Die Hamburger Goldkehlchen - Wir haben nie behauptet, dass wir singen können· Folge 25

Folge 25: Krossi: “Ich war voller Adrenalin“

Freitag, 2. Oktober 2026 · 38 min

MP3

Shownotes

Er ist der Mann, der die Ära der Castings bei den Hamburger Goldkehlchen offiziell besiegelt hat: Sebastian Kross, von allen nur liebevoll „Krossi“ genannt, ist das allerletzte Mitglied, das jemals in den Kult-Chor aufgenommen wurde.
Dabei stand sein Einzug auf der Kippe, denn beim entscheidenden Vorsingen passierte der absolute Albtraum eines jeden Sängers: Ihm entfielen mitten im Scheinwerferlicht weite Teile des Textes. Doch bei den Goldkehlchen zählen eben Haltung, Charme und das richtige Kiez-Gefühl oft mehr als blanke Perfektion. In dieser Folge erzählt Krossi, wie er sich trotz kolossalem Blackout in die Herzen der Jury sang, wie es sich als „Nesthäkchen“ der Truppe lebt und warum ein sympathischer Texthänger manchmal der beste Türöffner sein kann.

#HamburgerGoldkehlchen #HamburgerAbendblatt #AbendblattPodcast #SebastianKross #Krossi #AllerletztesMitglied #Texthänger #CastingGlück #Blackout #MutZurLücke #KiezKult #Männerchor

–Weitere Podcasts unter: abendblatt.de/podcast
- Wir freuen uns auf Eure Bewertungen und Likes
- Abonniert unseren Podcast, natürlich kostenlos
- Feedback: moinhamburg@abendblatt.abendblatt.de/podcast

Transkriptvom Podcast bereitgestellt · Zeitmarken springen hin

Hamburger Goldkirchen, der Podcast zum Buch. Mit 25 Männern, die nicht singen können und erzählen, warum sie es trotzdem tun. Mein Name ist Sebastian. Ich bin 52 Jahre alt. Im normalen Leben bin ich Ingenieur im Bereich Arbeitssicherheit. Und ich bin bei den Goldkirchen seit April 2025. Und mein Name ist Lars Halder. Ich bin derjenige, der das schöne Buch über die Hamburger Goldkirchen schreiben durfte.

Wir haben nie behauptet, dass wir singen können. Die verrückte Geschichte der Hamburger Goldkirchen. Und all die Goldkirchen, die in diesem Buch mit einem eigenen Kapitel vorkommen, die kommen auch in diesem Podcast vor. Und ich freue mich hier sehr, lieber Sebastian, dass du heute dabei bist. Und ich freue mich deshalb, weil es gibt nur zwei in diesem Buch, die tatsächlich aus diesem Jahrgang 2025 dabei sind. Also die ganz, ganz frisch dabei sind. Und.

Die erste Frage, die ich immer allen stelle, wann sind dir die Goldkirchen zum ersten Mal aufgefallen? Weil 2025 wahrscheinlich nicht, weil da gab es sie ja schon fast neun Jahre. Und warum wolltest du dahin? Ja, aber du, das ist tatsächlich schon relativ nah dran. Ich habe sie wirklich acht, neun Jahre gar nicht wahrgenommen, muss ich ganz offen sagen.

Ich kann das relativ eng eingrenzen und zwar muss das irgendwie im Herbst Richtung Weihnachten 2024 gewesen sein. Da war ich im Familienkreis und wir unterhielten uns über Möglichkeiten, wie ich mich im privaten Bereich hobbymäßig ein bisschen neu orientieren könnte. Und dann kam meine Frau, da gibt es auch die Goldkirchen.

Ach so, genau, das war ja bezogen auf Musik, weil ich mein Leben lang schon immer musikaffin war. Aber nie Musik gemacht hast du? Genau, ich bin fast ein bisschen untypisch für die Goldkirchen. Ich bin tatsächlich relativ musikalisch, ich habe instrumental ziemlich viel gemacht als junger Mensch und mache das jetzt so hobbymäßig für mich.

Und ich hing immer an der Musik und wollte immer mal, habe gesagt, Mensch, irgendwas mit der Musik machen, das hat mir immer gefehlt. Ich hatte nie eine Band, ich bin da nie groß in der Öffentlichkeit aufgetreten. Und dann kam eben diese Idee, Mensch, da gibt es einen Chor, der ist doch ganz lustig. Und meine erste spontane Reaktion, um dass ich irgendwas von den Goldkirchen wusste, war erstmal so, weiß nicht, so Männerchor, so ein paar Hansel, die sich da so ein bisschen profilieren wollen, weiß ich jetzt nicht. Und.

Dann habe ich mich da mal ein bisschen reingelesen. Dann hat es keine... Das hat ein paar Minuten gedauert, da hat es sofort der Funken übergeschlagen, weil ich dann eben auch auf YouTube gesehen habe, was das für Typen sind und, wie die auftreten, wie cool der ganze Laden ist. Und da hat es mich einfach gepackt.

Ja, weil das ist ja, du bist ja nicht der Erste bei Seppo, dem Anwalt bei den Goldkirchen war genau das gleiche und ich glaube bei Basti war es so, dass Basti am Ende zu dem Casting gegangen ist, weil seine Frau zu ihm gesagt hat, das traust du dich doch sowieso nicht, also die Frauen spielen eine Rolle.

Gut, das war im Herbst 24, sagst du das war also kurz vor dem irgendwann zwischen den Stadtparkkonzerten und dem, Weihnachtskonzert in der Leißhalle und dann hast du was gemacht, hast du dann wie zum Beispiel Matthias einen Brief geschrieben an die Goldkirchen. Was hast du getan? Genau, sehr naiv habe ich eine E-Mail geschrieben. Liebesbrief at Goldkirchen, wie wahrscheinlich Millionen anderer. Hallo, wie viel bin ich?

Ich würde gerne mitmachen. Und wenn ich das Leute mir nochmal durchlesen würde, die sie immer, also tschüttel ich nur beschämt den Kopf, das war so unbeholfen und so wenig, Goldkirchen-like, weil mir einfach die Recherche noch fehlte. Da bin ich einfach vorgeprescht, bin damit natürlich kläglich gescheitert.

Und dann hat das Ganze erst mal so geruht. Ja, und ich habe dann einfach, ja, das ist wieder in Vergessenheit geraten bei mir. Bis dann wieder meine Frau mir im März, Ende Februar, Anfang März 25 eine E-Mail rüberschubste, weil sie in dem Newsletter der Goldkirchen war, wo das letzte Goldkirchen-Casting angekündigt wurde.

Da hat sie mal vorüber geschubst und gesagt, so, jetzt machen wir. Und dann? Das Ganze war eine Woche vor unserem Urlaub nach Argentinien. Also ich hatte eine Woche brutto, netto wahrscheinlich nur ein paar Tage, weil ich ja unter der Woche arbeiten musste und keine Zeit hatte. Und ich bin auch völlig unerfahren, was so Medien betrifft, Instagram mit dem Handy, Videos machen, die ganzen anderen jungen Typen da bei uns, die schießen uns aus der Hüfte. Und ich bin noch ganz oldschool, irgendwie...

Und dann habe ich erstmal einen Kumpel angerufen, der ist auch oldschool, der macht ja Wärmefilme, aber auf ganz altmodische Art. Den haben mich erstmal gefragt, hey, ich muss hier einen Pitch abgeben und gib mir mal einen Tipp, wie gehe ich da vor, was zieht. Dann hat er mir ein paar Tipps gegeben. Der wichtigste Tipp war erstmal die App, mit der man solche Videos schneiden kann.

Und dann habe ich tatsächlich innerhalb von drei Tagen, so Donnerstag, Freitag, Samstag, Sonntag, Da hatte ich ein bisschen Zeit und habe mir Gedanken gemacht und habe ein Lied umgedichtet auf die Goldkirche, und zwar Hamburg, meine Perle von Nordokin Kahl. Habe das auf die Goldkirchen umgedichtet und auf mich, also wie passen wir zusammen.

Musste das Ganze natürlich noch irgendwie werbewirksam, selbst werbewirksam aufnehmen und das dann hochladen. Das habe ich in den drei Tagen gemacht, gepaart von ein paar Flaschen Bier und viel Schweiß. Und hattest du eigentlich dann die Sorge, wenn du sagst, du warst musikalisch, dass du eigentlich, wenn du dich vorher mit hast, dass du vielleicht aufpassen musst, es nicht zu gut zu machen und nicht zu gut zu singen?

Äh, also mit singen hatte ich gar keine, also singen ist jetzt nicht mal eine große Stärke, dass wie. Ein Opernsänger rüberkomme, das wäre eher instrumental gewesen, aber in diesem Fall hatte ich keine Sorge, ich habe eher das Instrumentale zu meiner Stärke gemacht, weil ich habe so eine kleine Akkordeonquetsche, mein allererstes Akkordeon, was ich mit fünf Jahren mal geschenkt bekommen habe, und das kommt immer ganz witzig rüber irgendwie so das habe ich auch schon mal beim Junggesellenabschied eingesetzt und, bei Partys und sowas und auf diesem Akkordeon habe ich mich selbst begleitet zu dem Lied dann.

Okay, und dann? Und dann hast du aber gesagt, aber dann musstest du nach Argentinien. Lange gebuchte Urlaub. Genau, dann habe ich das hochgeladen, aus dem Sinn, bin in den Urlaub gefahren und da habe ich ehrlich gesagt überhaupt keine großen Chancen ausgerechnet und habe dann im Urlaub die E-Mail bekommen, herzlichen Glückwunsch, du bist dabei beim Live-Casting.

Und da bin ich natürlich schier ausgeflimmt und da wurde es dann ernst also dann bin ich erstmal auch unheimlich nervös geworden und hab gedacht oh mein Gott und es wird Realität und ja. Habe dann leider im selben Moment feststellen müssen, zum Zeitpunkt des Castings bin ich gar nicht in Hamburg. Da waren wir nämlich noch unten in Patagonien, Ushuaia, irgendwo.

Und dann habe ich auf die Mail geantwortet und gesagt, Jungs, so sieht es aus, ich bin leider in meinem Urlaub und ich biete euch an, ich singe, wo immer ihr mich dazuschaltet. Leider bin ich gerade hier in Ushuaia und ich werde zu dem Zeitpunkt gerade am Flughafen sein. Scheidet mich dazu, ich singe euch auch auf dem Flughafen was vor.

Und das wurde allerdings abgelehnt mit Verweis auf das Prozedere und das hätten sie in der Vergangenheit hätten sie auch mal ein paar Fälle gehabt, wo Ausnahmen angebracht gewesen wären, aber die haben sie eben ausgeschlagen, und von daher war ich erstmal raus. Und ich habe dann noch einen zackhaften Versuch nochmal per E-Mail gemacht, so okay, vielleicht habt ihr ja mal die Gelegenheit mich zu eurem Probolta dazugehören, zuzuholen, dann kann ich euch zeigen, was ich drauf habe. Aber das verheilt dann.

Krass, und da war für dich dann ja klar, weil es das letzte Casting war, es gibt keine weitere Chance, aber wir merken ja, die Geschichte ist ja gut ausgegangen in dem Fall, weil du bist ja dabei. Jetzt natürlich wollen alle wissen, wie hast du es dann doch geschafft, zu den Goldkirchen zu kommen? Weil bei dem Casting warst du definitiv nicht dabei.

Richtig, bei dem Casting war ich nicht dabei. Ich hätte tierisch Bock gehabt drauf. Also ich kannte dann zu dem Zeitpunkt natürlich den Ablauf eines solchen Customs auch nur aus dem Internet und selbst wenn es nicht geklappt, hätte ich ja tierisch Lust gehabt auf diese ganze Gaudi da. Ich war erstmal unheimlich deprimiert. Das Ding war für mich gelaufen.

Ich habe meinen Urlaub dann eben beendet. Es hat sich wirklich nur ein paar Tage gehandelt. Es waren zwei Tage oder sowas, die da dazwischen lagen. Und bin dann nach Hause und habe auch nicht mehr daran gedacht. Und jetzt kommt ein Held. Ich habe ja eigentlich zwei Helden in dieser Geschichte. Also die erste Heldin ist ja meine Frau.

Absolut. Und jetzt kommt der zweite Held im Zusammenspiel mit meiner Frau. Weil mein Bruder, als ich dann wieder zu Hause war mit mir telefonierte. Und der erfuhr dann irgendwie von mir ja, hat nicht geklappt und also die waren natürlich ganz von mir, wusste, dass ich da so mich beworben hatte und dann sagt er, ja, Mensch, hat nicht geklappt und sagt, ja, es geht da gar nicht und so, dann hat hinter meinem Rücken meine Frau, meinem Bruder, die Absage E-Mail zugeschickt, sie hat irgendwie geschafft, mir die abzuluchsen, dass ich da irgendwas gewittert habe und mein Bruder hat dann bei Markus Tiedemann sich gemeldet und hat ihm ein bisschen was zu mir, und meinem Beweggrund erzählt, warum das für mich so wichtig ist,

dass ich bei dieser letzten Chance irgendwie zu den Oldkirchen mit dazukommen muss. Magst du was sagen über den Beweggrund? Ja, es ist so, dass ich vor circa acht Jahren leider eine sehr schwere Krankheit diagnostiziert bekommen habe. Und diese Krankheit ist fortschreitend. Also ich war vor acht Jahren noch kerngesund, sportlich, fit und alles und die Krankheit hat mich im Laufe dieser Jahre immer weiter, körperlich beeinträchtigt und hat dazu geführt, dass ich jetzt mittlerweile im Rollstuhl sitze.

Das ist eine Nervenerkrankung und die führt dazu, dass eben meine Bewegungen immer weiter eingeschränkt sind und immer weiter es mir schwerfällt, eben meinen normalen Tagesablauf zu bewerkstelligen. Und daher hatte ich eben auch, und das ist auch Teil des Grunds, warum ich eben so diesen Fokus auf jetzt das Singen bekommen hatte, viele meiner bisherigen Hobbys einstellen müssen.

Ich war aktiv, ich habe viel gesegelt, Schwimmer, Taucher, also lauter solche Sachen sind natürlich dann irgendwann weggefallen. Ich wollte vermeiden, dass ich irgendwann nur noch zu Hause rumsitze und die Wand angucke, so mal dunkel gesagt. Also gut, kochen tue ich auch noch gerne, aber irgendwie wurde es dann ein bisschen wenig.

Ja und wie sind wir jetzt drauf gekommen genau. Das hat dein Bruder dann Markus Tiedemann geschildert und dann ist natürlich hat man da auf jeden Fall einen ganz anderen Blick gehabt, genau, er hat in dem Zusammenhang natürlich auch erwähnt dass mir als Musiker, Musik immer sehr wichtig, war dass das bei mir total ins Herz reingeht und so weiter und ich vermute mal dass das irgendwo bei Markus und Flemming und Max irgendwo steines Rollen gebracht hat, einen Anstoß und im Endeffekt hat, mir Markus dann geschrieben und gesagt, hey, wir machen hier tatsächlich eine Ausnahme, du darfst zu unserer nächsten Probe, das war dann die erste, wo ich dann wieder in Hamburg war, darfst du mal dazukommen, und machst dann das Ganze vor uns.

Das ist cool, weil das natürlich auch einer der Gründe ist, warum die Wahl aus diesen 110 Leuten auch auf dich getroffen ist, weil du etwas erlebt hast, was kein anderer erlebt hat. Es gibt die einen wie Matthias, der kein Bewerbungsvideo einreichen musste. Es gibt andere wie Robin, der insgesamt viermal beim Casting-Habets geklappt hat.

Aber du, und das musst du erzählen, wie war das dann? Dann bist du zur Probe in die Bahn A16 dann schon? Ja, klar. Genau, es war total gefahren. Also erstmal hatte ich natürlich, ich bin, was sowas betrifft, dann auch immer relativ bescheiden und sagte, Mensch, ich habe ja keine Lust, dass der Mann hier eine extra Wurst extra für mich dreht. Ähm.

Das Thema Rollstuhl war ja zum Beispiel auch auf meinem Video nicht groß. Also man sah vielleicht den Rollstuhl, aber das habe ich nicht thematisiert in meiner Bewerbung nirgendwo. Und ich wollte jetzt nicht, dass ich da reinkomme, so nur wegen Rollstuhl irgendwie Gnaden droht. Ich habe aber relativ schnell gemerkt bei den Jungs, dass das auch so nicht funktioniert.

Also ich bin dann zur Bahner getingelt und auf dem Weg dahin, auf der Straße, ich war dann bepackt mit meinen Bestechungsgeschenken, mit Bierflaschen und mit Tüten voll Chips und was weiß ich nicht allem. Und dann war das so wie so eine Pilgerroute. Das paarten sich immer mehr Menschen, Männer vor mir, neben mir, hinter mir.

Und ich roch schon irgendwie. Das müssen auch Goldkirchen sein, weil ich ja mittlerweile den Menschen Schlag recherchiert hatte. Und dann wurde ich auch schon von hinten angesprochen, wenn ich so in meinem Rollstuhl der langen rollte. Hey, du bist auf dem Weg zum Casting jetzt. Und dann haben die Jungs mich quasi schon untergehackt und mit reingenommen in die Bahner.

Und das ging schon auf der Straße los. Soll ich dir was abnehmen? Komm her, ich helfe dir und so. Also da war ich schon steil geflasht von dieser, Offenheit und dieser Hilfsbereitschaft, dieser Herzlichkeit. Ja, und dann bin ich da mitten reingeplatzt. Du kennst ja auch die Atmosphäre in dieses Chaos von Jungs, die da laut sind und also ohne Struktur erstmal da in diesen Raum reinkommen.

Und ich mittendrin, ja, habe mir erstmal so eine Ecke gesucht und erstmal abgewartet. Weil das ist so, das kann man sich ja nicht vorstellen, wenn man da, ich hatte es ja auch erlebt, Und zwar nur als Beobachter, das ist ja was völlig anderes. Und ich muss sagen, bis heute würde ich mich nicht trauen, mich da hinzustellen und was zu singen.

Also wir sind ja dann im ersten Moment, das sind alles herzensgute Menschen, weiß man aber im ersten Moment nicht. Und irgendwie, also du warst dann in der Ecke und hast gewartet und dann ist was passiert. Ja, also ganz kurz, vielleicht zu dem weiß man vielleicht noch nicht und so. Also man hat sich sofort gut aufgehoben gefühlt. Also du merkst, da tut ja keiner was Göses.

Das Schlimmste, was dir da hätte passieren können, ist, dass du einen dummen Spruch gedrückt bekommst. Aber das bin ich gewohnt, so aus meinem Umfeld oder meiner Vergangenheit seit der Jugend, also habe ich mich in so einem Umfeld auch gerne bewegt und ich drücke auch gerne immer Sprüche. Also das glaubte ich abzukönnen.

Und ja, wie ging es dann weiter? Also die Jungs haben mich relativ schnell, also das ist auch ja so, bei den Proben oder auf der Bühne oder egal, die lassen mich nicht in der hinteren Reihe stehen, sondern die greifen mal einen Rollstuhl und sagen, hier gehörst du hin. Und dann haben die mich gleich in die erste Reihe geschoben und dann haben dann ihre Aufstellung gemacht und haben mich eben, so ähnlich wie ich jetzt auch schon stehe, haben die mich da vorne dann irgendwo davor geschoben, ohne dass ich ja jetzt schon eine Zugehörigkeit hätte, ob ich Bass, Bariton oder Timor bin.

Und dann ging es auch relativ ratzfatz. Hat dann Flemming, bevor überhaupt irgendwo was losging, gesagt, so hier Casting und wir haben jetzt Sebastian bei uns. Und dann konnte ich gar nicht so schnell, der hat gesagt, so leg los. Also ich dachte jetzt so, jetzt kommt irgendwie ein bisschen Einführung und hier Sebastian und dass er so ein bisschen Framing irgendwie macht.

Nix, also es war, damn, musste ich loslegen. Und dann habe ich halt meine Mitbringsel überreicht. Das ist ja immer so, dass bei Casting dann, die sagen dann immer, wir sind bestechlich und dann überlegst du dir was mitzubringen und wie gesagt. Bier und Chips, was noch? Ja, ich hatte so für, ich hatte tatsächlich irgendwo mitbekommen, die Jury besteht aus acht Mitgliedern, also da hatte ich tatsächlich acht, Papiertüten gefüllt mit jeweils einer Flasche Bier, einer Tüte Special Chips, also eine ziemlich spezielle Sorte, die ich, dann selbst legen wollte und eine Barbecue, irgendeine Art von Barbecue-Soße, und was kann ich, ob da noch was drin war, also so ein paar Schmanklein irgendwie.

Und da hatte ich mir Mühe gegeben, hab die noch geklebt mit dem Akkordeon, weil das ja Teil meines Castings war und Grüße von. Mit CI in einem Goldkirchen Gelb gemacht und so, also und Flemming grabscht sich so eine Tüte so, ne, reißt er diese Flasche raus und sagt, hier, die kannst du gleich mal exen, ne.

Das war so das allererste. Also ich koppel den Nacken, hab mir die Flasche dann eben reingehauen, Und das Dumme war, dass ich dabei, kann ich auch ganz offen erzählen. Durch dieses Kopf- und Nackenschmeißen, leider krankheitsbedingt in dem Fall noch ein Krampf in der Nackennuskule. Okay. Also vorne habe ich mir das Bier reingeknallt und hinten hat der Krampf weh getan. Ja.

Und ich musste so ein bisschen natürlich gute Miene zum Spiel machen. Ja, also der Einstieg war ein bisschen holprig für mich und alles andere, als irgendwie so, wie es mir hätte vorgestellt. Und dann hast du was gesungen? Und dann kam, ja, dann ist ja Marc Capella. Ich habe zwei Songs ausgewählt. Ich hatte von Adriano Celentano Azzurro. Sehr gut.

Und da fühlte ich mich auch super fit. Und das andere, und das hätte ich niemals machen sollen, war mein Neffe, ich habe so ein bisschen gebrainstormt mit meinem Bruder und meinem Neffen und dann hat mein Neffe gesagt, ja, da gibt es so einen coolen Song, den hat der Söder im Schelfischposten gesungen.

Ich weiß nicht mal mehr, wie er jetzt wieder heißt ich bin Mary, genau, das ist die Mary Ann, mein Schiff Mary Ann und, er meinte, das ist doch cool, das ist so ein bisschen Hamburgisch und so ein bisschen, na so und diesen Song habe ich mir halt reingekloppt in die Parteien die mir zur Verfügung standen noch und.

War leider da zu unsicher das kommt dann eben auch gleich, da habe ich mich schön verhaspelt Atsudo habe ich A Cappella gesungen, also einfach so rausgeschmettert, Und bin, ich sagte gerade, da war ich sehr sicher, aber ich bin einfach auf meiner Aufregung irgendwo in der zweiten Strophe einmal kurz hängen geblieben.

Was so vielleicht nicht weiter schlimm gewesen wäre. Aber da bin ich am Text irgendwo, habe ich mich kurz verhaspelt. Und dann ging es gleich weiter, zweites Lied. Und zum zweiten Lied hatte ich mich entschlossen, dass ich mich an Pauls Piano setze und mich selber. Ich habe niemals Piano gelernt, aber vom Akkordeon früher. Ich kann das ganz gut eigentlich so. Ich habe mich so ein bisschen begleitet, um dem Lied so ein bisschen einen Hintergrund zu geben.

Und da ging dann auch erste Strophe. Und da bin ich auch irgendwo hängen geblieben. Da aber dann so richtig, weil ich das Lied ja nicht... Das war Mary Ann Lied dann. Was ja eh relativ frisch in meinem Kopf war. Und da bin ich dann so richtig hängen geblieben. Aber ich habe dann eben nicht aufgehört. So scheiße, ich kann nicht mehr.

Sondern ich habe damit weitergesungen, die Melodie, mich weiter begleitet und habe dann irgendwie so la la la und jetzt ist der Text weg oder irgendwie. Also ich habe mich da durchgewuselt. Ja, ja. Abbruch, fertig, setzen, weitermachen. Also da wurde auch nichts kommentiert. Gar nicht? Okay, dann war die Probe, dann war die Probe oder was?

Dann war gleich zurück zum Normal Business. Also so habe ich es zumindest in Erinnerung. Okay. Sie haben ja mit Markus und Flemming auch gesprochen und sagten, das war ein Casting, wie wir es so noch nicht erlebt haben. Deshalb musst du die ganze Geschichte erzählen. Also dann bist du da geblieben aber einfach und hast da einfach mitgesungen. Dann hieß es so, du kannst jetzt hierbleiben und du darfst noch den Rest der Probe mitmachen.

Aber genau, das war so, ich kannte jetzt eben das Casting aus dem Internet. Da wurde gefeiert, da wird gesoffen, da wird dir auf die Schulter geklopft, da wird gelacht. Also du wirst da irgendwie so durchgetragen. Und selbst wenn du wahrscheinlich das nicht schaffst, dann wird dir trotzdem auf die Schulter geklopft und gesagt, hey, war cool, cool, dass du hier warst. Und dieses Ganze, vorher und nachher, das fehlte irgendwie komplett. Also ich war so wirklich lost.

Und dann wurde ich da in die Reihen geschickt und stand da jetzt zwischen den ganzen echten Kölkirchen, fühlte mich natürlich so ein bisschen fehlernplatt, so geduldet, so, okay, ich darf jetzt hierbleiben. Ich hatte jetzt. Keine Berechtigung dazu sein, aber ich durfte mal mitmachen. Aber du konntest die Texte ja auch nicht, du wusstest nicht, was die da machen und hast du versucht, da mitzusingen? Ja.

Ja, das erste war, also ich glaube, in der ersten Probe haben wir Eternal Flame gesungen und im Jahrgang 73, also da ist ja mal das Leben gar nicht so ein bisschen. Da habe ich meinen ersten Hangtanz zugemacht irgendwie. Aber dann haben wir, glaube ich. Wildberry Lele gerade angefangen einzustudieren. Da hatte ich den Vorteil, dass, glaube ich, noch ziemlich viele am Handy waren.

Das heißt also, ich habe mir das auch das Handy genommen. Aber das Witzige ist, auch da als 73er Jahrgang, mir hat er gesagt, da sehe ich überhaupt nichts. Also Nina Trouba, zu dem Zeitpunkt sagte ich, wer ist das? Also es war so ein bisschen improvisierter. Man muss ja auch sagen, dann war ja auch später in der Barclays Arena, war glaube ich auch dieses Lied war jetzt nicht das Beste von denen, die in der Barclays gesungen haben.

Ich weiß gar nicht, es war eins, wo wir mit der Band auseinandergegangen sind. Ich habe mir immer gesagt, das haben wir richtig verkackt. Okay, dann ist die Irre, da war die Probe zu Ende und dann haben alle gesagt, tschüss. Ja, so wie das jetzt immer ist. Dann steht man noch ein bisschen zusammen. Ich habe auch noch ein bisschen versucht, da Smalltalk zu machen, beim Rausgehen auch.

Aber irgendwann haben sich die Wege getrennt und ich bin wieder in mein Auto gestiegen, bin nach Hause gefahren. Was hast du denn deiner Frau dann zu Hause gesagt? Nee, die habe ich gar nicht mehr gesehen, weil wenn ich nach Hause komme, es ist ja dann schon 11 Uhr, die muss ja nur ins Bett wegen Arbeit und ich war halt so alleine.

Aber ich weiß heute noch ich bin ins Bett gegangen und ich hab das Grinsen, also ich hab einfach nur gegrinst von einer Backe zu anderen weil so diese Energie, dieses Singen, also gar nicht jetzt mein Casting, sondern die Probe warst, die mich so energized hat, ich hab von einer am Ohr zum anderen gegrinst und ich weiß, dass ich noch bis ein Uhr wach lag mit dem grinsenden Gesicht also ich war total aufgeregt.

Total voll Adrenalin und ja, das war einfach phänomenal und dann bin ich eingeschlafen, aber einfach glücklich und hab mir gedacht, so kann's jetzt immer sein. Aber hat denn nie, also normalerweise, nehmen wir an, wenn man jetzt so ein Vorstellungsgespräch hat, dann sagt hier irgendeiner, bitte rufen Sie uns nicht an, wir rufen Sie an, du hörst von uns, hat keiner was gesagt.

Achso, ja doch, das hab ich jetzt vergessen, klar, natürlich beim rausgehen. Genau, wurde dann gesagt, so, wir melden uns bei dir innerhalb der, ich weiß nicht mehr, nächsten Tage und was mich auch so, dann wurden zu dem Zeitpunkt wurden für die anderen Freshies, also meine Jahrgangskollegen, wurden Größen genommen von den Kutten.

So, dann stand da ein Karton mit Kutten und dann haben sie alle mal in die Kutte, so bis der L, bis der M, Flemming mir an der Hand gedrückt, hier, probier auch mal an. So, da hab ich schon so klein, hab ich gedacht, ah, okay, der gibt mir schon eine Kutte so, also hab ich gedacht, vielleicht nimmt er mich ja schon, also vielleicht weiß er ja, hat er sich schon festgelegt.

Ich glaub, Ob es hat er nicht zu dem Zeitpunkt und geht, glaube ich, vom Prozess auch gar nicht, aber da habe ich mich so ein bisschen daran festgeklammert, habe dann eben meine Größe da schon katalogisiert oder bei denen bekannt gegeben. Ja, und also tatsächlich, ich wusste, man würde sich irgendwann in den nächsten Tagen bei mir melden, aber so in den nächsten Tagen eben.

Und dann bin ich nach Hause, nächsten Tag musste ich wieder ganz normal arbeiten. Ich arbeite im Homeoffice, habe auch meinen Tag ganz normal durchgezogen. Natürlich war das ein Ereignis, was noch irgendwie mir in den Knochen steckte, aber so wie man eine gute Party in Erinnerung hat oder irgendwas anderes Tolles.

Und dann weiß ich, ach genau, dann weiß ich noch, dann hatte am späten Nachmittag, hatte ich irgendwie meine Tante am Telefon, die rief an. Ich glaube, das muss irgendwie nachträglicher Anruf zum Geburtstag gewesen sein, weil ich ein paar Tage vorher gerade erst Geburtstag hatte. Und mit der telefoniere ich ganz selten eigentlich, sondern war sie am Telefon und in dem Moment, wo ich mit ihr am Telefon war, ruft mich Flemming an.

Ich sah das über WhatsApp, glaube ich. Und ich konnte nicht angehen, ich wollte jetzt nicht so auf den Stoff drücken, sondern habe ich Flemming ganz schnell geschrieben, melde mich gleich. Und das gleich war dann vielleicht eine halbe Stunde später, Und dann sagte er ja, jetzt kann ich nicht, jetzt hole ich gerade die Kids ab oder bring die Kids ab.

Mittlerweile laut, das war Fake, hat er mich so ein bisschen verarscht, weil es war irgendwie fünf, halb sechs oder so. Das sind Kinder noch in der Kita waren, aber so. Er sagte, ich hole die Kids aus der Kita ab und ich melde mich gleich. Und das Gleich war tatsächlich, also irgendwie, keine Ahnung, anderthalb, zwei Stunden. Also ich, da ging mir richtig der Stift.

Aber hattest du nicht gedacht? wenn die absagen, dann schicken die eine WhatsApp und wenn die, ne? Ne, ich hab keine Absage würden sie wahrscheinlich auch, weil es halt dann hart ist, mir persönlich. Verknauzen irgendwie, ne? Also ich hab mit allem gerechnet und eben, ich hab so ich hab so da rumgeknabbert, dass ich so abgelust hab an dem Abend, also ich hab, ne?

Leider oder was heißt leider, aber ich bin schon sehr anspruchsvoll und dann ich glaub es gab auch noch, am Abend sagte Flemming noch zu mir, sag mal hast du hast du ein Problem mit auswendig lernen irgendwie? Und dann sagte ich, so bist du blöd? Nee, überhaupt nicht, weil mein ganzes Studium, weil meine Stärke war tatsächlich auswendig lernen und wenn es darauf ankam, ich war einfach richtig aufgeregt.

Aber ich fühlte mich schlecht und ich fand das eine schlechte Performance für mich als vom Musikalischen her oder von der Show, die ich da abgeliefert habe. Und das wurmte mich irgendwie und von daher habe ich mit allem gerechnet. Und dann? Irgendwann dann, wie gesagt, ich saß, ich konnte nichts mehr machen.

Ich weiß gar nicht, ob ich mir dann schon ein Bier aufgemacht habe oder irgendwas. Also da saß ich nicht. Oder ich habe mir sogar was Härteres eingeschüttet. Ich weiß es nicht. Also ich saß da wirklich, konnte nichts mehr machen. Konnte mich auf nichts konzentrieren. Und ich weiß, dass ich dann nur noch ein T-Shirt anhatte. Und das war voll mit kalten Angstschweiß so ungefähr.

Ja, und dann rief er an. WhatsApp mit Bild. und hatte seine zwei Töchter rechts und links neben sich sitzen und dann sagten die auch so hallo und. Und da sagte die, ich weiß gar nicht, ob es zuerst war, die eigene Tochter sagte so, wo ist dein Rollstuhl? Die wollte gleich mal einen Rollstuhl sagen, total süß.

Und dann kamen wir erst mal so ins Gespräch und kleine Kinder sind ja sowieso immer so ein Icebreaker. Und naja, dann sagte Flemming, ja, wir wollten dir was erzählen. Und dann haben die Mädels halt gesagt, du bist jetzt ein Fresh-Gilchen. Du bist jetzt ein Fresh-Gilchen. Und dann ging natürlich viel mein Stein vom Herzen. Ich glaube, ich habe da nicht geweint, aber wir waren zum Weinen, zum Mute vor Freude.

Total aufgelöst halt. Und dann, wenn man sich diese Geschichte anguckt und dann eben sich, so wie ich, die Goldkirche im Jahr 25 beobachtet. Wir haben das vorher, mir war das nicht klar. Ich dachte, dass du viel länger dabei bist bei dem Chor, weil so gefühlt alle mit den Sprachen sprachen so über dich, als ob sie es seit Jahren kennen würden.

Das war ja offensichtlich, ist ja offensichtlich nicht so. Ein riesiger Sprung, weil ich glaube, du bist der Einzige, verbessere mich da bitte, aus diesem Jahrgang, der tatsächlich in diesem Jahr schon einen Solo hatte. Oder so ein geteiltes, ein Solo hatte, ne? In der Elbphilomia. Ein geteiltes Solo. Nee, das ist nicht ganz richtig.

War noch jemand da? Ja, wir hatten dann noch einen Song, geteilt von zwei. Okay. Goldkirchen, das war das von Mariah Carey, dieses All I Want For Christmas. Und da war auch ein 25er dabei? Das war ein echter 25er und zwei... Und an einer, der, ja genau, für beide, die auch mit dazu gekommen sind. Aber schon, also das ist natürlich eine starke Entwicklung. Ich frage das deshalb, weil ich gelernt habe, dass es in diesem Jahr tatsächlich doch noch ein Casting gibt.

Und zwar, denke ich alle, hä, wie? Und zwar ein Casting, ein internes Casting. Da geht es um die Solos im Volksparkstadion. Im Volkspark, ja. Ja, du sagst jetzt Entwicklung, ne? Also für mich ist das jetzt, ähm, auch da wieder, ne? Ich habe erst mal gedacht so, was soll das jetzt? Also ich habe mich gar nicht berechtigt gefühlt, da jetzt ein Solo singen zu dürfen.

Flemming meinte das zu mir ja oder zu uns in der letzten, ich glaube, es war eine der letzten Bana-Proben vor dem Auftritt. Du wusstest es gar nicht vorher. Nein, nein, nein, das war eine Woche vorher, sagt er und Korsi und du singst hier zusammen mit Felice das Solo. Und dann hatten wir, glaube ich, nur noch die Proben mit der Band.

Also, wenn ich das so richtig im Kopf habe. Also war es mehr oder weniger in der Woche vorher. Gut, jetzt ist Last Christmas vom Text her zum Glück relativ einfach. Aber man unterschätzt auch das. Ja gut, ich dürfte jetzt ab. Also die Geschichte meines Solos ist auch nochmal nicht wieder eine extra Geschichte.

Aber wie gesagt, also Erfolg würde ich, ich feiere das jetzt nicht als Erfolg, sondern als eine Ehre, die mir überrascht zuteil geworden ist. Und ja, wir haben jetzt halt tatsächlich nochmal ein internes Casting, weil anscheinend nochmal der ein oder andere die Möglichkeit kriegen soll, da ein Solo aufs Parkett zu legen.

Mal schauen, was da so kommt. Also ich hab mich diesmal da nicht mit ins Rennen gebracht. Auch hier, weil ich jetzt gesagt habe okay, ich war jetzt in der Elfie habe ich so ein halbes Sohle mit Felice zusammen gesungen und das war phänomenal für mich, ich möchte eigentlich, dass andere da jetzt in den Genuss kommen können da was zu sehen Du hast es so schön beschrieben und mich würde interessieren, ob dieser Effekt immer noch da ist, dieser montags nach Hause kommen weil das beschreiben eigentlich alle oder die meisten sagen, dass es dann egal, wie anstrengend der Tag ist Egal, was ist, man kommt nach Hause.

Ist es immer noch so wie beim ersten Mal, dass du dann mit so einem breiten Grinsen im Bett liegst und denkst, boah. Also das breite Grinsen ist vielleicht nicht mehr ganz so breit, weil es nicht mehr so neu ist, aber es ist definitiv jedes Mal positiv. Vorher wie hinterher. Also ich freue mich jedes Mal wieder ins Auto zu steigen, da hinzufahren.

Ich freue mich jedes Mal, wenn ich die Jungs alle vom Eingang da begrüße. Es ist ja wirklich auch so, dass man jeden begrüßt, einzeln, den man da zu fassen kriegt. Bevor es dann losgeht, das macht immer Spaß, hinterher dann nochmal ein bisschen ausklingen lassen, das ist immer, immer schön und. Also ich habe auch nie geschwänzt, wenn ich mal nicht da war, dann konnte ich tatsächlich nicht.

Aber so, ich habe heute keine Lust, das gab es bisher jetzt und ist noch nicht bei mir. Hast du eine Erklärung dafür? Wie funktioniert das, dass man offensichtlich, wenn man dann Mitglied ist, dass man dann relativ schnell das Gefühl hat, das sind wirklich meine Freunde? Das ist ja das, was ich eben gesagt habe, dass ich jetzt gedacht hätte, du würdest die alle viel, viel länger kennen und ja selber jetzt sehr überrascht war, wie 25?

Wie funktioniert das? Ja, das ist eine gute Frage. Das weiß ich selber gar nicht so richtig. Und das Witzige ist, auch wenn ich zu Hause, ich habe unheimlich viel geschwärmt, von meinen Erlebnissen, wenn ich nach Hause kam. Und ich tue es immer noch. ich tue es immer noch, also was immer passiert, da sage ich immer, guck mal hier, guck mal da und der hat das und das ist da passiert und so über die Wochen hat meine Familie dann irgendwann gesagt so, Papa oder Sebastian, jetzt hör mal auf, jetzt nervst du langsam, und ich glaube, die können das einfach gar nicht nachvollziehen und nicht fühlen, was da abgeht und auch meine Frau sagt so, ja, entschuldige bitte, das sind ja jetzt, du kennst die jetzt gerade mal so und so lang,

also wie kann das jetzt sein, dass du da, dass das und das passiert und dann sage ich, ich kann, das kannst du gar nicht verstehen. Und jetzt zu deiner Frage, ich versuche das zu begreifen. Also, es gibt zwei Seiten da. Das eine ist die Gefühlsebene. Die ist unheimlich schnell ist man da verbunden. Ich sagte ja so, ich habe ja beschrieben, wie ich da aufgenommen wurde, wie ich da mitgeführt wurde.

Die nimmt dich in den Arm. Du wirst geknüpft, du wirst geschoben, du wirst angefasst, du wirst gehänselt. Man spricht mit dir so. Auch nicht jeder mit jedem. Da gibt es ja auch Chemie, die mal besser, mal weniger gut funktioniert, aber es gibt da keine. Also es gibt nichts, wo es gar nicht funktioniert. Es ist einfach nur so, man findet sich, wie es so läuft.

Auf der Chemieebene und auf dieser Herzensebene geht das super schnell. Und da sind wir uns alle irgendwie ähnlich vom Spirit her. Und interessanterweise ist es dennoch so, dass ich aufgrund meiner kurzen Zugehörigkeit, noch relativ wenig über die einzelnen Goldkirchen weiß, was ihre Lebensgeschichte betrifft, was ihre einzelnen, Schicksale betrifft.

Jeder hat so seine Lebensgeschichte, keine Ahnung, Trennung von einer langjährigen Beziehung, Krankheit vielleicht auch, familiäre Geschichten, berufliche, was auch immer. Und der Schweren kommt dazu jetzt durch meine Situation im Rollstuhl. Und das bedauere ich sehr, dass auch so viele spontane Aktionen, gerade so im Sommer, dann geht es oft durch unseren Chat, ey, wer hat Bock auf zwei, zwei Bier trinken hier und da.

Und daraus haben sich dann teilweise irre Besäufnisse ergeben oder Touren über den Kiez oder so, das hätte ich schon oft das ein oder andere Mal Lust gehabt, spontan dazuzukommen, aber bis ich mich hier mit dem Rollstuhl in meiner Situation aus dem Haus bewegt habe und dann aus Niendorf irgendwo in der zentralen Lage irgendwo die anderen abhängen, irgendwo Kiez oder Schanz oder so, da ist das dann schon gelaufen.

Deswegen, auch da fehlt mir leider dann so ein bisschen die Möglichkeit, das auszubauen, wie man es machen könnte, aber, Ich nehme das mit, was geht und das reicht momentan. Und das war ja im Jahr 25 relativ viel. Nun habe ich gelernt, deshalb haben wir das Gespräch, dass du jetzt noch mal in Urlaub fährst, aber dann muss man aufzunehmen, wir zahlen ja das Gespräch Mitte Februar auf.

Du bist aber zur ersten Probe dann wieder da. Was würde ich leider nicht schaffen. Die erste Rede ganz knapp. Erstmal? Ja. Schon wieder? Nee, da kroist du dich schon wieder. Kann die Mieder nicht auswendig und ist ja immer im Urlaub. Ja, dann können die Jungs ein bisschen über mich auslassen, wenn sie wollen.

Nein, im Ernst jetzt, es ist leider so, dass der Plan für die Proben für jetzt das laufende Jahr rauskam, nachdem wir unseren Urlaub gebucht hatten. Und meine Frau ist immer sehr pushy, was so Urlaub betrifft. Die ist da sehr gut drin und die plant auch immer gut im Voraus. Und solange es noch geht, in meinem Fall jetzt dabei, wir machen noch mehr Urlaub, auch weiterreisen, als es vorher der Fall war, um einfach noch das mitzunehmen, was mir möglich ist.

Und so ist es auch hier jetzt. Also eine Probe werde ich verpassen. Leider auch da wieder nur, ich komme, glaube ich, am Dienstag wieder. Montag ist die Probe Dienstag. Aber das kann ich damit ja sagen, für die Geschichte ist es eigentlich besser und ich habe mich sehr gefreut, dass du sagst, du weißt noch gar nicht so viel über die einzelnen Kurmitglieder und das ist ganz interessant.

Selbst Flemming, der die ja alle kennen müsste, stellt jetzt fest, wenn wir da in den Gesprächen sind, dass er viele Dinge über Mitglieder erfährt, die er selber nicht wusste. Und dann dafür ist dieses Buch ja da und dann können alle im Chor dieses Buch lesen und dann erfahren sie mehr über die Menschen, die neben ihnen stehen.

Du musst auch sagen, du bist Bariton, richtig? Ich bin Bariton, ja. Bariton, genau. Das heißt, da wo du von Anfang an standest, standest du auch richtig. Ja, ich stand zwischen Bass und Bariton und es war mir, noch nicht so ganz klar, ob ich eventuell Bass oder Bariton singen sollte, aber genau, ich bin dann zum Bariton gekommen und ich glaube, ich stand auch vor Krischi, wo ich auch jetzt relativ häufig stehe, also irgendwie so kurz in der Kurve zum Bass irgendwie da.

Da hat man mich nämlich hingestellt nach meinem Vorsingen, da hat Paul dann gesagt, der sitzt irgendwo zwischen Bass und Bariton, setzt ihn mal dazwischen und da bin ich heute bis heute irgendwie gelandet. Ja, sehr gut. Sebastian, vielen, vielen Dank. Das ist eine tolle Geschichte, auch wieder wie alle diese Geschichten, die man sich in diesem Podcast anhören kann.

Jede Einzelne, der in diesem Podcast zu hören ist, hat eine einmalige Geschichte und zusammen ergeben sie die Goldkirchen. Vielen Dank. Danke an dich, dass ich die Gelegenheit hatte, hier mitmachen zu dürfen. Ein Podcast von Funke. Weitere Podcasts vom Hamburger Abendblatt finden Sie in unserer Abendblatt Podcast App und auf abendblatt.de slash podcast.

0:00 / 0:00