F.A.Z. Wie erkläre ich’s meinem Kind?· Folge 308
Warum Blätter im Herbst bunt werden und im Sommer braun
Freitag, 16. Oktober 2026 · 6 min
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Shownotes
Über die Wasseraufnahme, wenn es friert, Chlorophyll und Photosynthese, Zeit für den Rückzug und einen Kraftakt in der Not
In diesen Tagen finden wir die Farben des Herbstlaubes bezaubernd, das oft vertrocknete Sommerlaub wirkte bedrückend. Die beiden Arten, Blätter zu verlieren, haben einen großen Unterschied.
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Warum Blätter im Herbst bunt werden und im Sommer braun? Von Friedhof Küchelmann. Es wird Herbst, die Blätter der Laubbäume färben sich und fallen ab! Das ist doch ganz natürlich, könnte man denken. Darüber staunen höchstens Menschen aus Weltgegenden in denen Bäume das ganze Jahr über ihre Blätter behalten – weil die Temperaturschwankungen zwischen Sommer und Winter dort nicht so groß sind wie bei uns!
Aber wenn man sich genauer anschaut was unsere Bäume da jedes Jahr veranstalten kommt man aus dem Staunen kaum noch heraus…. Und wenn man auch noch daran denkt, dass viele Bäume in diesem Jahr schon einmal das Grün ihrer Blätter verloren haben – aber auf eine andere Art als normalerweise im Herbst. Dann wird es richtig interessant!
Warum Laubbäume hierzulande überhaupt ihr Laub abwerfen wurde fast schon verraten. Über ihre Blätter verdunstet Wasser bei einer ausgewachsenen Eiche unter normalen Bedingungen etwa vierzig Liter am Tag. Das sind vier von diesen großen schweren Gießkannen im Garten. Und die Menge kann noch viel größer sein, bis zu vierhundert Liter!
Das ganze Wasser muss selbstverständlich irgendwo herkommen und es muss irgendwie aus den Wurzeln mit denen die Bäume ist aus dem Boden aufnehmen in die Blätter gelangen. Wenn es friert wird Wasser zu Eis – als Eis kann es nicht nur Nichtversickern im Boden Es kann auch nicht von den Bäumen aufgenommen werden.
Und es gibt noch ein Problem, wenn Wasser gefriert braucht es mehr Platz als vorher. Wenn bei Wasserhennen draußen im Garten nicht rechtzeitig das Wasser abgestellt und abgelassen wird kann es passieren dass sie platzen wenn es besonders kalt ist weil das restliche Wasser in ihnen gefrierte sich ausdehnt und sogar einen Eisenrohr sprengen kann.
Auch Bäume könnten im Winter Schaden nehmen, wenn in ihnen weiter so viel Wasser fließt wie im Frühling und Sommer. Die Blätter von hiesigen Laubbäumen würden mit wenigen Ausnahmen verwelken und vertrocknen, wenn nicht genügend Wasser in ihnen ankommt. Deshalb haben sich diese Bäume so entwickelt dass sie sich von ihren Blättern trennen.
Erst holen Sie sich aus den Blätdern die Bestandteile der Substanz zurück, die für grüne Farbe der Blätter sorgt. Sie heißt Chlorophyll und sie gibt den Bäumen nicht nur ihre Farbe, sondern sie ist es die mit dem Sonnenlicht, dem Wasser aus dem Boden und mit einem Bestandteil der Luft, der Kohlenstoff Dioxid heisst Traubenzucker produziert.
Den brauchen Pflanzen zum Wachsen Man nennt diesen Vorgang Photosynthese und das dabei außerdem auch noch Sauerstoff entsteht, den Tiere und Menschen zum Leben brauchen isst ein großes Glück. Das Chlorophyll ist zu wertvoll für ein Baum, um es jeden Herbst einfach mit den Blättern abzuwerfen. Wenn seine Bestandteile und wichtige Nährstoffe aus dem Blätter in den dicken Ästen und dem Stamm gelagert sind, kriegen in den Blättern andere Farbstoffe die Oberhand – das Laub sieht gelblich orangefarbig rötlich aus!
Auch diese Farben zeigen Stoffe an, die ihre Funktionen haben…. Schließlich trennen die Bäume ihre Blätter mit einem kleinen Propfen aus Kork von den Zweigen ab und sie fallen herunter. Die anderen Farben verblassen, übrig bleibt das braun-abgestorbenen Blattgewebes. Das alles sind biologische Vorgänge, die ihre Zeit brauchen.
Wenn es im Sommer länger sehr heiß ist wie in diesem Jahr Kann man beobachten, was passiert wenn Laubbäume diese Zeiten nicht haben. Die Blätter werden gleichbraun – der Baum kann das Chlorophyll nicht in Sicherheit bringen und er kann auch keinen Korkfropfen bilden um die Blätter abzutrennen. Deshalb bleiben die vertrockneten Blättern bei manchen Baumarten im Sommer oft lange an den Zweigen hängen.
ein trauriger Anblick eines Baums in traurige Situation. Wenn einige Bäume dann im Herbst noch einmal, wie sonst im Frühjahr neue Blätter sprießen lassen könnte man erleichtert sein. Geschafft! Sie sind wieder da. Tatsächlich ist es eine riesige Anstrengung für die Pflanze und sie nutzt dafür Reserven, die eigentlich im kommenden Frühjah gebraucht werden.
Man kann nur hoffen, dass die Energie diese in der kurzen Zeit mit den neuen Blättern durch Fotosynthese gewinnen und speichern kann bevor es wieder zu kalt wird – den Stress lohnt. Ungefährlich ist das jedenfalls nicht! Die neuen Blätter sind weich-und empfindlich. Sie können bei frühem ersten Frost leichter Schaden nehmen als ältere widerstandsfähigere Blätter.
Es macht Spaß, im Herbst im Wald zu sein. Wegen der Kastanien und Eicheln und Bucheckern die man finden kann – und wegen der bunten Farben des Herbstlaubs, die bei genauem Hinsehen von den Vorbereitungen der Bäume auf dem Winter erzählen. Manchmal auch von der Belastung durch den vergangenen Sommer. in jedem Fall aber über ihre so wundervolle wie empfindliche Balance und von den Vorräten, die auch ein Baum sich hält.