
Chronik der Schatten - Hinter den Geschichten· Folge 138
Henry Hudson – Meuterei auf der letzten Fahrt
Sonntag, 18. Oktober 2026 · 56 min
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Shownotes
Ausgesetzt in der Hudson Bay: Neun Menschen verschwinden, die Heimkehrer erzählen ihre Geschichte.
Henry Hudson sucht einen kürzeren Seeweg nach Asien. Vier Reisen führen ihn zwischen 1607 und 1611 immer wieder an die Grenzen dessen, was seine Schiffe und Mannschaften bewältigen können. Die letzte endet mit einer Meuterei. Hudson, sein Sohn John und sieben weitere Männer bleiben in einem kleinen Boot zurück.
In dieser Folge von „Chronik der Schatten“ erzähle ich, wie es dazu kam, welche Aussagen über die Ereignisse erhalten sind und weshalb sie sich nicht ohne Weiteres zu einer eindeutigen Geschichte zusammenfügen lassen. Ich schaue auch auf die späteren Suchfahrten, vermeintliche Spuren und Erzählungen, die Hudsons Verschwinden bis heute begleiten.
Inhaltshinweis
Diese Folge behandelt Hunger, Krankheit, das Aussetzen von Menschen auf See sowie tödliche Gewalt, auch im Zusammenhang mit europäischen Expeditionen in indigene Lebensgebiete.
Die Geschichte hinter den Berichten
Ein großer Teil der Schilderungen über Hudsons letzte Fahrt stammt von Männern, die nach der Meuterei nach England zurückkehrten. Besonders wichtig ist der Bericht von Abacuk Pricket. Er war selbst an Bord und musste später sein Verhalten erklären. Seine Darstellung ist deshalb eine wertvolle Quelle, aber keine unabhängige Sicht auf das Geschehen.
Auch die erhaltenen Vernehmungen beantworten nicht jede Frage. Einzelne Daten und Details unterscheiden sich zwischen den Quellen. Hudsons eigene Darstellung der Meuterei fehlt ebenso wie die seiner acht Gefährten. Ihr weiteres Schicksal ist nicht zweifelsfrei belegt. Spätere Fundgeschichten, mündliche Überlieferungen und literarische Geistergeschichten sind entsprechend von gesicherten Ereignissen zu unterscheiden.
Eure Gedanken zur Folge
Was glaubt ihr: Welche Rolle spielten Hunger und Überlebensangst bei der Meuterei – und welche die persönlichen Konflikte an Bord? Schreibt mir eure Gedanken auf Instagram unter @chronik.der.schatten_podcast.
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Wenn euch die Suche nach der Nordwestpassage interessiert, hört auch in meine Folge über die Franklin-Expedition hinein.
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STIMME, PRODUKTION UND RECHTE
Recherche, Skript, Stimme, Aufnahme, Schnitt und Produktion: Antje
Stimme und Stimmrechte: Antje
Die Stimme dieser Folge ist meine eigene und wurde nicht künstlich erzeugt. Sämtliche Rechte an den Sprachaufnahmen liegen bei mir. Eine Nutzung zur Nachbildung oder künstlichen Erzeugung meiner Stimme ist ohne meine ausdrückliche Zustimmung nicht gestattet.
Die Titelmelodie, das Titelbild und die in dieser Folge verwendeten Sounds wurden von mir mithilfe von KI erstellt.
Mein Mikro findet ihr hier: amzlink.to/az0fmj3oRmgSC
Quellen und weiterführende Literatur
Zeitgenössische Berichte und historische Editionen:
• Abacuk Pricket: „A Larger Discourse of the Same Voyage“, veröffentlicht in Samuel Purchas’ Hakluytus Posthumus, or Purchas His Pilgrimes (1625). Zentraler Bericht eines Überlebenden über die Reise von 1610/11; bei Aussagen zu Motiven und Verantwortung ist Prickets eigene Beteiligung zu berücksichtigen.
• G. M. Asher (Hrsg.): Henry Hudson the Navigator: The Original Documents in Which His Career Is Recorded. Hakluyt Society, London, 1860. Sammlung früher Reiseberichte und Dokumente zu Hudsons Fahrten.
Digitalisierte Ausgabe
• Thomas A. Janvier: Henry Hudson: A Brief Statement of His Aims and His Achievements. 1909. Enthält im zweiten Teil historische Vernehmungs- und Verfahrensunterlagen zur Meuterei. Die wertende Sprache des Autors ist von den wiedergegebenen Dokumenten zu unterscheiden.
Volltext mit Dokumententeil
• Robert Juet: Journal der Reise von 1609. Zeitgenössische Aufzeichnungen zur Fahrt der Halve Maen, zugänglich in einer historischen Druckausgabe der Library of Congress.
Digitalisat als PDF
Historische Einordnung und regionale Perspektiven:
• Dictionary of Canadian Biography: „Hudson, Henry“. Biografische Darstellung seiner Reisen und der letzten Expedition.
Artikel lesen
• Dictionary of Canadian Biography: „Bylot, Robert“. Zu Bylots Beteiligung an Hudsons letzter Fahrt und seinen späteren Expeditionen.
Artikel lesen
• Royal Museums Greenwich: „Henry Hudson North-West Passage expedition 1610–11“. Überblick über die letzte Reise. Die dortige knappe Erklärung des Meutereiauslösers wird in der Folge anhand der überlieferten Aussagen differenziert betrachtet.
Artikel lesen
• Princeton University Library: „Hudson“. Historische Karten und Einordnung der Suche nach der Nordwestpassage.
Karten und Begleittext ansehen
• Cree Nation of Waskaganish: „Initial European Contact“. Regionale Geschichtsdarstellung zum frühen europäischen Kontakt in der James Bay.
Artikel lesen
Spätere Reisen, Überlieferungen und Nachwirkungen:
• Dictionary of Canadian Biography: „Vignau, Nicolas de“. Hintergrund zu den Behauptungen, denen Samuel de Champlain 1613 nachging.
Artikel lesen
• Royal Museums Greenwich: „Thomas James North-West Passage expedition 1631–32“. Zur späteren Expedition und Überwinterung in der James Bay.
Artikel lesen
• Dorothy Harley Eber: Encounters on the Passage: Inuit Meet the Explorers. University of Toronto Press, 2008. Weiterführende Literatur zu mündlichen Überlieferungen der Inuit über Begegnungen mit europäischen Seefahrern. Solche Überlieferungen sind kein gesicherter Nachweis für Hudsons Überleben.
Buchbesprechung bei der University of Toronto
• Washington Irving: „Rip Van Winkle“ (1819). Literarische Verarbeitung mit Hendrick Hudson und seiner geisterhaften Mannschaft.
Erzählung im englischen Original
• Reuters, 27. Mai 2025: „Canada’s Hudson’s Bay retail chain to terminate more than 8,300 workers by Sunday“. Zur angekündigten Schließung der Kaufhäuser und den Entlassungen im Zuge der Liquidation.
Reuters-Bericht bei Investing.com
Danke, dass ihr mit mir durch die Schatten gereist seid, und bleibt wachsam für die Geschichten hinter den Geschichten.
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Im Juni-Sechzehnhundertelf treibt ein kleines offenes Boot durch die Hudson Bay. An Bord sitzen neun Menschen, der englische Kapitän Henry Hudson seinen Sohn John und sieben weitere Mitglieder seiner Expedition. Mehrere von ihnen sind krank oder geschwächt? Sie besitzen etwas Mehl, einige Waffen einen eisernen Topf und nur das was ihre früheren Kameraden ihnen überlassen haben.
Vor ihnen liegt eine gewaltige kaum kattierte Küste. hinter ihnen entfernt sich ihr Schiff die Discovery. zunächst ist das Boot noch mit einer Leine am Heck befestigt dann wird diese Leine gekappt. später sehen die Männer auf dem Schiff der Chaloupe dass es ein kleines offenes Beiboot ein letztes Mal unter Segel.
Die Discovery setzt mehr Segel und fährt davon. Von Henry Hudson, seinem Sohn und den sieben anderen fehlt danach jede zweifelsfrei belegte Spur. Was an diesem Morgen geschah, kennen wir fast ausschließlich aus den Aussagen jeder Menschen die ohne Hudson nach England zurückkehrten. Sie beschrieben eine Mannschaft am Rand des Verhungerns – einen Kapitän der das Vertrauen seiner Leute verloren hatte und eine Mäuterei, die angeblich aus nackter Not entstand.
Doch diese Überlebenden mussten sich später selbst gegen den Verdacht verteidigen, ihren Kapitän dem Tod ausgeliefert zu haben. Das ist die entscheidende Schwierigkeit in dieser Geschichte! Die Menschen, die uns von Hatzens Ende erzählen waren zugleich Zeugen, Beteiligte und Beschuldigte. Wer also war Henry Hudson?
Ein großer Navigator der an seinen eigenen Entscheidungen scheiterte ein rücksichtsloser Kapitäen oder ein Mann dessen Bild von jenen geprägt wurde, die einen Grund brauchten ihn zu belasten. Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Chronik der Schatten! Schön dass ihr wieder dabei seid wenn wir uns gemeinsam die Geschichten hinter den Geschichten ansehen.
Um zu verstehen wie es zu diesem Ende kommen konnte müssen wir vier Jahre zurückgehen – zu einem Seefahrer über dessen erstes halbes Leben fast nichts sicher bekannt ist…. Henry Hudson wurde vermutlich um die Mitte des sechzehnten Jahrhunderts geboren. Ein genaues Geburtsdatum, ein eindeutig belegter Geburtsoart und verlässliche Angaben zu seinen Eltern fehlen.
Auch das bekannte Porträt, dass häufig Hudson zeigen soll entstand nicht nachweislich zu seine Lebzeiten – wir wissen nicht sicher wie er aussah. Es gibt Vermutungen, dass Hudson's Familie mit Londoner Kaufleuten und der Maske-Vikompany verbunden war! Diese englische Handelsgesellschaft betrieb Handel mit Russland und finanzierte die Suche nach neuen Seewegen nach Asien.
Eine familiäre Verbindung Hatzens zu diesem Unternehmen ist allerdings nicht gesichert. Möglich ist auch, dass Hatzen aus einem Umfeld kam in dem Seefahrt Handel-und Navigation eine Rolle spielten – beweisen lässt sich diese Herkunft bislang nicht. Gesichert ist dagegen, das Hatzend verheiratet war. Seine Frau hieß Catherine, mehrere Söhne werden in späteren Quellen genannt John Hudson, der seinen Vater auf mehreren Reisen begleitete und sixteenhundert Elfen mit ihm ausgesetzt wurde, war einer von ihnen.
Als Hudson sechzehnhundert sieben erstmals klar in den erhaltenen Expeditionsunterlagen erscheint ist er kein Anfänger – niemand übergibt einem unerfahrenem Mann ein Schiff für eine Fahrt in arktische Gewässer! Er muss zuvor nautische Kenntnisse und praktische Erfahrungen erworben haben. Wo und unter wem wissen wir nicht?
Seine dokumentierte Karriere als Entdeckungsfahrer dauert nur vier Jahre. In dieser kurzen Zeit unternimmt er vier große Reisen. Jede folgt derselben wirtschaftlichen Hoffnung, einen kürzeren Seeweg von Europa nach Asien zu finden. Gewürze, Seide und andere Waren aus Asien versprechen enorme Gewinne – die bekannten Routen um Afrika und Südamerika sind lang, gefährlich und politisch umkämpft.
Englische und niederländische Kaufleute suchen deshalb eine Alternative. Entweder nördlich von Russland nach Osten oder durch Nordamerika nach Westen. Wer meine Folge über die Franklin Expedition gehört hat, kennt die Suche nach dieser Nordwestpassage bereits! Als John Franklin, mit der Airbus und der Tower aufbricht um einen durchgehenden Seeweg durch den nordamerikanischen Arktis zu finden sind seit Hudson's letzter Fahrt mehr als Die Suche beschäftigt also über Jahrhunderte hinweg immer neue Generationen von Seefahrern.
Zu Herzens Zeit verbinden sich damit noch ganz andere Vorstellungen der Arktis – manche hoffen, dass die fast ununterbrochene Sommersonne das Eis weit im Norden schmelzen lässt und dort ein befahrbares Meer öffnet! Herzensreisen sollen zeigen ob sich auf diesem Weg tatsächlich Asien erreichen lässt….
Die Vorstellung wirkt aus europäischer Perspektive verführerisch. Wenn im Sommer die Sonne, die arktischen Regionen fast ununterbrochen erwärmt – so die Hoffnung – müsse dort zeitweise ein befahrbarer Weg offen sein. Die Hoffnung unterschätzt das Eis und sie unterschätzt die Entfernung.". Im Frühjahr XVI erhält Hatzen von der englischen Maske wie Kompenie seinen ersten sicher belegten Auftrag.
Mit der kleinen Hope World soll er einen Weg über das Nordpolar Meer nach Asien suchen. Die Besatzung umfasst Hudson, zehn weitere Männer und seinen Sohn John – insgesamt zwölf Menschen! Das Schiff hat nach den überlieferten Angaben ungefähr achtzig Tonnen Tragfähigkeit. für die Gewässer in die es fährt ist es klein.
Am ersten Mai die Expedition Graves and an der Thamese verlässt. Hudson segelt nach Norden vorbei an Grönland in Richtung Spitzbergen. Sein Kurs beruht auf einer damals verbreiteten, aber falschen Annahme. Rund um den Nordpol könne ein offenes oder zumindest saisonal befahrbares Meer liegen. Je weiter die Hope will nach Norden kommt, desto stärker widerspricht die Wirklichkeit dieser Idee.
Hudson notiert Eisfelder, Nebel und extreme Kälte. Er meldet eine nördliche Breite von achtzig Grad und dreinzwanzig Minuten. Diese Angabe wurde schon früh angezweifelt. Möglicherweise lag die tatsächliche Position etwa einen Grad weiter südlich, sicher ist. für ein kleines Schiff des frühen siebzehnten Jahrhunderts drang die Expedition sehr weit nach Norden vor – aber weiter kommt sie nicht!
Das Eis versperrt den Weg. Hatzen kehrt um ohne eine Passage gefunden zu haben. Wirtschaftlich bleibt diese Reise dennoch folgenreich? Die Berichte nennen große Bestände an Wahlen, Walrossen und Robben rund um Spitzbergen…. Solche Beobachtungen tragen dazu bei, das englische Interesse am Wahlfang in der Region zu verstärken.
Hatzensauftrag ist gescheitert – aber seine Fähigkeit ein kleines Schiff in hohen arktischen Breiten zu führen und wieder zurückzubringen, ist bewiesen. Die Muscary Company gibt Hatzen im folgenden Jahr eine zweite Chance. Am twenty-zwanzigsten April sechzehnhundert acht läuft die Hope Will erneut aus.
Diesmal soll Hatzen nicht über dem Pol, sondern entlang der Nordküste Russlands nach Osten gelangen. Ziel ist ein Weg nördlich von Novaya Semlya in Richtung Pazifik. Wieder begleitet ihn sein Sohn John. Zur Mannschaft gehört auch Robert Jewitt – ein erfahrener Seemann dessen Name später noch eine zentrale Rolle spielen wird.
Die Expedition erreicht die Gewässer um Novaja Semlya. Erneut blockiert das Eis den weiteren Weg! Hatzen muss im Sommer in den Sommer umkehren und erreicht Ende August wieder England. Auch diese Reise endet ohne Passage. Einige spätere Darstellungen sprechen bereits hier von schweren Spannungen, einer drohenden Mäuterei.
Die Quellenlage dafür ist deutlich schwächer als bei der letzten Fahrt. Sicher ist lediglich dass Hatzen nun zweimal mit derselben nüchternden Tatsache konfrontiert wurde. Der vermutete nordöstliche Seeweg war mit seinem Schiff nicht zu erzwingen! Die englischen Geldgeber verlieren das Interesse an einer dritten Fahrt.
Hudson findet neue Auftraggeber in den Niederlanden. Der Vertrag verlangt erneut die Suche nach einer nordöstlichen Passage vorbei an Novia Selma. Hudson Schiff heißt Halwemarn, halbmond – die Besetzung besteht aus englisch und niederländischen Seeleuten. Robert Jude ist wieder dabei und führt ein erhaltendes Reisejournal.
Im April die Expedition Amsterdam verlässt. Herzen steuert zunächst wie vereinbart nach Nordosten. Doch Eis, Kälte und Widerstand innerhalb der Mannschafts zwingen ihn zur Kursänderung. Statt nach Europa zurückzukehren segelt Herzen nach Westen über den Atlantik. Damit entfernt er sich deutlich von seinem eigentlichen Auftrag.
Weshalb er diese Entscheidung traf, ist nicht eindeutig überliefert. Erkannte Berichte und Karten die eine westliche Durchfahrt durch Nordamerika möglich erscheinen ließen Ob er von Beginn an einen Ausweichplan hatte oder erst unter dem Druck der Lage handelte bleibt offen. Die Halve Mann erreicht die nordamerikanische Küste.
Nach Erkundungen weiter im Norden und Süden fährt Hatzen im September in eine breite Flussmündung ein, in den Fluss der später seinen Namen tragen wird. Diese Bezeichnung darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Region keineswegs unentdeckt oder menschenlehr war – entlang des Flusses lebten indigene Gemeinschaft mit eigenen Territorien, Handelsnetzen.
Hudson machte den Fluss für seine europäischen Auftraggeber bekannt und kartierte Teile seines Verlaufs. Er war nicht der erste Mensch dort! Die Begegnungen verlaufen teils friedlich, teils gewaltsam – es wird gehandelt. Gleichzeitig entstehen Misstrauen und Konflikte. Am sechsten September wird der englische Seemann John Coleman durch einen Pfeil tödlich getroffen.
Judes Journal berichtet später auch von tödlicher Gewalt durch die Europäer. Am zweiten Oktober schießt die Besatzung auf Menschen in Kanus und tötet nach der eigenen Darstellung mehrere von ihnen. Wir kennen diese Ereignisse fast nur aus europäischen Aufzeichnungen, die Perspektiven der Betroffenen indigen Gemeinschaften wurden nicht in vergleichbare Form überliefert – deshalb wäre es falsch, die Gewalt als einfache Geschichte von Europäischen Entdeckern und grundlosen Angriffen zu erzählen.".
Die Halve Mahn fährt flussaufwärts. Das große Schiff gelangt ungefähr bis in die Gegend des heutigen Old Kinderhooks. Mit einem kleineren Boot erkunden Männer den Fluss noch weiter, bis in Nähe des heutige Olbeni. Dann wird deutlich der Fluss ist keine Passage zum Pacifik. Hatzen kehrt um und erreicht am siebten November die Sechzehnhundertneun Datemats in England.
Dort hindern englische Behörden Hatzen und die anderen englischen Besatzungsmitglieder zunächst daran, erneut in niederländische Dienste zu treten. Berichte um Karten gelangen dennoch in die Niederlande. Später wird die Reise zu einer Grundlage nieder ländischer Kolonialansprüche – und der Kolonie Neu-Niederland!
Diese Folgen waren, schließlich noch kein ausgearbeiteter Plan Hatzens. Sein eigenes Ziel eine Durchfahrt nach Asien hatte er erneuert verfehlt. Trotzdem ist sein Ruf gewachsen. Hudson hat gezeigt, dass er unbekannte Küsten erkunden und ein Schiff über den Atlantik führen kann. Schon wenige Monate später erhält er einen neuen englischen Auftrag – es wird seine letzte Reise!
Zu Hudson's neuen Unterstützern gehören einflussreiche Kaufleute und Förderer wie Sir Thomas Smaid, Sir Dudley Diggis und John Woolson Hume. Sie hoffen nun auf eine nordwestliche Passage durch Nordamerika…. Das Schiff ist die Discovery. Über ihre genaue Größe gehen historische Angaben auseinander, auch weil damalige Tonnageangaben nicht immer dasselbe messen und die Identifizierung mit früheren Schiffen nicht in jedem Detail sicher ist.
Fest steht – Die Discovery ist ein sehr kleines Schiff für eine Expedition in weitgehend unbekannte arktische Gewässer! Das wird später entscheidend sein. Eine Expedition, die im Eis überwintern muss, benötigt Vorräte weit über den ursprünglich geplanten Zeitraum hinaus. Am siebzehnten April sechzehntundahrzehn verlässt die Discovery London.
Insgesamt befinden sich zu Beginn wahrscheinlich dreiundzwanzig Menschen an Bord. Schon wenige Tage später schickt Hudson den erfahrenen Master Coleburn in Quellen auch Coolburn oder Colbert genannt bei der Isle of Shabby zurück. Der genaue Grund ist nicht überliefert. Der frühe Austausch deutet jedoch darauf hin, dass die personelle Ordnung der Reise von Beginn an nicht stabil war – mehrere Männer verdienen besondere Aufmerksamkeit.
Robert Jude ist erfahren aber konfliktreich. Er war bereits auf Hudson vor herrigen Reisen dabei und kann navigieren. Auf den letzten Fahrt ist er zunächst Steuermann! Robert Bylet ist ebenfalls ein fähiger Seemann. Seine Herkunft und Ausbildung sind kaum dokumentiert. Spätere Leistungen zeigen jedoch, dass er keineswegs nur ein nautisch-unkundiger Einfacher Matrose war.
Während der Reise wird Hudson ihn zunächst befördern und später wieder herabsetzen. Abba Keck Prickett ist ein ausgebildeter Sehmann. Er bezeichnet sich selbst als Landman – als Mann vom Land und steht in Verbindung mit dem Geldgeber Sir Dudley Dickes. Sein später veröffentlichter Bericht ist unsere ausführlichste Erzählung der Reise und zugleich die Darstellung eines Überlebenden, der sein eigenes Verhalten rechtfertigen musste.
Henry Green nimmt eine Sonderstellung ein. Nach Prickets-Bericht stammt er aus einer angesehenen Familie, hat aber die Unterstützung seiner früheren Freunde verloren. Hudson hatte ihn zeitweise in seinem eigenen Haus aufgenommen. Green fährt nicht regulär auf der Lohnliste der Auftraggeber mit. Hudson soll ihm dennoch lohnen und später eine Stellung in Aussicht gestellt haben.
All diese persönlichen Einzelheiten stammen vor allem von Pricket und sind deshalb mit Vorsicht zu behandeln! Auch hatsens Sohn John ist an Bord. Er ist inzwischen kein Kind mehr, sondern wahrscheinlich ein junger Mann – welche offizielle Aufgabe er hatte ist nicht eindeutig dokumentiert. Thomas Riddows in den Quellen unterschiedlich geschrieben wird als Mathematiker bezeichnet.
Wie umfassend seine Ausbildung war wissen wir nicht. Philipp Staff gehört zu den Männern, deren Handeln später besonders auffällt. Über sein früheres Leben ist fast nichts bekannt. Diese Namen werden elf Monate später in Aussagen, Beschuldigungen und Rechtfertigungen wieder auftauchen. Die Discovery erreicht am elften Mai Island und bleibt dort mehrere Wochen.
Schon hier kommt es nach Prickets-Bericht zu einem handgreiflichen Kontakt zwischen Henry Green und dem Schiffsarzt Edward Wilson. Prickett berichtet zudem, der angetrunkelnde Jude habe Green als Spitzel-Hatzens bezeichnet. Hatzen soll zeitweise erwogen haben, Jude mit einem Fischerboot nach Europa zurückzuschicken!
Wir sollten diese Episode nicht als objektives Protokoll lesen – sie zeigt aber dass Pricket die Beziehungen an Bord bereits vor dem Eintritt in den gefährlichsten Gewässer als belastet darstellt. Am ersten Juni verlässt die Expedition Island. Ein paar Tage später erreicht sie Grönland und segelt anschließend westwärts.
Ende Juni oder Anfang Juli gelangt die Discovery in den Meerengen zwischen der heutigen Beffeninsel und Labrador. Sie heißt heute Hudsonstraße. Für die Expedition ist sie der erste ernsthafte Hinweis, dass eine Durchfahrt tatsächlich existieren könnte – doch die Meerenge ist voller Eis! Das kleine Schiff muss zwischen Schollen und Küstenlinie manövrieren.
Pickett schildert, dass selbst Hudson fürchtete das Schiff könne eingeschlossen werden. Er habe der Mannschaft eine Karte gezeigt und die Männer gefragt ob sie weiterfahren oder umkehren wollen. Diese Szene ist wichtig weil sie dem späteren Bild eines Kapitäns widerspricht, der jeden Einwand ignorierte.
Nach Picketts eigener Darstellung wurde die Entscheidung zur Weiterfahrt zumindest in diesem Moment mit der Mannschaft besprochen. Wie frei eine solche Abstimmung in der Hierarchie eines frühneuzeitlichen Schiffes tatsächlich war, lässt sich nicht festlegen. Nach Wochen im Eis erreicht die Discovery Anfang August ein riesiges Binnenmeer.
Hatzen glaubt dem Pazifik nahezu sein! Tatsächlich ist er aber in einer gewaltigen Buch gefahren wie fast vollständig von Land umschlossen ist – Die heutige Hudson Bay. Die Dimensionen der Hudson Bay sind für die Europäer an Bord schwer zu begreifen. Der Horizont zeigt oft kein gegenüberliegendes Ufer, Strömungen und breite Öffnungen nähren die Hoffnung irgendwo müsse ein Ausgang nach Westen liegen.
Wochenlang untersucht Hudson Küsten und Inseln – die Expedition fährt schließlich nach Süden in die flachere James-Bay. Während dieser Phase verschärft sich der Streit um Rang und Vertrauen. Im September lässt Hudson laut einer von Thomas Widows hinterlassenden Notiz Anklagepunkte gegen Robert Jewett vorlesen.
Jewett wird unter anderem ungehorsam und aufrührerisches Verhalten vorgeworfen, Hudson setzt ihn als Steuermann ab und befördert Robert Bylet – auch bei anderen Ämtern nimmt er Veränderungen vor. Später wird Hudson wiederum Beilet herabsetzen und John King aufwerten. Die genaue Chronologie einzelner Rangwechsel ist nicht in jeder Quelle identisch, der Kern ist jedoch klar.
Hudson ordnet die Führung seines winzigen Schiffes mehrfach neu. Solche Eingriffe können berechtigt gewesen sein – sie erzeugen in einer isolierten Mannschaft aber auch Gewinner, Verlierer und persönliche Feindschaften! Anfang Oktober stirbt der Kanonia John Williams oder möglicherweise ist er auch erst Mitte November gestorben.
Hier widersprechen sich die Quellen unmittelbar. Eine spätere amtliche Aufstellung nennt den neunten Oktober. Prickets veröffentlichter Bericht setzt den Tod ungefähr in die Mitte des Novembers, ein exaktes Datum darf deshalb nicht als gesichert ausgegeben werden. Auch eine scheinbar kleine Episode nach Williams Tod wird später zum Symbol des zerfallenen Vertrauens.
Nach Pricketts hatte Hudson Henry Green einen grauen Mantel aus Williams Besitz versprochen, später erhielt Robert Beilett das Kleidungsstück. Ob ein Mantel tatsächlich eine Mäuterei mitverursachte, ist unmöglich zu beweisen. Wahrscheinlicher ist das die Episode für einen bereits beschädigten Beziehungsstand.
Green glaubte, Hatzen habe Zusagen gebrochen und ihm die frühere Gunst entzogen. Die größere Gefahr ist inzwischen nicht der persönliche Streit sondern der Winter. Am ersten November wird die Discovery nach Pickets Bericht in eine geschützte Position gebracht – wenige Tage später fährt sie fest! Der genaue Überwinterungsort ist nicht sicher identifiziert.
Er lag vermutlich im südlichen oder südöstlichen Teil der James Bay. Die Expedition hatte, wie wir ja wissen für acht Monate geplant – nun ist klar dass sie mindestens ein Jahr unterwegs sein wird! Prickett schreibt, es sei mit großer Mühe gebaut worden und am Ende zu keinem Zweck gewesen. Warum es kaum genutzt wurde ist nicht eindeutig – möglich sind Probleme mit Kälte, Feuchtigkeit, Sicherheit oder der Entfernung vom Schiff.
Mehr lässt die Quelle nicht sicher zu! In diesem Zusammenhang berichtet Pricket von einem weiteren Konflikt. Hatzen habe Philipp Steff mit dem Hängen bedroht. Auch hier kennen wir nur die Darstellung eines späteren Beteiligten. Der Winter ist extrem kalt. Pickett schreibt, die Kälte habe den größten Teil der Mannschaft zeitweise gelehmt oder geschwächt.
Jagd auf Vögel und anderes Wild ergänzt zwar die Vorräte – reicht aber nicht aus! Viele Männer leiden wahrscheinlich unter Skorbut. Der Mangel an Vitamin C führt typischer Weise zu Erschöpfung, Schmerzen, schlechteilenden Wunden- und Zahnfleischbluten. Welche Symptome bei welchem Besatzungsmitglied auftraten, ist jedoch nicht vollständig dokumentiert?
Während der kalten Monate ist nur ein Todesfall vor der Mäuterei überliefert – John Williams. Wegen des widersprüchlichen Datums lässt sich nicht sicher sagen, ob er bereits vor dem Vollständigen einfrieren oder erst während der ersten Winterwochen starb. Dass nicht mehr Menschen sterben beweist weder gute Führung noch deren Gegenteil – es zeigt lediglich dass die Mannschaft trotz Hunger, Kälte und Krankheit zunächst überlebt.
Im Frühjahr wird die Lage kurzfristig besser. Vögel und Fische werden verfügbar, Hatzen sucht mit einem Boot nach Nahrung. Die Küsten und das Hinterland der James Bay gehören zu den traditionellen Lebensgebieten der Cree. Sie sind ein indigenes Volk mit zahlreichen regionalen Gemeinschaften im heutigen Kanada.
Im Frühjahr sixteenhundertelf ist eine Begegnung Hatzens, mit einem indigenen Menschen überliefert – die beiden tauschen Gegenstände aus und verständigen sich durch Zeichen. Welcher Gemeinschaf dieser Mensch angehört ist nicht sicher bekannt? In der Geschichtsdarstellung der Kree-Gemeinde, was kaganisch wird er als wahrscheinlich Inuit eingeordnet.
Die Inuit sind eine eigenständige indigene Bevölkerungsgruppe und von den Kree zu unterscheiden. Die James Bay war keine leere Wildnis – sie war Lebensraumindigener Völker! Für die Europäer blieb sie dennoch ein Raum in dem ihnen Sprache, Wege, Nahrungskwellen und politische Verhältnisse weitgehend unbekannt waren.".
Als das Eis aufbricht, muss Hatzen entscheiden wann und auf welchem Kurs die Heimfahrt beginnen soll. Am zwölften Juni-Sechzehnhundertelf beginnt die Discovery nach den späteren eidlichen Vernehmungen ihrer Rückreise. Diese Angabe ist entscheidend, weil viele populäre Darstellungen die Mäuterei so erzählen als habe Hatzen unmittelbar zuvor auf einer weiteren Suche nach Westen bestanden.
Dafür gibt es keine sichere Grundlage – Die amtlichen Aussagen sprechen dafür dass das Schiff bereits den Heimkurs aufgenommen hatte. Möglich ist ,dass einige Männer dennoch fürchteten, Hatzen könne erneut suchen, zu lange an der Küste bleiben oder die knappen Vorräte unfair verteilen. Als belegte unmittelbare Ursache erscheint aber vor allem der Hunger.
Pickett behauptet, es sei weniger als vierzehn Tage Proviant bei sehr kleiner Ration übrig gewesen – andere Vernehmungen berichten ebenfalls von dramatischer Knappheit.". Die genaue Vorratslage wird zum Gegenstand gegenseitiger Beschuldigung. Mehrere Überlebende behaupten, Hatzen habe Brot, Käse und Brandwein in seiner Kabine zurückgehalten und bestimmte Männer bevorzugt.
Bei einer späteren Suche werden noch Mehl, Butter, Schweinefleisch und Erbsen im Schiff sowie Schiffszwieback, Mehl- und Bier ins Herzensbereich gefunden. Das beweist das noch Lebensmittel vorhanden waren. Es beweist nicht automatisch, dass die Mannschaft ausreichend versorgt war. Auf einem Schiff mussten Vorräte bis zur nächsten sicheren Küste reichen und eine Reserve konnte für Notfälle oder Navigationstage gedacht sein.
Andererseits konnte eine geheim- oder ungleich verteilte Reserve in einer hungernden Mannschaft wie persönliches Horten wirken.". Die Quellen erlauben kein eindeutiges Urteil darüber, ob Hudson vernünftig rationierte oder seine Autorität missbrauchte. Sicher ist, dass ein großer Teil der Besatzung ihm nicht mehr vertraute.
Auch Robert Bylet war inzwischen von Hudson wieder degradiert worden. John King hatte offenbar eine Stellung erhalten die Bylet zuvor innehatte. Diese persönliche Vorgeschichte gehört zur Mäuterei, wird in vereinfachten Erzählungen aber häufig ausgelassen. In der Nacht vom XXI auf den XXII Juni schmieden mehrere Männer einen Plan gegen Hatzen.
Einige moderne Darstellungen datieren die offene Mäuterreihe auf dem XXIII. Juni. Die Abweichung entsteht aus unterschiedlichen Lesarten – der zeitgenössischen Datierung. Sicher ist das Wochenende um den XX und XXI. Junis. Nach den späteren Aussagen gehören Henry Green, Robert Jude der Bootsmann William Wilson John Thomas und Michael Pierce zu dem wichtigsten Planern und Unterstützern.
Alle fünf sterben bevor die Discovery England erreicht! Damit können ausgerechnet die Männer, denen die Heimkehrer später die Hauptschuld geben, niemals selbst aussagen. Robert Beilet erfährt nach eigener Darstellung in der Nacht von dem Plan – will aber geglaubt haben es gehe nur darum, Hatzenskabine nach Lebensmittel zu durchsuchen.
Ebekek Prickett räumt ein vorher von der Verschwörung erfahren zu haben. Er behauptet, er habe widersprochen. Hatzen aber nicht gewarnt! Diese Aussagen entlasten beide Männer nur teilweise – sie zeigen das die Mäuterei nicht spontan in einem einzigen Augenblick ausbrach. Mehrere Menschen wussten vorher davon.
Am Morgen wird Henry-Hatzen überwältigt. Prickets veröffentlichter Bericht schildert wie William Wilson, hatzen festhält und bindet. In einer späteren Vernehmung erklärt Pricket dagegen, er haben das Fesseln selbst nicht gesehen…. Dieser Widerspruch ist klein im Vergleich zum gesamten Geschehen, aber groß für die Beurteilung des Erzählers.
Pickett verändert an einer entscheidenden Stelle den Grad seiner eigenen Beobachtung. John King wird zunächst unter Deck festgesetzt – Die Mäuterer durchsuchen das Schiff nach Lebensmitteln und beginnen auszuwählen wer an Bord bleiben darf und wer in die Shaluppe gesetzt wird. Neun Menschen werden ausgesetzt.
Die Schreibweisen der Namen unterscheiden sich in den Quellen. Demnach weiß ich auch nicht, ob ich alles korrekt ausgesprochen habe. persönlichen Feindschaften und der Absicht, die Zahl der Esser auf dem Schiff zu reduzieren. Philipp Steff geht nach den Aussagen freiwillig in das Boot. Ein Vernehmungsprotokoll erklärt dies mit seiner Liebe und Loyalität zum Kapitän.
Das ist eine überlieferte Deutung. kein überprüfbarer Blick ins Steffs Gedanken. Sicher ist lediglich seine Entscheidung. Stef erhält eine Feuerwaffe mit Pulver und Schrot, mehreren Piken, einen eisernen Topf, etwas Mehl- und weitere kleine Gegenstände. Die Ausgesetzten sind also nicht völlig ohne Ausrüstung – aber sie befinden sich in einem offenen Boot an einer arktischen Küste mehrere Tausend Kilometer von England entfernt!
Auf der Discovery bleiben nach Williams Tod dreizehn Menschen zurück. Acht von ihnen werden England lebend erreichen…. Robert Beilert, Ebekak Prickett, Edward Wilson der Schiffsarzt, Francis Clemens der grüere Bootsmann, Adrian Motta, Bennett Matthews, Nicholas Sims ein Junge und Sylvaines Bond der Küfer.
Fünf weitere sterben auf dem Rückweg Green, William Wilson John Thomas Michael Pierce & Jewitt. Die Schalluppe mit Hatzen und seinen Gefährten wird zunächst am Heck der Discovery mitgeführt. Die Begründung lautet, das Schiff müsse sich durch Eis arbeiten und könne das Boot noch nicht frei geben – dann wird die Leine gekappt!
Die Männer auf der Discovery durchsuchen ihre Vorräte und ordnen das Schifff. Später sehen sie die Schalluppe noch einmal. Nach einer amtlichen Aussage folgt sie ungefähr eine halbe Stunde unter Segel und dreht dann zur Küste ab…. Pickett berichtet, die Discovery habe mehr Segel gesetzt und sei davon gefahren.
Das ist die letzte verlässlich dokumentierte Sichtung Henry Hudson's. Robert Bylet wird zum Kapitän bzw. Master gewählt. Dass die Mannschaft ausgerechnet den zuvor degradierten Pilot auswählt, zeigt seine nautische Bedeutung. Er ist jedoch nicht der einzige Mann mit Erfahrung – auch Juit besitzt Navigationskenntnisse und wird in den Vernehmungen ausdrücklich wegen seiner Urteilskraft erwähnt!
Die Rückfahrt wird zur Katastrophe. An den Dicks Islands, am westlichen Eingang der Hudson Strait geht ein Teil der Mannschaft an Land um Vögel zu sammeln. Dort kommt es zu einer tödlichen Auseinandersetzung mit Menschen die heute gewöhnlich als Inuit eingeordnet werden. Unsere ausführlichste Schilderung stammt erneut von Prickett.
Er stellt das Geschehen als überraschenden Angriff dar. Die Gründe und Perspektive der anderen Seite sind nicht überliefert. Deshalb lässt sich nicht seriös behaupten der Angriff sei grundlos gewesen. Henry Green wird sofort getötet, William Wilson und John Thomas sterben noch am selben Tag an ihren Verletzungen.
Michael Pierce erliegt ihn zwei Tage später – auch Pickett wird schwer verwundet! Er berichtet selbst einen seiner Angreifer getötete zu haben. Die Discovery verliert damit vier Männer in einem einzigen Konflikt. Ihre Leichen oder Körper werden nicht alle auf dieselbe Weise behandelt. Pickett berichtet unter anderem Greens Körper sei auf See abgeworfen worden.
Nun bleiben neun Menschen auf dem Schiff, die Nahrung reicht kaum. Prickets Bericht beschreibt wie die Männer Knochen zerstoßen und Reste von Fett auskochen. Etwa sechzig oder siebzig Sehmeilen vor Irland stirbt Robert Jewitt nach Prickets Worten aus bloßem Mangel also an Hunger und Entkräftung. Die übrigen acht erreichen die irische Küste und schließlich England.
Ein oft genanntes exaktes Ankunftsdatum in London ist nicht sicher genug belegt. Spätestens am vierundzwanzigsten Oktober sixteenhundertelf sind mehrere Überlebende in London, denn an diesem Tag werden sie von Trinity House vernommen! Sie kehren nicht als gefeierte Entdecker zurück – sie kehren ohne ihren Kapitän zurück und mit einer Geschichte die erklären muss, weshalb er nicht mehr an Bord ist….
Am den Akten erscheinen Aussagen über die Vorräte, die Planung der Mäuterei, die Fesselung hatzens und die Auswahl der Ausgesetzten. Die Überlebenden behaupten im Kern, die Mannschaft habe wegen akuter Lebensmittelnot gehandelt. Zugleich schieben sie die Hauptinitiative Männern zu, die inzwischen tot sind.".
Am fünfundzwanzigsten Januar, nach moderner Jahreszählung erscheint die Sache erneut vor dem High-Curt of Admiralty. Überliefert ist aus diesem Schritt vor allem eine Aussage des Schiffarzt Edward Wilson. Zu einem abschließenden lückenlos dokumentierten Urteil kommt es zunächst nicht. Noch während die juristische Aufarbeitung offen ist werden einzelne Überlebende wieder für Fahrten in die Arktis eingesetzt.
Sechszehnhundertzwölf entsendet England eine neue Expedition unter Thomas Button. Sie soll die Nordwestpassage suchen und nach Hatzen Ausschau halten, zu den Schiffen gehören die Resolution und erneut die Discovery. Robert Bylet fährt mit – wahrscheinlich ist auch Ebbe Keck-Prickett beteiligt! Button überwintert an der Westküste der Hudson Bay.
Seine Expedition findet keine Spur. der neuen Ausgesetzten Sechzehnhundertvierzehn führt William Gibbons eine weitere Fahrt in die Region. Auch sie bleibt ohne Ergebnis! Im selben Jahr erscheint Catherine Hudson, in den Unterlagen der englischen Ostindienkompanie. Sie bemüht sich um eine Anstellung für ihren Sohn Richard – er tritt in den Dienst der Kompanie und macht dort später Karriere.
Diese Akten zeigen, dass Hatzensfamilien nach seinem Verschwinden weiter um wirtschaftliche Sicherheit regnen musste. Weitergehende Behauptungen Catherine habe persönlich eine bestimmte Suchfahrt erzwungen sind nicht ausreichend belegt. Sechzehnhundertsechzehn fahren sie weit nach Norden in die heutige Beffen Bay.
Sie kartieren Küsten und benennen große Meereng, darunter Smiths Jones und Lancaster Sound. Beilet und Befin halten diese Öffnungen nicht für erfolgsversprechende Durchfahrten. Spätere Expeditionen zeigen, dass insbesondere Lancaster Sound tatsächlich Teil des Seewegs durch die kanadische Arktis ist.
Die Nordwestpassage existiert geografisch aber sie ist unter den Bedingungen des siebzehnten Jahrhunderts keine verlässliche offene Handelsroute. Pilot spätere Leistungen widerlegen die Vorstellung, er sei auf Hudson's Schiff lediglich ein unwissender Mitläufer gewesen. Gleichzeitig löschen sie seine Kenntnis von der Mäuterei nicht aus – beides kann gleichzeitig wahr sein!
Er war ein außergewöhnlich fähiger Arktisnavigator und ein Mann, der wusste, dass sein Kapitän gestürzt werden sollte. Erst Jahre nach der Rückkehr tauchen wieder ausführlichere Verfahrensakten auf. Am siebten Februar in den Akten nach damaliger englischer Jahreszählung noch sechzehntundertsechzehn, nach moderner Jahrestählung.
bereits sechzenhundertsiebzehn werden Prickett und Bylette vernommen. Am dreizehnten Mai, sech Zehntuntertzehntein folgt Francis Clemens – die Datierung wirkt in älteren Büchern teilweise um ein Jahr verschoben, weil englische Akten damals das Jahr nicht am ersten Januar beginnen ließen. Eine erhaltene undatierte Anklageschriftenent sechs Männer Robert Bylet Ebbe Keck Prickett, Edward Wilson, Adrian Motta, Sylvainis Bond und Nicholas Sims.
Andere Rekonstruktionen beschreiben für sixteenhundertachzehn ein Mordverfahren gegen Pricket, Edward Wilson und zwei weitere Beteiligte.". Diese Abweichung ist kein Detail das sich durch selbstbewusstes Erzählen beseitigen lässt! Der Aktenbestand ist unvollständig – nicht jeder Schritt des Verfahrens, nicht jede Zusammensetzung der Angeklagten oder jedes Urteil ist in gleicher Weise erhalten.
Als sicher kann gelten, es ist keine Bestrafung der Heimkehrer bekannt. In der juristischen Argumentation spielte offenbar eine Rolle das Hatzen und die anderen nicht nachweislich unmittelbar getötet sondern in einem Boot nahe einer bewohnten Küste zurückgelassen worden waren – ein Mord ließ sich damit schwerer beweisen als die moralisch erschütternde Auseinandersetzung selbst.
Hinzu kam ein praktischer Umstand England benötigte erfahrene Arktisfahrer. Robert Beilet war bereits wieder nach Norden gefahren, das beweist nicht dass staatliche Stellen absichtlich ein Verbrechen vertuschten. Es zeigt aber, dass nautisches Wissen und politische Interessen parallel zu den Ermittlungen bestanden.
Pickett ausführlicher Bericht wird, von Samuel Perkes veröffentlicht, vierzehn Jahre nach der Reise. Er ist unverzichtbar! Ohne ihn wüssten wir über viele Konflikte, Gespräche und Ereignisse fast gar nichts – aber Pickett ist kein neutraler Chronist. Er war mit einem wichtigen Geldgeber verbunden. Er wusste vorab von der Mäuterei.
Er warnte Hatzen nicht. Er blieb auf dem Schiff als neuen Menschen ausgesetzt worden. Nach der Rückkehr stand er selbst unter Verdacht.". Sein Bericht folgt deshalb einem erkennbaren Muster. Pickett beschreibt sich als moralischen Gegner der Mäuterei, der zu schwach oder zu spät informiert gewesen sei um sie zu verhindern.
Die Hauptschuld legt er vor allem auf Green, Jewitt, Wilson, Thomas und Pierce – alle fünf waren tot! Das bedeutet nicht dass Pickett lügt. Viele Kernaussagen werden durch Vernehmungen anderer Überlebender gestützt. Die Lebensmittelnot, die Mäuterei, die neuen Ausgesetzten, die Durchsuchung des Schiffes und die anschließende Heimfahrt – doch bei Motiven, Dialogen- und Selbstentlastungen ist Vorsicht nötig!
Ein Satz wie «Green Handelte aus Rache wegen eines Mantels» ist keine gesicherte psychologische Diagnose. Es ist eine Deutung aus einer Interessen geleiteten Quelle. Ebenso wenig können wir einfach übernehmen, Hatzen habe bewusst seine Mannschaft verhungern lassen oder die Mäuterei sei alternativlos gewesen.
Wir besitzen keine Aussage-Hatzens nach dem Winter, keine Aussagen seines Sohnes, keine aussage Kings Ridicis, Steffs, Lotlos, Butts, Moors oder Fenners – die Perspektive aller neuen Ausgesetzen fehlt! Die Quellenlage ist daher asymetrisch. Die Heimkehrer erklären eine Tat während diejenigen gegen die sich die Tat richtete verschwunden sind.".
Henry Hudson's nautische Leistungen sind erheblich. Innerhalb von vier Jahren führte er vier Fahrten in extremen teilweise kaum kartierte Gewässer, er brachte drei Expeditionen zurück nach dem Eis oder Geografie seine Ziele unerreichbar gemacht hatten. Seine Fahrten erweiterten europäische Karten und Kenntnisse über Spitzbergen – den Hudson River die Hudson Strait und die Hudson Bay.
Das macht ihn nicht automatisch zu einem guten Anführer. Auf mehreren Reisen werden Konflikte mit Besatzungsmitgliedern erwähnt, auf der letzten Fahrt änderte Hatzen wiederholt die Rangordnung. Er nahm Henry Green außerhalb der regulären Lohnstruktur mit entzog ihm später offenbar seine Gunst und bedrohte laut Pickett Philipp Steff.
Jewitt ließ er trotz früherer Konflikte erneut mitfahren und setzte ihn erst während der Reise ab – pilot beförderte und degradierte er! All das spricht für eine instabile Personalführung. Es beweist aber nicht jede spätere Anklage gegen Hatzen! Wir wissen nicht, ob seine Entscheidungen aus Willkür, Misstrauen oder nachvollziehbarer Disziplin entstanden und wir wissen nicht wie er selbst die letzten Wochen vor der Mäuterei beschrieben hätte.
Das ausgewogenste Urteil lautet deshalb nicht Held- oder. Tyrann Hatzen war ein hochqualifizierter Expeditionsnavigator, dessen letzte Mannschaft das Vertrauen in seine Führung verlor. Seine eigenen Entscheidungen trugen wahrscheinlich zu diesem Vertrauensverlust bei – wie groß sein Anteil im Verhältnis zur Hunger-, Krankheit-, Angst- und den Interessen einzelner Mäuterer war lässt sich nicht mehr quantifizieren.
Es gibt keine bestätigte Spur nach der letzten Sichtung der Schaluppe. Die naheliegendste Möglichkeit ist, dass Hatzen und seine Gefährten innerhalb von Wochen oder Monaten an Hunger, Krankheit, Kälte oder einem Unfall starben. Das ist plausibel aber nicht bewiesen! Sie verfügten über ein Boot, einige Waffen, einen Topf-und begrenzte Nahrung – Philipp Steff kannte möglicherweise praktische Überlebentechniken.
An der Küste gab es im Sommer Wilde, Fische und bewohnte Gebiete. Ein kurzfristiges Überleben ist deshalb nicht unmöglich.". Eine erfolgreiche Rückkehr nach Europa oder ein jahrelanges unbemerktes Weiterleben hätte jedoch zusätzliche Spuren erwarten lassen. Keine davon ist zweifelsfrei gefunden worden.
Spätere Berichte werden immer wieder mit Harzen verbunden, sie müssen einzeln geprüft werden. Der Franzose Nicolae De Vignieu behauptete, sechzehntundertzwölf weit im Landesinneren ein englisches Schiffsfrack gesehen zu haben. Ein englischer Junge sei von indigen Menschen gefangen gehalten worden. Samuel de Champlain ging dieser Behauptung sechziehnhundertdreizend nach – die Geschichte erwies sich nicht als Spur zu John Hudson!
Indigene Gesprächspartner widersprachen Wingyos Behauptungen und Wingyo gestand schließlich, die behauptete Reise nicht unternommen zu haben. Der Bericht ist deshalb ein frues Beispiel dafür wie schnell Hatzens verschwinden mit erfundenen Informationen verbunden wurde. Der englische Seefahrer Thomas James überwinterte zwanzig Jahre später in der James Bay.
Auf Denby Island fand seine Mannschaft zwei zugespitzte Pfähle und Spuren eines Feuers, die Bearbeitung deutete auf ein Metallwerkzeug hin. Das ist kein Beweis für Hratzen! Bis dezundhundertdreißig hatten weitere europäische Expeditionen die Region besucht – und Metallgegenstände konnten auch über indigene Handelsnetze weitergegeben worden sein.
Fast sechzig Jahre nach Hudson's letzter Fahrt erteilt die englische Krone der Hudson's Bay Company eine Charter. Das Unternehmen erhält enorme Handeltansprüche über das Einzugsgebiet der Hudson Bay, dass als Rupert's Land bezeichnet wird. Die Company prägt über Jahrhunderte dem Pelzhandel die koloniale Expansion und Beziehungen zu indigenen Gemeinschaften.
Hudson selbst hatte dieses Unternehmen weder gegründet noch geplant – sein Name wurde zum geographischen und später wirtschaftlichen Symbol für Entwicklungen, die lange nach seinem Verschwinden einsetzten. Die Geister von Hendrik Hatzen Sie spielen Kegeln und ihr Lärm klingt wie Donner. Das ist Literatur, keine überlieferte Augenzeugengeschichte.
Erring nutzt Hatzen als Figur einer amerikanischen Vergangenheit die bereits zum Mythos geworden ist. der Hudson Stone. Nahe Deep River in Ontario wurde ein großer Stein mit einer eingeritzten Botschaft gefunden, die sinngemäß HH-XVIII Captive lautet. Der Fund wird gelegentlich als Hinweis gedeutet, Hudson habe XVI.
XII noch gelebt und sei gefangen gewesen.". Die Datierung der Inschrift konnte jedoch nicht verlässlich bestätigt werden. Es gibt keine gesicherte Fundstelle, die sie ins frühe siebzehnte Jahrhundert zurückführt und keinen unabhängigen Zusammenhang mit Hatzen. Der Stein ist daher kein belastbarer Beweis.
Ob moderne Fälschung, spätere Einritzung oder anders zu erklären der Gegenstand – seine Authentizität bleibt unbewiesen.". Eine spät aufgezeichnete Inuiterzählung. Die Autorin und Orwell-Historyforscherin Dothi Harley Eber veröffentlichte eine Inuitertzählung über einen alten bärtigen Europäer und einen Jungen, die in früher Zeit in der Arktis gelebt hätten.
Manche Leser verbinden sie mit Henry und John Hudson. Auch diese Verbindung ist nicht belegbar. Mündliche Überlieferungen sind historische Quellen eigener Art, aber die Erzählung wurde Jahrhunderte nach Hatzensverschwinden aufgezeichnet. Geografie-, Übertragungsweg- und Identität der Figuren erlauben keine sichere Zuordnung.
Seriös lässt sich nur sagen – es existiert eine später dokumentierte Erzählung, die an Hatzen erinnert! Sie beweist nicht das er überlebte. Die traditionelle Einzelhandelskette der Hudson's Bay Company stellte im Betrieb ein und liquidierte ihre Geschäfte. Markenrechte und Teile des historischen Erbes wurden verkauft, die oft wiederholte Formulierung Hudson's bay bestiehe bis heute unverändert als Jahrhunderte altes Kaufhausunternehmen ist deshalb nicht mehr korrekt.
Henry Hudson fand nicht die von seinen Auftraggebern erhoffte kurze und verlässlich befahrbare Handelsroute nach Asien. Er erreichte jedoch Gewässer, die für die weitere europäische Kartierung Nordamerikas große Bedeutung hatten. Sein Name wurde auf einen Fluss eine Mehrenge und eine der größten Buchten der Welt übertragen.
Diese Namen erinnern an europäischer Erkundung und koloniale Expansion – sie dürfen die lange indigene Geschichte dieser Räume nicht unsichtbar machen! Seine letzte Fahrt endete nicht mit einer eindeutigen Heldentat oder einem klar dokumentierten Verbrechen. Sie endete mit einer Entscheidung, deren Zeugen ein eigenes Interesse an ihrer Deutung hatten.
Die Lebensmittel waren knapp – das Schiff war klein! Ein weiterer Winter konnte tödlich sein.". Hudson hatte mehrere Männer gegen sich aufgebracht. All das erklärt weshalb eine Mäuterei möglich wurde. Es rechtfertigt nicht automatisch neuen Menschen in einem offenen Boot zurückzulassen. Die Heimkehrer sagten, sie hätten aus Überlebensnot gehandelt.
Vielleicht glaubten einige von ihnen das tatsächlich – doch ihre Version ist nicht die ganze Geschichte! Die Stimmen der Ausgesetzten fehlen. Am Ende bleibt deshalb kein sauberer Gegensatz zwischen einem großen Entdecker und bösen Mäuterern. Es bleibt eine Expedition auf der Hunger-, Angst-, persönliche Konflikte-und zerfallene Autorität ineinandergriffen.
Und es bleibt ein letzter klarer Augenblick…. Hinter ihr liegt ein kleines Boot. In diesem Boot sitzt Henry Hatzen mit seinem Sohn und sieben Gefährten. Einer von ihnen, Philipp Steff war nach Aussage der Heimkehrer freiwillig zu ihm gegangen. Das Boot folgt noch eine Weile Dann dreht es zur Küste ab.
Danach schweigen die Quellen. Mich beschäftigt an dieser Geschichte vor allem, wie viel von unserem Bild Henry Hudson's aus dem Berichten jener Männer stammt die ihn zurückließen. Sie mussten nach ihrer Rückkehr erklären weshalb ihr Kapitän sein Sohn und sieben weitere Menschen nicht mehr an Bord waren.
Hudson eigene Stimme fehlt ebenso die Stimme der Männer die mit ihm in der Schalluppe zurückblieben. Vielleicht werden wir nie erfahren, wie lange sie noch lebten. Welchen Weg sie einschlugen oder was in den Tagen nach ihrer letzten Sichtung geschah. Auch die Verantwortung für die Mäuterei lässt sich nicht mehr zweifelsfrei auf einzelne Personen verteilen.
Die erhaltenen Quellen geben uns einen Einblick in die Ereignisse.". Gleichzeitig zeigen sie, wie vorsichtig wir mit historischen Berichten umgehen müssen. Ein Bericht kann wertvolle Informationen enthalten und trotzdem von Angst persönlichem Interesse oder dem Wunsch nach Rechtfertigung geprägt sein – für mich ist das einer der spannendsten Aspekte dieser Geschichte.
Es bleibt keine einfache Erzählung über einen mutigen Entdecker und eine verräterische Mannschaft! Zurück bleibt eine Gruppe von Menschen, die unter Hunger, Krankheit und gewaltigem Druck Entscheidungen trafen, deren Folgen nicht mehr rückgängig zu machen waren. Mich würde interessieren wie ihr die Ereignisse einschätzt?
Glaubt ihr dass die Mannschaft tatsächlich aus reiner Überlebensangst handelte oder trugen die persönlichen Konflikte an Bord stärker zur Mäuterei bei? Schreibt mir eure Gedanken gerne auf Instagram, dort findet ihr mich unter chronik.der.chatten Unterstrich Podcast. Ich nehme euch dort auch immer mal wieder bei Recherchen mit und zeige Einblicke hinter die Kulissen – auch in meinen Alltag als Podcasterin und kündige kommende Folgen an!
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