Clint Cockwood liest Clint Cockwood

#031 Lunch mit einem Clown

Freitag, 23. Oktober 2026 · 8 min

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Shownotes

Je wichtiger du wirst, desto mehr scheint sich zu ändern, obwohl es gleich bleibt. Du benutzt nur andere Worte, für ein und dasselbe. Man geht nicht mehr essen, sondern zum Lunch. Ich war auch beim Lunch. Leider.

Viel Spaß beim Hören,

LG & liebe Grüße

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Hey, guten Morgen! Ich hoffe euch geht's gut. Ich hoffe ihr habt alle einen schönen Freitag. bis jetzt nicht ganz so stressig, sodass man auch mal vielleicht ein bisschen Pause machen kann. und in der Pause bin ich natürlich wie täglich für euch da um versorge euch mit neuem Schund aus der Welt der Literatur.

Ich habe auch gemerkt mittlerweile kommen meine Memes gar nicht mehr so toll an sondern die Leute wollen mehr Text was sich ganz cool findet was aber auch sehr fordernd ist, weil die schreiben sich natürlich nicht von selbst. Ich schreibe noch nicht mit KI – ich saug mir das noch selbst aus den Fingern!

Von dem her bin ich aber jeden Tag froh um eure Rückmeldung und sitze mit Freude vom Laptop und schreib den Schmaren für euch rein. Von demher will ich euch gar nicht länger nerven mit meinen belanglosen Worten sondern schreite weiter zum wichtigen Teil dieser Folge. Heute mal wieder ein bisschen auf die Arbeit bezogen, ein bisschen deeperes Thema auch.

Mal schauen wie es findet. Lunch mit einem Clown. Wir sind alle Clowns. Die einen schminken sich mit Schminke, die anderen mit leeren Worten. Die einen sind lustig und die anderen lustig. Erfolg kann man erben spielen oder im seltensten Fall haben. Erfolgreich sein und erfolgreich aussehen sind zwei Paar Schuhe.

Ob ich ein Clown bin Selbstverständlich. Sieben Jahre Studium sind der Concealer eines jeden erfolgreichen Clowns, mit Anglizismen gemaltes Lächeln kompletiert den oberflächlichen Look. Irgendwann ist es dann soweit dass man sich nicht mehr zum Essen sondern zum Land strift. Wie nennt man Leute denen man flüchtig begegnet ist auf interessiert getan hat und da nicht mehr aus der Nummer rauskommt?

Keine Ahnung. Auf jeden Fall bin ich mit dem Wichser von LinkedIn zum Lunch verabredet. Die Einladung kam wir Outlook, den Briefträger des Teufels. Leute haben Angst vor ihrem digitalen Fußabdruck aber machen sich auf LinkedIn unter dem durchsichtigen Deckmantel des Erfolgs täglich zu Medioten. Kein Like ist echt!

Irgendwann klappt man in den Laptop zu und es wieder ein Niemand. oder beim Lunch. Wir treffen uns beim Vietnamesen. Der Laden ist voll. Lunch impliziert Zeitdruck. Mein Gegenüber verspätet sich, urgent call. Ich soll schon mal MC'n für ihn bestellen. ich mache es bewusst nicht Mittagstisch. Leute mit dreckigen Händen speisen neben Leuten mit Dreckigem Gewissen.

Grund für beides ist die Arbeit. Hände kann man waschen das Gewissen nicht. Frank trifft ein. Ob ich schon bedient wurde möchte er mit Airpods im Ohr wissen. Nein Lüge ich, seit seiner Ankunft bin ich bedient. Mit wilden Gesten zährt er den Kellnern unseren Tisch. Er ist hier Stammgast Sie kennen ihn.

Der vietnamesische Kellner ergibt sich. Frank bestellt auf Chinesisch. für uns beide. Er war mal in Hongkong. lässt er mich wissen. Ich spreche kein chinesisch aber als vietnamesischer Kellner hätte ich die Worte zweimal mx zwischen kryptischen lauten vermutlich auch verstanden. Frank ist so ein Typ, der jeden Asiaten für einen Chinesen hält.

Sehen ja alle gleich aus! In Wahrheit sind die einzigen, die gleich aussehen wir beiden Idioten im Ralflorénhemd Meines gefälscht seines Original. Na wie läuft's so? Frank Frage ich gestellt interessiert. Seine Augen kleben an seinem Handy. Ach gut alles sehr busy gerade sagt er schielend. sein Handy unterbricht ihn Er geht hin er es beschäftigt.

Er ruft später zurück, erklärt er fünf Minuten lang. Durch das Telefonat hindurch reicht der Kellner uns das Essen – Mahlzeit! Wo waren wir? fragte er. Bis so läuft meinte ich, frage ich nochmal Achso ja... Ich bin ziemlich on duty gerade für der Ford bis ihn seine Apple Watch unterbricht. Mit Besteck in der Hand hält er sie ans Ohr.

Er ruf zurück, er kann gerade nicht, erklärte er neut. Läuft's denn jetzt, will ich ein Drittes mal wissen. Ah! Aktuell bin ich vollibugt, nuschelt er mit halb vollem Mund. Seine Brille klingelt – sie war mir gar nicht aufgefallen als hätte ich zero-null-sieben nicht gründlich durchsucht. Ich wünschte, ich hätte die Lizenz zum Töten.".

«Ich fange an, die Personen am Nachbartisch, die sich über die Arbeit unterhalten zu beneiden.». »Metaglasses der letzte Schrei aktuell« sagt er. Die Aktie ist ein Geheimtipp, lässt er mich wissen. Es kann wahrlich kein Geheim-Tipp sein wenn sogar ich diese Firma kenne. «Es schmeckt ja leider nicht so wie in China», sagt der.

Wenn dir seinen Bun Cha löffelt. Ach ehrlich? Frage ich rhetorisch wäre ich ihm die Sriracha Soße reiche. Ja doch, die sind auch ganz anders beim Essen, so respektvoll! Nichts so wie bei uns, erklärt der Schmatzend.". Er kram seine Rolex aus dem Ärmel. Hinter der Apple Watch ist sie versteckt, Zeitdruck zwei Uhren und trotzdem keine Zeit.

Eine teure Uhr zeigt einem gegenüber nur für wie teuer du seine Zeit hält. Zeit ist relativ. das traurige die zeit von manchen ist wirklich mehr wert. er schimpft noch ein wenig. überfalle Ausländer die keine steuern zahlen. Der Kellner kommt Ich zahle", sagt er, bevor er sich mit den Bewertungsbelägen geben lässt.

Der Lunch war also geschäftlich. Kommt alles zur Steuer lacht er und bittet mich ihm meinen Anteil zu Paypoint Espresso fragt er mich. ein Lunch endet immer damit. es ist wie das Taxi nach einem grotesk schlechten One-Eyed Stand dass einfach nicht kommen will. Es zögert den Aufenthalt nur unnötig in die Länge.

Gerne sage ich Frank bestellt noch zwei Espressi auf Chinesisch. Danke! Zeit für Kaffee ist immer, predigt Frank während er das brühend heiße Gebräu hinab wirkt. Wir müssen irgendwann mal wieder connecten meinte er, denn der geht. Ich habe keine Zeit nein zu sagen. Er lässt mich alleine zurück. ich schämme mich für Frank.

Der Kellner tut mir leid Ich zerre ihn mit Gesten zu mir. Gerade will ich mich entschuldigen, der klingelt mein Handy. Ich erkläre dem unwichtigen Kollegen zehn Minuten lang dass ich keine Zeit habe. Der Kellner wartet neben mir.". Nachdem ich Frank auf LinkedIn für den Lunch gedankt habe, wende ich mich ihm zu.

Mit einem Satz werde ich erneut vom Handy unterbrochen. Als ich nach fünf Minuten mit dem Kellner sprechen will ist er weg. Die Chinesen haben doch keinen Respekt wie Frank erzählt hat. Die wissen wohl nicht, dass meine Zeit wertvoller ist als ihre. Das Trinkgeld ist gestrichen.". Mit bösem Blick verlasse ich den Laden.

Ich öffne den Glückskeks. in ihm steht Manche lachen über den Clown ohne zu merken das sie selbst der Clown sind. Verstehe ich nicht Egal! Ich bin busy. Metter rufe meinen Chef an sage ich in meiner Brille. Zeit ist relativ.

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