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Shownotes
Und: Wie kommt man mit dem Rad zur Sonnenfinsternis?
DU149 - Wir leben in einer Scheibe
Und: Wie kommt man mit dem Rad zur Sonnenfinsternis?
In dieser Folge enthüllen wir eine dramatische Neuigkeit: Wir leben in einer Scheibe! Aber keine Sorge, die Erde ist weiterhin ein Kugel. Die großräumige Verteilung der dunklen Materie um unsere lokale Galaxiengruppe herum ist aber nicht sphärisch, wie wir bisher angenommen haben, sondern scheibenförmig! Außerdem: Evi erzählt von Viren und 12 Monkeys und wir finden heraus, wie man mit dem Fahrrad zur Sonnenfinsternis kommt.
Wenn ihr uns unterstützen wollt, könnt ihr das hier tun: paypal.com/paypalme/PodcastDasUniversum Oder hier: steadyhq.com/de/dasuniversum Oder hier: patreon.com/dasuniversum
Artemis II wird verschoben
Artemis II hätte Anfang Februar zum Mond fliegen sollen. Jetzt wird es frühestens im März (science.orf.at/stories/3234042) passieren.
Das Eis von Europa
Der Jupitermond Europa ist von einer dicken Eisschicht bedeckt. Und jetzt wissen wir auch, wie dick sie ist. Die Raumsonde Juno hat das gemessen (nature.com/articles/s41550-025-02718-0) und das Ergebnis: ca 30. Kilometer.
Astro-Geschichte: Wir leben in einer Scheibe
Wie ist dunkle Materie in unserer näheren kosmischen Umgebung verteilt? Bisher dachten wir, dass es da riesige Wolken geben muss, in deren Mitte sich die Galaxien befinden. Ist aber nicht so, wie eine aktuelle Arbeit herausgefunden hat (nature.com/articles/s41550-025-02770-w). Tatsächlich scheint es sich um eine flache Scheibe zu handeln. Und hier gibt es Promotionen in Gröningen zu sehen (rug.nl/about-ug/latest-news/events/promoties)
Fragen aus der Hörerschaft
Christian fragt uns ob man ”in der Verteilung der Neutrinos irgend welche Auffälligkeiten” sieht?
Nein, weil wir nicht mal eine Verteilung der Neutrinos sehen!
Axel macht sich Gedanken über das Gewicht der Neutrinos: ”Wenn die so gut wie nix wiegen, die Anzahl macht das doch wieder wett?!”
Sollte man glauben. Ist aber nicht so. Weil die Dinger wiegen wirklich so gut wie nix (mpg.de/24526300/neue-obergrenze-fuer-neutrinom…).
Science Frames: 12 Monkeys und Plague Inc.
Evi erzählt heute nicht nur vom Klassiker aus den 1990er Jahren, nämlich “12 Monkeys” (imdb.com/de/title/tt0114746), sondern ausnahmsweise auch mal von einem dazu passenden Computerspiel: Plague Inc. (de.wikipedia.org/wiki/Plague_Inc.).
Veranstaltungen
Eine LIVE Podcastaufnahme von “Das Universum” wird es am 10.02.2026 im Radiokulturhaus in Wien geben. Tickets gibt es hier (radiokulturhaus.orf.at/artikel/724628/Das-Univ…). Und am 16. Juni machen wir das nochmal.
Außerdem: Am 29. März 2026 in Magdeburg wird die nächste LIVE SHOW von “Das Universum” stattfinden. Hier gibt es Tickets (moritzhof-magdeburg.de/das-universum-wissensch…). Planetariumsshows von Ruth gibt es dort auch (moritzhof-magdeburg.de/live/anderes).
Florian wird weiterhin seine “Sternengeschichten LIVE” Show aufführen. Tickets und weitere Termine gibt es hier (sternengeschichten.live). Das nächste Mal am 20. Februar in Wörgl (Tickets (komma.at/veranstaltung/florian-freistetter)) und am 26. Februar in Oberwaltersdorf (Tickets (bettfedernfabrik.at/veranstaltung/florian-frei…)).
Die Science Busters sind auch wieder unterwegs, inklusive Florian. Das nächste Mal am 21.2 in der Seestadt, am 22.2. in Wien und danach in Berndorf und Ostdeutschland. Alle Infos und Tickets gibt es hier (sciencebusters.at/termine).
Neue Bücher und Hörbücher
Das neue Buch von Florian heißt “Die Farben des Universums” (hanser-literaturverlage.de/buch/florian-freist…), erscheint im Februar 2026 und kann schon vorbestellt werden.
Evi hat mit ihren Kolleginnen von Cosmic Latte auch ein Buch geschrieben. Es heißt “Auf einen Kaffee im All” (goldegg-verlag.com/titel/auf-einen-kaffee-im-all) und man kann es schon vorbestellen.
Wer das aktuelle Buch von Ruth bestellen will, kann das hier machen (aufbau-verlage.de/aufbau/sternenjahr-auf-unsic…)
Und das Sternengeschichten Hörbuch (penguin.de/buecher/florian-freistetter-sternen…) von Florian kann man auch bestellen.
Unterstützen
Wir bedanken uns für die zahlreiche finanzielle Unterstützung, die uns die Arbeit am Podcast ermöglicht. Die Unterstützung von euch ist die einzige Einnahmequelle für uns.
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Science Busters Buch
Außerdem haben die Science Busters ein neues Buch herausgebracht. Es heißt “Aus! Die Wissenschaft vom Ende” (hanser-literaturverlage.de/buch/science-buster…) und sowohl Florian als auch Ruth haben darin jede Menge Geschichte aufgeschrieben.
Telegram, Discord und Mastodon
Das Universum gibt es auch bei Telegram (t.me/UniversumPodcast). Dort könnt ihr mit anderen Hörerinnen und Hörern plaudern; auch Ruth, Evi und Florian sind da, um eure Fragen zu beantworten.
(Einen Discord-Kanal (discord.com/channels/965674985999990794/965674…) gibt es übrigens auch, den betreibe wir aber nicht selbst).
Das gleiche gilt für die Mastodon-Instanz “Das Universum” (dasuniversum.social/about), die ihr natürlich auch gerne nutzen könnt!
Bücher
Das neue Buch von Florian heißt “Die Farben des Universums” (hanser-literaturverlage.de/buch/florian-freist…), erscheint im Februar 2026 und kann schon vorbestellt werden.
Florian hat davor auch ein Buch geschrieben, gemeinsam mit Helmut Jungwirth. Es heißt “Eine Geschichte der Welt in 100 Mikroorganismen” (scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2021/08/…), ist sehr hervorragend, überall zu kaufen wo man Bücher kaufen kann, weswegen es natürlich auch von allen gekauft werden sollte. Wer mehr über den Inhalt wissen will, kann diese Folge WRINT Wissenschaft anhören (wrint.de/2021/08/12/wr1265-wunderbrot-und-ster…).
Ruths aktuelles Buch heißt “Sternenjahr auf Unsichtbar
12 Himmelsphänomene, die wir nicht sehen, obwohl sie da sind” (aufbau-verlage.de/aufbau/sternenjahr-auf-unsic…)
und wir haben in dieser Folge des Podcasts (dasuniversum.podigee.io/114-du114-ein-buddy-fu…) sehr ausführlich darüber gesprochen. Kauft es, es ist super!
Kontakt
Wenn ihr Fragen zum Universum hat, dann schickt sie einfach per Mail an: fragen@dasuniversum.at. Wer uns einfach nur was schreiben will, tut das unter hello@dasuniversum.at.
Falls ihr Ruth mit ihrem mobilen Planetarium buchen möchtet, schreibt an hello@publicspace.at oder schaut auf ihre Homepage: publicspace.at
Florian könnt ihr in seinem Podcast “Sternengeschichten” zuhören, zum Beispiel hier: sternengeschichten.podigee.io oder bei Spotify (open.spotify.com/show/0ikLkbZTH9yjuwetyBheXX) - und überall sonst wo es Podcasts gibt. Außerdem ist er auch noch regelmäßig im Science Busters Podcast (sciencebusterspodcast.podigee.io) zu hören.
Florian und Ruth findet ihr beide auch regelmäßig im WRINT Wissenschaft”-Podcast (wrint.de/category/wissenschaft) den es ebenfalls bei Spotify gibt (open.spotify.com/show/0KKB14qE9h2NVWCW8vCt2z)
Evi betreibt gemeinsam mit ihren Kolleginnen Elka und Jana den Podcast “Cosmic Latte: Kaffeehausgespräche über Astronomie” (cosmiclatte.podigee.io).
Ansonsten findet ihr uns in den …
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Ruth Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Das Universum, dem Podcast, in dem Ruth und Florian über das Universum plaudern und auch heute wie immer mit Florian und.
Florian Mit Ruth herzlich willkommen.
Ruth Hallo, hallo. Willkommen im schönen Februar.
Florian Ja, wir haben schon Februar. Es ist quasi schon fast Frühling.
Ruth Eigentlich, das Jahr ist schon wieder fast vorbei.
Florian Oder? Es geht zu schnell. Es ist ein Wahnsinn. Wer jetzt noch keinen Urlaub gebucht hat, hat schwer. Weihnachtsgeschenke, könnte man auch schon langsam dran denken.
Ruth Apropos Urlaub gebucht, ich habe letztens geschaut wegen Spanien, was die Sonnenfinsternis und so. Also es ist nicht so, dass jetzt alle Unterkünfte in Spanien ausgebucht sind, aber schon viele.
Florian Naja, Sonnenfinsternisse sind eines der Dinge, die wir wirklich gut lange vorhersagen können. Also da hätte es theoretisch schon vor 20 Jahren dein Zimmer buchen können.
Ruth Ja schon, aber ich habe mir nicht gedacht, dass es so viele Wahnsinnige gibt, die zu einer Sonnenfinsternis extra hinfahren. Also das machen doch die meisten Leute nicht.
Florian Ja, ich mache es nicht.
Ruth Es ist Mitte August in Spanien, ist wahrscheinlich prinzipiell alles ausgebucht.
Florian Ich mache sie nicht.
Ruth Du machst du? Dich interessiert das überhaupt nicht, oder was?
Florian Die soll ja vielleicht zu mir kommen, die Finsternis. Dann schau ich es mal an.
Ruth Na, das ist jetzt mal eine interessante Einstellung von den Himmelsmechanikern. Vielleicht gar nicht so falsch, aber...
Florian Ich finde natürlich so eine Sonnenfinsternis sehr, sehr beeindruckend. Habe auch die gesehen. 1999, da ist sie quasi fast zu mir gekommen, bis sie habe ich fahren müssen, bis ins Burgenland. Aber habe ich mir angeschaut. Aber natürlich ist es beeindruckend, aber ich finde es jetzt nicht so extrem beeindruckend, dass ich sage, ich musste jetzt mit einer Million anderer Menschen nach Spanien oder nach Grönland oder in die USA oder sonst wo hinfahren, wie die Leute das tun, die halt dann wirklich den Finsternissen nachreisen.
Florian Also ich kann verstehen, dass Menschen das gerne machen wollen, weil Menschen haben Hobbys und Interessen und das, was ich mache, werden auch viele Menschen als unverständlich ansehen, wo ich irgendwie hinreise, aus welchen Gründen. Und trotzdem ich Astronom bin, ist jetzt so eine Sonnenfinsternis jetzt nichts, wo ich sage, nur deswegen muss ich dorthin. Nee, muss ich nicht.
Ruth Aber weißt du, ich kann das gut nachvollziehen, weil die meisten astronomischen Ereignisse sind jetzt für mich, also wo Leute, die die Astronomie toll finden, irgendwie sagen, wow, urgeil, sind jetzt für mich auch irgendwie so, naja, gut, aber da fahre ich jetzt nicht extra hin. Aber Sonnenfinsternis ist schon was anderes. Also vor allem eine totale, weil das ist ja auch das Arge an einer Sonnenfinsternis, dass wenn sie irgendwie 99-prozentig ist, ist es natürlich auch extrem beeindruckend.
Ruth Aber der Unterschied zur Totalität ist einfach so riesig und macht so einen Riesenunterschied, das zu sehen und zu erleben, finde ich, dass es das doch wert ist, da dann hinzufahren. Vor allem, wenn es nicht so weit ist. Also ich würde es nicht irgendwie, wie du, was hast du gesagt, Grönland, Antarktis, keine Ahnung.
Ruth Ja, also ich glaube nach Grönland. Ich meine, ich würde gerne mal nach Grönland fahren.
Florian Nicht wegen der Sonnefelsen, das ist einfach nur so.
Ruth Nein, einfach so, genau. Aber ich würde es nicht um den halben Globus reißen wahrscheinlich. Aber wenn sie so halbwegs in meiner Nähe stattfindet, die Hotelität, dann fahre ich da schon hin.
Florian Ja, ich sage, Menschen haben unterschiedliche Interessen und Prioritäten. Aber ich sage, das ist mir zu viel Engagement für mich persönlich, zu wenig Output. Also ich finde es eh schön, aber es ist halt nicht so, das gibt mir so viel, ich muss da unbedingt hin.
Ruth Naja, aber es kommt daran, wo sie stattfindet, weil wenn sie jetzt irgendwo in Grammert Neusiedel, no offense Grammert Neusiedel, aber wenn es jetzt irgendwo ist, wo man nicht unbedingt... Irgendwie hin muss. Da komme ich nicht mehr raus aus dem Loch, oder? Aber ich finde es eigentlich auch cool als Anreiz, um eigentlich wohin zu fahren, wo man sich denkt, ah, da wollte ich eh schon irgendwie immer mal hin, aber ist es dann doch jetzt nicht so, dass ich da auf jeden Fall sofort hin muss und eben darum war ich auch noch nicht dort.
Ruth Und irgendwie Nordspanien ist sowas, wo ich mir schon immer gedacht habe, da will ich mal hin, da muss ich mal hin und habe es aber irgendwie bis jetzt noch nicht geschafft. Und darum ist das jetzt so ein Anreiz, dort mal hinzufahren.
Florian Kann ich nachvollziehen, diese Motivation, dass man sich Sachen sucht, wo man denkt, das könnte einen motivieren, irgendwo hinzufahren. Bei mir sind das zum Beispiel meine Radtouren, wenn ich denke, ich will jetzt von A nach B und A und B sind sehr weit auseinander, dann muss ich zwischendurch bei C, D, E und F stehenbleiben und übernachten und sowas und dann suche ich mir halt aus Orten, wo ich halt irgendwie nicht hinkomme.
Florian Aber jetzt irgendwie gerade einen Ort, wo ich mir denke, da will ich eh schon immer mal hin, habe aber noch keinen Anlass gehabt und dann nehme ich das, wo alle anderen auch da hinfahren als Anlass. Dann ist es vielleicht ein bisschen stressig.
Ruth Du fährst ja gern von geografischen Extremen, von einem geografischen Extrem zum anderen. Du könntest zum nördlichsten Punkt Spaniens fahren, weil da geht nämlich genau die totale Sonnenfinsternis durch.
Florian Ja, du bist ein bisschen weit zum Radl.
Ruth Naja, jetzt komm. Kommt drauf an, von wo?
Florian Ich kann ja mal schon einen Namen von diesem nördlichsten Ort.
Ruth El Punto Maseptentrional, der Peninsula Iberica.
Florian Punto. El Punto in Bayern habe ich. El Punto Barcelona. Ich glaube, das sind alles Wirtshäuser.
Ruth Auch nicht schlecht. Fast vom nördlichsten Punkt Spaniens zum Wirtshaus des, keine Ahnung was.
Florian Ich gebe einfach das hier. Da, den Leuchtturm. Faro de Estaza de Bares. Nehme ich mal den da.
Ruth Bares, genau. Bares heißt diese Halbinsel.
Florian Jetzt schauen wir mal, ob der Beneroute bastelt. Ja, der macht Beneroute. Was sind das? 2800 Kilometer, 21.000 Höhenmeter. Also man fährt mal die Donau lang, dann fährt man auch die Donau lang durch Deutschland. Es ist dann nicht mehr die Donau, es ist dann die Isar nördlich von München vorbei. Freiburg im Preisgau durch, dann rüber nach Frankreich, dann einmal so quer fast durch Frankreich durch. ein Stückchen unter Lyon durch.
Florian Dann, wo kommt man auch noch durch? Limange, Bordeaux. Dann ist man an der Küste, da irgendwie an der Küste, kreuzt man rüber nach Spanien, Stückerl nördlich vom Pamplona weiter. Eine nette Tour, würde ich gerne machen, so eine lange Fahrradtour, aber da bin ich, den Tempo, in dem ich fahre, und wie gesagt, ich fahre die ja nicht am Stück, die 2000 Kilometer, das muss ich schon ein, dann bin ich zwei Wochen unterwegs, muss ich zwei Wochen hin, zwei Wochen zurück.
Florian Da kann man nicht irgendwie anderthalb Monate freinehmen im Sommer.
Ruth Ja, wenn das mit dem Zug nur besser funktionieren würde, dann könnte man ja da in eine Richtung fahren und dann mit dem Zug, mit dem Fahrrad wieder zurück.
Florian Fahrrad mit Nabe durch vier Länder, zeigen wir mal, wie das geht. Ja, eh.
Ruth Ist das nicht erstaunlich, 2026?
Florian Das ist billiger, weil das ein Spann ins Meer schmeißt, das Rad.
Ruth Ja, das stimmt. Es ist so. Es ist nämlich auch ohne Fahrrad und ohne irgendwas und ohne sonstigen Spezialwünsche so gut wie unmöglich, mit dem Zug dort hinzukommen, obwohl es eigentlich keine schlechte Zugstrecke ist. Da gibt es den geilsten Zug überhaupt, da gibt es eine Schmalspurbahn, die die Nordküste entlang fährt.
Ruth Von wo? Von Santander nach Ferrol. Das ist ganz drüben in Galicien, also schon fast an der Kante drüben. Und die braucht irgendwie 70.000 Stunden, diese Bahn, und ist halt Schmalspur und fährt halt da irgendwie die Küste. Also das ist sehr gebirgig auch, und das ist halt auch diese Felsensteilküste und so weiter, ist nicht schön.
Ruth Und da fährt halt diese Bahn da entlang. Das ist genial. Ich würde dort urgern mit der Bahn hinfahren. Aber ich meine erst, es gibt ja nicht mal mehr den Scheißzug nach Paris. Es gibt nicht mal mehr den Zug von Wien nach Paris, der zwar ein Scheißzug war und 15 Stunden gebraucht hat für die Strecke. Warum auch immer.
Ruth Es gibt nicht einmal mehr direkte Züge im Moment nach Frankfurt. Es gibt keine direkten Züge mehr nach Hamburg. Sind die alle wahnsinnig geworden.
Florian Viel einfacher ist es übrigens, mit dem Zug nach Wörgl zu kommen, um jetzt mal ganz beinhart die Werbung da reinzubrettern in diese Einleitung.
Ruth Jetzt kann man nicht sagen, gut gemachter Szenenwechsel, oder? Nein, aber ist okay, ist okay.
Florian Ich wollte es nur am Anfang erwähnen, weil ich ja meine Sternengeschichten-Live-Shows in Österreich in der Zwischenzeit aufgenommen habe, seit wir die letzte Folge veröffentlicht haben. Letzte Woche, aus meiner Sicht, hatte ich die ersten beiden Vorstellungen. Einmal die Österreich-Premiere in der Kulisse in Wien, wo du auch anwesend warst.
Ruth Ja.
Florian Und danach bin ich weitergefahren nach Salzburg. In beiden Fällen sehr, sehr nette Shows, nettes Publikum, nette Leute, alles gut. War wunderbar. Und die nächste Sternengeschichten-Live-Show, Die wird am 20. Februar in Wörgl in Tirol stattfinden. Und da, ich sage es so, könnte man noch ein paar mehr Karten vertragen, wenn es nicht eine sehr intime Veranstaltung werden soll.
Florian Das heißt, falls ihr in Tirol oder, ja keine Ahnung, Tirol ist ja so schmal, da kann man auch irgendwie aus Tirol oder aus Bayern kommen.
Ruth Vor allem ist Tirol sehr gut angebunden, was den öffentlichen Verkehr betrifft. Da fahrt ein Bus in jedes scheiß Tal rein, und zwar mit vernünftigen Intervallen.
Florian Und nach Wörgl fährt auch der echte Zug hin. Da kann man direkt von Wien aus hinfahren mit dem Zug, mit dem Railjet. Und von Deutschland kommt man wahrscheinlich auch irgendwie hin mit dem Zug.
Ruth Naja, der Zug fährt ja über Deutschland.
Florian Also da kann man hinkommen, wenn man gerne möchte. Und dann gibt es dort Sternengeschichten live zum Anschauen. Mir würde mich freuen, wenn ich das in Wörgl nicht quasi allein machen müsste. Und in Oberwaltersdorf, da findet die nächste Show dann statt, wo es noch Karten gibt. Das ist am 26. Februar mit Wörgl am 20.
Florian Und Oberwaltersdorf am 26., wenn ihr da noch kommt. Oberwaltersdorf ist im Süden von Wien. Wenn ihr da noch kommen wollt.
Ruth In der berühmten Bettfedernfabrik.
Florian Genau, dann kommt da bitte hin. Das würde mich sehr freuen, weil, kann Ruth bestätigen, ich glaube, es ist ein netter Abend.
Ruth Ja, total. Voll nett. Lohnt sich wirklich. Macht das. Kommt da hin. Und kommt auch zu unserer heutigen Veranstaltung. Sollen wir das auch gleich am Anfang sagen?
Florian Ja, stimmt. Hätte wir gleich am Anfang sagen sollen.
Ruth Weil es ist nämlich heute.
Florian Ja, alle stehen und liegen lassen und los. In den nächsten Zug aufs Fahrrad, wo auch immer hinspringen.
Ruth So ist es. Also das letzte Mal, wie ich geschaut habe, gab es noch Karten.
Florian Ja, also meine Information von den Veranstaltungen ist, es ist gut verkauft, haben sie gesagt. Das war vor knapp einer Woche, habe ich das gehört. Es ist gut verkauft. Aber gut verkauft heißt nicht ausverkauft. Also kann auch durchaus sein, dass noch was übrig ist an Karten für Wien, weil wir dort nämlich im Radiokulturhaus eine Live-Folge aufnehmen. Also live eine Folge aufnehmen, sagen wir mal so rum.
Ruth Wir versprechen, wir sitzen da jetzt nicht nur auf der Bühne, starren in unseren Laptop und reden vor uns hin.
Florian Echt? Ich habe gedacht, machen wir das. Okay, wenn du was anderes vorhast, bin ich gespannt.
Ruth Okay, Leute, es wird eine Live-Podcast-Aufzeichnung. Und zwar genau das. Wir sitzen auf der Bühne, starren in unsere Laptops und reden.
Florian Ja, naja, wir machen jetzt keine Show. Wir können keine Show machen, so wie wir es sonst machen, wie wir es in Magdeburg Ende März zum Beispiel machen werden. Also wirklich eine Bühnenshow, abendfüllend mit Experimenten und Quatschen, Bildern und allem drum und dran. Sondern in dem Fall machen wir das, was wir hier jetzt machen.
Florian Nur halt, man kann uns zuschauen dabei. Und vielleicht fällt uns noch was ein, um das ein bisschen für das Live-Publikum lustiger zu machen. Das werden wir sehen.
Ruth Also schon, wir werden schon ab und zu mal irgendwie unseren Blick heben über unseren Laptop-Rand.
Florian Ihr schaut euch kurz an, das stimmt, ja.
Ruth Also jetzt nicht nur Podcast-Aufzeichnung klingt so, als könnte man nur dabei sein, zusehen, wie Leute etwas machen, was sie in einem geschlossenen Studio ohne jegliche Interaktion und so weiter machen. So ist es ja dann auch nicht.
Florian Wir werden euch ansprechen ab und zu direkt.
Ruth Schauen wir mal. Wir wissen noch nicht, was wir machen. Lasst euch überraschen. Aber kommt vorbei. Heute. Heute Abend.
Florian 19 Uhr geht's los.
Ruth Machen wir eine andere Einkündigung. Ihr wisst es schon, und ihr habt es schon gehört, aus Podcast-Sicht bin ich eigentlich ganz froh, dass es so passiert ist, weil dann können wir davon berichten. Atem ist zwei verschoben. Es war der 6. Februar als Termin eingebehalten, darum ist jetzt dieses berühmte Wet Dress Rehearsal schon für den 31.
Ruth Jänner ursprünglich anberaumt worden. Dann kam die Kältewelle, die auch Florida heimgesucht hat, obwohl ich nicht weiß, wie kalt es jetzt wirklich in Florida war, aber kälter als sonst. Und das ist ja jetzt irgendwie aus raumfahrttechnischer Sicht gar nicht so unbedeutend, die Kälte und das Wetter natürlich.
Ruth Und darum hat man das ein bisschen verschoben, so ein paar Tage mal. Und dann wäre es am Wann? Gestern, also für uns jetzt, aus unserer Sicht gestern, das ist noch nicht so lange her, am 2. Februar war es dann tatsächlich das Wet Dress Rehearsal. Beim Wet Dress Rehearsal wird einfach der ganze Countdown-Vorgang inklusive voller Betankung geprobt.
Ruth Es ist quasi die Generalprobe. Alles genau so wie in echt, nur dass die Crew nicht in der Rakete sitzt, Nummer eins. Und dass der Start der Rakete, das ist 30 Sekunden vor dem eigentlichen Start, abgebrochen wird. Das ist der einzige Unterschied. Es kommt nicht wirklich zum Start-Countdown. Es ist aber leider nicht ganz gut gegangen.
Ruth Es hat gut ausgesehen zuerst, aber es gab dann ein kleines Wasserstoff-Lag in einer der Zuleitungen. Also es ist nicht ein Problem, weil die andere Rakete selber, sondern in einer dieser Versorgungsleitungen, die eben die Rakete mit allem Möglichen, was sie braucht, befüllt. Und da ist eine undichte Stelle zutage getreten.
Florian Ist das ein Problem, das kritisch ist oder müssen die halt noch ein paar Schrauben drehen?
Ruth Nein, ich glaube, dass es kein großes Problem ist. Also es ist auf jeden Fall der Start für März geplant. Also nicht nur hoffen wir das, sondern ja, das machen wir. Es war ja auch davor wirklich geplant. Es war jetzt nicht nur so, ah okay, schauen wir mal, die Crew war in Quarantäne. Die gehen zwei Wochen vorher in Quarantäne und jetzt kommen sie wieder aus der Quarantäne raus, weil halt jetzt noch ein Monat ist und gehen dann wieder neu zwei Wochen vorher.
Ruth Aber es ist schon eigentlich alles on track bis auf das kleine Problem mit der Leitung. Aber es hat auch geheißen, dass es jetzt nicht total überraschend kommt oder so, sondern dass sie eigentlich genau diese Tests ja auch machen, damit genau so ein Ding, genau so ein kleines Problem zutage tritt, damit man das beheben kann.
Ruth Weil sonst, ja, wer weiß, ob das jetzt dann, also wahrscheinlich hätte es kein besonders großes Problem verursacht, aber einfach zur Sicherheit. Und dann ist es einfach jetzt im März das nächste Fenster. Sie machen jetzt noch ein Dress-Rehearsal vor, nochmal, vom Starttermin im März. Aber ich glaube, dass die Wahrscheinlichkeit eigentlich recht hoch ist.
Ruth Und wenn nicht, dann halt im April. Dann ist nochmal eins Anfang April. Wir hatten übrigens auch eine Frage, die da gleich dazu passt, die ich jetzt gleich beantworten werde, weil sie so gut dazu passt. In der Telegram-Gruppe, ich habe jetzt den Namen nicht aufgeschrieben, wer diese Frage gestellt hat, aber irgendjemand hat sich gewundert, warum diese Startfenster immer so zweigeteilt sind, weil es ist dann immer 6., 7., 8., 10.11. zum Beispiel und so weiter.
Florian Da ist irgendwo ein Wochenende dazwischen.
Ruth Da müssen sie in die Kirche gehen. Nein, und dann schaue ich und schaue die Startzeiten. Da denke ich mir, ah, interessant, ist da irgendwas? Keine Ahnung, weil wegen wie der Mond steht, dass es da halt gerade nicht geht. Nein, es ist Mitternacht. Da ist einfach quasi dann am 8. irgendwie um 11 p.m. und dann eben nicht am 9., sondern am 10.
Ruth Um, weiß nicht, 2 in der Früh oder so. Also es fehlt quasi ein Tag, weil einfach da ein neuer Tag beginnt. Also es fehlt da nicht wirklich ein Tag. Hast du deinen Boarding Pass dir schon geholt für Atems?
Florian Nein, nein. Ich weiß nicht, dass es das… Wundert mich nicht. Aber ja, das ist auch, ich finde es zwar cool, dass es sowas gibt und ich weiß, dass viele Menschen es gut finden, aber mir gibt es jetzt nichts.
Ruth Ich weiß nicht, den Namen auf einem USB-Stick, nein, es ist eh bescheuert. Aber irgendwie, ich habe mir zuerst nämlich auch gedacht, ach so ein blödsinn, Namen irgendwie mitnehmen, super. Aber dann irgendwie zum Schluss wieder noch auf mehreren verschiedenen Kanälen, die ich das dann gelesen habe. So, letzte Chance, euren Namen mit Artemis mitzuschicken. Ist so, Mist, Mist, Mist, okay.
Ruth Ich muss es trotzdem machen. Und jetzt habe ich einen wunderschönen Boarding Pass für Artemis. Also vielleicht fliegt mein Name dann im März auch zum Mond.
Florian Was mich ein bisschen irritiert an der ganzen Sache, ich meine, es ist absolut zu erwarten, dass bei so einem großen Unternehmen, vor allem wenn da auch Menschen mitfliegen, dass man da genau hinschaut. Und wenn da ein kleines Problem ist, sagt man, okay, das checken wir jetzt, das machen wir gescheit.
Florian Das ist absolut verständlich. Aber was mich irritiert ist, dass die das jetzt machen und sie werden es ja auch machen. Dann werden die da um den Mond rumgeflogen sein und dann werden sie gelandet haben. Und dass sie dann sagen, ja, und beim nächsten Mal landen wir am Mond. Weil da sind so viele Zwischenschritte drin, die da nicht geprobt wurden oder werden können. Ja, du kannst auf der Erde die ganzen Raketen starten, Raketen runterfliegen und so weiter.
Florian Das haben wir getestet. Aber da eine Landekapsel abkoppeln, am Mond landen, vom Mond wieder starten, wieder ankoppeln, zurückfliegen. Ich meine, es war ja nicht umsonst, dass die bei den Apollo-Missionen das tatsächlich... Getestet haben, bevor sie gelandet sind. Das wundert mich, dass sie bei Artemis das nicht machen, weil so von Artemis 1 auf 2 ist ein vergleichsweise kleiner und sinnvoller Schritt.
Florian Zuerst ohne Menschen um den Mond fliegen, dann mit Menschen um den Mond fliegen. Aber dann sagen, von um den Mond fliegen gleich direkt zu wir landen, das finde ich einen absurd großen Schritt eigentlich.
Ruth Ja, vor allem, weil ja die Landaffäre noch nicht funktioniert.
Florian Die kommt ja von SpaceX.
Ruth Und genau deswegen kannst du das ja auch noch nicht proben.
Florian Ja, eh aber.
Ruth Also es ist ja auch so, dass das die NASA quasi, das ist ja das, was die NASA selber macht, die Mondrakete, oder selber in Kollaboration natürlich immer, aber wo quasi die Hauptverantwortung, die Eigenverantwortung ist, dieser SLS, Space Launch System, die Rakete selber, die Kapsel, die Orion-Kapsel, aber die tatsächliche Landung wird mit einem Starship von SpaceX stattfinden, das passiert. Es noch nicht gibt.
Ruth Insofern, ja, ist natürlich genau das der Knackpunkt, warum jetzt auch Artemis 3 nicht bald nach Artemis 2 stattfinden kann.
Florian Aber Donald Trump hat ein Gesetz erlassen oder eine Anordnung, dass es 228 passieren muss. Ja, genau.
Ruth Per Dekret. Hoffentlich fliegt er und Elon selber.
Florian Glaube ich nicht.
Ruth Nein, eh nicht. Leider. Es war auch schon geplant, dass natürlich SpaceX die Tests der Landung und so weiter durchführt. Die Idee ist ja, dass diese Landefähre im Mondorbit, wartet. Ursprünglich war die Idee, dass dieses Gateway, diese Mondraumstation, schon im Orbit um den Mond ist.
Florian Das ist ja gestrichen, das Gateway, oder?
Ruth Ja, ich glaube, ja, also blöd, aber naja, es war dann eine Modifikation da, dass eben auch ohne, dass die Landung auch ohne Gateway stattfinden kann. Also es wäre quasi geplant gewesen, dass Orion, die Kapsel, an das Gateway andockt und dann dort auch die Landefähre angedockt ist und dann dort umgestiegen wird und so weiter.
Ruth Und jetzt dann war der Plan, okay, wenn das Gateway nicht fertig ist bis dahin, dann steigen wir quasi direkt in die Mondlandefähre um. Und das ist jetzt halt auch irgendwie sehr fragwürdig, wie genau das passieren wird. Schauen wir mal. Also ich glaube, für Artemis 2 ist ziemlich grünes Licht. Also würde ich sagen, also von dem, was man jetzt von der NASA auch so erfährt und das, was die NASA macht, ist ja auch total transparent.
Ruth Du hast ja alle Ergebnisse und alles da. Du kannst dir alles anschauen, wie der Status von Dingen ist. Bei den Dingen, die SpaceX macht, ist es nicht ganz so transparent.
Florian Ja, aber das wird jetzt mit KI fusioniert, mit einer KI-Firma und dann macht die KI die Rest der Entwicklung.
Ruth Ich möchte ehrlich gesagt überhaupt nicht mehr, ja, ich möchte überhaupt nicht mehr darüber reden. Ich möchte das alles überhaupt nicht mehr erwähnen. Alles, was mit diesen Milliardären zu tun hat, mich interessiert das alles gar nicht mehr. Ich verdränge das ab jetzt nur mehr. Ich hoffe, dass die Mondlandung irgendwie auf eine andere Art und Weise stattfinden kann.
Ruth Schauen wir mal. Vielleicht muss es die NASA eh einfach selber machen.
Florian Ja, wir werden es sehen.
Ruth Oder vielleicht passiert es halt jetzt auch nicht in absehbarer Zukunft.
Florian Ja, das müssen ja nicht die Amerikaner machen. Ich meine, die Chinesen werden es ja dann nicht mehr machen.
Ruth Genau, 2030 ist die chinesische Mondlandung angepeilt. Obwohl natürlich die Transparenz jetzt bei der chinesischen Mondmission auch nicht die ideale ist. Aber es ist jetzt keine geringe Wahrscheinlichkeit, dass es eher stattfindet. Ich meine, irgendwie sehe ich, okay, dann gibt es halt neue Space Race mit China.
Ruth Vielleicht ist das ja auch irgendwie motivierend, obwohl man immer einen Race braucht, um irgendwas auf die Reihe zu kriegen. Ja, ich habe meinen Boarding Pass. Mir ist wurscht.
Florian Ist okay, gut.
Ruth Wir wissen nicht. Wir wissen nicht, wann Artemis landen wird. Wir wissen, dass Artemis 2 ziemlich sicher, höchstwahrscheinlich, gut, ziemlich sicher ist jetzt auch ein bisschen zu optimistisch, höchstwahrscheinlich, wahrscheinlich im März oder spätestens im April den Flug um den Mond antreten wird. Aber wir wissen noch etwas anderes. Wir wissen etwas anderes sehr gut, nämlich wir wissen jetzt endlich, finally, wie die Das Eis auf Europa ist.
Florian Kann man Eis laufen? Ist es dick genug? Ist erlaubt?
Ruth An der Dicke würde es nicht liegen. Die Eisdicke auf Europa, das Eis ist total freigegeben von allen Behörden. Es ist von der Glätte her nicht ganz ideal. Man müsste es, glaube ich, ein bisschen präparieren. Die Eisoberfläche auf Europa ist ja nicht glatt, sondern alles andere als. Da gibt es ja diese riesigen Eisspikes, diese irgendwie 20 Meter hohen Eisspitzen, die ja auch eine Landung ziemlich schwierig machen.
Florian Genau, und sehr, sehr kaltes Eis ist, glaube ich, auch nicht so rutschig. Also da ist es ja auch ein bisschen kalt dort oben.
Ruth Da ist es ein bisschen kalt. Es ist ja auch deswegen keine Landung mehr auf Europa geplant. Der Mond, auf dem möglicherweise, falls das mit dem Budget der NASA sich wieder irgendwie halbwegs normalisiert, Und möglicherweise eine Landung auf Enceladus angedacht, dem Eismond von Saturn. Aber Europa, extrem interessant.
Ruth Ihr wisst, da unter dem Eis ist ein Wasserozean, ein Salzozean, wie der Ozean auf der Erde. Und zwar mehr Wasser als auf der Erde. Europa hat vermutlich ungefähr... Doppelt so viel flüssiges Wasser unter seinem Eis-Ozean, wie jetzt alle Ozeane auf der Erde zusammen. Und wir wussten bis jetzt nicht, wie dick genau dieses Eis ist, das da auf diesem Wasser-Ozean oben drüber quasi schwimmt. Wir haben einen zugefrorenen See.
Ruth Und das fand ich irgendwie ganz lustig, diese Meldung, weil ich habe bis jetzt im Planetarium, da kommt auch immer wieder die Frage, boah, wie dick ist das? Und dann kann man da Eislaufen und so? Nein, kann man nicht. Und ich sage dann immer so, je nachdem, wie mir gerade zumute ist, irgendeine Zahl.
Ruth Das bis jetzt nicht wussten. Es gab so zwei Möglichkeiten eigentlich, oder zwei Möglichkeiten. Es gab so zwei Theorien. Entweder, dass das Eis doch recht dünn ist, also recht dünn, ein paar Kilometer dick. Oder, dass das Eis sehr dick ist. Also so an die 100 Kilometer dick.
Florian Okay, und wie dick ist es?
Ruth Und es ist im Endeffekt ziemlich genau dazwischen. Und wir wissen jetzt, wir wissen, wie dick es ist. Moment mal, ich habe mir die Zahl aufgeschrieben, nur wo ist sie jetzt? Ah ja, durchschnittlich 30 Kilometer dick, dieses Eis.
Florian Und woher wissen wir das jetzt?
Ruth Und wir wissen das jetzt, weil eine großartige Raumsonde, die Juno-Raumsonde, da Messungen vorgenommen hat. Juno ist ja schon seit 2016 unterwegs.
Florian Wollte ich gerade sagen, die ist schon älter.
Ruth Unterwegs ist schon älter. Und Juno ist schon älter. Sollte eigentlich schon im Herbst abgeschaltet werden sollen, im Herbst 2025. Das Ende der Mission war für den 30. September 2025 geplant, beziehungsweise bis zum 30. September 2025 war die Mission garantiert, sagen wir mal so. Und dann, was passiert am 1. Oktober 2025?
Ruth Government Shutdown. Wer hätte das gedacht, dass das Government Shutdown auch solche Einflüsse in den Weltraum hat?
Florian Ja, wenn sie Shutdownen, dann shuttet alles da.
Ruth Aber darum wurde Juno nicht geshutdaunt, weil dann alle im Zwangsurlaub waren. Das ist nicht mehr passieren konnte. Und darum ist Juno immer noch operational, weil es nie dazu kam, dass die Mission beendet wurde. Das ist natürlich ein lustiges Detail. Die Daten von Europa sind aber jetzt nicht von jetzt aktuell, Jänner 2026.
Ruth Juno ist noch immer operational und im Orbit, ja. Aber die Daten von Europa kommen vom letzten Flyby, das war 2022. Da ist Juno ungefähr 300 Kilometer, ein bisschen mehr als 300 Kilometer über die Oberfläche von Europa geflogen, also richtig nah. Und hat da halt jede Menge Messungen gemacht mit dem, wie heißt dieses Instrument, habe ich mir auch aufgeschrieben.
Ruth Ich kann meine eigenen Notizen heute irgendwie nicht lesen. Microwave Radiometer. Und damit kann man die Dicke der Eisoberfläche gut messen und die interne Struktur des Eises auch eigentlich. Also dieses Instrument ist auch geil. Das Instrument hätte eigentlich auch nur elf Jupiter-Orbits, elf Orbits der Raumsonde, überstehen sollen.
Ruth Dort ist ja extrem viel Strahlung in dem ganzen Jupiter-System, das Magnetfeld und so weiter und der Sonnenwind. Und das ist natürlich schwierig für Instrumente dort überhaupt zu überleben. Und das war für elf Orbits vorgesehen und war vorgesehen, eben die interne Struktur des Jupiter zu untersuchen, in die Atmosphäre hineinzuschauen und hat auch ziemlich viel über die Atmosphäre herausgefunden.
Ruth Mittlerweile ist Juno im Orbit Nummer 80.
Florian Okay, ja, das sind mehr als elf.
Ruth Sondern 80. Also ich finde es immer so cool, diese kleinen Erfolgsgeschichten von den diversesten Instrumenten. Und es funktioniert das, was wir machen. Es funktioniert ziemlich gut da draußen. Man hört ja immer wieder nur dieses, ah, da schon wieder irgendwo was explodiert, da hat schon wieder irgendwas nicht funktioniert.
Ruth Wir können Dinge ziemlich gut mittlerweile. Und das ist schon auch mal erwähnenswert, irgendwie die Good News von da draußen. Und jetzt eben die Messungen der Monde, also jetzt schon in den letzten Jahren, in der Extended Mission, schon die verschiedensten Messungen der Monde vorgenommen. Juno hat Io vermessen, hat den Vulkanismus untersucht, ist draufgekommen, wie der Vulkanismus auf Io funktioniert. Gut, aber jetzt das Eis.
Ruth Und was auch cool ist von einem Eis, wir wissen jetzt nicht nur, wie dick es ist, 30 Kilometer Eis, sondern es hat auch die Struktur des Eises untersucht und ist darauf gekommen, dass da eine andere Struktur als gedacht ist, dass nämlich so winzige Wasserblasen in diesem Eis eingeschlossen sind. Man hat bis jetzt irgendwie angenommen, dass da größere Schichten auch an schon so semiflüssigem, banal flüssigem Wasser in dem Eis drinnen sind und dass dadurch auch so eine Art Kreislauf von Sauerstoff, Nährstoffen und so weiter stattfindet.
Ruth Wenn man annimmt, dass der Ozean unter dem Eis ja lebensmöglicher Lebensraum eigentlich ist, da braucht es da irgendeine Art von Kreislauf, der da stattfindet. Und so hat man bis jetzt angenommen, dass das da in dem Eis durch diese Schichtungen, dass da quasi ein Austausch stattfinden kann, ist aber jetzt eigentlich eher ziemlich, unwahrscheinlich, dass das passiert und das Eis ist einfach so ein bisschen.
Ruth Sauberer als angenommen. Das Eis ist ein bisschen purer, als man bis jetzt gedacht hat. Und das ist natürlich jetzt auch irgendwie interessant für die zukünftigen Missionen, für die weitere Untersuchung von Europa. Die zukünftigen Missionen, die da jetzt gerade auf dem Weg sind. Es sind ja zwei Missionen, der Europa Clipper und Juice, die Raumsonde, unterwegs und werden 2030 ankommen, der erste zumindest.
Ruth Und die haben jetzt quasi eine gute Basis für Follow-up Untersuchungen, dass man jetzt schon mal ein bisschen mehr von dieser Strukturierung dieses, Eises, der Eisschicht auf Europa weiß. Also es ist nur mal vier Jahre. Zuerst irgendwie so hat sich, 2030 hört sich an, ewig, ewig. Und dann überlegt man und denkt sich, hui.
Florian Nein, haben wir bald.
Ruth Gar nicht mehr so lang. Haben wir bald. Also ab jetzt kann ich nicht mehr sagen, wie dick ist das Eis auf Europa. Naja, so 10 Kilometer oder was, vielleicht bis zu 100, sondern muss ich mich an die Zahl halten, die Juno herausgefunden hat. 30 Kilometer Eis.
Florian Na dann kannst du dir die ganze Geschichte erzählen. Das kann ich ganz genau sagen, weil da war eine Raumsonde, die wir hingeschickt haben und die hat das gemessen, Leute. Schaut euch das an.
Ruth Mit einem fantastischen Instrument, das eigentlich nur für eine kurze Lebensdauer ausgelegt war und jetzt schon seit über zehn Jahren da draußen trotz der extremen Strahlungsumgebung hervorragende Ergebnisse liefert. Gut, soviel zu den astronomischen Dingen, die mehr oder weniger in unserer Nähe passiert sind.
Ruth Wir kommen jetzt zu einem anderen Thema, zu unserem Hauptthema, zu unserer Hauptgeschichte, dieser Folge. Es ist nicht ganz so weit draußen, ganz im frühen Universum. Nein, aber es ist auf jeden Fall weiter draußen als jetzt all das bisherig Besprochene.
Florian Weiter weg als Europa, das ist jetzt viel.
Ruth Weiter weg als Europa, genau. Es ist eigentlich fast alles. Es geht um eine Frage, die wir sogar letztens erst beantwortet haben. Und zwar nicht ganz richtig beantwortet haben. Nicht ganz falsch, aber auch nicht ganz richtig.
Florian Wer hat sie nicht ganz richtig, du oder ich?
Ruth Puh, wir beide.
Florian Okay, gut, schade.
Ruth Wir haben wirklich beide darüber gesprochen. Nein, es ist nicht falsch. Wir haben sie nicht falsch beantwortet, aber eben auch nicht ganz richtig. Es ging um die Verteilung der dunklen Materie. Wie die Frage war, wie die dunkle Materie, die Verteilung der dunklen Materie am Himmel aussehen würde, wenn wir die dunkle Materie sehen könnten, wenn die leuchten würde.
Ruth Und wir haben gesagt, das wären so runde Bubbles irgendwie. Okay. Und das stimmt schon, aber auch nicht ganz vor allem stimmt es anscheinend nicht, wenn wir unsere unmittelbare intergalaktische Umgebung ansehen. Die Umgebung der lokalen Gruppe, also unserer Galaxiengruppe, der Gruppe, zu der die Milchstraße und die Andromeda-Galaxie als die zwei dominierenden Galaxien gehören.
Ruth Es ist nämlich genau jetzt, Ende Jänner, ein Paper dazu erschienen, sogar im renommierten Journal Nature, ein Paper mit dem klingenden Namen The Mass Distribution in and around the local group. So habe ich Themen, so habe ich Titel von Papers gern. Darum geht es. Die Massenverteilung in und um unsere lokale Gruppe.
Ruth Und nachdem wir diese Frage irgendwie beantwortet haben, habe ich nämlich nochmal geschaut und dann gleich dieses Paper gefunden und dachte, Mist, wieso habe ich nicht vorher geschaut? Es ist irgendwie halt auch dann das Ding, wenn wir halt diese Fragen, die wir uns da gegenseitig stellen, immer am Ende des Podcasts, da so spontan beantworten.
Ruth Kann man ja vielleicht jetzt nicht ganz die alleraktuellsten Ergebnisse damit einfließen lassen in die Beantwortung. Und darum machen wir das jetzt, machen wir das jetzt. Weil dieses Paper ist nämlich extrem interessant und das Ergebnis ist auch extrem interessant und es ist neu und unerwartet und cool.
Florian Okay.
Ruth Die dunkle Materie in und um unsere lokalen Gruppe ist nämlich anscheinend nicht so, wie ein großer, runder, kugelförmiger Halo verteilt, sondern flach. Wir leben in einem Sheet, wie sagt man das auf Deutsch? In einer Ebene, in einer flachen Ebene aus dunkler Materie und nicht in einer Bubble aus dunkler Materie.
Florian Okay, also in Wahrheit ist es keine Kugel, sondern eine Scheibe, sagst du.
Ruth Ja genau, so ist es.
Florian Aber nachdem du jetzt schon die Geschichte quasi zu Ende erzählt hast.
Ruth Nein, ganz so einfach ist es auch wieder nicht.
Florian Fangen wir am Anfang an. Erklär doch mal, was die lokale Gruppe ist, für alle, die es vielleicht nicht wissen.
Ruth Die lokale Gruppe ist unsere extragalaktische, unmittelbare Heimat. Also die Milchstraße ist unsere Galaxie, unsere Sternenstadt, Sonne, alle anderen Sterne, die wir nie mehr sehen, sind in der Milchstraße drinnen. Ungefähr 200 Milliarden Sterne und Sterne leben eben nicht allein, sondern in Galaxien.
Ruth Und darum gibt es um uns herum halt auch noch ganz viele andere Galaxien. Und wir leben in dieser kleinen Galaxiengruppe. Galaxien sind auch nicht gern allein, sondern leben meistens in Gruppen und Haufen, manche auch in größeren Großstädten, Galaxien-Großstädten quasi. Wir leben nicht in so einer Großstadt, sondern in einem Galaxiendorf.
Ruth Das sind wir, die Milchstraße, die Andromeda-Galaxie, unsere Nachbar-Galaxie, unsere nächste große Galaxie und dann halt noch alle möglichen kleinen Zwerggalaxien, so ein paar Dutzend Zwerggalaxien. Die Magellanschen Wolken zum Beispiel und alle möglichen anderen kleineren Galaxien und das ist quasi so unsere unmittelbare galaktische, intergalaktische Umgebung.
Ruth Etwas, was mir bis jetzt auch nicht bewusst war, dass es da ein Problem gab oder der Grund, warum sich dieses Team in den Niederlanden überhaupt diesem Thema angenommen hat, war, dass die Bewegung der Galaxien um unsere lokale Gruppe herum, also quasi die Nachbardörfer, dass die einfach die Bewegung dieser Galaxien zu gleichmäßig war oder ist.
Ruth Der Hubble-Flow ist zu glatt und zu ruhig.
Florian Okay, der Hubble-Flow?
Ruth Der Hubble-Flow, was in dem Paper korrekterweise als Hubble-Le-Mettre-Flow bezeichnet wird, ist einfach die beginnende... Die Expansion des Weltraums um uns herum. Also die lokale Gruppe, die Galaxien in unserer Galaxiengruppe, in unserer lokalen Gruppe, die ziehen sich doch gegenseitig an durch ihre Schwerkraft und da expandiert das Universum quasi noch nicht, weil da noch die Anziehung der Galaxien zwischeneinander stark genug ist.
Ruth Aber außerhalb unserer lokalen Gruppe beginnt das Universum zu expandieren, sich auszudehnen und die Galaxien quasi mitzuziehen und die fliegen alle von uns weg. Und zwar je schneller, desto weiter sie weg sind. Also die Galaxien, die näher an der lokalen Gruppe dran sind, fliegen weniger schnell, die weiter von der lokalen Gruppe weg sind, fliegen schneller.
Ruth Das ist auch genau das, was man erwarten würde, wenn eben der Raum zwischen den Galaxien sich ausdehnt, dass etwas, was irgendwie doppelt so weit weg ist, auch doppelt so schnell von uns wegfliegt, weil einfach da mehr Raum da dazwischen ist, der sich ausdehnen kann. Und jetzt ist es so, dass das weiter nicht ungewöhnlich ist, aber eigentlich schon.
Ruth Weil die lokale Gruppe hat ja auch eine Masse und die Galaxien um die lokale Gruppe herum verhalten sich so oder bewegen sich so, als gäbe es die lokale Gruppe eigentlich nicht. Oder es gäbe die Schwerkraft, die Anziehung der lokalen Gruppe nicht. Die Galaxien, die unmittelbar um uns herum sind, sollten ein bisschen mehr von uns beeinflusst werden.
Ruth Diese Expansionsbewegung unserer unmittelbaren galaktischen Nachbarschaft sollte nicht so gleichförmig sein, sondern die sollten da noch ein bisschen mehr abweichen von dieser generellen Ausdehnung. Weil sie ja die Anziehungskraft der lokalen Gruppe, der Milchstraße, der Andromeda und so weiter noch spüren.
Florian Okay, ja. Gut.
Ruth Und die Bewegung der Galaxien um uns herum sollte noch etwas von der weiteren, weiter draußen gemessenen Expansionsgeschwindigkeit des Raums der Galaxien abweichen, weil sie ja von der lokalen Gruppe noch ein bisschen nach innen gezogen werden.
Florian Okay, ja.
Ruth Ja, macht das Sinn? Und war mir nicht bewusst, dass das bis jetzt auch noch nicht ganz befriedigend erklärt war, warum sich die Galaxien um uns herum quasi so gleichförmig von uns wegbewegen. Eine Möglichkeit war, dass eben die Masse der lokalen Gruppe geringer ist, als wir denken. Und da gab es ja auch immer wieder unterschiedliche Bestimmungen der Masse, vor allem der Milchstraße.
Ruth Wir kennen ja die Masse der Milchstraße eigentlich noch gar nicht so gut. Die hat einen ziemlich großen Fehler noch, weil die Art und Weise, wie wir die Masse unserer eigenen Galaxie bestimmen, über verschiedenste Methoden läuft, die alle natürlich eine gewisse Unsicherheit und verschiedene Fehlerquellen haben.
Ruth Und darum wissen wir die Masse unserer eigenen Galaxie eigentlich noch gar nicht so genau.
Florian Mit Masse meinst du jetzt in dem Fall wirklich die Gesamtmasse dunkler Materie und nicht die Anzahl der Sterne. Wenn wir sagen, wir haben so 100 oder 200 Milliarden Sterne, kann man sagen, es sind grob 100 bis 200 Milliarden Sonnenmassen. Aber du meinst jetzt die dunkle Materie dazu, nicht nur die leuchtende Materie.
Florian Das ist da in dem Fall wichtig.
Ruth Genau, ich meine die Gesamtmasse. Es ist insofern auch so, dass wir auch die Anteil der Sterne der Milchstraße nicht ganz so gut kennen eigentlich. Man sagt immer so, sind es irgendwo zwischen 100 und 200 Milliarden. Ja, viel genauer geht es auch noch nicht.
Florian Ja, aber das ist schon okay. Es sind keine zehn Millionen, es sind keine fünf und es sind noch keine Phantastiliaden. Also das ist schon okay für die Astronomie.
Ruth Ja, aber trotzdem, es ist ein Faktor zwei.
Florian Ja, eh.
Ruth Das ist viel, also eigentlich, als Ungenauigkeit. Es ist so viel oder doppelt so viel. Also schon irgendwie ist es auch… Naja, wie auch immer. Es ist auf jeden Fall so, dass da doch noch ein bisschen Luft nach oben ist in der Genauigkeit der Massenbestimmung. Und wir reden eben hier von Gesamtmasse. Wir reden von dynamischer Masse. Also der Masse, die wir über die Bewegung der Dinge…, bestimmen, weil je mehr Masse da ist, desto schneller bewegt sich das Zeug, was da rundherum fliegt.
Ruth Zum Beispiel die Kugelsternhaufen, die weit draußen sind im Halo der Milchstraße. Oder eben auch die Zwerggalaxien, die um die Milchstraße herumfliegen und um die Andromedagalaxie. Von der Bewegung der Zwerggalaxien, die da überall rumschwirren, können wir natürlich auch auf die Gesamtmasse, die da sein muss, schließen.
Ruth Von der Masse der Zwerggalaxien Und vor allem glauben wir, dass die lokale Gruppe eher mehr Masse haben sollte von der Bewegung, die diese kleinen Galaxien da haben. Verschiedenste Untersuchungen, die vor allem, was die Masse der Milchstraße betrifft, da zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen. Die Möglichkeit, dass wir die Masse der lokalen Gruppe überschätzen, ist schon da.
Ruth Aber es war bis jetzt einfach so ein bisschen noch nicht befriedigend erklärt. Nicht so, dass man sagt, okay, so könnte es sein, das passt. Aber es war da einfach immer noch ein bisschen dieses, warum bewegen sich die Galaxien um uns herum eigentlich so gleichförmig von uns weg?
Florian Okay.
Ruth Komisch.
Florian Warum?
Ruth Und genau das ist das, was jetzt in dieser Studie untersucht wurde. Die Studie ist von einem PhD-Student in Kroningen, an der Uni Kroningen in den Niederlanden, gemacht worden. Er heißt Edward Wempe. Edward Wempe. Ich finde das irgendwie ein cooler Name. Ich sage den gern. Es hat sowas Poetisches. Man denkt so an Duelle.
Florian Vielleicht gefällt es dir deswegen so gut, weil es auch ein Name ist, der ein bisschen wie Bauch klingt, so wie dein Nachname.
Ruth Wampe, ja, so ist es.
Florian Könntest du heiraten, dann heißt es Rücksbauch Wampe. Das wäre ein cooler Name.
Ruth Hey, Edward, wenn du das hörst. Der romantischste Heiratsantrag ever. Und vor allem hat der gute Edwold ziemlich coole Supervisor.
Florian Ja, ich habe es gesehen.
Ruth Einer davon kennst du ganz bestimmt und den zweiten kennst du auch.
Florian Ich kenne Simon White und die Drittautorin kenne ich auch, über die haben wir schon gesprochen hier.
Ruth Amina Helmi.
Florian Genau.
Ruth Die sich auch der genauen Untersuchung der Umgebung der Milchstraße gewidmet hat und da den berühmten Helmi-Strom, den Helmi-Sternstrom entdeckt hat. Warst du schon mal auf einer Defensio, auf einer Doktoratsverteidigung in den Niederlanden?
Florian Achso, nein. Bei deiner war ich, aber die war in Wien.
Ruth Ja, ich meine, Österreich ist ja auch lustig, aber ich weiß nicht, wie sie in Deutschland abläuft eigentlich. Aber in den Niederlanden läuft diese Verteidigung der Doktorarbeit auf eine richtig, richtig absurde Art und Weise ab. Das ist richtig weird. Die haben nämlich eine sehr traditionelle, formale Zeremonie in vollem Kostüm.
Ruth Alle Würdenträger sind in irgendwelchen lustigen Talaren mit irgendwelchen Ketten und Hüten und Dings und alles. Volles Programm. Es ist vollkommen öffentlich. Jeder kann hin. Also es ist bei uns auch. Die Defensio in Österreich ist auch eine öffentliche Veranstaltung, aber halt in normalem Outfit. Nicht jetzt irgendwie das volle Programm. Man hat dort auch die sogenannten Paranympfen.
Ruth Das sind zwei Freunde, die dich unterstützen in der Verteidigung, die dir quasi die Waffen reichen, die dich vorbereiten.
Florian Dürfen die einsagen oder was bei der Prüfung?
Ruth Ja, die dürfen einsagen und die dürfen für dich einspringen, falls du, sagen wir, ohnmächtig wirst oder irgendwie, ja, falls dir irgendwas passiert. Also das ist wirklich so. Falls du aus irgendeinem Grund da incapacitated bist, dürfen die Paranympfen quasi übernehmen und für dich einspringen einfach.
Ruth Das sind normalerweise einfach zwei Freunde, die das übernehmen, Freunde, Freundinnen, aber es ist von der Idee her, es ist schon sehr speziell und was am allercoolsten vielleicht, am allercoolsten der niederländischen Verteidigung ist, du hast neben deiner Arbeit, die du dann präsentierst und verteidigst, zehn Thesen, Feststellungen über alles Mögliche, die du da kundtust und auch argumentieren und verteidigen musst.
Ruth Also im Rahmen deiner akademischen Befähigung hast du auch eine Art allgemeinwissenschaftliche oder auch gesellschaftliche Befähigung. Stellungnahme abzugeben, wo du einfach dir aussuchen kannst, welche Art von Weisheiten, die du da der Welt mitteilen willst und argumentieren und verteidigen willst.
Florian Also kann ich sagen, ja, hier ist meine Forschung über die Namen in der lokalen Gruppe und da habe ich das gemacht und das herausgefunden und jetzt erkläre ich euch fünf Minuten lang, warum Elon Musk ein Koffer ist.
Ruth Ja, so ist es.
Florian Cool. Ja.
Ruth Und das gehört dazu. Es muss quasi nicht jetzt sowas Allgemeines sein, aber es ist schon allen gedacht, dass es eben nicht nur wissenschaftliche Thesen oder Feststellungen sind. Du könntest auch zum Beispiel sagen, ja, warum Newton ein Arschloch war oder so, was jetzt auch nicht nur wissenschaftlich ist, aber schon eher.
Ruth Naja, es können wissenschaftliche Thesen sein, aber es ist eigentlich, es gehört quasi da schon zum guten Ton, dass ein Teil dieser, es sind glaube ich acht bis zwölf, die man sich aussuchen muss, Thesen, dass da ein Teil davon eben so eine Art gesellschaftsrelevanten, gesellschaftskritischen Touch hat.
Florian Okay, also wir müssen jetzt bald wieder zurück zur Wissenschaft kommen, aber hier noch ein kurzer Anhang zu dem, was du gesagt hast. Wer sich gerne PhD-Verteidigungen der Uni Kroningen anschauen will, gibt es auf der Homepage und werden live gestreamt. Kann man sich anschauen. Die vom Herrn Wempe zum Beispiel am 25. November 2025 wurde dort live gestreamt.
Florian Ja, jetzt ist es nicht mehr live, kann man es nicht mehr anschauen, aber man kann sich das halt anschauen, wenn dich das interessiert hat. Und jetzt speziell für dich, Rud, ich habe kurz auf der Homepage nachgeschaut vom Herrn Wempe. In seiner Freizeit spielt er gern Klavier und Schach, bäckt sein eigenes Brot, geht gern laufen und mag die Berge und macht alles, was man in den Bergen so machen kann.
Florian Wandern, klettern, snowboarden und solche Sachen. Nur falls du das noch weiter verfolgen willst.
Ruth So einen habe ich schon. Okay, zurück zur Wissenschaft. Die Studie ist wirklich cool. Was haben sie gemacht? Sie haben ein neues Set an Simulationen vollführt, Computersimulationen, und zwar am Schnittpunkt zwischen kosmologischen Simulationen und einzelnen Galaxiensimulationen. Also quasi dort, wo es immer schwierig wird.
Ruth Wir machen ja, wenn es um Simulationen geht, meistens eher lokale Simulationen, da wo man dann einfach mehr Phänomene, mehr Dinge quasi mit hineinnehmen kann, weil das Volumen nicht so groß ist oder eben diese großen kosmologischen Simulationen, wo man dann quasi das ganze Universum simuliert. Aber da kriegst du halt nicht so eine hohe räumliche Auflösung, sagen wir mal.
Ruth Da kann man nicht so sehr ins Detail gehen, weil halt einfach dann die Rechenleistung nicht ausreicht. Was sie gemacht haben, ist kosmologische Simulationen von der lokalen Gruppe. Also von einem kleinen Volumen, aber mit einer angrenzenden kosmologischen Simulation. Es ist auch keine klassische Simulation in dem Sinn von Endkörpersimulation, wo man sagt, man nimmt jetzt so kleine Chunks an Masse und lässt die miteinander interagieren und schaut, was im Laufe der Zeit passiert, sondern sie haben einen Bayesian Approach, eine bestimmte Art von statistischer Herangehensweise an Simulationen, wo man einfach weiß.
Ruth Wie wahrscheinlich ein gewisses Ergebnis ist. Und daraus die Wahrscheinlichkeit des Ergebnisses, das man schon kennt, weil gewisse Dinge wissen wir ja halt einfach schon, wieder zurückfüttert in die Simulationen hinein und dann sagt, okay, nimm das noch zusätzlich als Anfangsbedingung quasi und schau mal, so was dabei rauskommt.
Ruth Die haben auch einen lustigen Namen übrigens, der Code hat einen lustigen Namen, ein Akronym natürlich, Basin Origin Reconstruction from Galaxies.
Florian Basin Origin Reconstruction from Galaxies. Basin Origin Reconstruction? Boah, fuck.
Ruth Borg, die Borg. Es sind die Borg, die uns die Erkenntnisse über die lokale Gruppe bringen. Dadurch erspart man sich quasi eine Menge an Rechnerei dadurch, dass man diesen Prior nennt man das ja, also die Wahrscheinlichkeit von gewissen Dingen voraussetzt. Und dadurch kann man halt auch Dinge quasi genauer simulieren, ohne von der Rechenleistung da jetzt so begrenzt zu sein, wie man es wäre, wenn man jetzt die gesamte Simulation in all ihrer Wahrscheinlichkeit da irgendwie durchführt.
Ruth War das jetzt irgendwie verständlich erklärt mit diesem statistischen Approach?
Florian Ja, ich glaube, man kann diese ganze Bayesche Statistik nicht wirklich kurz verständlich erklären. Ich bin nicht mehr sicher, ob ich sie, ich habe mich schon länger beschäftigt, ob ich sie wirklich durchdrungen habe. Ich habe sie nie angewandt für irgendwas. Aber ich glaube, das ist etwas, Statistik ist generell sehr verwirrend, weil wir Menschen keinen Sinn für Statistik haben.
Florian Also es ist nichts, was uns intuitiv irgendwie liegt. Darum existieren ja Casinos. Also wenn wir ein intuitives Verständnis für Statistik hätten, gäbe es keine Casinos.
Ruth Wird niemand Lottes spielen.
Florian Aber die Wäsche-Statistik ist, glaube ich, noch ein Eck kontraintuitiver als die normale. Also lest den Wikipedia-Artikel dazu vielleicht, wenn ihr das genau wissen wollt.
Ruth Ja, es ist aber etwas, was extrem hilfreich ist, doch. Es ist ein bisschen wie die baryonischen akustischen Oszillationen, obwohl wir jetzt überhaupt nichts damit zu tun haben. Aber es ist irgendwie so, Mist, man checkt es irgendwie dann doch nicht ganz, weil es einfach so kontraintuitiv ist. Aber es ist einfach eine Art von Simulation, also Modellrechnung, aber nicht jetzt mit allem, was geht, sondern man verfolgt nur die Zweige, die auch tatsächlich sehr wahrscheinlich sind von dem, was wir quasi schon vom Universum wissen.
Ruth Wir verwenden unser Wissen, dass zum Beispiel die Lambda-CDM-Kosmologie ganz gut funktioniert. Das kommt da als Prior, als Wahrscheinlichkeitsverteilung hinein in diese Simulationen und die Positionen und Massen und Geschwindigkeiten von der Milchstraße, von M31 und von 30 Galaxien oder 31 sogar in unserer unmittelbaren Umgebung.
Ruth Diese Positionen, Massengeschwindigkeiten dieser Galaxien kommen da auch als Wahrscheinlichkeitsinput in diese Simulation hinein. Und dann sagt man dem Code, reproduziere mir etwas, was diese Verteilung von Dingen gut darstellen kann oder was dieser Verteilung, die wir kennen von Galaxien, nahekommt.
Ruth Und so hat man diese Local Group Analogs, sagt man dann. Also nicht genau das Gleiche, aber Ergebnisse aus der Simulation, die unserer lokalen Gruppe extrem ähneln. Das ist das, was dann dabei rauskommt. Und was das Ergebnis war dieser Simulationen, weil man natürlich dann wieder mal, wie es eigentlich immer bei Simulationen ist.
Ruth Hauptsächlich die dunkle Materie simuliert und nicht die sichtbare, weil von der dunklen einfach so viel mehr da ist. Man kriegt dabei einfach ein Bild, wie die Masse, die Gesamtmasse, also hauptsächlich die dunkle, in unserer Umgebung verteilt ist. Und die Geschwindigkeit und Position und Masse der Galaxien in unserer Umgebung lässt sich gut reproduzieren in diesen Local Group Analogs, wenn die dunkle Materie eben auf diese ganz bestimmte Art und Weise um uns verteilt ist, in einer flachen Ebene, dort wo wir sind, und oben und unten zwei große Voids.
Ruth Also Leerräume. Wir befinden uns nicht nur auf einer Scheibe, in einer Ebene von dunkler Materie, sondern auf der Schnittfläche zwischen zwei großen Leerräumen, wo nicht viel dunkle Materie ist. Wenn ihr es genauer euch anschauen wollt, es gibt in dem Sohn, in dem Press Release, als auch in dem Paper, das wir dann natürlich verlinken, gibt es da natürlich Bilder davon, wie das dann ausschaut, wie diese Massenverteilung dann ausschaut. Ich glaube, es ist da Figure 2.
Florian Ja, habe ich gerade auf. Da sieht man so, ja, man sieht da dunkle Flecken mit hellen Flecken, ja.
Ruth Genau, also das sieht man in dieser Figure 2, in dieser Abbildung 2, sieht man drei verschiedene Orientierungen. Man schaut dann einmal auf die lokale Gruppe, auf unsere Galaxiengruppe und die Umgebung von oben, von der Seite und von der anderen Seite, also aus allen drei Raumrichtungen. Und wenn man da aus einer Richtung quasi von oben irgendwie drauf schaut, da sieht man dann nicht so viel, weil da schaut man quasi durch diese Voids durch, da hat man die Verteilung von oben und unten und überall gleichmäßig.
Ruth Aber wenn man quasi von den Seiten her drauf schaut, sieht man diese flache Verteilung und dann so oben und unten zwei so runde Bubbles, die davon quasi weggehen. Mich hat das total erinnert an so CT-Scans von den Lungen von oben.
Florian Ja, irgendwie sowas, ja, Lunge oder Knochen oder irgendwie sowas, ja.
Ruth Wie auch immer. Würde jetzt zu weit führen. Was sehen wir noch? Die Punkte, die kleinen weißen Punkte, das sind die Positionen von den tatsächlichen Galaxien, die wir beobachten. Die erste Frage ist, Moment mal, okay, das ist jetzt die Verteilung der dunklen Materie, die bei diesen Simulationen rauskommt, die ich anhand der Geschwindigkeiten, Positionen der Galaxien da irgendwie mir als wahrscheinlichste ausgerechnet habe.
Ruth Aber passt das auch wirklich mit dem, was wir sehen, zusammen? Ja, die Galaxien sind wirklich so flach um uns herum verteilt. Das war mir auch nicht bewusst. Es ist anscheinend wirklich so, dass die Galaxien um die lokale Gruppe herum einer gewissen flachen Verteilung folgen. Dass quasi oben und unten, wenn man so sagen kann, weniger...
Ruth Galaxien sind. Dieses Oben und Unten heißt er auf wissenschaftlich High Supergalactic Latitude, was ich auch einen coolen Begriff finde, den man ab und zu mal öfter vielleicht in eine Konversation einfügen könnte. Hohe supergalaktische Breite. Also das bei hoher und nördlicher und südlicher. Supergalaktischer Breite, also ober uns und unter uns, einfach weniger Galaxien sind, weil da anscheinend eben auch weniger dunkle Materie ist. Also es passt zusammen.
Florian Ist das jetzt etwas, was speziell in unserer lokalen Gruppe so ist? Oder ist das jetzt etwas, was wir davon ausgehen können, dass bei allen Galaxiengruppen so ist? Oder wissen wir es nicht?
Ruth Es ist so, dass wir natürlich da draußen jede Menge Galaxienkonzentrationen sehen. Wir wissen bei den Größeren, da ist es leicht, die Struktur überhaupt zu definieren, bei Galaxienhaufen, wo viele hunderte oder sogar tausende Galaxien drin sind, dass die schon tendenziell eher rund sind, obwohl sie natürlich alle in flache Strukturen, in diese Filamente eingebettet sind.
Ruth Aber die Filamente, das darf man nicht verwechseln, die Filamente, die sind riesig. okay, so ein Filament ist zwar eine langgezogene. Fadenförmige Struktur, wie eine Röhre quasi. Die Röhre ist so, dass da locker mehrere Galaxienhaufen hineinpassen. Also das ist jetzt nicht die Verteilung, die wir hier sehen, um die lokale Gruppe herum, ist tatsächlich extrem flach.
Ruth Diese flache dunkle Materieebene plus die leeren Bubbles oben und unten passen locker vom Hocker in ein Filament rein mit noch vielen Galaxien weiter rundherum. Also das ist jetzt nicht diese flache Galaxienverteilung der Filamente, die wir da draußen beobachten, weil das passiert auf viel größerem Maßstab eigentlich, diese flache, normalerweise diese filamentartige Verteilung der Galaxien.
Ruth Also es ist schon so, dass das jetzt irgendwie eher was Ungewöhnliches ist. Wie es bei anderen kleineren Galaxiengruppen ist. Ist schwer zu sagen, weil das Problem ist ja auch, dass du für die Berechnung der genauen Verteilung der dunklen Materie etwas brauchst, was dir, die Verteilung der dunklen Materie traced, also mit dem du die Verteilung der dunklen Materie nachvollziehen kannst.
Ruth Du brauchst irgendwas Leuchtendes, eine Galaxie, die allerweise mit deren Geschwindigkeit und Masse du dann die Verteilung von dem, was drumherum ist, berechnen kannst. Also du brauchst viele Galaxien, um zu schauen, wie ist die Masse verteilt, wie bewegen sich diese Galaxien aufgrund dieser dunklen Materie, die da da ist.
Ruth Und wenn du in einer kleinen Galaxiengruppe eben nicht so viele Galaxien hast, dann kannst du diese Verteilung der dunklen Materie nicht berechnen. Oder zumindest nur sehr ungenau abschätzen, weil du ja da keine Galaxien hast, die diese dunkle Materie da tracen. Verstehst du, was ich meine?
Florian Ja, ich verstehe es.
Ruth Und darum haben wir das bis jetzt auch noch nicht so im Detail untersucht, weil das einfach nicht so leicht ist und weil natürlich diese kleinen Galaxiengruppen da auch oft vielleicht ein bisschen eine räumlich unregelmäßige Verteilung haben. Und das ist natürlich auch bei unserer lokalen Gruppe der Fall.
Ruth Und die Frage, die sich auch gleich in dieser Studie gestellt haben, war natürlich, Moment mal, wie gut könnten wir überhaupt eine runde Verteilung von dunkler Materie untersuchen, wenn die Verteilung der Galaxien um uns herum gar nicht rund ist? Also wenn ich sage, ich habe nur um uns herum nur Galaxien links und rechts, kann ich dann überhaupt wissen, ob oben und unten dunkle Materie wäre, wenn da eben keine Galaxien sind, die ich beobachten kann?
Florian Ja, stimmt.
Ruth Es könnte ja sein, dass einfach die Verteilung der Tracer, mir fällt gerade kein gescheites deutsches Wort ein.
Florian Ja, ich weiß, was du meinst, der Indikatoren.
Ruth Indikatoren vielleicht, aber es ist ja jetzt auch kein besonders klares, schönes Wort. Naja, wie auch immer. Die Galaxien, mit denen ich weiß, dass dunkle Materie da ist, wenn die nicht da sind, dann kann ich nicht wissen, ob dunkle Materie da ist. So in die Richtung.
Florian Markierungen, Anzeiger.
Ruth Es gibt für manche Dinge keine gescheiten deutschen Wörter. Das ist einfach so. Sorry.
Florian Das Wörterbuch sagt Ablaufverfolger.
Ruth Ach genau. Da weiß niemand, was das bedeuten soll. Da ist ja Tracer wahrscheinlich noch verständlicher. Naja, sie haben das natürlich untersucht, haben geschaut, okay, was ist, wenn wir jetzt eine runde dunkle Materieverteilung haben, ob die erkennbar wäre, wenn meine Galaxien, mit denen ich die Verteilung der dunklen Materie verfolge, wenn meine Galaxien flach verteilt sind, könnte ich dann eine runde dunkle Materieverteilung überhaupt bemerken?
Ruth Das Ergebnis, ja, könnten sie. Also die Geschwindigkeiten dieser flach verteilten Galaxien wären anders und man könnte aufgrund der Geschwindigkeiten dieser räumlich flach verteilten Galaxien durchaus auf eine räumlich-sphärische Verteilung der dunklen Materie schließen. Wir könnten das in den Simulationen reproduzieren, wenn das so wäre.
Ruth Das heißt, das ist jetzt nicht gut zu wissen und das ist jetzt auch wirklich nicht das Ding, weil es ist tatsächlich nicht nur jetzt die räumliche Verteilung der Galaxien flach, weil es wenige sind, sondern es sind auch ihre Geschwindigkeiten und überhaupt alles so, dass es einfach nur mit einer dunklen Materie, mit einer flachen dunklen Materieverteilung zu erklären ist, warum die Galaxien sich so bewegen, wie sie sich bewegen.
Ruth Und das erklärt auch, warum sie eben so schnell von uns wegfliegen, weil sie von dieser flachen, dunklen Materie, die wesentlich weiter hinausgeht, die Flachheit dehnt sich quasi wesentlich weiter aus, also jetzt unsere unmittelbare Umgebung. Das heißt, sie werden von dieser dunklen Materie, die da in dieser flachen Ebene ist.
Ruth Angezogen und nach außen gezogen, wenn die dunkle Materie rund verteilt wäre, Wenn das Ganze sphärisch wäre, dann würde ja die Geschwindigkeit von den Galaxien nur davon abhängen, wie viel Masse da in dieser Sphäre drin ist. Bei einer sphärischen Verteilung hängt die Geschwindigkeit von der eingeschlossenen Masse ab.
Ruth Bei einer flachen Verteilung, aber nicht bei einer flachen Verteilung, kommt natürlich auch die Masse, die noch weiter draußen ist, weil das alles asymmetrisch ist, kommt die Masse, die noch weiter draußen ist, auch zum Tragen und zieht die Galaxien quasi zusätzlich an und dadurch spüren sie quasi die Masse der lokalen Gruppe weniger und sind schneller, als wir es eigentlich von ihnen erwarten würden.
Florian Okay, und deswegen wissen wir, dass wir uns nicht getäuscht haben bei dieser Interpretation, sondern dass unsere lokale Gruppe flach ist und nicht rund ist.
Ruth Es passt einfach extrem gut zu dem, was wir sehen. Es ist anscheinend wirklich so, dass wir in einer dunklen Materieebene mit oben und unten zwei riesigen Löchern leben, High Supergalactic Latitude, und dass es nicht ein uns rund, sphärisch umgebender dunkler Materie-Halo ist, wie wir es bis jetzt angenommen haben und wie wir es auch bei den meisten größeren Strukturen sehen. sehen, dass es so ist.
Florian Okay, also wir leben nicht auf einer Scheibe, aber wir leben in einer Scheibe.
Ruth Wir leben in einer Scheibe. Sie haben jetzt schon noch gesagt, okay, was super wäre, wenn man tatsächlich jetzt in diesen Voids oberhalb und unterhalb von der Ebene der lokalen Gruppe da, wenn man da jetzt auch noch vielleicht die eine oder andere Galaxie finden würde, die es ja dann sicher auch gibt, vor allem kleinere Zwerggalaxien, da könnten sich Zwerggalaxien rumtreiben und wenn man die findet und ihre Geschwindigkeit so genau bestimmt, dass man die auch noch als Tracer verwenden kann.
Ruth Als Markierpunkte für die Verteilung der dunklen Materie. Dass man jetzt einfach einen großen Rahmen nach Zwerggalaxien in den äußeren Bereichen der lokalen Gruppe, um die lokale Gruppe herum, in unserer Nähe, oben und unten sucht und die dann noch damit einbezieht in diese Simulationen und schaut, ob das dann immer noch passt.
Ruth Das wäre jetzt schon noch ein guter Test, den man machen könnte, um das auch wirklich zu bestätigen.
Florian Wird das sicherlich auch gemacht werden, nehme ich an, irgendwann.
Ruth Zucht, sagen wir, mehr Zwerggalaxien brauchen wir. Ich hätte einfach damals bei dem Thema Zwerggalaxien bleiben sollen, nach meiner Ties und nicht in die depperte, kompetitive Galaxienentwicklung im frühen Universum gehen sollen.
Florian Dann wärst du jetzt vielleicht auch in Groningen, hättest da deinen Doktor gemacht, dann hättest du auch da deine tolle Defensio machen können.
Ruth Mit meinen zwei Paranympfen.
Florian Genau, ich würde mit irgendeiner anderen Frau im Podcast über deine Arme sprechen. Oder mit der Frau Wempe wahrscheinlich, wenn wir das lustig machen, über deinen Namen.
Ruth Oh, jetzt wäre ich fast ein bisschen eifersüchtig.
Florian Aber ist ja nicht so passiert. Ja, aber coole Geschichte und immer schön, wenn man so Dinge rausfindet, von denen man dachte, das ist eh so und dann schaut man genau hin und dann schaut man fest.
Ruth Das ist ganz normal.
Florian Nein, aber es ist anders. Das ist ja immer das Schöne, wenn man das im Detail weiß. Haben wir Fragen, die zu dem Thema passen?
Ruth Wir haben Fragen, die beinahe zu dem Thema passen. Ich habe zwei Fragen ausgewählt, die auch mit der letzten Folge zu tun haben, wo wir da über die Neutrinos gesprochen haben und darüber, dass das ja auch irgendwie mit der Wechselwirkung, mit der potenziellen Wechselwirkung mit der dunklen Materie und den Neutrinos nicht die dunkle Materie sind, die wir brauchen und so weiter.
Ruth Und das hat da einige Fragen gesparkt von Christian zum Beispiel. Christian bezieht sich auch auf unsere letzte Folge, Episode 148, wo wir über die potenzielle Wechselwirkung zwischen dunkler Materie und Neutrinos gesprochen haben. Und Christian fragt sich, ob man das... Dann jetzt irgendwie in der Verteilung der Neutrinos da draußen sehen kann, ob man da nicht irgendwelche Auffälligkeiten sehen kann, die für so eine Wechselwirkung sprechen.
Florian Gut, meine Antwort wäre, es wäre sehr auffällig, wenn wir eine Verteilung der Neutrinos sehen, weil ich glaube, wir sehen keine Verteilung der Neutrinos, weil wir keine Neutrinos sehen.
Ruth So ist es. Und darum finde ich, das ist auch eine sehr gute Frage, damit man einfach nochmal die, Größenordnung der Neutrinos, die wir detektieren, sich vorstellen kann. Wenn wir Neutrinos detektieren, es gibt unpackbare Unmengen an Neutrinos, die da draußen jede Sekunde produziert werden und auch jede Sekunde durch unseren Körper durchrasen, 10 Milliarden Neutrinos pro Sekunde pro Quadratzentimeter rasen durch uns durch.
Ruth Wenn wir Neutrinos detektieren, wenn wir Neutrinos beobachten unter Anführungszeichen, dann sind das einzelne Neutrinos. Wir detektieren ab und zu mal ein einzelnes, von dem können wir dann so grob die Richtung ableiten, von der Art und Weise, wie das dann eine Spur an Sekundärteilchen und Licht hinter sich herzieht und so weiter.
Ruth Aber wir haben so mehr oder weniger grob die Richtung, aus der dieses eine Teilchen kommt. Von der Energie, die dieses Neutrino hat, von der Geschwindigkeit, die es hat, können wir auch mehr oder weniger sagen, okay, kommt es von der Sonne, kommt es von weit außerhalb des Sonnensystems, kommt es von weit außerhalb unserer Galaxie.
Ruth Wir können ganz grob sagen, wie weit weg und ganz grob sagen, woher. Aber das ist auch schon alles. Wir sind weit, weit, weit entfernt. Wir haben damals bitte das Ereignis, das quasi die Neutrino-Astronomie begründet hat, die berühmte Supernova 1987a, die bis jetzt mit Abstand nächste Supernova an uns dran, die 1987 in der Magellanschen Wolke explodiert ist, das sind wahrscheinlich an die 10 hoch 58 Meter.
Ruth Neutrinos produziert waren. Eins mit 58 Nullen.
Florian Das sind viele.
Ruth Das sind sehr viele. Wie viele haben wir auf der Erde davon detektiert? Und das war das mit Abstand, mit Abstand, Abstand, größte Neutrino-Ereignis ever.
Florian Waren das nicht 17 oder sowas in der Größenordnung?
Ruth 24.
Florian 24. Ich habe übrigens eine Zahl im Kopf gehabt.
Ruth Genau. 24 Stück. Und das war ein großes, großes, großes Hallo in drei verschiedenen Detektoren auf der Welt, also insgesamt in drei Detektoren 24, plötzlich alle so was ist da passiert? Und also von diesen Größenordnungen reden wir. Wir sind sowas von weit davon entfernt, irgendeine Art von Hintergrund-Neutrino-Verteilung zu bestimmen.
Ruth Ich meine, wie geil wäre das? Aber jenseits, jenseits, jenseits von dem, was uns bis jetzt möglich ist. Also Christian, leider, nein. Und Axel hat auch noch eine Frage gestellt, die ähnlich ist, nämlich, dass wir auch besprochen haben, dass die Neutrinos so gut wie keine Masse haben. Aber, aber, er wundert sich.
Ruth Das muss doch bei dieser unpackbar, unvorstellbaren Anzahl, die da produziert werden, muss da doch auch was zusammenkommen. Das kann doch nicht sein, dass das so gar nichts ausmacht, wenn da diese, weiß gar nicht, was das jetzt für eine Zahl wäre, 10,58, nur bei einer Supernova produziert werden und die passieren ja da die ganze Zeit da draußen.
Ruth Muss da nicht etwas zusammenkommen?
Florian Ja, eher. Die Masse der Neutrinos kann theoretisch beliebig klein sein, solange sie nicht null ist. Und wenn du auch unendlich viel von was beliebig Kleinem hast, hast du im Grenzwert immer noch nichts.
Ruth Ja, genau. Es ist ja so, wir wissen wirklich nicht, überhaupt nicht, wie groß die Masse der Neutrinos ist. Wir wissen nur, dass sie eine Masse haben müssen, weil sie sich ineinander umwandeln können. Es gibt drei verschiedene Arten von Neutrinos. Man nennt das diese Neutrino-Oszillation. Die können sich von einer Art in eine andere einfach umwandeln.
Ruth Und der einzige Grund, wie das funktionieren kann, ist, wenn sie eine Masse haben. Das ist eine quantenmechanische Geschichte. Diese Umwandlung von einer Neutrinoart in eine andere passiert durch Interferenz. Also wenn man das Teilchen nicht als Teilchen, sondern als Welle ansieht, müssen diese verschiedenen Neutrino-Arten, diese verschiedenen Wellen, wenn sie einander überlagern, da irgendwie zu einer Inferenz kommt, müssen die eine Masse haben, weil sonst wären die Wellen nicht unterschiedlich.
Ruth Sonst könnten sie nicht interferieren, weil sie sonst gleich wären irgendwie. Und darum müssen diese Neutrinos eine Masse haben. Aber die kann wirklich, wirklich, wirklich beliebig klein sein, wie du schon gesagt hast. Also die momentane Obergrenze, die wir haben, wir können immer nur eigentlich eine Obergrenze feststellen, indem wir ausschließen, dass wir es detektiert haben, die Masse.
Ruth Die aktuelle Obergrenze ist 10 hoch minus 37 Kilogramm.
Florian Genau, das ist, Katrin heißt das Experiment, das das misst. Wir haben keine Methode, die gut genug ist, um die direkt zu messen. Das heißt, wir können Experimente machen und sagen, okay, auf jeden Fall können es nicht schwerer als das sein. Und wir haben jetzt noch nichts herausgefunden, das uns das sagt.
Florian Und wenn man diese Obergrenze hernimmt, und ich habe nochmal geschaut in der E-Mail vom Axel, schon noch drin, gemeint, pro Sekunde erzeugt die Sonne diese Zahl und mal vier Milliarden Jahren kommt das raus. Und wenn man das multipliziert, dann sind wir bei 10 hoch 13 Kilogramm. Das ist eh viel, aber… Also...
Ruth Die Sonne, 10 hoch 38 Neutrinos pro Sekunde, das heißt, pro Sekunde, wenn man jetzt die Masse ungefähr 10 hoch minus 37, wenn man sagt, okay, die Masse des Neutrinos ist wirklich nah an dieser Grenze, dann das hebt sich ungefähr auf. Das heißt, wir werden dabei ungefähr einem Kilogramm pro Sekunde. Ein Kilogramm pro Sekunde. Durch die Kernfusion verliert die Sonne pro Sekunde vier Millionen Tonnen an Masse.
Ruth Also durch die Neutrinos ein Kilogramm, durch das Licht, durch die Kernfusion vier Millionen Tonnen. Das ist so ungefähr da der Unterschied.
Florian Also wenn man das ausrechnet, was da die Zahl der Achsel geschrieben hat, diese 10 hoch 50 Neutrinos, die die Sonne in ihrer Lebenszeit erzeugt, das entspricht eben diesen 10 hoch 30 Kilogramm. Das ist tatsächlich so ein kleiner Asteroid, 20 Meter ungefähr, habe ich jetzt gerade nochmal nachgerechnet.
Florian Und dann schreibt er, ja, aber wir haben ja so viele Milliarden Sterne im Universum. Ja, aber wir haben auch Milliarden, wahrscheinlich mehr als Milliarden, Billionen kleine Asteroiden im Sonnensystem. Das heißt, jeder Stern, der diese ungefähr Asteroidenmasse in Neutrinos im Laufe seines Lebens rausschmeißt, der Stern hat um sich herum eine Million mal so viel Asteroiden, die mehr Masse als diese Neutrinos rauskriegen.
Florian Also Neutrinos haben wirklich sehr, sehr wenig Masse und da nutzt es halt auch nichts, wenn es sehr, sehr viele davon gibt.
Ruth Das mit diesen Größenordnungen, wir haben einfach kein intuitives Gefühl für große Zahlen und kleine auch nicht. Man denkt sich immer, das kann doch nicht sein. Aber es ist einfach wirklich so, es fällt einfach wirklich leider nicht ins Gewicht. Und es ist schon klar, dass wenn es auch sehr viele Neutrinos gibt, es fällt schon ins Gewicht, aber nicht im Vergleich zu all den anderen Dingen da draußen, die mehr ins Gewicht fallen.
Florian Genau.
Ruth Sorry.
Florian Ja, Neutrinos sind klein, aber wir haben noch nicht herausgefunden, wie klein sie wirklich sind. Was auch klein ist, um jetzt mit einer weiteren sehr, sehr bemühten Überleitung zu machen, was auch klein ist, ist das Thema, das Evi in ihrer Folge von Science Frames behandelt. Und ich weiß schon, was es sein wird. Wir haben es noch nicht aufgenommen.
Florian Das heißt, ich schneide es dann nachher wieder rein. Aber ich weiß, um was es gehen wird. Nämlich um etwas sehr, sehr Kleines. Und sie wird auch etwas machen, was im Telegram-Chat kritisiert wurde. Oder sie wird das nicht machen, was kritisiert wurde. Da wurde nämlich irgendwie nicht kritisiert. Aber jemand hat gemeint, es ist schade, dass Evi sich nur auf Filme konzentriert und sich nicht mit Computerspielen beschäftigt.
Florian Aber es ist halt Science-Fiction-Film, was Evi da macht in ihrer Rubrik und keine Computerspiele, aber sie wird in dieser jetzt gleich folgenden Ausgabe von Science Frames auch über ein Computerspiel reden. Also da wird es auch Film und Computerspiel mit etwas sehr, sehr Kleinem wird es geben. Aber ich rate noch nicht, was es ist, weil ihr hört es hier gleich in 10 Sekunden, wenn ich den Beitrag hier reingeschnitten habe.
Florian Herzlich willkommen bei Science Frames mit Evi. Hallo Evi.
Evi Hallo.
Florian Was gibt es zum Anschauen heute?
Evi Heute gibt es einen Film, mit dem ich persönlich eigentlich etwas verbinde. In dem Sinne, dass er mich damals, als ich ihn das erste Mal gesehen habe, sehr beeindruckt und auch sehr geprägt hat. Den Film hat er jetzt vor kurzem im Fernsehen wieder gespielt. Und da dachte ich mir, ich schaue ihn mir wieder mal an, weil ich ihn schon sehr lange nicht mehr gesehen habe.
Florian Ja, na dann erzähl mal von dem Film.
Evi Und zwar geht es um Twelve Monkeys. Das ist ein Film von 1995. Unter der Regie von Terry Gilliam entstanden, den viele wahrscheinlich auch kennen von den Monty Pythons, wo er unter anderem ja auch für die Trickfilmelemente zuständig war. Das wusste ich nämlich nicht.
Florian Ich schon. Der Amerikaner bei den Briten, der diese ganzen bescheuerten Bilder gezeichnet hat.
Evi Ja, und er hat auch, glaube ich, einen sehr eigenen Stil. Also jetzt nicht der, was ihm diese Trickfilmelemente betroffen hat bei den Monty Pythons, sondern er hat dann auch in seinen eigenen Regiearbeiten schon einen Stil entwickelt. Jetzt nicht nur visuell, sondern auch von dem, wie er Geschichten erzählt, wie er sie darstellt, die es doch recht einzigartig sind.
Evi Also von ihm sind auch Brasil und Zero Theorem, das sind zwei Science-Fiction-Filme, die er auch gemacht hat und auch Fear and Losing in Las Vegas. Das wusste ich gar nicht, das ist mir erst jetzt wieder eingefallen. Ja, wenn man die Filme kennt, dann kann man sich schon vorstellen, dass er da völlig sehr speziell war.
Evi In 12 Manches reiht sich da eigentlich in die Filme auch rein. Also Hauptdarsteller sind ja Brasilianer, Pitt und Bruce Willis. Brad Pitt jetzt nochmal beim Wahnsinn, aber ich dachte, er ist ja sensationell, wie er diesen Verrückten spielt.
Florian Ist schon ein bisschen zu verrückt, aber okay.
Evi Ja, ich finde sein Auge sensationell. Ich würde auf die englische Kontaktlinsen oder so getragen haben. Für mich war er damals ein sehr prägender Film. Warum? Ich erzähle euch doch ganz kurz, worum es geht für all jene, die den Film nicht kennen oder nicht gesehen haben, noch nicht gesehen haben. Im Prinzip ist es ein Zeitreisefilm, aber es geht auch darum, dass die Menschheit bei einer Pandemie ausgerottet wurde. Das hat, glaube ich, nur einen kleinen Prozentsatz überlebt.
Evi Und die haben sich dann unter die Erde zurückgezogen.
Florian Was aber auch nicht so schlaues, weil Mikroorganismen können auch sehr, sehr gut unterirdisch leben.
Evi Ja, genau. Auf jeden Fall sind dann eben die Tiere wieder auf der Oberfläche und haben die Herrschaft übernommen. Und der Film setzt dann an im Jahr 2035. Da gibt es halt eigentlich nur noch eine Handvoll Menschen, die jetzt zwar nichts gegen dieses Virus ausrichten haben können, aber aus irgendeinem Grund Zeitreisen entwickelt haben.
Evi Und die suchen jetzt immer wieder Freiwillige unter Anführungszeichen, die sie in die Vergangenheit schicken können, um mehr über das Virus herauszufinden, über diesen Ursprung der Pandemie, um dann etwas dagegen tun zu können, damit die Menschheit wieder zurück an die Erdoberfläche kann. Und Bruce Willis ist jetzt einer von diesen Freiwilligen, also eigentlich ist er irgendwie so ein Gefangener, der da eben zurückgeschickt wird.
Evi Eigentlich hätte er 1996 landen sollen, die vertun sich aber und er landet 1990. Da kann man sich natürlich vorstellen, dass er da gleich dann einmal in einer Irrenanstalt landet. Und er neigt auch dazu zum sehr aggressiven Verhalten, was natürlich nicht sehr förderlich ist. Dort, 1990 in dieser Irrenanstalt, lernt er den Brad Pitt kennen, der da halt recht wirr ist. Es stellt sich dann heraus, dass er der Sohn ist von einem sehr bekannten Wissenschaftler, einem Virologen, der eben auch ein Labor, ein Institut hat.
Evi Und der hilft dann auch ihm, aber irgendwie auch, dass er versucht, mal zu entkommen. Und er redet dann auch mit ihm immer wieder über diese Pandemie und ist dann halt auch so die Frage, ob er dann nicht dem Brad Pitt nicht auch so ein paar Flausen oder Ideen in den Kopf setzt.
Florian Nicht so viel erzählt vom Film.
Evi Okay, gut. Ich muss mich überlegen, was ist dann noch wichtig. Also er reist dann halt so ein paar Mal noch hin und her. Er hat aber von klein auf immer so einen Traum auch gehabt, von einer bestimmten Szene. Das werde ich jetzt dann allerdings nicht spoilern. Ja, was darf ich denn jetzt überhaupt noch erzählen?
Florian Gar nichts.
Evi Gar nichts? Es geht um eine Pandemie.
Florian Ja, es geht um eine Pandemie und mit Zeitreisen will die Welt diese Pandemie in den Griff kriegen.
Evi Okay, gut. Ja, dann das sage ich aber schon noch, nämlich bei der Brad Pitt, warum der auch so wichtig ist, weil er dann unter anderem die Armee der 12 Monkeys gründet, die ihr Titel geben für den Film ist und die steht dann so ein bisschen im Verdacht, an dieser Pandemie schuld zu sein.
Florian Ja, dann reden wir jetzt über die Wissenschaft, die du dir ausgesucht hast, weil da war ja einiges an Wissenschaft drinnen. Bin gespannt, was jetzt die Wissenschaft ist, die wir jetzt hier besprechen werden.
Evi Einerseits ist recht viel Wissenschaft in dem Film drinnen und gleichzeitig wird aber vieles nicht erklärt. Also zum Beispiel das Zeitreisen, also wie das funktioniert und wie die das entwickeln haben können, das wird natürlich überhaupt nicht erklärt. Also der Bruce Willis wird dann immer in so eine Röhre reingesteckt und es gibt dann eine Szene gegen Ende des Films, wo im Fernsehen eine Woody Woodpecker-Erfolge läuft, wo er in seinen Time-Tunnel reingeht und dann bei den Dinosauriern landet und schaut das genauso aus wie die Vorrichter, bitte in den Bruce Willis auch reist.
Evi Also viele Sachen sind da eben offen gelassen. Es ist recht viel da, aber recht viel wird natürlich nicht erklärt, ist auch nicht unbedingt notwendig.
Florian Zeitreise haben wir erst in der letzten Folge gehabt.
Evi Nein, über das werden wir auch nicht reden, weil der Film hat mich damals als Teenager auch nicht deswegen beeindruckt, weil er Zeitreisen hatte, ausnahmsweise mal. Sondern nachdem ich den Film gesehen habe, war ich dann wirklich so fasziniert von diesem ganzen Thema der Pandemie und mit den Viren, dass ich dann eine Zeit lang Virologin werden wollte.
Evi Also ich habe dann die Matura mit dem Schwerpunkt Biologie abgelegt und habe da Spezialarbeit zum HI-Virus gemacht und dann eigentlich sehr lange überlegt, ob ich in die Richtung gehen soll.
Florian Ist es ja nicht geworden dann am Ende.
Evi Nein, ist es nicht geworden. Genau, den Spoiler können wir machen. Aber das ist natürlich ein Aspekt, den ich in dem Film sehr spannend finde. Thema Pandemie. Mittlerweile haben wir ja alle Erfahrung, was dieses Thema betrifft, leider. Verbreitung, Mutation von Viren, Ansteckung, Ansteckungsrisiken. Gibt es bestimmte Faktoren, die man sich überlegen kann, dass sich das Virus einerseits schnell genug ausbreitet, es muss tödlich genug sein, dass es die Menschheit fast vernichtet, aber es darf jetzt auch nicht zu tödlich sein, weil sonst kann es sich nicht ausbreiten.
Evi Hitze, Kälte, resistent muss es ja dann auch sein, damit es sich verbreiten kann. Es gibt Unterschiede bei urbanen oder ländlichen Regionen. Jetzt fragst du dich wahrscheinlich, woher ich das alles weiß.
Florian Oder? Ja, genau. Erklär das mal.
Evi Kann ich dir sagen, das ist jetzt nicht, weil ich in Biologie maturiert habe, sondern weil ich schon sehr lange oder schon sehr früh ein bestimmtes Spiel gespielt habe am Handy. Und zwar kennst du Plague Inc.?
Florian Ja, das ist ein Computerspiel. Ich habe es nie gespielt, aber ich weiß, dass das existiert.
Evi Und zwar schon seit 2012. Also ich habe es auch im Kopf gehabt, dass es schon sehr lange her ist, dass ich das damals entdeckt habe. Es kam ja vor kurzem, da müssen wir jetzt ein bisschen ausholen, in unserer Universumstelegram-Gruppe. Der Hinweis oder die Anmerkung, dass ich hier nie über Spiele spreche, gibt es mehrere Gründe, warum ich das nicht tue, aber das...
Evi Ja, jetzt spreche ich über Spiele und zwar über dieses eine spezielle Spiel. Also es ist eine App, die man am Handy installieren kann. Also ich spiele auch immer. Mein Virus heißt übrigens Kassandra. Das ist ein Hind. Also für alle, die den Film genau kennen oder sich demnächst anschauen, die werden nach dem Film dann wissen, warum mein Virus Kassandra heißt.
Florian Kassandra war die in der griechischen Mythologie, die in Troja gelebt hat und die hat irgendwas Fieses gemacht. Ich weiß gar nicht mehr, was sie gemacht hat, aber sie ist dann von den Göttern mit dem Fluch belegt worden, dass sie immer die Wahrheit sprechen muss, aber niemand wird ihr glauben. Und sie sagt dann ständig voraus, dass die bösen Griechen kommen und Troja zerstören werden, aber niemand hört ihr zu.
Evi Und so wie wir das auch kennen, dass wenn irgendwer sagt, die Welt geht runter, es kommt eine Pandemie, dann glaubt dem ja auch keiner. Auf jeden Fall in dem Spiel, das Spielprinzip, es ist ein Strategiespiel. Am Anfang hat man ein Bakterium, wenn man beginnt zu spielen. Dann spielt man ja gegen die Weltbevölkerung und zwar mit dem Ziel, die Menschheit auszurotten. Und ja, man hat dann so eine Weltkarte vor sich. Die ganzen Staaten bzw.
Evi Regionen, wo es eben kleinere Staaten sind, sind in vier Bereiche eingeteilt. Also einerseits die Wirtschaftskraft, auch Niederschlagsmenge, Temperatur und Bevölkerungsdichte. Und man beginnt dann mit dem Spiel, dass man sich überlegt, wo man seinen Erreger aussetzt. Und dann ist es eben so im Tagesrhythmus. Und man muss halt dann den Krankheitserreger natürlich weiterentwickeln, schauen, dass er sich ausbreitet und so DNA-Punkte sammeln. Und damit man eben dann so einen Krankheitserreger weiterentwickeln kann.
Florian Wenn Sie da das alles so, so schön modelliert haben, das Spiel stammt ja schon vor der Pandemie, die wir in echt erlebt haben. Also ich nehme an, so Verschwörungsdeppen und bescheuerte politische Parteien haben Sie nicht mit modelliert, oder?
Evi Naja, das ist schon ein Strategiespiel. Also es ist jetzt nicht so, dass man da irgendwie so ganz wild den Erreger da loslässt und so, sondern man muss sich halt schon überlegen, wie ich den auch entwickle. Und auf deiner Weltkarte gibt es so das Weltgeschehen. Also du hast so einen News-Ticker, wo immer wieder Nachrichten eingespielt werden.
Evi Das ist einerseits, sind das wichtige taktische Informationen für dich. Weil wenn du jetzt eben siehst, okay, weiß nicht, du hast irgendwo im Süden begonnen, wo es zum Beispiel trocken und heiß ist und dein Virus breitet sich jetzt Richtung Norden aus, wo es kälter wird. Das heißt, dann solltest du eher schauen, dass dein Virus halt auch kälteresistent wird.
Evi Und da hast du Inhalte, dass jetzt vielleicht ein Heilmittel schon in der Entwicklung ist. Das heißt, da musst du dann darauf reagieren. Und dann gibt es aber auch Nachrichten, die halt echt lustig sind, die halt Parodien sind, durchaus auf aktuelle Themen und Ereignisse. Also das ist schon recht unterhaltsam.
Florian Das Ziel ist, die Weltherrschaft zu übernehmen als Virus.
Evi Nein, eigentlich nicht die Weltherrschaft, sondern es ist halt die Menschheit auszuordnen. Genau, ja. Und da muss man sich halt eben überleben, weil du hast dann immer so Möglichkeiten zur Verbreitung, zum Krankheitsbild und die Widerstandsfähigkeit und auch bei Ansteckungsgefahr schwer und Tödlichkeit.
Evi Das musst du entwickeln und du musst es halt wirklich im Auge behalten, dass sie nicht zu schnell zu tödlich wird. Aber die Ansteckungsgefahr soll natürlich sehr hoch sein, dass es sich schnell verbreitet. Das größte Problem ist dann oft Grönland. Das ist dann immer das als Letzte.
Florian Wenn jetzt die USA Grönland übernehmen, dann ist das ja kein Problem mehr. Dann ist das ja alles wunderbar angebunden. Dann gibt es da regelmäßige Flugzeuge hin und überall McDonalds, wo man sich schon anstecken kann und so weiter, dann ist das ja auch gelöst.
Evi Du musst eben auch schauen. Also was gibt es dort für Infrastrukturen? Hast du da eben so Flughäfen oder ist da nur ein Schiffshafen oder Straßen? Da habe ich mal den Fehler gemacht, dass ich mein Virus ausgesetzt habe in einem Land, wo es keinen Flughafen gibt. Das heißt, es hat sehr lang gebraucht, bis der dann weitergereist ist, bis ich das einmal hatte. Man darf nicht zu auffällig sein.
Evi Sonst reagiert die Menschheit darauf und beginnt mit der Entwicklung von einem Gegenmittel.
Florian Ja, aber irgendwann muss sie auffallen, wenn die ganze Welt stirbt. Ich meine, das merkt sie irgendwie.
Evi Ja, sie beginnen ja dann. Genau, ja. Und du siehst nämlich auch immer so, wie viel Geld wird gerade investiert in Heilmittel. Ja, wie du gesagt hast, ist ja dann jetzt eine echte Pandemie in der Zwischenzeit stattgefunden. Und das Spiel ist ja wesentlich älter. Das hat dann natürlich extreme Zugriffe gehabt während der Pandemie in China, was während dem Ausbruch von SARS-CoV-2 das meistverkaufte Spiel eigentlich im App Store, bis es dann verboten wurde.
Florian Es gibt auch, habe ich gesehen, eine Erweiterung, wo sie in der Pandemie dann ein Spiel rausgebracht haben, wo man gegen den Virus spielen muss, wo du eine Impfung oder eine Heilung finden musst.
Evi 2020 kam eine Erweiterung, da haben sie es quasi umgedreht. Da geht es dann darum, dass du ein Heilmittel finden musst.
Florian Das Spiel ist, hast du gerade gesagt, kostenlos. Ich habe irgendwo auch mal gesehen, dass es ein Brettspiel von dem Ganzen gibt.
Evi Ach, das kenne ich nicht.
Florian Nicht, dass ich es haben wollen würde. Ich bin ja kein Brettspielmensch. Aber ich weiß, dass wir vermutlich in unserer Hörerschaft viele Brettspiel-Fans haben. Keine Ahnung, ob das gut ist für ein bis vier Personen mit einer Fünf-Spiele-Erweiterung. Jeder Spieler ist eine tödliche Krankheit und sie müssen gegeneinander kämpfen, um ihre Seuchen zu verbreiten.
Evi Okay, übrigens die Spieleentwickler, das finde ich auch eine nette Geschichte, weil es ja da auch dann diese Ebola-Epidemie gab, 2014, 2016. Und da haben dann die Entwickler von dem Spiel auch Spenden gesammelt von den Spielern und haben dann 76.000 Dollar generiert für Westafrika. Also das finde ich dann ganz gut. Ich finde auch wirklich, dass man da was lernen kann.
Florian Kann aber, man, gelernt haben wir nicht viel, trotz der echten Pandemie.
Evi Nein, da ist schon sehr viel vergessen.
Florian Also werden wir aus einer Computerspiel-Pandemie auch nicht so viel lernen, gehe ich mal davon aus. Außer die, die eh schon Bescheid wissen, die werden dann vermutlich auch bei dem Spiel nachher noch mehr lernen. Aber trotzdem gut, dass es das gibt. Und gibt es da so Highscores oder sowas, dann können ja die Leute in unserer Hörerschaft, die jetzt dann alle Plague-Ink-Spielen vergleichen, wer es schneller geschafft hat.
Evi Die Effektivität von deiner Krankheit wird gescoret. Also die Effizienz von deiner Krankheit, da kriegst du einen Score.
Florian Dann postet alle eure Highscores in unserer Telegram-Gruppe oder sonst irgendwo und dann schauen wir, wer am besten darin ist, die Welt auszulöschen. Bin ich schon gespannt und ich bin auch schon gespannt, was der nächste Film sein wird. Ob es da wieder um Weltuntergang gehen wird oder ob es mal was Positiveres geben wird.
Evi Oh, ne, ne, ich weiß nicht. Schauen wir mal.
Florian Ja, ne, wir werden es sehen. Bis dahin, alle schön gesund bleiben und wir hören uns in zwei Wochen wieder.
Evi Bis dann.
Florian Tschüss.
Ruth Ja, das ist ja eh auch, dass man das auch tatsächlich in den echten Viren dieser Welt beobachtet, dass es entweder welche gibt, die sehr tödlich sind und nicht wahnsinnig ansteigend oder andersrum, welche gibt, die sehr ansteigend sind, aber dann halt nicht besonders tödlich. Weil sonst, wenn sein Virus ansteigend und tödlich ist, dann bringt er sich selber um, weil er sich seinen eigenen Host irgendwie zu schnell dahinstreckt.
Florian Wäre blöd, wenn es anders ist, wenn wir ein Virus erwischen, wenn der Weltraumvirus mal kommt, man weiß es ja nicht, wenn der Weltraumvirus kommt.
Ruth Dann ist alles aus. Also immer die Nase nach unten halten, ja?
Florian Ja, genau. Wieder ein anderes Thema, das haben wir schon angesprochen. Aber ja, wenn der Weltraumvirus kommt, dann ist er vielleicht mega ansteckend und macht uns aber erst so spät tot, dass wir noch Zeit haben, uns alle anzustecken. Wäre blöd.
Ruth Ja, naja, es gibt schon genug unangenehme Dinge auf der Welt. Also braucht man nicht das auch noch als potenzielles Bedrohungsszenario sich da irgendwie überlegen, bitte.
Florian Bedrohungsszenarien sind halt auch Teil von Science Fiction. Und genau das hat Evi uns jetzt gerade erzählt. Und 12 Monkeys war, ich habe ihn dann auch noch mal ein bisschen gesehen, immer überraschenderweise immer noch ein guter Film. Also man kann sagen, was man will über die 90er Jahre, aber so die 90er Jahre, da Bruce Willis, Brad Pitt und so weiter, die haben jede Menge gutes Zeug gemacht.
Florian Indianer natürlich auch, also vielleicht verkläre ich es auch, weil die 90er Jahre war auch die Zeit, wo ich sehr, sehr oft im Kino war, wo man sich halt dann gerade so angefangen hat, selbstständig ins Kino zu gehen und gehen zu dürfen und so. Dann hat man das natürlich auch genutzt. und später war man dann erwachsen und hat sich dann noch die Filme so angeschaut. Also die 90er waren vermutlich so eins meiner besten Kinojahrzehnte.
Florian Obwohl die 2000er auch, wie ich dann in Wien auf der Uni war, war ja auch noch viel auf dem Kino. Also von 1995 bis 2005, das war so meine Kinozeit kann man sagen. Alles, was danach kam, habe ich nur noch am Rande mitbefolgt. Alles, was davor kam, war ich noch zu jung dafür. Im Wesentlichen gab es davor und danach jener blöde Filme.
Ruth Das war alles überhaupt nicht mehr wert, das Sofa zu verlassen.
Florian Genau, aber, ach du legst mir heute die Überleitungen in den Mund, wofür ihr auf jeden Fall das Sofa verlassen solltet, sind die Veranstaltungen, die wir jetzt ankündigen.
Ruth Hurra, wir haben ja eh schon am Anfang damit angefangen. Es bleibt uns jetzt eh nicht mehr allzu viel übrig. Also nochmal, heute, heute, jetzt, sofort, Schuhe anziehen, losgehen, Radiokulturhaus.
Florian Also nur wenn heute für euch der 10. Februar ist, wenn ihr das erst irgendwann im Sommer hört, weil ihr später hört dann natürlich, ihr könnt ja auch zum Radiokulturhaus gehen, ist auch nicht dort die Gegend, aber dann werdet ihr uns nicht verziehen. Es sei denn, es ist zufällig der 16. Juni, dann sind wir nämlich nochmal dort.
Ruth Ah, stimmt, stimmt. Also bitte, wenn ihr das jetzt irgendwie Anfang Juni hört, los geht's. Magdeburg haben wir auch schon erwähnt.
Florian Genau, Magdeburg. Und haben wir auch eine Anfrage bekommen, das auf der Homepage steht, ab 16 Jahren. Und wollte wissen, kann jetzt da jemand, der jünger als 16 ist, auch kommen?
Ruth Ja, natürlich, das ist meine Schuld, dass es da eine Altersgrenze gibt. Eigentlich ist es deine Schuld, weil ich weiß, dass du das nicht magst, wenn Dinge für alle Altersgruppen offen sind, beziehungsweise für Kinder und Jugendliche. Und du hast recht, dass es so ist, wenn das als, es war nämlich vom Veranstalter die Überlegung, ob man das am Nachmittag als Familienshow macht.
Ruth Als Familienveranstaltung ankündigt. Und ich habe dann gleich dich in meinem Kopf reden hören.
Florian Naja, da müssten wir halt eine Familienshow machen. Die haben wir halt nicht gemacht. Da müssten wir eine Familienshow machen. Die haben halt eine Abendshow, die wesentlich für Erwachsene ausgelegt ist. Wo natürlich interessierte Jugendliche und Kinder, die sich auskennen mit dem Thema, die interessiert sind daran, die auch aufbleiben dürfen und dann am nächsten Tag vielleicht nichts vorhaben, die können natürlich auch kommen.
Ruth Und da hast du recht. Wenn man sagt, etwas ist ab 10, dann erwarten sich Leute, dass der Inhalt ab 10, quasi auf 10-Jährige gemünzt und für 10-Jährige geeignet ist. Und das ist es eben nicht unbedingt. Das heißt nicht, dass 10-Jährige nicht mitkommen können. Aber es ist keine Show ausgelegt für 10-Jährige. Und darum haben wir jetzt einfach irgendwie 16. Ich habe einfach gesagt, so Punkt 16.
Florian Also normalerweise ergibt sich das eh von selbst, wenn das eine Show halt ist, die irgendwie am Abend stattfindet und in einer Location stattfindet, die halt jetzt nicht irgendwie für ihre Kindertheater bekannt ist und so weiter. Dann ist klar, das ist jetzt irgendwie was für Erwachsenes. Normalerweise müssen wir es nicht extra dazu sagen. In dem Fall hast du es wahrscheinlich extra dazu gesagt, weil du hast das ja organisiert. Ich habe gedacht, du hast es gemacht, um das dann von den Planetariumshows abzugrenzen, die du ja auch dort machen wirst in Magdeburg, die ja tatsächlich für Kinder ausgelegt sind.
Florian Aber wenn ihr in Magdeburg seid und aufgeweckte, schlaue Jugendliche mitnehmen wollt in die Show, macht das gerne. Aber wenn die Kinder sich dann langweilen, ist es nicht unsere Schuld.
Ruth Richtig, genau. Es ist immer so eine Abgrenzung, damit sich nachher die Leute nicht aufregen können. Nein, nein, bleibt euch überlassen, wenn ihr glaubt, ja, das passt, dann natürlich gern. Aber es ist keine Familienveranstaltung in dem Sinn.
Florian Und das ist auch was, das habe ich dann auch noch der Person, die geschrieben hat, geantwortet. Ich habe es auch festgestellt, vor allem in Deutschland, sobald du irgendwo Wissenschaft und Show hinschreibst, wird das von sehr, sehr vielen Menschen sofort als für Kinder abgespeichert. Warum auch immer. Also ich denke, Wissenschaft und Show muss was für Kinder sein.
Florian Und das ist halt bei uns. Also wir machen Wissenschaft und wir machen Show, aber es ist halt nicht für Kinder ausgelegt. Kinder können ja schon Spaß haben. Aber wir, unser Publikum, das sind die Leute, die halt hier den Podcast hören. Da sind auch vermutlich ein paar Kinder dabei. Hallo.
Ruth Hallo.
Florian Müsst man ja auch, weil wir schreiben. Aber die Mehrheit, die uns hört, sind Erwachsenen. Und für die Mehrheit ist die Show ausgelegt, sagen wir es so. Weil das wäre auch anders als blöd, wenn wir da mit unserer Kinderschow ankommen und dann irgendwie Kaschmaltheater machen. Und dann hocken da irgendwie 75 Prozent Erwachsenen im Publikum. Wäre genauso blöd.
Ruth So ist es. Und auch Familie geht gut, wenn man es darauf auslegt, das ist im Planetarium genau das Gleiche. Familie geht gut, aber was schwierig ist, ist... Alle. Eben Leute, die ohne Kinder kommen und 14-Jährige und 6-Jährige. Das ist schwierig. Das geht nicht. Familie geht, aber so separat Personen unterschiedlichen Alters ist schwierig.
Ruth Und darum ist es auch im Planetarium so. Entweder es ist Familie. Oder es ist Jugendliche und Erwachsene von mir aus. Aber es gibt ja auch ein altes Limit, das natürlich jetzt nicht super streng ist. Ja, ist eh klar. Aber man muss auf so eine Ankündigung ja immer irgendwas draufschreiben und dann entscheidet man sich halt einfach für eine Zahl.
Ruth Es ist übrigens auch, was das Planetarium jetzt in Magdeburg betrifft, so, dass es nicht wahrscheinlich, oder schauen wir mal, wie viele Anfragen kommen, wahrscheinlich nicht am gleichen Tag, sondern am Tag davor das Planetarium ist. Und es gibt ja auch schon Ticket-Links dafür.
Florian Für 28. März sind vier Planetarium-Shows schon angekündigt, wo man Tickets kaufen kann.
Ruth Und wenn die dann irgendwie voll sind, dann haben wir gedacht, wir machen vielleicht am Sonntag auch noch welche. Aber eben quasi nur für den Fall, dass die dann am Samstag schon ausgebucht sind. Also wenn ihr ins Planetarium kommen wollt, als Familie, Familie heißt jetzt auch nicht Vater, Mutter, Kind, okay?
Ruth Also wenn ihr euch in eurer WG als Familie empfindet.
Florian Der Hund.
Ruth Kommt gerne als Familie. Nein, Hund, nein, sicher nicht. Keine Hunde im Planetarium mehr. Nein, es war schon einmal ein Hund drin, der war dann auch tatsächlich, so wie angekündigt, ganz brav. Aber das war echt eine Ausnahme, echt eine Ausnahme. Also da habe ich auch wirklich, ich kann mich noch an das Gefühl erinnern, wo ich mir gedacht habe, ich Idiot, warum mache ich das? Ich Idiot, warum mache ich das?
Ruth Ich habe es nicht so mit Hunden. Keine Hunde. Aber sonst alle herzlich willkommen.
Florian Kommt alles in die Show Notes, damit ihr das machen könnt. Ja, wie gesagt, Sternengeschichten live in Österreich wird es im Februar geben, am 20. Februar in Wörgl und dann am 28. Februar in Linz und davor am 26. Februar in Oberwaltersdorf. Für Wörgl und Oberwaltersdorf bitte noch sehr, sehr gerne Karten kaufen.
Florian Für Linz ist schon ziemlich voll, da wird es vermutlich guter. Wenig bis keine Karten mehr geben. Kann ich jetzt gerade nicht auswendig sagen, müsste ich jetzt nachschauen, aber Börgl in Tirol, da ist auf jeden Fall noch was zu machen und in Oberwaltersdorf in Niederösterreich auch. Und danach geht es mit Sternengeschichten live dann erst im Herbst in Deutschland weiter.
Florian Da gibt es für fast noch alle Veranstaltungen Karten. Wo bin ich da? In Lübeck, in Hamburg, in Fürth, in Osnabrück, in Bremen, in Erfurt. Dresden und ich glaube, das waren alle, bin mir nicht hundertprozentig sicher, schaut auf die Homepage sternengeschichten.live, da findet ihr alles. Ansonsten könnt ihr euch noch bei den Science Busters umschauen, da treten wir auch im Februar wieder auf. Wir sind am 21.
Florian Februar in der Seestadt Aspern in Wien, am 22. Februar in der Kulisse Wien, am 27. Februar im Stadtsaal Berndorf, am 1. März im Orpheum in Wien und Dann sind wir noch am 17. März in der Burg Perchtholzdorf. Dazwischen noch am 7. März im Stadtsaal, auch in Wien. Und danach fahren wir nach Deutschland. 23. März Science Buster in Berlin. 26.
Florian März in Dresden. 27. März in Leipzig. 28. März in Erfurt. Alles mit unserem neuen Programm Weltuntergang für Fortgeschrittenen. Und auch hier alle Informationen im Detail gibt es auf den Shownotes beziehungsweise bei sciencebusters.at. Und das war, glaube ich, alles, was wir ankündigen an Veranstalterinnen, oder? Machen wir noch mehr?
Ruth Ich glaube auch.
Florian Ja, dann lassen wir es dabei. Ach, stopp. Ja, wir können noch sagen, mein neues Buch ist fast schon erschienen. Also fast schon am 17. Also nächste Woche quasi, wenn diese Folge hier erschienen ist, am 10. Februar, dann ist eine Woche Zeit bis 17. Februar, wenn mein Buch die Farben des Universums offiziell erscheinen wird.
Florian Vermutlich kann man es auch schon früher kriegen. Ich habe das ja nicht immer so gesehen, wenn Leute das vorbestellt haben, dann kam es oft schon früher an. Buchhandlungen kriegen das Buch dann oft früher, je nachdem, wann die Produktion wirklich fertig ist, wie es ausgeliefert wird und so weiter. Also kann auch sein, dass es schon früher da ist. Schaut euch um oder bestellt es vor.
Florian Dann kriegt ihr es meistens zum frühestmöglichen Zeitpunkt, der möglich ist.
Ruth Das ist ein sehr schönes Buch.
Florian Ja, also macht das. Und ansonsten bedanken wir uns jetzt noch.
Ruth Genau, das machen wir immer zum Schluss. Last but not least, das ist eigentlich das Allerwichtigste, dass wir uns bei euch bedanken. Danke fürs Zuhören. Danke fürs bis hierher durchhalten. und danke fürs Weitererzählen, dass es diesen Podcast gibt. Dass ihr ihn toll findet. Danke fürs Bewerten und Sharen oder was man sonst auch immer noch so mit Podcasts machen kann.
Ruth Und danke ganz besonders für eure Spenden, für eure finanzielle Zuwendung. Ihr wisst ja, wir bekommen von niemandem hier Geld, auch von keiner Plattform, auf der ihr diesen Podcast hört. Wir haben nur durch euch da auch eine gewisse finanzielle Wertschätzung für diesen Podcast. Und seit dem letzten Mal haben auch wieder einige Leute uns mit guten, großzügigen Spenden bedacht.
Ruth Es geht entweder über PayPal, da kann man einfach einmalig Geld schicken oder öfter, wenn man will. oder über Steady und Patreon kann man ein Spenden Abo abschließen. Ja, das kann man. Wo man dann regelmäßig, wo man sich nur einmal damit befassen muss und dann einfach regelmäßig da uns eine Kleinigkeit an Geld zukommt.
Ruth Und seit dem letzten Mal sind als treue Spender und Spenderinnen dazugekommen Karen, die uns aus Kanada schreibt, Sie schreibt, your podcast helps me combine my love for astronomy and German language. Was für eine interessante Kombination, Karen. Und sie sagt noch dazu, and I discovered this beautiful österreichische Akzent. Gern geschehen.
Florian Ihr habt doch den Frank Stronach, oder? Den haben wir von euch zurückbekommen mit einem absurden kanadischen Akzent in Österreich. Wenn ich nicht weiß, wer Frank Stronach ist, googelt das oder lasst es bleiben.
Ruth Nein, nein, nein, lasst es bleiben. Es ist nicht nur sein Akzent ist absurd. Es ist alles andere an ihm. Es ist wahrscheinlich noch absurder.
Florian Ich bin die Adal schwarz-lecker, nur ein weniger cool.
Ruth Nur in richtig Org. Also wir wollen Karen in keinster Art und Weise mit dieser Person da irgendwie verbinden.
Florian Nein, überhaupt nicht.
Ruth Ganz herzlichen Dank für deine Spende, Karen. Und wir versuchen dich auch in Zukunft noch mit unserem österreichischen Akzent zu beglücken. Sehr gern. Wer noch? Ganz herzlichen Dank an Guido, Gerald, Christina. Schöne Grüße nach Graz. Michael, Tobias, Joël... Dessen Fragen wir noch beantworten müssen. Das machen wir dann nächstes Mal.
Ruth Joel hat nämlich ganz, ja, so kann man es auch machen, uns an seine Spende gleich ein paar Fragen hintereingeschickt und geknüpft als quasi Bestechung. Und das ist natürlich vollkommen okay. Deine Fragen werden das nächste Mal beantwortet, Joel. Geduld. Ganz herzlichen Dank. Und über Steady und Patreon war es noch Stefan. Danke, Stefan, für das Abo.
Florian Vielen Dank. Das hilft uns und das freut uns. Und wenn ihr uns auch etwas spenden wollt, Wenn ihr uns unterstützen wollt, findet ihr die Informationen unter den Shownotes. Wenn ihr uns was schreiben wollt, macht das unter hello at das Universum.at. Und wenn ihr was fragen wollt, macht das unter fragen at das Universum.at.
Florian Und damit beenden wir jetzt diese Folge. Und die Folge 150, das wird dann die Folge sein, die wir zum Teil heute Abend aus eurer Sicht, nächste Woche aus unserer Sicht, im Radiokulturhaus live aufgenommen haben. Und die wird dann als Teil von Folge 150 erscheinen, weil wir werden nicht die komplette Folge dann aufnehmen.
Florian Aber das wird in der nächsten Folge passieren. Also wenn ihr in zwei Wochen wieder einschaltet, werdet ihr hören, was wir live mit Publikum im Radiokulturhaus in Wien aufgenommen haben. Ich bin schon gespannt.
Ruth Ich auch. Ich freue mich schon drauf. Macht es gut. Bis zum nächsten Mal.
Florian Tschüss.