Audio-Türchen. Ja, und bei uns könnt ihr heute nicht nur das 13. Türchen öffnen, sondern auch eine Reise in die Wissenschaftsgeschichte machen. Heute mehr als 800 Jahre zurück.
Boah, finde ich ja immer Besonders toll, wenn wir so ganz weit zurückreisen und rund 3,5 Tausend Kilometer weit weg nach Syrien. Wir sprechen heute über Ibn al-Nafis und die Entdeckung des kleinen Blutkreislaufs. Behind Science – Geschichten aus der Wissenschaft Mit Marie Eickhoff und Luisa Pfeifenschneider.
Wie machst du eigentlich so ein Herz, wenn du das jetzt so mit deinen Händen machen möchtest? Also ich glaube, seit ein paar Jahren mache ich dieses kleine Herz mit Daumen und Zeigefinger. Ja, was so die Gen Z quasi macht, weil ich das so niedlich finde. Aber ich glaube, vorher hätte ich so mit zwei Händen. Ja.
Ach, nee, okay. Wir zeigen das hier gerade. Es gibt da ja acht Millionen Möglichkeiten, wie man es machen kann. Angeblich auch so ein Generationending, ne? Ja, und interessant, du machst quasi aber nur ... Selbst wenn du das mit beiden Händen machst, nur zwei Finger aneinander. Stimmt. Und hältst die restlichen Hände hoch. Nur zeige Finger und Daumen.
Alle Finger so. Finde ich auch schön. Sieht irgendwie voller aus. Aber ich glaube, da gehört zur Wahrheit dazu, dass man das das Boomer-Herz nennt. Hallo? Du scheinst mehr in die Boomer-Richtung zu gehen. Ich bin mit all meinen Fingern dabei und mache ein ganz großes Herz an euch gerade. Oh ja, stimmt, das ist das Boomer-Herz, dass man einfach so auf dem Kopf quasi mit den Armen so ein Herz macht.
Wir können euch ja mal bei Instagram die verschiedenen Versionen posten. Sollen wir mal vormachen? Ich glaube, da gehen die Meinungen auch auseinander, wie man ein Herz mit dem eigenen Körper darstellen sollte. Aber wusstest du dieses Herz, was du so gerne machst, wo nur so die zwei Finger vorkommen? Ich habe mal recherchiert.
Ich wusste nicht, dass du das auch so machst. Ich dachte, das machen nur noch jüngere Menschen. Er ist halt irgendwie so einem Jahr oder so. Ja, okay. Ich bin so angeeignet. Pass auf. Zu süß. Genau, ich dachte nämlich auch immer, oh, wie süß einfach, weil es sieht ja oben dann aus wie so ein kleines Herz zwischen Daumen und Zeigefinger.
Es kommt auch aus Korea, da aus dem K-Pop und es steht für Liebe, Dankbarkeit und Zuneigung. Okay, das hätten wir uns vielleicht noch denken können. Ja, aber es gibt auch Erklärungen, die sagen, das soll nicht ein kleines Herz hier oben zeigen, sondern das soll eigentlich aussehen wie das anatomisch korrekte Herz.
Denn du machst ja parallel, sobald du deine Faust und unser Herz, unser echtes Herz, das ist ungefähr so groß wie eine Faust, das passt schon mal. Und diese zwei Finger, die dann da so hoch gehen, das sind quasi die Blutgefäße, die das Blut im Körper verteilen. Ach so. Ja. Also ist das Herz das modernste, sag ich jetzt mal, Eigentlich das, was dem richtigen Herz am nächsten kommt, weil dieses, wie man jetzt auch ein Herz malen würde, hat ja nicht so richtig viel mit dem...
Anatomischen Herz zu tun, finde ich spannend. Ich hoffe, dass alle sich jetzt wirklich vorstellen können, was genau wir hier von Herz und mit Finger, mit Daumen, Zeigefinger erzählen. Sonst müsst ihr es mal googeln und lasst uns das, lasst uns mal Fotos davon bei Instagram posten. Und lasst auch gerne uns mal wissen, welche Erklärung ihr dazu gehört habt, weil es ist quasi, vielleicht ist es auch nur was, was Leute da rein interpretiert haben, aber ich finde, Und das passt auf jeden Fall ganz gut so zu unserer Folge heute.
Ja, auf jeden Fall. Denn wir gucken uns heute, ihr habt es euch vielleicht schon gedacht, das Herz genauer an und wie es aufgebaut ist. Das Herz ist einfach ein super bedeutendes Organ, das ist schon mal klar. Und das war auch schon immer bekannt. Und deswegen gibt es da auch so viele Mythen, die sich um dieses Organ ranken.
Oft ging es dabei aber auch über die körperliche Funktion hinaus. Und das ist ganz spannend. Bei den Pharaonen zum Beispiel im alten Ägypten, da galt das Herz zum Beispiel als Sitz der Seele. Das finde ich irgendwie eine superschöne Bezeichnung. Ihrer Vorstellung nach wurden Körper und Seele, wenn sie sterben, nur kurz getrennt und dann wurde vorm sogenannten Totengericht geprüft, ob jemand ein anständiges Leben gelebt hat.
Das klingt auch stressig. Ja, glaube ich jetzt nicht so angenehm davor zu stehen vor diesem Totengericht, aber wenn man nichts verbrochen hat, dann hat man wahrscheinlich auch nichts zu befürchten und dafür wurde dann das Herz auf eine Seelenwaage gelegt und der Totengott Anubis hat geguckt, ob sich die Waage bewegt und wenn nicht, dann konnten sich Seele und Körper wieder vereinen.
Und wenn sie sich bewegt hat, dann war das schwierig. So die Sage. Ja, also ihr seht schon so das Thema Herz. Das ist so ein bisschen aufgeladen. Da sind sagenumwobene Geschichten passiert ums Herz. Da wurde es vielleicht auch ein bisschen religiös. Und es ist aber auch ein sehr wichtiges Wissenschaftsgebiet.
Und der Mann, über den wir heute sprechen, Wir sprechen ihn jetzt die Folge über in der Kurzform seines Namens an, als Ibn Al-Nafis. Das bedeutet Sohn von Al-Nafis, also Skull. Wie sein Spitzname wahrscheinlich gewesen. Deswegen sagen wir es jetzt auch einfach so. Der ist wahrscheinlich 1210, also vor 815 Jahren geboren in Damaskus, in der Hauptstadt von Syrien.
Ja, ich freue mich, dass wir dahin reisen. Ein ganz, ganz anderes Land mal hier. Wobei er ja nicht direkt in der Stadt Damaskus geboren ist, sondern auf einem Dorf, also in der Nähe von Damaskus. Das erinnert so ein bisschen an Leonardo da Vinci, der ja in den Hügeln von Vinci geboren wurde bei Florenz.
Sie haben sich ja auch mit ähnlichen Themen tatsächlich beschäftigt. Es gibt auch von Leonardo ja eine ganz bekannte Zeichnung vom Herzen, die ja sehr, sehr detailliert und sehr genau und ja auch schon sehr gut ist. Und ja, zum Studieren muss eben Al-Nafis dann nach Damaskus, also in die Stadt und seine praktische Ausbildung macht er auch dort in einem Krankenhaus, das damals auch schon sehr bekannt und renommiert ist.
Er studiert auch Rechtswissenschaft mit Sprachwissenschaft und islamische Theologie und wird deshalb nicht nur Arzt, sondern gilt einfach so als großer Gelehrter. Also schon ähnlich wie Leonardo da Vinci, der so ein bisschen der große Gelehrte von den europäischen Ländern war und ist. Ja, und jetzt erzählen wir quasi die Geschichte von einem anderen großen Gelehrten.
Arabischen Universalgelehrten. Ja. Und einer fies Wissbegierde, die wird... Auch zu einem richtig großen Durchbruch führen. Dafür arbeitet er mit dem Wissen, was andere vor ihm schon über die Medizin gesammelt haben. So funktioniert Wissenschaft ja immer. Man guckt erst mal, welche Theorie haben die anderen schon aufgestellt.
Genau, und kann ich das bestätigen oder finde ich was Neues? Und einer der bedeutendsten Ärzte des Altertums ist dabei Claudius Galenus von Pergamon, auch Galen von Pergamon genannt. Er lebte zwar rund 1.000 Jahre vor, eben einer Fies, aber seine Lehre ist damals immer noch total anerkannt. Galen, der war Leibarzt des Kaisers und Gladiatorarzt in Rom und in diesem Job, da konnte er sich ganz viel mit Muskeln, Gefäßstrukturen beschäftigen.
Ja, ich glaube, er konnte da einfach viele muskulöse Körper beobachten. Ja, und er macht tatsächlich aber auch Eingriffe an Tieren, um sich das genauer anzugucken. Es war ja damals auch total schwer, weil das natürlich irgendwie so ein Gebiet war, wo man sich nicht drangewagt hat, dass. Menschenkörper zu öffnen und anzuschauen. Auch da gibt es eine Parallele zu Leonardo da Vinci, der das ja einfach gemacht hat.
Deswegen hat man sich auch dann Tiere vorgenommen und quasi gehofft, dass es in Tieren ähnlich aussieht wie im Menschen. Und für Galen ist das Blut da der Nährstoff des Körpers. So reimt er sich das zusammen sozusagen. Das Blut sorgt für den Lebensgeist, so beschreibt er es. Außerdem ist er überzeugt, dass der Mensch aus vier Elementen besteht.
Und damit aus vier Körpersäften. Das ist eine Theorie, die schon von Hippokrates kam. Der hat gesagt, die vier Elemente Wasser, Feuer, Luft und Erde haben vier Eigenschaften oder Temperamente. Feucht, warm, trocken und kalt. Und die sind auch im Körper zu finden als Körpersäfte. Nämlich Schleim, Blut, schwarze und gelbe Galle.
Ja, das ist eine interessante Theorie und wenn die im Gleichgewicht sind, dann ist der Mensch gesund und wenn die nicht im Gleichgewicht sind, dann ist irgendwie was falsch, dann muss man irgendwie bei den Körpersäften die Ursache suchen. Genau, und dann ist natürlich auch die Frage, wie kannst du die wieder ins Gleichgewicht bringen?
Galen erweitert dieses Konzept von Hippokrates nämlich und ist überzeugt, dass es auch beim Behandeln von Krankheiten helfen kann, indem man dann guckt, welches spiegelnde Mittel gibt es, um dieses Ungleichgewicht der Körpersäfte wieder auszugleichen. Also er hat immer überlegt, gibt es einen Wirkstoff, der entgegengesetzt wirkt?
Wie so ein Gegenmittel oder die haben das auch damals genannt, die gegenwirkenden Säfte. Also er wollte immer ein einziges Mittel finden, was dann in die entgegengesetzte Richtung wirkt. Dass es sich neutralisiert, wenn es immer so einfach wäre. Wenn es so einfach wäre, genau. Und er entwickelt auch eine Theorie zur Blutbewegung. Und dabei beschreibt er das Herz als eine Saugpumpe.
Und er ist der Erste, der das Herz damals so als Pumpe erkennt. Aber was er noch nicht sieht, ist der vollständige Kreislauf. Der beinhaltet, dass das Blut durch die Lunge geht. Er glaubt, dass das Blut innerhalb des Herzens von einer in die andere Kammer gehen kann, weil die Herzscheidewand so porös ist.
Also das ist die Theorie, die er damals noch so vertritt und an die er glaubt. Genau, das war irgendwie so sein Gedanke, das muss doch da durchgehen. Er wusste schon, es gibt scheinbar zwei Hälften vom Herzen. Und gut, irgendwie muss es ja da durch, dann wird das wohl porös sein. Das war sein Gedanke.
Aber eben in einer Fies schafft es, zu erkennen, dass das Blut von der Lunge zurückkommt. Das passte aber gar nicht in diese Vorstellung von Galen. Denn da kam aus der Lunge nur Luft zurück. Und es gab eben diesen Durchgang zwischen den zwei Herzhälften. Aber eben einer Fies erkennt jetzt, dass es einen Durchgang in der Lunge gibt.
Und das war eine richtige Revolution. Und auch aber gleichzeitig muss man sagen, Revolution ist ja auch immer so ein bisschen ein Skandal. Weil ja mehr als zehn Jahrhunderte immer gelehrt wurde, dass das, was Galen aufgeschrieben hat, richtig war. Und jetzt kommt er da mit so einer Theorie und sagt, nee, also ich glaube, das Blut, das geht nicht von der einen Herzhälfte in die andere.
Einfach so, das passiert in der Lunge. Klingt ja auch erst mal so ein bisschen absurd. Ja. Und vor allem, wenn man halt Jahre, ja, zehnte Jahrhunderte lang das geglaubt hat. Und dann kommt da so ein junger Typ daher und behauptet was anderes. Wir haben schon häufiger mal hier ähnliche Geschichten erzählt.
Und sei es nur vom Anstallgurt, wo quasi was Neues entwickelt wurde und die Leute erst mal skeptisch waren, obwohl das zu ihrem Besten war. Ja, jedenfalls Ibn Al-Nafis widerspricht Galen und ändert die Sichtweise der Medizin damit komplett. Er erläutert sogar, dass sich Galen keine klare Vorstellung von dem ganzen Vorgang gemacht hat und wir annehmen müssen, dass er die Blutmenge im menschlichen Körper für viel weniger reichlich hielt, als sie es ist.
Also das ist sein Zitat. Schon sehr, sehr klare Worte gegen jemanden, der ja so wirklich als der eine Gelehrte gilt, der hochgelobt war und ja auch zu Recht natürlich. Ja, einer fließt, war sich da sehr sicher. Und das, obwohl er damals ja auch nicht, er konnte ja keine mikroskopische Untersuchung vom Gewebe machen.
Das ist echt Wahnsinn. Und jetzt wirklich beweisen, dass da nicht die Herzscheidewand doch porös ist. Aber er beschreibt das einfach sehr zutreffend, können wir aus heutiger Perspektive sagen. Denn heute wissen wir, das sauerstoffarme Blut fließt aus der rechten Herzkammer über die Arterien zur Lunge.
Da nimmt es dann Sauerstoff auf und kommt in den Wehen zurück zur linken Herzhälfte. So läuft der Herz. Sogenannte kleine Blutkreislauf oder auch Lungenkreislauf, so wird er genannt. Und parallel gibt es dann noch einen Kreislauf, der das Blut in unserem Körper verteilt, damit auch alle Organe mit Sauerstoff und Blut versorgt werden.
Und diese beiden Kreisläufe laufen die ganze Zeit parallel. Und das ist dann unser gesamtes Blutkreislaufsystem. Also ganz knapp zusammengefasst. Also heute können wir sagen, Ibn-Eina Fies hatte da wirklich recht mit seiner Beschreibung. Ja, total genial. Vor allem ist es immer so, wenn man weiß, was für Mittel heutigen medizinischen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern zur Verfügung stehen, die genau dasselbe quasi rausfinden.
Finde ich das so beeindruckend, dass jemand, dem so wenige Mittel zur Verfügung standen, das auch schon wusste und rausgefunden hat. Also das ist einfach nur beeindruckend und damals war Syrien und ja generell auch viele arabische Länder einfach so das Herz der wissenschaftlichen und vor allem medizinischen Forschung.
Also das war ja wirklich Vorreiter in ganz, ganz vielen Aspekten und er hat damit zu beigetragen. Die Frage ist jetzt aber, wer hat damals davon erfahren, was Ibn Al-Nafis aufgeschrieben hat? Denn ein englischer Anatom namens William Harvey hat im 17. Jahrhundert auch eine Beschreibung des kleinen Blutkreislaufs veröffentlicht und die galt plötzlich als Blutkreislauf.
Erste. Und wenn er William googelt, werdet ihr ganz viele Beiträge finden mit der Überschrift Die Entdeckung des Polutkreislaufs. Also quasi derselben Überschrift, die wir für diese Folge hier in Gedanken gewählt haben. Und jetzt kann man sich fragen, hat er die Aufzeichnungen von Ibn Al-Nafis ignoriert oder kannte er sie einfach nicht?
Und es war quasi Zufall, dass beide das unabhängig voneinander herausgefunden haben. Gibt es ja schon mal, dass sowas passiert. Ja, wir sind da auch sehr kritisch, würde ich mal sagen. Wir haben mal geguckt, wie das wohl sein konnte. Also viele westliche Gelehrte behaupten, dass die zwei ganz unabhängig voneinander darauf gekommen sind.
Es ist auf jeden Fall auch, muss man sagen, ein Übersetzungsthema. Also es ist sehr widersprüchlich, ab wann es überhaupt Übersetzungen von diesen arabischen Aufzeichnungen ins Lateinische gab. Und außerdem benutzt eben einer fies. Nicht das Wort Lungenkreislauf, sondern er nennt immer das Wort Lungendurchgang.
Es könnte deshalb auch sein, dass einfach da unterschiedliche Begriffe wissenschaftlich verwendet wurden, sodass ja einfach wirklich weniger bekannt war, dass dieser Kreislauf eigentlich schon beschrieben wurde, weil einer Fieses immer Durchgang genannt hat. Und dann können wir uns vielleicht schon darauf einigen, okay, dann hat William vielleicht den ersten Lungenkreislauf beschrieben.
Ja, aber William geht tatsächlich auch nicht mehr davon aus, dass das Blut immer von den Organen verbraucht und in der Leber neu produziert wird, sondern dass es eben im Kreislauf bleibt. Und das ist schon nochmal ein wesentlicher Gedanke weiter. Also er hat quasi an das, was eben Alnafis rausgefunden hat, nochmal neues Wissen angehängt.
Wahrscheinlich hätten die beiden sich auch gut ergänzt, wenn sie zusammen hätten forschen können. Ja, und es sind auch einfach halt schon wieder ein paar Jahrhunderte weiter, also später in der Geschichte. Von daher, ja, ist doch super, wenn er da nochmal ein paar frisch Gedanken reingebracht hat. Ja, auf jeden Fall.
Wir wissen aber noch ein bisschen was über ihn privat. Das interessiert uns ja auch immer brennend. Er bleibt sein Leben lang Junggeselle und verschreibt sich wirklich komplett der Forschung. 1236 zieht er dann nach Ägypten und wird Chefarzt und Privatarzt des Sultans. Und er wird ziemlich wohlhabend und hat wohl auch Einfluss auf die arabische Politik.
Aber sein ganzes Vermögen spendet er kurz vor seinem Tod. Ja. Ein sehr selbstloser Mensch, glauben wir, aus dem, was man da entnehmen kann. Und er wird 78 Jahre alt, also ziemlich alt für die Zeit und schenkt dann sein Vermögen, wie gesagt, spendet er. Und es geht an ein Krankenhaus, um dort weiter medizinische Forschung voranzutreiben.
Cool, weil er kann echt so nach seinem Tod weiterforschen quasi. Ja, wird in seinem Namen weitergeforscht. Das ist ja immer was, was zeigt, dass Leuten das quasi so wichtig ist, dass sie nicht so drauf sind, so ja, nach mir die Sinnflut irgendwie, sondern dass sie sich selbst als Einglied in der Kette sehen, was quasi dann noch weitere Dinge herausfinden kann und vielleicht auch Menschenleben retten.
Kann. Also ja, damals schon ein absoluter Vordenker. Ja, wenn euch diese Kette noch ein bisschen interessiert, so diese Kette an Menschen, die sich mit diesem Thema beschäftigt haben und welche Theorie da auf die nächste folgte, dann können wir euch auch noch eine Masterarbeit zu dem Thema empfehlen, die wir auch zur Recherche vorher gelesen haben.
Da hat sich mal jemand die Mühe gemacht und wirklich ganz viel Literatur zusammengetragen. Vielleicht findet ihr das auch spannend. Genau zu diesem Ibn Al-Nafi und die anderen, die daran beteiligt waren und welche Theorie da die nächste abgelöst oder ergänzt hat. Und falls ihr Lust habt, euch das mit dem Blutkreislauf noch mal ein bisschen optisch auch anzugucken, manchmal hilft ja auch noch mal so ein Video, es war jetzt ganz schön viel Anatomie und Herzhälften und so.
Ja, guckt da gerne auch noch mal in unsere Shownotes, da findet ihr auch eine Abbildung dazu. Ja, super, super spannendes Thema. Und diese Geschichte von Iben Al-Nafis, Die haben wir übrigens aus einem Kinderbuch. Es ist eine Kinderbuchreihe mit Geschichten aus Syrien, die eine Kinderzahnärztin aus Köln geschrieben hat. Richtig tolle Idee.
Und das sind alles Geschichten, die auf wahren Geschichten, wahren Begebenheiten beruhen. Und häufig sind es Wissenschaftsgeschichten. Richtig schöne Idee, finde ich. Die Autorin dieser Geschichte heißt Rahaf und sie hat bemerkt, hey, bei mir hier im Wartezimmer fehlen mir eigentlich genau diese Geschichten, sodass sie beschlossen hat, ich schreibe die jetzt einfach selber auf und wie sie das mit einer Freundin zusammen umgesetzt hat und warum sie Kindern ausgerechnet Geschichten von Menschen erzählen möchte, die in der Vergangenheit etwas erfunden oder entdeckt haben, das wird sie uns hier verraten.
Und zwar nächsten Samstag, so viel können wir euch schon verraten, denn wir laden sie zu einem Spezial ein. Ja, da bin ich selber sehr, sehr gespannt auf dieses Gespräch. Auf jeden Fall eine total schöne Idee, das vor allem auch Kindern zu vermitteln. Gerade Syrien fällt ja häufig auch in den Nachrichten dann eher in traurigen Zusammenhängen.
Und man hat gar nicht so eine Verbindung, was genau da in dem Land schon passiert ist. Und wie schön das Land auch einfach ist. Und das finde ich einen ganz inspirierenden Gedanken, diese Geschichten noch mal zu erwecken. Und vor allem Kindern zu vermitteln. Vielleicht sogar Kindern, die da einen Bezug selber zu haben. Ja, ich bin sehr, sehr, sehr gespannt auf dieses Gespräch.
Und bis dahin könnt ihr natürlich jeden Tag unseren Adventskalender öffnen. Einfach hier reinschalten, jeden Tag ein Türchen mit uns öffnen und auf den 24. Dezember freuen. Ach ja, und wir haben noch ein Weihnachtsziel quasi. Oh ja, ein Wunsch. Ein Wunsch, ein Weihnachtswunsch, einen bescheidenen Wunsch.
Und zwar würden wir gerne bei Spotify, 600 ist die Marke, ne? Ja, das wäre doch schön. 600 Sternebewertungen von euch bekommen. Das ist das nächste Ziel, was wir knacken müssen. Und vielleicht können wir zusammen daran arbeiten. Fragt doch mal eure Kollegen, eure Freunde, eure Familienmitglieder, ob sie nicht Bock haben, uns da Sterne zu geben. und dann sammeln wir hoffentlich bis 600 Sterne am 24.
Dezember. Das wäre mein schönstes Weihnachtsgeschenk. Das Einzige, was auf unserem Wunschzettel steht. Ja, wirklich. Es ist ein bescheidener Wunsch, aber ihr könnt ihn uns erfüllen. Ja, schön, dass ihr hier mit uns gereist seid auf den Wegen von Ibn Alna Fies. Wir freuen uns schon, euch Samstag noch mehr Geschichten zu erzählen.
Bis dahin, macht's euch schön und tschüss. Tschüss.