Cosmic Latte

CL049 Weihnachten mit leuchtenden Waschbären und Wissenschaft

Donnerstag, 26. Dezember 2024 · 1 h 08

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Shownotes

Die Episode über Wolfgang Pauli, Werner Heisenberg, leuchtende Waschbären auf Motorrädern und warum Nobelpreisträger auch nur Menschen sind
Begrüßung

In unserem Feiertagsspecial lassen wir das Jahr 2024 gemeinsam ausklingen. Eva, Elka und Jana sprechen über einige der faszinierendsten Wissenschaftler:innen, die wir für ihre vielleicht übermenschlich erscheinenden Leistungen und Entdeckungen kennen. Aber dahinter stecken auch nur Menschen mit Stärken und Schwächen.
Wir erzählen von Wolfgang Pauli, der angeblich technische Geräte zum Versagen brachte, von Werner Heisenberg, der fast durch die Doktorprüfung fiel, und von leuchtenden Waschbären. Außerdem haben wir Buchempfehlungen für die Feiertage mitgebracht und Elka wirft für uns einen Blick in die Zukunft.

Wissenschaftliche Genies sind auch nur Menschen

Wolfgang Pauli und der Pauli-Effekt

Der theoretische Physiker und Nobelpreisträger Wolfgang Pauli, ist v.a. für das Pauli-Prinzip bekannt. Auch als Ausschließungs-Prinzip bekannt, erklärt es die Elektronenverteilung in Atomen und die Stabilität der Materie, und wird allen die ein Semester Physik an der Uni hatten, schon untergekommen sein. Der Pauli-Effekt ist den meisten hingegen eher weniger geläufig, macht den Physiker Wolfgang Pauli aber wieder sehr menschlich und sympathisch. Einige werden diesen Effekt vielleicht sogar aus dem eigenen Leben kennen: Technische Geräte fallen aus unerklärlichen Gründen aus, wenn Wolfgang Pauli sich in ihrer Nähe befand. Sein Ruf eilte ihm dabei so weit voraus, dass ihm der Physiker Otto Stern den Zugang zu seinem Labor verbot.

Werner Heisenberg und seine Doktorprüfung

Auch bei anderen Wissenschaftsgrößen wie Werner Heisenberg, der als einer der Begründer der Quantenmeachanik gilt und ebenfalls Nobelpreisträger ist, finden sich menschliche Seiten. Jana erzählt von seiner überraschend holprigen Doktorprüfung, bei der er fast durchgefallen wäre – ausgerechnet im Bereich der Experimentalphysik. Trotz seiner herausragenden theoretischen Begabung zeigte sich, dass Heisenberg kaum Interesse und Geschick für praktische Versuche hatte. Besonders kurios: Als er die Funktionsweise eines Fabry-Perot-Interferometers erklären sollte, scheiterte er ebenso wie bei der Frage, wie eine Batterie funktioniert. Dieses Scheitern zeigt, dass selbst die größten Genies in einigen Bereichen ihre Schwächen haben – auch Wissenschaftler:innen sind eben nur Menschen.

Kary Mullis und der leuchtende Waschbär

Dass Nobelpreisträger hingegen außerhalb ihres Fachgebiets manchmal fragwürdige Thesen aufstellen können verdeutlicht Elka mit ihrer Geschichte über Kary Mullis, dem Erfinder der PCR, der neben seinen wissenschaftlichen Leistungen auch für UFO-Geschichten und andere skurrile Aussagen bekannt ist, inklusive leuchtenden Waschbären.
Noch mehr über Nobelpreisträger auf Holzwegen könnt ihr euch hier ansehen:
Skeptics in the Pub Video (youtube.com/watch?v=dRTm3ccKw4s)

Buchempfehlungen für die Feiertage

Für die Feiertage haben wir noch unsere persönlichen Buchempfehlungen mitgebracht.
Eva stellt das Buch „Waschbären, die im Dunkeln leuchten (amazon.de/Waschb%C3%A4ren-die-Dunkeln-leuchten…)“ von Dan Schreiber vor, das mit kuriosen Geschichten aus Wissenschaft und Forschung unterhält. Elka empfiehlt „Beklaute Frauen (amzn.eu/d/bqxjExS)“ von Leonie Schöller, das über die oft übersehenen Beiträge von Frauen in Wissenschaft und Kunst aufklärt. Jana schlägt Carl Sagans „The Demon-Haunted World (amazon.de/Demon-Haunted-World-Science-Candle-D…)“ (deutscher Titel: Der Drache in meiner Garage) vor, ein Werk, das Hoffnung und Orientierung in schwierigen Zeiten bietet.

Carl Sagan und das kosmische Jahr

Zum Schluß werfen wir noch einen Blick auf Carl Sagan und seine beeindruckende Fähigkeit, die Weite und Komplexität des Universums verständlich zu machen. Besonders faszinierend ist sein Konzept des „kosmischen Jahres“, bei dem die gesamte Geschichte des Universums in einem einzigen Jahr dargestellt wird. Dieses Modell hilft dabei, die zeitlichen Dimensionen der kosmischen Entwicklung zu veranschaulichen – von der Entstehung der Milchstraße im Januar bis zur Menschheit, die erst in den letzten Sekunden des 31. Dezembers auftaucht. Sagan erinnert uns daran, wie klein, aber dennoch bedeutsam unsere Existenz im großen Gefüge des Kosmos ist.

Weiterführende Links und Empfehlungen:

Bibliothek Arbeiterkammer: arbeiterkammer.at/service/digitalebibliothek/A…

Carl Sagan über Klimakrise: youtube.com/watch?v=6KcoPODwvW4

Kurzgesagt Human Era: youtube.com/watch?v=czgOWmtGVGs

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Evi Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Cosmic Latte. Mit mir diesmal dabei Elke. Hallo Elke.

Elka Hallo.

Evi Und noch jemand ist auch dabei, Jana. Hallo Jana.

Jana Hallo.

Evi Hi, freut mich. Wir sind heute wieder zu dritt. Das heißt, das ist was ganz Besonderes. Und wir haben ein Special wieder mal geplant, weil ja das Jahr sich dem Ende neigt. Und ja, da dachten wir, wir machen wieder mal eine gemeinsame Folge zu dritt und werfen vielleicht einen Blick zurück und vielleicht auch einen Blick ins nächste Jahr und schauen, was es da so alles zu berichten gibt.

Evi Wenn die Folge erscheint, sind wir gerade mitten in der Weihnachtszeit. Also ich hoffe, alle machen es sich gemütlich, können genüsslich dann unserer Folge lauschen. Habt ihr was geplant jetzt für die Feiertage?

Jana Was gemütlich machen und Podcasts hören, würde ich sagen. Also die Weihnachtszeit ist für mich immer so dieses zwischen den Jahren. Ich finde das immer so schön, das ist so out of time, so ein bisschen. Geht irgendwie nichts vorwärts. Ich weiß nicht, wahrscheinlich Österreich ähnlich. Also Deutschland ist wirklich, also da musst du schon sehr tief graben, um irgendjemanden zu finden, der irgendwas noch machen will, was nicht nur Plätzchen essen und auf der Couch rumliegen ist.

Jana Und ich genieße das eigentlich immer sehr, deswegen, das sind eigentlich meine Pläne.

Evi Ich finde das super, ich habe genau die gleichen Pläne.

Jana Sehr gut.

Elka Ja, voll. Also ich zelebriere die Weihnachtszeit auch sehr gerne, also die Adventszeit eigentlich schon, also den ganzen Dezember über. Mache ich das sehr gerne und gehe gerne auf Christkindlmärkte und esse Kekse und habe ja auch diesen feministischen Adventkalender dieses Jahr, das heißt jeden Tag Weihnachten.

Elka Habe ich auch dann was zum Entdecken gehabt. Ja, also ich sehe das eigentlich auch so wie ihr.

Jana Ganz entspannt.

Evi Ja, genau, ganz entspannt. Vor allem für mich ist ja gerade so die erste Hälfte vom Dezember immer noch so extrem stressig, weil irgendwie ist der Dezember nur so ein halber Monat, also ein halber Monat, in dem du irgendwie arbeiten kannst und so. Und dann ist das alles komprimiert. Ich hatte eben auch noch eine Prüfung an der Uni. Und deswegen bin ich jetzt ganz froh, dass es jetzt mal ein bisschen leiser, ein bisschen ruhiger ist und das ja schön ausklingen lassen kann.

Evi Und es freut mich, dass ihr jetzt auch dabei seid, dass wir das zusammen machen können. Ich habe mir da so ein bisschen auch überlegt, worüber wir sprechen könnten. Und sehr oft und sehr gerne in unserem Podcast sprechen wir über Wissenschaftler, Wissenschaftlerinnen. Wir bewundern sie ja alle immer. Also ich bin ja da auch immer ganz begeistert und voller Ehrfurcht eigentlich fast vor diesen genialen Köpfen.

Evi Und was sie da so alles entdeckt haben, ich muss ja gleich mal gestehen, ich bin da so ein bisschen ein Biografie-Junkie. Also ich liebe es ja wirklich die Biografien von jetzt bekannten Persönlichkeiten. Also es müssen jetzt gar nicht unbedingt so wissenschaftler sein. Ich schaue da gerne so ein bisschen so dahinter. Also was war das für ein Mensch?

Evi Wie hat er oder sie gelebt? Auch so ein bisschen die Zeit immer, das habe ich auch immer recht gerne. Also es hat mir auch sehr gut gefallen, wie wir ja über Lise Meitner vor kurzem gesprochen haben. Da einfach auch so das ganze Paket zu sehen. Also nicht nur jetzt auch die Leistung, sondern eben auch so ein bisschen dahinter zu blicken.

Evi Und deswegen habe ich mir gedacht, ja, können wir doch jetzt ein bisschen darüber auch sprechen, welche Wissenschaftlerinnen, Wissenschaftler es gibt, die uns beeindrucken. Eben auch vielleicht, was das für Menschen waren. Und vielleicht gibt es da doch vielleicht die eine oder andere Seite, die ganz interessant ist und die vielleicht dann so ein bisschen uns einen anderen Blick auf diese Menschen werfen lassen, dass das nicht nur übermenschliche Genies waren, sondern dass sie vielleicht auch ihre Stärken und Schwächen hatten.

Jana Auch nur Menschen sind.

Evi Ja, genau. Stimmt. Bei manchen wirkt es ja schon so. Also Marie Curie ist für mich auch so eine Person zum Beispiel. Die ist ja wirklich ganz stark mit ihren Entdeckungen in Verbindung. Da vergisst man das ja auch fast so ein bisschen. Und ich habe da jetzt aber jemanden gefunden, von dem ich euch erzählen möchte, weil ich das sehr sympathisch finde auch. Und zwar möchte ich über Wolfgang Pauli sprechen.

Evi Den kennt ihr wahrscheinlich und die meisten wahrscheinlich auch, weil er bekannt ist für das Pauli-Prinzip. Also Pauli ist da jetzt im Sinne nicht der Vorname, sondern eben der Nachname Wolfgang Pauli. Wenn man Physik studiert, dann spätestens beim ersten Semester läuft einem das Pauli-Prinzip über den Weg.

Evi Also weil es wirklich ein Grundsatz eigentlich ist. Also gerade in der Quantenmechanik ist es ja wirklich fundamental, was er da entdeckt hat. Bei ihm ist es auch so ein bisschen, also auch so sein Leben und auch die Menschen, mit denen er sich umgeben hat. Das habe ich mir auch erst gedacht, wie wir über Lisa Meitner gesprochen haben.

Evi Und bei Paul ist es auch. Also so ein Patenonkel ist Ernst Mach. Er war Assistent von Max Born und hat mit Nils Bohr in Kopenhagen gearbeitet. Und Otto Stern und Walter Bader in seiner Hamburger Zeit. Und dann natürlich auch Werner Heisenberg. Und natürlich später auch mit Einstein und Dirac und Schrödinger und Planck-Kabel.

Evi Also das ist so beeindruckend. Und das ist das Who is Who, die du ja eigentlich aus diesen ganzen Physikbüchern kennst. und das war so wirklich so eine Klick gefasst, kann man ja sagen und ich finde das halt immer total beeindruckend. Pauli hat wirklich auch sehr viel geleistet, also mit 21 hat er da schon eine Abhandlung von Einsteins Relativitätstheorie geschrieben.

Evi Er hat auch das Neutrino 1930 schon postuliert, das ist ja dann überhaupt erst 1956 experimentell nachgewiesen worden. Und er hat Beiträge zur Quantenfeldtheorie gemacht, auch eine Theorie des Elektronenspins entwickelt. Also er war wirklich ein Tausendsasser. Das Pauli-Prinzip, es heißt auch das Ausschließungsprinzip, das hat er 1925 beschrieben.

Evi Und das erklärt eben die Aufbau der Atome und das ist also wirklich fundamental. Also es besagte, dass zwei Fermionen, also Elektronen, Protonen, Neutronen, dass sie halt nicht den gleichen Quantenzustand jetzt einnehmen können in einem Quantensystem. Also es beschreibt eigentlich, wie sich Elektronen jetzt in den Orbitalen von einem Atom verteilen, also dass sie eben nicht den gleichen Zustand einnehmen können und deswegen ja diese Schalen dann der Reihe nach auffüllen, Also immer mit so entgegengesetzten Spins und dann, wenn sie voll sind, gehen sie in die nächste Schale und das ist ganz wichtig.

Evi Das erklärt die Struktur des Periodensystems und die chemischen Eigenschaften der Elemente. Auch für die Astronomie ist das total wichtig. Weil gerade bei diesen extremen astrophysikalischen Objekten, also weiße Zwerge, Neutronensterne, dadurch kann man das immer erklären, dass die Fermionen eben nicht weiter komprimiert werden und dieser Entartungsdruck dann eigentlich solche Objekte stabilisiert und gegen diesen Kollaps dann wirkt.

Evi Und das Poly-Prinzip ist wirklich extrem wichtig. Atome und Materie wäre halt nicht stabil, so wie wir es kennen. Also es wären sonst alle Elektronen auf den niedrigsten Energiezuständen und es gäbe eigentlich keine geordnete Struktur. Ich finde das halt wirklich faszinierend, dass es wirklich so eine grundlegende Erklärung ist. Also er hat dann auch den Nobelpreis ja sogar bekommen, 1945.

Evi Und das finde ich echt beeindruckend. Also ich habe mir dann so ein bisschen seine Biografie auch angesehen. Ist er euch eigentlich schon ein Begriff, oder?

Jana Ja, klar. Also ich meine, für mich glaube ich, Pauli so richtig in mein Gedächtnis gebrannt ist, als ich versucht habe zu verstehen, warum... Neutronen, Sterne nicht weiter kollabieren. Weil da kommst du nicht um ihn rum. Also da musst du dann verstehen, genau, was das Pauli-Prinzip wirklich eigentlich ist und was das bedeutet und warum das dann bedeutet, dass du eben diese Stabilität haben kannst.

Jana Also auf jeden Fall ein Begriff. Ich finde das total spannend, auch wenn du sagst, diese biografischen Geschichten zu den Leuten. Der hätte es jetzt wahrscheinlich schon in die Zeit gesetzt, aber dass der natürlich auch Zeitgenosse von Einstein und Heisenberg und so weiter war, dass der Teil von diesem Golden Age of Physics war.

Jana Das ist natürlich schon echt spannend. Das war mir gar nicht so bewusst. Ist er da eher von der Älteren? Also war er damals noch relativ jung, als Sie da mit der Quantenmechanik und so angefangen haben? Oder war er da schon von der älteren Crew?

Evi Nein, nein, also eigentlich schon eher jünger. Also er ist 1900 geboren in Wien.

Jana Ah ja, gut.

Evi 1921 hat er mir da schon diese Abhandlung zur Relativitätstheorie geschrieben, also die sogar Einstein ja gelobt hat und gemeint hat, also das dürfte wirklich extra klasse gewesen sein. und er dürfte auch extrem begabt gewesen sein. Also ich habe da so eine Anekdote auch aus seiner Schulzeit. Also er ist ihm schon im Gymnasium aufgefallen, dass er halt sehr gut war in Mathe und Physik.

Evi Und angeblich hat sich da irgendwann mal sein Physiklehrer an der Tafel verrechnet und hat da ewig herumgetan und hat den Fehler nicht gefunden. Und dann irgendwann nach einiger Zeit hat er dann irgendwie gemeint, ey, Pauli, jetzt sagen Sie schon, wo ist der Fehler? Sie wissen doch längst, wo der ist.

Evi Also das dürfte recht bezeichnet für ihn gewesen sein. und der hat ja auch dann ziemlich schnell mit 21 promoviert. Summa Cum Laude natürlich.

Jana Ja, selbstverständlich.

Evi Bei Sommerfeld in München, wo er Physik studiert hat. Und 1998 waren dann schon Professor am ITH in Zürich zum Beispiel. Also würde ich jetzt schon mal sagen, überflieger. Jünger, ja genau. 1940 musste er dann in die USA emigrieren. Dann war er eben an Princeton an der University. Da hat er dann Albert Einstein und Robert Oppenheimer zusammengearbeitet.

Evi Und ist dann 1945, dann nach Kriegsende, dann zurück nach Zürich, wo er dann die Professur wieder aufgenommen hat. Hat dann auch den Nobelpreis bekommen für dieses Ausschließungsprinzip. Und ja, ist aber 1958 dann schon gestorben. Also recht überraschend in Zürich dann auch. Also da ist er auch begraben. Und er war wirklich offensichtlich auch für seine Scharfsinnigkeit bekannt.

Evi Und er hat aber auch eine gewisse wissenschaftliche Strenge gehabt. Also er war schon perfektionistisch. Also er galt auch so als das Gewissen der Physik. Und war da jetzt auch nicht irgendwie heikel, was jetzt den Fehler von Kollegen betrifft. Also er sollte auch gesagt haben, einer seiner Sprüche, wenn es irgendwas nicht gestimmt hat, dass es nicht nur nicht richtig ist, es ist nicht mal falsch.

Evi Also du legst sowas von daneben, dass das nicht mal falsch ist. Und es gibt nicht nur das Pauli-Prinzip, das ja die meisten kennen, sondern auch den Pauli-Effekt wird auch bezeichnet als das zweite paulische Ausschließungsprinzip, weil er stand nämlich im Ruf, dass technische Geräte bei ihm irgendwie, wenn er in der Nähe ist, kaputt werden und ausfallen, warum auch immer.

Evi Und das zweite paulische Ausschließungsprinzip ist daneben, dass es unmöglich ist, dass Wolfgang Pauli und ein funktionierendes Gerät im selben Raum sind. Er dürfte halt wirklich so eine mystische Aura gehabt haben, also es hat sich wirklich herumgesprochen. Es ist jetzt nicht so, dass das zwei Leute irgendwie gesagt haben.

Evi Also es war wirklich so sein Ruf, der ihm da vorausgeeilt ist. Also er war dann zu Besuch in Princeton und da ist auch ein Teilchenbeschleuniger in Flammen aufgegangen, also nur vorbeigegangen ist. Und die haben dann Stunden gebraucht, um dieses Feuer wieder zu löschen. Also er hatte irgendwie auch geweint, er hatte vielleicht irgendwelche telekinetische Energie oder so.

Evi Also er war da wirklich gefürchtet unter diesen ganzen Experimentalphysikern. Also Otto Stern hat ihm dann auch verboten, dass er in sein Labor kommt. Der Pauli hat da ein Verbot gehabt, durfte da nicht rein. Und ganz super finde ich, es gab ein Experiment in Göttingen und plötzlich ging ein Messgerät kaputt.

Evi Und James Frank hat dann eben gefragt, also der leitende Forscher war von diesem Experiment, ob der Pauli in der Stadt ist, weil das Gerät kaputt ist. Und da hieß er so, nein, der ist nicht da, ha ha ha, guter Witz. Und der Frank hat ihm dann auch in einem Brief davon erzählt, so spaßhalber, und dann hat der Pauli geantwortet, dass er just an jenem Tag im Zug nach Kopenhagen war, um Bord zu besuchen, und er musste umsteigen.

Evi Und jetzt ratet mal, wo er umgestiegen ist.

Jana Das ist schlimm.

Evi Ja, in Köttingen. In Köttingen, natürlich. Er war tatsächlich da. Und das ging dann auch so ein, dass quasi die Fernwirkung des Pauli-Effekts, also es gibt sogar eine Fernwirkung von ihm.

Elka Wie spukhaft, der Fernwirkung.

Evi Ja, genau.

Elka Vielleicht war der letztens in Wien in der U1, weil die ist ja in Flammen aufgegangen.

Evi Und man weiß nicht, warum.

Elka Also ich habe dir eine Vermutung.

Jana Der Pauli gespukt.

Evi Das war klassisch für ihn eigentlich. Ja, es ist dann auch so weit gegangen, dass dann tatsächlich auch so eine Gruppe von Physikern gemeint haben, ja, Pauli kommt zu Besuch nach Brüssel und sie machen jetzt einen Streich und haben eine Hängelampe so präpariert, dass sie herunterfallen sollte, sobald Pauli den Raum betritt.

Evi Also sie haben das irgendwie so hergerichtet, haben das auch geprobt, haben wirklich geschaut, dass das funktioniert und in der Probe hat alles funktioniert. Und dann ist Pauli reingekommen und es hat nicht funktioniert.

Jana Also doppelter Negativ.

Evi Ja, genau. Selbst das hat dann nicht funktioniert. Und ich finde das einfach super. Und vor allem, wer er auch selber daran irgendwie geglaubt hat, also er hat dann auch Kontakt gehabt zu Sige Jung, der sich ja sehr viel mit Synchronicitäten und Traumdeutung und das alles beschäftigt hat und hat sich mit dem da wirklich ganz stark auch ausgetauscht, was das sein könnte.

Evi Also er hat auch fest daran geglaubt, dass er da wirklich irgendwelche Kräfte besitzt oder so. Keine Ahnung.

Jana Ja, da wird man abergläubisch.

Evi Ein bisschen vielleicht, ja.

Elka Ja, das ist aber, glaube ich, schwierig abzuschalten. Ich meine, ich versuche auch manchmal Sachen nicht zu verschreien zum Beispiel. Nein, verschreien wir es nicht.

Evi Ja, genau.

Elka Wo WissenschaftlerInnen dann abergläubisch wären.

Evi Ja, ich weiß nicht, ob es bei ihm vielleicht so eine selbsterfüllende Prophezeiung war, weil er ja dann schon davon ausgegangen ist, jetzt geht gleich wieder was Kaputte. Und ich finde es auch passend, weil er ja theoretischer Physiker war.

Jana Mit der Experimentalphysik nichts am Hut eigentlich.

Evi Genau, es konnte gar nicht anders sein.

Jana Ich kann das verstehen. Ja, genau, es stimmt schon, was du sagst, so Sachen verschreien oder sich zu sehr auf irgendwas einschießen, sagen, das muss jetzt funktionieren, weil da habe ich dann auch immer im Kopf so, wenn du da zu sehr so jetzt dran denkst, dann geht das irgendwie schief. Ja, also ich habe tatsächlich auch eine Geschichte von jemandem, der vielleicht mit Pauli, also sie kannten sich auf jeden Fall und waren bestimmt auch eng verbunden, denn es ist auch ein Doktorand vom Sommerfeld in München gewesen.

Jana Und zwar geht es um Werner Heisenberg. Also da sieht man auch wieder dieses goldene Zeitalter, Husshu, die haben sich da alle irgendwie rumgetrieben in der Zeit. Die Geschichte hat mich so gepackt, weil das ist eben auch so dieses Heisenberg, die Koryphäe, ja, der Unantastbare.

Evi Total, ja.

Jana Natürlich so ein bisschen ein Ruf weg. Ist ja einer derjenigen gewesen, die dann in Deutschland geblieben sind im Zweiten Weltkrieg, hat dann an der Atombombe für die Nazis geforscht. Ob man ihm dann glauben darf, dass er absichtlich das sabotiert hat oder ob das einfach nur nicht so viel Geld ausgegeben wurde bei den Nazis, bleibt wohl dahingestellt.

Jana Aber das muss auch irgendwie so ein bisschen eine kauzige Person gewesen sein. Es gibt auch eine schöne Geschichte von ihm, dieses Nazi-Atombomben-Projekt, das ist vielleicht auch nochmal eine ganze Folge wert, das ist ganz wild. Die haben in so einem Braukeller, haben die ihren ersten Reaktor gebaut, weil wahrscheinlich Hitler nicht ganz verstanden hat oder die Riege da nicht ganz verstanden hat, wie wertvoll diese Waffe tatsächlich wäre und dann hat man das also nicht sonderlich mit viel Geld ausgestattet und dann musste man sich eben zufrieden geben mit was es gab.

Jana Es gibt die Geschichte, dass Werner Heisenberg, nachdem die Alliierten in Berlin eingenommen haben, das restliche Plutonium genommen hat, was sie da noch hatten, auf dem Fahrradkorb transportiert hat und irgendwo auf irgendeinem Acker vergraben hat. Und ich stelle mir das immer so vor, wie Werner Heisenberg da mit dem Fahrrad und dem Plutonium hinten drauf unterwegs ist. Also hat so die eine oder andere komische Geschichte.

Jana Aber was mich total fasziniert hat, ist, Werner Heisenberg wäre fast durch seine Doktorprüfung gefallen.

Evi Ja, Wahnsinn.

Jana War leider nicht so mal Cum Laude wie beim Pauli, sondern Ja, hat sich da schwerer getan und das lag daran, Heisenberg war brillanter Theoretiker, aber sehr, sehr schlechter Experimentalphysiker.

Evi Da hat er was mit Pauli gemeinsam.

Jana Ja, genau. Nur er konnte es noch nicht mal mehr überhaupt in der Prüfung so tun, als könnte er das. Also man ist damals nach München gekommen für seine Dissertation und dachten, Da war man schon der Meinung, also natürlich, man hat eben ein Fach, in dem man promoviert oder ein Spezialgebiet, aber man muss sich schon allgemein mit der Physik auskennen. Ich meine, es ist ja heute auch nicht anders.

Jana Man kann ja auch zu allem Möglichen gefragt werden bei den Doktorprüfungen. Und zunächst war es also so, dass er während seiner Dissertation geschrieben hat, musste er einen vierstündigen Laborkurs beim Professor Wien besuchen in München. Ja, und die Berichte daraus sind, es hat weder dem Professor noch ihm sonderlich Spaß gemacht.

Jana Also die beiden haben sich da relativ abgerackert aneinander. Und dann kam eben diese Doktorprüfung und Prüfer waren der Sommerfeld und Professor Wien. Und der Heisenberg war natürlich hervorragend bei den theoretischen Fragen, aber dann hat er schon Probleme gekriegt. Sein erstes Nebenfach war nämlich Astrophysik.

Jana Da ging es schon mal nicht so gut irgendwie. Also da hat er sich schon anscheinend schwer getan. Und dann aber anscheinend die wirkliche Vollkatastrophe kam bei der Experimentalphysik. Da ging es dann ums Fabri-Perot-Interferometer. Ich weiß nicht, sagt euch das was? Kennt ihr das, was das tut? Im Prinzip ist es so ein ganz typisches Ding aus der Experimentalphysik. Also ich weiß, dass wir zumindest im Grundstudium hatten wir das mal.

Jana Ich musste aber auch noch mal googeln, was es genau tut. Es ist ein Interferometer. Also im Prinzip ist es so, du kannst den Lichtstrahl reinschicken und das natürlich sehr breit bandigt. Also da sind sehr viele Wellenlängen drinnen. Und dieses Interferometer sorgt dafür, dass nur Wellenlängen durchkommen, bei denen es konstruktive Interferenz gibt.

Jana Also es ist sozusagen eine Maschine, die aus einer Breitbandung, Zeitbandigen Signal ein sehr schmalbandiges macht. Das ist also ein ganz typisches Instrument aus der Experimentalphysik und dazu wurden Fragen gestellt und Heisenberg konnte nichts damit anfangen. Also es wurde gefragt, wie man da die Auflösung abrechnen könnte von diesem Gerät und er wusste es nicht. Und dann hat ein anscheinend immer weiter aufgebrachter, wütender Professor Wien ihn irgendwann gefragt, wie eine Batterie funktioniert.

Jana Und da kam wieder nichts. Also er muss ja völlig blank gezogen, also gar nichts gewusst haben. Danach haben sich Sommerfeld und Wien anscheinend aufs Blut gestritten, weil Wien ihn durchfallen lassen wollte. Und dann hat man sich geeinigt, aber Heisenberg hat die niedrigstmögliche Note für diese Prüfung bekommen und war dann also total am Boden zerstört.

Jana Er ist danach zurück nach Göttingen gegangen, glaube auch zu Max Born und hatte da eigentlich schon eine Stelle angeboten bekommen und war dann aber ganz betrüppelt. Also muss da wie der begossene Pudel vor Born gestanden sein und gesagt haben, ja, wollen Sie mich überhaupt noch jetzt nach diesem Desaster?

Jana Man hat ihn dann natürlich doch genommen, aber es ist ja auch so. okay. Es war anscheinend wirklich so, also Heisenberg war brillanter Theoretiker, aber hat sich auch später wahnsinnig schwer getan, allein schon Dinge irgendwie zu berechnen. Also alles, was nicht reine theoretische Physik war, wo er irgendwie dann eben auch in dem Braukeller mit dem Reaktor, da hat man ihn auch einfach ferngehalten von allem, weil er keine Ahnung hatte, was er nicht bedienen konnte.

Jana Es hat ihn, glaube ich, auch einfach grundsätzlich nicht interessiert. Ich glaube, wenn dein Kopf so sehr in der Theorie steckt. Aber ich fand das irgendwie eine sehr sympathische Geschichte oder eine Geschichte, die mir auch irgendwie gut getan hat, dass auch der brillanteste Theoretiker, dessen Name, ich meine, durch heisenbergische Unschärfe, der hat auch einen Nobelpreis gekriegt für die Begründung der Quantenmechanik.

Jana Also noch fundamentaler kann man es ja fast nicht haben. Aber es gibt schon auch Dinge, die er nicht wusste und eben seine Doktorprüfung fast versammelt hat.

Evi Na schon, das ist doch beruhigend, oder?

Jana Das ist beruhigend, das finde ich auch.

Elka Man würde Heisenberg und Pauli ein Experiment durchführen lassen, wie das gemeinsam.

Evi Das wäre dann wahrscheinlich der Untergang.

Elka Das wäre dann alle kaputt gehen und dann völlig falsche Berechnungen. Wir wollen jetzt kein theoretische Physik-Bashing machen, oder?

Evi Nein, gar nicht. Eigentlich überhaupt nicht. Also theoretische Physik, ich finde es eigentlich total super und ich finde es wirklich spannend. Und ich glaube, Jan und ich haben schon mal darüber geredet, auch in der Lise-Meitner-Folge. Das ist ja damals, also auch Einstein und so. Eigentlich ist es ja wirklich eine unglaubliche Leistung, dass die ja durch Nachdenken auf so viele Sachen draufgekommen sind.

Evi Also einfach, dass sie Sachen weitergedacht haben als etwas, die Menschen vorher getan haben und da so viele Sachen entdeckt haben. Also es ist ja eine enorme Leistung, die sie ja vollbracht haben. Und ich finde es daher umso sympathischer eigentlich dann zu erfahren, dass sie halt dann bei anderen Sachen dann vielleicht doch eher durchschnittlich oder sogar unterdurchschnittlich waren. Also das ist auch ein bisschen beruhigend, oder?

Jana Total. Wir hatten auch in der Uni einen Professor in Experimentalphysik und der hatte einen Assistent für die Experimente. Und man hat sich immer so ein bisschen gefragt, warum. Also wenn Experimente gezeigt wurden, hat es nicht er gemacht, sondern sein Assistent und dann war einmal dieser Assistent krank und es war sofort klar, warum der diesen Assistent, es hat einfach nichts mehr funktioniert.

Jana Es ist alles schief gegangen, er hat irgendwas gezeigt mit Farbstoff, der sich dann über den ganzen Tisch ergossen hat. Also es gibt wohl Leute, die sind da einfach nicht dafür gedacht.

Evi Ja, eben. Das hat jeder seine Stärken. Das ist schon ganz gut.

Jana So ist es.

Evi Ich finde es super spannend, dass die beide auch bei Max Born waren, weil Max Born von Pauli als Assistent ja sehr angetan war, den er auch empfohlen hat. Und wie gesagt, er hat noch nie, also auch sein Genie gehabt quasi als Assistent, nur war er halt unzuverlässig, weil er gern lange geschlafen hat und da sogar für 11 Uhr Vorlesungen aufgeweckt werden musste.

Evi Und dann kam aber Heisenberg. Der war nämlich auch genial und noch zuverlässig. Also ich glaube, da war er dann...

Jana Unschlagbar.

Evi Max Born wird das wahrscheinlich gewusst haben, dass er da jetzt bei seiner Prüfung dann nicht ganz so brilliert hat. Vielleicht wäre er da am Anfang ein bisschen voreingenommen.

Jana Wahrscheinlich.

Elka Mir kommt es halt vor, es gibt generell so ein bisschen ein Geniekult, das ist ja schon am Anfang angesprochen, dass wir halt glauben, dass Leute, die Nobelpreise gewinnen, einfach geniale Menschen sind, die keine Fehler haben und denen wir eigentlich alles glauben. Wenn die irgendwas sagen. Ich finde, das war vor allem jetzt in der Corona-Pandemie sehr offensichtlich, dass da irgendwelche WissenschaftlerInnen genommen wurden.

Elka Und nur weil die in ihrem Gebiet seine Expertise haben, wurden jede Aussage, auch wenn das gar nicht ihre Expertise ist, als Wahrheit angenommen. Das ist eigentlich, finde ich, ziemlich gefährlich. Und da habe ich letztens eben ein YouTube-Video gesehen von Skeptics in the Pub. Wir werden es verlinken dann, das YouTube-Video. Da geht es um Nobelpreisträger auf Holz wegen.

Elka Und das ist so ein bisschen ein Best-of von Bullshit, was Nobelpreisträger von sich gegeben haben.

Evi Aber hat das mit Nobelitis zu tun?

Elka Das hat er immer wieder gesagt, ja.

Evi Ah ja, okay. Ja, weil das ist ja quasi die Krankheit, unter die halt Nobelpreisträger leiden, dass sie ja eben einen Nobelpreis bekommen und wieder gesagt, dass die in ihrem Bereich ja Genies sind oder da wirklich herausgegangen sind. Und dann irgendwie meinen sie, sie wissen bei anderen Sachen plötzlich auch alles viel besser.

Jana Sie müssen sich überläußern.

Elka Über allem, ja, genau.

Evi Und sich das total überschätzen. Und dann manchmal auch, glaube ich, ziemlich falsch abbiegen können, oder?

Elka Ja, voll. Ich habe jetzt ein Beispiel mal rausgesucht, was recht bekannt ist. Der Kary Mullis, ich weiß nicht, ob ich es richtig ausspreche. Der war Chemie-Nobelpreisträger 1993 und der ist der Erfinder der PCR, also der Polymerase-Kettenreaktion, was ja, wir kennen es noch von Corona-Zeit, ein ziemlich wichtiges Verfahren ist.

Evi Die PCR-Tests, ja.

Elka Genau, also es ist ziemlich cool, dass er das irgendwie erfunden hat und dass er das entdeckt hat, aber in anderen Gebieten hat er ein bisschen komische Meinungen. Er ist zum Beispiel AIDS-Leugner. Also das ist überhaupt diese ESO-Szene. Ich weiß nicht, da ist AIDS immer wieder ein Thema. Ein anderer, der auch genannt wurde, der den HIV-Virus entdeckt hat.

Elka Der wurde nämlich auch als Beispiel genannt. Der sagt zum Beispiel, dass man AIDS irgendwie heilen kann durch ganz einfache Verfahren und der ist auch Impfgegner. Das hat mich auch ein bisschen sehr geschreckt. Das hat in der Corona-Pandemie anscheinend immer wieder gegen die Covid-Impfung sich ausgesprochen.

Jana Aber derjenige, der den HIV-Virus selber entdeckt hat, sagt, das kann man ganz einfach heilbar.

Elka Genau, das ist ganz einfach heilbar. Also das ist auch immer wieder Thema. Aber zurück zum Carrie. Er ist Klimawandel-Leugner. Das gehört natürlich auch dazu, zu der Visitenkarte von einem angesehenen.

Evi Muss man im Pepperdruck haben, ja.

Elka Was glaubt ihr noch, was er noch so für weirde Sachen glaubt? Das ist ein bisschen klassisch.

Jana Das kommt da noch dazu. Eher so Yeti-Bigfoot-Geschichten.

Elka Ist schon die richtige Richtung. Nicht ganz, aber UFOs.

Evi Ah, klar.

Jana Ah, UFOs gibt es auch.

Elka Und ein Thema, was wie im Podcast immer wieder und vor allem mich ja sehr aufregt und wo ich die Folge gebracht habe, Astrologie.

Evi Ah ja, okay. Popos Aufreger. Ist ja dann auch ein Homöopathie-Führworter, weil das wäre dann mein Aufreger.

Elka Das wäre dein Aufreger. Aus dem Bingo.

Evi Ja, genau.

Elka Das habe ich jetzt nicht gehört, aber wer weiß. Vielleicht ist er das auch, wenn er sagt, es gibt doch kein Aids. Aber was er schon macht, ist LSD nehmen. Also er ist auch ein LSD-Anhänger. und mit dem kann man vielleicht erklären oder verstehen, warum er folgende Aussage gemacht hat. Das ist ein Zitat von ihm. Auf dem Weg in meine Hütte in Nordkalifornien begegnete mir 1985 nachts einmal ein grünleuchtender Waschbär, der auf einem neon-orangenen Motorrad fuhr.

Elka Schlag Mitternacht verwandelte sich der Waschbär in einen singenden Delfin.

Jana Klingt nach einem wilden Trip.

Elka Ja, also man kann genial sein und Chemie-Nobelpreisträger und trotzdem auf einem Waschbär auf einem Motorrad glauben. Man muss das echt ein bisschen demystifizieren, unsere Bilder von Nobelpreisträgern.

Evi Ja, das stimmt. Das ist auf jeden Fall. Das ist schon extrem. Wobei also der leuchtende Waschbär auf dem neo-orangenen Motorrad, ich versuche mir den gerade vorzustellen, das hat schon was, oder das Bild?

Jana Ich denke, das könnte auf so einem T-Shirt oder sowas gehen.

Evi Ja, total. Hier machen wir Merchandising draus, oder? Das gibt es sicher schon, oder?

Jana Carrie Mullins' Shirt.

Evi Kann das mal jemand zugeben? Ich bin mir sicher, das gibt es schon.

Jana Scheiße, das gibt es schon.

Evi Hast du gesehen, ob es da Merch dazu gibt?

Elka Nein, aber können wir nachschauen. Interessanterweise waren das übrigens im Video zumindest alles Männer, die auf diesen Holzwegen waren und absurde Sachen geglaubt haben. Wobei man sagen muss, wenn man sich die Statistik anschaut zum Nobelpreis.

Evi Wollte ich gerade sagen, ja.

Elka Es gibt sehr wenige Frauen, was ja ein eigenes Problem für sich ist.

Evi Dann hat die Wahrscheinlichkeit auch geringer, dass da dann falsch abgebogen wird bei den Frauen.

Elka Genau.

Evi Das fällt dann nicht so auf. Die vielleicht falsch abgebogen sind, die stehen vielleicht gar nicht so in der Öffentlichkeit. Aber ich finde es total lustig, dass du gerade das Beispiel mit Carrie Mullis, Mullis, Mullis, wie spricht man den Namen denn wirklich aus? Ach, ich furchtbar.

Jana Keine Ahnung.

Evi Na gut, dass wir einen Podcast haben, wo wir Sachen aussprechen müssen.

Elka Ja, aber man findet dann ja auch online irgendwie unterschiedliche, weil jeder spricht so aus, wie er sich denkt.

Jana Ja, manchmal ist es...

Evi Auf jeden Fall finde ich das sehr interessant, dass du gerade dieses Beispiel von Carrie genommen hast, weil nämlich genau diese Begegnung, die er hatte da im Wald, ist die Inspiration gewesen zu einem Titel von einem Buch, das ich mitgebracht habe, auch das ich euch noch empfehlen wollte, für die Feiertage auch zum Lesen.

Evi Und zwar ist das von Dan Schreiber, Waschbären, die im Dunkeln leuchten und andere absurde Theorien, seltsame Ideen und skurrile Experimente. Das Buch ist schon 2012 und erschienen die deutsche Ausgabe, allerdings erst jetzt, 2024. Da ist übrigens auch die Geschichte von Wolfgang Pauli drinnen, also das hat alles in die Luft fliegen ließ.

Evi Und so spannend ist jetzt eben auch, dass du, wir haben uns da nicht abgesprochen, bitte an alle. Also das war jetzt wirklich ein Zufall, dass Elka das jetzt genau dieses Beispiel mitgenommen hat. Aber er beschreibt das eben auch in seinem Buch, diese Begegnung. Und es ist wirklich ein empfehlenswert, das Buch. Also, Dan Schreiber ist Mitglied beim Podcast No Such Thing as a Fish.

Evi Das ist ein sehr bekannter und sehr großer Podcast in Großbritannien.

Elka Ich glaube, die haben den Oberhummer Award ja, glaube ich, bekommen.

Evi Richtig, genau. Die haben den Science Pass, das Oberhummer Award gewonnen im 2019. Und da durfte ich die Truppe auch kennenlernen. Also, es gab da damals dann einen Empfang in der britischen Botschaft. Und da habe ich ihn eben auch kennengelernt. Und wirklich ganz toll, was die leisten. Also, hört euch den Podcast auf jeden Fall auch an. Das ist wirklich auch immer spannend. Spannend und unterhaltsam und immer wieder mit neuen Sachen.

Evi Und das Buch ist auch sehr angenehm zum Lesen. Er schreibt da ganz am Anfang auch, also das Vorwort auf jeden Fall lesen auch. Weil er war in Australien in der ersten Waldorfschule. Ja genau, in so einer Robert-Steiner-Schule. Und er zählte auch seine Erlebnisse an. Das ist wirklich sehr unterhaltsam.

Evi Und die Kapitel sind dann aber sehr, also man muss das nicht in einer... Reihenfolge lesen, sondern kann sich da wirklich auch Kapiteln raussuchen, die einen gerade ansprechen. Ich springe da auch die ganze Zeit schon hin und her. Das ist aber echt sehr interessant. Also es kommen die Beatles darin vor. Filzläuse.

Evi Ja, die sind übrigens vom Aussterben bedroht, habe ich gelernt. Ja, genau. Und setzen da so ein bisschen dafür ein, dass, eine Tierschutzorganisation sollte sich da für die Rettung der Filzläuse einsetzen. Also wie gesagt, skurrile Experimente, seltsame Ideen, eben auch Wissenschaften, die vielleicht nicht ganz anerkannt wurden, aus Gründen ganz unterhaltsam.

Evi Also ich glaube, vielleicht das richtige Buch für den einen oder die andere jetzt gerade für die Feiertage.

Elka Ja, das hört sich sehr unterhaltsam an und positiv, weil mein Buch, was ich empfehlen würde, ist eher eins, wo ihr dann grantig werdet. Aber vielleicht wollt ihr es trotzdem lesen.

Evi Oder hören.

Elka Genau, da ist ein Insider-Tipp, zumindest für die ÖsterreicherInnen. Es gibt so eine App, die heißt Libby, L-I-B-B-Y, Das ist von der Arbeiterkammer und dort kann man kostenlos Hörbücher hören. Und da habe ich eben mein Hörbuch gehört vor kurzem. Das heißt Beklaute Frauen von der Leonie Schöller. Wer auf Instagram aktiv ist, die kennt sie vielleicht.

Elka Ich glaube, sie heißt Hey Leonie auf Instagram. Da mit dem Namen sagt sie eh schon recht, beklaute Frauen. Es geht einfach um Geschichten, wo Frauen in Wissenschaft, Kunst, Mathilda, was wir ja schon hatten, Lisa Meitner und so weiter, beklaut wurden von ihren Errungenschaften, von ihren Erfolgen, die dann einfach Männern zugeschrieben worden sind.

Elka Da werden ihm einige vorgestellt, recht ein bisschen bekannter, wobei ich habe meine Followerinnen gefragt, ob sie Mileva Maric kennen. Kennt ihr Mileva Maric? Ja, die Frau von Einstein.

Jana Oder?

Elka Genau, ihr seid nicht repräsentativ in diesem Fall.

Jana Aber sie ist nicht so bekannt.

Elka Genau, 73 Prozent meiner Followerinnen haben gesagt, sie kennen sie nicht. Das war eben eine der Ehefrauen von Einstein. Es ist eigentlich ziemlich eine traurige Geschichte, weil sie war ja auch eine sehr gute Physikerin. Sie hatte Schwierigkeiten, als Frau ihr Studium abzuschließen, bis das mal wo erlaubt war. Und es wird halt gesagt, dass Einstein mit ihm gesagt hat, dass er in Mathe nicht so gut war, wobei nicht so gut wahrscheinlich jetzt für uns normalos.

Evi Ich würde sagen, das ist halt schon noch auf einem Niveau, wo die meisten wahrscheinlich nicht beteiligen können.

Elka Genau, aber es wird schon vermutet, dass sie sehr viel beigetragen hat, vor allem was jetzt das Mathematische betrifft und bei der Relativitätstheorie und vor allem ihm einfach auch den Rücken freigehalten hat. Also am Anfang wollte sie eigentlich gar nicht heiraten, weil sie halt auch ihre eigene Karriere irgendwie weiterbringen wollte und dann eben haben sie doch geheiratet.

Elka Und sie wurde immer mehr in diese Rolle der Hausfrau und Mutter gedrängt von ihm. Also er hat dann auch ziemlich orge Sachen zu ihr gesagt, dass sie sich geschieden haben, wollte sie ihre Memoiren schreiben. Da hätten wir dann erfahren, wie viel Beitrag sie gehabt hat zu seinen Theorien, weil wir wissen das eben nicht so ganz genau.

Elka Aber er hat dann zu ihr gesagt, wer eine Null ist, sollte das akzeptieren und seinen Mund halten. Hat sie ziemlich runtergemacht.

Jana Das ist auch wieder so ein Beispiel, für so Geniekult muss man jetzt auch nicht unbedingt auf Menschen eigentlich übertragen.

Elka Und er hat ja auch dann eben sich geschrien von ihr, hat sie verlassen. Sie hat dann als alleinerziehende Mutter vor allem ihren kranken Sohn auch gepflegt. Und er hat dann übrigens seine Cousine geheiratet.

Jana Stimmt.

Evi Die Mileva Maric war ja seine erste Frau und die haben ja auch, glaube ich, ein Kind bekommen. Da waren sie, glaube ich, noch gar nicht fertig an der Uni mit dem Studium und das ist ja verschwunden. Also da weiß man bis heute nicht, wo das erste Kind von ihnen ist. Nachher dann die zwei Söhne, von denen weiß man ja, also die sind ja dann ganz normal bei ihnen auch aufgewachsen.

Evi Also ihre Rolle gerade bei dieser ersten Arbeit, also 1905 zur Relativitätstheorie von Albert Einstein, da wird ja sehr viel spekuliert, weil natürlich sie hat da einfach die Fähigkeiten auch anzunehmen, dass sie da gar keinen Beitrag geleistet hat, ist fast schon naiv, weil die werden da sicher zusammengearbeitet haben.

Evi Wie groß halt der Anteil ist, weiß man natürlich nicht.

Elka Ja, es gibt halt Briefwechsel zwischen den beiden, wo er halt schon explizit eben schreibt unser Werk und immer so im Wir redet. Sie wird sicher einen Teil dabei getragen haben, aber wie viel, wissen wir nicht.

Evi Genau. Also ich habe das Buch übrigens auch, also ich habe es gehört, ich habe es auch als Hörbuch, das Beklaute Frauen von Leni Schöler gehört und ich fand es zum Teil wirklich schockierend. Also es geht ja nicht nur darum, dass man ja einzelne Biografien vielleicht zurecht drückt, wie bei Meliva Maric, sondern es geht ja wirklich auch darum, dass man vielleicht die Geschichtsschreibung auch neu findet.

Evi Und dass da einfach so, wie wir halt die Geschichte geschrieben haben, also wer hat Geschichte geschrieben und vor allem so, wie wir es jetzt eben auch lernen und gelernt haben und dass da einfach total viel untergegangen ist und dass das einfach eine männliche Sicht oder Perspektive ist. Und da der Anteil der Frauen in unserer ganzen Geschichte, also das fangt ja schon an bei der, also das ist, glaube ich, ein Beispiel auch bei der Französischen Revolution, da auch der Anteil der Frauen, die dann waren und die dann aber ganz schnell da wieder in ihren Rechten beraubt worden sind.

Evi Und das fand ich zum Teil wirklich schockierend. Also das war wirklich ein Eye-Opener auch, also auch für mich gewesen, weil ich gesehen habe auch, dass ganz viele Sachen, die du einfach, ja, weil du so gelernt hast, du lernst die Geschichte in der Schule.

Elka Ja, die Geschichte wird von großen Männern gemacht. Das ist halt generell ein Problem.

Evi Und du hinterfragst es nicht, weil du kennst es ja nicht anders und kannst es ja auch nicht überprüfen. Und deswegen fand ich das wirklich extrem spannend, sehr interessant, auch schockierend, wie du gesagt hast.

Elka Ja, voll. Es gibt eben, du sagst, die Biografien, da ist halt Jocelyn Bell-Burnell, diese Meitner und so weiter drin, aber auch eben so allgemeine Themen, zum Beispiel Frauen im Sport ist auch so ein Thema. Das sind auch so ein paar Zahlen, die ich sehr schockierend finde. zum Beispiel, was glaubt ihr, wie lange in Deutschland und Österreich Frauenfußball verboten war?

Jana Boten? Also, puh. So richtig, dass man es auch nicht freizeitmäßig spielen durfte oder dass es keine Liga gab?

Elka Genau, professionell.

Jana Boah, wahrscheinlich so bis in die nach dem Krieg bestimmt noch, würde ich sagen.

Evi Ich würde fast sagen, dass es noch länger war.

Jana 60er, 70er?

Elka Bis 1970, ja.

Jana Ja, okay.

Elka Und bei Marathons?

Jana Da habe ich neulich dieses Bild gesehen von der, ich weiß gar nicht, ob es der Boston Marathon war oder irgendein Marathon, wo eine Frau mitgelaugt ist als Protestaktion, die da so aufgehalten wurde. Ich weiß nicht, wann das war, wahrscheinlich auch 70er oder sowas.

Elka Genau, das war auch 1972. Und der letzte, und das finde ich auch absurd, der deutsche Amateurboxverband, wann hat der Frauen zugelassen?

Jana 90er?

Elka Ja, du bist ja gut. 95, genau. Aber olympisch erst seit 2012 dürfen Frauen boxen.

Jana Ab 95, da war ich ja schon geboren.

Elka Ja, und 1996 dürfen Frauen im Fußball das erste Mal olympisch spielen.

Jana Was? Echt?

Elka Seit 1996 im Fußball und im Skispringen seit 2014.

Evi Wow, was?

Jana Davor gab es keine Frauen im Skispringen?

Elka Genau, olympisch nicht. Ja, das sind halt so kleine Punkte. Und wenn man nur eins davon sieht, denkt man sich, naja, so schlimm ist es ja nicht, aber das Buch zeigt halt diesen großen Rahmen und dass das alles ja zusammenhängt, ein System ist und ja, das kann ich empfehlen.

Jana Diese Mixed-Events bei der Olympiade, dass man also zum Beispiel beim Schießen eigentlich, ich sage dir jetzt eigentlich keinen Grund, Männer und Frauen zu trennen. Und dann hat man irgendwie eine Disziplin, wo man irgendwie geschossen hat und dann hat man da ein Mixed-Event gemacht, das hat eine Frau gewonnen und bei der nächsten Olympiade wurde das wieder getrennt.

Elka Genau.

Jana Also.

Evi Das geht doch nicht.

Jana Das gehört so ein bisschen dazu, zu diesem, wenn du sagst, das hört man und da liest man und dann wird man irgendwie grantig. Ich habe sowieso momentan das Gefühl, ganz viele Dinge im Alltag machen einen irgendwie traurig. Also wenn man sowas dann auch liest. Der November war kein einfacher Monat. Ja, in Deutschland ist wirklich alles zusammengekommen.

Jana Also erst gab es ja die Wahl in den USA und dann hat sich die Ampelregierung aufgelöst.

Evi An der selben Tage. Es war am gleichen Tag, gell?

Jana Es war am gleichen Tag, ja. Also ja, und deswegen habe ich bei meiner Buchempfehlung überlegt, was würde ich gerne über die Feiertage lesen. Und ich bin bei einem Buch rausgekommen, was ein bisschen, ja, es sind älterer Schinken so, aber der einen dadurch solche Zeiten immer ganz gut durchführen kann.

Jana Und da greife ich immer wieder gern zurück auf Carl Sagan.

Evi Weil es jemand ist.

Jana Der ich finde einerseits natürlich großartige Wissenschaftskommunikation betreibt, auf der anderen Seite aber auch sehr gut einem irgendwo Hoffnung spenden kann. Und gerade da ist das Buch von ihm das, glaube ich, ein bisschen weniger bekannte, also Pay Blue Dot und Kosmos. Das gibt aber auch ein anderes von ihm, das heißt The Demon Haunted World, Science as a Candle in the Dark.

Jana Ich weiß gar nicht, was da die deutsche Übersetzung ist, aber ebenso die Wissenschaft als Kerze in der Dunkelheit. Und ja, das Buch ist einfach zu lesen, finde ich. Er bedient sich da wieder seiner sehr angenehmen Sprache. Und es geht auch so ein bisschen darum, wie man die Dinge, wo man eben so das Gefühl hat, das ist so politisches und dass man auch manchmal das Gefühl hat, irgendwie alle Leute sind nur noch hasserfüllt oder es geht nur noch darum, irgendwelche Lager zu machen, Corona-Leugner oder Impfgegner.

Jana und hier jetzt natürlich die politische Lage in den USA, die momentan so ein bisschen aus dem Ruder läuft. Zumindest fühlt es sich für mich so an. Und er beschreibt da eben sehr schön, wie man durch solche Dunkelheiten durchfinden kann und beschreibt eben unsere Welt als Demon-Haunted, also so ein bisschen heimgesucht von unseren eigenen Dämonen und lässt einen da mit natürlich einem...

Jana Nicht alles wird gut, Friede, Freude, Eierkuchen, aber mit ein bisschen Hoffnung und ein bisschen Aussichten in die Zukunft, obwohl er es ja geschrieben hat zu einem Zeitpunkt, wo das alles noch anders war, aber man merkt dann auch die Welt.

Evi Wann ist das Buch rausgekommen? Weißt du das? Hast du das?

Jana Ich glaube, das ist aus den 70ern oder 80ern. Ich kann mal nachschauen. Aber man merkt einfach da, dass es so, dass sich eigentlich gar nicht so wahnsinnig viel verändert hat. Oh, es ist von 95. Aber es ist trotzdem, klar, andere Verhältnisse, global und so weiter. Aber die Probleme, das, woran es irgendwie krankt, die waren schon irgendwie immer da.

Jana Und mit denen hat man schon immer so ein bisschen gerungen. Ich finde, das führt einen da sehr schön durch. Und gerade für die Feiertage, wenn das Jahr zu Ende geht und wir uns ein bisschen darauf bereit machen, dass wir jetzt auch vier Jahre Trump erleben, finde ich, ist das ein ganz guter Guide.

Elka Dann ist das ja eine gute Reise. Zuerst das Unterhaltsame von der Eva, dann das etwas deklarierende von mir, aber zum Schluss noch Hoffnung von dir.

Jana Genau.

Evi Ich bin in Zuversicht von Carl Sagan, ja.

Jana Ja, Return of the Jedi.

Evi Stimmt, ja. Ich muss ja sagen, ich bin von Carl Sagan immer wieder beeindruckt, auch von seiner Weitsicht, die er damals hatte. Also ich habe erst vor kurzem auch so einen kurzen Clip von ihm gesehen. Ich glaube, das war so in den späten 70ern, vielleicht 80ern, wo er auch über den Klimawandel gesprochen hat und dass man da endlich was machen muss.

Evi Und ich fand das so faszinierend. Er hat das dann den Ausgaben von den USA verglichen während des Kalten Krieges, also weil es ja da um diese russische Bedrohung ging und die USA da ja wahnsinnig viel Geld ausgegeben haben für eine Bedrohung, die sie eigentlich nicht sehen konnten in dem Sinne. Oder wie groß war jetzt wirklich die Wahrscheinlichkeit, dass Russland die USA angreift?

Evi Und hat dann gesagt, okay, und dann eigentlich aber diese Folgen, die wir durch den Klimawandel erleben, die sind viel, viel schlimmer. Also eigentlich müssten wir dann noch viel, viel mehr Geld in die Hand nehmen und das war damals eine wahnsinnige Summe, die sie da im Kalten Krieg gespendet haben. Und da fand ich das halt wirklich, dass er damals schon diesen, also es ist halt einfach so eine Aktualität, ja, ähm.

Evi Im heutigen, also im Heute auch noch, ja, die ich halt wirklich beeindruckend finde.

Jana Wahnsinnig, wahnsinnig weitsichtig. Also der hat Dinge gesagt, dass, ja, gehen, also ich meine, klar, den Klimawandel, da merkt man, wie früh der Klimawandel eigentlich schon Thema hätte sein können.

Evi Ja, war es ja auch. Also man hat ja in den 70er und 80er Jahren schon total viel, also gerade in der wissenschaftlichen Welt darüber gesprochen und gesagt, man sollte das tun, ja. Ich schaue ja jetzt gerade auch wieder Cosmos. Florian, mein Mann, hat tatsächlich es geschafft, die Serie auf einer DVD zu bestellen, die in Spanien erschienen ist.

Evi Also es ist alles auf Spanisch, aber es ist die Englische auch dabei, zum Glück. Und wir sehen uns jetzt gerade an, weil ich muss sagen, für die Serie für Cosmos bin ich auch ein bisschen zu jung. Also ich habe da wirklich nur eine ganz dunkle Erinnerung, dass das bei uns, als ich Kind war, im Fernsehen irgendwie lief. Ich weiß, dass du das Kosmos das bucht.

Evi Das ist bei meinen Eltern auch im Bücherregal gestanden. Wir haben uns jetzt eben die erste Folge wieder angesehen. Und natürlich, das ist wie 1980 rausgekommen. Du siehst das natürlich an den ganzen Animationen, Effekten. Das ist halt schon alles so, okay, da lockst du halt niemanden mehr hinterm Ofen hervor.

Evi Aber es ist trotzdem die Art und Weise, wie er das gemacht hat und wie er auch die Geschichten erzählt. Also er führt da wirklich vom Anfang des Universums quasi bis jetzt und vom Großen ins Kleine. Und das hat tatsächlich noch immer was Ergreifendes. Ich war wirklich ergriffen nach wie vor.

Elka Ich kenne nur die Neuauflage.

Jana Mit Tyson.

Evi Genau, ja. Werde auch mit seinem futuristischen Raumschiff durchs All. Und Segen macht es ja auch in seiner späten 70er-Jahre-Version, die eher so in der Jahr aussieht. Auf ihn geht auch etwas zurück, was gerade jetzt, also Ende des Jahres, sehr passend ist. Und zwar ist das dieser kosmische Kalender. Das habt ihr sicher schon mal gehört.

Evi Gleich in dieser ersten Folge eigentlich auf dem Kosmos, wo es ja darum geht, dass du ja die Geschichte des Universums auf ein Jahr komprimierst. Also stellst dir vor, okay, der Urknall hat am 1. Jänner stattgefunden, Schlag Mitternacht. Und jetzt sind wir Silvester, wieder Mitternacht. Also das ist quasi jetzt. In diesem Maßstab gedacht, der ist jetzt eben eine Sekunde, sind 438 Jahre.

Evi Und ein Tag sind 37,8 Millionen Jahre. Also wenn wir jetzt haben, 1. Jänner 0 Uhr Urknall, also eben vor 13,8 Milliarden Jahren, dann ist am 15. März dann gerade mal unsere Milchstraße entstanden, sodass man das ein bisschen in eine Relation bekommt. Unser Sonnensystem dann am 31. August, dann Mitte September kommt dann mal die Erde, also wir sind jetzt so vor viereinhalb Milliarden Jahren, dann Ende September Bildung des Mondes und erste Anzeichen dann am 25.

Evi September von Leben, also die ersten einfachen einzelligen Organismen. Und ja, dann im November haben wir dann schon ein paar Tiere und dann, aber erst am 18. Dezember Wirbeltiere, die das Land erobern. Und was glaubt ihr, wann die Dinosaurier aufgetaucht sind?

Jana Boah, wenn am 18. Dezember erst die Wirbeltiere kommen.

Evi Genau, ja.

Elka Eh bald danach.

Evi Ja genau, also vor 360 Millionen Jahren waren eben die ersten Wirbeltiere an Land und dann vor 230 Millionen Jahren eben die ersten Dinosaurier. Das heißt, wir sind schon am 21. Dezember, das heißt, wir sind schon kurz vor Weihnachten. Da sind jetzt gerade mal die Dinos. Und die Dinos waren dann am 30. Dezember dann schon wieder weg.

Evi Also da ist dann der Asteroideneinschlag passiert, der dann zum Ausstehen von den Dinosauriern geführt hat, 30. Dezember. Und das heißt aber, und das war vor 66 Millionen Jahren bitte, Das heißt, dass der Mensch überhaupt erst an Silvester mal aufgetaucht ist in diesem kosmischen Jahr.

Jana Kurz vor knapp.

Evi Genau, so halb elf, 22.24 haben wir mal die ersten Primaten, Homo sapiens, sowieso erst 23.52, also acht Minuten vor Mitternacht, taucht einmal Homo sapiens auf. Das war vor 200.000 Jahren.

Elka Ich wollte schon sagen, die Dinos haben einen kurzen Spaß gehabt, nur ein paar Tage, aber eigentlich sind wir erst ein paar Stunden, Minuten.

Evi Ja, überhaupt nicht. Also die Dinosaurier, die waren acht Tage, neun Tage da und wir sind ein paar Stunden, nicht einmal so eineinhalb Stunden von der Hochkultur und überhaupt so industrielle Revolution, also wirklich jetzt diese moderne Geschichte, also alles, was wir jetzt als Zivilisation eigentlich kennen.

Evi Das ist in den letzten Sekunden des kosmischen Jahres passiert. Wir haben so 23.59.50 ist die erste Hochkultur entstanden. Und wirklich so eine Sekunde vorher sind wir da. Und das setzt halt schon nochmal alles in Relation, wo du denkst, wir Menschen sind irgendwie so gar nichts in diesem Alter des Kosmos, des Universums.

Evi Und wir sind auch selbst da, wenn du das so anschaust, auch von der Erdgeschichte eigentlich. Also das ist, wir sind echt so ein paar Sekunden und machen alles kaputt, oder?

Elka Ja, und auch viele coole Sachen.

Jana Und auch viele gute Sachen, ja.

Evi Ja, wenn du dann die Relation siehst, ich finde es halt nach wie vor beeindruckend.

Jana Ja, und es zeigt auch, wie großartig Sägen Sachen erklären konnte.

Evi Richtig.

Jana Also ich finde, das ist so eine wunderbare Idee, das so zu zeigen, um wirklich mal, weil wenn jemand sagt 3,8 Millionen Jahre oder Milliarden Jahre, damit kann ja niemand irgendwas anfangen. Und wenn er das in diesen Kontext setzt, dann merkt man, wir sind zehn Sekunden vor Mitternacht überhaupt erst in Zivilisation gegangen, sozusagen.

Evi Das heißt, wenn wir dann jetzt in ein paar Tagen, kurz vor Mitternacht, mit dem Sektgas in der Hamza stehen und bei uns in Wien warten wir, dass dann die Pummerin läutet. Also das kennst du ja gar nicht, Jana, oder?

Jana Nein, nein, aber das sagt mir was. Ich habe es schon mal gehört.

Evi Ja, das ist die Glocke beim Stephansdom in Wien. Und im österreichischen Fernsehen hast du dann auch die Live-Schaltung.

Elka Und Radio. Ich wollte gerade sagen, du hörst das ja gar nicht in Niederösterreich, aber über das Radio und über das Fernsehen.

Evi Nein, das wird ja wirklich auch übertragen. Also da wird dann das Programm auch angehalten und da ist dann wirklich live übertragen und wird dann halt runtergezählt und dann läutet, wenn die Pummerin läutet, das ist dann natürlich dieser Jahreswechsel.

Elka Und der Donauwalzer.

Evi Genau, und dann kommt der Donauwalzer.

Elka Das wusste ich nicht, dass Donauwalzer tanzen am Mitternacht nicht überall so ist. In Deutschland ist das nicht, oder?

Jana Nein, das fände ich schön.

Elka Was macht sie um Mitternacht?

Jana Also bei uns ist es meistens so, das heißt ja in München zumindest innerhalb des Altstadtrings dürfen keine Feuerwerke mehr gezündet werden. Das heißt, es gibt dann illegales Feuerwerk so meistens und ansonsten wird angestoßen. Wir sind da leider sehr unkreativ, glaube ich.

Evi Aber das mit Donnerwalsen finde ich schon sehr schön. Ich meine, es ist sehr österreichisch.

Jana Ich finde es sehr schön. Also so reintanzen ins neue Jahr ist eigentlich was Schönes.

Elka Ja, und dem Film Radio spielen Sie, was spielen Sie im Radio dann bei euch?

Jana Nix.

Elka Nix.

Jana Also ich weiß, ich habe noch nie Radio gehört am Mitternacht, glaube ich.

Elka Oder Dinner for One oder so, oder?

Jana Dinner for One wird geguckt, ja, das stimmt. Das wird vor Mitternacht geguckt.

Evi Das haben wir auch. Das kommt davor. dann kommt die Puma-Rin und dann kommt der Donauwaltseil. Und jetzt eben statt Dinner for One, kann man sich da so ein paar Sekunden zwischen Dinner for One und der Puma-Rin überlegen, jetzt ist der Mensch im kosmischen Jahr und wird da aufgetaucht.

Jana Ja, ich finde das eh spannend, weil ich habe mir auch mal Gedanken gemacht über diesen Jahreswechsel, wenn man das sich so ein bisschen anschaut. Das ist ja alles, ich meine, dass wir jetzt ins Jahr 2025 gehen, 2025 Jahre nach was, das ist ja alles sehr christlich geprägt. Und es gibt eine sehr schöne Idee, die mir einfach selber sehr gut gefällt, dass man sagt, wir gehen nicht ins Jahr 2025, sondern wir gehen ins Jahr 12.025.

Jana Und zwar, dass man ein Jahr nicht so zählt nach Christi Geburt, die ja selbst nach, wenn man das historisch betrachtet, wahrscheinlich kurz nachher, also kurz nach dem Jahr 0, glaube ich, 4 nach Christus ist wahrscheinlich derjenige, den man als Jesus betrachten könnte, geboren. Nicht im Dezember und so. Nicht im Dezember, genau.

Jana Der Stern von Bethlehem, diese Konjunktion von Jupiter und Saturn, glaube ich, das ist ja alles ein bisschen verschoben, genau. Aber man könnte sagen, wenn man das auch ein bisschen wenig, also ein bisschen säkulärer gestalten möchte, wir sind im Jahr 12.025 der menschlichen Ära. Die Idee kommt nicht von mir, sondern von, kurz gesagt, auf YouTube.

Jana Relativ erfolgreiche Wissenschaftskommunikation.

Evi Ich liebe diese Videos.

Jana Und die sind mega, die sind echt richtig gut. Und die bringen jedes Jahr diesen Kalender raus und die machen das fest daran, dass vor ungefähr 12.000 Jahren in der heutigen Türkei, in Anatolien, das bis soweit bekannt erste große Bauwerk der Menschheit gebaut wurde. wo da wirklich Menschen zusammengekommen sind und gemeinsam was erbaut wurde.

Jana Man ist sich nicht ganz sicher, was es war. Wahrscheinlich in einer Form von Tempel. Genau, es liegt auf der, das werde ich jetzt ganz falsch aussprechen, Das ist eine Ebene, das ist eine Hügellandschaft in Anatolien. Und da hat man das eben ausgegraben. Das sind riesige Steinsäulen, mehrere tausend Jahre vor Stonehenge.

Jana Und es gibt ein sehr schönes Video, was ich da auch echt empfehlen kann auf YouTube dazu. Warum? Das ist eigentlich der Beginn eben unserer Zivilisation. Also das erste Mal, wo Menschen zusammengekommen sind und was gemeinsam erbaut haben. Und das ist eben grob 12.000 Jahre her. Die 25 dazu, die ist natürlich...

Elka Ehe mehr.

Jana Man darf sich ja nicht zu sehr verwirren. Also selbst 100 oder 200 dazu.

Elka Ob man das so genau...

Jana Das weiß man nicht so genau, genau. Aber ich finde es ganz schön als Idee, wenn man sich einen neuen Kalender anschaffen möchte und ein bisschen säkulärer sein möchte, ist das, glaube ich, eine ganz nette Idee, davon auszugehen.

Evi Ich finde, das ist ein schöner Grundgedanke. Es gefällt mir. Vielleicht werde ich das jetzt auch immer dann so in Klammer dazuschreiben oder so.

Jana Ja, 2025 der menschlichen Ära.

Evi Genau, um die anderen zu verwirren.

Elka Klingt sehr futuristisch. Aber ja, man kann ja immer sagen, 20, 25 unserer Zeitrechnung, aber das ist natürlich jetzt das Problem nicht, weil das der Anfang wieder ein bisschen willkürlich ist.

Evi Der Gedanke ist schon ganz gut, also 12.025. Also 1.1.12.025. Das klingt so ein bisschen nach Star Trek, oder?

Jana Das klingt sehr nach Star Trek. Ich würde sagen, klingt so ein bisschen Sternzeit, 4.312.

Evi Ja, eben. Ja, erster, erster. Habt ihr da Traditionen eigentlich dann? Also Januar, wenn ihr dann schon nicht Donauwalzer tanzt, macht ihr am 1. Jänner, 1. Januar dann was Besonderes? Gibt es da Traditionen bei euch?

Jana Also ganz viele Deutsche werden mich jetzt da natürlich eines Besseren belehren. Vielleicht bin ich da auch nur ein Banause. Nicht, dass ich wüsste, nee. Also es ist natürlich der klassische Auskatertag normalerweise für die Silvesterfeiern.

Elka Neujahrskonzert?

Jana Neu? Ja, doch, sowas gibt es. Ja, ja, doch.

Elka Du persönlich machst nichts Besonderes?

Jana Normalerweise nicht. Ich versuche immer zumindest irgendwie so ein ganz spätes Brunch zu machen und so ein bisschen das neue Jahr nicht nur zu versumpfen am 1.1., wenn man sich das Gefühl hat, jetzt hier gestern irgendwie noch was getrunken und lang wach geblieben. Aber ich bin da nicht so. Der erste, der erste ist für mich immer ein bisschen, ist eigentlich ein Ausruhtag. Viel mehr habe ich da nicht.

Evi Für mich ist es auch so ein Ausruhtag, Aber ich habe eine ganz eigene Tradition, ich weiß nicht, warum es hat sich bei mir vor Jahren oder fast Jahrzehnten, ich glaube Jahrzehnten schon eingebürgert, dass ich am 1. Jänner mir immer den Film anschaut, die Zeitmaschine. Und zwar den ganz alten von 1960.

Jana Den Uralter, ja.

Evi Ja, ich weiß nicht, ob ihr den kennt überhaupt.

Jana Ich habe ihn nicht gesehen, aber ich weiß, dass er existiert.

Evi Ja, mich hat er als Kind so fasziniert. Also das war als Kind. Kind, also meine Kindheit war es wirklich, glaube ich, einer meiner Lieblingsfilme, weil der die Zeitmaschine ja gebaut hat. Und der Film spielt nämlich in der Silvesternacht, also er ist der Erste auch, wo er dann in die ganz ferne Zukunft reist. Und ich wollte dann auch immer Zeitmaschine bauen.

Evi Also ich war dann von diesen Zeitreisen und Zeitmaschinen immer ganz fasziniert. Ja, und deswegen ist das so meine Tradition. Also ich habe auch so späten Brunch immer. Also es ist immer so mit ganz viel Essen verbunden und dann eben mit Film gucken. Und ja, bei mir ist das halt eben die Zeitmaschine. und ich schaue diesen Film auch wirklich nur einmal im Jahr. Also der darf dann während des Jahres nicht ausgegraben werden.

Jana Muss dann nicht nochmal.

Evi Genau, der ist dann immer noch am 1. Jänner. Da habe ich mir gedacht, nachdem wir jetzt die ganze Zeit jetzt auch schon so von Genies aus der Vergangenheit gesprochen haben und großen Köpfen, frage ich mich, wohin würdet ihr dann reisen eigentlich in der Zeit, wenn ihr da jetzt zu irgendeinem historischen, wissenschaftlichen Ereignis durch die Zeit reisen könntet?

Evi Als Segen war der ganz begeistert von der Bibliothek von Alexandria. Also ich glaube, da hat er noch so gesagt, Da würde er gerne mal durch die Gänge marschieren und sich das anschauen. Habt ihr da auch irgendetwas, wo er sagt, wenn ich die Möglichkeit hätte, da würde ich sofort hinreisen?

Elka Meinst du, das ist ein bisschen basic? Das klingt vielleicht gar nicht so spannend, aber ich glaube, ich würde zur Mondlandung reisen. Weil ich meine, es geht ja nicht nur um das wissenschaftliche Event. Man muss ja auch in dieser Zeit dann leben. Also auch mit den Leuten und dann deren Eigenheiten und Mentalitäten, mitkriegen.

Elka Und ich glaube, so die 60er, 68er Bewegung, ich stelle mir das einfach so eine coole Zeit vor, so eine Umbruchszeit, dass einfach so viel passiert, die politische Stimmung, dann die Mondlandung und ich glaube halt, alles vor dieser Zeit ging es, vor allem als Frau war es glaube ich nicht so leihwand. Also vor allem so, 19.

Elka Jahrhundert oder so, also es war glaube ich gar nicht so, also wenn man jetzt sagt, wo ich leben würde, in welcher Zeit, würde ich das glaube ich davor nicht so gern wollen. Aber ich glaube, so die 68er-Bewegung.

Evi Leben musst du ja nicht. Wir haben ja die Zeitmaschine, wir können dann wieder… Ach.

Elka Dann kann ich wieder zurücklaufen.

Evi Natürlich, ja, ja. Ich finde es total cool, deine Idee. Ich glaube, ich komme mit und begleite dich da.

Elka Ja, ich bleibe dann nämlich vielleicht dort, wäre meine Idee.

Evi Ach so, okay, ja. Ich bin da gerade die Zeit, so 68er, und so bin ich ein bisschen gespalten. Ich finde es auch super spannend, wegen der Mondlandung und dieser Welt im Aufbruch. Ich liebe ja zum Beispiel Bücher über Raumfahrt aus den 60er-Jahren. Weil du da einfach von diesen, du spürst da so einen Spirit in diesen Büchern auch, die sind ja alle davon ausgegangen, dass wir da 2000-Jähr-Mond-Kolonien schon haben werden und alles.

Evi Und das merkst du in diesen Büchern. Und das finde ich total spannend. Also deswegen würde ich Würde es mich auch total interessieren, in dieser Zeit zu reisen. Ich glaube aber, dass es gleichzeitig trotzdem immer noch eine sehr konservative Zeit war. Also bei der 68er-Bewegung, das war eine ständische Bewegung, diese Antikriegsbewegung und so, was ja, glaube ich, schon noch die Gesellschaft polarisiert hat.

Evi Also ich glaube schon noch, dass da ein Großteil sehr konservativ trotzdem war. Und deswegen, glaube ich, ist das vielleicht auch eine schwierige Zeit wahrscheinlich. Aber auf jeden Fall spannend, ja, bin ich ganz bei dir.

Jana Da hat mich da gerade was auf was gebracht, Elka, weil auf jeden Fall auch wieder mit der Option der Rückreise. Ich hatte mir überlegt, das ist ein bisschen makaber natürlich, aber so Ende, was ist das dann, ich muss es mal im Kopf gerade auskriegen, Ende 1800 irgendwas ist dann 19. Jahrhundert. Genau, also Ende 19. Jahrhundert, Anfang 20.

Jana Ich hatte mir überlegt, ich würde gerne so diesen Aufschwung der Durchbrüche in der Physik miterleben und hatte mir dann eben gedacht, so bei den Curies mal eingeladen zu sein auf der Gartenparty, natürlich ohne da was zu trinken beziehungsweise nur, wenn man immun ist, weil es gibt ja da, also das ist glaube ich nicht belegt, aber es gibt die Storys, dass Marie Curie ein Stück Radium auch neben ihrem Bett stehen hat.

Jana als Nachtlampe sozusagen.

Evi Okay.

Jana Und dass sie ihre Cocktails zum Leuchten gebracht haben in der Zeit. Also als Party-Trick sozusagen. So ein bisschen Staub, radioaktiven Staub reingemischt. Und dann, wenn es dunkel wird, kann man eben sehen, dass das schön leuchtet. Ich habe da irgendwie so ein ganz komisches, makaberes Interesse daran, weil diese Unbesorgtheit, mit der man damit umgegangen ist.

Jana Ich meine, das Zeug leuchtet, das wird schon nicht so schlimm sein. Also diese Radium Girls, die es dann auch gab, die diese Uhrblätter da mit radioaktiver Farbe bepinselt haben und den Pinsel immer in den Mund genommen haben, um die durch Spitze halt möglichst fein und auch spitz zu machen. Also wirklich schlimm natürlich, dann im Nachhinein ist schlimme Krankheiten gekriegt. Ich hatte ein bisschen recherchiert und dann auch in Zeitschriften angepriesen, man soll radioaktives Wasser trinken, weil das würde dann den Glow sozusagen verstärken und solche Sachen.

Jana Und da dachte ich mir, das würde ich gerne zumindest mal sehen. Also da in diesem absurden Gemenge zu stehen auf einer Gartenparty ist natürlich auch, um sich vielleicht, wenn man den Mut aufbringen kann, mit Marie Curie zu unterhalten über ihre großartige Arbeit, aber auch um dabei zu sein. Als die Welt sich dachte, naja, wenn es leuchtet, dann sollte ich das vielleicht trinken.

Elka Das ist so Dark Tourism, oder?

Jana Ja, genau. So ein bisschen ist es so, ja.

Elka Oder wie früher, wo Rauchen noch nicht der krebserregend war. Wo das gesund war.

Jana Vom Arzt verschrieben.

Evi Gut, da gibt es ein paar so Sachen. Ich komme auf jeden Fall mit auf deine Gartenparty, Jana. Weil ich habe mir überlegt, ich würde total gerne auf so eine Solvay-Konferenz. Also ähnlicher Gedankengang wie bei dir. Ab 1911 haben diese Konferenzen ja stattgefunden für Chemie und Physik eben in Brüssel. Und das ist ja ein, also wenn du dir die Fotos ansiehst von damals, das sind ja die ganzen Nobelpreisträger, Trägerinnen, sind da ja drauf immer.

Evi Und da haben sich ja wirklich alle getroffen. Also diese ganzen führenden Physiker, Physikerinnen. Also Pauli hat auch an so einer Konferenz teilgenommen. Und ich habe überlegt, da würde ich da vielleicht so 1927 oder 1930 gerne mal dabei sein. Also da war eben auch Marie Curie war ja da, Louis de Broglie, Einstein. Nein, ja, also da muss man sich ja wirklich so, welches ja nehme ich, wen möchte ich da sehen, Heisenberg, die waren ja alle, also wirklich alle, die wir da schon am Anfang auch genannt haben. Also da hätte man die alle irgendwie auf einem Haufen.

Evi Ich meine, wahrscheinlich würde ich dann verstummen vor eher Furcht, ich weiß nicht, ob ich da dann locker einen Smalltalk machen könnte. Aber ja, zumindest ein bisschen so ein stummes Mäuschen wäre ich da ganz gerne.

Jana Und Einstein sagen, dass er seine Frau besser behandeln muss. Ja, wirklich.

Evi Aber ich glaube 1930, da war er ja schon geschieden, oder? Wann haben sie denn die...

Jana Ja, da war es wahrscheinlich schon vorbei, ja. Ich weiß nicht, kennt ihr diese, das ist ein bisschen viral gegangen, ist, glaube ich, eine Doctor Who-Folge, wo sie Vincent van Gogh zeigen, wie beliebt er jetzt ist. Und dass man diesen Physikern auch teilweise ja erklären kann, eben auch Einstein zum Beispiel, dass man Gravitationswellen finden wird später.

Jana Oder dass man ganz vielen Leuten wahrscheinlich sagen kann, ihr habt recht und es dauert ein bisschen, aber wir werden es rausfinden.

Evi Die Dr. Hu-Folge ist sehr schön. Die ist ganz toll. Sehr berührend auch.

Elka Aber das würde ich nur den Sympathischen sagen, die unsicher waren, weil manche waren eh schon so eingebildet, die brauchen das eh nicht. Aber zum Beispiel Rosalind Franklin sagen, dass ihre Entdeckung doch noch gewürdigt wird. Wobei sie weiß, sie wusste auch noch nicht, dass die den Nobelpreis kriegen dafür. Es gibt eine schlechte und eine gute Nachricht, Rosalind Franklin.

Jana Ja, genau.

Evi Wobei, ich weiß nicht, wir dürfen ja nicht in den Lauf der Geschichte eingreifen, oder?

Jana Naja, das stimmt natürlich, Prime Directive.

Elka Aber es gibt immer wieder Ausnahmen, komischerweise.

Jana Ja, bei Dr. Bodeck. Manchmal ist es erlaubter. Für das Gute natürlich nur.

Evi Genau, sowieso. Ja, klar. Nicht, dass wir dir irgend so ein... Eine Zeitparadoxon heraufbeschwören. Das geht natürlich nicht. Also wir können auf jeden Fall wieder zurückreisen von den Gartenpartys über die Solve-Konferenz und zur Mondlandung wieder ins Hier und Jetzt. Beziehungsweise der Zeitmaschine könnten wir auch in die Zukunft reisen, oder?

Elka Wir können nicht in die Zukunft reisen, aber ich kann euch eure Zukunft vorhersagen, wenn ihr wollt.

Jana Was? Ja, bitte.

Evi Hast du unser Horoskop mit, oder wie?

Jana Ja, aber gerade sagen.

Elka Nein, das ist schon oldschool. Ich habe eine neue Esoterik. Da entdeckt nämlich das Feministinnen-Orakel.

Evi Oh.

Elka Und ich habe euch Karten aufgelegt und dann gebe ich euch einen Ratschlag zum Thema.

Evi Wenn jetzt die Karten gemischt.

Elka Ja, Arbeit, Gesellschaft und Wohlbefinden. Also ihr bekommt drei Ratschläge, aber zuerst müssen wir das auswählen. Das heißt, ich tippe da auf die Karten und dann sagt sie Stopp und dann lese ich es euch vor. Also zuerst Jana vielleicht.

Jana Okay. Stopp.

Elka Okay. Du hast gezogen Yoko Ono.

Jana Oh nein.

Elka Was sagt sie zu Arbeit? Kunst ist unsere beste Verteidigung. Musik unsere universelle Sprache. Also das ist dein Motto zur Arbeit für das Jahr 2025. Zur Gesellschaft. Das Wichtigste im Leben ist Atmen.

Evi Oh, okay.

Jana Das werde ich nicht vergessen. Das ist nicht falsch. Das ist korrekt.

Elka Kann man dagegen sagen. Und zu Wohlbefinden. Halte deinen Kopf frei. Denk mal drüber nach.

Jana Okay. Ich halte ihn frei und konzentriere mich nur aufs Atmen. Genau.

Elka Nächstes Jahr sagst du uns dann auf diese Weisheiten, die vielleicht geholfen haben.

Jana Okay, interessant. Joko Ono und ich.

Elka Ja.

Jana Musikalisch bin ich leider nicht so begabt, aber vielleicht muss ich damit anfangen. Vielleicht ist das der Punkt. Spannend. Okay. Ja, vielen Dank. Bitte.

Elka So, Eva, jetzt bist du dran.

Evi Jetzt bin ich dran. Jetzt bin ich aber gespannt. Okay. Wann geht's los? Jetzt? Okay.

Elka Es ist schon am Laufen.

Evi Stopp.

Elka Stopp, okay. Oh, Malala. Die Malala sagt zur Arbeit, Stiftung Papier sind unsere effektivsten Waffen.

Evi Mhm.

Elka Also nicht so viel am Laptop herumschreiben.

Evi Nee, das habe ich auch. Also bei meinen ganzen Mathe-Prüfungen an der Uni ist auch nur Stift und Papier erlaubt. Also da ist was Wahres dran, ja.

Elka Gesellschaft, nichts auf der Welt ist stärker als eine Frau. Das ist ja ein cooler Ratschlag. Und Wohlbefinden, Fehler sind ein Privileg der Freiheit.

Evi Ach je.

Jana Oh je.

Evi Was heißt? Ist das jetzt gut?

Elka Na ja, es sagt, dass du halt Fehler machen darfst, sollst.

Jana Weil du frei bist.

Elka Genau, sonst hätte ich das interpretiert. Als die offizielle Kartenlegerin hätte ich das so gesagt. Mach Fehler und lern daraus.

Evi Okay.

Elka So, jetzt tue ich noch mir selber ziehen.

Evi Ja, bitte.

Elka Es ist verdeckt, ich weiß es eigentlich nicht. Ich wähle einfach irgendeine Karte.

Evi Okay.

Elka Margaret Atwood. Das ist hier, glaube ich, die, die Handmaid's Day geschrieben hat. Ja, genau. Zur Arbeit, die Antworten hängen von den Fragen ab. Ja. Wenn ich den Studis Antworten von ihnen möchte, hängt das auch von meiner Frage ab.

Jana Zeigt ab, was du fragst, ja.

Elka Genau. Auge um Auge und die ganze Welt wird blind. Das stimmt. Das ist wahr. Nicht Rache suchen. Seid gnädig mit Trump. Okay.

Jana Das steht da drauf.

Elka Nein, aber das wäre meine Situation. Die ganze Welt. Und das Letzte ist, es sind die kleinen Dinge, die dem Leben eine größere Bedeutung geben.

Jana Ah ja.

Evi Voll die Glückskeksweisheit.

Jana Das klingt gut. Also Handmaidens Tale finde ich natürlich ein bisschen gruselig, dass das jetzt damit ins Spiel kommt.

Elka Das stimmt, ja. Ein bisschen Wahrheit.

Jana Wow, das Feministin in den Orakel. Schauen wir mal. Wir müssen nächstes Jahr am Ende auf jeden Fall besprechen, ob sich das alles, also merkt euch, wen ihr gezogen habt.

Evi Ja, ich würde jeden Fehler notieren.

Jana Ja, bitte.

Elka Mit Papier, Stiftung Papier, bitte.

Jana Nur mit Stiftung Papier.

Evi Nächstes Jahr wird uns dann Jana was vorspielen oder singen oder so.

Jana Richtig, ich spiele euch dann was auf meinem Waldhorn vor oder sowas.

Evi Den Donauwalzer spiele ich euch dann vor. Ja, super.

Jana Dann werden wir endlich auch mal eine schöne Tradition haben, ja.

Elka Sehr gut.

Evi Kannst du dein Instrument noch aussuchen?

Jana Genau, sehr gut.

Evi Hast eine Zeit. Ja, super. Danke, Elka. Für das Orakel bin ich gleich ganz durcheinander. Da ist übrigens ergriffen von diesen Vorhersagungen. Ja, genau. Ja gut, also ich glaube, wir können trotzdem frohen Mutes ins neue Jahr schreiten. Und ich hoffe, dass alle mit uns schreiten, die uns hier auch das ganze Jahr über so nett und brav zugehört haben. Und da wollen wir uns auch noch bedanken.

Elka Ja, genau. Also zuerst einmal danke für das schöne Jahr mit euch beiden und auch an unsere HörerInnen. Danke für eure Unterstützung dieses ganze Jahr und hoffentlich noch viele weitere Jahre. Speziell wollen wir uns noch bei der Rosemarie bedanken. Die hat uns mit einem Cosmic Espresso unterstützt auf Steady.

Elka Also man kann uns auf Steady, Patreon oder über Paypal einmalig unterstützen. Und die Rosemarie hat ein Cosmic Espresso abgeschlossen. Und auf Patreon hat Markus ein Cosmic Latte to go abgeschlossen. Danke an euch beide.

Jana Ja, ich muss mich natürlich auch bedanken, dass ihr mich so freundlich und offen willkommen geheißen habt in eurem Podcast und dass ich hier immer wieder auch Teil davon sein darf und so viele spannende Themen auch immer wieder gab, weil jedes Mal, wenn ich hier natürlich nicht dran bin mit der Themenauswahl, dann lernt man natürlich was ganz Neues wieder dazu, beziehungsweise man lernt natürlich auch was, wenn man selber mit dem Thema dran ist, weil man erst denkt, ich weiß nicht, wie es euch da geht, aber ich denke mir immer, ah ja, das kann ich und dann fange ich an zu recherchieren und bin so, oh ja, da muss ich nochmal ein bisschen was lernen.

Jana Vielen Dank natürlich auch von mir an alle Hörerinnen. Es ist mein erstes Jahr so als ernsthafte Podcasterin und es war wahnsinnig schön, es hat wahnsinnig viel Spaß gemacht und ich hoffe, dass es nächstes Jahr genauso weitergeht. Ja und wenn ihr uns sagen wollt, wie es euch gefallen hat, was euch vielleicht besonders gut gefallen hat oder wenn ihr Bewertungen, Feedback habt, lasst es gerne beim Podcast da.

Jana Ihr dürft ihr natürlich auch gerne weiterempfehlen, dass wir noch größere Community haben nächstes Jahr. Und bei Feedback, Fragen und Anregungen, da könnt ihr gerne eine E-Mail schreiben an kontakt.cosmiclatte.at oder natürlich auch einen Kommentar auf kosmiclatte.at und den Podcast findet ihr auch auf Instagram unter kosmiclatte.podcast und auf ex, formerly known as Twitter, unter kosmiclatte.pod.

Jana Und ansonsten würde ich sagen, gutes neues Jahr, oder?

Evi Ja, frohes Neues und wir hören uns dann alle zusammen wieder im neuen Jahr, in 12.025, oder?

Jana Genau, in 12.025.

Elka Frohes 12.025.

Evi Ja, genau. Also dann alles Gute und auf bald. Tschüss.

Elka Tschüss.

Jana Ciao.

Elka Wenn wir jetzt eher eine Pause machen oder schneiden müssen. Meine Katze hat gerade neben mich gespieben. Ich muss kurz aufwischen.

Jana Wenn es okay ist.

Evi Okay, ich mache eine Markierung.

Jana Dann die Aufnahme weiterlaufen lassen einfach, oder?

Evi Ja, ich lasse einfach weiterlaufen. Ja, ja. Okay, okay. Ja, machen wir da jetzt eine Markierung.

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