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Shownotes
Jetzt mit 50k Followern bin ich natürlich stinkreich und dementsprechend auch in anderen Kreisen unterwegs. Eine Vernissage war auch für mich neu. Leider lief nicht alles wie geplant. Geld macht nicht glücklich, aber satt und besoffen.
Lg & liebe Grüße,
Clint
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Die Vernissage. Wenn man älter wird, fangen Leute auf einmal an ihre Talentlosigkeit in ihren Hobbys zur Schau zu stellen. Meine Frau und ich sind das erste Mal auf einer Vernissag eingeladen. Mein Leben war besser als ich sowas noch für eine Art Salatdressing gehalten habe. Bernadette Eine Freundin meiner Frau hat eingelaten.
Sie hat die Malerei für sich entdeckt sowie jede Frau die nicht mehr mit ihrem Mann schläft. Sexuelle Unzufriedenheit ist das Zentrum der Kreativität unserer Gesellschaft. Auch meine Frau, Mahlzeit Neusten! Ich bin fünfundfünfzig. Meine Frau ist zwanzig. Ich bin reich – ich bin einer dieser Reichen, der immer sagt wie hart er immer gearbeitet hat.
Obwohl ich nur Glück hatte …. Glück dass mich die alte Dame damals am Sterbebett für ihren verschollenen Enkel hielt und mir ihr Immobilien im Imperium vermacht hat.". Dieses sich gestellt für Kunst interessieren ist so ein Ding, das Reiche irgendwann adaptieren weil es dazu gehört. Hätte ich gewusst dass das Reich sein so viele langweilige Hobbys mit sich zieht dann wäre ich vermutlich trotzdem gern reich natürlich nur wegen den Frauen.
Ich parke den Range Rover in einer Einfahrt in München-Grünwald. Ludwig öffnet uns die Türe. Bernadette begrüßt uns kreischend als wäre es das Event des Jahres. Ludwig ist zwar ein neureicher, knapp dreißigjähriger. Bernadette ist nur wegen der Kohle mit ihm zusammen. Alle wissen das! Ludwig hasst mich.
Er meint ich hätte eine Affäre mit Bernadett. Meinte sie zumindest bei unserem letzten One-Eyed Stand zu mir. Werden statt mit dem Herzen und dem Geldbeutel liebt kann durchaus mehrere Partner lieben. Monopolygamie nennt sich diese Form der Beziehung. Das Anwesen is riesig Es wirkt steril das Leben fehlt, unter dem Kronenleuchter ein riesiges Buffet.
Es ist so ein Buffet bei dem man erst anfangen darf wenn jeder Gast ein Foto davon für Instagram gemacht hat. Ich stille meinen Hunger am Flying Buffet mit sieben Sektflöten. Die Gäste sind versammelt. Ludwig hält eine Ode an Bernys Kreativität. Seine nervige Tochter untermalt das Ganze mit ihrer Geige.
Schöne Geige Prinzessin sage ich zu ihr Stradivari, korrigiert mich Ludwig. Schöne Geige, Stradiwari, sage ich erneut, komischer Name für ein Kind. Gerade wollte ich dem Buffet eine Auster entführen als meine Frau mir auf die Finger schlägt. Wir haben noch kein Gruppenbild gemacht, Schatz! sagt sie. Ach ja… Ich dummerchen, säufze ich.
Per Augenzinkern bestelle ich ernoit Sektflöten im zweistelligen Bereich. Bernadette führt uns ihr Werk vor.". Mit Spachtelmasse hat sie wie ein Vorschulkind Bahnen auf eine Leinwand modelliert, Applaus! Wie originell. Auch ich klatsche aber nicht Beifall sondern dem Kellner. die Flöten sind leer. langsam kriege ich wirklich Hunger.
Mittlerweile habe ich mehr flöten Intos als ein Orchester. Ich stehle mich da vorn Richtung Buffet während Berni ihre Aktmalerei präsentiert. Während ich checke ob das auf dem Bild ihre prallen Brüste sind trete ich auf die Geige. Hoffentlich hat Stradivari das nicht gesehen. Mit einem Fuß in der Geige und zwei Händen im Buffet pflüge ich mich durch die Auswahl an Austern.
Austern ist man nicht, weil sie schmecken sondern wegen dem Status – die Dinge wirken wie ein Aphrodisiakum! Ich kann nicht mehr denken…. Die Aktbilder erwachen zum Leben. Warum haben ausgerechnet Austern diese Eigenschaft? Einen kulinarischer Labdance, der einen nach dreißig Stück geil und paralysiert zurücklässt.
Mir ist kurz übel. Ich übergebe mich auf eines ihrer Gemälde, halb zerkauter Ausdern verleihen dem Werk plötzlich einen Hauch von Warhol. Ich ziehe die Fahne von Erbrochenem hinter mir her als ich zu den anderen aufschließe. Es fühlt sich an, als würde ich die nackten Frauen auf den Gemälden von früher kennen weil sie wie ich pothesslich sind.".
Es erinnert mich an die Zeit zurück in der ich noch kein Geld hatte. Selbst Van Gogh wäre bei diesen Ambiente wahnsinnig geworden. Ich überlege mehr in Ohr abzuschneiden, um den monotonen Gelaber von Ludwig nicht mitzuhören zu müssen.". Herr Ober! Noch mal acht Sekte!" schrei ich durch Ludwigs Worte über die Ambivalenz der Werke.
Endlich hat er Spugeinende, applaudierend flanieren wir Richtung Buffet. Es sieht wirklich herrlich aus – alles was Geld kostet ist dort angerichtet. Kavia, Sashimi etc…. Ich habe die Außern ins Visier genommen, sie sehen am teuersten aus. Geschmack ist zweitrangig.". Bevor wir das Buffet eröffnen spielt meine Tochter noch etwas auf ihrer Geige vor, verkündet Ludwig.
Sie spielt auf ihre Stradivari meinst du? Korrigiere ich ihn lautstark für allen Anwesenden. In diesem Haus hat wirklich niemand auch nur den Hauch einer Ahnung von Kunst.