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Shownotes
Was untersuchen wir (oder auch nicht) vor einer OP?
Eine qualitativ gute OP-Vorbereitung dient der Reduzierung von OP-Risiken für den:die Patient:in. Ein Teil dieser OP-Vorbereitung ist die präoperative Gerinnungsdiagnostik. Diese soll (in Österreich) gemäß der Bundesqualitätsleitlinie (BQLL) (sozialministerium.at/dam/jcr:012e8bbe-f279-43c…) erfolgen.
Hervorzuheben ist die Kernaussage Nr.8:
• Bei unauffälliger Blutungsanamnese und klinischem Untersuchungsbefund ist bei ASA 1-2 PatientInnen keine labormedizinische Blutgerinnungsanalytik erforderlich
Laut BQLL soll Routinegerinnung (aPTT, PTZ, Fibrinogenspiegel, Thrombozytenzahl) in folgenden Fällen abgenommen werden:
• bei pathologischer Blutungsanamnese (mit klinischen Blutungssymptomen)
• bei PatientInnen ≥ ASA 3 oder Leberdysfunktion
• bei speziellen Eingriffen (z.B. an der Retina, intrakranielle/spinale Eingriffe)
• bei Undurchführbarkeit der Blutungsanamnese
Die Blutungsanamnese zielt darauf ab, Risikofaktoren für eine perioperative Blutung zu identifizieren und soll bei jedem:jeder Patient:in im Rahmen der präoperativen Begutachtung durchgeführt werden. Um ein strukturiertes Vorgehen zu garantieren, empfiehlt die Österreichische Gesellschaft für Anästhesiologie, Reanimation und Intensivmedizin (ÖGARI) einen oegari.at/web_files/dateiarchiv/editor/AGPG-Fr….
Aber selbst in der Kombination von Blutungsanamnese und laborchemischen Gerinnungstests können perioperative Blutungszwischenfälle häufig nicht vorhergesehen werden. Beispielsweise hatten in einer retrospektiven Analyse 34,027 von 69,729 Patient:innen (48.8%), die introperativ zumindest ein Erythrozytenkonzentrat erhielten, sowohl eine unauffällige Gerinnungsanamnese als auch ein blandes Gerinnungslabor.
Use and Utility of Hemostatic Screening in Adults Undergoing Elective, Non-Cardiac Surgery. 12, s.l. : PLOS ONE, 2015, Bd. 10. e0139139 von Weil et al. (doi.org/10.1371/journal.pone.0139139)
Punchlines der Folge:
• Die Anamneseerhebung und die klinische Untersuchung sind die wesentlichen Eckpfeiler der präoperativen Risikoabklärung.
• Kein Routinegerinnungslabor bei ASA 1-2 Patient:innen und kleinen Eingriffen, bei unauffälliger Anamnese und unauffälliger Klinik.
• Strukturiertes Vorgehen in der präoperativen Gerinnungsdiagnostik, sprich strukturierte Anamnese vor Blutabnahme.
• Aber: Selbst mit negativer Gerinnungsanamnese und/oder unauffälligem Gerinnungslabor können perioperative Blutungen auftreten.
• Wir therapieren Patient:innen, nicht Laborparameter.
Homepage AG Gerinnung (anaesthesie.meduniwien.ac.at/unsere-abteilunge…)
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