
ELTERNgespräch· Staffel 2· Folge 423
Elke Schicke: Wie geht eine glückliche Kindheit?
Donnerstag, 20. August 2026 · 43 min
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Shownotes
Endlich!!! Elke Schicke hat all die klugen Dinge, die sie im Podcast erzählt, in einem Buch zusammengefasst. Und pünktlich zum Buchstart gibt sie in dieser Folge schon mal Einblick. Was ist eine glückliche Kindheit? Warum sind genau diese 33 Sätze so wichtig und welche Sätze würde Elke wählen, wenn es nur drei geben dürfte? Diese Folge ist sozusagen eine Zusammenfassung aller EURE-FRAGEN-Folgen, die Essenz von Elkes Ratschlägen und ein schöner Vorgeschmack auf ein Buch, das mehr ist als ein weiterer Eltern-Ratgeber.
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Also ich glaube ehrlich gesagt, dass die glückliche Kindheit von vielen erfolgreichen, Scheiternserfahrungen geprägt ist. Also immer wieder die Erfahrung, oh, ist richtig ins Klo gegangen, aber dann haben wir die Kurve gekriegt. Und das habe ich daraus gelernt und so ist es jetzt. Und heute freue ich mich ganz besonders über das, was kommt oder besser gesagt darüber, wer kommt und aus welchem Anlass, denn Elke hat es getan.
Sie hat endlich ein Buch geschrieben und wenn ihr euch auch so manchmal fragt, wie man all das gut zusammenfassen könnte, was Elke immer so Kluges von sich gibt, dann könnt ihr euch jetzt sicher sein, sie hat sich die gleichen Gedanken gemacht und sie netterweise gleich aufgeschrieben. Das hier ist ihre Folge Elke in a Nutshell sozusagen. Schön, dass du da bist, liebe Elke. Hallo.
Schön, dass ich auch noch schön so einen Anglizismus in deine Anmoderation gepackt habe, wo du das so liebst. Ja. Nur für dich. Es ist soweit. Ja. Dein Buch, Eike. Da lachst du. Das ist sehr aufregend. Findest du? Total. Ja. Die Folge oder das Buch? Ach, die Folge, ich kenne dich ja. Aber das mit dem Buch ist schon alles recht aufregend, muss ich mal sagen.
So, ich würde dich jetzt fragen, wie ist es gekommen? Aber ich weiß es ja und ich möchte mir mal kurz auf die Schulter klopfen, weil ich dir ziemlich oft in den Hintern getreten habe. Und du immer so, ich weiß nicht, Christine. Und ich immer so, ich weiß aber, Elke, wir brauchen das. Ja, genau. Aber du hattest ja schon immer, seit ich dich kenne, ich weiß, als ich dich kennengelernt habe, habe ich dich das gefragt.
Warum hast du noch kein Buch geschrieben? Und dann hast du gesagt, ich habe eigentlich eines in meinem Kopf. Und du wusstest schon genau, wie es heißen wird. Und du wusstest schon genau, was drinstehen wird. Naja, nee, ich habe immer gesagt, es ist schon alles Wesentliche gesagt. Man müsste sich fragen, ob ich es auch nochmal sagen muss. Ah ja, das hast du auch gesagt.
Aber du wusstest auch, wenn, wären es, ich weiß nicht, wie viele Sätze es damals waren, 25. 25 Sätze für eine glückliche Kindheit oder so. Und dann haben wir nochmal gesprochen und irgendwie überlegt, aber 25 fanden wir irgendwie dann auch keine gute Zahl. Dass du sagst, 33 catcht. Ja, ne? Und dann waren es 33.
So, jetzt habe ich mich genug gelobt. Jetzt loben wir nur noch dich. Also Elke, was kann man erwarten von deinem Buch? Es wird jetzt hier eine Dauerwerbesendung ist, müsst ihr uns ein bisschen vergnusen, weil das muss ich vielleicht nochmal davor sagen, ich bin eine von zwei Menschen, hast du gerade gesagt, die das schon lesen durfte.
Und ich hätte ihr in jedem Fall gesagt, das ist ein tolles Buch. Ich hätte ein bisschen gelogen. Ich bin ehrlich, weil man sagt Leuten nicht, dass sie blöde Bücher schreiben, aber... In dem Fall muss ich neidlos anerkennen, du hast den besten Erziehungsratgeber geschrieben, den ich je gelesen habe. Finde ich, also mir bedeutet das echt was, dass du das sagst, weil du ja selber Ratgeber schreibst und insofern ihr Ahnung hast von dem, was du da sagst.
Ja, aber es ist so. Also weil ich hatte ein bisschen Angst, wenn du das Medium wechselst. Ich finde, deine Stärke ist, du sagst was und dann ist es so on point, das, was du sagen willst. Und das machst du ja viel mit deiner Stimme und mit deiner Art. Und ich hatte Angst, ob wenn du das Medium wechselst, dass dir das flöten geht.
Und das hat es aber nicht getan. Also man kann das lesen und man hört dich quasi im Ohr. Eine andere Person, die es auch gelesen hat, nämlich meine Freundin Rebecca, die hat genau das gesagt. Aha. Meinte, ich höre dich aus so vielen Unterhaltungen wieder raus. Gut. Ja, also das war aufregend. Muss ich mal, oder ist aufregend. Ja. Ja.
Also 33 Sätze für eine glückliche Kindheit oder heißt es so, ja? Ja, 33 Sätze für eine glückliche Kindheit, genau. Was ist die Idee? Also warum Sätze? Sind das Sätze, die man lernen muss und dann oft genug sagen muss oder was sind das für Sätze? Genau, warum 33 Sätze? Es hätten vielleicht auch 100 oder 5 sein können oder andersrum.
Ich habe ganz häufig so prägnante Sätze im Kopf, die ich mal gehört habe und die mich nach wie vor begleiten. Oder es gibt bei uns so ein paar Familiensätze, die ich nur anfange zu sagen und die Kinder wissen schon genau, ja, ja, okay, ich weiß, worauf sie hinaus will. Und ich glaube, das ist manchmal wie so mantraartig, zu sagen, was für eine Haltung möchte ich kommen.
Weil ich glaube, Erziehung wenig damit zu tun hat, welche Technik ich anwende und was. Sondern eher eine Idee ist von, wie stehe ich im Leben und wie stehe ich zu, Erziehung, zu Beziehung mit Kindern, zu Großwerden, zu Gemeinschaft. Und insofern sind das, glaube ich, eher Sätze, die sich auf eine Haltung beziehen.
Und wenn ich diese Haltung habe, dann kann ich die anwenden, ob das Kind drei, fünf oder neun ist. Genau. Ich selber lese gar nicht so gerne Ratgeber. Mir sind die häufig zu lang. Ich glaube, ich mag auch die pastorale Sprache da häufig gar nicht so gerne. Und darum habe ich mir gedacht, wenn man einfach nur einen Satz hat und kurz was dazu sagt, warum der sinnvoll sein könnte, Dann können sich die Eltern selbst überlegen, ob sie das auch sinnvoll finden oder ob sie zu dieser Thematik vielleicht einen anderen Kompasssatz haben.
Vielleicht können wir einen eher Kompasssatz sagen. Ja. Hättest du denn noch weitere 33 einfach aufschreiben können oder war das schon so die Essenz? Oder sagst du, okay, das ist unendlich, eigentlich kann man das auch weiterspinnen, das Spiel? Vorgestern sind mir noch zwei eingefallen und dann dachte ich, ja, wie detailliert will man nun alles vorbereiten?
Ich habe ja noch im Kopf, ob man nicht mal so ein Buch zu Pubertät schreibt. Und da habe ich mir gedacht, da werden die Sätze immer weniger, weil die Themen immer größer werden. Und letzten Endes vielleicht kann man sagen, wenn man ein wertegeleitetes Leben führt, also nach der Frage, was ist wichtig, dann, wenn man ehrlich ist, kommt man vielleicht so auf vier, fünf Grundwerte, die uns leiten oder inspirieren oder uns sagen, was wir richtig und falsch finden.
Je älter wir werden, oft desto weniger, glaube ich, kocht es sich runter. Und wenn Kinder klein sind, sind da noch viele Kompasse nötig oder viele Richtungen. Und je älter wir werden, deswegen glaube ich, Pubertierende würden eher nur 20 brauchen. Erwachsene brauchen am Ende vielleicht in der Tat nur noch zwei oder drei. Glaubst du?
Was wären deine zwei oder drei Sätze? Jetzt wird es spannend. Ja, das ist jetzt lustig. Oder ein. Ja, ich glaube, es gibt ein Zitat von Don Bosco, das ich total toll finde und das heißt…, Fröhlich sein, Gutes tun und die Spatzen pfeifen lassen. Schön. Genau. Und das habe ich ganz oft im Kopf, wenn ich denke, ich müsste mich über andere Leute aufregen oder andere Leute maßregeln.
Oder wüsste es besser als andere. Man hat ja manchmal so hässliche Worte im Kopf. Was? Ja, ich empfehle dir nicht immer zu lauschen. Aber ich habe jetzt auch neulich mal gedacht, dass mir Solidarität beispielsweise wirklich ein wichtiger Wert ist. Aber es kocht sich deutlich runter. Ja, und man merkt dann auch, was so alles da reinspielt.
Genau, und auf was es alles einwirkt. Also wenn man sagt, ich möchte gerne, das hört sich so studentendemoartig an, aber ein solidarisches Leben zu führen, beinhaltet ja ganz viele Handlungen, Denkweisen, Beziehungsangebote. Also insofern könnte man bestimmt mehr Sätze machen, aber ich mache mal, denke ich, auch je mehr, desto egaler.
Ja, und das, was du gesagt hast mit den jüngeren Kindern und dass man da mehr braucht, würde ich voll unterschreiben. Allein schon, das sehen wir ja da schon dran, wie viele Mails wir bekommen, obwohl wir das Gefühl haben, das haben wir ja alles eigentlich schon mal gesagt und trotzdem manchmal ist so eine Mühveränderung schon so, dass man wieder, und das kennt man auch selbst als Mama, dass man in so eine Verunsicherung kommt und so, okay, aber wie ist es jetzt?
Wie ist es jetzt? Ist es jetzt immer noch so? Oder verändert dieses Müh alles und das müsste konträr sein oder so, ne? Das kann ich mir voll vorstellen. Aber ich finde es so cool, also das sage ich ja auch immer, ich finde das Coole an Kindern ist genau das, man hat nochmal Und so eine Chance kriegt man selten, die Chance sich zu überlegen, was ist mir wichtig, wofür springe ich aus der Hose und sage unter keinen Umständen und wo kann ich auch gütiger werden, lässiger sein und was ist es eigentlich, was ich den Kindern vermitteln möchte.
Und dafür finde ich das gut, einige Grundsätze zu haben, mit denen ich auch in der Hektik von Kinderklein, Beruf, Schwiegerfamilie, Einkaufen, Kaugummi auf dem neuen Sofa. Dass ich mir diese Fragen nicht immer wieder erneut stellen muss oder nicht jede Situation neu auf die Hörner nehmen muss, sondern in so eine Grundhaltung gerate.
Dafür, glaube ich, sind solche Sätze hilfreich. Ecke, was ist eine glückliche Kindheit? Eine glückliche Kindheit ist eine, in der ich in den Genuss komme, zu lernen, dass meine Eltern mich immer lieben und egal was lieben. Also wenn die beiden Grundpflöcke eingesteckt sind, ich kann mich darauf verlassen, dass wenn ich das Schulklo abfacke oder wenn ich mir die Haare lila färbe und zu dick, zu dünn, zu hoch, zu niedrig bin, meine Eltern mich okay finden, so wie ich bin.
Und darauf Verlass ist uns, selbst wenn wir richtig aneinander rasseln, das nicht in Frage steht. Und ich glaube, mit diesen beiden Eckpfeilern, also einmal in die Höhe und einmal in die Länge, hat man die Möglichkeit, seinen Erfahrungsraum auszuschöpfen. Und ich glaube, das begründet eine glückliche Kindheit, also nicht die Abwesenheit von...
Schmerzlichen Erfahrungen oder von Scheitern ausgeschlossen werden, ausgebuht werden, was so alles dazu gehört. Das kann ich, glaube ich, zwischen diesen beiden Koordinaten lernen zur Hand haben. Und das, glaube ich, macht eine glückliche Kindheit aus. Also ich glaube, ehrlich gesagt, dass die glückliche Kindheit von vielen erfolgreichen Scheiternserfahrungen geprägt ist.
Also immer wieder die Erfahrung, oh, ist richtig ins Klo gegangen, aber dann haben wir die Kurve gekriegt. Und das habe ich daraus gelernt und so ist es jetzt. Ja, und den Mut hast du ja vor allem dann, wenn du zu Hause geliebt wirst. Ich glaube, Michelle Obama hat das mal erzählt, dass ihre Eltern ihr immer gesagt haben, geliebt wirst du hier an diesem Tisch.
Das bedeutet ja aber auch, so oder so, du wirst geliebt und hier ist der Raum, in dem das passiert. Und was da draußen passiert, haben wir nicht in der Macht, ist nicht unbedingt in deiner Macht. Aber dann kannst du ja auch viel mutiger rausgehen, wenn du weißt, da gibt es diesen einen Tisch, da kann ich zurückkommen.
Vor allem finde ich, dass Kinder geliebt werden, das wird ihnen so häufig gesagt, wenn es gerade kuschelig ist und die gerade besonders süß sind. Und dann sagt man, ich habe dich so lieb. Und das ist ja auch schön, aber ich glaube, die Liebe, die wirklich gebraucht wird und ankommt, ist, wenn ich das Klo abgefackelt habe und es so richtig mistig ist und dann jemand sagt…, Das wird echt teuer. Da müssen wir uns richtig was einfallen lassen.
Ein Glück, habe ich dich lieb und wir kriegen das zusammen hin. Weil das sind ja die Momente, wo wir uns auf einmal nicht mehr so sicher sind, ob die Beziehung hält. Und insofern glaube ich, damit die Kinder wissen, dass sie immer geliebt werden, brauchen sie Erfahrungen, die doof sind. Weil ich da erst merke, auf Englisch sagt man, a friend indeed is a friend indeed. What?
Nein, das heißt, ich merke erst, wenn es knackt und kracht, ob wir wirklich Kumpel sind. Und ich merke erst, dass du mich wirklich liebst, wenn wir hier durch dick und dünn gehen. Und wenn es dünn wird, du nicht aber mal sagst, okay, jetzt gerade habe ich dich aber nicht besonders lieb. Ich liebe dich erst wieder, wenn alles in Ordnung ist. Und das kann man ja auch nonverbal irgendwie. Ja, genau.
Das kriegen viele Eltern gut hin. Was kriegen die gut hin? Nonverbal den Kindern zu sagen, ich habe dich wieder lieb, wenn du wieder gut bist. Also dieses schnelle wegschicken und in die Ecke stellen. Es widerspricht nicht der Tatsache, dass man Kinder manchmal auch echt ein paar Takte erzählen muss. Na klar.
Und der Trick ist ja, wie kann ich dir ein paar Takte erzählen? Schimpfen, meckern, all den nutzlosen Kram machen und gleichzeitig aufrechterhalten, dass du und ich nicht in Frage stehen darüber. Voll schön. Ich habe so viele Sätze gelesen da drin, wo ich sofort dachte, ah ja, cool, cool, liebe ich, liebe ich, liebe ich.
Ich konnte mich gar nicht entscheiden, was so mein Lieblingskapitel war. Hast du ein Lieblingskapitel? Ich kann dir mal sagen, als ich meiner Tochter erzählt habe, dass ich das Buch fertig habe, da sagte sie, ich weiß auch, wie das erste Kapitel heißt. Na und sie, nein. Und wie das zweite Kapitel heißt, weiß ich auch nicht.
Na und sie, immer noch nein. So eine warst du also, ja? Das fand ich sehr, sehr lustig. Nicht so nein, jein und nochmal, na gut. Das fand ich richtig lustig, ehrlich gesagt. Voll. Ich habe zwei Lieblingskapitel. Ich glaube, mein eines Lieblingskapitel geht, da dreht es sich ums, ich habe gleich drei Lieblingskapitel, ach keine Ahnung.
Also in dem einen Kapitel. 33? Nein, in dem einen dreht es sich ums Scheitern. Also anknüpfen an dem, was wir vorgesagt haben. Wie gelingt eigentlich Scheitern und was steckt da so alles Tolles drin? Ist es das Kapitel, jeder hat das Recht auf die Konsequenz seines Handelns? Ja, glaube ich. Also zu sagen, gerade im Scheitern steckt so viel drin.
Und ich glaube fast alles im Leben, wir haben ja gerade die Fußball-Weltmeisterschaft nicht erfolgreich zu Ende gebracht. Und die Frage ist ja, ich finde das total interessant, zu sagen, was passiert da und wer ist ein echter Fan? Und ein echter Fan sagt, okay, ihr habt wirklich gespielt wie die größte Gurkentruppe, aber kommt, ihr seid unsere.
Und die, die sagen, wir können euch nicht abbiegen, wie konntet ihr uns das antun, zu verlieren, wo wir doch so gerne gewinnen wollten. Und die mit Schimpf und Schande geteert und gefedert über den Frankfurter Flughafen jagen. Und dabei nochmal zu schauen, wie wunderbar Scheitern eigentlich ist und wenn man es sportlich angeht.
Jedes Mal merke ich, wie geht es denn nun? Das finde ich, glaube ich, eines der wichtigsten Dinge, auch Eltern den Mut zu geben, die Kinder nicht beständig davor zu bewahren, dass es schief gehen könnte. Lass es doch ruhig schief gehen, aber dann weint er. Ja, dann weint er. Und dann kann er merken, du tröstest ihn und dann kann er merken, er kann es gerade rücken und das ist doch total gut. Finde ich auch.
Vor allem, wenn die so klein sind, dann kann man die, also kleine Probleme kann man mit kleinen Lösungen auch wieder. Also wenn die dann erstmal größer sind, dann werden die Aspekte ja viel größer, komplexer und so. Und auch wenn du die Sätze runterkochen kannst, die Welt wird so viel komplexer, wenn die rausgehen.
Mein Sohn hat mal gesagt, das fand ich so lustig. Ich habe schon so viel Dreck gemacht, ich kann richtig gut fegen. Ja, so. Genau, aber darum geht es ja. Ja, das finde ich richtig lustig, ehrlich gesagt. Total. Nicht richtig gut. Genau. Sauber machen. Ja, genau. Das hast du mir schon mal erzählt und das nehme ich total mit.
Also immer wenn was runterfällt, sage ich jetzt, guck mal, ist doch toll, können wir putzen üben. Genau. Also es ist wirklich nicht weiter schlimm. Und ich glaube, es geht dabei auch häufig um so eine lustvolle Auflösung von Dingen, die wir nicht hinbekommen. Meine Tochter war nicht so ein graziles Kind, der sind ständig Sachen aus der Hand geplumpst, sie ist hinterher geplumpst.
Es war wirklich, also Mama auch ein bisschen bedauerlich, bis die es sich irgendwann ergriffen hat und zum Tanzen gegangen ist und sie wirklich aus dem Entenküken ein Schwan wurde. Aber es hat, glaube ich, begründet auch eine große Dankbarkeit dafür, dass sie das für sich gefunden hat, also sich selbst gegenüber und auch so einen ganz liebevollen Blick auf andere Kinder, die es Mama nicht so einfach haben mit der Feinmotorik.
Und insofern ist das, glaube ich, das Scheitern auch eine Grundlage dafür, Empathie entwickeln zu können. Total. Und eben nicht mit so einem querkapitalistischen Blick zu sagen, wenn du nur willst, dann wird das auch schon. Ja, um nochmal einen Anglizismus zu bemühen, man sagt das ja auch so, Connection over Perfection.
Und ich glaube, da ist was dran, weil das ist so, ich kann mit Leuten ganz schwer connecten, bei denen ich das Gefühl habe, ganz viele der Dinge, an denen ich scheiter, kannst du gar nicht nachvollziehen, weil du die perfekt kannst. Mit denen, also klar könnte man sagen, ich bin neidisch, auf die bin ich aber gar nicht.
Ich finde nur keinen Anknüpfungspunkt, weil wenn wir nicht herzlich über meine Fehler lachen können, sondern so ein irritierter Blick von der Seite kommt, dann weiß ich ja auch nicht, was ich mit den Leuten anfangen soll. Ich finde, Scheitern ist ja, also ganz ehrlich, der Kern von Humor. Ich denke ja immer, ich glaube, ich will gar nicht in den Himmel, denn wenn da alles perfekt ist, dann gibt es gar nichts zu lachen.
Und es ist ja eigentlich immer erst lustig, wenn man auf die Nase fällt, ausrutscht, sich verspricht. Weißt du, dann hat man ja so viel. Aber ist ja die Frage, wenn so Leute wie du und ich Eintritt gewährt bekommen, kann es ja nicht perfekt sein. Wir werden uns wieder treffen und darüber schnecken, wie es so ist.
Ja, aber ich kann das voll nachvollziehen. Also scheitern. Das Zweite? Ich glaube, das Zweite, aber die Leute, die uns zuhören, wissen das schon, liegt mir das sehr am Herzen, dass Eltern die Körperlichkeit ihrer Kinder begreifen. Ich glaube, das heißt Känguru an Uhu. Ja. Also zu begreifen, du bist mit einem anderen organischen Aufbau in dieser Welt unterwegs als ich.
Ja. Und dass, ich glaube, viel Frust und auch viel Überforderung damit zusammenhängt, dass beispielsweise sehr zarte moralische Eltern, nicht verstehen, dass sie vor sich ein Walrossbaby sitzen haben. Das was komplett anderes braucht und will und auch eine andere Signalstärke braucht. Aber ich habe mich das tatsächlich beim Lesen gefragt, deswegen schön, dass du es ansprichst, da kann ich dir die Rückfrage einmal stellen.
Geht es da wirklich nur um Statur? Also ein Walrostbaby wäre das so ein, es gibt doch auch so richtig dicke Babys, die aber total zart sind. Genau, also das geht nicht nur um die Statur. Also von einem Foto könntest du nicht sagen, das ist ein Walrostbaby, sondern du würdest es beobachten und du würdest sehen, guck mal, hat so einen richtig schönen Butterkörper, dann ist es auch noch sehr, sehr gemütlich, hieft sich da hoch und dann ruht es sich drei Stunden in der Sonne aus. Das wäre ein Walrostbaby. Richtig.
Ich habe vorhin gesagt, man lernt sich auch als Eltern noch mal kennen. Wir hinterfragen unsere Körperlichkeit ja eigentlich nie. Und dann nochmal zu merken, ich weiß nicht, ob ich das schon mal erzählt habe, aber ich habe ja, ich sage mal, ich glaube, ich habe nichts von dem, was ich hier erzähle, studiert. Ich habe das alles von meinen Kindern gemobst. Hast du gesagt, ja, ja.
Und mein Sohn und ich mögen das gerne laut, schnell und doll. Und wenn wir Auto gefahren sind, als wir klein waren, dann hatten wir die Mucke laut und dann sind wir durch die Gegend geflitzt und er mochte gerne, wenn ich so einen Kickstart gemacht habe an der Ampel und so. Und meine Tochter hat dann hinten immer rumgejammert. Dann war ich immer richtig genervt und gesagt, Alter, was ist es denn? Und dann sagt sie, weißt du, wenn ich schon die Musik hören muss und die ganzen Autos nebenan sehen muss und noch merken muss, wie das Auto fährt, dann ist es mir einfach zu schnell.
Oder nicht zu viel. Und dann dachte ich, ach so, das konnte ich dann gut verstehen. Aber die Fähigkeit zu verstehen, dass das, was uns selber glücklich macht, jemand anderes gar nicht glücklich macht. Und dass man als Eltern leider die Person ist, die zurücktreten muss und sagen muss, ich kann mich schon regulieren, du kannst dich noch nicht regulieren und was brauchst du?
Und wenn ich es doll und laut mag, wie kann ich lernen, zart und leise zu sein, wenn ich mit dir unterwegs bin, wobei es ja häufiger umgekehrt ist, dass die Eltern zart und moralisch sind und, es nicht so doll und laut mögen Und gar nicht verstehen, dass sie manchmal Kinder haben, die sie richtig zu packen kriegen müssen und so laut werden müssen, ohne wütend zu sein, wie ihr Kind sie gut verstehen kann.
Und ich glaube, häufig werden Eltern erst so laut, wenn sie schon durchgedreht sind und nicht als Grundeinstellung im Sinne von, wenn ich so laut spreche, dann versteht mein Kind mich viel besser. Genau, und das ist, glaube ich, eine Grundanstrengung. Alle einmal zusammengezogen. Aber ich glaube, das ist eine Grundanstrengung für viele Familien, mit dieser Unterschiedlichkeit in Kontakt zu kommen.
Insbesondere, wenn drei oder vier Kinder rumrennen und alle unterschiedlich gebaut sind. Total. Genau, das ist gar nicht so einfach. Nee, du lässt dann irgendwie, das eine Kind braucht dann einmal eine ganz klare, ganz klare Unterbrechung und das andere Kind bricht in Tränen aus. Du schreist und das war kein Schreien, das war ungefähr die Frequenz, die dein Bruder braucht, um überhaupt anzufangen zuzuhören. Ich glaube auch, dass sich in dieser Unterschiedlichkeit manchmal diese gefühlte Lieblingskinderthematik festfrisst.
Dass manchmal Elternteile mit bestimmten organischen Aufbauten besser zurechtkommen, weil sie einem ähnlicher sind oder auch besser, weil sie einem unähnlicher sind. Auf einer Wellenlänge, sagt man ja auch. Die gleiche Frequenz. Genau. Und dass Kinder das auch spüren. Zu sagen, die beiden verstehen sich sprachloser oder einfacher.
Und die merken ja auch, zwischen uns ist es mehr Mühe. Ja. Und ich glaube, wenn die Eltern damit eine Klarheit haben, dann kann man das benennen und dadurch den Stachel wieder rausziehen. Und dann kann man nämlich sagen, du und ich, wir sind ein kleines Wunder. Ich bin eine Löwenmama mit einem Kolibri-Baby. Ist das nicht geil? Oh, wie schön.
Anstatt zu sagen, du bist so anders, du bist so anders. Oder nicht so anders, anders zu fühlen. Ja, und das lädt ja auch voll ein. Du hast ja insgesamt das auch so vorgeschlagen, dass man die Familie mal in Tieren sich überlegt. Das fand ich total spannend. Ich musste auch daran denken, dass da auch so Pixar- oder Disney-Filme auch ganz gut zu einladen. Weil ich finde zum Beispiel dieses Mohn-Fuchs und ein kleiner Hase zusammen dann auf Streife gehen.
Und die sind ja ständig irgendwie irritiert von der Geschwindigkeit, von der Frequenz, von der Energie des anderen. Und das finde ich auch total schön. Kann man auch gut sich angucken mal zusammen. Aber sich auch selbst mal hinzusetzen, zu überlegen, was sind wir hier eigentlich für eine lustige Band.
Fand ich total cool. Was bist du für eine Mama, wenn du ein Tier wärst? Ich bin auf jeden Fall eine Löwin. Glaube ich auch. Was bin ich? Du hast mich als Mama noch nicht so erlebt. Aber was bin ich für ein Tier? Keine Ahnung. Ich weiß es nicht. Ich habe darüber nachgedacht. Eine Eule. War nicht so einfach. Ich würde eher eine Eule zuschustern.
Oh nee, dazu bin ich zu himmelig. Ich labere zu viel. Ja? Ja. Also labern jetzt nicht so mit, ich erziehe meine Kinder, sondern ich bin immer so, manchmal wie so ein Eichhörnchen so an denen dran. Und ich, also meine Tochter ist so eine eher Introvertierte. Die ist eher nach meinem Mann so. Und dann ist sie so, Mama, du willst schon wieder reden, ne?
Ich würde jetzt ganz gerne hier Mittag essen, ganz ohne reden. Wäre das möglich? Was? Das ist ganz anstrengend für mich. Und eine Eule würde das aushalten. Ich bin aber, glaube ich, keine Eule. Ich glaube, ich bin eher so eine Delfin-Mama. Sehr in meiner Schule unterwegs gewesen. Aber ich springe schon auch ordentlich immer rum und mache Randall.
Wir hatten das, als die Kinder klein waren, das fand ich ganz lustig. Ich mag ja das Buch Puderbär so gerne. Ich finde das super, weil da auch alle psychischen Auffälligkeiten, die wir heute diagnostisch benennen würden, sowieso drin sind. Ein ängstliches Ferkel, ein hyperaktiver Tiger. Ein depressiver Esel. Ein depressiver Esel, in dem Fall so eine naseweiße Eule.
Dieses Kaninchen, das so schlau ist. Und da hatten wir viel Spaß mit. Sagen wir, wer ist eigentlich wer bei uns in der Familie? Und das hat zumindest damals, als die Kinder klein waren, auch viele Konflikte aufgelöst. Und das ist was anderes, wenn man sagt, jetzt hör mal auf so rum zu I an. Ja, das ist ganz anderes als heulen ich. Und was ganz spannend ist, man kann seine Kinder ja mal fragen, was man für ein Tier ist.
Das ist höchst spannend. Und zwar hatten wir da mal eine echt lustige Situation. Das ist ja, ich habe es ja schon mal erzählt, mit Pflegekind ist es dann ja so, sodass man oft Jugendabbesuch hat und bla bla. Und dann hast du halt solche Termine. Und dann gibt es eben auch sowas wie Familienaufstellungen und sowas, was dann gemacht wird.
Und dann sollte meine große Tochter, da war sie sieben oder acht, sollte Tiere, so Schleichtiere nehmen und dann da so aufstellen. Und dann haben sie ein Schweinchen und gesagt, das ist Tine. Und ich so, was? Ich war echt ein bisschen beleidigt, so eine Schweinemutter zu sein. Und im Nachgang hat die Jugendamtsmitarbeiterin dann gesagt, Naja, also Schweinemütter, es gibt ja nichts Besseres.
Also die haben ja so viele Ferkel und die sind so geduldig. Und die Zitzen liegen da, die ist, die strahlt Ruhe aus, die ist für alle Ferkel da. Das darf man nicht so eins zu eins nehmen. Aber das ist so schön, die mal zu fragen und welche Konnotationen die damit verbinden. Ich glaube, du siehst auch eine andere Eule als ich. Naja, aber ich glaube, es geht ja vor allem darum, diese Unterschiedlichkeit mit Wohlwollen aufzuladen und nicht mit Abwertung.
Ja, aber auch nicht mit Selbstabwertung. Weil das ist ja auch oft dieses, ich passe hier gar nicht so richtig rein. Und es gab doch mal so ein Buch, ich weiß nicht mehr, wie das hieß, aber da konnte man, das war dreigeteilt und man konnte so unterschiedliche Tiere entstehen lassen, indem man es immer unterschiedlich umgeklappt hat, das Kokodil oder keine Ahnung, wie das hieß.
Aber du bist nicht nur ein Delfin, ich bin nicht nur eine Löwin. Und das biologische Wunder zwischen, ich bin eine Löwin gefangen in dem Körper eines Eisbären beispielsweise, weil wir ja alle wesentlich komplexer noch sind. Und das Schöne ist, finde ich, dass so eine Idee einen eher dazu bringt, freundlich auf sich zu blicken und auch zu verstehen, es ist nicht alles nur eine Frage des Wollens, sondern es ist auch ein bisschen, ich kann auch nicht aus meiner Haut.
Ich habe diesen Aufbau, ich reagiere total schnell auf Geräusche. Oder jetzt mal für meinen Mann, der würde am liebsten im Keller wohnen, da ist es dunkel, da ist es nicht so heiß. Dir wird übel von unserer Podcastwand. Mir wird übel von unserer Podcastwand, genau. Und für mich, ich würde am liebsten oben auf dem Dach wohnen.
Das ist hell, das ist windig, das ist luftig. Ich finde es lädt voll ein, ganz liebevoll zu gucken. Weil wenn ich mir so angucke, weiß ich nicht, als ich dann die große Reise machen wollte mit meinem Mann, da mal drüber nachzudenken, dass der ganz sicher kein Tier ist, was im Winter die Sachen packt und gehen süden fliegt.
Sondern eigentlich jemand, der sich in seine Höhle parkt und da ganz genüsslich vor sich hin schläft und seine Ruhe hat. Dann geht man da auch anders ran, wenn der mal schlechte Laune dann im Süden hat. Wenn man denkt, naja, du wärst jetzt auch gerne in deiner Höhle. Ist schon klar, danke, dass du es trotzdem machst und ich halte mal kurz zwei Stunden schlechte Laune dafür aus. Ich finde, das hilft in der Partnerschaft, das hilft mit den Kindern. Ich fand das total die schöne Idee, diese Tiere da mal mit reinzunehmen, weil das einem wirklich das sehr bildhaft vor Augen hält.
Ich finde letztendlich, ob du Tiere nimmst, wer technikinteressierte Kinder hat, die kann auch gerne sagen, meine Tochter ist ein Trecker, mein Sohn ist ein Porsche, also wer so karsaffin ist oder der Vater ist ein Kreuzfahrtschef. Ich frage immer, welches Bild passt zu uns, wenn man jetzt mal annimmt, die Eltern haben Bauernhof oder die Eltern haben eine Bäckerei, ist ja im Prinzip dasselbe. Der eine ist ein Schwarzbrot, der andere ist ein Brioche.
Und was bedeutet das? Die haben unterschiedliche Ruhezeiten, unterschiedliche Backtemperaturen. Also eigentlich kann man immer gucken, welche Bilder passen gut zu unserer Familie und es geht, glaube ich, letzten Endes darum. Uns aus der Schnellbewertung zu lösen und vor allem auch aus der negativen Zuschreibung von, wenn du nur wolltest, dann könntest du auch.
Und ich glaube, dass das Quatsch ist. Ja, das glaube ich auch. So, wir wollten noch ein drittes Lieblingskapitel, du hast gesagt drei. Ja, ich muss noch mal kurz nachdenken. Ich glaube, ich finde auch noch ganz gut, sich Gedanken zu machen über Manieren und Entschuldigung. Und ich treffe so oft auf Eltern oder auch in beruflichen Kontexten Leute, die auf ihrer Entschuldigung bestehen und dann erschüttert darüber sind, dass sie Entschuldigung kriegen, und keine echte Reue beim Gegenüber verspüren.
Und sich dazu nochmal Gedanken zu machen, was bedeutet es mir eigentlich, wann können die Kinder eigentlich was und was ist eine Entschuldigung? Weil ich glaube, dass es da häufig Missverständnisse darüber gibt, wenn Eltern sagen, du hast dich ja gar nicht echt entschuldigt. Die Kinder sagen, ich fühle mich auch nicht echt schlecht.
Warum sollte ich dann? Ja genau, mit Kindern nochmal auseinanderzufummeln, dass nicht jedes Bitte und Danke ein tief empfundenes Danke ist. Und ich sage, bitte, Christine, bitte, kann ich das Wasser haben? Sondern es ist einfach... Wenn du nicht so fragst, kriegst du auch keinen. Möchtest du noch was?
Eine angemessene Floskel ist, die wir beherrschen müssen. Und dass die andere Frage auch etwas ist, was mit Mitgefühl zu tun hat. Was kann Kindern eigentlich tatsächlich leid tun? Und wie geht man eigentlich damit um? Und vor allem nicht nur immer mit dem Entschuldigen, sondern auch, wie gehen wir mit dem Verzeihen um?
Weil es ja eigentlich ein zweigestaltiger Prozess ist. ich muss mich entschuldigen können, ich muss auch verzeihen können. Ich glaube, dass das viele Konflikte löst und auch viel von dieser schuldhaften Erwartungshaltung, die Familien gerne miteinander betreiben, du schuldest mir noch was. Nafiös. Ja, genau. Dass man darüber auch nochmal in Denken kommen kann, glaube ich, eigentlich die Kinder schulden mir was dafür, dass ich auf meinen Beruf verzichte, dass wir ein kleineres Auto haben, dass wir keine Fernreisen mehr machen.
Dafür müsste jetzt gefälligst auch mindestens glücklich und wohl erzogen sein. Ha ha ha. Ja, Eltern sind lustig, ne? Das stimmt. Naja, wobei man sich manchmal ja schon ein bisschen selber dabei ertappt, oder? Also du dich nie. Manchmal denke ich schon so, Leute, wenn ihr wüsstet, was ich jetzt hier heute alles gemacht und getan.
Und dann fühlt man sich schon manchmal so, dass man denkt, ihr könntet jetzt ruhig mal eher auf Knien zumindest vor mir rumrutschen, als mich noch zu beleidigen. Ja, aber ich glaube, mir hilft immer dabei, mir klarzumachen, es hat mich da keiner drum gebeten. Also es ist was anderes, wenn jemand zu mir kommt, wir hatten es ja schon mal über Hausaufgaben, aber wenn die Jüngste bei uns angelatscht kommt und sagt, kannst du mich bitte abfragen?
Das mache ich gerne, da kriege ich auch zurecht ein Danke. Wenn ich hinter meinem Kind herlaufe, mir den Nachmittag versaue und es zwinge, mit mir Spanisch-Vokabeln zu lernen, weil ich nicht ertragen kann, dass es morgen eine 5 schreibt. Dann kann ich ehrlich gesagt kein Danke mehr erwarten. Allerfrühstens mit 30, wenn sie dann den ersten Scheck bekommen. Ja, aber auch dann.
Also genau genommen halten die Kinder dann dafür her, dass ich meine Angst besiege. Also eigentlich müsste ich mich bei den Kindern bedanken und sagen, ich kann nicht aushalten, dass du scheiterst. Vielen Dank, dass du deinen Nachmittag dafür raushaust, dass ich mich morgen nicht wie eine scheiß Mutter fühlen muss.
Das ist ja so ein bisschen gaga. Also nochmal zu klären, wer will eigentlich was? und wenn du mich nicht um etwas bittest, kann ich auch keine Dankbarkeit erwarten. Ja, das stimmt. Deswegen darf ich den Kindern trotzdem was zumuten und ich darf sagen, pass mal auf, ich will, dass du morgen eins schreibst, damit unsere Nachbarin denkt, dass ich eine tolle Mutter bin, herkommen.
Ja, aber dann brauche ich auch nicht auf ein Danke warten. Dann kann ich einfach sagen, so, fertig, Abmarsch. Und hoffen, dass es morgen klappt. Ja, aber wir tarnen das ja schon geschickt auch immer unter dem Deckmantel des, ich will dir nur Gutes, mein Kind. Genau. Und ich weiß es besser als du, seien wir ehrlich. Total, also ich finde es echt wesentlich in der Kindererziehung, die Verantwortung so bald wie möglich an die Kinder zu übergeben.
Das ist ja natürlich nicht die ganze, aber ich sage mal, alles was Kinder verantworten können, in meinen Augen zumindest, sollen sie auch verantworten. Und das ist ja erstmal nur was Kleines, wie ziehe ich jetzt Sandalen an im Regen oder Gummistiefel. Und wenn du dich für Sandalen entscheidest, naja gut, probier es aus.
Das können schon Dreijährige verantworten. Zähneputzen kann man erst sehr spät wirklich selbst verantworten. Aber ich habe jetzt keine Ahnung. Wenn du meinst, du musst heute Abend kein Abendbrot essen und ich glaube, du weißt schon, was es bedeutet, Hunger zu haben, dann ist halt kein Abendbrot. Die Sache ist die, dass die meisten Eltern dann einknicken, wenn um 21 Uhr ein, hungriges Kind vor ihnen steht und sagt, ich möchte was essen.
Das ist doch ein tolles Gefühl zu sagen, guck mal, da hast du dich vorhin entschieden. Und so fühlt sich das an, wenn der Bauch sagt, das war eine richtig blöde Entscheidung. Aber du würdest ihm dann schon Essen geben, oder? Es geht ja auch nicht darum zu sagen, edgy, badgy, das hast du jetzt davon. Sondern geht ja darum zu sagen, guck mal, du hast dich zu was entschieden.
Und guck mal, so fühlt es sich an und das ist dann. Hast du Lust daraus was zu lernen oder machen wir morgen denselben Rabatz nochmal? Und insofern würde ich, also keine Ahnung, ja auch Quatsch ein Kind hungern zu lassen, wenn die Kühlschränke überquellen, ja. Aber es ist trotzdem etwas, was zumutbar ist. Oder den Turnbeutel zu vergessen.
Okay, wie schlimm ist es, wenn du mit deinem Turnbeutel nicht da bist. Ich habe gerade heute Morgen nochmal daran gedacht, wie viele Rügen ich bekommen habe in der Schule. Und für drei Rügen gab es einen Tadel. Bei drei Tadeln. Als Kind. Ja. Und ich habe wahnsinnig viele. Ich habe wahnsinnig viele Rügen bekommen. Ja, total. Und was ist passiert, wenn der Tadel kam? Der Tadel, also Rüge ist ja ein Eintrag ins Klassenbuch, und der Tadel ist dann ein Brief an die Eltern.
Keine Ahnung, ist nichts passiert. Lustig. Naja, also gut, da habe ich Hausaufgaben nicht gemacht oder was. Kennst du Zeugnistag von Reinhard May? Nee. Das wird dir so gefallen. Das ist ein Lied darüber, dass er als Kind mit einem schlechten Zeugnis geht er nach Hause und zeigt es den Eltern nicht, weil er sich schämt.
Und mit ganz krakeliger Schrift fälscht er die Unterschrift der Eltern und der Direktor merkt das. Und dann werden die Eltern einberufen. Und die Eltern kommen dorthin und sagen, doch, das ist unsere Unterschrift. Die decken ihn also. Und das ist für mich so ein bisschen Inbegriff von einer glücklichen Kindheit.
Ich meine, da ist auch nicht alles perfekt. Sonst hätte er vielleicht auch direkt gesagt, ey Mama Papa, ich habe hier Vierer und Fünfer. Aber in letzter Konsequenz, das meinst du auch mit einem solidarischen Leben, oder? In letzter Konsequenz zu sagen, wir sind die Band. Ja, genau, das meine ich mit Solidarität.
Aber ich meine auch mit den Konsequenzen, immer die Frage ist, wie weit kann man gehen? Aber die Frage ist ja, wenn du deine Hausaufgaben nicht machst, dann machst du sie nicht. Was soll ich dazu sagen? Genau, das ist dein Job. Meine Kinder hassen den Satz. Also ich habe meine Schulzeit hinter mir. Das ist mir auch ein bisschen egal. Genau.
Das kannst du nicht mit allen Kindern machen. Aber mit denen kann ich es machen und deswegen lasse ich sie da auch mal. Also ich hatte mal eine sehr lustige Geschichte. Mein Sohn war in einem anderen Stadtteil Hamburgs. Und wir waren zu Hause und dann dachte ich mir, wann kommt der denn wieder? Und der kam und kam nicht.
Wir waren draußen auf der Terrasse und dann kam er irgendwann und setzte sich hin, sehr erschöpft und sagte, Taxifahren ist ganz schön teuer. Ja. Und ich, was hast du denn gemacht? Ja, die S-Bahn kam nicht, dann ist er mit dem Bus gefahren, der Bus fuhr aber nur bis da und dahin, dann ist er mit dem Bus, an die Landungsbrücken gefahren und dann dachte er sich, jetzt habe ich wirklich keine Lust mehr, jetzt nehme ich, der war der Elf, jetzt nehme ich mir ein Taxi.
Der hat sich mit Elf ein Taxi genommen. Dann ist er mit dem Taxi zu uns gefahren, dann ist er hoch in sein Zimmer, hat seinen Sparschwein geholt, ist wieder runtergegangen, hat den Taxifahrer bezahlt und saß dann da und sagte, Taxifahren ist ganz schön teuer. Ich fand das total lustig. Also ich fand es clever von ihm zu sagen, so jetzt reicht es mir auch noch zwei Stunden. Also das dauert mit der S-Bahn zwölf Minuten und er hat irgendwie Stunden mit zugebracht nach Hause zu kommen.
Also als es noch keine Handys gab. Aber gut, was ich interessant fand, war die Idee von, ich habe mich entschieden, das Taxi zu nehmen, ich zahle das Taxi auch. Er kam nicht bei euch an zu heulen, so teuer. Nee, genau. Und das fand ich wiederum so rührend, dass ich ihm natürlich das Geld gegeben habe und gesagt habe, Puggebeer...
Finde ich alles super und gut, aber so zur Belohnung, weil du so schlau warst und dich so gut durch Hamburg durchgefühlt hast. Komm, den gebe ich dir aus. Ja. Genau. Voll schön, gut gemacht. Ja, irgendwie war es so lustig, wirklich. Ja. Cool. Ja, ja, genau. Also als ob das bei uns immer so gelaufen wäre.
Natürlich nicht. Sag mal, die eine Hälfte des Buches habe ich von meinen Kindern gelernt. Die andere Hälfte des Buches habe ich von all den Sachen gelernt, wo ich im Nachhinein denke, hmm. Scheitern. Hätte ich das mal früher gewusst. Du hast die Konsequenzen deines Handelns getroffen. In ein Buch übersetzt. Ja, in ein Buch übersetzt.
Also wirklich, Elke, ich wünsche diesem Buch nur das Beste, weil ich möchte wirklich, dass jeder es liest. Ja, bitte lest das alle. Ja, bitte lest das alle, weil es ist wirklich, also das kann man auch so gut verschenken, finde ich, weil das ist kein, also ich finde auch der Titel, 33 Sätze für eine glückliche Kindheit, heißt nicht das Buch für alle Eltern, die nicht wissen, wie es geht, sondern das ist halt wirklich, das ist ein Gewinn.
Und ich meine, ich setze mich viel mit Erziehung auseinander. Ich sitze hier mit dir wirklich so oft. Es ist dein Beruf. Es ist mein Beruf. Ich sitze hier auch mit dir ganz oft. Ein großes Privileg, aber ich höre mir das ja alles aus erster Hand an und kann mir immer genau die Fragen stellen, die ich fragen möchte.
Richtig cool. Und trotzdem habe ich noch aus dem Buch ganz viel mitgenommen. Das heißt, da werden auch Fachkräfte noch ganz viel drin lesen. Da werden Leute vielleicht auch, die sich manchmal fragen, mache ich das richtig, sich auch bestätigt fühlen oder auch noch mal eine kleine Justierung bekommen.
Und natürlich, ich finde es immer so schwierig, Erziehungsratgeber, das ist ja immer so. Aber das hast du ja auch gesagt. Es gibt keine Bedienungsanleitung für Familie sein. Das wäre ja was. Aber das hier ist auf jeden Fall eine Bedienungsanleitung für die eigenen Unsicherheiten, finde ich. Und das ist was Schönes. Das freut mich total. Ja, und mich auch.
Übrigens, mein Lieblingskapitel, ich habe es gefunden, ist, darf ich dich mal als Kinderprofi fragen? Ja. Weil ich finde, dass da auch so viel, da passiert so viel drumherum, wenn ich mein Kind als Kinderprofi frage. Erstens werde ich klüger. Also man kann sogar halbe Bücher damit schreiben, sagt Elke.
Ganz psychologische Praxis damit führen. So nämlich, genau. Aber vor allem, was schenkst du deinem Kind damit? Weil es ist ja so dieses Gefühl von, ich erkläre dir die Welt, ich bin immer kompetenter als du. Da ist so viel falsch dran einfach. Es ist so schön, wenn man seinen Kindern diese Haube einmal gibt und auch zurecht und nicht gespielt, sondern was mache ich denn jetzt?
Ich frage meine Kinder wirklich auch oft, was ich mit den anderen machen soll. Ja, das wissen die auch sehr genau. Sehr genau. Die wissen sehr genau, ja, da redest du einfach zu viel, habe ich schon öfter mal gehört. Da musst du einfach mal das und das machen. Auch schön, wenn sie dann so Erziehungstipps für ihre Geschwister einem geben, gefragt oder ungefragt, und man dann fragt, aha, also soll ich das bei dir ausmachen?
Nee, also bei mir jetzt nicht. Naja, aber es stimmt ja auch. Jedes Kind braucht ja seine eigene Art von Beziehungsgestaltung. Und es ist genau das zu sagen, so wie ich meinen Bruder kenne, Mami solltest du und bei mir funktioniert das nicht, weil. Aber manchmal ist da auch ein bisschen Kompass drin, was ihnen vielleicht fehlt.
Also ich habe schon das Gefühl manchmal, wenn mein einer Sohn sagt, ich soll zum anderen ein bisschen strenger sein, denke ich mir so, aha, du wünschst es dir manchmal einfach ein bisschen klarer. Okay, habe ich verstanden. Ich glaube schon, dass da auch ein bisschen ein, du könntest deutlicher sein, drinsteckt.
Ich hatte das mal mit den Kindern, das finde ich immer ganz interessant. Da haben die sich beschwert, dass andere Kinder in ihrer Klasse Softdrinks und Schokolade dabei haben und so, ne? Und bei der Frage von, okay, das kann ich ja auch machen, soll ich das? Und das finde ich ganz interessant, also jetzt mal ohne zu provozieren.
Was kam denn? Natürlich nicht. Aha. Das ist interessant. Und wir, wir ja mit unseren Kindern auch sind, wir leben ja in einem ständigen Paradox. Ich hätte das schon gerne, Sprite und was weiß ich, Süßigkeiten, ohne es zu wollen. Aber, und das finde ich bei Kindern ganz interessant, ich möchte mich aber darüber beschweren.
Wie ich mich sehr darüber beschwere, dass ich Steuern zahlen muss. Und wenn mich jemand fragt, möchtest du das nicht mehr machen? Und niemand zahlt mehr, ich dann sagen würde, nee, natürlich nicht. Also natürlich. Und dann finde ich nämlich als Eltern den Unterschied hinzubekommen, auf welches Genörgel und Gemecker muss ich eigentlich mit einer Verhaltensanpassung reagieren?
Und wo reicht es zu sagen, ja, ne? Und auch das finden wir im Buch. Es geht nämlich um den Unterschied von Jammern und Klagen. Ja, aber es ist so schön. Du hast total recht. Du hast wirklich alles, was du so sagst, ganz gut in dieser kleinen Schale einmal zusammengerührt und das ist dir sehr, sehr gut gelungen.
Dafür sage ich einmal stellvertretend Danke und allen anderen kann ich nur sagen, wir können da jetzt natürlich noch ewig lang drüber reden, wir können es auch vorlesen, aber das tun wir nicht. Wir sollten es ja kaufen, verschenken und dreimal lesen, weil es ist einfach echt ein schönes Buch. Elke, wir hören dich nächste Woche schon wieder. Die ist das krass.
Ja, wir hören dich nächste Woche schon wieder. Da geht es weiter mit einer eurer Fragenfolge. Also, Christine, vielen Dank, dass du gesagt hast, du jetzt reicht es mal, mach mal. Echt mal. So, man muss auch mal ins Tun kommen. Man muss am Gerüst durch. Sehr schön. Das freut mich, dass das so gut gelaufen ist. Und zur Feier, dessen gehen wir nachher lecker essen. Wir gehen nachher lecker essen.
Du lädst mich ein. Ich lade dich ein. Elke. Christine. Ich freue mich, dich nächste Woche wieder zu sehen. Und ja, wenn ihr Fragen, Anmerkungen, Buchrezensionen habt, Schreibt sie auf Amazon und uns schreibt ihr auch natürlich alles, was ihr Nettes zu sagen habt und Unnettes zu sagen habt. Fragt uns, für die eure Fragen folgen und lest die Shownotes.
Wir vertaggen natürlich das Buch von Elke im Namen des Fanclubs. Danke, dass du da warst. Danke, dass du geschrieben hast. Danke, dass du immer weiter hier sein wirst. Für immer und immer. Alles Liebe aus Hamburg. Tschüss.