Behind Science

Whitcomb Judson: Perfekt eingefädelt

Samstag, 12. Juli 2025 · 14 min

MP3

Shownotes

Warum es mehrere Maschinenbau-Ingenieure brauchte, um ein Accessoire zu entwerfen, das später auch auf den größten Laufstegen der Welt zu finden war, erfahrt ihr in dieser kurzen Folge. Hört gerne in unseren Podcast-Tipp JUICE (open.spotify.com/show/5h5s5zJ8oD2ipLDo5VpUKC) und sagt Bescheid, wenn wir uns beim Pasqualini Zeitsprung Festival in Jülich (pasqualini-festival.de) sehen.

“Behind Science” gibt’s jeden Samstag – am Science-Samstag. Zwischendurch erreicht ihr uns per Mail und Instagram (instagram.com), und hier gibt's unsere Links, die gerade wichtig sind (linktr.ee/behindscience).

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Heute geht's um die Erfindung des Reißverschlusses. So sieht's aus, aber vorher möchten wir euch noch einen anderen Podcast empfehlen, haben wir lange nicht mehr hier gemacht. Den möchten wir euch aber unbedingt noch mal ins Herz legen. Ich glaube, wir haben schon mal drüber gesprochen. Ist schon lange her, ja. Genau, wir sind aber immer noch beide sehr, sehr große Fans und wollen… Ich höre es jede Woche, ehrlich gesagt.

Ja, hier auch voll. Es ist so richtig, man kann so richtig seinem Alltag entfliehen mit diesem Podcast, weil man teilhat an unheimlich witzigen und kuriosen und absurden Geschichten. Und zwar geht es um den Podcast Juice. Das ist ein Podcast über, ja, man könnte sagen, juicy stories. Das ist einfach auch ein einmalig guter Titel.

Also Geschichten, wo man wirklich so denkt, oh mein Gott, wie absurd ist es? Das muss ich unbedingt weitererzählen. Also ein bisschen so wie bei uns mit realen Geschichten sind das so kuriose Geschichten von Privatpersonen, die aber echt passiert sind. Also es ist unglaublich manchmal. Ja, genau. Wird anonymisiert, aber ist echt passiert.

Und erzählt werden euch die Geschichten von Lea und Lina. Die erzählen vielleicht zum Beispiel mal die Geschichte von Fiona unter anderem. Die soll auf ein Haus aufpassen und zwar das Haus von ihrem besten Freund. Klingt eigentlich ganz entspannt, da mal so ein bisschen ein Haussitting zu machen. Ist auch entspannt, bis auf einmal fremde Menschen an der Tür klingeln.

Und ja, jetzt fragt euch vielleicht schon, oh Gott, wird das ab jetzt eine Horrorgeschichte? Das wollen wir euch natürlich jetzt nicht spoilern, aber es ist nie vorhersehbar, wie diese Geschichten weitergehen. Denn man wird die ganze Zeit überrascht. Jeden Donnerstag gibt es eine neue Folge Juice. Ich glaube, das könnte euch gefallen. Hört da gerne mal rein.

Und den Link zum Podcast, den findet ihr in unserer Beschreibung. Also große Empfehlung für Juice. So, jetzt aber. Also Reißverschluss. Reißverschluss. Ist keine bessere Überleitung eingefallen hier. Unbedingt, ja, jetzt ist Zeit. Und ich muss gestehen, mein erster Gedanke, wenn ich so an Reißverschluss denke, ist ja ein Prinzip, was ich wirklich sehr schön finde.

Und zwar ein wunderbares Prinzip aus dem Straßenverkehr. Aha, das Reißverschlussprinzip. Das Reißverschlussprinzip. Ja klar, stimmt. Ich denke da sofort dran, weil so dieses, wenn es voll wird und eigentlich total unübersichtlich und dann hast du so diesen Gedanken, ach ja, jetzt ist der Moment fürs Reißverschlussprinzip.

Wir machen einfach abwechselnd, es kommt immer einer von rechts, einer von links. Das finde ich so wunderbar. Das ist so fair. Im besten Fall läuft das dann alles ganz fließend ab. Das gibt mir ein gutes Gefühl. Im besten Fall. Aber ich finde, es ist auch immer so dieser Moment, wo man am besten klug scheißen kann.

So, ey Leute, drängelt euch doch nicht schon zwei Kilometer vorher rein. Das ist hier das Reißverschlussprinzip. Bis zum Ende durchfahren, dann rüberfahren, immer ein Auto vorbeilassen, dann der nächste. Also da kommen dann irgendwie so ein bisschen die Verkehrsnerds auch raus, ist mein Eindruck. Ja, genau. Da unterscheidet sich, entweder wird man dann wie ich und denkt sich, ach schön, jetzt machen wir Reißverschluss. oder dann kickt die Aggression.

Dann komme ich doch rüber. Ja, genau. Oder so. Nö, den lasse ich jetzt hier nicht rein. Kein Bock drauf. Kollege. Ja. Wir wollen aber heute mit euch klären, wer denn den Reißverschluss erfunden hat, den wir so an unserer Kleidung finden können. Das war in diesem Fall keine Designerin. Es war auch keine Schneiderin oder so, sondern es waren Maschinenbauer. und der allererste, der 1893 ein Patent für einen Reißverschluss angemeldet hat.

Das ist der Maschinenbauer Withcom Judson. Sein Reißverschluss war eine Konstruktion aus Haken und Ösen, die aus Metall waren. Er nannte das Klesplocker, also ein Verschluss aus Klammern. Die erste Idee war, den für Schuhe zu verwenden. Ich musste erst mal überlegen ... Ich glaube, Schuhe mit Reißverschluss habe ich nur so Stiefel.

Stimmt. Doch, gibt es aber auch. Da ist das halt richtig praktisch, wenn du sonst sehr viel schnüren müsstest. Ja, genau. Und es sieht auch irgendwie schöner aus. Du hast nicht dieses Gebimsel da. Und es sind keine Klettverschlussschuhe. Die haben ja irgendwie, außer die sind es so richtig cool gemacht, haben ja immer was so von Kinderschuhen.

Ja. Und deswegen finde ich Reißverschluss eigentlich eine ganz gute Alternative an Schuhen. Aber es ist auf jeden Fall eher ungewöhnlich. Ich glaube, ja, Stiefel habe ich auch. Ja, und er stellt dann seine Erfindung ganz euphorisch bei der Weltausstellung in Chicago vor, aber bekommt leider überhaupt keinen Zuspruch.

Schade Schokolade, denn sein Reißverschluss ist noch viel zu teuer und dafür einfach zu unpraktisch. Also ja, unpraktisch, unteuer, keine gute Mischung. Diese Metallhaken, die sind auch so rau und machen auch den Stoff kaputt. Außerdem klemmen die, also wirklich so unpraktisch verkehrt es gar nicht. Da hat keiner Interesse dran, also keine wirklich gute Alternative zu knöpfen, Bändern oder Härkchen, die es da zu der Zeit gab, da muss irgendwie nochmal jemand dran und nochmal ein bisschen tüfteln.

Ja, und der Nächste, der tüftelt, ist wieder ein Maschinenbauingenieur und zwar Gideon Sundbeck. Er schafft es dann, einen Verschluss herzustellen, der sich wirklich so ein bisschen dann etabliert. Er wird unter anderem von der US Navy verwendet für wetterfeste Kleidung. Also das ist ja eigentlich schon mal ein sehr sinnvoller Zweck und könnte man auch jetzt denken, wie so ein Ritterschlag für diese Erfindung.

Aber so richtig spannend wird es dann eigentlich, als Gideon in die Schweiz zieht, denn da trifft er auf einen Geschäftsmann, würde ich mal ihn beschreiben, und zwar auf Martin Ottmar Winterhalter. Und der wird den Reißverschluss so richtig erfolgreich machen, denn er hat es auch schon Gideon erzählt jetzt von seiner Erfindung und er nennt das hakenlosen Kettenverschluss mit Metallzähnen.

Sehr kompliziert. Sehr kompliziert, aber auch irgendwie eine süße Beschreibung. Schreibt genau, was es ist. Ja, so ist es ja. Das ist ja mein Liebling, wenn man mal so für so alltägliche Begriffe einfach so völlig andere Begriffe verwendet. Also vielleicht könnt ihr ja mal sagen. Kannst du mir hier noch den Reißverschluss zumachen?

Könnt ihr mir mal den hakenlosen Kettenverschluss mit Metallzähnen zumachen? Oder mein hakenloser Kettenverschluss mit Metallzähnen klemmt? Meine Metallzähne klemmen. Ja, genau. Versucht das doch mal einfach so einfließen zu lassen. Guckt mal, wie so die Reaktionen sind. Wie alltagstauglich das so ist, voll.

Aber Martin sieht da auf jeden Fall sehr viel Potenzial. Und deswegen setzt er jetzt direkt alles auf eine Karte. Er handelt jetzt und investiert. Angeblich ist das damit sein gesamtes Vermögen. Also schon ein Batzen. Und kauft Gideon als allererstes mal das Patent ab. Er kauft es und verändert es. Denn aus den widerspenstigen Metallhaken oder Metallzähnen werden jetzt Rippen und Rillen, die sich viel einfacher ineinander haken und wieder öffnen lassen.

Und er nennt sein Prinzip Riri, wegen der Rippen und Rillen. Das ist auch so süß. Und so wird der Reißverschluss wirklich ein Erfolg. Der Riri, auch sehr, sehr süß, irgendwie so als kleinen Spitznamen oder Verniedlichung für Reißverschluss. Und in seiner deutschen Fabrik… Fing wie so ein Kinderwort. Stimmt, Riri. Das ist richtig süß. Kannst du mir den Riri zumachen?

Das könnt ihr ja alternativ mal versuchen, in den Alltag einfließen zu lassen. Und jetzt geht es tatsächlich nach NRW, wir könnten sagen in eine Nachbarstadt von uns. Und zwar nach Wuppertal. Da lässt er dann tausende Meter Reißverschluss produzieren. Genau, da hat er auch eine deutsche Fabrik. Ja, Riri made in Wuppertal. Das finde ich ja immer besonders cool.

Also falls mal aus eurer Nachbarschaft, jetzt muss jetzt nicht NRW sein natürlich, was auch immer, in Schleswig-Holstein, da wohnt ihr und habt gehört, in eurer Nachbarstadt in Schleswig, keine Ahnung, war ich jetzt zuletzt mal, ist irgendwas erfunden worden, dann schreibt uns das voll gerne. Das stellen wir euch dann gerne auch mal vor.

Das finde ich ja immer besonders cool. Ja, also wir können jetzt aber sagen, für den Reißverschluss sind die 1920er eine gute Zeit. Er wird zu einem Welterfolgshit. Jeder will jetzt diesen Reißverschluss haben. Auch das Militär verwendet ihn weiter für Fliegerjacken, Schwimmwesten. Aber 1930 landet der Reißverschluss dann auch bei der Haute Couture.

Also es gibt jetzt erste Reißverschlüsse auf Laufstegen. Es wird wirklich ein Element der Designermode. Und für Martin klingt das jetzt erst mal nach dem ganz großen Erfolg. Ist auch so. Aber in den 50ern fangen dann an, die ersten Patente abzulaufen. Und das bedeutet, dass sich jetzt auch Konkurrenzfirmen einklinken können, einhaken können, Die jetzt die Reißverschlüsse ein bisschen billiger produzieren, denn sie verwenden dafür nicht mehr nur Metall, sondern auch Plastik.

Und das bedeutet für Martins Firma, dass es jetzt ganz schön bergab geht und auch mit seiner Gesundheit geht es dann bergab. Aber mit dem Reißverschluss nicht. Der wird ja noch mehr ein Erfolgssitch. Rixitsch. Ja, der Reißverschluss wird heute nach wie vor in Kleidung verwendet, aber auch an vielen Stellen in unserer heutigen Welt so Generell. Einer der größten liegt im Atlantik. Das hättet ihr jetzt nicht kommen sehen.

Und zwar die Schutzhülle eines kilometerlangen transatlantischen Telefonkabels. Das ist total cool. Die wird von einem Reichsvorschluss zusammengehalten. Verrückt. Das finde ich sehr kurios. Ich finde, über die Verlegung des ersten transatlantischen Telefonkabels können wir auch mal eine Folge machen. Das interessiert mich auch sehr.

Also man muss unglaublich aufregend gewesen sein. Und ja, auch in der Medizin werden Reißverschlüsse verwendet, zum Beispiel beim Zuhalten von Wunden. Also es ist nicht nur was, was man so aus dem Alltag jetzt unbedingt kennt, sondern es gibt da ganz spezifische, hochspezielle, hochentwickelte Reißverschlüsse, die für ganz andere Sachen verwendet werden. Total cool.

Ja, wie so ein ganz klassischer Reißverschluss produziert wird. Also wie wirklich der hergestellt wird. Dazu können wir euch nochmal ein Video verlinken von der Maus, denn da habe ich ein Video gefunden, wo man das nochmal sehr gut sehen kann, wie einfach und schnell das eigentlich geht, wenn der aus Plastik hergestellt wird und wie dann auch genau dieser Reißverschluss zusammengeführt und wieder geöffnet wird.

Also das, was man ja dann mit der Hand macht, wenn man seine Jacke zusippt und wieder aufmacht. Das ist ja so ein Stückchen, wo man eigentlich nie so genau reingucken kann und sich manchmal fragt, warum hakt es jetzt hier genau? Und die zeigen mal, wie das eigentlich von innen aussieht. Das ist nämlich ganz simpel.

Das sieht eigentlich nur aus wie so ein Y, ein ganz einfaches Prinzip. Und ja, wenn es nicht gerade irgendwo festhakt, läuft das ja auch sehr fließend. Das stimmt, auf jeden Fall sehr, sehr viel einfacher als irgendwelche Häkchen und Ösen und irgendwie auch praktischer als der Klettverschluss, wobei der ja an anderer Stelle echt praktisch ist, aber was mich da immer so nervt, man hat immer Fusseln da dran und der nutzt sich ja auch so mit der Zeit ab.

Aber Klettverschluss ist auf jeden Fall auch was, was man vielleicht nochmal sich vorknüpfen kann, denn da kommt ja auch so die Idee aus der Natur, von Kletten. Also kann man sich da auch nochmal aus der Bionik kann man sich quasi nochmal was abgucken. Das erzählen wir wann anders. Genau, darum geht es ein andermal.

Was uns hier zusammenhält, wieder so eine Überleitung, sind ja Geschichten aus der Wissenschaft und da können wir euch jetzt was mitteilen und zwar freuen wir uns schon auf etwas ganz, ganz Besonderes, auf einen Science-Samstag der Extraklasse und zwar könnt ihr uns dort live hören, denn wir treten auf und zwar beim Pascalini-Festival in Jürgen.

Am 3. August, bitte Kalender raus und notieren, den 3. August. Ja, das ist ein Seinssonntag. Ein Seinssonntag, ja, da brechen wir so ein bisschen mit unserer Tradition. Da werden wir auf einer Open-Air-Bühne stehen in Jülich und eine Geschichte aus der Wissenschaft erzählen. Und das gerne auch mit euch, wenn ihr Lust habt, dabei zu sein.

Also Pascalini-Festival in Jülich, ich glaube, das wird sehr, sehr cool. Ja, es beginnt auch schon ein bisschen eher, schon am 1. August. Wir sind dann am dritten, mitten in der Stadt zu finden, auf der sogenannten Science-Bühne. Da freue ich mich schon sehr drauf. Es ist alles kostenlos draußen. Es gibt auch ganz viel anderes spannendes Programm. Man kann eine Zeitreise machen, 450 Jahre zurück, so in die Zeit von Alessandro Pascadini, als er zusammen mit dem Herzog Wilhelm aus Jüdig eine moderne Festungsstätte gemacht hat.

Und euch erwarten deswegen auch so Gaukler, Spielleute, Musiker. Man kann sich ein bisschen fühlen wie damals, aber ihr könnt auch ganz moderne Experimente-Shows gucken, gute Live-Musik hören und ja, leckeres Streetfood essen, wenn ihr mögt und uns treffen. Und eben Behind Science hören und uns treffen, wenn ihr darauf Lust habt.

Darauf freuen wir uns sehr, sehr, sehr. Wir verlinken euch ja auch nochmal den Link in den Shownotes, da könnt ihr euch nochmal alles zu dem Festival angucken. Nächste Woche gibt es uns dann aber erstmal wieder digital. Bis dahin, macht's euch schön und tschüss. Tschüss.

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