Bundestalk - Der Politik-Podcast der taz

Pride Month im Rechtsruck

Donnerstag, 3. Juli 2025 · 50 min

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Shownotes

Widerstand und Rückschritte
Weltweit orchestriert die extreme und populistische Rechte einen antifeministischen Backlash - und nicht nur Frauenrechte stehen im Fokus der Angriffe, sondern auch die von queeren Menschen. Jetzt, im Pride Month gehen überall Tausende auf die Straße, um Sichtbarkeit und Rechte queerer Menschen zu verteidigen und Vielfalt zu feiern.

Mehr denn je sehen sich queere Menschen Angriffen ausgesetzt - sprachlichen, aber auch körperlichen. In Budapest hat der ungarische Premier Viktor Orbán sogar versucht, die Demonstration gänzlich zu verbieten - und die Budapest Pride wurde mit über 200.000 Teilnehmer*innen so groß wie nie zuvor. In Deutschland finden immer mehr auch in Kleinstädten CSD-Kundgebungen statt, immer öfter aber sehen sie sich mit aggressiven Gegenveranstaltungen der extremen Rechten konfrontiert.

Und ausgerechnet in dieser Situation verweigert die Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU) das Hissen der Regenbogenflagge über dem Reichstag zum CSD und verweigert der Regenbogenkoalition der Bundestagsverwaltung, als solche am CSD teilzunehmen.

Woher kommt dieser Hass der Rechten auf diverse Lebensformen? Warum haben Gender-Themen ein solches Mobilisierungspotenzial? Welche Männerbilder und Männerprobleme stecken dahinter? Sind Genderthemen ein Einfallstor für rechte Ideologiebildung? Welche Rolle spielt Medienberichterstattung?

Darüber spricht in dieser Folge taz-Auslandsredakteur Bernd Pickert (taz.de/Bernd-Pickert/!a3) mit Genderredakteurin Patricia Hecht (taz.de/Patricia-Hecht/!a12), Wochentaz-Redakteur Stefan Hunglinger (taz.de/Stefan-Hunglinger/!a46902) und AfD-Spezialisten Gareth Joswig (taz.de/Gareth-Joswig/!a32395).

📖 Zum Weiterlesen:

-Antifeministische Allianz: Reich, radikal, mit Reichweite (taz.de/Antifeministische-Allianz/!6094245) von Patricia Hecht. 28.6.25

-Friedrich Merz' Queerfeindlichkeit: „Zirkuszelt“-Aussage erntet Kritik (taz.de/Friedrich-Merz-Queerfeindlichkeit/!6094…) von Patricia Hecht. 2.7.25

-Bunte Parade in Sachsen-Anhalt: Eine neue Reformation (taz.de/Bunte-Parade-in-Sachsen-Anhalt/!6095607) von Stefan Hunglinger. 21.6.25

-Angriffe auf CSDs: Wer stört hier wen? (taz.de/Angriffe-auf-CSDs-/!6092611) von Stefan Hunglinger. 21.6.25

-Queere Sichtbarkeit: Bundestagsgruppe darf nicht zum CSD (taz.de/Queere-Sichtbarkeit/!6091515) von Patricia Hecht und Kersten Augustin. 17.6.25

-CSD-Absage der Bundestagsverwaltung: Klöckner macht Kulturkampf (taz.de/CSD-Absage-des-Bundestags/!6091532) Kommentar von Patricia Hecht. 17.6.25

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Die TATZ ist eine Zeitung in den allerbesten Händen, nämlich denen ihrer Leser*innen. Hallo, mein Name ist Lana Wittig und ich leite bei der TATZ die Genossenschaft. Denn die TATZ gehört seit jeher keinem Konzern, sondern mittlerweile über 23.000 Leser*innen und Lesern. Und wenn auch Sie Miteigentümer*innen einer wahrhaft unabhängigen Zeitung werden wollen, besuchen Sie uns für mehr Infos auf www.tats.de/genossenschaft.

Hallo, das ist der Bundestort der politische Podcast der TATZ. Wir sind mitten im Pride Month, dem Monat, wo queeres Leben in Deutschland aber weltweit noch sichtbarer auf die Straße drängt als sonst und aber auch in einer Zeit, in der sich dieses queere Leben, die Paraden, die CSDs, starker Angriffe ausgesetzt sehen, zum Teil aber auch dann mit starker Gegenwehr reagieren.

Das haben wir gerade in Budapest gesehen, wo der Aufzug sogar verboten war von der Regierung Orbern und mehr Menschen denn je über 200.000 auf die Straße ging. Über all das, über Queerfeindlichkeit, aber auch antifeministischen Backlash als Mobilisierungspunkt der alten und neuen Rechten, über Gegenstrategien, was macht das mit der Gesellschaft, wie gehen wir selber damit um, wollen wir heute sprechen.

Mein Name ist Bernd Spickert, ich bin aus der Auslandsredaktion der TATZ und bei mir sind heute Patrizia Hecht, ich bin Redakteurin für Geschlechterpolitik der TATZ und berichte auch immer wieder über den geschlechterpolitischen Roadback und Antifeminismus. Stefan Hunglinger, ich arbeite im Politikteam der Wochentatz und habe in den letzten Jahren mich auch immer wieder beteiligt an der Berichterstattung zu den CSDs.

Gart Joswig aus dem Parlamentsbruder TATZ, ich kümmer mich dort um die AfD und Rechtsextremismus im Inland auch. Jo, super schön, dass ihr da seid, heute auch mal wieder alle hier in diesem Fensterlosen, aber im Moment ganz angenehm, kühlen Raum hier in der TATZ. Gehen wir mal vom aktuellen aus, ich habe schon erwähnt, den großen CSD in Budapest ja natürlich ein bisschen weltweit Schlagzeilen auch gemacht hat, falls da eine riesen Solidaritätsfälle gerade nach dem Verbot von Orban gab.

Gleichzeitig haben wir in der Bundesrepublik und der Podcast ist ja mal als Parlament-Podcast losgestartet vor einigen Jahren, haben wir dieses erstaunliche Erlebnis gehabt, dass sich die neue CDU-Bundestagspräsidentin Müller-Klöckner weigerte zum CSD die Rehmbogen-Pflanze zu hissen, sie hat das gemacht, muss man dazusagen, am Tag Internationalen Tag gegen Homophobie, aber jetzt kamen sie damit zu komischen Argumenten, das sei eine politische Demonstration, wenn man das macht, dann müsste man ja auch wegen religiöse Freiheit auch die Vatikanfahne aufhängen und verbot gleichzeitig auch der Rehmbogengruppe der Bundestagsverwaltung eine Teilnahme am CSD.

Patricia, was machst du damit? Naja, man kann sich ja vielleicht diese ganzen Vorkommnisse nochmal so ein bisschen im Einzelnen angucken, also warum, glaube ich, die Budapest Pride auch so viel Aufmerksamkeit bekommen hat, ist unter anderem deswegen, weil Ungarn sich in den letzten 15 Jahren im Prinzip, also seit die Fittes-Party an der Macht ist, zu einem der wichtigsten staatlichen Player im Bereich Anti-Feminismus und Anti-Gender entwickelt hat, also Anti-Gender jetzt mal gedacht als so alles, was sich gegen LGBTIQ richtet, gegen Frauen, Menschenrechte in dem Bereich.

Da muss man schon sagen, da fährt einfach eine Regierung eigene Anti-Gender-Programme, nutzt auch öffentliche Gelder dafür, urbanloyal NGOs mittlerweile, Medienplattformen und pumpt da irgendwie auch ordentlich Kohle für rein und urban hat ja dann selber auch versucht, die Pride zu verbieten, anlässlich von so einem Kinderschutzgesetz, was jungst verabschiedet wurde, das besagt, dass zum Beispiel Versammlungen eben mit dem Hinweis auf Kinderschutz auch verboten werden können, also sozusagen LGBTIQ sind eine Gefahr für Kinder und das wurde dann ja nur verhindert, weil der Budapester Bürgermeister gesagt hat, das ist eine städtische Veranstaltung.

Da sind jetzt glaube ich auch Leute auf die Straße gegangen einmal, weil sich in den letzten Jahren und Jahrzehnten gesellschaftspolitisch doch was verändert hat, in eine progressive Richtung, weil es irgendwie eine deutliche Gesichtbarkeit gibt, aber eben auch um so ein Zeichen zu setzen gegen urbanen Politik, das sozusagen vielleicht so für diese ganze Budapest-Sache.

Und das hängt ja insofern zusammen mit dem, was Julia Klöckner da macht, dass es eben einfach LGBTIQ-Rechte betrifft und interessant ist halt, dass sie das als Bundestagspräsidentin, das was du gerade beschrieben hast, während macht unter so einem Deckmantel von Neutralität. Also sie schiebt sozusagen vor, dass die Gruppe der Bundestagsverwaltung nicht als sichtbare Gruppe auf den Berliner CSD gehen darf, weil die Verwaltung eben der Neutralität verpflichtet sei und das ist halt ein sehr interessantes Verständnis von Neutralität.

Also die Argument war dann zum Beispiel auch, dass, sonst müsste ja auch erlaubt werden, dass man auf eine Demo von Fridays for Future geht oder zum Beispiel Achtung auf den Marsch für das Leben und das spricht Bände, was sie da sozusagen auf derselben Ebene anspricht. Also der Marsch für das Leben ist eine fundamental klärikale Veranstaltung, der sich so explizit gegen Menschenrechte richtet und den zu vergleichen mit dem CSD ist schon eine Ansage und dann muss man halt auch sagen, Antidiskriminierung ist halt im Artikel 3 Grundgesetz verankert, also es gibt das allgemeine Gleichbehandlungsverbot und dann als Bundestagspräsidentin zu sagen, man ist der Neutralität verpflichtet, sie ist halt auch dem Grundgesetz verpflichtet.

Also die Argumentation läuft ins Leere, würde ich sagen. Das ist schon ganz viele Punkte angesprochen, wo wir noch weiter in die Tiefe gehen wollen. Ich würde noch ganz kurz bei Orban erst mal bleiben nochmal, weil du hast gesagt, Patricia Orban so als einer Dänin, der so als Vorkämpfer ausgehend von der staatlichen Macht, die er ja so seit vielen Jahren hat, als Vorkämpfer für Anti-Gender hast du es genannt oder Anti-LGBTQ-Politik.

Warum ist eigentlich dieses Genderthema oder auch LGBTQ Sichtbarkeit und Rechte ein solch dermaßener Mobilisierungsfaktor für rechte Politik, Stefan? Das hat ganz sicher verschiedene Ursachen, aber ein Aspekt davon ist glaube ich diese uralte Geschichte des Sündenbocks, es ist immer recht praktisch, gerade wenn man politisch anderweitig nicht so liefert, ein fiktives Problem ganz groß zu machen und sich über Wochen und Monate damit zu beschäftigen, damit Leute vielleicht auch die eigentliche Probleme eigentlich Problemlagen, was weiß ich, Wohnungspolitik, Ungerechtigkeit und so nicht so scharf in einem Blick nehmen und da eignet sich glaube ich LGBTI oder die queere Szena auch ideal als Sündenbock und dann spielen da verschiedene Aspekte glaube ich mit rein, ich glaube dass

zum Beispiel Anti-Feminismus und Queerfeindlichkeit ganz stark verbunden sind, queere Menschen oder schwule Männer, queere Männer sind ja Männer quasi die sich verweiblichen aus der Sicht von Rechten, ich glaube es ist auch wahnsinnig gut anschlussfähig an breitere Schichten in der Bevölkerung, weil Vorurteile sind sehr weit verbreitet, weit über die rechtsextreme oder organisierte Rechte hinaus und dann ist halt die Frage, ob Politik diese Vorurteile bestätigt, verstärkt, zuspitzt noch oder mit Akten der Solidarität oder zumindest eine Entspannungsrhetorik darauf reagiert.

Ja, ich finde da hat Stefan Vollkommen recht, also im Grunde Anti-Feminismus ist ein Kern-Element und glaube ich auch unterschätztes Element faschistischer Ideologie, es geht bei rechten Ideologien ja häufig darum den Fortbestand des bedrohten Volkes und da sind Frauenkörper häufig denn die Verfügungmaße für den Fortbestand des Volkes sozusagen zugespitzt gesagt und genau wie Stefan sagt es ist halt ein großer Resonanzraum bis weit in konservative Kreise hinein, also es ist so ein sogenanntes Scharnierthema mit dem man breitere Bevölkerungschichten abholen kann, ich glaube ein Drittel der Bevölkerung hat ja durchaus noch Vorurteile und Stereotype und all das findet halt zusammen in der Person dann wie Julia Klöckner in dem Moment wo

sie sagt ne Regenbogenflacke müssen wir jetzt nicht machen. Ich meine Klöckner war es ja passenderweise auch die, die im Bundestagswahlkampf dieses Zitat rausgehauen hat, also für das was ihr wollt müsst ihr nicht die AfD wählen, dafür gibt es eine demokratische Alternative, die CDU, es hat sie danach dann wieder gelöscht aber da kommt im Grunde alles zusammen oder im Grunde erklärt es das warum jetzt Klöckner auch Kulturkampf macht, die will die Wähler in der AfD zurückgewinnen, aber gleichzeitig wird sie das wahrscheinlich auch so ähnlich sehen wie sie es sagt.

Darf ich da vielleicht, also Julia Klöckner ich möchte berichten von zwei Begegnungen die ich hatte um diese Nachricht herum, dass es dieses Jahr eben keine Regenbogenfahne zum CSD geben wird auf dem Reichstagsgebäude und das eine ist ich war wenige Tage nach dem in Bad Freien Walde in Brandenburg eine Kundgebung, ein Fest angegriffen wurde von vermummten Nazis dort und habe mit verschiedenen Leuten in der Stadt gesprochen auch mit den Organisator*innen dieses Festes was gar kein CSD war, sondern schlichtweg ein kleines Stadtfest wo queere Menschen willkommen waren, aber auch die Omas gegen rechts präsent waren und eine Schulklasse hat da Kuchen verkauft und ein buntes Stadtfest was angegriffen wurde.

Am Tag danach kam diese Nachricht, dass Julia Klöckner nicht mehr die Regenbogenfahne hissen möchte und das war ein ganz verheerendes Zeichen für diese Leute die am Tag zuvor angegriffen wurden, dass jetzt auch quasi an der Spitze des Staates alles was für Vielfalt und Bunteil steht erstmal schon im vorausseilenen Gehorsam irgendwie eingerollt wird so zudem hat da im Unterschied zum Beispiel zu Budapest der Bürgermeister sich noch nicht mal nach dem Angriff auf dem Marktplatz gezeigt, hat sich eben nicht an die Seite der angegriffen Bestellte nicht solidarisch gezahlt und die zweite Begegnung ganz kurz vielleicht war mit einem Bekannten von mir der als schwuler Mann den ersten Teil seines Berufslebens in

der Bundeswehr verbracht hat und den zweiten Teil seines Berufslebens jetzt im Staatsdienst verbringt und er also wirklich im Innersten erschüttert war durch dieses Signal der Bundestagspräsidentin, zudem das haben wir glaube ich noch gar nicht erwähnt der auch das Bundestagspräsidium entschieden, dass das Regenbogen Netzwerk also einen Zusammenschluss von queeren Mitarbeitenden der Bundestagsverwaltung nicht mehr zusammen auf den CSD in Berlin gehen darf und diese Signale hat diesen wie gesagt man der immer unter der Spannung liegt zwischen seiner Beschäftigung im Staatsdienst und seiner Queerness wirklich sehr getroffen.

Ich würde gerne auf diese Angriffe auf CSDs eingehen aber vorher noch mal eine andere Frage stellen. Wir haben oder ihr habt so ein bisschen angedeutet dass Stefan Duhaß gesagt so Sündenbock Funktionen wenn ein Staat sonst nicht liefert aber da wird was sichtbar was vorher nicht sichtbar war dann ist das vielleicht schuld.

Ich kann mich erinnern es gab in den USA auch schon nach der Wahlniederlage von Harry Clinton gegen Donald Trump gab es die Diskussion ob die Demokraten nicht nur sich nicht zu stark von ihrem, na ja ähnlich wie die Sozialdemokratie hier eigentlich in den 90er Jahren im Jahrzehnten des Neoliberalismus von ihrer Kernklientel also der arbeitenden Bevölkerung der lohnarbeitenden Bevölkerung verabschiedet haben staatliche Funktionen aus diesem Bereich soziale Sicherung immer weiter zurückgedrängt haben und gleichzeitig aber die 90er Jahr ein Jahr waren wo in Sachen Gleichstellungs gesetzlicher aber auch Sichtbarkeit nicht nur von Frauen sondern eben auch da schon von früheren Personen von unsexuellen Personen Paaren es gab Gleichstellungsgesetze es gab

erste Ehe Gesetze und so weiter weltweit ohne mich viel passiert ist was denn von manchen zusammengebracht wurde ok das eine was mein traditionelles Lebensmodell auch und Arbeitsmodell beeinflusst wird zurückgedrängt und immer weniger gesehen gleichzeitig kommt dieses damals noch sehr städtische Lebensgefühl hoch mit dem ich eigentlich überhaupt nichts anfangen kann da gibt es doch einen Zusammenhang da bin ich dagegen ist das das narrativ was bis heute verfängt und wo das was gar nicht vorhin gesagt hat also diese völkische Ideologie erhalt das Volkskörpers dazu braucht man die frau als Reproduktionsorgan eigentlich nur aufsetzen kann oder ist das wo ist es ist es eine Ideologie die aufsetzt auf dem

Gefühl von verdrängt werden oder ist es eine Ideologie die sowieso schon immer da ist und die nur neue neues Puder kriegt also ich glaube was was vielleicht ein punkt daran sein kann an dieser ganze frage von wie sichtbar ist man wie viel raum nimmt man ein ist dass es an vielen stellen auch um verteilungskämpfe geht also wenn man sich die deute debatte anschaut zum beispiel bei dieser schrecklichen debatte darum ob zum beispiel transfrauen in frauenhäuser dürfen oder nicht ist das letzten endes auch eine frage von von raume einfach von platzen und ich würde halt immer sagen die konsequenz daraus ist natürlich nicht zum beispiel transfrauen den platz im frauenhaus zu verweigern sondern es muss halt eine forderung sein nach mehr raum für alle und

genügend raum für alle deswegen also ja ich kann mir schon vorstellen dass das sozusagen dieses mehr sichtbarkeit eben auch deutlicher macht dass es da um verteilungskämpfe geht aber letzten endes würde ich sagen dass das eigentliche problem ist halt dass dann eine so in dem fall queere feindlichkeit einfach immer noch ein eminenter teil von gesellschaft ist und wenn man denen leuten die schuld zuschiebt ist es eine täter opfer umkehr und letzten endes aus ein bisschen eine bankrott erklärung für eine freie gesellschaft also da würde ich irgendwie schon sagen dann muss man irgendwie an sozusagen dieses bildraden was da einfach immer noch in offensichtlich großen teilen von gesellschaft verfängt und die frage wo das her kommt als würde ich auch sagen

das ist uralt das ist irgendwie wie alt ist rechte politik wie alt ist irgendwie nationalistische und bevölkerungspolitik also mit sicherheit ein paar jahrhunderte da kann man irgendwie historisch einfach zurückgehen und schauen wo das herkommt also da ja glaube ich da gibt es viele verschiedene strenger die man irgendwie an der stelle anschauen kann ja also absolut zustimmen patrizier und es verdreht so dem blick es ist ein ablenkungsmanöver im grunde also was ja wirklich bei jetzt auch im höhenflug der afd auffällig ist dass der zeitpunkt nämlich das war zu dem zeitpunkt als die inflation hochging als abstiegsängste hochging und dass diese ökonomischen gleichheitsfragen eigentlich über Jahrzehnte vernachlässigt wurden oder über viele viele jahre von auch

sozialdemokratischen parteien ist glaube ich oder das ergebnis davon sehen wir halt bei abstiegsängsten und aber auch zustimmung der afd also zum teil erklärt sich das sicher auch so und genau und dann kommt zusammen glaube ich zusammen mit so sindenbock geschichten vielleicht können wir wirklich einmal auch historisch gucken also man spricht ja in deutschland irgendwie von drei phasen oder drei bewegungen der homosexuellen oder quieren emancipation so und die erste war ja wirklich in den 19 zehn an 19 20er jahren magnus herrschfeld ganz großer vorbereiter der emancipation natürlich ein lieblings feind der nazis schon damals als jude als homosexueller was er getan hat war ja im grunde dem uralten narrativ wie du sagst patrizia ist ja wirklich

das christentum befeuert durch die monotheistischen religon befeuert homosexualität quiernes geschlechter abweichungen die abwertung der frau religiös begründet hat dem gegenüber hat herrschfeld und dann segmund freut auch zu der zeit wenn auch ein bisschen anders versucht das medizinische rüber zu ziehen und zu sagen guck mal das sind erstmal nicht leute die sündig sind oder bestraft gehören sondern denen man empathie entgegen bringen soll und behandlung entgegen bringen soll und die nazis haben seine institut für sexual wissenschaft das hier sehr einflussreich war in berlin da zum beispiel mit der polizei ausgehandelt dass trans menschen damals schon kleinen ausweis bekommen haben und so geschützt waren vor vor dem zukünft der polizei die berliner polizei hat

es akzeptiert die nazis haben all das zerstört herrschfeld musste auswandern sich freut musste auswandern all diese progressiven auch der sozialdemokratie verbundenen ärzte mussten emigrieren oder sind ermordet worden und in den usa haben ihre nachfolger nicht diese linie unbedingt weiter geführt in der psychiatrie in der medizin sondern haben auch wiederum aus einem christlichen geist behandlung ganz anders verstanden haben elektrisch auks eingesetzt et cetera und dieses medizinische paradigma im negativen sinne von konversion und so weiter das ist ja bis vor wenigen jahrzehnten präsent gewesen also die idee dass man quasi homosexuell sein als krankheit betrachtet die man auch behandeln könnte und das den Leuten quasi austreiben könnte genauso in deutschland zum

beispiel erst 1992 ist man davon abgekommen wirklich als medizinische leitlinie homosexuellität als behandlungsbedürftig zu verstehen so also ich glaube das ist schon das was sich jetzt natürlich was bewusst auch politisch verstärkt wird hat einfach sehr sehr tiefe wurzeln historisch ich glaube was mir auch noch mal wichtig wäre zu erwähnen ist dass dieser rollback in wir global im prinzip wahrnehmen neben vielen was auch jetzt jahrzehntelanger kämpft worden ist darf man auch nicht vergessen ist ja auch geht ja auch immer viel voran jetzt zum beispiel in sachen schwangerschafts abbrühe jungst uk in liberalisierung und so aber dieser rollback passiert auch nicht zufällig also das ist nicht irgendwie das sind nicht einzelne versprengte leute sondern das kann

man mittlerweile genau belegen das ist ein international nicht zentral gesteuerte aber schon einfach in form und inhalt konzertierter rollback ist also man kann so ein bisschen glamourös einsteigen zum beispiel es gibt viele artliche die da oder sagen mal leute die aus früheren adelsfamilien stammen die da eine größere rolle spielen also in deutschland ist es zum beispiel gloria von turen und taxis die in vermögen hat das auf rund drei milliarden euro geschätzt wird und wenn man sich jetzt fragt was sie mit der antigender mobilisierung zu tun hat dann muss man sagen sie hat halt politisch auch einschlägige überzeugung also macht zum beispiel mobil gegen schwangerschafts abbrüche hat sich auch schon mal als mort bezeichnet und

auch gegen zum beispiel gleichgeschlechtliche ehe und um einmal nachzuzeichnen was das jetzt bedeutet in sachen internationales netzwerk also sie hat auch 2023 ein spendendinner für hans georg maßen gegeben gegen den es damals schon ein partei ausschlussverfahren gelaufen wegen rechtsextremer äußerung in der cdu international hat sie verbindungen zu stief bennon ehemals chefberater von trump und immer noch einer der der einflussreichsten köpfe der maga bewegung und Samuel alito also der ultrakonservative richte am us supreme court die ja wiederum das recht auf schwangerschaftsabbruch gekippt haben und neben gloria von turen und taxis gibt's dutzende internationale deutsche und internationale erzheherzuge gräfin prinsen mit eben sehr

guten kontakten in diese antifeministische szene und so ein kleiner europäischer progressiver think tank namens epf das sind so parlamentarierinnen aus europa die haben sich angeschaut werden neben diesen aristokraten dann noch so rum schwimmt in dieser szene das sind religiöse extremistinnen extremrechte populistinnen und oligarchen und die sagen dieser antifeministischen globalen szene geht es momentan darum jahrzehnte von hart erkämpften sexuellen und reproduktiven rechten in ganz europa zu demontieren über gut ausfinanzierte medien eigens gegründet social media stiftung think tanks lobbyismus und strategische prozessführung die zum beispiel letzten endes dazu geführt hat dass eben in usa ist recht auf schwangerschaftsabbruch

gekippt wurde und man kann das auch in deutschland sich anschauen also was das bedeutet jetzt gab hier zum beispiel in den letzten jahren immer wieder so genannte mahnwachen vor gynäkologischen praxen wo leute da standen und bilder von zerstückelten fürten hochgehalten haben und das war also war Deutschland zum beispiel münchen fortsheim und es gab es auch einfach in anderen europäischen ländern und die organisation die da maßgeblich dahinterstand war 40 days for life das eine internationale organisation die halt geschaut hat was sie in den jeweiligen ländern machen kann 13 europäischen ländern zum beispiel wurden so genannte des informationssysteme aufgebaut also damit frauen in schwangerschaft konfliktsituationen nicht zu staatlichen zum beispiel beratungsstellen

gehen und sich den schein holen sondern in so genannte krisenzentren gehen oder hotlines wo sie dann eben davon abgehalten werden die schwangerschaft abzubrechen und die organisation die dahinter steht ist hard beat international und so gibt es eben auch konzertierte aktionen um eben prides oder jetzt wie eine freien walde oder so das muss nicht immer alles die eine organisation sein sowas macht ja dann auch schule aber es gibt eben einfach diese großen organisationen die auch dahinter stehen und das das epf also dieser kleine tank tank schreibt das zwischen 2019 und 2023 mittel in höhe von fast 1,2 milliarden dollar aufgebracht wurden von 275 organisationen solcher antigender organisationen die in europa an antigender initiativen beteiligt waren also

das ist schon echt eine hausnummer das ist nicht irgendwie mal hier und da irgendeine kleine veranstaltung oder so sondern das ist einfach über große organisationen ist strategische prozessführung ordentlich was erreicht nimmt das übrigens gerade alles viel zu schnell ging kann er wieder zurückspunten sich nochmal anhören oder aber nachlesen patriz hat das nämlich alles in der tatsache aufgeschrieben den link zu dem text machen wenn die schon nur zu rein von diesem podcast ich wollte aber noch mal nachhaken weil das ja vieles beschrieben was eigentlich gerade wenn es um dieses sogenannte lebensgeschütze geht also sprich an die klassisches an die abtreibung sorgfers ist schon immer gibt vor allem aus christlichen kreisen oder so genannt christlichen

kreisen man deswegen aber das ist nicht unbedingt das gleiche wie diese art von neu propagierte auch durchaus toxischer männlichkeit und diese männlichkeitsbegriff den der der wieder so als waria als also würde petex jetzt sagen der us verteidigungsminister der als die ersten aktionen erst mal die eilprogramme also diversity equity and inclusion programmer im militär gestoppte trans menschen aus dem militär wieder ausschließen will muss man glaube ich noch sagen weil es ist noch in dem rechtlichen prozess und ob er das darf und aber gar einen ganz starken rück wiederum wenn bäckler schmacht rückbeziehung auf klassische männlichkeitsbilder und dann sehe ich halt wie ein donald trump sich mit denna white befreundet dem chef der ufc der ultimate fighting

wie heißt das kompetition company also diese mix martial arts kirchlich kämpferorganisation jedenfalls waren er nicht populär donald trump geht dahin er ist mit ihm befreundet drogen der chef kommentator beider ufc und einer der oder der einflussreichste podcaster verkörpert dieses bild von männlichkeit von kämpfer von star von körperlicher starke im grund so ein redneck der gut reden kann in diesem falle wie geht das zusammen sind das neue allianzen das was du beschrieben hast also dieses kirchlich konservative antiabtreibungs religiös motivierte auch meinstwegen antiabtreibungsnetzwerk mit aktören dieser neuen männlichkeit vielleicht dann sogar in eines anderes zehn noch mal rein inzelszene ähnliche netzgehalten guckst

dir das wird schon ziemlich lange an also ich würde sagen das spielte auf jeden fall mit rein solche bilder die da reproduziert werden von von so ich meine die podcast ist ja super reichweiten stark auch in den usr und hat trump ja prominent gefeatured und aber auch in deutschland kann man das sehen also dieser tiktok clip von maximilian krah echte Männer sind rechts dann klappt es auch mit der freundin so zugespitzt ging ja auch viral und hat für irgendwie oder die auswirkung davon sehen wir im grunde in einer sehr umtriebigen mobilisierten jungen neonazis szenen die in großen teilen auch männlich ist also sind auch vorhin dabei aber so die letzten es gab ja sogar antiterror einsätze gegen die letzte verteidigungswelle so nannte

sich die gruppe die auch schon anschläge begangen haben es gab diese 700 neonazis in bautzen die 2024 da den cst attackiert haben und die orientieren sich natürlich an männlichkeitsbildern die in diese völkische Ideologie hineinpassen, würde ich sagen, und ich glaube durch Social Media kommt halt vieles zueinander. Und in einer Partei wie der AfD, da findet man halt beides, also da findet man Beatrix von Storch, die in antifeministischen Kreisen gut verknüpft ist und auch adelig ist. Und in katholischen Kreisen auch vernetzt ist. Und dann halt diese Meme-Kultur, die das so ein bisschen für junge Rechte oder für junge Menschen anschlussfähig macht. Ganz berühmt ist ja auch dieses eine Meme mit der klassischen normalen Kleinfamilie, mit dem schwarzen

Regenschirm und dann kommt wie von oben bedrohlich so einen Regenbogen runter und dieser Regenschirm, der schwarz war, also die jede runde normative Kleinfamilie, schützt sie vor den... Schützt vom Regenbogen, dass es so selbst entlagte. Ja, genau. Das sieht erst mal komplett absurd aus, aber irgendwie scheint es auch zu verfangen ein bisschen. Und ich meine, es ist in der Rechten immer viel Projektion. Also Höcker zum Beispiel, da zum Beispiel auch vom Regenbogen-Imperium, das vor einigen Jahren noch aus den USA dominiert wurde und dass die Nation durch Massen-Einwanderung schwächen wolle. Da kommen viele Sachen zusammen.

Das ist auch so ein Stück weit ein Mosaik aus Ideologie-Versatzstücken, aber am Ende wird eben so eine äußere Bedrohung imaginiert, gegen die es vorzugehen gilt. Und es ist ähnlich auch bei diesem Gender-Thema. Es ist natürlich auch so, dass es einfach von der AfD sehr groß gemacht wird. Also geschlechtergerechte Sprache könnte man sich ja auch gesellschaftlich darauf einigen, die dies verwenden wollen, verwenden es erst mal. Die dies nicht wollen, machen es nicht. So läuft es ja eigentlich auch in der Öffentlichkeit und im normalen Diskurs. Macht man es halt oder macht man es nicht? Aber diese Verbote gab es halt zuerst in Thüringen, wo die CDU von der AfD getrieben wurde, dann behördlich, was dagegen zu unternehmen,

als Verbotspartei, muss man sagen. Also das hat ja sogar ein bisschen Schule gemacht und verschiedene CDU-Ländern wird jetzt gender-sensibles Sprache verboten, obwohl das niemandem weh tut. Da wird so ein Popanz auch gebaut, der dann immer weiter demoliert wird und der dann als Folie gilt für Ablehnung. Karin Prien, die neuer Bildungsfrauen und Familienministerium hat innerhalb ihres Ministeriums auch gerade verboten, dass Gender-Sternchen und BNE genutzt werden.

Und ich wollte noch kurz ergänzen, Garret. Ein Problem an diesem Männlichkeitsbild ist ja auch, dass das im extremen dann in zum Beispiel solchen Terroranschlägen wie Halle und Christchurch endet. Da verquickt sich dann so dieses antifeministische und rassistische und ademuslimische und extrem toxische Männlichkeitsbild. Also die hatten quasi alle in ihren Erklärungen drin, das Geburtenraten, Schwangerschaftsabbrüche, das große Problem sind und haben diese wehrhafte Männlichkeit über die Höcke ja auch viel gesprochen hat, total verinnerlicht. Wir werden ja gleich noch mehr über Rechte sprechen, aber ich glaube, was Männlichkeit angeht, muss man auch in die Linke gucken und auch in die Quere ins Quere-Spektrum. Weil wir müssen auch solche Leute erklären wie Richard

Grinnell, ex US-Botschafter in Deutschland, jetzt wieder in Oberfunktion in der Trump-Regierung. Wir müssen so Leute erklären wie Jen Spahn, der da auch eigenartig agiert, als offenschwuler Mann. Weidel. Wir müssen Alice Weidel erklären, die als Lesber an der Spitze der AfD steht so. Und vielleicht darf ich da noch einmal kurz historisch werden. Es gab 1973 in Berlin den Tundenstreit und ich finde an dem lässt sich viel verstehen. Damals hat nämlich die homosexuelle Aktion Westberlin, also wir sind jetzt nicht mehr in der ersten Phase der Emanzipationsbewegung, sondern in der zweiten. In den 70er Jahren homosexuelle Aktion Westberlin machten internationales Treffen in Berlin und da kommen ganz viele und am Schluss so eine Kundgebung

stehen und es kommt zum Tundenstreit. Warum? Weil französische und spanische und italienische Schwule, die angereist waren, in Fummel, also in Frauenkleidern auf diese Demo gegangen sind. Man kennt das von Dragqueens, so wollten die mitlaufen. Und die linken Schwulen in Berlin haben gesagt so nicht. Wir verprällen die Arbeiter, die sich ja uns eigentlich anschließen sollen.

Und ich finde, also das erklärt uns einiges über diese Verteilungsfragen versus Quereemanzipation, aber ich finde, das ist auch so ein bisschen der Kurs, den Rechte innerhalb des Queren-Spektrums fahren. Das ist ja alles in Ordnung, solange das irgendwie anständig aussieht und womöglich einfach im Schlafzimmer bleibt oder eben zu Hause eben bleibt. Aber warum muss man denn das so vor sich ertragen und so? Und also das ist ein Phänomen, das sich, das wir, glaube ich, an vielen Fronten sehen, eben nicht nur an der ganz rechtsaußen, sondern auch in Unterleuten, mit denen wir zu tun haben und so, dass das eine ja ist, dass Leute so leben können, wie sie möchten, aber muss das denn so sichtbar sein oder muss das so nackt daherkommen bei den CSDS oder, oder, oder. Da gibt es

einfach große Einschränkungen dessen, was irgendwie tolerierbar scheint im öffentlichen Raum. Fütter, kann es ein bisschen später noch mal drauf kommen auf diese Frage? Wie weit, also es gibt ja auch die These des Querebewegungen mit ihrem Wunsch nach Sichtbarkeit, andere so sehr belästigen Anführungszeichen, dass dann irgendwann sagen, also können Sie sich mit Ihren Befindlichkeiten nicht mal zurückhalten, was habe ich damit zu tun, ständig damit belästigt werden, sich ständig brunnen lernen und sonst was, bitte macht was ihr wollt, aber lasst mich damit in Frieden. Kommen wir gerne später zu kommen, weil das auch eine Frage mal für den Umgang auch der Medien mit diesen Fragen war, auch für die Tatsche, kann ich mich erinnern, dass wir lange

solche Debatten auch hatten, haben wir zu viel Queres, zu wenig Queres, zu viel, so. Ich würde gerne noch einmal kurz zurück, trotzdem auf diese Männigkeitsfrage, weil das so eine, so eine, so eine, vielleicht auch ja, Kränkung durch ein anderes gelebtes, gezeigtes Männlichkeitsbild. Daher kommen kann, die sich dann vielleicht auch an Akkrisivität ausschlägt, sprichte auch für eine Krise dessen, was vorher da war. Die Krise ist wahrscheinlich in unterschiedlichen Kreisen auch, das stelle ich rein anekdotisch, bin 1965 geboren, als ich so in Pubertät kam und so weiter, das war so eine, die Welle der Allig-Schwarzer Feminismus, Allig-Schwarzer Feminismus, noch sehr stark auch unter jungen Frauen meiner, man ist gleich ein Alter, so in '15, '16, '17, Pornokampagne und all, so etwas.

Und das war gar nicht so einfach, da ein Männerbild zu entwickeln in der sich entwickelnden Sexualität auch, was irgendwie da so passt, ja. Und das ist ja auch immer wieder sich ein Widersprücher, verweckerte sowohl die Männer, wie die Frauen, ehrlich gesagt, aber diese Verunsicherung darüber, man wollte oder wusste, man kann nicht mehr so sein, wie es einem der eigene Vater mal vorgelebt hat, aber wie man denn eigentlich sein kann, erfolgreich, war auch nicht so richtig klar.

Und mein Eindruck ist, dass heute zwar unter veränderten Umständen, aber eigentlich das Gleiche immer noch ist, nur anders vielleicht, weil vielleicht hat man heute einen Vater, der selber vielleicht Kinderwahn geschoben hat und ganz der neue Mann sein wollte und will aber so auch nicht sein. Aber wie seht ihr das? Vielleicht ein bisschen kühlenpsologisch, das kann sein, aber da habt ihr den Eindruck, da ist was dran, was ich sage, das ist für dir Quatsch, also als Problembeschreibung.

Also ich weiß, ich war nicht dabei, aber soweit ich weiß, gab es ja zu der Zeit auch schon explizit Gruppen von Männern, die sich zusammen getan haben, um sich diese Frage zu stellen und so. Also es gibt ja auch in, es gibt ja jetzt auch Wege da, diese Fragen zu warnen und so jenseits dessen, dass ich mich vermumme und irgendwas angreife. Ja. Also meine Gegenfrage wäre so ein bisschen, wann war Männlichkeit je nicht in der Krise irgendwie, also seit der Artikel quasi und von Frauen wird irgendwie erwartet, im Patriarchat klarzukommen oder es zu überwinden oder so und darüber wird so am Rande gesprochen und also jetzt sei mal so ein bisschen populistisch kommt klar. Das ist irgendwie beschäftigt euch mit euch, gründet von mir aus wieder Männergruppen wäre eine super Sache.

Ich kenne momentan leider keine, aber finde ich total toll. Es ist nur einfach beschäftigt euch mit euch und mit den Lehrstellen, die es da irgendwie gibt in dem Geschlechterbild und mit der Frage nach toxischer Männlichkeit und Kehrarbeit und Lohnarbeit und Gleichstellung und so. Das ist alles was, womit sich auch wirklich gerne mal Männer auseinandersetzen könnten und nicht irgendwie, also es wäre schön, wenn es da nicht in Anschlägen enden würde, sondern einfach in der Auseinandersetzung damit was irgendwie eine progressive und immer ein sympathorische Männlichkeit sein kann. Ja, ich glaube, das können wir alle unterschreiben, oder? Ja, das war zustimmend gemeint. Also ich würde sagen, das kann man durch Vorleben in großem Teil machen,

aber es wäre natürlich auch mal schön, wenn wir eigentlich einen Männertatz hätten, die sich solchen Fragen widmete. Also es gibt ja eine Frau und Tatz schon sehr lange und häufig, aber genau eine Männertatz, die sowas reflektiert wird, schon mal und glaube ich auch. Ja, Männer trauen sich das immer nicht, glaube ich. Darf ich vielleicht noch eins dazu? Ich finde, das ist halt immer, na klar, müssen wir das machen, aber ich finde, man kann halt Leute in politischer Verantwortung da nicht ganz rauslassen, weil was wird befördert? Also knüpft man an an diesen alten Scheiß und zieht man den ganz nach oben mit einem fetten Gehalt. Die haben sich jetzt auch gerade nochmal in der AfD tüchtig, die Vorsitzenden tüchtig das eigene Gehalt. Ich

glaube, auf mittlerweile 30.000 Euro kriegen die. 24.000 habe ich gelesen, oder? Ja, und 5.000 Euro abgeordneten Pauschale ja auch noch. Die Spesenpauschale? Ja, Spesenpauschale. Ich mein nur, klar, müssen wir alle in der Bevölkerung irgendwie klarkommen mit so, aber man kann diese Leute nicht ganz aus der Verantwortung dessen lassen wir sie mit ihrer Medienmacht, mit ihrer Macht einfach anstellen. Kommen wir nochmal zurück auf den Punkt, wo wir vorhin kurz waren, wo ich dann gesagt habe, machen wir später nochmal. Also diese Frage der Sichtbarkeit, auch das Umgangs mit der Medien auch damit. Ich kann mich erinnern, dass wir in der Tatz immer mal wieder so eine Phasen hatten, wo wir darüber gesprochen haben, welche Themen haben wir zu viel, welche haben wir

zu wenig. Und dann gab es immer mal wieder auch von außen, auch von linken Leuten, die Kritik. Keine Ahnung, Behindertatransmann in Kolumbien kriegt eine ganze Seite, aber die normalen Probleme einer Kassiererin im Berlin-Wedding schreiben der keine Zeile, jetzt karikiert. Ist da was dran? Ich kann mir halt nicht vorstellen, dass die Kassiererin im Wedding deswegen die Tatz nicht liest, sondern vielleicht aus vielen anderen Gründen auch. Ach so, aber nicht die Fragestellung ehrlich gesagt, sondern unsere Appel und der Welt eigentlich und wo die Probleme der Welt liegen, richtig gewichtet ist. Innerhalb der Tatzmannsummen? Zum Beispiel, ja. Aber der Vorwurf geht ja an viele Medien, dass sie bestimmte Sachen sichtbar machen, bestimmte Phänomene. Es war auch der

Vorwurf, der von rechts ging, dass jeder zweite Tatort beschäftigt sich mit Problemen von irgendwelchen non-binären Menschen etc. PP, was eine Zeit lang hatten. Na ja, man will immer uns so wählen, und und und. Also bestimmte Phänomene werden sehr sichtbar gemacht, aber die anderen sind nicht verschwunden in die anderen Probleme. Die werden sehr sichtbar gemacht und warum kommen die uns jetzt alle mit ihrem Scheiß? Gab's schon immer, wahrscheinlich, keine Ahnung, aber jetzt soll ich mich plötzlich damit beschäftigen, warum? Den Effekt kann ich nachvollziehen, dass wenn die plötzlich da sind, dann fällt das auf. Ja, aber die waren halt über Jahrzehnte im Tatort überhaupt nicht da, deswegen kann ich mir gut vorstellen, dass es zu diesem, erst mal zu einer Irritation kommt. Ob das

jetzt nur negativ ist, wenn es die gibt, weiß ich nicht. Also Irritationen sind ja auch meistens ein Ausdruck von Fortschritt, also gehen einher mit einem Fortschritt bzw. erstmals wird dieser Platz auch gesellschaftlich beansprucht und wahrgenommen, und wer damit Probleme hat, meldet sich dann. Aber auch dieses Feld gab's ja, glaube ich, gibt's ganz krass in Videospielen, zum Beispiel, wo weibliche Hauptcharaktere waren. Das hat so bei ganz vielen Gamern, und das hat auch viel verraten über diese Gaming- und Inselkultur. Für erhebliche Irritationen gesorgt einfach nur, weil ein anderes Geschlecht repräsentiert war, und da reden wir noch nicht über Queer, das oder sowas. Auch das ist aber im Laufe der letzten Jahre halt normaler geworden,

würde ich sagen. Und das ist auch ein Gradmesser für gesellschaftlichen Fortschritt, genau wie auch Konflikte mit Blick auf Migration. Ja, eine Zeit, als der Soziologe Aladin Al-Mafalani hatte ja gesagt, vor ein paar Jahren schon, dass es auch teilweise ein Gradmesser für Fortschritt ist. Aber na klar, also im Moment erleben wir dann da eher ein Backlash, aber jetzt gilt es halt eben in diesem Moment darum, das, was schon erreicht wurde, zu verteidigen. Also wenn Antifa-Gruppen nach Bautzen fahren, um da sich der CSD anzuschließen, ist natürlich genau die richtige Reaktion. Oder wenn in Falkensee die Stadtverordnung in Versammlung sich gegen den AfD-Antrag entscheidet, keine Ringbunkflagge auf dem Rathaus und sogar die CDU das ablehnt, anders als Julia Klöckner im Bundestag,

dann ist es auch schon eine Menge wert, würde ich sagen. Genau, und ich würde vielleicht noch ergänzen, dass es, dass es ja ein Missverständnis wäre, zu denken, es hätte jene neutrale oder Objektive zum Beispiel Berichterstattung gegeben. Also mal vom Computerspielen ganz abgesehen oder so. Also es hatte Berichterstattung, hat immer eine Perspektive und die war halt lange zum Beispiel weiß und männlich. Und wie Stefan und Garit gerade schon gesagt haben, da gibt es jetzt halt andere Gruppen, die auch ihren Platz beanspruchen und natürlich sorgt es für Irritation. Und ich würde auch noch kurz anschließen, also ich finde auch, es muss absolut darum gehen, zu verteidigen, was wir bisher erreicht haben und gleichzeitig, das lösen

wir jetzt hier nicht, aber gleichzeitig wäre es natürlich auch toll, an so einer progressiven Gegenerzählung wieder stärker zu arbeiten und nicht nur diese Abwehrkämpfe zu führen die ganze Zeit, sondern einfach zu wissen, wofür man es macht. Was mir jetzt gerade aufgefallen ist, ich bin selbst in die Falle getappt und habe gesagt, die Kaserin im Wedding würde nicht die Tatz lesen, aber wer sagt denn, dass die nicht Lesbis. Also das ist ja so ein komischer Gegensatz, den wir da auch immer wieder sehen und aufmachen und auch in der Tatz länglicher ausgewalzt haben.

Aber besteht der denn wirklich? Also wer sagt, dass die Kaserin, die wenig Geld hat, nicht gleichzeitig auch Lesbis und Interesse daran hat, vielleicht mit ihrer Freundin oder Frau auch sicher zu sein in dieser Gesellschaft. Ich habe jetzt in Wittenberg, wo ja auch die Nazis aufmarschiert sind, dem CSD gegenüber, einen 85-Jährigen Leipziger getroffen, Fritz, der da stand mit ganz einem Bündelfähnchen in der Hand und dann habe ich ihn angesprochen. Und der ist halt in so einem Lederfetisch-Club in Leipzig seit Jahrzehnten irgendwie, hat ganz viele seiner Freunde, auch seine schwulen Freundeskreise verloren an AIDS und einfach des Alters wegen, er fährt jetzt mit einem Deutschlandticket von CSD zu CSD, damit er in Wochenenden nicht alleine

ist und findet da Gemeinschaft. Und es ist auch ein ganz einfacher Mann, so. Darum, ja, die darf man dann auch nicht vergessen, die einfachen Leute, die vielleicht auch ein Interesse haben an Sicherheit für Quere. Okay, was der Gegensatz, den ich da aufgebaut habe, ist für die Homebook, okay. Ich bin selber reingetappt, aber wir sollten dem vielleicht auch ab und zu widerstehen. Denn vielleicht, wenn wir so langsam auch mal so in die Schlussgeschichte reingommen, was eben mehrmals angesprochen hat, ist ja auch dieses Wort Kulturkampf und die Beobachtung ist ja seit Jahren eigentlich, inzwischen, dass dieser Kulturkampf um Genderthemen, auch um gendergerechte Sprache, um das Gendersternchen, Partizie als erwähnt vorhin auch vor allem von rechts geführt

wird. Also irgendeine Linken Abgeordnete hat das in der Bundestagsrede mal gesagt, der Gender waren, der AfD kann das mal aufhören, weil die einen Antrag nach dem nächsten zu diesem Thema immer widerstehend als einzige Fraktion auch. Alle anderen sind da relativ gelassen, machen es ähnlich, wie ihr beschrieben habt, verwenden es oder nicht. Aber ich kann mir nicht sagen, es gab, glaube ich, ein einziges Mal eine Verwaltung, die es wirklich vorgeschrieben hat. Und das war in Berlin unter der ersten rot-grünen Berliner Regierung 1989 oder so lustigerweise vom Innensenator, der dann die Verwendung des damals noch großen, also des Binnenis tatsächlich vorschrieb. Und das hielt aber auch nicht lange dieses, dieses, das gab durchaus Ärger ein bisschen, weil das dauernd hat,

weil Verwaltungen können sich eine oder andere damit nicht so anfroren. Und wir machen es ja an der Tat zu übrigens auch so, weil immer wieder Leute fragen doch, jeder Autor, jeder Autor, und wir uns kann selber entscheiden, wie es gehandhabt werden soll. Und wenn ich aus Redakteuren Text kriege, dann will ich das so umsetzen, wie der beschrieben ist. Dann einheitlich bitte und nicht unterschiedlich, aber wir da rein noch raus religieren ansonsten. Manche mischen auch für Irritation, für gewollte Irritation. Ich mische auch manchmal ganz gerne. Also zum Beispiel auch, wenn ich über, sagen wir mal, Funis schreibe, dann verwende ich an der Stelle eigentlich kein Tendersternchen, weil sie es selber nicht verwenden würden, sondern bin ich. Ich finde auch,

finde das eigentlich ganz schön, also Sprache auch lebendig zu halten und für Irritation zu sagen. Aber ich diskutiere auch, also so viele Leserbriefe, wie ich zu Gendern bekomme und die Debatten, die ich in der Tat zum Gendern führe, die passen wirklich auch auf keine Kuhhaut. Ja, es ist so komisch, weil eigentlich, also ich habe das immer so verstanden schon des Binnen, die damals einerseits, ja, die Suche nach der Präzision in der Sprache, also das, wenn man Männer und Frauen meint, damals ging es um Männer und Frauen, dann muss man die Frauen finden, das auch zu machen. Und andererseits aber auch als Stolperstein eigentlich, als sprachlichen Stolperstein, um es bewusst zu machen, so. Und das Bewusstsein ist so sehr

gestiegen, dass egal, wo du hinkommst, also wenn ich in Brandenburg bin und wenn wir machen, irgendwie ein Plakat von den Gendernsternchen drauf kommen, vorkommen egal, was da anonsten auf dem Plakat steht, aber da sind die Leute sofort genervt worden. Das ist natürlich schon krass, wo ich mich dann auch frage, ist das eine funktionierende Strategie, darauf zu beharren? So auf dieser Sprachdruck, du guckst schon so Patrizia da. Nein, ja, ich weiß aber gar nicht, wie sehr das jetzt noch das Thema ist, aber ich finde dieses Argument zum Beispiel, dass es dann nicht inklusiv ist oder so, immer fast so ein bisschen lustig, also deutsches so eine bürokratische Sprache, die so schwer zu verstehen ist und man kriegt irgendwie Behördenbriefe, bei denen kein Mensch weiß, was

drinsteht und dann heißt es aber irgendwie, ich verstehe Text nicht in dem Gendernsternchen vorkommt, also ein bisschen, was kann man den Leuten auch zutrauen? Und klar, beharren weiß ich auch nicht, also letzten Endes wichtiger ist natürlich, dass sozusagen die Menschenrechte umgesetzt werden, aber es steht natürlich symbolisch für was und ich fühle mich nicht mit gemeint im generischen Maskulinum, aber würdest du für ein welcher Genderdippe oder weiß ich nicht, ob das...

Nee, nee, ich wollte eigentlich nur aufnehmen, ich habe mich für meine eigene Frage da völlig verhärtet. Nee, weil ich wollte eigentlich auf das hin, wenn ein Kulturkampf von rechts geführt wird, ist es dann eine Strategie, diesen Kulturkampf voll einzugehen, voll dagegen zu setzen und voll zu halten oder kann es auch eine Strategie sein zu sagen, die Teile des Kulturkampfes, wo wir inzwischen wissen, dass wir dabei in der Mehrheit oder in der Masse der Bevölkerung eher verlieren und der Fortschritt eher sehr langsam ist und selbst in Teilen von einer alternativen, ich sag mal alternativen Linken, die das sich vor zehn, zehn Jahren noch zu eigen gemacht hat, es ist inzwischen eine Müdigkeit da, wo ich auf jeden Fall ein Sprach kurz und so weiter und immer

genau zu wissen, was jetzt gerade das Neuste ist, was man jetzt sagen darf oder nicht darf oder soll oder nicht soll, keine Lust mehr lassen, das bleiben lassen. Wie seht ihr das? Wenn uns dieser Kampf eigentlich von außen immer reingetragen, würdest du, dass wir gar nicht mehr in die Offensive kommen dabei? Also ich würde schon sagen, man sollte sich auf die wichtigen Linkenthemen fokussieren, soziale Ungleichheit, gleichzeitig aber dabei solche Themen auch nicht aus den Augen verlieren. Also es spielt ja alles zusammen, man muss glaube ich so ein bisschen intersektional denken, also ökonomische Ungleichheit trifft eben alle und das ist ein Thema, was irgendwie über Jahre vernachlässigt wurde. Ich würde sagen, die Linke hat im Bundestagswahlkampf ja irgendwie

erstaunlichen Erfolg gehabt bei jungen Menschen und auch irgendwie hatte, war eigentlich ein halbes Jahr vor der Bundestagswahl tot oder tot gesagt. Sie hat irgendwie sich glaube ich fokussiert im Wahlkampf auf Mietenpolitik und hat verschiedene Halbwegs-Kluge-Apps rausgebracht und so ökonomische Sachen auf die Fahnen geschrieben. Es war glaube ich eine Strategie, die funktioniert hat. Ich würde sagen, aber gleichzeitig darf man halt nicht vergessen, dass es eine Politik für alle sein muss.

Also das ist auch queerpolitische Themen oder gerade queerness, wenn sie angegriffen wird, wie letztes Jahr, was ja wirklich dann erstmals ein Erscheinungsphänomen war, dass es natürlich auch ein Angriff auf die Mündenmenschwörter bzw. auf die grundsätzlichen Werte unserer Demokratie sind, die es auch zu verteidigen gilt. Also es ist strategisch, es schon schlau sein kann, sich nicht diesen Kulturkampf aufoctrieren zu lassen, also keine Abwehrkämpfe zu machen, sondern eigene Punkte zu setzen. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob ich die Frage richtig verstanden habe. Aber letzten Endes kommen wir ja bei so einer haupt- und nehmenswiderspruchsfrage raus und also das ist es halt nicht. Also geschlechter Politik ist kein nehmenswiderspruch. Ich würde niemals sagen,

es ist irgendwie die einzige große Frage. Also sicher sind zum Beispiel Mieten und soziale Fragen irgendwie mindestens gleichberechtigt wichtig, aber das jetzt als so ein Nehmendricks-Schauplatz abzutun, das finde ich falsch. Gleichzeitig bin ich total bergarrelt, wenn ihr sagt, wir dürfen nicht nur ab der Kämpfe führen, sondern es muss einfach auch wieder eine Gegnerzählung gefüllt werden.

Ich finde, also Kulturkampf, ich habe meine Probleme mit dem Wort, weil ich finde, es geht halt an vielen Stellen wirklich auch einfach um Rechte. Also und da ist auch immer noch nicht alles erreicht und erkämpft und das ist ja schön, wenn Alice Weidel und Jens Spahn und die auch alle mit ihren Familien jetzt schwer erkämpfte Rechte genießen können. Aber auch zum Beispiel bei den CSDs. Es geht schlichtweg um die Frage, haben Leute - das muss mir überhaupt nicht gefallen - aber haben Leute das Recht zu demonstrieren, ohne dass sie angegriffen werden oder nicht so? Und alles andere, finde ich, sind so Geschmacksfragen. Das können Leute, wie beim Genderen auch, sind Geschmacksfragen. Aber wo es einfach darum geht, sind die Rechte gewahrt von Frauen, von queeren

Menschen. Das ist einfach eine andere Sache und ich finde, das muss definitiv Teil sein von progressiven Überlegungen, ob in der Politik, im Journalismus, in allen Feldern. Zumal die ja wirklich auch in der Praxis einfach oft verbunden sind mit den anderen Fragen. Also wer geht denn dann in Kleinstädten auch sonst für Sachen auf die Straße? Das da gibt es einfach große Überschneidungen, auch zu den Gewerkschaften, auch zu den anderen Bewegungen, die ich hier auf die Straße geben, mobilisieren und was zum Besseren verändern wollen. Das ist nicht getrennt, zu begreifen, glaube ich. Vielleicht ist diese Antwort der einen Politikerin, die gesagt hat, der Genderwarn da, auf die Nerven. Es geht auch mir so, vielleicht kann man dann sowas kurz sagen und dann dazu

überleiten, dass Jeff Bezos gerade wenig gesperrt hat, um zu heiraten. Und vielleicht ist das ein guter Kommunikationsstrategie, aber genau, es wird uns weiter beschäftigen, gerade wenn die CDU sowas adaptiert. Also da kommt man jetzt so schnell nicht raus. Also beides braucht es wahrscheinlich. Ja, ich glaube, wir müssen da auch dran bleiben, weil ich bin ja nun mal US-Redakteur und wenn der Backdash nicht nur einer ist, der sich im Internet irgendwie in irgendwelchen Battles und Memes und so weiter auslebt, sondern der an die Macht kommt und sich in die Politik umsetzt, merkt man, wie schnell Leuten Rechte genommen werden, wie schnell Leute sich wirklich verängstigt auch zurückziehen und nicht mehr auf die Straßetrauen oder die Unitrauen oder oder oder mit bestimmten

Wesenszügen einfach. Ich habe ehrlich gesagt aber auch die Pride an Budapest auch so ein bisschen so verstanden, weil ich weiß nicht, ob das 200.000 Leute alle aus der queeren Community waren. Ich hoffe eigentlich nicht, ich hoffe, dass es eine große Solidarisierung gab von allen jede Menge nicht queeren Menschen, die sagten, so jetzt reicht es. Und ich glaube dieses, das wären wir bei allem, wo es uns vielleicht auch mal nervt. Und dann sagen wir, man ja, du bist queer, alles gut, aber warum musst du mir das ständig in die Nase rein? Und trotzdem stehe ich für dich ein, wenn es darauf ankommt, als nicht queere Person, die ich jetzt bin oder das müssen wir erreichen und dazu müssen wir wahrscheinlich dann auch in der Zimmerweite schreiben. Es ist

vielleicht ein bisschen blöder, pathetischer Schluss auch so, aber ich glaube viel anders wird es nicht gehen, weil dafür hängt dann doch, das ist kein Spiel. Das ist kein Spiel, da sind Jahrzehnte lang sind Leute in Tod getrieben, totgeschlagen worden, selbst mal getrieben worden oder sonst was, weil man in Sichtbarkeit verwehrt hat oder wenn sie sichtbar waren, sie totgeschlagen hat. Und wir sind auf dem Weg, wo wir so viel erreicht haben und da wieder hinkommen könnten, das kann man nicht gebrauchen, glaube ich. Gut, ihr Lieben, das war der Bundesdurchricht. Danke euch sehr herzlich für das Diskutieren. Ich entschuldige mich für meine manchmal sehr wirren und confusen Fragen, weil ich mich da wirklich selber auch

der ganze Zeit auch umsortiere bei diesem Thema. Wir danken Jan Spitz-Itschbiener für die Redaktion und dann die Form für die Produktion. Wenn ihr da draußen die Folge gut findet, liked uns gerne. Wenn ihr Anmerkungen, Kritik, Lob habt, dann schreibt uns an bundestalk@tatz.de. Wenn ihr Geld übrig habt, weil wir ja diese Inhalte euch gerne kostenlos Verfügung stellen wollen, aber sie Geld kosten, wenn wir sie machen wollen, dann findet das Programm tatzzahlig auf tatz.de und lasst uns dafür Geld haben. Ja, das war's, bis nächste Woche. Tschüss.

Schönes Wochenende, vielen Dank. Noch nicht Moment. So, damit ist das jetzt hoffentlich auch erledigt.

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