
Ein Jahr in der Natur· Staffel 3· Folge 7
Salzwüste Salar de Uyuni - Der größte Spiegel der Erde
Freitag, 10. April 2026 · 19 min
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Shownotes
Der Salar de Uyuni ist die größte Salzwüste der Welt – und einer der unwirklichsten Orte unseres Planeten. Auf 3.650 Metern Höhe, größer als Schleswig-Holstein und fast vollkommen eben, liegt hier ein prähistorischer Ursee, der einst verdunstete und ein gewaltiges Salzfeld zurückließ.
Wir sprechen über Lithium als Boliviens geopolitischen Schatz und die Spannung zwischen Rohstoffabbau und Naturschutz, über Flamingos wie den lange als ausgestorben geltenden James-Flamingo und über die roten Algen der Laguna Colorada. Und wir erklären das berühmte Spiegelphänomen, bei dem wenige Millimeter Wasser Himmel und Erde zu einem verschmelzen lassen.
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Willkommen zu einer neuen Folge von Schlafreise durch die Natur, deinem Podcast zum Entspannen, Loslassen und lernen. Kennst du schon unsere anderen Podcastreihen wie Wissensreise durch die Länder der Erde oder durch die Geschichte heute nehmen wir dich mit an einen Ort, der so unwirklich ist, dass Menschen ihn beim ersten Anblick für eine Fata Morgana halten, einen Ort, an dem der Himmel und die Erde verschwinden.
Wo oben und unten aufhören zu existieren und du inmitten einer endlosen, weißen, glitzernden Windlichkeit stehst, die sich in alle Richtungen bis zum Horizont erstreckt. Einen Ort, der so still ist, dass man das eigene Atmen hört, einen Ort, der aus Salz gebaut ist, aus Millionen Jahren Geschichte, aus versiegten Meeren und gehobenen Kontinenten und der geduldigen Arbeit der Geologie.
Wir reisen heute in die Salzwüsten Boliviens. In den Salar de Uyuni, den größten Spiegel der Erde. Lass dich fallen, lass die Gedanken des Tages los, stell dir vor, du stehst auf einer weißen, flachen Fläche, die sich so weit erstreckt, dass du keinen Rand siehst. Unter deinen Füßen knirscht es leise, das ist Salz, weißes, hartes, Kristallisiertes Salz, das in sechseckigen Mustern aufgebrochen ist wie alte Keramikfliesen in einem riesigen, vergessenen Palast. Über dir ist der Himmel ein tiefes, leuchtendes Blau, wie du es sonst vielleicht nur im Traum gesehen hast. Und wenn Wasser gefallen ist, wenn nur ein paar Millimeter die weiße Fläche bedecken, dann verschwimmt alles. Himmel und Erde werden 1 und du
stehst mitten im Spiegel der Welt. Das ist der Salar de Uyuni, der Salar de Uyuni liegt im Südwesten Boliviens, im Departemento Potosi auf dem Altiplano. Dem Hochplateau der Anden, das sich in einer Höhe von rund 3650 Metern über dem Meeresspiegel erstreckt. Der Altiplano ist eines der höchstgelegenen Plateaus der Erde, nur vom tibetischen Hochplateau übertroffen und erstreckt sich über weite Teile von Bolivien, Peru, Chile und Argentinien hier oben, zwischen den beiden Hauptketten der Anden, liegt der Salar flach weiß, nahezu vollkommen eben. Mit einer Fläche von rund 10582 Quadratkilometern ist er der größte Salzsee der Welt.
Mehr als 10, mal so groß wie der Bonoville Salt Flat in Utah, der wohl bekannteste seiner nordamerikanischen Pendants und fast doppelt so groß wie das Bundesland Schleswig Holstein. Die Ebenheit des Salar ist legendär, über seine gesamte Ausdehnung hinweg variiert die Höhe um weniger als einen Meter.
Er ist damit eine der flachsten natürlichen Flächen der Erde. Diese außergewöhnliche Ebenheit macht ihn nicht nur zu einem ästhetischen Wunder, sondern auch zu einem wissenschaftlichen Hilfsmittel. Die Nasa und andere Raumfahrtbehörden nutzen den Salar als Kalibrierungspunkt für Satellitenhöhenmessungen, weil seine Reflexionseigenschaften und seine Planheit eine präzise Vermessung aus dem Orbit ermöglichen. Aus dem Weltraum ist er gut sichtbar, ein weißer gleißender Fleck auf dem südamerikanischen Kontinent. Wie ist der Salar entstanden?
Um das zu verstehen, müssen wir weit zurückgehen in eine Zeit, in der die Anden noch nicht existierten und der westliche Teil Südamerikas unter dem Meer lag, vor etwa 30 bis 40000000 Jahren begannen die Anden durch tektonische Kollision die Subduktion der Natzka Platte unter die südamerikanische Platte. Sich zu erheben mit ihnen hob sich das Altiplano Plateau und der Kontinent verschloss sich gegenüber den Ozeanen. Zurück blieb ein riesiges Binnenbecken ohne Abfluss, ein sogenanntes endorheisches Becken, in dem Wasser einfließt, aber nicht abfließen kann.
Was bleibt, ist Verdunstung und was nach der Verdunstung bleibt, sind Mineralien, vor allem Salze in der letzten Eiszeit vor rund 30000 bis 10000 Jahren war das gesamte Altiplano von einem riesigen prähistorischen See bedeckt. Dem Lago Minchin später, gefolgt vom Lago Tauka, der in seiner größten Ausdehnung eine Fläche von über 60000 Quadratkilometern umfasste, eine Fläche größer als der heutige Bodensee um das 200 fache als das Klima trockener wurde und die Eiszeiten endeten, begann dieser See zu schrumpfen. Was übrig blieb, waren Reste der Titicaca See im Norden, der Popo See, heute weitgehend ausgetrocknet und. Und die Salare des Altiplano, darunter der Salar de Uyuni, der Salar ist also ein getrockneter
Ursee, ein Meer, das verdunstet ist und sein Salz hinterlassen hat. Die Salzschicht des Salar ist zwischen 2 und 10 Metern dick, in manchen Regionen noch dicker, darunter liegt eine gesättigte Salzlake, eine Sohle, die mit Mineralien angereichert ist. Und unter dieser Sohle liegt einer der größten Schätze, die der Salar verbirgt.
Und der in den kommenden Jahrzehnten eine weltgeschichtliche Bedeutung erlangen wird. Lithium Bolivien besitzt nach aktuellen Schätzungen die größten bekannten Lithiumreserven der Welt bis zu 21000000 Tonnen Lithium sollen allein im Untergrund des Salar de Uyuni schlummern, ein Anteil von über 20 bis 25% der weltweiten Reserven, die. Lithium ist ein leichtes Alkalimetall, das in der Natur nicht in reiner Form vorkommt, sondern stets in chemischen Verbindungen gebunden ist.
Es ist der entscheidende Rohstoff für moderne Lithium Ionen, Akkumulatoren, die in Smartphones, Laptops, Elektroautos und Energiespeichern für erneuerbare Energien stecken. Die gesamte Energiewende, die Elektromobilität, die dezentrale Speicherung von Solarstrom, all das hängt in erheblichem Maß an diesem leichten, silbrig weißen Metall. Und sehr viel davon liegt unter dem weißen Salzspiegel Boliviens.
Diese Tatsache hat Bolivien in eine komplizierte geopolitische Lage gebracht. Jahrelang weigerte sich die bolivianische Regierung, die Lithium vorkommen unter ausländischer Kontrolle abzubauen, das Lithium, so hieß es, gehöre dem bolivianischen Volk, ein nationales Unternehmen Ypsalb Jacimientus de Lithio Bolivianus wurde gegründet, um die Förderung staatlich zu kontrollieren.
Doch die Förderung ist technisch anspruchsvoll, teuer und langsam. Die Sohle muss in großen Verdunstungsbecken eingedampft werden, das Lithiumcarbonat dann aufwendig gereinigt werden. Bis heute ist Bolivien kein bedeutender Lithiumexporteur, während Chile und Argentinien, die zusammen mit Bolivien das sogenannte Lithiumdreieck bilden, bereits große Mengen fördern.
Die ökologische Spannung ist dabei real. Die Lithiumgewinnung durch Sohleförderung verbraucht enorme Mengen Wasser in einer bereits wasserarmen Region und greift tief in das hydrogeologische System des Altiplano ein. Ob und wie eine Förderung im großen Maßstab mit dem Schutz dieses einzigartigen Ökosystems vereinbar ist, ist eine der wichtigsten Umweltdebatten Südamerikas, doch der Salar ist nicht nur ein rohstofflager, er ist ein Lebensraum auf den ersten Blick wirkt er leblos. Weiß, flach, karg, ohne sichtbare Vegetation. Doch das täuscht an seinen Rändern, dort, wo Süßwasser aus den Anden in den Salar mündet, entstehen Feuchtgebiete und Lagunen, die zu den wichtigsten Vogelbrutgebieten Südamerikas gehören.
Die berühmtesten Bewohner dieser Randlagunen sind die Flamingos, 3 Arten kommen hier vor, der Chile Flamingo Phönicopterus Chilensis. Der James Flamingo, Fenico, Paros, Jamesi und der Anden Flamingo Fenico Paros Andinus gerade der James Flamingo und der Anden Flamingo sind global gefährdet und brüten fast ausschließlich auf den Hochlagen des Altiplano. Der Salar de Uyuni und die benachbarten Salzseen wie der Laguna Colorada und die Laguna Verde gehören zu den wenigen Orten der Welt.
An denen alle 3 Arten gleichzeitig beobachtet werden können. Flamingos sind für das Leben auf den Salzlagunen des Altiplano perfekt angepasst. Sie fressen hauptsächlich Mikroalgen und kleine Krebstiere, die in der salzhaltigen, nährstoffreichen Sohle gedeihen, ihre gebogenen Schnäbel funktionieren wie Filter, das Tier hält den Schnabel verkehrt herum ins Wasser, pumpt Wasser durch Lamellen und filtert dabei nahrungspartikel heraus. Ähnlich wie ein Wal, der Krill durch Barten siegt die rosa bis rote Färbung der Flamingos entsteht nicht durch ein eigenes Pigment, sondern durch Carotinoide in der Nahrung. Dieselben Substanzen, die Karotten, Orange und Tomaten rot, färben Flamingos in
Gefangenschaft ohne carotinoidreiche Nahrung, werden mit der Zeit, weiß der James Flamingo, lange als ausgestorben galt und erst 1957 von einer Expedition wiederentdeckt wurde. Ist ein besonders sensibles Barometer für den Zustand des altipano Ökosystems seine Brutkolonien auf der Laguna Colorada, einer roten Salzlagune, deren Farbe von Millionen Einzelliger Rotalgen stammt, gehören zu den eindringlichsten Naturschauspielen des südamerikanischen Kontinents. Die Rotalgen Dunaliella Salina produzieren in Stresssituationen wie starker Sonneneinstrahlung rote Carotinoide. Was der Lagune ihren Namen gibt und sie auf Satellitenfotos wie eine blutende Wunde in der weißen Salzlandschaft erscheinen, lässt.
Die Lagunaverde, ein weiterer benachbarter See, verdankt ihre türkis grüne Farbe hohen Konzentrationen von Arsen, Magnesium und Kupfer. Diese Seen des Altiplano sind keine idyllischen Badegewässer, sie sind chemisch extrem und für die meisten Lebewesen vollkommen ungeeignet. Und gerade deshalb haben sich hier Spezialisten entwickelt, die sonst nirgendwo auf der Erde überleben könnten.
Diese optische Wirkung macht den Salar zu einem der meist fotografierten Orte der Welt, doch es gibt einen weiteren Anziehungspunkt mitten im Weiß, die Isla Inka Wazi auf Quetschua Haus des Inka. Sie ist eine Insel vulkanischen Ursprungs, die aus der Salzfläche aufsteigt wie ein Schiff auf einem zugefrorenen Meer.
Auf ihr wachsen uralte Säulenkakteen, Trichocerius Pasacana, die bis zu 12 Meter hoch werden und von denen manche über 1000 Jahre alt sind, ein tausendjähriger Kaktus, umgeben von einer weißen Salzwüste auf 3650 Metern Höhe unter einem Himmel von unvorstellbarer Klarheit, das ist eines der stillen Wunder der Erde. Diese Insel war einst ein echter Hügel am Ufer des Prähistorischen Sees Tauka, als der See verschwand, blieb sie zurück und der Salzspiegel wuchs um sie herum. Die gesamte Umgebung des Salah ist von einer vulkanischen Landschaft geprägt, die an die Oberfläche eines anderen Planeten erinnert, südlich des Salah erhebt sich der Likankabur, ein perfekt geformter Strato Vulkan auf 5916 Metern, der die bolivianisch
chilenische Grenze markiert. In seinem Gipfelkrater liegt einer der höchstgelegenen Seen der Welt, ein kleines Gewässer auf nahezu 6000 Metern, das trotz extremer UV Strahlung, extremer Kälte und extremem Sauerstoffmangel mikrobielles leben beherbergt. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der NASA untersuchen diesen Kratersee als Modell für mögliche Lebensräume auf dem Mars, denn die Bedingungen dort ähneln in mancher Hinsicht jenen in früheren, möglicherweise bewohnbaren Phasen des Roten Planeten. Im Bereich der sogenannten Sol de Magnana, rund 80 Kilometer südlich des Salar, Blubbern Geysire und Fumarolen in einer atemberaubenden Geothermallandschaft in 4850 Metern Höhe sprudeln hier
kochend heiße Wasserdampf und Schwefeldioxidwolken aus dem Boden. Ein direktes Zeichen dafür, dass unter dem Altiplano Tektonisch und Magmatisch noch vieles in Bewegung ist. Die Landschaft riecht nach Schwefel. Der Boden ist gelblich und feucht und der Dampf steigt in der kalten Morgenluft meterhoch auf. Wer früh genug dort ist, sieht die Geysire im ersten Tageslicht, ein Schauspiel, das ebenso faszinierend wie eindringlich ist.
Die Isolation des Alti Plano hat über Jahrtausende nicht nur eine einzigartige Natur, sondern auch eine einzigartige menschliche Kultur hervorgebracht. Die Aimara und die Quetschua, die wichtigsten indigenen Völker des bolivianischen Hochlandes, bewohnen diese Region seit mehr als 2000 Jahren. Ihre Vorfahren gehörten zur Tiwanaku Kultur, einem der bedeutendsten vorkolonialen Zivilisationszentren Südamerikas, das zwischen 301100 nach Christus am Südufer des Titicaca Sees florierte. Die tiwanaku Kultur hinterließ monumentale Steinbauten, hochentwickelte Bewässerungssysteme und eine Ikonographie, die bis heute in der Kunst und im Glauben der Aimara Nachhallt.
Die Aimara des Altiplano haben eine tiefe spirituelle Beziehung zur Natur entwickelt, die auf dem Konzept der Pachamama beruht, der Erdmutter, der alles leben entstammt und der alles leben zurückgegeben wird. Pachamama ist kein abstraktes Symbol. Sie wird konkret verehrt mit Opfergaben, Ritualen, gebeten. Bevor Bergbauarbeiten beginnen, wird die Erde um Erlaubnis gebeten, bevor eine neue Ernte gepflanzt wird, wird pachamama gedankt, dieses Weltbild, das Mensch und Natur nicht als getrennte Sphären, sondern als Teil desselben Lebensstroms begreift, steht in einem tiefen Kontrast zu jener Haltung, die Natur als Ressource und Rohstoffquelle betrachtet. Und hat nicht zufällig in den vergangenen Jahren internationale Aufmerksamkeit
erhalten. Die bolivianische Verfassung von 2009 ist die erste der Welt, die der Natur ein eigene Rechte zuschreibt. Kommen wir zurück auf die weiße Fläche des Salar selbst. Betrachten wir die Salzpolygone, die charakteristischen Sechsecke und Polygone der Salzoberfläche entstehen durch ein einfaches physikalisches Prinzip, thermische Konvektion tagsüber wärmt die Sonne die Oberfläche.
Abends kühlt sie ab. Diese täglichen Temperaturwechsel bewegen die Sohle im Untergrund, warme Flüssigkeit steigt auf, Kalte sinkt ab an den Stellen, wo Sohle aufsteigt, drückt sie die Salzschicht nach oben und es bilden sich Ränder. Im Laufe der Zeit werden diese Ränder durch Auskristallisierung immer höher, die typischen Rillen zwischen den Polygonen entstehen.
Die Sechseckform ist keine Zufälligkeit, sie ist die geometrisch effizienteste Form, um eine Fläche lückenlos aufzuteilen, mit dem geringsten Umfang pro Fläche. Die Natur löst hier dasselbe geometrische Optimierungsproblem wie Bienen beim Bau ihrer Waben, die Polygone des Salar variieren in ihrer Größe zwischen einem und 5 Metern Durchmesser, größere Polygone entstehen in Bereichen, wo die Sohle tiefer liegt und die Konvektionszellen größer werden.
In der Regenzeit von Dezember bis März bedeckt eine dünne Wasserschicht den Salar. Dann entsteht das Spiegelphänomen, das den Salar weltberühmt gemacht hat. Die hauchdünne Wasserdecke wird zur perfekten spiegelnden Fläche, die den Himmel so scharf und vollständig reflektiert, dass man die Orientierung verliert.
Fotos, die in dieser Zeit aufgenommen werden, zeigen Wolken und Menschen schwebend zwischen 2 identischen Himmeln ein Bild, das surrealer wirkt als jede computergenerierte Szene, die. Diese optische Wirkung macht den Salar zu einem der meist fotografierten Orte der Welt. Der Tourismus ist in den vergangenen 20 Jahren explosionsartig gewachsen, jährlich besuchen 100 tausende Reisende aus aller Welt die Salzwüste, vorwiegend in der Regenzeit für die Spiegelbilder und in der Trockenzeit für die klare, unwirkliche weite Jeep Konvois aus Uyuni, der nächstgelegenen Stadt, starten täglich in die Salzfläche die Infrastruktur wächst, die Besucherzahlen steigen.
Und damit steigen auch die ökologischen Risiken. Der Salar ist empfindlicher, als er aussieht, die Reifen der Fahrzeuge hinterlassen Spuren im Salz, die sich nur sehr langsam schließen. In manchen frequentierten Zonen ist die Salzoberfläche bereits sichtbar degradiert Plastikabfall, der in der Trockenzeit kaum auffällt, wird in der Regenzeit durch das Wasser verteilt und in die Randlagunen gespült, wo er die Flamingo Brutgebiete belastet.
Die Wasserversorgung der Region, ohnehin durch den Klimawandel unter Druck, wird durch die wachsende Tourismusindustrie weiter beansprucht. Und da ist noch etwas, das kaum jemand weiß. Der Salar verändert sich, Klimadaten zeigen, dass die Niederschlagsmengen auf dem Altiplano in den vergangenen Jahrzehnten zurückgegangen sind und die Temperaturen gestiegen sind, der Popo See, einst der zweitgrößte See Boliviens mit einer Fläche von über 2500 Quadratkilometern. Ist zwischen 2015 und 2016 praktisch vollständig ausgetrocknet.
Ein katastrophales Ereignis, das Tausende Fischer und ihre Familien in der Region ihrer Lebensgrundlage beraubt hat. Wenn der Klimawandel die Wasserbilanz des Altiplano weiter verschiebt, sind auch die Lagunen und Feuchtgebiete am Rand des Salar gefährdet und mit ihnen die Flamingos, die dort brüten und die gesamte Nahrungskette, die von ihnen abhängt. Die Salzwüste Boliviens ist also kein totes Land. Sie ist ein lebendiges, komplexes, fragiles System, geologisch Hydrologisch, ökologisch, ein System, das Jahrmillionen gebraucht hat, um so zu werden, wie es ist und das wir in wenigen Jahrzehnten verändern können, wenn wir nicht aufpassen.
Stell dir noch einmal das Bild vor, du stehst auf dem Salar, die Stille ist absolut in alle Richtungen weiß es nichts, die. Das sich in den blauen Himmel auflöst, keine Grenze zwischen Erde und Luft. Die Welt ist ein einziges strahlendes Licht, und in dieser Stille, in dieser Weite, in diesem Licht spürst du vielleicht, was es bedeutet, Teil von etwas zu sein, das größer ist als man selbst.
Teil einer Erde, die seit Milliarden Jahren formt und schafft und wandelt und die das nur kann, wenn wir ihr die Chance geben, diese Erde ist nicht selbstverständlich. Kein anderer Planet im Sonnensystem hat Salzwüsten wie diese Flamingos wie diese Lagunen, die rot leuchten, und Flächen, die den Himmel spiegeln.
Diese Einzigartigkeit verpflichtet sie verpflichtet uns, achtsam zu sein mit dem, was wir kaufen, wie wir reisen, wie wir politisch handeln, wie wir Entscheidungen treffen, deren Folgen wir vielleicht nicht mehr erleben, aber die nächsten Generationen sehr wohl danke, dass du heute dabei warst, bei der Schlafreise durch die Natur.
Schlaf gut und träum von weißem Salz und spiegelndem Himmel.