Einfach natürlich Gärtnern· Folge 157

Alten Garten aufhübschen

Donnerstag, 3. September 2026 · 21 min

MP3

Shownotes

Wie wird aus einer Wildnis deine grüne Oase? Wir geben dir Tipps
Alten Garten aufhübschen

Der Podcast für Garten-Nerds und Pflanzenfreunde und alle, die es noch werden wollen.

Mehr Infos zum naturgemäßen Gärtnern gibt es unter neudorff.com

Und eine direkte Nachricht könnt Ihr gern senden an sabine.klingelhoefer@neudorff.com

Man hat ein altes Haus gekauft und zum Haus gehört ein Garten: Wilde Wiese, irgendwo blüht etwas, es wachsen ein paar knorrige Obstbäume. Wo fängt man da bloß an?

• Erst mal: gar nicht so viel machen! Wahrscheinlich ist das die schwierigste Übung für frischgebackene Gartenbesitzer.

• Alter Garten ist keine leere Leinwand.

• Stecken vielleicht richtige Schätze drin: alte Obstsorten, eingewachsene Stauden, robuste Gehölze oder Pflanzen, die genau an diesem Standort seit Jahrzehnten wunderbar klarkommen.

• Deshalb zuerst Bestandsaufnahme: Was wächst wo? Welche Gehölze gibt es? Wo waren offenbar einmal Beete? Welche Wege und Mauern sind noch vorhanden? Wo ist Sonne, wo Schatten?

• Fotos machen. Auch Detailfotos von Pflanzen, die man noch nicht kennt. Die Neudorff-App hilft übrigens bei der Erkennung von Pflanzen.

• Und vor allem: Geduld haben. Ein Garten zeigt nicht alles gleichzeitig. Was Ende September nach „da wächst ja gar nichts“ aussieht, kann im Frühjahr voller Zwiebelblumen sein.

Wenn ich wirklich nur wilde Wiese sehe und hier und da ein Staudenbeet erahne – wie finde ich heraus, was bleiben darf?

• Stück für Stück vorgehen.

• Nicht den kompletten Garten auf einmal freiräumen, erst einen überschaubaren Bereich vornehmen. Sinnvollerweise nah am Haus.

• Dort vorsichtig unerwünschten Aufwuchs entfernen und schauen, was darunter zum Vorschein kommt.

• Stauden, die man nicht kennt, erst einmal stehen lassen und bestimmen.

• Gerade im ersten Jahr kann es sich lohnen, zu beobachten, was wann austreibt und blüht.

• Manche Stauden verschwinden im Winter komplett und kommen im Frühjahr wieder. Manche sehen im Herbst ziemlich fertig aus, obwohl sie kerngesund sind.

• Manches vermeintliche Unkraut entpuppt sich vielleicht als Pflanze, die du unbedingt behalten möchtest.

Wir haben einen sehr heißen und trockenen Sommer hinter uns. Kann mir die Trockenheit etwas darüber verraten, welche Pflanzen in meinem alten Garten Zukunft haben?

• Ja! Dieses Jahr ist anstrengend für den Garten, aber gleichzeitig ein ziemlich guter Härtetest.

Wie meinst du das?

• Welche Pflanzen sehen immer noch gut aus? Welche Gehölze sind gut durch den Sommer gekommen?

• Pflanzen, die im Garten schon lange wachsen und mit diesen Bedingungen gut zurechtkommen, würde ich nicht leichtfertig ersetzen.

• Das sind genau die Pflanzen, die zum Standort passen.

• Nach so einem trockenen Sommer lohnt sich außerdem ein Blick auf den Boden.

Wieso das? Der Boden ist der Boden. Kann man daran etwas verändern?

• Nicht auf einmal, aber Schritt für Schritt geht doch Einiges.

• Als erstes würde ich eine Bodenanalyse machen lassen. Das geht über die LUFAs, die es in jedem Bundesland gibt. Kostet um die 20 bis 30 Euro. Sie bestimmen Nährstoffe und Humusgehalt.

• Sandiger Boden = Wasser läuft schnell durch. Bentonit SandbodenVerbesserer (shop.neudorff.de/products/bentonit-sandbodenve…) kann die Fähigkeit leichter, sandiger Böden verbessern, Wasser und Nährstoffe zu speichern.

• Generell hilft Humus beim Wasserhaushalt. Neudorff Terra Preta BodenVerbesserer (shop.neudorff.de/products/neudorff-terra-preta…) kann zum Humusaufbau und zur Verbesserung der Bodenqualität eingesetzt werden.

• Wir haben eine ganze Episode dazu gemacht.

Kann Mulch ebenfalls helfen?

• Unbedingt! Organische Substanz ist wichtig für den Humusaufbau.

• Mulchschicht bremst Verdunstung und schützt Wurzeln vor Hitze.

• Groben Kompost verwenden, oder trockenen Rasenschnitt, welke Blätter….

In alten Gärten stehen oft große, knorrige Obstbäume. Wann lohnt es sich, einen alten Baum zu retten?

• Alt ist bei einem Obstbaum kein Grund, ihn zu fällen.

• Erst anschauen: Treibt er noch kräftig aus? Hat er gesundes Holz? Trägt er noch Früchte? Gibt es größere Schäden oder viel Totholz?

• Alte Obstbäume sind echte Gartenschätze: spenden Schatten, geben Struktur, blühen, liefern Früchte, und hinter der knorrigen Rinde überwintern unglaublich viele Insekten.

• Große, alte Gehölze lassen sich nicht mal eben durch einen neu gepflanzten Baum ersetzen.

Wie revitalisiert man einen vernachlässigten Obstbaum?

• Fachgerechter Verjüngungsschnitt, aber bitte nicht nach dem Motto: Der ist groß – ich säge einfach mal die Hälfte weg.

• Gerade für Anfänger ist es bei einem alten Baum sinnvoll, sich den richtigen Schnitt einmal von jemandem zeigen zu lassen.

• Herbst ist nicht automatisch der Zeitpunkt für die große Sägeaktion. Der passende Schnittzeitpunkt hängt auch von der Obstart ab.

• Bei großen Bäumen oder wenn die Standfestigkeit fraglich ist: Fachleute ranlassen. Sicherheit vor Abenteuer.

Angenommen, ich habe aufgeräumt – und da liegt ein Berg Äste und Zweige. Muss das alles zum Wertstoffhof?

• Nein, daraus kann etwas richtig Sinnvolles entstehen: eine Benjeshecke beziehungsweise Totholzhecke.

• Äste und Zweige locker zwischen Pfosten (2 Reihen Pfosten, Abstand 50-80 cm) aufschichten.

• Kann Gartenbereich abgrenzen, Kompostplatz verstecken, oder als natürlicher Sichtschutz dienen.

• Gleichzeitig schafft Totholz Strukturen, die von Tieren genutzt werden.

• Das passt wunderbar zu einem alten Garten: Nicht einfach wegräumen, sondern überlegen, ob man vorhandenes Material weiterverwenden kann.

• Totholzhecke darf ruhig etwas wild aussehen – gewissermaßen Teil der Stellenbeschreibung.

Und was ist mit den alten Staudenbeeten?

• Erst einmal herausfinden, was vorhanden ist.

• Alte Stauden können fantastische Pflanzen sein, die sich an diesem Platz bewährt haben.

• Wenn eine Staude überaltert ist, in der Mitte verkahlt oder weniger blüht, kann man viele Arten durch Teilen verjüngen. Beispiele: Astern, Phlox oder Taglilien.

• Aber auch hier gilt: Nicht jede Gartenarbeit muss im Herbst gemacht werden.

• Wir bei Neudorff empfehlen das Teilen vieler älterer Stauden eher für den März bis Mai. Je früher desto besser.

• Also lieber markieren oder fotografieren und die Arbeit für den passenden Zeitpunkt vormerken.

• Lücken später mit Pflanzen ergänzen, die zu den vorhandenen Bedingungen passen. Aber nur pflanzen, wenn vorher klar ist, was fehlt und wohin es passt.

• Gartencenter-Besuche können nämlich erstaunliche Nebenwirkungen haben. Man fährt wegen einer Pflanze hin und kommt mit sieben zurück.

• So entsteht aus dem alten Beet nach und nach ein neues – ohne dass man alles Gute, was schon da ist, wegwirft.

Jetzt kribbelt es unseren Hörern sicherlich langsam in den Fingern. Wie verhindert man, dass man zehn Baustellen gleichzeitig anfängt?

• Garten gedanklich in Zimmer einteilen. Zum Beispiel Terrasse und Sitzplatz, Staudenbeet, Gemüsebereich, Obstgarten, Kompostplatz…

• Dann überlegen: Was brauchen wir wirklich?

• Wahrscheinlich braucht man gar keinen riesigen Rasen, der bei sommerlicher Hitze und Trockenheit sowieso verdorrt, sondern einen Sitzplatz, ein kleines Stück Grün und mehr Beete.

• Wege und Blickachsen früh mitdenken. Was sehe ich von wo?

• Wo möchte ich abends sitzen?

• Wo scheint morgens oder abends die Sonne?

• Und dann ein Garten-Zimmer nach dem anderen renovieren.

• Das hat noch einen Vorteil: Man lernt währenddessen.

• Nach dem ersten Beet weißt du schon viel besser, was dir gefällt und was in deinem Garten funktioniert.

• Ein Garten muss nicht an einem Wochenende fertig werden. Wäre ja auch schade – was machen wir dann nächstes Wochenende?

Viele würden wahrscheinlich zuerst einen schönen grünen Rasen anlegen. Warum damit warten?

• Weil du deinen schönen neuen Rasen bei den nächsten Arbeiten gleich wieder ruinierst, wenn …

Transkriptvom Podcast bereitgestellt · Zeitmarken springen hin

Du hast ganz neu einen alten Garten und gar keine Ahnung von grünen Dingen? Keine Panik, wir helfen dir beim Strukturieren. Einfach natürlich Gärtnern! Katharina Morg in Gespräch mit Sabine Klingelhöfer Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge. einfach natürlich gärtneren. der Podcast für Gartendürz Pflanzenfreundinnen und alle, die es noch werden wollen.

Sabine! Wir machen jetzt aus Alt-Neu. Man hat ein altes Haus gekauft und zum Haus gehört ja meistens auch einen Garten. Da ist mein wegen eine wilde Wiese. Irgendwo blüht ein bisschen was rum Es wachsen hier und da so'n paar knorrige Obstbäume. Wo fange ich denn heran? Ja, das ist ein Thema. Das kam ja aus unserer Hörerschaft weil mich mindestens zwei Leute direkt angeschrieben haben.

oder das Thema und so, dass wäre doch mal was und kommt auch immer in unsere Beratungshotline auch immer wieder. also das Schöne ist erstmal Entwarnung Ausatmen Weil genau erst einmal muss man gar nicht so viel machen. das ist aber wahrscheinlich das Schwierigste wenn man so ganz. Also manche sind ja so, haben zwar keine Ahnung aber sie sind so ganz euphorisch und das sind mir auch die Liebsten weil es ist einfach klasse.

Aber so ein Garten ist keine leere Leinwand die ich nach meinem Geschmack einfach so bemahle sondern ich sollte erst mal gucken was sind denn da vielleicht für alte Schätze verborgen in diesem Garten also tolle alte Obstsorten vielleicht irgendwelche eingewachsene Stauden die nur bisschen Platz brauchen robuste Gehölze oder Pflanzen, die genau an diesem Standort seit Jahrzehnten wunderbar klarkommen.

Deshalb macht man zuerst eine Bestandsaufnahme Was ist denn da? Was wächst wo? Wo gab es vielleicht mal Beete? welche Wege und Mauern sind noch vorhanden? Wo ist Sonne, wo ist Schatten? ganz wichtig Und am besten macht man auch ein paar Fotos davon. Übrigens gibt's auch die Neudorf App und die hilft beim Erkennen von Pflanzen Also nicht nur beim Erkennen von Schadbildern, sondern die erkennt Pflanzen.

Und bitte Geduld haben! Der Garten ... Wenn der denen im Herbst übernimmt, dann wisst ihr nicht was dafür Zwiebelblumen vielleicht rauskommen und so? Also erst mal abwarten. Okay das kriege ich glaube ich hin. Sabina wie finde ich denn raus, was bleiben darf? also wenn ich jetzt eine wilde Wiese sehe hier und da ein Staudenbeet erahnen kann... Wie gehe ich das denn an?!

Beste Prinzip finde ich, wie auch meistens im Leben bei schwierigen Aufgaben. Stück für Stück? Einz nach dem anderen also erst mal vielleicht den Bereich ums Haus sich vornehmen da wo ich aus ausm Wohnzimmer oder auf meinem Lieblingszimmer genau auf den Garten gucke vielleicht den bereich erstmal nehmen oder rund um die Terrasse oder dein wundeterrasse hin soll.

Also nicht alles auf einmal sondern ja und dann vorsichtig das entfernen was da ist. Also irgendwelche wilden Brombeeren, umkraut wenn man es dann identifizieren kann dass erstmal weg machen also nicht praktisch den Tiefbau kommen lassen und sagen ihr mach mal platt so sondern Erst mal das grobe Umkraut wegmachen.

Es kommt auch auf die Saison an, wenn du es wirklich im Herbst Winter machst. Manche Stauden sind ja im Winter gar nicht zu sehen. Die sind eingezogen und vertrocknet oberirdisch aber die kommen im nächsten Frühjahr wieder. Das wäre Schade, wenn Du sie verpasst! Wir haben jetzt einen sehr heißen trockenen Sommer hinter uns.

Hat ein bisschen Schaden angerichtet. Kann mir denn die Trockenheit was darüber verraten? Welche Pflanzen in meinem alten Garten vielleicht eine Zukunft haben? Ja, das war wirklich total anstrengend für den Garten. Aber auch ein ziemlich guter Härtetest und in so einem alten Garten weißt du jetzt natürlich also was da überlebt hat, dass ist schon mal ziemlich stabil.

Kannst du da ein bisschen genauer drauf eingehen? Guck dir die Pflanzen an, die da sind! Welche Pflanzen sehen gut aus? Sehen die Obstbäume noch richtig gut aus oder haben die total fleckige Blätter? Sind die Äpfel total verschorft, sehen die Äste so aus als würden sie gleich runterkrachen. Also da muss man natürlich dann auch überlegen ob so ein Obstbaum zum Beispiel weg muss.

aber grundsätzlich ist es so die Pflanzen hier schon lange wachsen, die kommen gut mit dem Klima zurecht. deswegen ja sollte man die nicht einfach weg machen nur weil sie vielleicht gerade ein kleines bisschen im Weg sind. und es lohnt natürlich auch unbedingt einen Blick auf den Boden. mein Lieblingsthema Der Boden, der gute Boden.

Kann man da denn überhaupt was dran verändern? und wieso ist in der Boden jetzt genauso wichtig? Ja das sehen wir ja überall also bei diesen stark regen Ereignissen wie sie immer heißen ein bisschen komisches Wort finde ich. Da sieht man sehr genau zum Beispiel in der Landwirtschaft. auf so einem Bioacker versickert das Wasser viel schneller als auf einem konventionell bewirtschafteten Boden Weil einfach die Biobauern viel mehr auf den Boden achten und da viel mehr Mühe reinstecken.

Und das tut uns allen dem Klima sogar gut, weil das Wasser viel besser an Ort und Stelle versickern kann. Das kann ich natürlich auch in meinem eigenen Garten machen! Ich kann den Boden verbessern... Es gibt aber jetzt nicht das Zaubermittel, ich streue das einmal aus dem nächsten halben Jahr alles Tutti und super.

Das ist auch ein ongoing Process, der nie aufhört, niemals! Und das Sauberwort ist Humus. Natürlich, wie immer! Ganz großes Thema. Entweder eigenen Kompost ausbringen oder irgendwo beschaffen – es gibt Recyclinghilfe wo man das abholen kann. Das ist halt ganz wichtig. da haben wir ja auch schon mal drüber gesprochen.

und was ich auch super wichtig finde beim neuen Garten auch wenn's ein Kleingarten in der Anlage ist eine Bodenanalyse machen lassen Habe ich mir gedacht, erst mal angucken wo denn da die Defizite sind. Damit man jetzt nicht irgendwie auf Hau Ruck da irgendwas drauf kippt was dann im Endeffekt vielleicht sogar einen Gegenteiligen Effekt hat von dem was sich eigentlich möchte?

Ja genau also erstmal gucken wie sieht es damit aus. eine Bodenanalyse kann man machen lassen bei den sogenannten LUFAS also L-U F A. das sind landwirtschaftliche Untersuchungsanstalten in jedem Bundesland Und die analysieren deinen Boden. Kostet zwanzig bis dreißig Euro, die analysierend auch den Homusgehalt wenn man das will kostet vielleicht nochmal extra aber das sollte man sich gönnen.

ich habe auch schon tatsächlich von Kleingärten gehört wo einmal die Leute auf einmal nur in Hochbetengärtnern dürfen, weil der Boden total verseucht ist mit irgendwelchen Überdüngungsgeschichten oder sowas. Ach du meine Güter! Okay genau also das lohnt sich auf jeden Fall und ich weiß dann einfach was.

was Sache ist im Boden finde ich super wichtig. kann denn jetzt so ja mulchen der gute alte mulch kann er auch noch mal helfen? Auf jeden fall dass es ja auch nichts anderes als organische Substanz. Die kann bestehen aus trockenem Rasenschnitt, aus Unkrautpflanzen. Die keine Wurzel und Kräuter sind und keine Samen haben aber auch aus irgendwelchen ... weiß ich nicht... wenn ich meinen Kohlkopf ernte dann bleiben die Blätter, die ich abmache gleich im Garten als Mulchschicht.

ganz einfach also sowas unbedingt. eine Mulch schicht bremsst die Verdunstung und schützt die Wurzeln vor Hitze. Also nichts besser als das. Wenn ich einen alten Garten übernehme, dann steht da vielleicht auch noch so ein verlossener Apfelbaum rum. Es kann aber sein, dass der knorrig geworden ist? Wie kann ich jetzt einen alten Obstbaum retten?

Vielleicht muss man auch sagen ... Auch Obstbäume haben ein Lebensalter und irgendwann sind sie alte Greise. Je nach Sorte und Art kann das unterschiedlich sein. Aber achtzig Jahre ein gutes Alter für einen Obstbaum. und dann muss man auch so realistisch sein, und sagen okay der ist jetzt wirklich vielleicht durch.

Also ich würde ihn erstmal stehen lassen natürlich gucken wie treibt er aus? hat er gesunde Blätter? sieht das alles anständig aus? weil So ein alter Obstbaum, das ist ja ein Biotop für sich. Da sind Insekten drin, da wohnen Vögel usw., also sollte man wirklich ganz umsichtig sein und nicht einfach weghauen und sagen, ich pflanze da einen neuen Großen hin und dann passt das schon.".

Und wenn der jetzt nur so ein bisschen vernachlässigt ist aber an und für sich noch ein paar Jahre vor sich hat? Wie revitalisiert man denn so nen vernach lässigten Obstbaum? Ja, da is' ein fachgerechter Verjüngungsschnitt Wie es so heißt? Das klingt ein bisschen nach Friseur. Ja, ist ja auch ähnlich irgendwie man schnippelt jedenfalls!

Wenn du richtiger Anfängerin bist dann ist er schon hilfreichen Fachmann dazu zu holen der dir vielleicht auch einmal zeigt okay so wird's gemacht. vielleicht fragst du mal in so einer Kleingartenanlage in deiner Nähe Hier gibt es hier jemanden, der mir mal ein paar Prinzipien zeigen kann oder eine Empfehlung hat für einen, der eben gut Obstschnitt machen kann.

Das ist echt ganz hilfreich! Außerdem sollte man auf den Zeitpunkt achten wo das gemacht wird. also die meisten denken Es ist der Winter aber das stimmt nicht. Ist auch nicht der Herbst. Es ist das ganz ganz frühe Früher nämlich Mitte Ende Februar. Ach, Dach schon? Ja. Also bis der Austrieb kommt kann man sehr gut schneiden.

Der Grund ist das ja dann die Vegetationsperiode anfängt und dann steigen die Säfte wieder in den Baum und dann kann er die Wunden ganz gut verschließen. Das kann er im Herbst nicht so gut. Also das sollte man machen wenn man jetzt große Bäume also große Laubbäume im Garten stehen hat wie eine so ein Ahorn, eine Eiche oder sowas was da auch eigentlich nicht so gut hingehört.

Dann sollte man die Standfestigkeit prüfen wenn man da Zweifel hat weil wenn der beim nächsten Sturm umfällt ist es da auch keinem geholfen. Gut! Wenn ich das jetzt alles abgepitzelt habe den Verjüngungsschnitt gemacht habe und hier liegen überall Äste und Zweigerum muss sich das dann alle zum Wertstoffhof bringen?

Und korrekt entsorgen? Oder wie sieht das aus? Nein nein nein... Das ist ja alles wertvolles Material zum Beispiel zu mulchen. aber Also du kannst dir einen Schredder natürlich besorgen und das geschredderte Material auf deinen Wegen, auf deinen Beten ausbreiten. Das ist aber meistens ziemlich viel und auch ziemlich trocken.

also zuviel sollte nicht auf die Bete. Du kannst aber eine Benyes-Hecke machen! Ne was? Eine Benyes Hecke! Noch nie gehört?! Noch nie gehört! Mensch wenn das der Herr Benyes wüsste ich glaube er lebte in In oder bei Göttingen Und der hat...das Prinzip ist einfach wirklich einfach. Der hat das entwickelt und zwar schlägst du Pfosten in den Boden, am besten am Rand des Gartens oder da wo du vielleicht auch einen kleinen Sichtschutz haben willst also große Pfosten von eins fünfzig vielleicht und schläge sie in dem Boden im Abstand von so fünfzig bis zu achtzig Zentimetern in zwei Reihen, am Besten ein bisschen versetzt und zwischen diese Pfosten schichtest Du jetzt deine Zweige ein.

Ah, so was hab ich schon mal gesehen. Das sieht immer ganz toll aus! Genau, finde ich nämlich auch. Das sagt unglaublich zusammen im Lauf des Jahres, sodass du jedes Jahr wieder was raufpacken kannst und die... ganzen Tiere im Garten, ihr findest natürlich wunderbar. Igelkönnternisten und andere Tiere.

also das ist ein tolles Biotop und du kannst es auch als geschalterisches Elemente natürlich einsetzen oder wie gesagt als Sound zum Nachbarn. Das ist eigentlich ganz praktisch passt auch einfach gut zu einem alten Garten, das darf ja ruhig ein bisschen verwildert aussehen. Find ich jedenfalls. Also diese Benjes-Hecke, die werde ich auf jeden Fall mal ausprobieren...

Ja macht das! Aber Sabine wir hatten ja anfangs schonmal die Stauden angesprochen. was ist denn mit den alten Staudenbeten? Kann ich ihn auch retten?! Ja bestimmt. also da gibt es bestimmt Stauden die es noch geschafft haben und wie ich am Anfang schon sagte alles erstmal angucken was was ist da? wenn du entdeckst okay da is was ich weiß nicht was es Schaufel ist ein bisschen frei.

Also will sagen, nimm das Unkraut weg, lockere den Boden ein bisschen. Vielleicht hilft auch eine Düngergabe um dem Ganzen auf die Sprünge zu helfen und dann wartest du einfach bis es soweit ist dass sie ins Wachsen kommt und Blüten zeigt? Und dann kannst du ja immer noch entscheiden willst du die haben oder passt die Blütefarbe nicht in dein Beetkonzept oder so was also?

Das sollte man auf jeden Fall machen, du kannst auch wenn du Stauden entdeckt hast die sind dann vielleicht schon ein bisschen sehr groß geworden. Dann werden hier oft in der Mitte so kahl und also kriegen einfach trockene tote Stellen. in der mitte sieht nicht mehr schön aus. da muss man sie teilen.

Also dann darf man sie Teilen. ja zum Beispiel bei Aston, Flockz & Taglilien ist das so. Aber das kannst du auch eigentlich ja von Herbst bis Anfang Winter und dann wieder ab Februar oder März bis Mai machen, dass du die teilst. Und entweder verteilst du die Teilstücke im Garten oder verschenkst. ihr geht natürlich auch was es noch zu bedenken wenn Lücken auftreten.

also wenn du das Unkraut weg machst und du siehst oh da sind aber ziemlich viele Lücken und ist das anfang der Vegetationsperiode. Dann kannst du natürlich auch ein Jahr's Blumen, Ringelblumen, Kornblumen und sowas aussehen um erstmal die Lücken zu füllen. Weil du erst mal wissen willst was kommt da noch?

Und dann kannst du wenn du weißt was gekommen ist irgendwann den wunderbaren Gang in die Staunengärtnerei deins Vertrauens machen und danach Herzenschluss einkaufen und dann hast du wahrscheinlich irgendwann das gleiche Problem wie ich kauf immer zu viel und da ist kein Platz. Ja das kenn' ich! So wie jetzt kribbelt wahrscheinlich unsere Hörerschaft schon mächtig in den Fingern.

Wir haben so viel Input gegeben, wie verhindert man denn dass man da dann zehn Baustellen gleichzeitig hat? Das macht ja auch irgendwann keinen Spaß mehr! Ja genau also das ist wirklich schlimm. Also ihnen sich gehen. und was ich ein ganz gutes Bild finde es wenn du den Garten sozusagen ins Zimmer einteilst Also hier Terrasse und Sitzplatz, hier ist das Staudenbeet, Gemüsebereiche usw.

Und dann überlegen was will ich denn eigentlich? Also wie bei der Inneneinrichtung auch im Haus? Ja genau! Was sind meine Bedürfnisse? Wo ist die Seite wo ich den Sitz Platz haben will? und früher war das mal der Süden inzwischen wo ich unbedingt den Westen empfehlen weil es im Süden hält man sich ja im Sommer gar nicht mehr aus.

aber All das erst mal wirklich überlegen. Was brauche ich? Und dann nach und nach die Sachen angehen, und ich würde immer vom Haus aus gehen in die tieferen Bereiche des Gartens vorgehen sozusagen auch gerne überlegen braucht man einen großen Rasen? Das wäre wahrscheinlich bei vielen Menschen das erste woran sie denken würden.

ganz wichtig ein super duper perfekt gepflegter rasen vielleicht auch so eine deutsche Eigenheit. aber warum ist es denn eher besser damit ein bisschen zu warten. Ja, das ist wirklich ein Thema weil unser Rasenverträgt Trockenheit und Hitze im Sommer nicht. Wir sollten wirklich kein Trinkwasser zum Wessern des Rasens nehmen und schon gar nicht in der Sommerzeit.

Und dann blicke ich im Sommer auf vielleicht acht Wochen lang auf so eine braune ausgedörrte Fläche die begrünt wieder wenn der Regen kommt aber dass es nicht so schön. und vielleicht habe ich ja Interesse an Alternativen. Also es gibt ja Blumenwiesen, die ich sehen kann. Es gibt dir auch Eingierig. Dann kann ich immer noch entscheiden wie viel Rasen vielleicht gebrauche ich aber dann blüht erst mal was.

So ein Thymian-Tab, ich hatte das neulich mal erwähnt glaube ich, dass das eine gute Alternative sein kann? Thymian. Der darf es halt nicht so viel drauf rumlatschen, sage ich mal. Es gibt aber andere Bodendecker die man nehmen kann, römische Camille zum Beispiel, diese relativ trittfest also zu oft Fußball drauf spielen, aber man kann drüber laufen und das ist eben kein Rasen.

Und die verträgt die Trockenheit doch deutlich besser als der Rasen.". Also es muss nicht immer der gute alte perfekte Rasen sein? Das kann auch mal was anderes sein! Was ich auch gut finde ist wenn man sich am Anfang schon so ein bisschen überlegt okay wo sind denn Blickachsen Wegachsen. Also welche Wege brauche ich?

Brauch ich vielleicht so einen kleinen Hinterausgang aus dem Garten auf die Straße, will ich einmal ums Haus gehen können auf wegen... also das sollte man überlegen. wo möchte ich morgen oder abends sitzen? und dann kannst du eins der Bereiche nach dem anderen renovieren sozusagen und lässt sich anderen erst mal in Ruhe.

Die dürfen erstmal noch wild sein ja immer dran denken. Ein Garten muss nicht an einem Wochenende fertig werden und auch nicht an zweien, das ist ein ongoing process wie gesagt. Wenn ich jetzt so einen alten Garten übernehme... Ist der denn überhaupt ökologisch sinnvoll? Also kann ich da vielleicht auch einfach Dinge mal Dinge sein lassen?

Ja unbedingt! Da hat sich ja jetzt irgendwie auch logisch oder da hat sich er jetzt schon Biotop entwickelt Tiere, auch kleine Säugetiere übernommen. Die da wohnen und so weiter. Zumindest für die Leute, die das gut haben können und auch gut finden, die könnten natürlich ein paar wilde Ecken bestehen lassen.

Die Benjes-Hecke wäre schon mal ein erster Schritt in Richtung Wildnis sozusagen... Aber alte Gehölze, auch wenn mir vielleicht die Blütenfarbe nicht so gefällt. Wenn es schon ein ganz alter schöner Strauch ist, dann lass ich den vielleicht doch einfach mal stehen. Es muss natürlich auch nicht alles so schön aufgeräumt sein.

Das wissen wir ja inzwischen. Ich kann Laub an Stellen im Garten ausbringen und auf Stauden beten usw. Muss das nicht aus dem Garten liegen? Muss das nicht aus dem Garten tragen. Und ja, und all diese Sachen sparen auch im Grunde genommen Arbeit wenn ich den Garten nicht so doll aufräume dass er Pico Bello in den Winter geht.

also ja bitte wild lassen. Sabine das war jetzt wieder ziemlich viel Input sehr viele Informationen. Ich habe versucht mir die alle zu speichern hab mir gerade insgeheim auch schon mal einen Platz überlegt für meine Benny's Hecke. Super Was hast du denn so an drei ultimativen kompakten Tipps, wenn es darum geht einen alten Garten zu übernehmen und möglichst sinnvoll aufzuhübschen?

Tip eins. Prio-eins absolut erst gucken dann buddeln. Tip zwei alte Schätze behalten ist nicht alles schlecht was alt ist Und erst die groben arbeiten Dann Bete und Pflanzungen und den Rasen ganz zum Schluss weil das hat ich vorhin nicht gesagt aber Wirklich rasen ganz zum Schluss, sonst latscht man immer über den frisch ausgesellten Rasen und das ist ja gar nicht gut.

Das wird nicht so viel Sinn ergeben? Okay. Sabine, wenn ich jetzt doch noch irgendwie Fragen habe oder Anregungen, Kritiklob was auch immer! Wie kann ich uns erreichen vor allen Dingen dich und die Firma Neudorf? Jawoll gerne. Ich packe gerne wieder meine direkte E-Mail in die Shownotes Und freue mich wirklich über Anregung, Fragen, Hinweise, Kritikkirne.

Ihr könnt aber auch ins Forum gehen auf nordorf.com, da beantworten wir auch eure Fragen und über Facebook oder Insta könnt ihr natürlich auch direkt Nachrichten schicken! Dann würde ich sagen ab in den Garten und bis zur nächsten Folge! Jawoll, gerne! Macht's gut, tschüss! Das war der Podcast. Einfach Natürlich Gärtnern mit Katharina Morg und Sabine Tlingelhöfer.

Mehr zum Thema gibt es auf neudorf.de.

0:00 / 0:00