Blätter-Podcast

Venezuela ohne Maduro, Männer gegen Missbrauch, Flüchtlinge ohne Schutz

Montag, 27. April 2026 · 54 min

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Shownotes

Blätter-Podcast I 27. April 2026
Ferdinand Muggenthaler berichtet über die politische und wirtschaftliche Situation in Venezuela 100 Tage nach der Entführung von Nicolás Maduro. Seit ihrer Militärintervention kontrollieren die USA die Rohstoffexporte des erdölreichen lateinamerikanischen Staates, trotzdem handele es sich nicht um einen »Kolonialismus des 21. Jahrhunderts«.

Pia Stendera fordert nicht nur rechtliche und politische Konsequenzen aus den jüngsten Missbrauchs-Skandalen, sondern eine gesellschaftliche Diskussion über Rollenbilder. Statt auf prominente Fälle zu starren, sollten sich Männer und Frauen mit misogynen Strukturen im Alltag auseinandersetzen.

Vanessa Barisch setzt sich mit der ab Juni geltenden Reform des Gemeinsamen Europäischen Asylsystems auseinander, das die Ideen der Genfer Flüchtlingskonvention aushöhle. Sie kritisiert insbesondere die geplanten Asylrechts-Verschärfungen in Deutschland.

Moderation: Karin Gothe, Tessa Penzel und Ferdinand Muggenthaler

[00.00] Begrüßung und Lesetipps der Podcast-Redaktion

[08.51] Ferdinand Muggenthaler: Venezuela: Kolonialismus des 21. Jahrhunderts?

[26.32] Pia Stendera: Sexualisierte Gewalt: Der nette Typ von nebenan

[40.45] Vanessa Barisch: Der europäische Flüchtlingsschutz: Eine Ruine

[52.33] Ausblick auf Heft 6/2026

Alle Texte der aktuellen Ausgabe findet Ihr ab Mittwoch, 29.4. hier: [blaetter.de/ausgabe/2026/mai] (blaetter.de/ausgabe/2026/mai])

Titelfoto: (c) IMAGO / ZUMA Press Wire

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Es ist im Wesentlichen so, dass N. Venezuela die alten Eliten weiterregieren – es ist der gleiche Apparat, der funktioniert und so funktioniert das auch für Trump weil dabei bleibt's Demokratisierung interessiert ihn nicht aber er hat jetzt den Zugang zu den Rohstoffen von Venezuela. Eigentlich darf unser Ziel nicht sein, wie bestrafen wir sexualisierte Gewalt besser?

Sondern wie verhindern wir sie? Worüber diskutiert werden müsste ist dass Männer sich mit sich auseinandersetzen müssen. Mit sich selber aber auch untereinander das Männer auch anfangen müssen es ihren Freunden zuzutrauen. Das ist auf jeden Fall eine Bankrotterklärung an diese ursprüngliche Idee des Asyls und eben des Schutzes Die er eigentlich grundsätzlich erst mal sehr gut zusammengefasst war in dieser Gentfuck-Plüfflings-Konvention, wo er einfach doch einen Breiterschutz für Menschen da war und der wurde jetzt halt immer weiter ausgehöhlt.

Herzlich willkommen! Dies ist die Podcastfolge zum Mai Heft. Diesmal könnt ihr dem Podcast sogar ein bisschen eher hören als das Heftlesen – das erhöht dann die Spannung auf das Heift. Mein Name ist Karin Gotun und ich freue mich sehr, dass heute Tessa Penzel und Ferdinand Mogenthaler aus der Redaktion dabei sind.

Hallo! Sehr schön. Und bevor wir jetzt loslegen mit dem Podcast gibt es erstmal was Neues zu berichten? Ja also wir werden ja dieses Jahr als Blätter nicht nur siebzig Jahre alt – die Zeitschrift Blätter wird siebzig Jahre alt sondern wir erweitern unseren Herausgeberkreis. ein Anlass war dafür natürlich auch, dass in den letzten Jahren leider einige wichtige Mit-Herausgeber gestorben sind.

Zuletzt Jürgen Habermas oder habt ihr im letzten Podcast darüber gesprochen? aber wir haben schon länger geplant den Herausgeberkreis zu erweitern und da haben wir einige sehr interessante Personen Persönlichkeiten gewinnen können. Ja, und wir freuen uns das heute bekannt geben zu dürfen. Mit dabei sind ab jetzt die Friedensforscherin Nicole Deitelhoff und der Soziologe Steffen Mao.

mit dabei ist auch Mehron Mendel, der Leiter der Bildungsstätte Anne Frank, der Sozio-Loge Oliver Nachtwey und die Klimaforscherinnen Frederique Otto, die Philosophin Lea Üpi und der Politikwissenschaftler Daniel Zieblat. Die alle Zum Teil schon durch Texte in den Blättern bekannt und mehr erfahrt ihr dann auch im Heft.

Sehr spannend, ja ich bin beeindruckt! Wir haben ja dann auch die Herausgeberkonferenz und freuen uns auf die Diskussionen auf der Konferenz aber insgesamt in den nächsten Jahren mit diesem neuen erweiterten Herausgebergreis mit den alten und neuen zusammen die stürmischen Zeiten, in denen wir leben begleiten zu können.

Vielleicht kriegen wir auch mal den einen oder anderen in den Podcasts zur Besuch. Bestimmt Dieser Podcast ist übrigens werbefrei, also er soll euch nämlich liebe Hörerinnen und Hörern vor allem neugierig machen auf das Heft. Und darum geben wir hier wie immer auch Lesetipps unsere persönlichen Lesetips.

und dann kommen hier immer drei Autorin oder AutorIn aus dem Heft zu Wort und sprechen über ihre Artikel. Diesmal sind das Ferdinand Mugenthaler, der schon hier sitzt. Der Autor und zugleich Blätterredakteur ist. Er ist der Lateinamerika-Kenne und hat die Entwicklung von Venezuela seit der Entmachtung von Nicolás Maduro im Januar intensiv verfolgt.

Er spricht mit mir gleich darüber wie es in diesem erdölreichen Land unter der faktischen Kontrolle der USA weitergeht. Dann kommt Pia Stendera in die Redaktion und spricht darüber was die immer häufiger bekannt werdenden Missbrauchskandalen unserer Gesellschaft auslösen ob und was sich seit Beginn der Mitu-Bewegung vor knapp zehn Jahren überhaupt verändert hat, und was vielleicht nötig wäre.

Und dann haben wir ein Gespräch mit Vanessa Barisch, der Migrationsexpertin die aktuell in Kassau blanker sich aufhält. Dort konnte ich sie erreichen um mit ihr über die Verschärfung des gemeinsamen europäischen Asylsystems zu sprechen, die ab Juni in Deutschland umgesetzt wird. Sie ist allerdings eher resigniert wenn sie daran denkt was von den Ideen der Genfer Flüchtlingskonvention übrig geblieben ist.

Also diese drei Interviews könnt ihr hier gleich hören. Und die Artikel findet ihr dazu im Heft, aber jetzt gibt's erst mal die Lesetipps von Tessa und Ferdinand. Gern! Ich hab heute den Text Gemeinschaft der Heimatlosen von Ege Temelkuran mitgebracht. Das ist zylistisch eher ein untypischer Text für die Blätter weil er sehr persönlich isst und ja im Stil eigentlich schon literarisch Denn Ege temelkuran ist eine türkische Journalistin langer Zeit im Exil lebt und in ihrem Essay beschäftigt sie sich mit den Themen Heimatlosigkeit und Heimatverlust.

Und ich möchte den Text empfehlen, weil ich ihn überraschend anschlussfähig fand. also da kann sich eigentlich jeder und jede wiederfinden Weil die Autorin den Blick weitet und in dem Text Themen behandelt ihr uns alle betreffen Also Klimawandel politische Entfremdungen Repressionen. Es geht viel um Fragen des gesellschaftlichen Zusammenlebens, so ganz grob gesagt.

Und sie schreibt dazu nämlich auch es gibt tausend Möglichkeiten die Heimat zu verlieren. und trotzdem also trotz all dieser bedrückenden Themen, die Sie behandelt verliert sich das Schöne nicht aus dem Blick und erinnert die Lesenden daran wofür und warum es sich lohnt weiterzumachen und weiterzukämpfen und ruft am Ende dazu auf dass wir ja angesichts dieser Heimatlosigkeit, die so viele Leute betrifft.

Neue politische Heimaten schaffen und neue Formen der Gemeinschaft bilden sollen. Und dieser hoffnungsvolle Spin dieses Nachdenken über Community, über Gemeinsschaft ist etwas das in mir sehr resoniert hat. vielleicht geht es anderen Leserinnen ja auch so. deswegen ist dass meine Lese Empfehlung aus dem May-Heft der Text von Ejetemel Koran den findet ihr auf Seite siebenundsiebzig.

Ja, den Text kann ich natürlich auch empfehlen. Ich möchte aber einen anderen Empfehlen der eher typisch für die Blätter ist und ganz große Geopolitik in den Blick nimmt. Das sind nämlich Alexander Cooley und Daniel Nexen. Geopolitische Macht, privater Gewinn das Zeitalter der Kleptokratie. Und da geht es darum, wie man eigentlich die Außenpolitik von Donald Trump verstehen kann.

Da wurde ja viel spekuliert und geschrieben darüber ob das jetzt ein Neo-Kolonialismus ist oder es um Einflussferien von Großmächten geht und die beiden Autoren sagen aber dass überall was dran. Aber es übersieht einen wesentlichen Punkt nämlich, dass Trump im Großen und Ganzen gar keine Außenpolitik für den USA macht sondern Für sich, für seine Familie und einige seiner Freunde die Geschäfte machen wollen.

Also nicht umsonst sind Gerald Kuschner und Steve Wittkopf seine Chefverhandler und die wollen sich nebenbei oder vielleicht als Hauptzweck sogar die Taschen füllen und deswegen die These dass es sich hier um eine Kleptokratie handelt also im Grunde Die beunterwegs sind, die sich bereichern wollen. Das klingt vielleicht ein bisschen steil, die These im ersten Moment aber wenn man die vielen Belege liest, die sie liefern dann klimt sie sehr einleuchtend.

deswegen meine Empfehlung Alexander Kuli Daniel Nexen Geopolitische Macht privater Gewinn das Zeitalter der Kleptokratie. es hilft die Sachen zu verstehen, die gerade auf der Welt passieren. Danke Ferdinand. Mein lesetierbeste Artikel der Klimajournalistin Susanne Götze Für sie ist die bisher größte Energiekrise der Weltgeschichte, die wir gerade erleben seit Beginn des Iralen Kriegs nichts weniger als ein Fanal.

Sie schildert wie die Blockade von Hormus überall auf der Welt das Grundvertrauen in fossile Lieferketten erschüttert hat Was der Startschuss für ein ganz neues Kapitel in der globalen Energiewirtschaft sein kann. Fakt ist, nämlich dass immer mehr Staaten nach Möglichkeiten suchen sich unabhängiger von fossilen Energien zu machen.

nur die deutsche Regierung hält seltsamerweise an der fossilen Energie fest und es sogar bereit mit unglaublich viel Geld Steuergeld das überkommene System zu stützen wobei die Bürger haben längst begriffen was die Regierungen noch nicht aussprechen will. Die Zukunft ist elektrisch. Mein Lese-Tipp Susanne Götze Iran als Fanal Ja, dann würde ich sagen Ferdinand.

Wir machen gleich weiter mit Vene zu Ela wo vielleicht auch die These, die du gerade angesprochen hast mit der Kleptokratie unheimlich gut sichtbar ist und wir hören uns dann anschließend nochmal alle drei am Ende des Podcasts wieder. So hallo noch mal Ferdinald! Hallo! Bei Vene Zu Ela haben wir beide ja schon Anfang des Jahres hier im Podcast gesprochen.

Hundert Tage ist es jetzt her dass der damalige Machtarber Nikolas Maduro in einer Nacht- und Nebelaktion, in die USA entführt wurde. Und US-Präsident Donald Trump dort quasi die Geschäfte übernommen hat im politischen und auch wirtschaftlichen Sinn. Eigentlich hast du damals in unserem letzten Gespräch gesagt eigentlich ging es zu Trump in Venezuela ja nie um Demokratisierung oder ähnliches sondern nur um den Zugang zum Öl.

Venezuela hat ja die größten Erdölvorkommens der Welt. jetzt hundert Tage später ist die Rechnung von Donald Trump aufgegangen? Vorerst schon Leider fast zu gut, weil das hat ihn ja dann animiert. Zu denken wenn er den Iran angreift, dann würde es ähnlich glatt laufen zumindest sagen des Recherchen der New York Times.

Aber in Venezuela funktioniert das Arrangement aber muss sagen Anders als er behauptet, hat regiert Trump nicht. Sondern es ist eher so eine Machtteilung. Das war ein bisschen am Anfang? Ja genau! We run the country. Nein also... Es ist im Wesentlichen so dass die alten Eliten weiterregieren. Da hat sich etwas verändert natürlich.

Die Getreuen von Maduro sind ja an die Seite getreten und die neue Präsidentin Delsi Rodriguez hat ihre Freunde und Verbündete in wichtige Posten gehoben. aber das ist der gleiche Apparat, der funktioniert. Und so funktioniert es auch für Trump, weil dabei bleibt es. Demokratisierung interessiert ihn nicht aber er hat jetzt den Zugang zu den Rohstoffen von Venezuela.

das vor allem das Öl aber auch Gold und es gibt dort auch seltene Erden. allerdings muss man da erst die Unfrastruktur aufbauen dass sie wirklich größere Maßstab abgebaut werden könnten. Also wir können gleich auch nochmal über Delsi Rodríguez reden, weil dir ja auch eine ganz interessante Rolle da spielt.

Aber wie du es gerade gesagt hast, das Erdöl hat ja nun auch angesichts... Das konnte man Anfang des Jahres nicht ahnen. Angesichts der großen Nachfrage spielt das hier noch mal eine viel größere Rolle. Was macht das eigentlich mit einem Staat, der auch in großem Maße von Erddölproduktionen immer schon abhängig war?

Also was passiert da gerade? Das aktuelle hilft natürlich der höhere Ölpreis sowohl Idee von Donald Trump, dass man da Geld mitmachen kann. Mit Venezuela als auch der Regierung weil einfach die Einnahmen steigen. Trotzdem ist das venezuelanische Erdöl die Produktion so gering, dass es nicht den Weltmarktpreis besonders drückt.

Es ist auch nicht so leicht, das Erdol zu gewinnen? Es ist vor allem sehr schweres Erdöel, das nur in einigen Raffinerien verarbeitet werden kann – vor allem in Raffinarien in den USA. und da kommen wir auf die historischen Zusammenhänge weil schon früher das Erddöl Venezuela immer in den US verarbeitete wurde.

der Großteil wird jetzt angeknüpft unter so eine Art Vormundschaft der USA. Also die Sanktionen sind gelockert, Venezuela kann jetzt wieder Geschäfte machen Öl verkaufen es können ausländische Firmen öl fördern in Venezuela aber die Einnahmen aus diesen Geschäften gehen auf ein Konto beim US Finanzministerium das heißt die USA behalten hier vorerst sehr eng die Kontrolle.

Aber im politischen ist die Kontroll nicht so groß sondern da kann Delci Rodríguez und ihr Bruder, der auch sehr wichtig ist. Es ist der Parlamentspräsident ihre Herrschaft festigen in Venezuela selber. Aber dafür brauchen sie ja auch Geld? Also geht das wirklich erlöst dieses Öls komplett an die USA?

oder haben die Menschen in Venezuela davon auch was? Also was die Menschen von Venezuela davon haben, das muss ich erst noch rausstellen. Aber es geht schon... Die Öleinnahmen gehen an Venezuela. Es wird gibt nur erst auf ein Konto in den USA und dann wird es aufgeteilt wie genau weiß man nicht. Und es gibt natürlich auch die Steuern, die bezahlt werden von ausländischen Firmen, die jetzt wieder fördern in Venezuela.

also die venezuelanische Regierung verdient auch an dem hohen Ölpreis. Wie das dann tatsächlich bei der Bevölkerung ankommt, wo es eine große Hoffnung gibt, dass es zum wirtschaftlichen Aufwund führt? Das ist noch gar nicht klar. Weil bis jetzt ist es für viele nicht spürbar, dass sich was verbessert hätte.

Das heißt im Zweifel hat erst mal die Elite, die weiter an der Macht ist – also sozusagen der alte Apparat wie du es eben geschildert hast profitiert möglicherweise erstmal von dieser Stabilisierung durch das Erdöl Genau, also die hatten natürlich zu Recht Angst unter der Bedrohung von Trump. Also der Innenminister zum Beispiel wird weiterhin offiziell mit Kopfgeld gesucht durch die USA ist aber Innenminister und regiert zusammen mit der Interimspräsidentin Delci Rodriguez.

am Rande eine Anekdotesie regiert wie eine Präsidentin ist offiziell aber Interimspräsidenten, weil dann keine Wahlen angesetzt werden müssen nach der venezolanischen Verfassung. Aber nur wenn man sagt dass Maduro sozusagen dauerhaft verhindert ist. natürlich steht er in New York vor Gericht. es ist völlig unrealistisch, dass er zurückkehrt.

Aber diese Fiktion wird vom Verfassungsgericht in Venezuela aufrechterhalten und das bedeutet, dass die Interimspräsidenten de facto ihre Macht ausbauen kann und weiter regieren ohne dass sie gleich Neuwahlen aushofen müsste wie es die Opposition fordert. Genau ist das ein Thema? Also wird das gefordert?

Das ist ein Thema wobei die Regierung sagt wir brauchen da keine Eile das muss gut vorbereitet sein und dabei wird's ja von den USA unterstützt. also US-Ausmester Rubio sagt ja auch, irgendwann kommen schon Wahlen. Aber erst mal muss sich die Situation stabilisieren. Die ist jetzt halbwegs stabil und jetzt muss es dann einen Wirtschaftsaufschwung geben.

Und als dritte Phase seines Plans gibt's dann eine Transition zur Demokratie. aber wann das kommt ist bei ihm völlig unklar. Und die Opposition fordert zwar neue Wahlen aber da sie weiß dass sie auch von den USA abhängig auch nicht allzu laut, also die Oppositionsführerin oder die wichtigste Figur. Cordina Machado ist ja weiterhin im Ausland und fordert zwar Neuwahlen oder die Vorbereitung von Neuwalen aber sie macht jetzt auch nicht so einen Druck dass es etwa große Proteste in Venezuela gäbe, die Neuwallen fordern.".

Das ist natürlich auch eine ganz besondere Situation, du schreibst das auch in deinem Artikel... nur von einer Seite gerade kommt. Und das ist sehr schwer, eine Opposition von Licks zu etablieren? Das ist richtig. Venezuela ist halt auch dadurch gekennzeichnet und das machte es natürlich Trump auch leicht, Venezuela zu überfallen dass die chauvistische Regierung total abgewirtschaftet hat und unglaubwürdig geworden ist Die große Mehrheit in Venezuela unter allem, was mit Sozialismus zu tun hat nur Korruption und Fetternwirtschaft und Misswirtschaft versteht.

Weil das eben den Alltag und den Staat in den letzten Jahren geprägt hat. Das heißt also eine Partei die sich links bezeichnet oder sozialistisch hätte gar keine Glaubwürdigkeit? Genau und die regierende Partei bezeichnet sich ja weiterhin als sozialistisch, also in den Tervistas. Gleichzeitig ist schon klar dass die sozialen Unterschiede jetzt wieder sehr stark gestiegen sind.

nur gibt es im Neue Eliten und die Unterschicht, die Armen in den Badeaus, in den Armenvierteln sind wieder ähnlich schlecht dran wie vor Chavez. Und diese haben eine große Basis gebildet für diese Bewegung. Die fühlten sich zum ersten Mal anerkannt usw., aber die Chavistas haben es nicht geschafft eine dauerhafte Veränderungen durchzuführen.

sie haben im Grunde nur... Da kommen wir wieder zum Öl. Ausgaben gesteckt, aber nicht in eine strukturelle Veränderung der Gesellschaft. Und sobald – und das war schon vor den US-Sanktionen – der Ölpreis wieder runter ging und damit die Einnahmen nicht mehr so sprudelten konnte auch dieses Modell nicht mehr funktionieren.

Aber jetzt zurzeit sprudelt es ja irgendwie? Ist da eine gewisse Hoffnung auch in der Bevölkerung? Wie ist da die Stimmung also? Ja wie gesagt, es gibt eine erstaunlich große Hoffnung der Regierung nicht vertrauen, aber sie Maduro war bei vielen Verhasst und es gibt schon so eine gewisse Hoffnung dass tatsächlich dieser Übergang kommt.

Und eben das die wirtschaftliche Situation besser wird, die für ganz viele wirklich sehr bitter ist. also der offizielle Mindestlohn liegt bei kaum dreißig Dollar Cent. Das ist natürlich ein Witz im Monat Wohl geworden. Aber es gibt dann immer so Sonderzahlungen, aber die sind natürlich nicht verbindlich und viele gerade Staatsangestellte verdienen ihr eigentliches Geld durch Nebenjobs wo sie Dollar bekommen.

also zum Beispiel ich habe auch gesprochen mit einer Lehrerin die dann ihren Schülern Nachhilfe gibt und dafür Geld verlangt. davon lebt sie und nicht von ihrem Lehrer gehalten. Das ist schon krass, ja. Und wenn man auch noch weiß, dass viele junge Menschen ausgewandert sind? Also nicht nur Junge, alle möglichen ist ja über zwanzig Prozent der Bevölkerung von Venezuela ausgewandert.

Geflogen kann man auch sagen... Und die spielen natürlich wirtschaftlich auch eine große Rolle, weil sie Dollar zurückschicken in die Heimat. Aber gibt es ja auch eine Bewegung wieder zurück? Also Leute im Ausland, die sagen, da verändert sich das den Beitrag. So viel konnte ich in meinem Artikel gar nicht unterbringen.

Ja deswegen frag ich. Das sind wir hier also bisher kehrt noch nicht so viele zurück. Einige wenige sind mit der Hoffnung zurückgekehrt dass man jetzt wieder Arbeit findet in Venezuela. aber für die meisten ist Das zu Recht ein Abwarten, weil Sie ja auch von Ihren Verwandten hören. Dass es erstens wirtschaftlich noch nicht unbedingt besser ist und zweitens nach wie vor die chauvistischen Repressionsorgane unterwegs sind.

also das werden auch trotz einer Amnestie und trotz der Rede von nationaler Versöhnung nach wie Vor politische Gegner immer wieder mal verfolgt zwar nicht in dem Umfang wie letztes Jahr noch oder nach den gefälschten Wahlen Aber es gibt nach wie vor die Milizen, die unterwegs sind und Leute kontrollieren.

Es gibt auch immer noch so eine Angst. Auch wenn es ein bisschen mehr politische Bewegungen schon gibt... ...es gibt Demonstrationen um die Freilassung von wirklich allen politischen Gefangenen zu fordern. Das gab keine Amnestie aber es wurden eben viele freigelassen, aber nicht alle. Und es gibt auch Gewerkschaftsdemonstrationen zur Erhöhung des Mindestlohnens also für einen Lohn der wirklich die Unterhaltskosten wenigstens deckt, das Minimum an dem was man braucht um zu leben.

Die sind auch mit der Polizei zusammen geraten, aber das hat jetzt alles noch keinen wirklich großen Umfang und gefährdet nicht die Macht der aktuellen Regierung. Das heißt man sieht wirklich nur so zaghaft Hoffnung auf Keim, aber du hast auch in deinem Artikel sehr schön beschrieben was eigentlich Öl mit Staaten macht, die da hauptsächlich von Leben ihre Haupteinnahmen daraus generieren.

Und wenn man dann noch denkt dass die USA ja die sind die davon am meisten profitieren oder die da den die Hand drauf haben wie würdest du das einschätzen? Also in deinem Artikel schwürfst du die Frage direkt auf. Ja, also Venezuela war ja schon länger vor den Javisten ein Beispiel für einen Rentiersstaat.

Ein Staat der vor allem von der Rohstoffrente im Fall von Venezuela vor allem vom Öl lebt und deswegen schon zum Autoraterismus neigt. Man spricht auch vom sogenannten Ressourcenfluch oder von einer extraktivistischen Wirtschaft. Es liegt auch daran weil Der Staat kann die Öleinnahmen für sich behalten.

Die Leute bei Laune halten sozusagen, solange das Öl fließt. Es passiert dass ganz viel sonst importiert wird die heimische Wirtschaft sonst nicht gefördert wird weil man genug hat. Man ist auch nicht auf die Leute angewiesen da sie Steuern zahlen für den Staatsaushalt weil man einfach von den Öleinnahmen direkt lebt.

also ich meine andere Staaten die vom Ölabhängen sind ja auch total autoritär strukturiert. Schau mal Saudi Arabien an. oder man könnte sogar sagen dass vielleicht dieser Öl Wahnsinn von Trump auch ein bisschen in die Richtung geht, aber das ist ein anderes Thema. Gut über Norwegen. Hast du auch als Antibespieler?

Norwegen gilt so ein bisschen wie das Musterbeispiel, wo ein Land es geschafft hat, anders mit den Öleinnahmen umzugehen. Die werden in einen Staatsfonds eingezahlt der eben... für die Zukunft Investitionen auch in andere Technologien und so weiter sicherstellen kann, damit eben nicht einfach das Geld verbrannt wird.

Und wenn der Öl aus ist oder wenn die Ölpreise runtergehen dann nichts da ist sondern dass man mit diesem Geld wenn wir schon vom Öl viele Einnahmen generiert die investiert werden in ein nachhaltigere sowohl sozial als auch energetisch Technologien und so weiter. Und das ist zwar in Venezuela auch immer schon versprochen worden, seit Öl entdeckt wurde in Venezuela Semprar el Petroliosis also des Ölsäen um was anderes wachsen zu lassen, dass aber nie passiert.

Jetzt ist es wieder so, dass sowohl die jetzige Regierung als auch die Opposition natürlich vor allem auf das Öl setzen, was man jetzt kurzfristig verstehen kann weil Die Infrastruktur ist so marode und man braucht eigentlich schnell Geld und Ressourcen, die man irgendwie investieren kann um das wieder auf dem Level zu bekommen.

Wo es ein würdiges Leben für den meisten Venezolanerinnen und Venezolanern möglich ist. aber wenn es nur wieder in der gleichen Art und Weise passiert Wie bisher, dann hat man so ein Zyklus wo mit dem nächsten Ölpreisabsturz wieder das Elend zurückkehrt. Und man muss dazu sagen während der Hochphasen war wegen Nezuela ja ein sehr reiches Land also im südamerikanischen Vergleich weil es immer eines der reichsten Länder solange der Öl preis hoch war.

und inzwischen ist es gerade das land mit den meisten Leuten außerhalb des Landes die vor dem Elend geflohen sind. Okay, letzte Frage die du auch aufwirfst in deiner Überschrift ja schon. Venezuela ist das ein Beispiel für Kolonialismus des XXI Jahrhunderts wenn wir uns immer wieder vor Augen führen dass eigentlich die USA am meisten von profitieren von dieser vor diesem Kuh?

immer noch? kann man das mit Ja beantworten? Ist es moderner Kolonionalismus? zugespitzt würde ich sagen nein. Es ist falsch von dem Kolonalismus des XI Jahrhunters zu sprechen weil Trump knüpft zwar an, an das neunzehnte Jahrhundert und den Rohstofffum usw. Aber was da entsteht ist erstens weit weg von dem klassischen Kolonialismus.

Es gibt keine Kolonialeamten die lokalen Eliten herrschen. ja. es gibt natürlich Abhängigkeiten die gab's auch immer dann ist aber auch nicht stabil Und die USA und Venezuela sind auch kulturell viel zu sehr verflochten als dass das so eine Kolonalisierung ist. also viele Venezuelaner Leben in den USA, es gab schon immer einen großen Austausch.

Baseball ist das Lieblingssport der Venezuelaner und das liegt nicht daran weil sie mal eine Kolonie der USA waren. Aber ein Ungleichgewicht ist ja da Ein Ungleich. Gewicht ist dabei Nicht jedes Ungleich-Gewicht und jede Abhängigkeit ist sinnvoll als Kolonie zu beteiligen. Und dann zweitens Natürlich ist das jetzt ne extreme Situation Eine Art Bevormundung von Venezuela.

Ein Protektorat hat auch ein venezolanisches Soziologi gesagt, aber es ist kein Modell für weitere Länder zu sehen die sich daraus gebildet hat. Also auch wenn Trump denkt er könnte mit ähnlichen Aktionen sozusagen ganz Lateinamerika unterwerfen so wird das nicht funktionieren weil der Fall Venezuela ist schon sehr speziell und den zu verstehen.

ich glaube da wird man auch dem am meisten gerecht wenn man sich das genau anschaut wie das funktioniert hat welche Fehler auch von der touristischen Bewegung gemacht wurden, wenn man von Fehlern sprechen kann. Weil es gab natürlich viele Leute guten Willen sozusagen die wirklich was verändern wollten eine gerechter Gesellschaft ausbauen.

aber inzwischen ist es vor allem eine korrupte Fetternwirtschaft und die Leute die jetzt davon profitieren wollen sich irgendwie an der Macht halten und deswegen unterwerfen sie sich auch den Vorgaben der USA. das ganze hätte vermieden werden können. Wahlen, wenn es da keine Wahlfälschung gegeben hätte sondern einen geordneten Machtübergang dann würde zwar immer noch auf das Öl gesetzt weil das macht die Opposition genauso.

Aber in einem demokratischen Prozess hätte man mehr eine Chance gehabt woanders hinzukommen. ich hoffe dass möglichst bald auch wieder möglich ist in Venezuela. Herzlichen Dank Ferdinand Mugenthaler war das Sehr gerne, man könnte noch ganz lang drüber sprechen. Wir hätten ein Sonder-Podcast machen können beim nächsten Mal mehr.

Danke sehr. Tschüss! Mit der Mitu-Bewegung, im Jahr zwei Tausend siebzehn fing es ja eigentlich an. Die Themen Machtmissbrauch und sexualisierte Gewalt werden seitdem immer wieder offen diskutiert. Seitdem kommen aber auch immer wieder neue Missbrauchskandalanslichte wie Gisele Pelicot, Epstein, jetzt Ulmen Fernandes... Wie wir als Gesellschaft damit umgehen?

können oder sollten. Darüber spreche ich jetzt mit der Journalistin Pia Stendera, hallo Pia! Hallo! Schön, dass du in die Redaktion gekommen bist. Sehr gerne. Ja, der jüngste Fall hier sehr viele bewegt. das ist ja der Vorwurf von Colleen Fernandes gegen Christian Ulmen von ihr pornografische Fake-Bilder verbreitet zu haben.

sie hat ja schon Jahre lang über diese Deep Fakes gesprochen und immer nach dem Schuldigen gesucht aber das hat sehr wenig Reaktionen hervorgerufen. Erst als mit ihrem Ex-Mann einen TV-Gesicht ins Spiel kam, da wurde die Debatte auf einmal viel breiter und es kamen zu Reaktion in den Medien an den Stammtischen auch und auch in der Politik.

Was sagt das denn über unseren Umgang mit diesem Thema eigentlich? Also erstmal glaube ich, dass es ganz wichtig zum jetzigen Zeitpunkt nochmal zu sagen, dass Christian Ulm viele der geäußerten Vorwürfe im Spiegel abstreitet über seine Anwälte. Nichtsdestotrotz gab's dann erst die Debatte als es dieses berühmte Gesicht gab und das sagt so viel darüber aus wie wir über sexualisierte Gewalt jeglicher Form sprechen und wann und wie wir da eben nicht übersprechen.

Du hast gerade schon erwähnt, es gab diese Dokureihe mit Fernandes im ZDF, wo sie sogar nach dem Täter gesucht hat. Sie wusste schon seit Jahren, dass es diese Bilder gab und auch zum Teil Videos von ihr gab. Natürlich gibt's da irgendwie, gab es Menschen, die das geteilt haben oder geschaut haben usw., aber die Zugriffzahlen sind massiv gewachsen, nachdem dieser Skandal öffentlich wurde.

Das könnte Christian Ulm sein, der mutmaßlich der Täter ist! Und das zeigt uns, was wir für eine Täter-Fixierung haben. Also als wäre es nicht schlimm genug, dass einer Frau so etwas passiert und als wäre das nicht Anlass genügend darüber zu reden okay? Wir haben da auch durch die digitale Medien neue Formen der sexualisierten Gewalt.

brauchen wir erst irgendwie so ein Juicy Detail, was uns dazu bringt, dass wir uns damit beschäftigen und wir brauchen einen Gesicht, einen Täter usw. Dabei ist es eigentlich völlig egal, wessen Gesicht das ist Den Täter gab es so oder so. Aber gleichzeitig ist das eben auch, was du gerade sagst, dieses Gruseln vielleicht und auch zu sagen guck mal hier da ist das Monster Und zum Glück passiert das ja bei mir nicht.

aber da wiegen wir uns doch eigentlich in der Illusion oder? Da wiegen wir uns in einer totalen Illusion. und was ich beobachte und auch im Text beschreibe Es eigentlich dass wir seit dieser Mitu Bewegung die zwei tausend siebzehn zumindest in der Breite auch angekommen ist Eigentlich immer krassere Fälle hören.

also wir haben irgendwie angefangen mit einer Bewegung, wo auch Frauen, die eben nicht bekannte Schauspielerinnen und so waren im Internet geteilt haben das. Und dass es mir passiert an allen möglichen Arbeitsplätzen in allen möglichem Konstellationen Auch im privaten Raum und In den letzten Jahren haben wir gesehen diese Vorwürfe Die berichtet wurden wann immer und immer immer krasser was natürlich auch ist immer leichter macht sich abzugrenzen.

Von dem Jeffrey apps dienen können sich Männer leicht abgrenzen. Ich glaube viele haben eine faszination auf ne Art und Weise für ihn. Aber er ist natürlich wahnsinnig mächtig gewesen. Er war in superkrassen Kreisen unterwegs, indem man nicht unterwegs ist. Der Missbrauch hat so einen großen Umfang der schwer vorstellbar ist.

im Anfang, das gleiche mit Pelikot. Da haben wir den Mann von nebenan aber auch da ein Umfang, von dem sich Männer von Missbrauchen und Männer leichter einfach abgrenzen können als wenn es halt der Typ von neben an ist und gleichzeitig wissen will... da passiert es aber am häufigsten. Aber nicht nur Männer, die sich abgrenzen auch Frauen?

Die dann sagen eben mit meinem Mann kann mir sowas nicht passieren. das hat ja Giselle Pelikow wahrscheinlich auch gedacht. und wir haben jetzt die Kriminalstatistik auch wieder neu präsentiert bekommen vom Innenminister. und die Vergewaltigung die Zahlen nimmt zu also und Das Dunkelfeld ist ja noch nicht mal bekannt.

Ja also es gibt tatsächlich jetzt endlich eine dunkelfeldstudie die auch repräsentativ ist unter anderem vom BKA durchgeführt wurde, aber auch von anderen Ministerien. Und die hat halt ergeben das bei häuslicher Gewalt und die meist sexualisierte Gewalt passiert eben im häuslichen Kontext lediglich zwei Komma sieben Prozent der betroffenen Frauen dieser Taten überhaupt anzeigen.

Also das heißt, wenn wir diese Kriminalitätsstatistik sehen und diese Zahlen hören dann müssen wir die um ein Vielfaches multiplizieren, um den realen Bild zu bekommen. Und wenn man diese Multiplikation macht da dreht sich einem der Schädel weil da weiß man okay wenn ich jetzt die Straße lang gehe werde ich höchstwahrscheinlich nach einer Viertel Stunde spätestens am Täter in die Augen sind.

Das ist wirklich eine total krasse Vorstellung und das übersteigt ja auch das Vorstellungsvermögen. aber Bevor man anfängt zu sagen, ich will doch nicht dass Männer und Frauen da ausgespielt werden. Dass ich vor jedem Mann Angst habe wenn ich über die Straße gehe ist es vielleicht auch noch mal ganz gut den Blick auf eine andere Ebene zu lenken und sich zu belegen hat das nicht weniger mit einem Frau zu tun sondern eher mit Macht?

Ja aber natürlich haben Männer in dieser Gesellschaft mehr Macht auch ein stärkeres Machtstreben. wir sehen tatsächlich eine Bedrohung dieser Macht, um so mächtiger Frauen werden. Umso mehr sie eine Stimme haben, desto stärker gibt es auch Gegenbewegungen ... Das sieht man ja jetzt mit der Insel-Bewegung, also so Android-Hate und so weiter.

Aber auch mächtige Männer, die sich noch mal viel krasser gegen Frauen positionieren. Also das ist schon auf einer Art und Weise ein Mächterringen sozusagen. Aber was ja eindeutig ist, dass die Zahlen von betroffenen Frauen deutlich höher sind als die von Betroffenen Männern. Es hat natürlich etwas mit Geschlecht zu tun.

Und wir haben jetzt beide gerade angesprochen, wie Mitu uns beide eben auch geprägt hat. Weil da auf einmal ganz offen über Dinge gesprochen wurde was viele Frauen einfach erlebten und es gar nicht beinordnen konnten. Fehlt sowas vielleicht jetzt auch bei den Männern? vielleicht auch so ein Moment einfach haben, wo sie sich fragen was das eigentlich mit ihnen zu tun hat.

Auch wenn die sich nicht unter diese Monster zählen? Ich würde mal ganz radikal sagen es fehlt seit zehn Jahren bei den Männern. Seit der Mitubewegung fehlt das nun stückweit weil es nicht die Lösung sein kann dass Frauen sich überlegen wie kann man sich dann jetzt noch besser schützen weil's nicht die Lösungen sein kann?

Jetzt auch neue Zahlen zum Beispiel in Berlin bei der BVG, dass es mehr sexualisierte Übergriffe im Nahverkehr gibt. Jetzt wird darüber diskutiert. sollte man wie z.B. in Japan so Frauenwaggons haben? Auch das ist ein Schutzmechanismus. aber das löst ja nicht das Problem. und worüber diskutiert werden müsste – da kann man gar nicht müde werden mehr drüber zu reden – ist, dass Männer sich mit sich auseinandersetzen müssen Mit sich selber Aber auch untereinander Dass Männer auch anfangen müssen, es ihren Freunden zuzutrauen.

Wir Frauen, wir haben in den letzten zehn Jahren angefangen mehr Männern mehr zuzutrauen und nicht aus Böswilligkeit sondern aus einem Schutzmechanismus heraus aber auch aus dem Wunsch sich selber zu schützen. Aber auch andere Frauen aus dem aus dem wunsch heraus irgendwie ein Bewusstsein zu schaffen Und da müssen Männer einfach mitziehen anders geht es gar nicht.

Also was könnten die zum Beispiel konkret machen? also wenn ich mir jetzt vorstelle Jemand sagt, ich habe doch gar nichts gemacht und so weiter. Aber Männer haben ja auch Männer zusammenhänge und erleben vielleicht auch Männer selbst wenn sie selbst nicht so sind. Ja die vielleicht Frauen hinterher pfeifen oder komische Bemerkungen machen.

Ja häufig fängt es ja auch früher an. also eine interessante Sache bei dieser Ulm Geschichte ist zum Beispiel dass er zwei an zwei Produktionen beteiligt war eine in der Vergangenheit eine jetzt aktuell Parallelen, erschreckende Paralleln zu den ihm vorgeworfenen Taten aufweisen. Da war der Schock groß, oh krass da hat sowas gemacht.

und wie kann das sein? Wenn man sich aber frühere Fälle anschaut ich sag nur Stichwort Rammstein oder zum Beispiel Klaus Kinski dann sieht man dass ist ja ein Muster. es ist ja nicht so das Täter schweigen. Täter schweigen in den seltensten Fällen. Je nachdem, wie sicher sie sich fühlen bringen sie entweder komische Sprüche kontrollierendes Verhalten ihrer Partnerin gegenüber ob es jetzt finanziell ist oder was sie sagt oder nicht sagt oder wen sie trifft oder nicht trifft das sind ja alles so oder halt einen künstlerischen Ausdruck in Anfangszeichen finden für diese Fantasie nur zum Teil auch Taten die sie umsetzen.

und ich glaube ein ganz wichtiger Anknüpfungspunkt wäre und dass können Frauen wie Männer Tätern mutmaßlichen Tätern, potenzialen Tätern zuzuhören. Weil viele ... es gibt Anzeichen! Viele geben Anzeiche. Viele schweigen eben nicht, sondern sprechen darüber und zeigen das. Man gibt in den Raum, mit dem man einfach dann beifällig nickt oder sagt, ach, das ist ja so ironisch?

Das ist ja auch so ein Grundskriff. Ja. Es ist ja nicht so gemeint. Und was ich jetzt auch bei jungen Männern oder Jugendlichen eben auch beobachtet habe die letzten Jahre diese Enrotate Die Beeinflussung ist ja auch da, und man weiß das ja. Wenn man öfter solche Sachen sieht und hört, dass dann am Ende doch was hängen bleibt ... Und mein Frauenbild vielleicht doch geprägt wird von solchen frauenfeindlichen Sprüchen?

Auch wenn sie ironisch oder lustig gemeint sind! Ja, frauenfreundliche Sprüche sind halt nicht ironisch- oder lustige, wenn Sie von Männern kommen. Da können wir schon mal anfangen. Und da können auch Männer, gerade Männer, wenn sie untereinander sind. Der Ton vielleicht noch rauer ist, hat auch etwas sagen müssen das eigentlich sogar.

Ja, also ein großer Appell. Aber du hast gerade gesagt diese ganzen Regelungen das ist alles schön und gut aber das andere fehlt eben. Aber trotzdem brauchen wir auch diese Regelung oder? Also was ich jetzt tatsächlich bemerkenswert finde dass die Justizministerin sehr schnell einen Gesetz vorgelegt hat um zum Beispiel diese Deep Fake Sachen zu unterbinden Unterstrafe zu stellen.

war das ja in Deutschland noch nicht Unterstrafestand. Ist das jetzt noch Tropfen auf den heißen Stein? oder was würdest Du sagen? müssen wir trotzdem die Gesetze da ein bisschen schärfer machen? Also neue Gesetzen sind natürlich immer hilfreich. Alles was Betroffenen hilft, Gerechtigkeit zu finden, Sicherheit zu empfinden oder auch tatsächlich In-Sicherheit zu kommen ist sinnvoll.

doch wir wissen zum einen halt aus dieser neuen Dunkelfeldstudie das die wenigsten tatsächlich anzeigen. Also man müsste dann auch schauen, okay es gibt das Gesetz aber wie gehen denn die Behörden damit um? Wie geht die Polizei denn tatsächlich damit um wenn's angezeigt wird? Wie wird das denn vor Gericht tatsächlich behandelt?

Wenn es angezeigt wird, ist ein total wichtiger Punkt. Und das andere ist eigentlich darf unser Ziel nicht sein wie bestrafen wir sexualisierte Gewalt besser sondern wie verhindern wir sie. also wenn man die Istanbul Konventionen die ganz klar zum Beispiel des ziel hat und der hat ja auch Deutschland unterschrieben Die ganz klares Ziel hat sexualisierte geschlechtsbezogene gewalt zu unterbinden Und das muss das Ziel sein.

Da helfen vielleicht Gesetze, die zu bestrafen wenn sie passiert ist. aber ich glaube wir müssen ein bisschen früher einsteigen und wahrscheinlich passieren einfach auch so viele Dinge die man gar nicht gesetzlich erfassen kann wo das Gesetz dann hinterher hinkt. einfach Ja, und ich finde es gibt halt auch immer ... Das ist ja bei Machtmussbrauch so.

Wenn dann gesagt wird aber die Unschuldsvermutung usw., natürlich gibt das zum einen immer eine rechtliche Ebene wo man sagt okay das lässt unser Gesetz nicht zu, dass darf man gesetzlich mit anderen Menschen nicht tun. Aber es gibt doch auch ne moralische Ebene Es gibt auch ne ethische Eben oder so.

Und über die müssen wir als Gesellschaft verhandeln, das ist unsere Aufgabe. Ich finde ja dieses Entsatz von Giselle Pelikot, der fast geflügeltes Wort ist ne? Die Scham muss die Seite wechseln! Das ist ja schon auch ein Umdenken was eine Zäsur finde ich auch markiert in dieser ganzen Debatte. Ja total aber da reden wir wieder über die Täter die sich dann schämen müssen und die Frauen die sich von der Scham befreien.

aber auch da muss es eigentlich früher ansetzen. Wenn wir über Männer-Frauen sprechen, dann darf halt nicht nur die Scham die Seiten wechseln. Es gab jetzt einige Texte von Journalisten, die gesagt haben, die Wut über diese Taten muss auch endlich mal die Seite wechselnen und ich glaube auch dieses Empfinden wie relevant die Thematik es muss auch endlich mal die Seite wechselnd das Verantwortungsgefühl muss auch Endlich Mal die Seite Wechseln.

also Da kann man so viel weiterdenken mit diesem Satz und ich glaube, das hilft der Debatter total. Du warst auch auf den Demonstrationen, ne? Also das finde ich muss ich auch sagen ist etwas was auch besonders ist. also wenn wir jetzt an die Mitu anfängelt zurückdenken was sich da jetzt entwickelt hat einfach an Bewusstsein und auch wie viele Menschen da tatsächlich auf die Straße gegangen sind weil sie einfach auch verstört sind von diesen Übergriffen.

Ja, also ich mein was sich schon gezeigt hat zum einen ist das es natürlich eine Zivilgesellschaft gibt die nicht aus Männern besteht. Die sich in den letzten Jahren formiert hat und auch immer lauter sagt dass sind Grenzen so geht's nicht weiter. Es gab ja auch bei dieser Thematik von digitaler sexualisierter Gewalt In den letzten zwei Jahren schon verschiedene Fälle die Von Frauen die da Aktivistinnen geworden sind und sich dagegen ausgesprochen haben.

Dieses ganze Potenzial war schon da. Ich glaube, was mich persönlich überrascht hat als ich bei der Demonstration hier in Berlin war, war zu sehen wie viele Männer tatsächlich dort waren und auch wirklich ruhig waren und zugehört haben, was da oben auf der Bühne erzählt wurde. Also kein Man's Planning?

Genau! Die sich nicht dann hingestellt haben und einmal irgendwie etwas erklärt haben und auch tatsächlich zugehört haben und ich nebenbei irgendwie gequatscht habe, telefoniert haben oder so... Und das war bei allen Rückdämpfern, die es gerade gibt. So ein kleiner Hoffnungsschimmer für mich ganz persönlich, dass ich mir dachte okay ja vielleicht tut sich was und Fortschritt besteht halt aus ganz vielen kleinen Schritten.

Herzlichen Dank Pia Stendera, dass du gekommen bist und über dein Artikel gesprochen hast und über ein total wichtiges Thema wie ich finde. Vielen, vielen Dank für die Fragen! Die Reform des gemeinsamen europäischen Asylsystems tritt in diesem Juni in Kraft. Deutschland hat diese Reform kurz gejast nicht nur vorangetrieben, sondern geht in vielen Regelungen sogar darüber hinaus mit weitreichenden Folgen für Flüchtlinge.

Vanessa Barisch hat darüber im Mai Heft geschrieben. sie ist Expertin für Migrationsthemen und Nordafrika und isst gerade in Casablanca wo ich sie erwische. Hallo Vanessa! Hallo schön dass ich dabei sein kann. Ja dieses Reformpaket der Europäischen Asyllpolitik Das enthält ja sehr viele langdiskutierte Punkte.

Einer davon ist, dass es nun eine finale Liste sicherer Herkunftsländer geben soll. Dazu gehören auch Marokko und Thunesien – zwei Länder die du sehr gut kennst über die du berichtest? Was ist von dieser Einstufung als sicherer Herrkunftsländer denn zu halten?! Ja, ich finde das sehr problematisch. Also abgesehen davon dass wir ja zum Beispiel in Tunesien in den letzten Jahren politische Prozesse gesehen haben in denen eigentlich fast die komplette Opposition, politische Opposition im Gefängnis ist Und auch in Marokko gab es der letzten Herbst die Gen Z-Proteste, wo eben Jugend auf die Straße ging um für mehr Bildung und ein besseres Sozialsystem und Gesundheitssystem zu protestieren.

Da wurden einige zu langen Haftstrafen verurteilt. Es ist auch in beiden Ländern so dass natürlich die LGBTI Community überhaupt nicht geschützt ist. Homosexualität wird kriminalisiert. Das bedeutet dann, dass sie für solche Gruppen ganz schwer Asyl suchen können in Europa. Weil sie eigentlich im Schnellverfahren kommen, das an der Grenze abgehalten wird und wo sie ja in haftähnlichen Bedingungen untergebracht sind Wird es schwer sein, für sie überhaupt erst mal rechtlichen Beistand zu suchen?

Für ein Asylverfahren das ja sowieso eigentlich darauf ausgelegt ist. Dass eigentlich ein negativer Besteid am Ende stehen soll weil es sich aus Sicht der EU um sichere Herkunftsländer handelt also es alles sehr problematisch und widerspricht den Grundsätzen der Gämpferflüchtlingskonvention wo eben berechtlicher Bestand auch einen Bestandteil ist.

Und wenn es dann heißt nein kein Asyl weil sicheres Herkupsland geht's ja um die Frage wohin Wie sollen die Flüchtlinge dann gehen? Und da gibt es ja jetzt die sogenannte Rückführungsverordnung, ganz frisch von der EU verabschiedet worden. Was bedeutet das genau? In dieser Rückführung Verordnung werden sozusagen Return Hubs in sogenannten sicheren Drittstaaten eingerichtet und ist auch einfach die Möglichkeit dar, dass Menschen in ein Land abgeschoben werden, das sie davor noch gar nicht betreten hatten.

Also es könnte zum Beispiel jemanden aus dem Kongo nach Tunisien abgeschoben werden und das ist natürlich sehr problematisch. also einerseits weil diese Länder eben einen sehr schlechten Umgang auf mit Migrantinnen haben, also Menschenrechtsberletzungen begehen und ja auch da wieder zum Beispiel auch dieser Aspekt von Integration in die Gesellschaft dann für diese Leute gar nicht gegeben.

Also z.B., wenn Sie, dann sind sie ja auch wieder in diesen Return-Hubs und sind sie wieder abgeschieden von allen möglichen. Sie können kein normales Leben aufnehmen und es ist irgendwie unsicher was da passiert. Und ich meine die EU hat her – das will sie eigentlich nicht – keinen Einfluss darauf, was mit den Leuten dort passiert.

Es ist sehr problematisch! Also ein Kernthema dieser GS Reform scheint zu sein, dass man die Flüchtlinge versucht möglichst außerhalb der EU zulassen? Also dass sie gar nicht erst in die EU reinkommen und das der Prozess quasi schon draußen abgeschlossen wird. Ja, also ich glaube an sich keine ganz neue Tendenz.

Dass die EU versucht ihre Grenzen abzuschotten und die Migrantinnen... irgendwie so sagen wir mal in anderen Ländern zu halten und damit sich die Finger nicht schmutzig zu machen, das existiert ja schon länger. Also wir sehen es eigentlich auch schon zum Beispiel mit dem EU-Türkei Deal. da ging's sehr stark um Syrische Geflüchtete, die dann eben von Griechenland wieder in die Türkei gekommen sind und da eigentlich auch in sehr, sehr schwierigen Bedingungen untergebracht waren.

Und wir sehen das aber auch zum Beispiel mit dem Memorandum of Understanding mit Tunesien und anderen Ländern in Nordafrika z.B., auch da war es ja dann so dass eigentlich die Sicherheitskräfte von diesen Ländern Menschenrechtsverletzungen starke Menschenreichtsverletzung begangen haben wie zum Beispiel die Menschen in der Wüste ausgesetzt haben.

Wir wissen weil auch einige Menschen umgekommen sind und die Pushbacks, die passieren. Die Zusammenarbeit mit der sogenannten Lybischen Küstenwache – das sind ja eigentlich alles Sachen, wo die EU versucht hat, andere Länder dazu anzustiften, Menschenrechtsverletzungen zu begehen, um sich eben die Migrantinnen vom Hals zu halten.".

Das ist natürlich krass formuliert! Aber du hast deinen Punkt? Also bisher gelangen trotzdem noch viele Migranten irgendwie auf teils sehr gefährlichen Wegen nach Europa Und ein großer Streitpunkt war ja bisher auch immer, wo sie sich dann aufhalten dürfen – wer für sie zuständig ist. Aber diesen sogenannten Dublin-Verfahren gab es nun auch in der EU eine Einigung.

Wie sieht das jetzt konkret aus wenn jemand nach Deutschland kommt und Asyl beantragen möchte? Also der klassische Verlauf ist erst mal, dass sich die Menschen meistens ja dann melden und sagen sie möchten einen Asylantrag stellen. Dann stellen Sie eben diesen Asyl-Antrag und dann wird natürlich vom BAMF dieser Antrag geprüft.

Da wird er auch jetzt schon eigentlich geprüfed. Ist dieser Mensch denn überhaupt nach Deutschland gekommen? Liegt da nicht irgendwie irgendein Indiz vor das der Mensch über ein anderes Land eingereist ist? Also eigentlich geht der Weltstand davon aus, dass niemand sozusagen über ein anderes Land einreisen kann.

Und das ist ja schon bisher so, dass es auch diese Fingerprint-Sache und dieses Euro-Dagbart-Datenbank gibt, die zu dienen soll, sodass man nachverfolgen kann in welchem Land die Leute eingereist sind Und da sollen diese Menschen auch ihren Asylantrag stellen. Also, das ist jetzt schon so, dass es schwierig ist eigentlich in Deutschland den Asyl-Antrag zu stellen.

wenn man vorher vielleicht schon mal in Italien oder so ein Spanier von der Polizei aufgehalten wurde und schon seinen Fingerabdruck gegeben hat dann ist man sozusagen einen Dappenfall und wird eigentlich sowieso wieder nach Italien Oder Spanien abgeschoben, wenn das denn möglich ist. Da gibt's natürlich auch sehr viele Verzögerungen weil in der EU dieses ganze System nicht so gut funktioniert Weil es da ja schon seit Jahren eigentlich das Problem gibt dass sich Länder ungerecht behandelt fühlen und wahrscheinlich auch zurecht, weil sie eine große Last in Anführungszeichen tragen.

Weil Sie eben viele Asylsuchende haben dadurch, dass die halt am Mittelmeer zum Beispiel liegen wie zum Beispiel Italien. Und da gab es ja schon einfach sehr lange sehr viel Streit darum. Aber immerhin gabs jetzt eine kleine Einigung. Also das Prinzip der Ersteinreise bleibt erhalten, aber es soll Ausgleichszahlungen für betroffene Staaten geben.

Und jetzt kommt dieser Punkt wo Deutschland über die europäische Norm dann hinausgeht also die sogenannten sekundär Migrationszentren, die da eingerichtet werden sollen? Was ist das genau? die Sekundärmigrationszentren in Deutschland. Sie sind für Menschen, die eben über andere EU-Staaten Asylsuchende aus anderen EU-Städten nach Deutschland eingereist sind eigentlich auch wieder so eine Art Lager und zwar wirklich sowohl auch wieder haftähnliche Bedingungen herrschen.

das sehen eigentlich MST International pro Asyl und viele andere NGOs alle sehr ähnlich. Dort ist eben die Bewegungsfreiheit stark eingeschränkt und auch hier wieder der Zugang zur Rechtsberatung, es schwierig. Die sollen in ihrer Ausgestattung eigentlich schon sehr ähnlich sein zu den Close Control Access Zentren, die sie an den EU Außengrenzen geben soll, so wie diese schnellen Asylverfahren durchführen.

Also das ist schon eine sehr dramatische Situation, die sich jetzt für uns ab Sommer mit dieser Reform des gemeinsamen europäischen Asylsystems darstellt Wobei man natürlich auch sagen muss, die Sekundärimmigrationszentren gibt es ja noch nicht. Die sind jetzt erst vorgesehen und das hängt dann ganz stark von den Bundesländern ab ob sie die wirklich einrichten wollen.

aber es bleibt die Tatsache dass das etwas ist wo Deutschland über die EU Regeln hinausgeht. also ich frage mich jetzt schon was bleibt eigentlich von der humanitären Ursprungsidee der Genfer Flüchtlingskonvention überhaupt noch übrig? Also dass man Menschen helfen möchte die in Not geraten sind die auf der Flucht sind Das ist auf jeden Fall eine Bankrotterklärung an diese ursprüngliche Idee des Asyls und eben des Schutzes, die ja eigentlich grundsätzlich erst mal sehr gut zusammengefasst war in dieser Konferenzflüchtlingskonvention.

Wo einfach doch ein breiter Schutz für Menschen da war und der wurde jetzt halt immer weiter ausgehöhlt Genau, also ich weiß wer jetzt halt sehen. Also das ist eigentlich ja nicht mehr der Fall, dass Menschen werden abgewiesen, obwohl sie Asyl suchen, wenn wir zum Beispiel an diese Schnellverfahren denken.

Menschen bekommen keine richtige Möglichkeit im Asylantrag zu stellen. Das ist auch in den deutschen Flughafen-Verfahrens schon so in der Art der Fall... Das heißt, es wird erst mal simuliert als wenn die Menschen nicht eingereist werden und dann wird erstmal entschieden ob sie überhaupt einen Asylantrag stellen dürfen.

Also das ist sehr schwierig. Dann eben der fehlende Zugang auch während dieser Schnellverfahren oder in den Asylsekundär Migrationszentren, die in Neutern kommen sollen. zur Rechtsberatung und zu Rechtsschutz – das ist natürlich auch gegen die Agent-Afflücklingskonvention und was ja eigentlich schon sehr lange läuft, dass diese Rückschiebung in Gefahren lagen.

Zum Beispiel, wenn Menschen eben im Mittelmeer wieder nach Übien zurückgepusht werden oder in ähnliche Staaten. Also das ist auf jeden Fall ein großes Problem. Okay letzte Frage Wie ist deine Prognose? Wie wird sich das auswirken des neue also die Reformen des europäischen Asylsystems? Ja ich glaube nicht dass man Migration an sich stoppen kann.

es würde halt zu noch mehr Toten kommen Im mittelmeer auf der ganz gefährlichen Atlantik-Route. also das sehr wirklich Wahnsinn eigentlich über den Atlantick auf die Kanalen fahren zu wollen. Aber ich denke, dass mich Grantinnen trotzdem immer weiter in den Weg finden werden. Wir werden aber auch sehen, dass wir diese Gefängnisse sozusagen an unseren Grenzen haben, wo wir wahrscheinlich gar nicht so viel Einsicht bekommen und massive Menschenrechtsverletzungen begangen werden.

Und damit tun wir uns halt ... Diese schlimme Weltlage, dass Menschenrechte nicht mehr geachtet werden direkt zu uns in die EU. Und das ist eigentlich eine Katastrophe und ich kann es bis heute eigentlich nicht fassen. Dass es tatsächlich Realität wird in der EU und eigentlich auch schon so lange Realität ist aber dass es auch immer schlimmer wird.

Ich glaube, dass ganz dramatisch ist, dass diese Sachen eben verrechtlicht werden und dadurch wird es ja auch immer noch schwieriger dann auf diese Missstände irgendwie noch gegen diese gerichtlich vorzugehen. Und ich glaube, eigentlich ist es auch weltweit um die Menschenrechte an sich sehr schlecht bestellt.

Die EU hat sich ja immer positioniert, dass sie Menschenrechter schützt und die Hüterin der Menschenrechten ist. Wenn die EU das jetzt so mit dieser Reform aufgegeben hat, wer bleibt denn noch? Ich mache mir Sorgen... Es geht nicht nur um Migrantinnen selber sondern es geht ja auch um uns, weil wenn Menschenreichte einmal gebrochen werden dann können sie ja immer wieder gebrochten werden.

Menschenrechte für eine bestimmte Gruppe gebrochen werden, dann wären sie auch vor andere gebrochene. Und deswegen ist es eigentlich in unser allen Interesse dass wir Menschenrechten achten und alle Leute fair behandeln und nach fairen Mechanismen suchen wie man Leuten Schutz geben kann die Schutz verdienen.

Das war Vanessa Barisch aus Casablanca. herzlichen Dank! Das wars doch schon wieder. Die Stunde ist drum. der Podcast vorbei zum Mai Heft. Tessa & Ferdinand Ihr seid ja schon in der Vorbereitung des nächsten Hälftes. Wisst ihr schon, was für interessante Themen da auf uns warten? Ja eins kann ich auf jeden Fall schon ankündigen und zwar die eingangs erwähnte Friederike Otto unsere neue Herausgeberin schreibt im nächsten Heft für uns etwas zu Habermas und der Klimakrise.

also alle, die gespannt sind auf den neuen Herausgebirnen. Die könnt ihr im nächsten Häft schon lesen. Noch ein neuer Mitterausgeber schreibt dem nächsten Heft, nämlich Néron Mendel und zwar über den Historikerstreit in dem Habermas ja auch eine große Rolle gespielt hat. Und was das heute für die Geschichtspolitik in Deutschland bedeutet?

Ist interessant, dass das weitergeführt wird. Ja klar! Die Gedanken und das Herangehen von Habermass werden uns weiter natürlich begleiten. Ja, dann bleibt mir nur euch allen einen schönen Frühling zu wünschen. Danke Tessa! Danke Ferdinand dass ihr mitgemacht habt und ja seid gespannt auf das neue Helfen.

Sehr gerne bis zum nächsten Mal. Tschüss.

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