
Ein Jahr in der Natur· Staffel 3· Folge 9
Vulkanwälder Hawaiis - Wo Feuer und Urwald sich berühren
Samstag, 18. April 2026 · 21 min
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Shownotes
Hawaii ist der isolierteste Archipel der Erde – und ein lebendiges Labor für Evolution, Ökologie und den ewigen Kreislauf aus Zerstörung und Neubeginn. Wir reisen dorthin, wo Lava und Urwald aufeinandertreffen, von der Hotspot-Geologie unter Mauna Kea und Mauna Loa bis zum Kilauea, der seit 35 Jahren fast ununterbrochen ausbricht.
Es geht um Lavaröhren als Vorbild für künftige Mondbasen, um die Primärsukzession, mit der Leben Schritt für Schritt nackten Fels zurückerobert, und um den ʻŌhiʻa-lehua-Baum als Pionier und Symbol der Pele-Mythologie. Wir sprechen über die Honeycreeper als Paradebeispiel adaptiver Radiation und über Rapid ʻŌhiʻa Death, ein neues Pilzpathogen, das diesen einzigartigen Wald bedroht.
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Willkommen zu einer neuen Folge von Schlafreise durch die Natur, deinem Podcast zum Entspannen, Loslassen und lernen. Kennst du schon unsere anderen Podcastreihen wie Wissensreise durch die Länder der Erde oder durch die Geschichte heute nehmen wir dich mit an einen Ort, der 2 der mächtigsten Kräfte der Natur vereint, das Feuer der Erde und das stille, hartnäckige Wachstum des Lebens. Einen Ort, an dem frische Lavafelder aus blankem, schwarzem Gestein bestehen und nur wenige 100 Meter weiter ein Dichter Urwald steht, erfüllt von Vogelstimmen, Farnen und uralten Bäumen, deren Wurzeln tief in erkalteten Lavastrom greifen.
Einen Ort, an dem man buchstäblich sehen kann, wie Leben entsteht, langsam, unaufhörlich, triumphierend. Wir reisen heute nach Hawaii. In die Vulkanwälder der größten und jüngsten Insel des Archipels, nach Hawaii, Island, der Big Island, wo Feuer und Urwald sich berühren. Lass dich fallen, lass die Gedanken des Tages los, stell dir vor, du gehst einen schmalen Pfad entlang, umgeben von einem dichten grünen Wald, die Luft ist warm und feucht.
Und riecht nach Erde und nach etwas Schwefliges, das von weit unten aufsteigt. Die Bäume um dich herum tragen seltsam schuppige, papierartige Rinde, die sich in langen Streifen ablöst. Ihre Blüten leuchten hellrot wie kleine Feuerbälle zwischen dem Grün, und dann öffnet sich der Wald, und vor dir liegt ein Feld aus schwarzem, Erkaltetem Lavastein, so weit das Auge reicht, still, karg und doch hier und dort, in einer Ritze zwischen 2 Felsblöcken, wächst ein winziger Farn. Ein erstes Blatt, ein Anfang, das ist Hawaii. Hawaii ist eine der geographisch isoliertesten Inselgruppen der Erde, der Archipel liegt inmitten des Pazifischen Ozeans, rund 3800 Kilometer von der nächsten Küste Nordamerikas entfernt und über 6000 Kilometer
von Japan. Diese extreme Isolation hat Hawaii zu einem der biologisch einzigartigsten Orte unseres Planeten gemacht. Und zu einem der bedeutendsten Naturlabore der Evolutionsbiologie. Nahezu alle ursprünglichen Tier und Pflanzenarten hawais sind endemisch, sie kommen nirgendwo sonst auf der Welt vor, schätzungsweise jede fünfte oder sechste ursprüngliche hawaianische Art existiert auf keiner anderen Fläche der Erde, die Inseln Hawais sind vulkanischen Ursprungs, sie entstehen über einem sogenannten Hotspot, einem Punkt im Erdmantel, an dem eine besonders heiße Magmasäule die.
Durch die darüber liegende Platte bricht und Vulkane aufbaut. Die pazifische Platte bewegt sich langsam mit etwa 9 Zentimetern pro Jahr über diesen Hotspot hinweg. Das Ergebnis ist eine Kette von Inseln, im Nordwesten liegen die ältesten, längst erloschenen und bereits erodierten Inseln und Atolle, im Südosten die jüngsten noch Aktiven, die Big Island, Hawaii Island ist.
Liegt direkt über dem Hotspot und ist mit etwa 700000 Jahren Alter die jüngste, größte und vulkanisch aktivste Insel der Gruppe. Auf ihr erheben sich 5 Vulkane, Koala, Hualalai, Mauna Kea, Maunaloa und Kilauea. Der Mauna Kea ist vom Meeresgrund gemessen der höchste Berg der Erde, der. Mit einem Aufstieg von rund 10210 Metern vom Ozeanboden bis zum Gipfel überragt er den Mount Everest, der vom Meeresspiegel aus nur 8849 Meter misst.
Vom Meeresspiegel aus betrachtet ist der Mauna Care 4205 Meter hoch und trotz seiner tropischen Lage trägt er im Winter regelmäßig Schnee auf seinem Gipfel in der dünnen, trockenen, lichtklaren Luft auf über 4000 Metern. Betreiben mehrere Nationen Observatorien für Weltraumforschung? Die Bedingungen dort sind außergewöhnlich rund 300 klare Nächte im Jahr, minimale Lichtverschmutzung und eine Lage über der Wolkendecke machen den Mauna Kehrgipfel zu einem der besten Standorte für Astronomie weltweit. Der Mauna Loa hingegen ist der größte Vulkan der Erde nach Volumen.
Mit einem Gesamtvolumen von rund 75000 Kubikkilometern übersteigt er alle anderen Vulkane. Er ist ein Schildvulkan, keine steile, kegelförmige Gestalt wie der Fuji oder der Ätna, sondern ein flachgewölbter breiter Rücken, der sich über weite Flächen erstreckt, Schildvulkane entstehen, weil ihre Lava sehr dünnflüssig ist. Sie breitet sich horizontal aus, anstatt sich aufzutürmen. Der Mauner loa ist seit 1843 mindestens 33 mal ausgebrochen zuletzt.
Und 2022 nach 38 Jahren Ruhe als Lavaströme sich von seinem Gipfel den Hang hinunter bewegten, beobachtet von Tausenden Besucherinnen und Besuchern und Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus aller Welt. Der Kilaweia ist der aktivste Vulkan der Erde, er ist so aktiv, dass er von der Geologie als Dauereruption klassifiziert wird, von 1983 bis 2018. Eruptierte er 35 Jahre lang fast ununterbrochen, ergoss unaufhörlich Lava ins Meer und baute die Küstenlinie der Insel Jahr für Jahr weiter aus.
Dieser Lavafluss, zusammen mit älteren Ereignissen hat die Big Island auf ihre heutige Fläche von rund 10 400 Quadratkilometern anwachsen lassen und das Wachstum geht weiter, Hawaii ist buchstäblich eine Insel, die noch gebaut wird. Lava ist nicht gleich Lava auf Hawaii gibt es 2 haupttypen und beide Formen unterschiedliche Landschaften, Paoeho ein hawaiianisches Wort ist glatte, wellige oder seilförmig gefaltete Lava.
Sie entsteht, wenn flüssige Lava langsam und gleichmäßig fließt und sich dabei an der Oberfläche eine elastische Haut bildet, die von der noch fließenden Masse darunter in Falten gedrückt wird. Paoeho kühlt sich an der Oberfläche schnell ab, aber. Aber die Lava im Innern fließt weiter durch sogenannte Lavaröhren, unterirdische Tunnel, die wie natürliche Pipelines funktionieren und Lava über viele Kilometer leiten können.
Diese Lavaröhren hinterlassen nach dem Erkalten hohle Tunnelsysteme, von denen manche mehrere Kilometer lang und mannshoch sind, sie werden von Forscherinnen und Forschern als mögliche Strukturen auf dem Mond und dem Mars diskutiert. Als potentielle natürliche Unterkünfte für zukünftige Mondbasen, die Schutz vor Strahlung bieten, könnten.
Der zweite Lavatyp ist AA ebenfalls havianisch und der Name ist klanglich einprägsam. Er ahmt nach, was man sagen würde, wenn man barfuß über diese Lava läuft. AA Lava ist rau, zerklüftet, scharfkantig und schwer zu begehen. Sie entsteht bei schneller gasreicher Lavaströmung, bei der die Oberfläche schnell erstarrt und zu scharfen Brocken zerbricht, während die Masse darunter weiterläuft und die bereits erkaltete Kruste mitschiebt wie ein Bulldozer seine Schürfe.
Beide Lavatypen beginnen sofort nach dem Erkalten von der Natur zurückerobert zu werden. Dieser Prozess, die Besiedlung von frischer Lavafläche, primär Sukzession genannt, ist auf Hawaii in allen Stadien gleichzeitig zu beobachten und. Und macht die Insel zum einzigartigen Freiluftlabor der Ökologie. Die ersten Besiedler frischer Lavafelder sind keine Bäume, keine Farne, nicht einmal Gräser, es sind Mikroorganismen, Bakterien und Cyanobakterien, die in Mineralspuren und Luftfeuchtigkeit überleben können, sie sind unsichtbar, aber sie leisten die Pionierarbeit, sie fixieren Stickstoff aus der Luft und beginnen, winzige Mengen organischer Substanz im Gestein zu akkumulieren, nach Jahren oder Jahrzehnten folgen flechten
Licht. Lebensgemeinschaften aus Pilzen und Algen oder Cyanobakterien, die langsam Gestein chemisch auflösen und so die erste winzige Bodenschicht aufbauen. Dann kommen Moose, die Feuchtigkeit speichern und weiteres organisches Material anreichern und dann nach Jahrzehnten, manchmal Jahrhunderten, erscheinen die ersten Farne der Silberschwertförmige Ohi a Lehua Baum Metro Sideros Polymorpha ist das Symbol der Hawaianischen Vulkanwälder. Er ist oft das erste Baum, das auf erkaltetem lavafeld Fuß fasst und damit ein Pionier unter den Bäumen. Sein Name auf Hawaiianisch Ohia Lehua, verbindet den Baum mit einer Liebesgeschichte der hawaiianischen Mythologie Pele, die Vulkangöttin, verliebte sich
in den Krieger Ohia, als er ihre Liebe nicht erwiderte, weil er eine andere liebte, verwandelte sie ihn in einen Baum, die. Die anderen Götter hatten Mitleid mit seiner geliebten Lehua und verwandelten auch sie in die rote Blüte des Baumes. Seitdem sagt man, wenn man eine lehua Blüte pflückt, beginnt es zu regnen, weil die Liebenden voneinander getrennt werden, der Silberschwertförmige Ohia lehua Baum metrosideros Polymorpha ist das Symbol der Hawaianischen Vulkanwälder.
Er ist oft der erste Baum, der auf erkaltetem lavafeld Fuß fasst und damit ein Pionier unter den Bäumen. Sein Name auf Hawaiianisch Ohi A Le Hua verbindet den Baum mit einer Liebesgeschichte der hawaiianischen Mythologie Pele, die Vulkangöttin, verliebte sich in den Krieger Ohia, als er ihre Liebe nicht erwiderte, weil er eine andere liebte, verwandelte sie ihn in einen Baum, die. Die anderen Götter hatten Mitleid mit seiner geliebten Lehua und verwandelten auch sie in die rote Blüte des Baumes. Seitdem sagt man, wenn man eine lehua Blüte pflückt, beginnt es zu regnen, weil die Liebenden voneinander getrennt werden. Pele ihr vollständiger Name Pelehonua mea bedeutet so viel wie sie, die die Heilige Erde
formt, ist die bedeutendste Gottheit des hawaiianischen Pantheons, sie wohnt, so die Überlieferung. Im Halema Uma Ukrater des Kilauea und ist zugleich Schöpferin und Zerstörerin. Sie vernichtet, was war und schafft was wird diese doppelte Natur Feuer als Tod und Feuer als Geburt spiegelt eine tiefe ökologische Wahrheit wider, die die Wissenschaft erst viel später in Worte gekleidet hat.
Feuer ist auf Hawaii nicht der Feind des Lebens, es ist seine Voraussetzung. Der Lavastrom, der einen Wald verschlingt, schafft gleichzeitig neues Land. Und auf diesem Land beginnt langsam und unausweichlich das Leben neu. Doch der Ohi alihua Baum ist heute unter einer neuen, besonders bedrohlichen Gefahr, dem Rapid Ohi A Death, kurz Rod, dem schnellen Ohi A sterben seit etwa 2010 werden auf der Big Island immer mehr.
O Hi a Bäume von einem pilzartigen pathogen befallen, das innerhalb von Tagen oder Wochen zum vollständigen Absterben des Baumes führt. Der Baum stirbt von innen, die Leitbahnen durch die Wasser und Nährstoffe transportiert werden, werden durch den Pilz blockiert und der Baum welkt, während seine Blätter noch braun am Ast hängen, ein schauriges Bild in einem sonst grünen Wald es. Es wurden bislang 2 Erreger identifiziert. Teratocystis Lukuohia und Teratocystis Huliohia. Beide sind für den Menschen ungefährlich, aber für den Ohia verheerend.
Die Ausbreitung erfolgt über Erde, gerät, Werkzeug und Schuhe, was bedeutet, dass Wanderinnen und Wanderer unbeabsichtigt zur Verbreitung beitragen. Desinfektionsmatten am Eingang von Wanderwegen und das Reinigen von Schuhen vor dem Betreten neuer Waldabschnitte. Sind heute fester Bestandteil des Naturschutzes auf Hawaii.
Eng mit dem Ohia verbunden ist ein Tier, das zum vielleicht bekanntesten Symbol des hawaiianischen Naturschutzes geworden ist. Die nenne Branta San Vitensis, die Hawaii Gans. Sie ist der Staatsvogel Hawaiis und eine lebende Erfolgsgeschichte mit. Mitte des 20. Jahrhunderts war die Nene vom Aussterben bedroht, die Wildfänge durch polynesische und europäische Siedlerinnen und Siedler, die Einschleppung von Raubtieren und die Zerstörung ihres Lebensraumes hatten die Population auf gerade 30 Individuen zusammenschrumpfen lassen. 30 das war alles, was von einer einst reichen Population übrig geblieben war. Ein internationales Zuchtprogramm, das in den 1900 50er Jahren in Großbritannien
unter anderem am Slimbridge Wetland Center des Zoologen Peter Scott begann und mit Wiederauswilderungen auf Hawaii kombiniert wurde, brachte die Art zurück. Heute zählt die wild lebende nähne Population über 3000 Individuen und gilt als stabil, die Nähne ist dabei an das Leben auf Lavafeldern angepasst. Wie keine andere Gans, ihre Füße haben weniger Schwimmhaut als die ihrer Verwandten.
Denn sie braucht sie nicht zum Schwimmen, sondern zum Gehen auf rauhem Vulkangestein. Die Lavaröhren des Kilauea und des Mauna Loa sind nicht nur geologische Kuriositäten, sie sind eigene Ökosysteme, in ihrem Innern herrschen konstante Temperaturen von etwa 17 bis 20 Grad Celsius, hohe Luftfeuchtigkeit und vollständige Dunkelheit dieses stabile Mikroklima hat eine hochspezialisierte Fauna hervorgebracht, Käfer. Spinnen, Schaben und andere Arthropoden, die vollständig blind sind und sich ausschließlich durch andere Sinne orientieren.
Viele dieser Höhlentiere sind Depigmentiert sie haben keine Farbpigmente in ihrer Haut, weil im Dunkeln Farbe keine Funktion erfüllt. Manche dieser Arten kommen in einer einzigen Lavaröhre vor und nirgendwo sonst auf der Welt Extremspezialistinnen und Spezialisten, deren Verschwinden ihr sofortiges Aussterben bedeuten würde, an.
An der Küste, wo die Lavaströme ins Meer fließen, entsteht ebenfalls ein einzigartiges Naturschauspiel und ein einzigartiger Lebensraum. Wenn flüssige Lava auf Meerwasser trifft, verdampft das Wasser schlagartig und erzeugt große Dampfwolken, das sogenannte Laatze, ein Portemonto aus Lava und Hase Dunst.
Dieses Laatze ist gesundheitsschädlich, es enthält Salzsäurepartikel und Glasfragmente, die beim Einatmen die Lunge schädigen können. Aber unter der Wasseroberfläche geschieht gleichzeitig etwas Fasziniertes das erkaltende Lava baut in kurzer Zeit neue Felsenriffe auf, die von Algen, Seeigeln, Fischen und Korallen besiedelt werden.
Hawaii hat so eine Küstenlinie in ständigem Wandel, neue Riffe entstehen, während andere durch neue Lavaströme begraben werden, der. Der Hawaiianische Mönchsrobbe Neomonachus Schauinslandi ist eine der seltensten Robbenarten der Welt und lebt nahezu ausschließlich in hawaiianischen Gewässern. Ihr Name im Hawaiianischen ist Callio Holoy caoa, was so viel bedeutet wie Hund, der im rauen Wasser läuft. Diese Robbe verbrachte Millionen Jahre in vollständiger Isolation und hat keine Scheu vor Menschen entwickelt, was sie besonders anfällig für Störungen macht.
Heute zählt die Population rund 1400 Individuen und gilt als gefährdet, zeigt aber dank Schutzprogrammen eine leichte Erholung. Botanisch ist der Ohi alehua Baum ein Meister der Anpassung, er ist auf allen hawaiianischen Inseln verbreitet und zeigt eine phänomenale morphologische Plastizität je nach Standort, Höhenlage, Feuchte und Substrat wächst er als knorriger, niedriger Strauch auf frischer Lava als ausladender Waldbaum in feuchten Bergtälern und.
Oder als Windgepeitschter Hochgebirgsbaum an der Waldgrenze. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler diskutieren bis heute, ob die vielen verschiedenen Formen des Ohia tatsächlich eine einzige Art bilden oder ob es sich um mehrere genetisch getrennte Linien handelt. Ein offenes Forschungsfeld in den feuchten Bergwäldern Hawaiis begleitet den Ohia lehua Baum fast immer ein anderes charakteristisches Gewächs der Hapu Baumfarn Tibotium Glaucum. Diese imposanten Farne können über 7 Meter hoch werden und bilden mit ihren riesigen Federartigen Wedeln ein dichtes Schattenspendendes Unterdach.
Baumfarne sind uralt ihre Vorfahren lebten bereits im Karbon, vor rund 300000000 Jahren in den hawaiianischen Wolkenwäldern wachsen sie in einer Dichte, die dem Wanderer das Gefühl gibt, in einer prähistorischen Landschaft zu stehen, Feuchtigkeit, die von den Wolken kommt. Kondensiert an den Wedeln und tropft herab.
Ein Prozess, der als Nebelinterzeption bezeichnet wird und in manchen Bergwäldern Hawais mehr Wasser zum Boden bringt als der direkte Regen die Vogelwelt Hawais ist legendär und tragisch zugleich, die isolierte Entwicklung über Millionen von Jahren auf einem Inselarchipel hat eine faszinierende Diversität geschaffen, die der Galapagos Inseln in ihrer ökologischen Bedeutung mindestens ebenbürtig ist. Die.
Die hawaiianischen Fliesenvögel, die Honey, Creeper oder Drepanidini sind das Paradebeispiel der adaptiven Radiation. Eine einzige Vorfahrenart, vermutlich ein Finke, der vor etwa 5 bis 6000000 Jahren zufällig nach Hawaii gelangte, hat sich in über 50 Arten aufgespalten, die heute in Form, Schnabel und Ernährungsweise kaum unterschiedlicher sein könnten.
Der gebogene Schnabel des Ivi ist perfekt geformt für die langen Blütenröhren des Ohia, der. Der kräftige Schnabelknochen des Palila knackt harte Samenkapseln, der dünne Schnabel des Ama Kihi sondiert Rindenritzen nach Insekten. Diese Vögel sind lebende Zeugen der evolutionären Kraft der Isolation, doch von den ursprünglichen über 50 Honey, creeper Arten sind heute mehr als die Hälfte ausgestorben, die Hauptursachen sind bekannt und bitterlich, die Einschleppung von Ratten, Manguste und Katzen durch polynesische und später europäische Siedlerinnen und Siedler. Die Rodung der tiefliegenden Wälder für Landwirtschaft und vor allem die Vogelmalaria, übertragen durch die südliche Hausmücke Kulex Quin que
faciatus, die ebenfalls vom Menschen eingebracht wurde. Hawaiianische Vögel haben keine evolutionäre Abwehr gegen diese Krankheit entwickelt und sterben reihenweise daran, einzig oberhalb von rund 1500 Metern, wo es für die Mücke zu kalt ist, haben sich letzte Refugien erhalten. Der Klimawandel, der die Temperaturzone nach oben verschiebt, bedroht nun auch diese letzten Rückzugsgebiete.
Die Wissenschaft kämpft das State of Hawaii und verschiedene Naturschutzorganisationen arbeiten an einem Programm zur biologischen Kontrolle der Mücken, männliche Kulex Mücken werden mit dem Bakterium Volbachia infiziert, das die Eier unfruchtbar macht, wenn sie sich mit weiblichen Mücken paaren. Erste Tests zeigen vielversprechende Ergebnisse es ist ein Wettlauf gegen die Zeit.
Aber er wird geführt. Unterdessen wächst der Wald langsam unaufhörlich auf frischen Lavafeldern, die vor 20 Jahren noch nackt waren, stehen heute erste ohia Sträucher auf Lavafeldern von vor 100 Jahren schließt sich das Kronendach auf Lavafeldern von vor 1000 Jahren ist der Wald dicht, dunkel, reich, die Zeit ist auf der Seite des Lebens, wenn man ihr die Chance gibt. Stell dir noch einmal den Pfad vor das schwarze Gestein zu deiner Rechten, den leuchtend roten Baum zu deiner Linken, das Zwitschern eines Vogels, den du noch nie gehört hast, den Duft von Feuchter Erde und fernem Schwefel. Hawaii ist ein Ort, der sich selbst erschafft, täglich langsam aus dem Feuer heraus, er ist ein Spiegel dessen, was die Erde kann, wenn man sie lässt.
Und vielleicht ist das der wichtigste Gedanke, den wir von hier mitnehmen, dass die Erde nicht stillsteht, dass sie sie sich heilt, wenn man ihr Zeit gibt, dass sie wächst, wo man sie lässt, dass das Feuern unter ihr und das Grünen über ihr kein Widerspruch sind, sondern 2 Seiten derselben unbeirrbaren Kraft. Wir sind ein Teil dieser Kraft, und es liegt an uns, ob wir sie unterstützen oder ihr im Weg stehen. Danke, dass du heute dabei warst, bei der Schlafreise durch die Natur Schlaf gut und träum von rotem Feuer und grünem wachsen.