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ClotTalk

Präoperative Gerinnungsdiagnostik

Donnerstag, 22. Dezember 2022 · 16 min

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Shownotes

Was untersuchen wir (oder auch nicht) vor einer OP?
Eine qualitativ gute OP-Vorbereitung dient der Reduzierung von OP-Risiken für den:die Patient:in. Ein Teil dieser OP-Vorbereitung ist die präoperative Gerinnungsdiagnostik. Diese soll (in Österreich) gemäß der Bundesqualitätsleitlinie (BQLL) (sozialministerium.at/dam/jcr:012e8bbe-f279-43c…) erfolgen.

Hervorzuheben ist die Kernaussage Nr.8:

• Bei unauffälliger Blutungsanamnese und klinischem Untersuchungsbefund ist bei ASA 1-2 PatientInnen keine labormedizinische Blutgerinnungsanalytik erforderlich

Laut BQLL soll Routinegerinnung (aPTT, PTZ, Fibrinogenspiegel, Thrombozytenzahl) in folgenden Fällen abgenommen werden:

• bei pathologischer Blutungsanamnese (mit klinischen Blutungssymptomen)

• bei PatientInnen ≥ ASA 3 oder Leberdysfunktion

• bei speziellen Eingriffen (z.B. an der Retina, intrakranielle/spinale Eingriffe)

• bei Undurchführbarkeit der Blutungsanamnese

Die Blutungsanamnese zielt darauf ab, Risikofaktoren für eine perioperative Blutung zu identifizieren und soll bei jedem:jeder Patient:in im Rahmen der präoperativen Begutachtung durchgeführt werden. Um ein strukturiertes Vorgehen zu garantieren, empfiehlt die Österreichische Gesellschaft für Anästhesiologie, Reanimation und Intensivmedizin (ÖGARI) einen oegari.at/web_files/dateiarchiv/editor/AGPG-Fr….

Aber selbst in der Kombination von Blutungsanamnese und laborchemischen Gerinnungstests können perioperative Blutungszwischenfälle häufig nicht vorhergesehen werden. Beispielsweise hatten in einer retrospektiven Analyse 34,027 von 69,729 Patient:innen (48.8%), die introperativ zumindest ein Erythrozytenkonzentrat erhielten, sowohl eine unauffällige Gerinnungsanamnese als auch ein blandes Gerinnungslabor.
Use and Utility of Hemostatic Screening in Adults Undergoing Elective, Non-Cardiac Surgery. 12, s.l. : PLOS ONE, 2015, Bd. 10. e0139139 von Weil et al. (doi.org/10.1371/journal.pone.0139139)

Punchlines der Folge:

• Die Anamneseerhebung und die klinische Untersuchung sind die wesentlichen Eckpfeiler der präoperativen Risikoabklärung.

• Kein Routinegerinnungslabor bei ASA 1-2 Patient:innen und kleinen Eingriffen, bei unauffälliger Anamnese und unauffälliger Klinik.

• Strukturiertes Vorgehen in der präoperativen Gerinnungsdiagnostik, sprich strukturierte Anamnese vor Blutabnahme.

• Aber: Selbst mit negativer Gerinnungsanamnese und/oder unauffälligem Gerinnungslabor können perioperative Blutungen auftreten.

• Wir therapieren Patient:innen, nicht Laborparameter.

Homepage AG Gerinnung (anaesthesie.meduniwien.ac.at/unsere-abteilunge…)

Wir danken unseren Sponsoren für die finanzielle Unterstützung:

• CSL Behring

• AstraZeneca Österreich

• Arjo Austria

• Biomedica Medizinprodukte

• Ekomed

• Roche Diagnostics

• Novo Nordisk

Angaben und Empfehlungen hinsichtlich klinischer Handlungen und Maßnahmen, sowie über Dosierungen, Applikationsformen und Indikationen von pharmazeutischen Spezialitäten, müssen von den jeweiligen Anwender:innen auf ihre Richtigkeit überprüft werden. Trotz sorgfältiger Prüfung, übernehmen die Ersteller:innen dieses Podcasts keinerlei Haftung für inhaltliche Fehler. Dieser Podcast ersetzt keine medizinischen Lehrbücher, Leitlinien, Fachinformationen oder eine ausführliche Literaturrecherche.

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