Das Marktpsychogramm - Menschen. Marken. Medien.

Sydney Sweeney / Sparen und Luxus / Kaufhaus-Dauerkrise

Mittwoch, 28. Oktober 2026 · 42 min

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Shownotes

Menschen. Marken. Medien.
In dieser Folge beantworten die Gesellschaftsforscher und Psychologen Thomas Ebenfeld und Dirk Ziems im Gespräch mit Medienexperte Marzel Becker folgende Fragen:
• Sydney Sweeney: Warum wird eine Hollywood-Schönheit zur Projektionsfläche eines Geschlechterkampfes?
• Konsum: Warum ist Sparen völlig o.k., während sich teure Marken immer mehr anstrengen müssen, ihren Preis zu rechtfertigen?
• Galeria: Warum ist das Kaufhaus in der Dauerkrise - und was bleibt von unseren Innenstädten, wenn irgendwann das letzte Kaufhaus seine Türen schließt?
Produziert wird der Podcast vom Kölner Medienbüro MAASS·GENAU.
Fragen, Anregungen, Kritik unter: kontakt@dasmarktpsychogramm.de
Studien und Infos unter:concept m (conceptm.eu)
Mehr Infos zur aktuellen Folge auch bei „markenartikel. Das Magazin für Markenführung“:
markenartikel-magazin.de

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Das Marktpsychogramm. Menschen, Marken, Medien! Mit den Psychologen und Gesellschaftsvorschern Thomas Ebenfeldt und Dirk Ziems vom Institut Konzept MN präsentiert von Medienexperte Marcel Becker. Unsere Themen für heute – ich hau schon mal die Stichworte raus – Sex, glaube ich zum ersten Mal bei uns im Podcast, Sex, Geld und Achtung.

ein Hauch von Philosophie Die große Lehre Also etwas genauer. Warum wird ausgerechnet eine blonde Hollywood-Schönheit zur Projektionsfläche eines neuen Geschlechterkampfs? Warum ist Sparen völlig okay, während sich teure Marken immer mehr anstrengen müssen, ihren Preis zu rechtfertigen? und was bleibt von unseren Innenstädten wenn irgendwann das letzte Kaufhaus seine Türen schließt?

Los geht's! Thomas, dieses Thema hast du eingebracht und ich erkläre auch gleich warum. Sydney Sweeney – das ist unser Anker heute – ist jung blond ausgesprochen attraktiv um ziemlich gut darin Menschen auf die Palme zu bringen. Jüngstes Beispiel eine Kampagne für die Sportwettplattform Novig an der sie selbst beteiligt ist.

Sweeny posiert leicht bekleidet mit Sportgeräten. Kritiker werfen der Erwerbung vor Frauen auf ihren Körper zu reduzieren und überholte Rollenbilder zu bedienen. Wiederum andere sagen Warum darf einer erwachsene Frau nichts selbst entscheiden, wie sexy sie sich zeigen möchte. Thomas du hast genau zu diesem Thema eine Kolumne geschrieben und deine These so habe ich dich zumindest verstanden, sonst musst du mich jetzt leicht korrigieren!

Vielleicht kränkt uns Schönheit gerade deshalb weil sie ungerecht verteilt ist? Also Ist Sydney Sweeney wirklich das Problem oder haben wir im übertragenen Sinn mittlerweile ein Problem einfach mit dem Griff? Ich denke ja, also erstmal warum haben wir es aufgegriffen? Alles was so ein Shitstorm auslöst und Empörung und die Garzetten füllt.

Erregt es, da gucken wir natürlich drauf. Was steckt dahinter? Und vielleicht noch das Thema Schönheit durch das Beforschmeyer im Institut auch seit Jahren immer wieder in unterschiedlichsten Kontexten um Kosmetik geht und Mode und Frauenbilder etc., etc.. Aber jetzt zu deiner Frage! Das Problem ist nicht die Schönheit sondern die unkontrollierte Wirkung von Schönheits auf uns.

Denn Schönheit, das wissen wir psychologisch, weckt immer Begehren und Bewunderung und zugleich immer auch Neid- und Kränkung. Wir können in allen möglichen Formen unserer modernen, progressiven Gesellschaft gleiche Rechte organisieren. Aber wir können nicht gleiche Anziehung organisieren und das macht dieser Fall Sidney Sweeney so deutlich...

Aber der Ausgangspunkt ist ja auch, dass du sagst Schönheit ist ungerecht verteilt. Das ist ja erst mal eine Binzenweis halt! Warum fällt uns das denn aber so schwer diese Ungerechtigkeit an ungleich verteilter Schönheit auszuhalten? War das schon immer so?! Ja in gewisser Weise immer. also Umberto Eco, der große Symiotik hat ja Bände drüber über die Schöne Diastlichkeit geschrieben.

Nein, aber warum ist es gerade heute so? Wir leben ja seit vielen Jahren in einer Optimierungskultur, in der das ich eine zentrale Rolle spielt. Also wo sich auch bei vielen Leuten im Alltag sehr viel darum dreht wie werde ich besser? Wie wird ich schöner und fitter usw.? Man hat das Gefühl man kann auf alles Mögliche dann Einfluss nehmen.

aber gerade jetzt Attraktivität oder körperliche Attraktivity entzieht sich dieser Kontrolle Und die Schönheit widerspricht halt so diesem Leistungsprinzip. sie ist so unverdient. Das war schon immer so, aber wenn das ich so daueroptimierungsprojekt ist Körper, Karriere, Identität und so weiter dann sehen wir jetzt auf einmal.

Und das glaube ich zeigt der Fall City Sweeney so schön dass diese Schönheit auch quasi fast wie eine nazistische Kränkung wirkt weil es zeigt die Grenzen der eigenen Möglichkeiten. also die eigenen Gene kann man halt nicht weiter beeinflussen. Ja da ist sicher was dran Thomas Aber Natürlich, die Debatte hat mehrere Schichten.

Also eine Schicht ist sicher diese individual-psychologische Perspektive da kann man sagen das führt uns vor Augen so ne strahende Schönheit wie die von Sidney Sweeney Das verführt, das betört, das hat halt ne Riesenwirkung. Es is aber natürlich schon auch so dass die Debatte mehr ist als die Summe so einzelner individueller gekränktheiten.

Dass da Frauen denken wäre ich mal so schön und wie schade und dies und das, sondern es ist natürlich auch weil es eben auch Werbung ist im öffentlichen Raum. Schlägt es automatisch um eine politische Debatte. also das ist gar nichts vermeiden denn da wird ja auch darüber verhandelt, welche Frauenbilder werden in der Öffentlichkeit gelebt zugelassen haben Wirkung und da geht dann natürlich auch die Debatte los.

Ja absolut! Und was meinst du mit zugelassen Dirk? Heißt das solche Werbung sollte es vielleicht nicht geben oder wir lassen uns darauf ein und dass ist nicht in Ordnung. Naja, ich denke das ist natürlich schon so dass da auch die Rollenbilder verhandelt werden. Also die VWT als Verführungsobjekt vorgestellt gerade für diese Sportweppen und die Nacktheit, die Verführung eben das Sündige all das ist daher reinkodiert und es ist immer wieder halt zu verschiedenen Kontexten auch das Thema NackTheit Immer ein gesellschaftlicher Dollpunkt, wo auch so ausgehandelt wird.

Wofür stehen die Frauen? Woför stehen die Männer? Aber das ist ja ein interessanter Punkt! Ich glaube der Ausgangspunkt waren... dass sich da auch viele Spitzensportlerinnen zusammengetan haben, kämpfen um Anerkennung der Leistungen. Das ist ja völlig berechtigt! Dass sie sagen wir wollen mit unseren tollen Leistungen nicht reduziert werden auf dem Körper.

Das sind immer dann die Frage was es vielleicht, was Sidney Sweeney da erzeugt in Erwerbung? Begehren und was ist vielleicht Entwürdigung oder ein entwürdigender Blick der Männer oder so? Das ist absolut berechtigt. Ich glaube was die meisten vergessen haben, dass das Sidney Sweeney relativ selbstbestimmt macht weil sie ist Unternehmerin Sie hat Anteil an diesem Unternehmen!

Sie ist Teilhaberin an der Firma Genau. Und dann für diesen relativ geschickten Move. und dann wird diese ganze Debatte, weil es wird ja seit vielen Jahrzehnten jetzt das Thema Selbstbestimmung debattiert. Und ist die Frage wo beginnt? also? gerade hier kann man das sehr schön beobachten? Wo beginnt denn eigentlich Selbstbestimmungen oder wo wird sie aufoktriert?

Und hier hat man das Gefühl hier wird aus einer bestimmten Ecke heraus ein bestimmtes Bild von Selbstbestimmung vorgegeben dass es zu Leben gilt ist. dann wird halt diese Person oder diese Werbefigur in dem Fall entwertet. Ja, das ist eine Perspektive wie andere Perspektiven ich glaube auch von vielen Frauen.

Ich könnte mir das so denken... Werbung hat auch immer sowas von Normativen setzt Leitbilder in die Welt. also so Das ist jetzt eben die Richtung Die Ausrichtung der Wert der etwas ausmacht und die Reduzierung auf Schönheit und Sexiness weil sie hat ja wirklich buchschlepplich nichts anderes an. Das ist etwas, was dann halt der Frauen wohl aufstößt und ich habe da ein gewisses Verständnis für.

Aber ich kenne viele Frauen die die Werbung eigentlich ganz gut fanden auch mit der Begründung diese Frau macht das, was sie will und das ist ein Zeichen von Emanzipation. Und natürlich regen sich bestimmte Sportlerin hat ja Thomas auch gesagt vielleicht zu Recht darüber auf weil es denn möglicherweise ihre Leistungen auf einen ganz anderen Gesichtspunkt reduziert.

aber ist das nicht eigentlich der klassische Ausdruck? Es ist ja keine alterne Trash Queen, die in irgendwelchen RTL-Formaten mitgespielt hat und sich aus finanziellen Gründen für den Playboy ausziehen muss. Diese Frau macht ihr alles ganz bewusst... ...und spielt natürlich mit ihrem Körper eine ganz bestimmte Rolle.

aber da ist ja nichts als Wungenes bei! Also ich denke auch Emanzipationer ist erstmal Entscheidungsfreiheit. also wir können ja mal zurückgehen in die Achtziger. Da war ne Figur wie Madonna. Die hat ne offensive Sexualität der Selbstbestimmung ausgelebt. oder wenn man sich die achten Sechziger-Ikonen, Uschi Obermeier und so weiter anguckt.

Da war das damals... Und das ist ja das Interessante der kulturelle Wandel und der Zeitenwandel usw., da war es damals Emanzipation. Heute hat man das Gefühl, Emancipation heißt dann nicht vielleicht die Entscheidungsfreiheit der individuelle, weiß ich nicht, Wunsch der Frau sondern eher eine Pflicht zum bestimmtes Bild zu erfüllen.

Und deswegen fand ich diesen Shitstorm ja so interessant, weil das glaube ich auch die Frauen gespalten hat. Diese Plumpe Sexualisierung in der Werbung da gibt es auch in der gesamten Forschung, dass funktioniert nicht immer! Aber ich finde Emanzipation heißt nicht, dass jetzt jede Entscheidung einer Frau richtig sein muss.

Sondern das sie selbst entscheiden darf und dass das nicht dann irgendwie aufoktroiert wird. du musst diesen Bild entsprechend sonst ist es nicht okay Und es ging ja weiter. also es wurde schon heftige Angriffe da noch gegen die Personen gefahren. man kann ja sagen diese Werbekritik Die Kampagne die ist schrott und die ist nicht gut und vielleicht wirkt sie auch gar nicht.

aber Es wird ja mehr so eine persönliche Abrechnung aus dieser Geschichte. Und daher war das der Anlass auch für diese Kolumne, dass dann auch Sidney Sweeney ja so eine Reibung gibt und dann löst sie vielleicht da so ne Ambivalenz aus mit dem was die darstellt. Dann kriegt man die Ambivalenzen nicht in den Griff und dann kommt es wieder zu dieser Moralisierung.

Dann wird das eigene unbehagen letztlich zum moralischen Urteil über die Person. Das war eigentlich nur der Anlas nochmal zu gucken. wie gehen wir eigentlich mit diesen Bildern um? Dirk, wenn ich dich richtig verstehe. Angenommen diese Sportwettenfirma wäre auf dich zugekommen und hätte gesagt das ist unsere Kampagne Sydney Sweeney steigt hier in die Firma ein, ihr habt keine Ahnung fünf oder zehn Prozent Und der Auftakt der Kooperation ist dieser Spot den wir dir jetzt einmal vorspielen.

Sollen wir das machen? Ja oder nein? was hättest du denen geraten. Also jetzt aus werbetechnischer Sicht kann dass durchaus irgendein gerade weil es so schillernd ist und gerade weil's so provokant sind. Das ist ja so ein Maßstab. Ich würde jetzt das, was ich gesagt habe schon auch so stehen lassen. Ich denke die Debatte ist vielschichtig es gibt verschiedene Aspekte und ein Aspekt ist sicherlich etwas.

Thomas sagt Es geht ja nicht darum der vorzuschreiben Das sollte sie nicht tun. unsere Emanzipation gehört wirklich auch die Wahlfreiheit und jeder soll so auch sein Geschäft halt machen und da Werbung einsetzen wie er sieht. Dennoch bleibt ja der Punkt bestehen. Immer wenn so ein Phänomen auftritt, ist das so ein Gradmesser.

wo steht die Gesellschaft gerade in der Definition der Geschlechterrollen? Und das war ja auch interessant! Der erste Fall der Aufkam war... Als es zu den Superbowl-Seiten diese großen Rollback gegen die Wognes gab, weil Budweiser ein transsexuelles Influencer Modell aufgefahren hatte für die klassische Bierwerbung im Super Bowl.

Und kurz darauf das ist so meine Erinnerung Tauchte dann American Jeans auf und das war auch Teil der amerikanischen Rechts-Links Kontroverse. Also Trump hat applaudiert, die Blonde Sidney Sweeney als schillernde Figur, die eben dann kundgezahnt hat mit diesen naheligen missverständlich amerikanische Gene.

American Jeans, es war eine Jeans-Werbung aber ließ sich auch Vigene und wir sind mitten in den Zeiten eben politischer Polarisierung. Ich stelle das fest und auch das ist Teil der Polarisierungen, wo gesellschaftlich ausgetragen wird. Wo stehen unsere Frauen? Und wo stehen unsere Männerbilder? Wie ist da die Orientierung?

Ist sie eher so neu rechts oder ist die eher progressiv? Ich muss euch dazu noch eine Geschichte erzählen. Ihr erinnert euch garantiert aber, das waren Zeiten wo ich mir über solche verschiedenen Gesichtspunkte überhaupt gar keine Gedanken gemacht habe Anfang der zweitausender Jahre die H&M-Werbung mit Anna Nicole Smith.

Vielleicht erinnerte ihr euch noch da wurden ja die Plakatkästen aufgebrochen um diese Poster zu entwenden und wir haben damals bei Radio Hamburg diese Kooperation mit h&m und haben diese Posta verschenkt. man konnte sie sich abholen Und wir waren völlig erstaunt Weil mehrheitlich Frauen gekommen sind, um sich die Plakate abzuholen.

Vielleicht haben sie die hier in Männern geschenkt? Kann ja sein! Weiß ich nicht... Aber das war damals eigentlich so das erste Mal, dass ich beruflich mit so einer Provokation nenn' ich das mal zu... Könnt ihr euch an den Fall noch erinnern? oder sagt ihr, das ist was ganz anderes? Das ist ein ganz ehrlicher Kontext.

Wir haben ja jetzt auch so Phänomene wie die Tread Wives wo also bewusst Frauen sich dazu bekennen. ich will wieder die Rolle der fünftiger Jahrefrau haben und es gab dazu auch an BSP, also eine Universität in Hamburg. Eine Untersuchung von tiefen Interviews mit diesen Treadwifes gemacht haben und wo da im Raus kommt.

das ist dieses alte Frauenbild von absoluter Anlehnung, absoluter Unterwerfungen usw. Wir haben halt immer wechselnde Konjunkturen. wie steht es im Geschlechterkampf? Und solche Provokation sind halt so seismografische Ausschläge darin ohne dass ich da irgendeine Bewertung habe. is das unzulässige Werbung?

Die Kultur lebt auch von diesen Debatten, lebt von den Provokationen. Insofern finde ich das auch gut dass so etwas da ist weil es gibt Treibung und wir fangen auch ran hier kontrovers zu diskutieren vielleicht. Ich sage nur es gibt verschiedene Aspekte in dem ganzen Thema. Absolut! Und wir müssen nochmal festhalten ihr diskutieren drei Männer also auch das kommt natürlich noch hinzu.

aber Thomas zum Abschluss vielleicht noch ein Zitat von dir was sich viel leicht Einordnen würde zu dem Thema unter universelle Botschaft, was du geschrieben hast in deinem Artikel. Nicht alle Menschen sind gleich schön aber alle Menschen. Toller Satz! Gleiche Würde heißt nicht gleiche Eigenschaften oder Wirkung.

Und es ist einfach so trotz Optimierungskulten und in unserer Zeit, wo wir denken alles ist gestaltbar. Schönheit, Intelligenz, Charisma sind einfach ungleich verteilt... ...und wir müssen halt lernen mit der Ungleichheit von schöner zu leben ohne raus eine Ungleichkeit der Würde zu machen. Die Studie?

Ist sicher schon ein bisschen länger her aber es gab mal ne Zeit Da war es ein bisschen peinlich, wenn man sich etwas nicht leisten konnte. Heute erzählen wir uns dauernd voller Stolz dass wir wieder einen Schnäppchen geschossen haben. Discounter sind ja auch längst gesellschaftsfähig. Wir vergleichen ununterbrochen Preise und jagen Sonderangeboten hinterher aber wir gönnen uns gleichzeitig für bestimmte Dinge dann doch erstaunlich teuren Luxus.

Wir sparen beim einen, um beim anderen so großzügiger zu sein. Nach welchen Regeln funktioniert das eigentlich? Vor allem bei uns hier irgendwie im Kopf sind wir eigentlich sparsamer geworden oder einfach nur wählerischer? Beides kann man sagen! Das ist gar nicht so eindeutig. zu sehen wie sich das verändert mit der Ausgabebereitschaft.

also festzustellen ist auf jeden Fall Es gibt insgesamt so das Gefühl eines Krisenerlebens. Das kommt fast bei allen Menschen durch, bei allen Konsumenten. aber wie darauf reagiert wird da gibt es ganz unterschiedliche Methoden und Weisen. also unsere Inflationsforschung zeigt dass so etwa die Hälfte mit dem Preisdruck so umgeht managen, priorisieren, budgetieren.

Auch auf Eigenmarken ausweichen öfter mal bei Aldi oder Lidl kaufen. Da fühlt man sich dann auch ziemlich souverän, dass man das selber im Griff hat und dass man da selber auch steuern kann. Es gibt durchaus dann auch eine Gruppe die Resilientin den der Druck so viel gar nicht ausmacht. Da erinnere ich mich an ein Interview was ich neulich hatte wo geklagt wurde Die Kreuzfahrt vorhatte in Südafrika, die muss man jetzt aufs Mittelmeer verlagern und das Budget ist jetzt auf fünfzehntausend begrenzt.

Also das gibt es durchaus auch. aber wir sehen natürlich auch am anderen Ende und das ist auch das was durchaus ernst zu nehmen ist wenn viele Klagen da sind man kann sich das Leben nicht mehr leisten. Es ist ein massiver Druck da dass es die Gruppe gibt der Struggler die wirklich den Eurocent umdrehen müssen.

Aber Marcel, was wir schon sehen auch in der Forschung dass so ein Wechsel zwischen dem vielleicht preisbewussten Konsum und mal die Schnäppchen schießen Und einem Premiumkonsum auf der anderen Seite als so ein Struktur trennt sichtbar ist. Das heißt deine Frage nicht einfach nur sparsamer aber etwas selektiver weil das Sparen oder so einen Schnäpchen machen hat natürlich auch psychologischen ungeheuren Effekt Weil man fühlt sich immer so kompetent, dass man das jetzt so gemacht hat oder so.

Und das ist nicht mehr nur noch etwas was Schichten betrifft die es wirklich müssen. Das war auch schon immer eine bürgerliche Tugend zu sparen. Das ist jetzt irgendwie so normal geworden. mal guckt man nach dem Preis und mal guckt man wo gönnt man sich was? Also wir sehen ja einige Konsubereiche sind wenig betroffen wie Urlaub bestimmte Genussgeschichten und Lieblingsmarken und bei anderen schaut man sehr selektiv.

Ich staune mal wieder. der Butterpreis zum Beispiel da wird auf den Cent geachtet Und für Kaffee gibt man mittlerweile, für ein Kaffey to go... ...gibt man schon fast zehn Euro aus so ungefähr. Das ist bisschen übertrieben aber sieben-acht Euro teilweise! Wo machen wir im Kopf eigentlich dieser Einschränkung für was wir Geld ausgeben?

Was sind denn da die Beweggründe? Also bei dem Kaffee zahlt es ja nicht nur ein Produkt, das du vergleichen kannst. Bei der Butter kannst du routinemäßig am Regal verglichen, er kostet dir jetzt weiß ich nicht so und so viel. Beim Kaffees geht's um Pause, Atmosphäre eine Belohnung... Und das ist eine Bedeutung über den reinen Nutzen des Produktes hinaus.

also bezahlen ja nicht only für Produkte sondern auch die Bedeitung in einer bestimmten Situation. Deswegen zahlen wir auch so viel Geld dann für ein Bier in einer schönen Bar, in der schönen Atmosphäre und holen uns das nicht am Kiosk und trinken das dann schnell an einem Stehtisch. Aber es ist schon zu bemerken – und das macht die Situation jetzt im Herbst, im Jahr oder im Jahr auch dem, was kommen wird, schon ein Stück weit aus, dass immer mehr Menschen wirklich eine Limiterfahrung machen!

Wir haben schon die Situation, dass man sich früherer Annehmlichkeiten abschneiden muss So ein Kinobesuch, das Popcorn acht Euro und dann mit der ganzen Mannschaft dahin. Sechzig-Siebzig-Achtzig Euro für einen Kino Besuch! Das kann man sich wirklich nur noch einmal im Quartal leisten und das macht auch den Druck in der Gesellschaft aus.

Das darf man nicht vergessen... Tankrabatt, dass da auf einmal die Spritpreise bei zwei Euro fünfzig, zwei Euro sechzig waren. Dass gewisse Schwellen, Erträglichkeitsschwellen überstiegen werden ist auch wenn Kinder studieren das dann also eine Bude von zehn zwölf Quadratmetern über achthundert Euro kostet in den Metropolen.

Wenn man überhaupt an was rankommt... Das ist so ein Gefühl! Da läuft das Fass über, dass der Kanal voll. Da passiert gerade etwas. Das ist schon unser Eindruck. Ja, das ist absolut richtig. Also für die einen sparen und spielen oder man spart was ein hat Freiräume an anderer Stelle für andere Notwendigkeit.

Und wir hören schon natürlich das Klagen auch wenn man heute mit einer vierköpfigen Familie essen geht Mit Getränken Das schlägt enorm ins Kontor gerade auch nochmal nach Corona. jetzt Ist das alles teurer geworden? ja und Wir sehen das natürlich auch bei den Marken dass Die marken früher so Für die Rückendeckung stand.

also nehmen wir mal eine Ikea das war immer günstig für die Jungfamilien oder die Studenten, oder? Die erste Einrichtung. Und dann kommen die jetzt wieder. und was das Billieregal jetzt achtzig Euro da hat ja auch IKEA selber zurückgerudert bzw sind in eine handfeste Umsatzkrise geraten weil sie eben dieses Rückenstärkungs-Image was so vom Preis kam nicht mehr gehalten haben und es dann noch günstigere Anbieter, die ihn da den Rang ablaufen.

Umgekehrt gegen Probe jetzt dieses wunderbare Routes für alle also der Markenclaim von Aldi, denen sie jetzt erneuert haben. das ist sozusagen die Erneuerung des Wohlstandsversprechen von eher hart sogar aus den fünftiger Jahren. Wohlstand für alle ist jetzt ein gutes für alle, also in solchen Zeiten es ist eine ganz große Aufgabe von den Marken auch auf diese neue Preissensibilität einzugehen.

Also das führt zu impliziten Verschiebungen. früher hatten wir bestimmte Statuswerte der war das teure. das besondere dass hat status gemacht. Und heute sehen wir auch den Status des Klugen, des Smart-Konsumenten und des Smart Shoppers gibt es ja seit vielen Jahren im Begriff. Aber so ein Kompetenzstart ich durchschaue das, ich lasse mich nicht über Vorteilen, denn werden dann sogar manchmal von Influencern irgendwie so Second Tent Funde vorgezeigt.

und dann zeigt man eigentlich stolz nicht dass was man sich leisten kann sondern man zeigt stolz was man vielleicht nicht bezahlen musste und eingespart hat Dass man gerne spart und dass einem das nicht peinlich sein muss. Ich hab das in meiner Erinnerung, fing das vielleicht an mit Geizyskyl? Vielleicht.

also damals ging so eine Welle durch die Gesellschaft. dieser Spruch wurde ja auch allgemein gut. Vielleicht fing es auch mit den Billigfliegern an, vielleicht auch mit dem Discount. dann aber dann hat sich noch mal was Entscheidendes in unserer Gesellschaft durch Corona geändert. ich habe das Gefühl seit Corona kommen sehr viel mehr Menschen generell psychisch als auch tatsächlich was das Bankkonto angeht unter einen enormen Druck also dass sie auch sparen müssen.

Also man kann sagen, wenn man das zeitlich einordnet so in den Nuller und Szenarjahren Geiz ist geil war eigentlich der Slogan der Maximierungskultur. im Konsum wird alles möglich. da gab es dann die Flüge zu Taxipreisen. Es gab da so diese Airline, da konnte man dann eben für neunzehn Euro halt durch ganz Europa jetten und es war also die Gesamtstimmung einer Überflusskultur.

alles ist möglich. Kultur auch der E-Commerce sprang da rein dass man alles überall gekriegt hat. ich würde dir recht geben das über Corona reinkam dieses. Hier gibt es harte Grenzen. Hier sind Sachen abgeschnitten, hier geht nicht mehr weiter und das war ja dann auch eine Krisenzeit, totale Verunsicherung der Staaten mit diesen ganzen Übergangsgeldern.

aber seitdem ist schon was verändert, seitdem setzt sie auch die Inflation ein und das ist schon der zentrale Wendepunkter würde ich dir recht geben. Aber nochmal dieses Geiz ist geil! Das war ja ein Riesen-Erfolg damals. Und dann bekam das so den Touch von... Ich nenn's mal sowas Das war eine Umkehrung einer Tugend.

Also geizig sein ist, wer will mit geizigen Menschen gerne zu tun haben so. Aber es hat natürlich wahnsinnig funktioniert. dann kam aber der Gegenlauf diese ernsthaften damals Nachhaltigkeitsbestrebungen auch in den Zehnerjahren wo dann auch dieser Überkonsum dieses grenzenlose dieses maßloser auch in die Kritik geriet und wo die Gegentrenz kamen eher maßvoll weniger ist mehr und sharing all die ganzen Mikrotrends, die auch aufkamen.

Und in Corona war es gezwungen zum selber machen, selber kochen, selber werkeln, selber machen und so. Da haben viele gemerkt das ist eigentlich ein Lustgewinn, dass eigene Herstellen also was wir immer wieder unter dem Begriff der Selbstwirksamkeit haben. Ich tue etwas, das hat einen Effekt und das führt dann auch vielleicht zu einem positiven Kompetenzerleben und so.

und da haben viele Und jetzt haben wir halt die Krise und hat das Ganze nochmal verschoben, weg eigentlich aus diesem aufgeladenen Nachhaltigkeitszusammenhang mehr in so eine gefühlte Notwendigkeit was wir eben hatten. Also man muss die Budgets anders allokieren. also wenn Neizentanken Grundnahrungsmittel viel teurer sind und das was mir wirklich Bedeutung verschafft und wichtig ist der schöne Abend mit der Familie, mit den Kindern oder mit Freunden dann muss ich woanders einsparen.

und dann kam hinzu dass natürlich mittlerweile die Handelsmarken auch irgendwie widerlegt haben, das teuer gleich Qualität ist. Es kommt vielleicht auch noch einen Punkt dazu, dass die Konsumenten sich in Abstiegsbedrohungen gegenübersehen. Wenn man jetzt so guckt wie wird es zu laufen den nächsten Jahren?

Da sagt keiner da kommt ein neuer Kanzler und dann gibt's fünf Prozent Wirtschaftsplus und dann wird alles besser sondern man richtet sich eher so darauf ein, wirtschaftlich-silberwurz zurückgefallen. global gesehen sind für einen ganz neuen Abhängigkeiten dieses alte Wirtschaftssystem exportieren nach China und billiges Russengas das ist für alle Zeiten vorbei.

Wir sind auch in der Technologie zurückgefallen. also dass man so ein Gefühl hat man spart auch gegen den Abstieg an Also dass das womöglich in den nächsten Jahren weiter bergab gehen könnte, dann lieber jetzt schon mal vorsichtig sein und jetzt schon so zusammenhalten was man noch hat. Und das ist auch eine ganz neue Dimension die es natürlich vor Corona überhaupt noch nicht gab.

Wenn ihr einen Blick in die Zukunft wagen wollt welche Produkte oder welche Produktarten oder Marken werden in den nächsten jahren aufgrund dieser Entwicklung tatsächlich Probleme bekommen? Welche Marken müssen sich da vielleicht anpassten ändern? Wir haben gerade in diesen Wochen Forschung zugemacht und wir sehen, es gibt auf der einen Seite Marken die Rückendeckung versprechen.

Die also versprechen wir unterstützen hier in der Krise. Also ein sehr schönes Beispiel ist da die Tago Bank mit Rückenwind Der Typ auf dem Fahrrad, der dann immer so ein bisschen Rückenwind kriegt und dann kriegt er die Zahlpause. Und dann hat da wieder ein bisschen Luft und dann geht es wieder ein wenig weiter.

Das ist schon eine kongeniale Sache wie man eben das verspricht, die Rückenstärkung. Auf der anderen Seite mag man die für diese Arriviertheit stehen. also ich habe es erreicht. Nimm mal das Beispiel Mercedes, das ist jetzt zwar vom Konsum weg eine größere Sache. Das ist ja so immer so das gewesen. ich habe es in meiner Karriere zu was geschafft und jetzt kann ich mich auf so ein Plateau des Erreichten somit Statusobjekten so vergnügen.

dass zeigt mir jetzt braucht auch immer den Mercedes Sternen und immer dann auch eine Klasse mehr und Steigerung. Das funktioniert es noch nicht mehr. Also die Autoverkäufe brechen da ein, gerade auch bei den Zahlungskräften, weil man sich fragt, brauche ich das noch? Bring mir das was macht mich das krisenfest?

und in der ähnliche Richtung gehen auch so andere Marken diese dieses Thema Arriviertheit haben. Diese aus der früheren Zeit kommen, die noch so neunziger Jahre Stil oder zweitausender Jahresstil haben aber nicht so die neue Zeit im Anerkennen. Also abschließend, wir haben das in der Studie so benannt.

Probleme werden nicht einfach die teuren Marken bekommen. Probleme bekommen die Marken bei denen der Konsument nicht mehr versteht warum sie eigentlich teuer sind. also wenn es profilos ist kein Erlebnismehrwert überteuerstes pristisch wo man sagt dass würde ich maximal im Rabatt kaufen oder so und deswegen müssen die marken auch gucken.

wie kann man eine zahlungsbereitschaft dann auch psychologisch entsprechend wieder verdienen? Das Letzte. Früher war das Kaufhaus, der Mittelpunkt jeder größeren Innenstadt. K-Stadt, Kaufhof, Herd, die Horten, Wertheimquelle... Hier gab es ja praktisch alles in diesen Häusern und wer nichts kaufen wollte ging trotzdem hin!

Und heute kämpfen die letzten Warenhäuser ums Überleben. Stattdessen sehen wir in den Innenstädten immer mehr Shops für Handys oder Nagelstudios Nicht zu vergessen die Barbershops, aber vielleicht ist es auch einfach nur so dass ein Geschäftsmodell verschwindet weil wir's einfach nicht mehr brauchen.

Trotzdem werden unsere Innenstädte sich ja verändern. einige sagen Wir verlieren in der Innenstadt einen Teil der städtischen Seele. Was ist eure Analyse? Was ist in den Innenstäten los und was ist das Problem mit den Kaufhäusern? Ja also das Problem Mit den Kauf Häusern. Ist Das deren alte Funktion Also Achtziger und Neunziger In Den Vor e-commerce Zeiten.

durch den e-commerce radikalen frage stellt ist also damals so ein kaufhof war die quelle für alles was man so im konsum haben und erreichen wollte. das war auch der laufsteg wo man geguckt hat was sind die trenns? Was sind die dinge? dass es alles durch e-Commerce möglichkeiten ersetzt worden. Das sind die amazons, die das geschrieben haben aber auch die zalandos oder autos Die jetzt online unterwegs sind.

Konsumenten haben radikal eben umgeschaltet, also Primärquelle. Um sich stilistisch zu orientieren, um sich auch zu informieren über die wahren Möglichkeiten. das ist jetzt das Internet sei es jetzt der e-commerce direkt oder die vielen Ratgeber dort. was man da alles gucken kann und dann ist was man in der Fachsprache long tail nennt.

Also Die Bedürfnisstruktur der konsumenten Haben sich sehr stark aufgefächert. also jeder ist in irgendeinem Thema drin im speziellen Hobby, das kann so ein Kaufhaus gar nicht mehr abdecken. Die Menschen waren früher vielleicht in ihrem Konsum etwas einfacher gestrickt. aber heute wenn man so beim Modestieren guckt oder bei Hobbys fängt ja irgendwo an und hört woanders nicht mehr auf und man nennt es Longtail Also der lange Rattenschwanz, der Warnsortimente.

Das kann Kaufhaus überhaupt nicht abdecken und die Leute kommen mit so speziellen Wünschen da an. darunter leidet ja auch so ein Saturn- oder Mediamarkt dass die in der Welt der Elektronik auch unzureichend bestückt sind selbst obwohl das riesige Häuser sind. Da gibt es so speziellen Demand bei den Elektronikkunden, dass sie da dann oft nicht fündig werden.

Dass man dann da sagt ja, müssen Sie doch bestellen! Was wir jetzt aber auch in den Studien sehen also das ich sage jetzt mal die alte Kaufhauswelt... Das war ja nicht nur ein großes Warenlager oder so ein großes Regal was heute die online Anbieter einfach besser. Da sind die Warenlage einfach größer um Flammenrand haben die einfach und immer voll.

Aber das war ja immer Und deswegen bedauern das so viel. Also wir hören, dass wird beklagt aber keiner ändert seinen Konsum wieder. Aber es war so. dieses Kaufhaus war eine Welt wo sich so eine Gesellschaft die eigenen Möglichkeiten vorgeführt hat. Was gibt's beim Sport Neues? Bei der Mode bei den Taschen bei den Spielzeugen und dann gab's vielleicht besonders gut was noch leckeres zu essen oben oder unten.

Wenn so das Kaufhaus jetzt schließt und wenn wir es hören, da sind die auch ganz nostalgisch und betroffen. Da verschwindet ja nicht nur ein Geschäft sondern auch so ein Stück dieser eigenen Kindheitsgeschichte. Ja der Kaufhof war sozusagen die Tagesschau des Konsums also wie man damals alle um zwanzig Uhr vom Fernseher saßen.

So ein verbindendes stilbildendes Element. Also dass das auch dafür stand. Ich habe auch so ein Bild von dem sozialdemokratischen Aufstiegsversprechen. Also das sind die Konsummöglichkeiten, die der Facharbeiter bekommt wenn er da mit der Gesellschaft aufsteigt und das hat man da alles repräsentiert und es hat einem halt auch diese Weltläufigkeit.

dann waren ja irgendwann in den achtziger Jahren war als New York, erinnere ich noch Dann haben die sich dann so New York, Klamotten da gekauft oder die haben dann die weißen Tennis-Sachen gekauft. Und das waren dann alles diese toll neuen Stile. und heutzutage haben wir natürlich mit einer unglaublichen Fragmentierung dazu zu tun, wo sich überhaupt nichts mehr um ein Zentrum... Also das Zentrum löst sich nicht nur in der Politik auf sondern auch im Konsum.

Das habe ich alles verstanden mit Amazon. Ich glaube es ist ja auch nicht schwer zu verstehen, das habt ihr hervorragend beschrieben. eben sich das Kaufverhalten verändert hat, muss man so allgemein zu formulieren. Aber trotzdem verstehe ich nicht ganz wieso die Kaufhäuser sich nicht mehr gegen diesen Trend gestemmt haben.

also wenn ich durch ein Kaufhaus gehe... Ich weiß nicht wann ihr das letzte mal in einem klassischen Kaufhaus war wie im Kaufhof Galeria. da frage ich mich für wen sollen das gemacht sein? Also für junge Leute schonmal gar nicht. und ich komme jetzt mit zwei Thesen die mir zumindest nach dem letzten Besuch aufgefallen ist.

Das erste ist dass ich gesagt habe Kundennachfrage kann man nicht herbeisanieren, siehe die vielen Rettungsversuche vom Kaufhof. und das zweite ist der Servicegedanke. Der geht doch auch immer mehr verloren in diesen Kaufhäusern. In den meisten Läden ist der Verkäufer zum Regaleinräumer degradiert worden.

also wisst ihr was ich meine dieses Aufbäumen fehlt mir so ein bisschen oder habe ich das nicht mit bekommen? Doch, das ist ein Problem. Also ah dauert's lange bis viele Dinge auch auf der Fläche sind. ich kenne dass auch Ich habe speziell was gesucht weil in der Stadt ich bummel dann gerne gucken wir es natürlich an und Dann muss man da erstmal Verkäufertheits suchen ja Und dass man nicht viel früher auch geguckt hat, wenn der Kunde auf der Fläche ist und was nachfragt, direkt sagt du kriegst es morgen zugeschickt oder so.

Also da waren diese Möglichkeiten das zu kombinieren einfach zu spät! Ich erinnere noch jetzt ein anderes Thema vor die Baumärkte... Suchen muss, da war so Grigal. Da gibt es die Muttern. Da war ich dann meistens schon draußen. Mittlerweile haben sie auch Infostände. Da führten Mitarbeiter einen hin und so.

Die haben der ja auch gegengesteuert. aber ich habe auch das Gefühl dass gerade diese Kombi wenn da einer auf der Fläche ist und den werden wir solange mit dem Service nicht hinterher laufen bis er hier abschließt und kauft und dass wir dann versprechen du kriegst es morgen auch. Das hab' ich auch etwas vermisst Weil zwei Beispiele, die vielleicht nicht in die gleiche Kategorie fallen aber trotzdem ähnlich sind würde ich sagen und positiv.

Das eine ist das KDW, das weltberühmte Kaufhaus in Berlin. Vielleicht ist es einfach nur ne Touristenattraktion und kein klassisches Kaufhaus. Aber was is mit Bräuninger? Bräuninger hat doch auch große Warenhäuser. nach allen Informationen Funktioniert das hervorragend. Was machen die eurer Meinung nach besser?

Oder stimmt das gar nicht, sind die auch kurz davor insolven zu gehen? Also dass Riesenprobleme im Modeversand sind die enormen hohen Rücklaufquoten, die wenige tatsächlich in Griff kriegen. aber was Bräuniger trotzdem geschafft hat und besser ist ein klares Markenerlebnisprofil durch kuratierte Mode, die haben Premium-Moden, die am Leisterwelten, den Versandgut aufgebaut, das funktioniert...

Und Kaufhäuser! Ja Die haben eine profiliertere Markenwelt. Also du kriegst auch das Paket und mit einem Kärtchen, mit einem schönen Karton und einer Einbindung. also da versuchen die schon natürlich eine entsprechende Bindung herzustellen. aber generell sind all diese Geschäftsmodelle auch unter Druck durch die großen großen Plattformen.

Also Bräuniger hat viel erreicht und hat sich auch am erfolgreichsten gestemmt. gegen diesen allgemeinen Abwärtstrend glaube ich auch durch diese Fokussierung auf Mode und Bekleidung. Ich glaube, dass dieses Gemischtkonzept was K-Stadt lange hatte. So in sieben oder acht Sortimenten da irgendwas zu bringen das hat die so ins Mittelmaß geführt und dann sind die natürlich auch so ein Wanderpokal der Insolvenzverwalter.

Dass die da also von einem zum anderen gereicht werden und diese Insolwenzen die bringen natürlich immer viel durcheinander. danach muss dann noch weiter gespart werden und ich glaube die sind ja auch in diesen Abwärtsstuhl geraten weil Da dann auch kein Kapital da war, wirklich was Vernünftiges zu machen.

Das große Gegenbeispiel ist wirklich KDW aber das lebt eben wirklich durch eine ganz spitze Zielgruppenanspar. Das sind einerseits die Touristen, die dann doch Geld lassen andererseits sind es die Ott-Volet von Berlin, die eben da auch Designerklamotten im höchsten Preisklaster ersteht und es ist auch da konsequent ein Shop im Shop-Konzept.

Also die haben ja folgendes gemacht, dass KDW eigentlich eine Hülle ist, die ausvermieten und die einzelnen Luxusmarken mieten dann Spaces an und gestalten die in ihrem Sinn. sofern ist das auch ein Konzept, das nicht mehrheitsfähig ist. Das sind ganz spezielle Nische. aber man muss auch dazu sagen auch die KDWE Gruppe.

Also das heißt nicht, dass markenstärke oder gute Konzepte immer gleich Rentabilität bedeutet. Gerade im Bereich wo Versand ist, wo die Riesenplayer sind, man muss nur gucken, schien themo und die nehmen gerade unheimlich viel aus dem Markt raus einfach an umsetzen. aber was ich noch viel bedenklicher finde ist, dass mit dem Niedergang dieser Kaufhäuser und ich glaube nicht ,dass das umkehrbar ist ja auch so.

das erleben der Innenstädte leidet Und das finde ich eigentlich das Dramatische, was wird aus diesen Innenstädten? Wenn da nicht mehr diese Erlebniswelten die das Kaufhaus immer geboten hat geschaffen werden. Also der Charakter einer Stadt hängt ja viel von den Einkaufsmöglichkeiten ab. Und das scheint sich ja im Moment eine ganze Menge zu tun, gibt es eurer Meinung nach Innenstädte in Deutschland wo's vielleicht besser läuft?

Gibt es andere Ideenkonzepte? Vielleicht müssen wir uns auch mal davon verabschieden dass Innenstäte irgendwie nur noch für Konsum da sind sondern ganz andere Möglichkeiten bieten. in Zukunft mehr Wohnungen mehr Kultur mehr Grünfläche und dann gehen wir halt. weniger shoppen könnte ja sein. Ja, das war jetzt auch so eine traditionelle Ausrichtung.

Auch was so, glaube ich aus den Siebzig, Achtzehn, Neunziger kamen so den Konsum in so eine ganz zentrale Stellung in den Innenstädten zu bringen also die Mitte der Stadt war so das Konsumzentrum und das Kaufhaus dann nochmal so die Spitze davon. Auch das ist irgendwie gescheitert. Dass man in so einem Konsum zwangereht, also immer wenn man hier in die Stadt geht gibt man mindestens das dafür und das dafür aus.

Und diese gemischten Konzepte Begegnungsstätten Kultur Erlebnis Das sind die Formel die zumindest die Städteplaner da immer wieder anstreben Wenn eine Innenstadt auf euch zukommt und sagt, wir brauchen ein neues Konzept. Was würdet ihr den vorschlagen? Was könnte eurer Meinung nach einer Innenstadt wieder beleben?

Was fehlt da? Weil die Menschen wollen ja schon in die Innenstadt und zusammen was erleben oder? Das ist eine schwierige Frage. Da gibt es ja viele Kongresse mittlerweile zu Smart Cities und so weiter, also die Funktionen, die das Kaufhaus hat, du wirst es nicht retten können muss jetzt neu gefüllt werden.

Also in Lübeck da ist ein XK-Stadt jetzt ein Übergangshaus für Kultur und Bildung oder dann gibt's irgendwie Kalle, Neukölln usw. Das heißt man muss das neu schaffen für Begegnungen, also Gastdruck kann einiges machen, Kulturbildung vielleicht auch Sport Es wird für Wohnen genutzt werden und es ist natürlich, was wir ja sehen durch den Verlust.

Wir brauchen schon Orte wo die Menschen auch zusammenkommen können sich austauschen, wo man sich wechselseitig inspiriert und so. Und da muss man auch in die Innenstädte weiter investieren. Meines Erachtens fatalerweise manchmal nicht gemacht wird. ich wohne an Köln wenn man sieht etwas aus dem Neumarkt geworden das ist eine absolute Katastrophe!

Das muss ein Erlebnisraum für das öffentliche Leben werden. Anders geht es nicht, also ein Ort der Zusammenkunft. Ein Ort wo die Menschen miteinander sein können. Aber da polarisiert es sich natürlich auch weil all das jetzt da Kulturräume schaffen Begegnungsstädte und so. Das braucht Investments. und wo sollen die herkommen bei Städten die komplett in der Finanzkrise untergehen?

Da sind Städte so im Osten, also Leipzig Dresden. Da läuft das relativ gut weil die als Metropolen noch relativ wohl haben sind aber so Mittelstädte ich war neulich mal in Hamm unterwegs auch die Ruhrgebietstädten. da sieht es recht finster aus weil durch den Niedergang des Einzelhandels nehmen auch die Steuern ab.

Also es hat dann auch solche Effekte, dass das dann in so eine Abwärtsspirale gerät. Also sind eure Prognosen für die Innenstädte wahrscheinlich? Viele Ideen da. aber wo soll das Geld herkommen? Da habe ich das richtig zusammengefasst! Ja das auch, aber dann falls Geld da wäre... Du hast ja gefragt wie du uns rettest und mir doch die eigentliche Frage nicht, dass wir irgendeine Flächenplanung starten sondern dass wir fragen warum sollte man gerne hierhin kommen?

Das ist natürlich Musik, das Kultur, das ist Bildung. Da müsste man natürlich die psychologische Identität der Stadt verstehen und dann gucken, wie kann man Besuchsanlässe erschaffen. Also die Frage wäre was erlebe ich hier in der Stadt? Was ist vielleicht auf dem Sofa wenn ich Netflix irgendwie scroll oder bei Amazon bestelle nicht bekomme?

das wäre eigentliche erste psychologisch frage. Es braucht sicherlich mehr Kreativität. Also es gab vor, ja diese Bewegung der Pop-Up Stores vielleicht kommt da noch mal so was dass der Konsum ein Wanderzirkus wird wo Leute mit Attraktion dann in die Innenstadt kommen und von Stadt zu Stadt ziehen und da irgendwie etwas schaffen was sowohl Konsum als auch Erlebnis also auch Begegnungen verknüpft.

und es braucht viel mehr Kriativität. Das ist auf jeden Fall ein sehr guter Appell. zum Schluss. Ich muss sagen, eure drei Themen, die ihr mitgebracht habt, ich fand sie alle sehr spannend und ich glaube da gibt es viel drüber nachzudenken. Ich bedanke mich ganz herzlich bei euch beiden. Vielen Dank an dir!

Und die nächste Folge kommt am elf November mit euch. Danke schön Marcel und Thomas. Bye bye, tschüss!

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