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Shownotes
Und: Warum die deutsche Weinwirtschaft schwere Zeiten haben wird
DK158 - Retten wir Wein und Schokolade mit Geoengineering?
Und: Warum die deutsche Weinwirtschaft schwere Zeiten haben wird
"Das Klima”, der Podcast zur Wissenschaft hinter der Krise. Wir lasen den sechsten Bericht (ipcc.ch) des Weltklimarats und erklären den aktuellen Stand der Klimaforschung.
In Folge 158 geht es um Wein, Kaffee und Schokolade. Denn diese Luxusgüter werden, wie alles andere, durch die Klimakrise Probleme kriegen. Ob wir das mit Geoengineering in den Griff kriegen können, hat sich eine aktuelle Studie angesehen. Spoiler: Eher nicht und für den deutschen Wein wäre das alles andere als gut.
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Die Zukunft von Wein und Schokolade
Wir starten diese Folge am Weihnachtsmarkt, aber es fehlen nicht nur Schnee und winterliche Stimmung – in Zukunft könnten auch Glühwein, Schokolade und Kakao knapp werden. Aber vielleicht können wir das mit Geoengineering lösen!
Es gibt eine aktuelle Studie mit dem Titel “Macroclimate Growing Conditions for Luxury Crops after Stratospheric Aerosol Injection” (iopscience.iop.org/article/10.1088/1748-9326/a…), in der untersucht wird, wie sich die Ausbringung von Schwefeldioxid in die Stratosphäre – die sogenannte Stratospheric Aerosol Injection (SAI) – auf die globalen Temperaturverläufe und insbesondere auf landwirtschaftliche Bedingungen auswirken könnte.
SAI soll die Sonneneinstrahlung reduzieren, ähnlich wie es natürliche Vulkanausbrüche tun. Im Modell der Studie wird von 2035 bis 2069 jährlich Schwefeldioxid an vier Punkten nahe und etwas entfernt vom Äquator ausgebracht, sodass sich die globale Temperatur auf 1,5 Grad oder sogar 1 Grad Erwärmung stabilisieren soll. Die Modelle basieren auf dem sozioökonomischen Pfad SSP2-4.5, der moderate Klimaschutzmaßnahmen annimmt. Während die globale Temperatur in den Simulationen tatsächlich sinkt, verändern sich regionale Klimamuster stark. Genau diese regionalen Verschiebungen sind für den Anbau der drei untersuchten Luxusfrüchte entscheidend.
Ausgangspunkt der Analyse sind agrarmeteorologische Indizes, die etwa Temperaturgrenzen, Kältestunden, Feuchtigkeit, Schädlinge oder Niederschlagsmengen abbilden. Ein Jahr gilt in der Studie dann als ungeeignet für die jeweilige Pflanze, wenn einer der relevanten Grenzwerte überschritten oder unterschritten wird. Die Forschenden verbinden diese Klimaprojektionen anschließend mit historischen Exportdaten aus 18 wichtigen Anbauländern, um mögliche wirtschaftliche Effekte abzuschätzen.
Die Ergebnisse zeigen ein komplexes und regional stark variierendes Bild.
Während die für den Weinanbau geeigneten Flächen global betrachtet leicht zurückgehen, profitieren einige Regionen vom Geoengineering überraschend deutlich. Spanien zählt im Modell zu den Gewinnern: In rund 80 Prozent der Simulationen verbessern sich die Bedingungen für den Weinanbau. Deutschland hingegen hat fast ausschließlich negative wirtschaftliche Auswirkungen zu erwarten und verliert deutlich an geeigneten Anbauflächen. Auch Kalifornien und Australien profitieren, während Chile beim stärkeren Geoengineering einen massiven Einbruch seiner Exportmöglichkeiten erleidet.
Beim Kaffee ist die Lage noch unübersichtlicher. Besonders Brasilien, Uganda und Vietnam verlieren in beiden Geoengineering-Szenarien deutlich an Eignung. Nur Kolumbien und Indonesien profitieren in der Tendenz, wobei die Spannweite der Simulationsergebnisse groß bleibt.
Der Kakaoanbau reagiert ebenfalls sehr unterschiedlich. Während die globalen Eignungsflächen leicht zunehmen, verschieben sich die Anbauzonen. Kamerun profitiert klar, während die Hauptproduzenten Côte d’Ivoire und Ghana stark verlieren. In der fernen Zukunft (2056–2065) verstärken sich viele dieser Trends.
Ecuador etwa verliert wieder, nachdem es in der nahen Zukunft noch profitiert hatte, und Kamerun bleibt zwar im Plus, doch der positive Effekt fällt geringer aus. Auch beim Kaffee verschärfen sich negative Trends – Vietnam hat in der späten Projektionsperiode nahezu keine geeigneten Jahre mehr.
Die Studie betont, dass Geoengineering zwar die globale Temperatur senken könnte, aber keineswegs verlässlich positive Effekte auf den Anbau von Wein, Kaffee oder Kakao mit sich bringt. Diese Kulturen reagieren empfindlich auf Niederschläge, Feuchtigkeit und jahreszeitliche Temperaturverläufe – Faktoren, die sich durch SAI regional stark und teils unvorhersehbar verändern. Besonders der Niederschlag lässt sich nicht so leicht ausgleichen wie Hitze; während Trockenheit oft mit Bewässerung begegnet werden kann, sind Starkregenereignisse oder Überschwemmungen kaum kontrollierbar. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Studie kommen zu dem Fazit, dass SAI wegen der hohen regionalen Variabilität keine zuverlässige Maßnahme ist, um den Anbau dieser Luxusfrüchte zu sichern.
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Claudia Hier ist das Klima, der Podcasts Wissenschaft hinter der Krise. Wir lesen und erklären den aktuellen Stand der Klimaforschung jeden zweiten Montag mit Florian Freistetter.
Florian Und mit Claudia Frick. Herzlich willkommen zum Karneval. Zumindest heute, wo wir die Folge aufnehmen, ist der Karnevalsbeginn. Und wir haben vorher schon gesprochen, Claudia ist ganz aufgeregt in ihrer Karnevalshochburg.
Claudia I love.
Florian Genau. Das haben wir schon mal, glaube ich, früher geklärt, dass wir beide nicht die großen Fans des Karnevals sind. Aber wir machen einfach weiter Podcast ohne Karneval, aber mit einem Rückblick auf die letzte Folge und auf das, was die Welt so glaubt.
Claudia Ja, wir haben uns sehr viel mit Glaubenssätzen beschäftigt und wie unsere Glaubenssätze miteinander zusammenhängen. Und manchmal sind sie schön stabil und man kann an einem ziehen und ihn kaputt machen und dann bleiben sie trotzdem. Das Gesamtkonstrukt bleibt bestehen und manchmal sind sie ein bisschen fragiler und manchmal sind sie auch widersprüchlich. Dann sagen wir, ja, also Kohleenergie und so wollen wir alles nicht und Öl, aber mehr Erneuerbare finden wir auch nicht gut.
Florian Also wir nicht, aber es gibt Leute, die denken das.
Claudia Genau, das war ein universales Wir, weil global gesehen gibt es natürlich Leute. Die auch solche sich widersprechenden Glaubenssätze haben und die stabil in ihrem System integriert haben.
Florian Genau, und wir haben festgestellt, dass man in Deutschland anscheinend einen stabilen negativen Glaubenssatzsystem über das Klima hat und in Österreich ein stabil positives, überraschenderweise.
Claudia Ja, was sehr interessant ist, wenn man sich anguckt, die Klimapolitik.
Florian Genau, dann machen wir heute mit was ganz anderem weiter, obwohl ein bisschen geht es auch im Glaube, aber nur ganz ein bisschen. Denn nicht nur Karneval hat angefangen, auch die Weihnachts- und Adventszeit nähert sich. Das ist ja auch was mit Glaube. Die ersten Weihnachtsmärkte haben hier bei uns schon aufgesperrt, bei euch wahrscheinlich auch, nehme ich an.
Florian Das macht man ja gerne immer früher und früher, weil man muss ja den ganzen Glühwein unter die Menschen bringen irgendwie.
Claudia Stimmt.
Florian Ist immer so ein bisschen unangenehm oder unangenehm. Weihnachtsmärkte finde ich generell unangenehme Orte, bin ich jetzt kein so gewaltiger Fan von wie vom Karneval, aber es ist generell unangenehm auf so einem Weihnachtsmarkt rumzulaufen, wenn es draußen noch warm ist. Ich habe heute den Wetterbericht in der Früh gehört, in Tirol, in Österreich haben wir gerade so um die 20 Grad, was für die zweite Novemberwoche auch ein bisschen ungewöhnlich ist.
Florian Und wenn man da jetzt so bei 20 Grad und Sonnenschein über den Weihnachtsmarkt schlendert, fehlt so ein bisschen die richtige Stimmung. Und wenn man schon hingeht, sollte es kalt sein und sollte es auch schneien idealerweise. Wird aber in Zeiten der Klimakrise vermutlich so weitergehen, dass wir uns daran gewöhnen müssen, Weihnachtsmärkte auch beizubringen.
Florian Hohen Temperaturen und ohne Schnee zu besuchen. Und das Problem ist, dass es in Zukunft vielleicht sogar noch schlimmer wird mit den Weihnachtsmärkten, weil es nicht nur keine weihnachtliche Stimmung geben wird, mangels Schnee und Kälte, sondern vielleicht auch noch keinen Glühwein, keine Schokolade und keinen Kaukau, was natürlich für Weihnachtsmärkte sehr, sehr blöd ist.
Claudia Das wäre sehr traurig, ja.
Florian Aber wenn wir offen sind für neue Technologien, dann können wir die Welt und den Weihnachtsmarkt noch retten und zwar mit Geoengineering.
Claudia Na, oh, ich höre schon meine Alarm, nicht meine Weihnachtsklocken, sondern meine Alarmglocken angehen.
Florian Ja, aber Geoengineering haben wir auch schon früher oft besprochen und sind zu dem Schluss gekommen, dass es etwas ist, was man idealerweise vermeiden sollte. Nicht nur wir sind zu dem Schluss gekommen, die Wissenschaft ist zu dem Schluss gekommen. Aber wenn man sich so anschaut, wie die Weltpolitik läuft, was auf den Klimakonferenzen abgeht, da hat ja auch gerade die aktuelle Klimakonferenz wieder gestartet.
Florian Wenn man sich das alles anschaut, dann wird der Drang nach solchen Scheinlösungen in Zukunft vermutlich eher größer werden als kleiner, weil die echten Lösungen will anscheinend keiner umsetzen und irgendwann kommt dann der Punkt, wo wahrscheinlich das eine oder andere Land sagen wird, so jetzt müssen wir das mit Geoengineering lösen, hilft nichts mehr, wir müssen jetzt hier die Notbremse ziehen oder was auch immer sich die Politiker und Politikerinnen dann ausdenken.
Florian So oder so lohnt es sich, sich mit Geoengineering zu beschäftigen. Nicht, weil wir damit rechnen müssen, damit wirklich mal die Welt zu retten, sondern weil wir vor allem verstehen wollen, bevor wir sowas vielleicht doch mal einsetzen, wie die Auswirkungen sind und was die Nebenwirkungen sind von dem Ganzen.
Florian Und ich sage gleich, was Geoengineering nochmal ist, damit wir das für die Folge auch nochmal haben, wer die alten Folgen nicht gehört hat. Aber zuerst, ja, was hat das alles mit Schokolade zu tun und mit Glühwein? Die Zukunft von Wein und Schokolade, wir wissen, haben wir auch schon in vielen Folgen besprochen, dass viele Dinge problematisch werden in Zukunft, auch so Dinge wie Landwirtschaft und natürlich auch so Dinge wie der Anbau von Wein oder der Anbau von Kakaopflanzen oder auch der Anbau von Kaffeepflanzen.
Florian Das sind alles Dinge, die in Zukunft vielleicht nicht mehr so einfach funktionieren, wie sie jetzt funktionieren und man kann das natürlich beobachten. Unter die Rubrik Luxusproblem einordnen, weil wir können auch ohne Wein überleben. Wir können auch ohne Schokolade überleben. Es gibt Dinge, die für unser Überleben deutlich wichtiger sind als Wein und Schokolade.
Florian Klimakrise ist eine sehr viel fundamentalere Bedrohung, aber man kann sich auch das wissenschaftlich anschauen. Und vielleicht muss man sich oder soll man sich auch diese Luxusprobleme anschauen, wenn man am Ende bestimmte Menschengruppen überzeugen will. Weil vielleicht ist manchen der Wein wichtiger als irgendein anderer Aspekt der Klimakrise.
Florian Also es gibt mehrere Gründe, warum man sich damit beschäftigen will, aber auf jeden Fall habe ich mir eine Forschungsarbeit angeschaut, die auch nicht verbirgt, dass es sich hier um ein Luxusproblem handelt. Der Titel dieser Forschungsarbeit lautet Macroclimate Growing Conditions for Luxury Crops after Stratospheric Aerosol Injection.
Florian So heißt die Arbeit, ist Anfang November erschienen und ich fand die wirklich interessant, denn es geht um Geoengineering. Wir haben das in Folge 10 unseres Podcasts ausführlich besprochen. Da ist es im Sachstandsbericht vorgekommen und haben über die verschiedensten Methoden gesprochen, wie wir unser Klima engineeren können.
Florian Also man kann alle möglichen Dinge machen von den Science-Fiction-Sachen, die wir auch schon mal zumindest zum Teil besprochen haben, so riesige Spiegel im Weltall installieren oder dass man in der Atmosphäre bestimmte Stoffe ausbringt, die dann das Sonnenlicht reflektieren. Es ist das, was Vulkane auf natürliche Art und Weise machen.
Florian Die schmeißen ja Schwefeldioxid zum Beispiel in die Atmosphäre beim Vulkanausbruch. Und wir wissen ja, dass große, wirklich große, große Vulkanausbrüche für eine kurzfristige Abkühlung der Atmosphäre sorgen können. Das haben wir beobachtet in den Daten. Und das könnte man ja auch beobachten. Künstlich versuchen.
Claudia Ja.
Florian Nicht indem wir Vulkane ausbrechen lassen.
Claudia Das war gerade mein Gedanke. Bitte nicht Vulkane ausbrechen lassen.
Florian Sondern indem wir halt einfach das Zeug, in dem Fall Schwefeldioxid, einfach so in die Atmosphäre ausbringen. Dann kann man ja mit Flugzeugen drauflegen und dann sprühen wir das einfach raus. Das kann man machen und dann würde das auch vermutlich die Sonnenstrahlung abbildern, genau wie beim Vulkanausbruch.
Florian Die Frage ist jetzt nur, was hat das für Auswirkungen nicht nur auf das Klima an sich, sondern in dem Fall und in dem Kontext dieses Artikels. Was hat das für Auswirkungen auf den Anbau von Weintrauben, von Kaukau und von Kaffee? Wie wirkt sich das aus? Das haben die sich in der Arbeit angeschaut. Wie wirkt sich Geoengineering auf den zukünftigen Anbau dieser Produkte aus?
Florian Fand ich interessant, dass das eine Arbeit gibt dazu, aber es gibt sie und wir schauen sie uns heute an. Warum haben die gerade diese drei Pflanzen gewählt, also Wein, Kaukau und Kaffee? Einerseits, weil diese Kulturen sehr viel stärker als andere von der Temperatur, von Niederschlag, von der Luftfeuchtigkeit abhängen und weil sie gleichzeitig eine sehr, sehr hohe wirtschaftliche Bedeutung haben. Kakao.
Florian Kaffee, Wein. Eins von den drei konsumiert wahrscheinlich jeder Mensch auf der Erde. Und das ist ein großes Geschäft. Das heißt, das ist auch wirtschaftlich relevant für die Zukunft. Ich werde das nicht wiederholen, wie da jetzt die Pflanzen reagieren. Auch das haben wir in früheren Folgen immer wieder mal besprochen.
Florian Ja, die Weintrauben brauchen nicht zu viel Hitze, aber sie brauchen natürlich Trockenheit. Sie brauchen auch Phasen, wo es irgendwie kalt ist, die Pflanzen, damit sie wissen, wann sie austreiben sollen und sowas. Also alle, die in Weinbaugebieten leben, so wie ich und so wie viele aus der Hörerschaft auch, wissen, wie empfindlich Wein sein kann.
Florian Kaffee ist auch empfindlich gegenüber hohen Temperaturen. Kaffee ist sehr empfindlich gegen unregelmäßige Niederschläge. Kaukau reagiert stark auf Feuchtigkeit und so weiter. Also für all das spielt es eine Rolle, wie sich die Klimamuster verändern. Und das kann passieren, wenn wir SAI machen. SAI ist die Abkürzung für Stratospheric Aerosol Injection.
Florian Das sage ich deswegen, weil SAI noch ein paar Mal vorkommen wird in der Folge. Okay, das ist genau das, was wir machen, diese Spezialart des Geoengineerings im Rahmen dieser Arbeit. Wir bringen etwas in die Stratosphäre aus, Schwefeldioxid, und dadurch wird es kühler. Wenn wir das machen würden, würde das passieren. Die globale Temperatur würde sinken, aber es könnten sich auch die regionalen Klimamuster verändern.
Florian Die Niederschlagsrhythmen können sich ändern, die Niederschlagsmengen können sich ändern und so weiter. Und darum haben sie sich eben nicht das globale Klima angeschaut, sondern das Makroklima. Also die Anbauregionen von Wein, von Kakao und von Kaffee und haben untersucht, wie ändert sich das, wenn wir so eine Stratospheric Aerosol Injection machen.
Florian Das hat man in der Arbeit gemacht. Und sie haben das natürlich modelliert. Das heißt ein normales Klimamodell und sie haben ein Klimamodell, das es erlaubt, sowas wie Stratospheric Aerosol Injection zu modellieren, das heißt ARISE SAI steht für Assessing Responses and Impact of Solar Climate Intervention on the Earth System with SAI.
Florian So heißt es, wer es gerne genau wissen will, kann das googeln und dann nachschauen, aber in dem Modell kann man sich quasi aussuchen, wo, wann und wie viel Schwefeldioxid man in die Atmosphäre schmeißt und dann wird das auf das normale Klimamodell betrachtet. Ganz, ganz, ganz, ganz vereinfacht gesagt. Und dann kann man halt einfach so wie bei den normalen Klimamodellen damit in die Zukunft rechnen und schauen, wie ändert sich das, was sich halt ändert. Temperatur, Niederschlag und so weiter.
Florian Und in dem Fall haben sie gesagt, dass sie werden im Rahmen des Modells Schwefeldioxid in die Atmosphäre bringen. Und zwar jährlich, also jedes Jahr wird quasi eine so eine Injection stattfinden. Start ist 2035 und wir machen das bis 2069. Also jedes Jahr von 235 bis 269 schmeißt man Schwefeldioxid in die Atmosphäre und zwar an vier Orten, einmal so 15 Grad Nord, 15 Grad Süd, 30 Grad Nord, 30 Grad Süd und immer bei 180 Grad Ost, also auf der Rückseite der Erde von uns aus gesehen, da wo im Wesentlichen nur Pazifik ist.
Florian Und man hat halt einmal so nah am Äquator ein bisschen was ausgebracht und einmal ein bisschen 30 Grad, das ist so, das ist das Mittelmeerraum ungefähr.
Claudia Ja, schon genau, wir sind bei 45.
Florian Ja, so ungefähr. Also da hat man das ausgebracht. Und man hat es so gemacht, dass eben diese Injections dafür sorgen, dass entweder die globale Temperatur bei einem Grad Erwärmung oder einen Halbgrad Erwärmung gehalten werden. Also das waren zwei unterschiedliche Modelle. Man hat das Schwefeldioxid so ausgebracht, dass sich einerseits der Temperaturgradient von Pol zu Pol und von Äquator zu Pol nicht ändert.
Florian Also das sollte so bleiben wie jetzt, aber die globale Temperatur sollte gehalten werden. Und das zugrunde liegende allgemeine Klimamodell, das hat auf dem Shared Socioeconomic Pathway 245 basiert. Das ist das, was wir auch schon besprochen haben. Das ist dieses Moderate Mitigation Modell, wo man davon ausgeht, dass wir halt ein bisschen was machen in Sachen Klimaschutz, aber nicht allzu viel. Also so, wie es jetzt im Wesentlichen ist.
Claudia Ja, so ganz kleine Beispiele.
Florian Und wie das ausschaut, kann man sich in Abbildung 1 der Arbeit anschauen. Die Arbeit ist frei zugänglich, das heißt, die könnt ihr euch auch alle anschauen. In Abbildung 1 sieht man halt so eine typische Klimamodellentwicklung. Wir haben eine Zeitreihe, die fängt so bei, keine Ahnung, was ist das da, 2015 ungefähr an, geht bis so 275 ungefähr und man sieht da drei verschiedene Kurven.
Florian Die rote Kurve, das sind die unterschiedlichen Klimamodelle, die alle auf diesem Shared Socioeconomic Pathway 245 basieren. Also wenn wir einfach jetzt so weitermachen wie bisher im Wesentlichen, dann sehen wir halt, ja, die globale Temperatur steigt an, steigt konstant an bis 2075 und da ab dem Jahr 2035 zweigen da eben diese beiden Modelle ab, wo man dann dieses Geoengineering mit draufgesetzt hat und da sieht man eben, okay, ja, tatsächlich die globale Temperatur sinkt oder bleibt konstant, je nachdem.
Florian In dem einen Modell pendelt sich die Temperatur dann eben auf 1,5 Grad Erwärmung ein, im anderen Modell geht es sogar noch ein bisschen runter, weil wir sind ja schon bei 1,5 Grad ungefähr, geht es runter und pendelt sich dann so bei einem Grad Erwärmung ein. Also da sieht man mal das, was die Modelle mit der globalen Temperatur machen. Schau dir mal.
Florian Recht vielversprechend aus, wenn man das so umsetzen würde.
Claudia Ja.
Florian Müssten wir halt nur bis 235 ausreichend gutes Geoengineering hinkriegen und dann halt unser Schwefeldioxid jährlich in die Atmosphäre schmeißen und dann würden die Temperaturen so sinken, die globalen.
Claudia Und was sind so die Risiken und Nebenwirkungen?
Florian Ja, ach Gott, den Beipackzettel liest doch keiner.
Claudia Stimmt.
Florian Es ist natürlich genau das, worum es in der Arbeit jetzt geht. Sie haben sich jetzt neben diesem Modell dann eben auch diverse Indizes für die Landwirtschaft angeschaut. Und das sind sehr, sehr viele Indizes, die kann man sich, wenn man gerne möchte, in den Tabellen 1 bis 3 anschauen, diese Arbeit. Das sind sowohl für Wein als auch für Kaffee als auch für Kakao ganz viele Indizes angegeben, die halt relevant sind, wenn man wissen will, wie gut wächst das Zeug.
Florian Also beim Weintrauben zum Beispiel, da geht es eben die Chilling Hours, wie die Stunden, wo eine gewisse Temperatur unterschritten wird, damit eben die Pflanzen aufwachen quasi. Die Minimumtemperatur, die Maximumtemperatur, Hitzestress, Regen und so weiter. Also da gibt es ganz viele Indizes, die halt dir genau sagen, wenn die jeweiligen Werte zwischen diesen Bereichen liegen, dann wächst der Wein gut und wenn er drüber oder drunter ist, dann wächst der Wein schlecht, vereinfacht gesagt.
Florian Das gleiche gibt es für Kaffee und das gleiche gibt es für Kakao. Also das sind diverse Indizes, die sie benutzt haben, abgeleitet aus den Daten der Klimamodelle und haben halt geschaut, okay, wie verändert sich das? Denn wenn ein Jahr in ihrer Simulation einen dieser Indizes quasi verletzt, wenn eine dieser Grenzen oder mehrere dieser Grenzen, je nachdem, überschritten werden, dann gilt dieses Jahr als schlecht oder ungeeignet für den Anbau von Wein, Kaffee, Kakao, was auch immer.
Florian Und dann haben sie auch noch die wirtschaftlichen Folgen untersucht und haben halt dann da die historischen Exportdaten aus 18 Ländern angeschaut, die halt wahlweise funktionieren. Wichtige Länder für Wein, Kaffee oder Kakao sind und haben geschaut, okay, was haben die von 2012 bis 2022 exportiert und haben das dann abgeglichen mit den Daten aus den Modellen aus der Zukunft und haben geschaut, okay.
Florian Wie wird es ausschauen mit Geoengineering, wie wird es ausschauen ohne Geoengineering und daraus dann den wirtschaftlichen Verlust oder Gewinn, kann ja auch sein, berechnet. Und man weiß, okay, so viel wird es besser laufen oder weniger laufen. Das war so die Methodik. Und jetzt können wir uns die Ergebnisse anschauen. Und ich fange mal mit einem groben Überblick an und dann schauen wir uns das im Detail an.
Florian Hast du so eine Idee oder ein Gefühl, wie es ausgehen könnte?
Claudia Schlecht?
Florian Ja, nicht immer so pessimistisch sein. Das ist nicht alles schlecht. Also wenn wir uns die Weintrauben anschauen, dann ist es tatsächlich ein bisschen schlechter als vorher. Also Sie haben die Analyse immer so in mehrere Abschnitte aufgeteilt. Also sich mal so den näheren Zukunftszeitraum angeschaut, 235 bis 24 und dann halt ein bisschen so weiter in die Zukunft gegangen immer.
Florian Und wenn wir jetzt mal die nähere Zukunft anschauen, dann werden die geeigneten Flächen für den Anbau vom Wein um sieben Prozent erhöht. Zurückgehen, so bis 2044. Also in den ersten zehn Jahren, nachdem wir Geoengineering machen, werden die Flächen, auf denen wir Wein anbauen können, um sieben Prozent weniger werden, weil sich die Bedingungen verschlechtern.
Florian Und wenn wir dann weiter in die Zukunft gehen, dann wird es noch schlechter, elf Prozent. Also da wird es nicht besser.
Claudia Okay, ich muss sagen, ist der Anstieg oder halt die Menge oder die prozentuale Anteil ist jetzt weniger, als ich gedacht hätte. Aber ich habe da auch jetzt wenig Vorstellung von.
Florian Ja, Kaffee ist ein bisschen Wenn kritischer, da ist der Verlust der geeigneten Gebiete schon ein bisschen größer. Da geht es so von 30 bis 50 Prozent ungefähr.
Claudia Das ist ja 30 bis 50 Prozent weniger Wirtschaftsleistung in Deutschland.
Florian Ja, zu der kommen wir noch im Detail zur Wirtschaftsleistung. Weil, wie gesagt, das ist Durchschnitt und es wird durchaus so sein, dass manche Länder besser aussteigen und manche Länder schlechter aussteigen.
Claudia Ach so, ich meinte jetzt wegen dem fehlenden Kaffeekonsum.
Florian Und Kakao tatsächlich, da gibt es einen leichten Anstieg. Drei bis fünf Prozent.
Claudia Ach.
Florian Aber, und das ist der wichtige Punkt, den ich vielleicht vorher sagen soll, Das ist der wichtige Punkt. Das war jetzt mal ausschließlich auf die Temperatur bezogen. Da waren nur die Temperaturindizes drin. Aber man muss natürlich auch die anderen entsprechenden Parameter berücksichtigen, also eben Niederschlag, Feuchtigkeit und so weiter und so fort.
Florian Und das ändert es dann natürlich ein bisschen. Wenn man sich das anschaut, wie es sich ändert, ja, wieder so ein paar ausgewählte Informationen und dann schauen wir uns die ganze Welt an. Wenn wir uns beim Wein schauen, beim Wein Spanien. Spanien wird wirklich, was Wein angeht, würde sehr gut aussteigen mit Geoengineering.
Florian Wir sehen über alle verschiedenen Simulationen, weil natürlich ist das nicht nur einmal simuliert worden, sondern man hat es mit leicht unterschiedlichen Parametern ganz oft simuliert, wie man es halt so macht bei Simulationen. Und in 80 Prozent der Simulationen sieht man, dass die geeigneten Flächen, die geeigneten Jahre mit Geoengineering ausgehen.
Florian Für den Weinanbau steigen in Spanien. Also Spanien würde deutlich besser aussteigen, wenn wir diese Schwefeldioxid in die Atmosphäre schmeißen, als wenn wir einfach so weitermachen wie bisher. Beim Kaffee, da ist es stark variabel. Da ist Brasilien eins der Länder, die am stärksten reagiert, eher negativ reagiert auf Geoengineering, was den Kaffeeanbau angeht.
Florian Und beim Kaukau, da ist es auch regional sehr, sehr unterschiedlich. Am besten steigt Kamerun aus, weil das ist so ungefähr wie Spanien. Auch da wird mit Geoengineering ausgegangen. 80 Prozent mehr geeignete Anbaujahre als ohne Geoengineering. Das war mal so jetzt ein ganz grober Überblick und jetzt können wir uns das Ganze auch im Detail anschauen und zwar in der Abbildung Nummer 6.
Florian Und die Abbildung Nummer 6 ist ein bisschen blöd, weil wenn ihr die anklickt in der Arbeit, dann ist die halt leider, mein erstes Mal ist es eine komplizierte Abbildung, aber das macht nichts, weil wir gehen die da rein nach durch und erklären sie. Das Blöde an der Abbildung ist, dass sie ja um 90 Grad verdreht in dem Paper drin hängt und wenn man dann auf größere Abbildung klickt, dann kriegt man die halt größer verdreht. Also entweder ihr...
Claudia Und verpixelt, oder ist das nur bei mir?
Florian Ne, wenn du auf High-Resolution-Image klickst drunter, dann kriegst du sie in schöner Auflösung, aber halt immer noch 90 Grad gedreht. Ihr könnt entweder euren Kopf drehen oder euren Bildschirm oder es so machen wie ich, die Abbildung runterladen und halt drehen, wenn ihr es jetzt wirklich anschauen wollt.
Claudia Ich finde, ja, es ist tatsächlich ein bisschen ein bisschen unpraktisch gemacht. Also ich verstehe, dass das das Querformat sein soll, aber warum es da quer drin ist.
Florian Verstehe ich nicht. Vor allem, es ist blöd, weil das eine komplexe Grafik ist, aber sie ist ja interessant. Man hat sich da jetzt angeschaut, 18 Regionen auf der Welt. Also so ausgewählte typische Regionen für Weintrauben, für Kaffee, für Kakao. Also zum Beispiel, 18 sind nicht so viel, können wir durchgehen.
Florian Also was Weinanbau angeht, hat man sich angeschaut in Europa, Frankreich, Spanien, Italien, Deutschland und dann noch dazu Kalifornien, Chile und Australien. Da wird ja überall Wein gemacht und kein schlechter Wein gemacht. Was den Kaffee angeht, hat man sich angeschaut, Kolumbien, Brasilien in Südamerika, in Afrika waren es Äthiopien und Uganda und dann noch Vietnam und Indonesien.
Florian Das waren die Kaffeeanbaugebiete und für den Kakao hat man Ecuador in Südamerika und der Rest ist in Afrika, nämlich Elfenbeinküste, Ghana, Nigeria und Kamerun. Das sind die Regionen, die sie da im Detail untersucht haben. Und dann gibt es für jede Region zwei farbige Balken. Der eine farbige Balken, der stellt das Modell dar, wo wir Geoengineering so machen, dass die globale Temperatur auf eineinhalb Grad begrenzt wird.
Florian Beim anderen ist das Modell, wo es auf einen Grad begrenzt wird. Und was man da sieht, ist der wirtschaftliche Durchschnitt. Gewinn oder Verlust. Also in diesem Balken sind Linien, horizontale schwarze Linien, wenn du sie siehst. Und jede Linie ist ein Modellergebnis. Ich habe ja gesagt, man hat unterschiedliche Modelle variiert und es ist quasi die Bandbreite, die Fehlergrenze, sagen wir mal vereinfacht so.
Florian Und jede Linie ist eben ein so ein Unterschied und da ist noch eine Skala mit dabei. Wenn die Linie über Null liegt, dann heißt es, diese Region macht mehr Umsatz mit Geoengineering als ohne und wenn die Linie unter Null liegt, dann heißt es, Geoengineering ist ein wirtschaftlicher Verlust für diese Region.
Florian Im Wesentlichen geht es dann darum, wo liegen die Linien? Sind die wahllos um Null herum gestreut? Dann kann man halt nicht sagen, was das bringt. Oder liegen die tendenziell eher über Null, tendenziell eher unter Null? Und je größer diese Balken sind, desto größer ist die Spannweite, desto größer ist die Variabilität. Wir können uns das mal am Beispiel von Deutschland anschauen.
Florian Deutschland haben wir Wein am Bau und wie gesagt, wir haben diese beiden Balken und wir schauen uns jetzt mal nur den rechten Balken an, also der, wo wir wirklich das harte Geoengineering machen, wo wir sagen, wir begrenzen jetzt die globale Erwärmung auf ein Grad. Da bei Deutschland sehen wir, dass eigentlich alle Linien liegen unter Null.
Florian Eine liegt ganz knapp über Null, aber die meisten liegen unter Null. Was bedeutet, insogut wie allen Modellläufen kommt am Ende raus, Weinanbau in Deutschland wird nicht mehr so gut wirtschaftlich funktionieren wie früher, wenn wir Geoengineering machen.
Claudia Ja, aber das ist ja sehr traurig.
Florian Ja, dann bauen wir halt Autos. Ich meine, Deutschland ist...
Claudia Nein, nein, nein, nein, da müssen wir noch mehr Geoengineering machen. Selbst wenn wir noch mehr E-Autos bauen, können wir nicht Öffis bauen.
Florian Wenn wir uns im gleichen Bild Spanien anschauen, da sehen wir bei beiden Balken, sowohl das schwache als auch das starke Geoengineering, liegt fast alles drüber. Weil wie gesagt, Spanien profitiert von dem Ganzen, von Geoengineering. Ja, bei den anderen in Italien ist eher so Mittel, beim schwachen Geoengineering ist das meiste eher unter Null, beim stärkeren Geoengineering ist es so gemischt, Frankreich ist auch eher negativ als positiv. Kalifornien wird gut aussteigen.
Florian So wie es ausschaut, wirtschaftlich, vom Geoengineering. Da liegen fast alle Ballstrimme drüber. Und Australien wird auch gut aussteigen, sehr gut aussteigen sogar. Pech hat Chile. Also bei Chile ist es sehr, sehr unterschiedlich. Das schwache Geoengineering ist eigentlich ein Gewinn für Chile. Wenn wir das starke Geoengineering machen, dann haut Chile wirklich den Export runter.
Florian Dann wird es kaum noch vernünftigen Weinexport aus Chile geben, weil die Bedingungen sich dann anscheinend verschlechtert haben.
Claudia Das heißt, ich werde nie chilenischen Wein probieren. Ich habe es noch nie probiert.
Florian Ja, ach Gott, das ist auch nur Wein. Du gehst in den Supermarkt, kaufst in eine Flasche. Also schmeckt es nicht dramatisch anders als anderer Wein, behaupte ich als jemand, der kein Experte für Wein ist und lieber Bier trinkt. Ich habe es noch nie probiert.
Claudia Deswegen.
Florian Aber wir sehen schon mal, es ist alles sehr variabel. Das ist mal das Erste, was wir da feststellen können. Und ja, Deutschland, Wein, blöd. Beim Kakao ist es auch sehr variabel. Es ist alles variabel. Und wenn wir uns da anschauen, das einzige Land, ich bleibe jetzt mal immer beim starken Geoengineering.
Florian Das einzige Land, was wirklich profitiert, ist Kamerun beim Kakao. Da läuft es gut mit dem Kakao-Export. Kamerun wird exportieren, Ecuador und Nigeria auch tendenziell eher ein bisschen positiv. Tendenziell schlecht wird es für Ghana und Elfenbeinküste laufen und Ghana und Elfenbeinküste sind, aktuell die Hauptanbaugebiete für Kakao. Das heißt, die Kakaoproduktion wird nicht zum Erliegen kommen.
Florian Also Geoengineering hat in dem Fall keine global negativen Auswirkungen auf den Kakaoanbau. Ich habe vorhin gesagt, tendenziell steigt das Ganze beim Kakao. Aber es wird sich was verschieben. Also da, wo aktuell die hauptsächliche Menge an Kakao angebaut wird, wird das, wenn wir diese Geoengineering Zukunft hätten, wird das nicht mehr so sein.
Florian Dann werden andere Länder, in dem Fall eben Kamerun zum Beispiel oder Ecuador davon profitieren und nicht mehr Elfenbeinküste und Ghana, so wie jetzt.
Claudia Genau, das heißt also global gesehen ändert sich nichts so viel, aber für die einzelnen Länder, auch Regionen ändert sich einfach viel.
Florian Genau. Und beim Kaffee ist es auch so, die sind auch sehr, sehr regional unterschiedlich. Auch da ist es tendenziell eher neutral. Also wenn man sich die Balken für den Kaffee anschaut, mit Ausnahme von Kolumbien, die stark profitieren beim Kaffeeanbau, sind sie alle sehr, sehr schwanken, sehr, sehr stark.
Florian Man kann jetzt nie genau sagen, ist es jetzt positiv-negativ. Indonesien ist auch noch eine Ausnahme. Auch da wird es in Zukunft mit Geoengineering besser sein als vorher. Aber alle anderen Länder ist es eher neutral oder neutral. Negativ, leicht negativ der Kaffee am Bau.
Claudia Es ist auch interessant, wie der Spread, also die Breite der Verteilung der Modelle immer aussieht.
Florian Wir wissen generell, das Klima ist etwas, was komplex und variabel ist und wenn wir da jetzt noch künstlich reingreifen mit unserem Geoengineering, dann sind die Auswirkungen halt ja nicht so klar zu sehen, wie man sich vielleicht denken würde. Wenn wir jetzt das Geoengineering so machen, dann passiert das.
Florian So einfach ist es nicht. Es passiert sehr, sehr viel und das ist sehr, sehr variabel, je nachdem, wie es im Detail abläuft. Und wenn wir im Detail vorhersagen könnten, was in der Atmosphäre abgeht, dann hätte die Meteorologie einen deutlich einfacheren Job als jetzt.
Claudia Ja, jedes einzelne Molekül vorhersagen wird toll.
Florian Das, was wir uns jetzt angeschaut haben, diese Grafik, das war wieder die nahe Zukunft, 236 bis 245. Wir können uns auch noch die spätere Zukunft anschauen. Das ist in Anhang E dieser Arbeit. Da haben wir die ganzen Bilder für die spätere Zukunft. Und da übrigens sind die Bilder richtig gedreht.
Claudia Nein, okay, ich spawle gerade. Ja, guck an.
Florian Genau, die sind auch genauso wie die anderen Bilder, wir werden jetzt nicht alle durchgehen, das wäre zu aufwendig. Aber wir können noch einen Blick werfen auf die für 256 bis 65. Und da sehen wir dann zum Beispiel, dass es für Deutschland noch schlechter läuft als vorher, da ist dann fast gar nichts mehr.
Florian Im ersten Bild hatten wir noch in der nahen Zukunft so einen Ausreißer oder zwei Ausreißer von diesen Modellen, die ein bisschen nach oben gezeigt haben, wo es quasi ein Gewinn wirtschaftlich gewesen wäre für Deutschland, den Weinanbau des Geoengineering. Jetzt in der ferneren Zukunft ist eigentlich alles drunter und es ist eigentlich nur noch ein wirtschaftlicher Verlust.
Florian Aber die anderen Länder, wie ich gesagt habe, Kolumbien, Indonesien beim Kaffee, die haben auch in der ferneren Zukunft noch einen Gewinn, der raussteigt. Was den Kakao angeht, da verschiebt sich das alles ein bisschen. Ecuador wird in der ferneren Zukunft nicht mehr ganz so gut aussteigen. Das landet eher drunter und da sieht man dann auch ganz deutlich, dass zum Beispiel die Elfenbeinküste deutlich schlechter aussteigen wird.
Florian Genauso wie Kamerun. Also Kamerun war vorher positiv, ist dann immer noch positiv, die wirtschaftliche Entwicklung. Aber nicht mehr ganz so positiv, wie es vorher war. Chile haut noch weiter nach unten, der Weinanbau. Also wenn du da chilenischen Wein kosten willst, dann mach es wirklich vor 2056. Also wenn wir Chile Engineering machen. Also danach wird es natürlich auch nicht besser.
Florian Also die Entwicklung ist nicht dramatisch anders in der fernen Zukunft als in der nahen Zukunft. Aber so die Trends verstärken sich. Ja, Vietnam zum Beispiel. Vietnam wird es blöd erwischen in der Geoengineering-Zukunft, was den Kaffeeanbau angeht. In der nahen Zukunft, da ist noch so eine Mischung aus positiv-negativ.
Florian Wenn du dir da den Balken von Vietnam in der Fernenzukunft anschaust, da geht eigentlich nur nach unten. Da gibt es gar keinen Bereich über Null mehr.
Claudia Nee, da gibt es gar nichts über Null mehr. Das geht wirklich ganz tief. Ja, gut. Ich meine, Äthiopien genauso ähnlich.
Florian Also wie gesagt, es ist eine sehr komplexe Grafik, es sind sehr komplexe Ergebnisse, weil es halt auch komplexe Phänomene sind, die wir davor haben. Also mit der Atmosphäre rumspielen ist komplex. Ich meine, das sehen wir daran, dass wir 10.000 Seiten Klimabericht haben, der sich damit beschäftigt, was in der Atmosphäre abgeht, weil die Klimaveränderung, die aktuell passiert, die haben wir auch künstlich herbeigeführt.
Florian Ja, halt ungeplant geoengineert, aber auch geplantes Geoengineering führt zu nicht weniger komplexen Ergebnissen. Aber wer gerne sich im Detail anschauen will, wie das jetzt mitgeht. Mit den wirtschaftlichen Folgen des Geoengineerings für den Anbau von Luxusgütern aussieht, kann gerne in diese Arbeit reinschauen, ist wie gesagt frei verfügbar.
Florian Da ist noch viel mehr drin, da gibt es noch ganz viel mehr Bilder drin, wo man sich für jedes unterschiedliche Klimaszenario, die man da hat, diese unterschiedlichen Simulations-Ensembles, kann man sich für jedes einzelne Ensemble anschauen, Karten der Anbauregionen, da gibt es Karten von Europa, wo du halt wirklich Niederschlaggrenzen und Temperaturgrenzen aufgezeichnet siehst.
Florian Also ich weiß nicht, ich habe es jetzt für unseren Podcast, bringt es nichts, das so im Detail zu erzählen. Aber ja, keine Ahnung, vielleicht muss sich die globale Wein-, Kakao- und Kaffeeindustrie mit diesem Paper ein bisschen beschäftigen. Oder vielleicht auch nicht. Ich weiß nicht, ob dann plötzlich die Weinlobby ankommt und sagt, wir müssen jetzt Geoengineering machen. Also die Deutsche glaube ich wahrscheinlich eh nicht.
Claudia Genau, nicht die deutsche Weinlobby.
Florian Ja, die nicht. Die muss dann gegen Geoengineering lobbyieren, weil für die geht es ja nicht gut aus.
Claudia Wenn wir doch alle für das Gemeinwohl argumentieren könnten.
Florian Ja, okay.
Claudia Also ich finde es echt auch interessant, aber die Abbildungen sind echt eine Menge. Also auch wirklich einzelne Kontinente, einzelne Regionen, die Karten. Also es ist spannend.
Florian Ja, es ist eine interessante Arbeit. Schaut da gerne rein, wenn ihr das wollt. Wir verlinken das. Das Fazit möchte ich gerne noch ziehen, dass die auch in der Arbeit gezogen haben. Und das Wichtigste ist vielleicht, dass sie wirklich sagen, die Ergebnisse zeigen, dass das Geoengineering in Zukunft keinen verlässlich positiven Effekt auf den Anbau von Luxusfrüchten haben wird.
Florian Also wir können sagen, wenn Geoengineering gemacht wird, auf die richtige Art und Weise gemacht wird, dann wird die globale Temperatur sinken. Das ist relativ klar, aber das heißt deswegen nicht, dass es auch verlässlich einen positiven Effekt auf den Anbau von Luxusfrüchten geben wird, weil trotz dieser globalen Temperatursenkung regional sich so viel verändert und durchmischt, dass es vielleicht im globalen Mittel keine Auswirkungen hat, aber eben regional schon.
Florian Und regional können wir nicht sagen, das wird unserer Luxuslandwirtschaft bemerken. Gut tun. Und sie sagen, das mag überraschend erscheinen und das hat sie auch überrascht, weil der Hitzestress ja ein großes Problem ist für die Landwirtschaft allgemein und wenn wir die globale Temperatur reduzieren, dann reduzieren wir theoretisch noch den Hitzestress, aber eben gerade was Wein, Kaffee und Kakao angeht, geht es eben nicht nur um Hitzestress, sondern eben auch auf Temperaturänderungen, auf, Verschiebungen von Niederschlag, von Luftfeuchtigkeit und so weiter und all das wird sich ändern, wenn wir in der Atmosphäre rumspielen und deswegen werden sich dann eben auch die Anbausituationen zu verändern, wie wir es gerade erzählt haben.
Claudia Wir kennen ja auch dieses kurzfristige Geoengineering, das Versuch zu Niederschlag zu produzieren und ähnliches. Ja klar, das verändert sich mehr als Temperatur.
Florian Das ist vermutlich kein Gedanke, den sich viele Menschen bis jetzt schon gemacht haben. Wie wirkt sich Geoengineering auf den Weimenanbau aus?
Claudia Wahrscheinlich nicht, zugegeben.
Florian Aber die Wissenschaft macht sich über alles Gedanken. Und hier hat sich die Wissenschaft Gedanken darüber gemacht. Und ich nehme an, das habe ich jetzt nicht recherchiert mehr für diese Folge, Aber es wird vermutlich auch noch andere Arbeiten geben, die sich mit den Auswirkungen von Geoengineering auf andere Aspekte der Landwirtschaft, auf andere Aspekte des Klimas betrachten.
Florian Weil, wie gesagt, wer in unserem Podcast hört, weiß, wie umfangreich die Auswirkungen sind, wirkt sich auf alles aus. Also theoretisch müsste man sich dann im Detail die Auswirkungen des Geoengineering auf alles anschauen. Und könnte man wahrscheinlich mindestens auch einen 10.000 Seiten Bericht drüber schreiben.
Florian Vielleicht haben wir im zukünftigen, im kommenden Sachstandsbericht einen größeren Abschnitt drin über die Folgen von Geoengineering. Würde ich wahrscheinlich, wenn ich da Chefeditor wäre, sagen, wäre wichtig, uns das anzuschauen, weil das wird in Zukunft politisch nicht relevant werden, dieses Thema.
Claudia Ich denke auch.
Florian Ich sehe gerade zum Beispiel, dass auf der Seite des Artikels in der rechten Spalte, wo steht You may also like, also das haben die da auch, wenn man diesen Artikel gern gelesen hat, was man vielleicht sonst noch gern lesen würde, gibt es eine Arbeit, die sich mit Future Seasonal Surface Temperature Predictability beschäftigt.
Florian Auch da geht es wieder um die gleiche Art von Geoengineering und dann fragt man sich, Wie können wir dann eigentlich vorhersagen, wenn wir das machen? So ändert sich an unserer Vorhersagekapazität etwas. Auch interessant. Aber wie gesagt, in einer Folge kann man nicht den Kopf, komplex Auswirkungen von Geoengineering auf die Welt machen, weil es ist umfangreich.
Florian Darum habe ich gedacht, wenn ich nicht alles machen kann, dann schauen wir uns zumindest ein Detail mal genauer an. Das Detail war eben der Anbau von Wein, Kaffee und Kakao, weil ich dachte, es passt zum Weihnachtsmarkt.
Claudia Ja, und weil es ja auch vielleicht relevant für manche Leute ist so Kaffee. Ich kenne Leute, die können nicht ohne Kaffee.
Florian Ja, ich trinke gerne Kaffee, muss ihn aber nicht haben, also ich kann auch ohne. Ohne Schokolade ist schon schwieriger. Gut, ohne Wein komme ich aus, bin jetzt kein Weintrinker. Aber Bier haben Sie nicht leider untersucht. Das hätte mich dann vielleicht eher betroffen oder interessiert, wie es mit Bier weitergeht.
Florian Aber haben wir ja in Folge 100 ausführlich über das Bier der Zukunft schon gesprochen.
Claudia Exakt, den Hopfengehalt.
Florian Genau.
Claudia Wunderbar. Also ich finde es auch spannend. Es ist natürlich interessant, dass man sich genau diese Güter angeguckt hat. Aber ich denke, es wird….
Florian Was wirtschaftlich relevant ist, haben Sie auch in der Einladung geschrieben.
Claudia Genau. Aber ich finde halt auf jeden Fall auch wichtig, dass man sich wahrscheinlich in Zukunft auch anguckt auf den Reisanbau, auf Weizen und ähnliches.
Florian Also selbst mit Geoengineering können wir nicht sicherstellen, dass wir in Zukunft ausreichend viel Kaffee und Schokolade haben, ist das Fazit.
Claudia Ja, schade.
Florian Also wenn ihr Kaffee und Schokolade in Zukunft haben wollt, dann müssen wir uns auf andere, auf vernünftigere Weise um den Klimaschutz kümmern und nicht darauf hoffen, dass eine Zukunftstechnologie uns schon retten wird.
Claudia Die gute Innovation.
Florian Denkt daran, wenn ihr am Weihnachtsmarkt steht und euch einen Glühwein und eine Schokobrezel, keine Ahnung, was man auf Weihnachtsmarkt liest.
Claudia Ich glaube, keine Schokobrezeln. Was sind Schokobrezeln?
Florian Ja, so eine Brezel mit Schokolade. Gibt es sowas nicht? Gibt es sicherlich. Gibt es ja Schokobrezeln auf Weihnachtswerken. Schreibt uns, wenn ihr Schokobrezeln auf Weihnachtswerken gegessen habt.
Claudia Genau, das wäre super. Ich habe keine Ahnung, was ein Schokobrezel ist. Okay, dann bleibt uns ja quasi nur noch so Richtung Verabschiedung zu gehen und eigentlich immer erstmal einen Ausblick auf die nächste Folge zu starten. Ich sage mal, es geht um Eis, aber nicht um das, was man essen kann.
Florian Okay, ich kann jedes Eis essen. Einmal kann ich an jedem Eis lecken.
Claudia Gut, es wäre eine Reise, die du vornehmen musst, um diesem Eis zu lecken. Aber genau, es wird auf jeden Fall um Eis gehen. Aber eine besondere Art von Eis, nämlich schwimmendes Eis.
Florian Bin ich gespannt. Also das am Pool, wenn man so auf der Luftpatratze im Pool schwimmt und sich so einen schönen...
Claudia Ja, genau. Ich lasse dich jetzt in dem Klauen.
Florian In der einen Hand einen kühlen Wein und in der anderen kühles Eis.
Claudia Ja, aber bitte nicht die Eiswürfel in den Wein. Okay.
Florian Ja, ich bin gespannt.
Claudia Das hoffe ich und hoffentlich auch alle anderen, die uns zu zuhören, sind gespannt auf die nächste Folge. Und wenn ihr da irgendwie Kommentare zu habt oder ins Feedback geben möchtet, dann könnt ihr uns für immer schreiben. Entweder per E-Mail an podcast.dasklima.fm oder ihr kommentiert unter der Folge direkt drunter. Das ist natürlich auch immer möglich auf dasklima.fm.
Claudia Da findet ihr dann auch genau den Link zum Artikel und könnt euch da die Bilder anschauen und den Kopf schräg legen, wie ich eben beim Zuhören und Verstehen. Das könnt ihr da finden und wir freuen uns natürlich, dass ihr uns immer wieder schreibt. Also wir bekommen ja immer viele E-Mails und uns auch weiterempfehlt.
Claudia Und wir freuen uns, wenn wir uns in zwei Wochen wiederhören und dann über Eis sprechen.
Florian Genau, da wart ihr sicherlich schon auf dem einen oder anderen Weihnachtsmarkt. Und schreibt uns dann, wo es die besten Schokobrezen gibt.
Claudia Exakt, sehr gut.
Florian Bis es soweit ist, verabschieden wir uns und sagen Tschüss.
Claudia Tschüss. Guten Morgen.
Florian Ach, bist schon aufgeregt.
Claudia Was?
Florian Ja, heute ist doch Karneval.
Claudia Ach so. Oh, das habe ich vergessen. Ach, deswegen bin ich zu Hause und will nicht raus.
Florian Ich dachte, da bist du schon seit frühestem Morgen unterwegs. Kostüme und Schnaps zum Frühstück.
Claudia Stimmt. Ja, ich glaube, das ist auch Gesetz. Und Tanzen und ein Kostüm. Aber ein Kostüm habe ich tatsächlich. Ich habe mir nämlich ein Kostüm besorgt, aber nicht für Karneval.