
Food Crimes - Was schmeckt dahinter?
Eine tödliche Brettljause für den Tanzlehrer (feat. Philipp Fleiter / Verbrechen von Nebenan)
Dienstag, 4. März 2025 · 1 h 04
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Shownotes
Am 13. September 1972 betritt ein Mann die Postfiliale am Hauptbahnhof von Graz. Er trägt ein Paket unter dem Arm: Darin hat er eine Brettljause mit bayrischem Bier und steirischen Wurstwaren verpackt. Das Paket geht an den Tanzlehrer Heinz Kern. Schon am nächsten Morgen landet die Brettljause im Haushalt der Familie Kern. Heinz Kern macht sich schon bald über die Leckereien her. Wenige Stunden später ist er tot – und für seine Frau Helga Kern beginnt die schmerzhafte Suche nach dem unbekannten Mann.
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Transkriptvom Podcast bereitgestellt · Zeitmarken springen hin
Am 13. September 1972 betritt ein Mann die Postfiliale am Hauptbahnhof von Graz. Er trägt ein Paket unter dem Arm. Darin hat er eine Bretteljause mit bayerischem Bier und steirischen Wurstwaren verpackt. Am Schalter erklärt er der Postbeamtin, dass dieses Paket an einen gewissen Heinz Kern gehen soll.
Der Postbeamtin sagt der Name etwas. Heinz Kern ist in Graz kein Unbekannter. Seine Tanzschule kennt fast jeder in der Stadt. Bei ihm und seiner Frau wollen sie alle tanzen lernen. Kein Wunder also, dass ihm jemand eine kleine Aufmerksamkeit zukommen lassen möchte. Doch die Frau ist verwirrt. Die Wohnung von Heinz Kern ist nur wenige Schritte entfernt.
Will der Mann das Paket wirklich verschicken? Das kann er doch auch hinbringen. Aber nein, der Mann besteht darauf. Er möchte es wirklich bitte verschicken. Gesagt, getan. Und schon am nächsten Morgen landet die Bretteljause im Haushalt der Familie Kern. Heinz Kern macht sich schon bald über die Leckereien her. Wenige Stunden später ist er tot.
Und für seine Frau Helga Kern beginnt die schmerzhafte Suche nach dem unbekannten Mann. Music. Das ist Foodcrime. Was schmeckt dahinter? Mit Lilly Temme, Florian Rietzer und dem besten Gast aller Zeiten. Philipp Fleiter. Sind wir mal ehrlich, wäre sein nächstes Projekt eine ungekürzte Lesung des Telefonbuches aus Bad Münstereifel, würden wir auch da gespannt zuhören.
Bis dahin können wir einfach froh sein, dass die wahrscheinlich schönste Podcaststimme EU-West bei True Crime Geschichten bleibt. Bei Verbrechen von nebenan erzählt uns der Grand Monsieur des deutschen True Crimes alle zwei Wochen einen Kriminalfall aus Deutschland. Darüber hinaus spricht er jede zweite Woche, also im Wechsel, in dieser eine Moment über Situationen, die das Leben seiner Gäste für immer verändert haben.
Öffnet die Türen, Ohren und Herzen für Philipp Fleiter. Schön, dass du da bist. Oh mein Gott, ich bin so froh, hier zu sein. So einen roten Teppich habe ich schon lange nicht mehr ausgerollt bekommen. Vielen, vielen Dank. Schön, dass du da bist. Wir freuen uns wirklich riesig. Wir waren auch ein bisschen aufgeregt. Und nicht nur wir, sondern ehrlich gesagt in unserer Redaktion hier, in der wir arbeiten für ZDF Besseresser.
Einige andere auch, weil als wir gesagt haben, dass wir heute mit dir aufnehmen, Philipp, waren sehr viele True Crime Fans so, oh mein Gott, ne, krass. Das ist sehr süß. Also ich habe mich auch sehr gefreut, als die Anfrage kam, weil ich dann geguckt habe und gesehen, es gehört zu Besseresser und mein Freund ist der weltgrößte Sebastian-Lege-Fan.
Ach, guck. Wenn ihr ihn seht, richtet ihm liebe Grüße aus von mir und meinem Freund. Er hat gesagt, das musst du machen. Die Sendung gucke ich immer. So schließt sich der Kreis. Ich freue mich sehr, bei euch zu sein. Vielen Dank. Es geht ja heute um eine Tanzschule, um einen Tanzlehrer und mich hat das tatsächlich so ein bisschen zurückversetzt in eine Zeit, wo man einen Tanzkurs gemacht hat und ich sage es gleich vorab, ich habe keinen gemacht.
Ich finde bis heute so Standard-Tanz schrecklich, ich finde, mir macht das gar keinen Spaß, aber es war natürlich so ein Ding, so mit 14, 15, dass man dann in die Tanzschule gegangen ist. Hast du einen Tanzkurs gemacht? Ich habe mich gerade gefragt, ob man in eurem Alter, ihr seid ja noch wahnsinnig jung, ob man da überhaupt Tanzkurse, ob das da noch ein Ding war.
Also bei uns war das noch ein Ding auf dem Land, aber ich habe es auch nicht gemacht. Also wir haben kurz vorm Abi in Sport dann so einen Crashkurs gemacht, damit man auf dem Abiball sich nicht völlig blamiert. Das ist glaube ich dann Discofox, weißt du, dieses 1-2-Tipp. Ist nicht so viel hängen geblieben, muss ich ehrlich sagen. Aber vielleicht irgendwann wird es noch mal was, weil ich versuche ja schon seit Jahren, mich sympathisch durch die Hintertour bei Let's Dance reinzusnicken.
Und vielleicht klappt das dann da mit dem Tanzkurs. Das ist auf jeden Fall dein richtiger Crashkurs. Ja, also ich kenne ein paar Leute, die mitgemacht haben. Das ist wirklich, wirklich hardcore. Aber ehrlich gesagt, man braucht es ja jetzt auch nicht so oft. Also eigentlich nicht mal mehr auf Hochzeiten, weil so den Brauttanz, das machen die ja alleine.
Da steht man dann ein bisschen drumherum. und danach macht man ja auch keinen Standard-Tanz mehr. Da würde ich kurz einhaken, weil ich komme auch vom Dorf und ich habe damals so einen Tanzkurs gemacht mit einigen Klassenkameradinnen und Klassenkameraden und ich konnte das, was ich da gelernt habe, sehr gut anwenden, weil es bei uns halt ungefähr wöchentlich irgendwelche Dorfpartys auf irgendwelchen Bauernhöfen, Erntedankfesten, Zelten gab, wo ich einen Discofox aufs Parkett gelegt habe mit Daniel.
Liebe Grüße an dieser Stelle. Hör mal. Das ist ja auch... Da konnte ich genanzen, Po-Party-Hitmix, Leute, das war meine Zeit. Ich meine, so mit 14, 15 ist das ja auch, ist ja so ein Tanzkurs auch die erste Möglichkeit, mal, dass man sich ein bisschen näher kommt. Das ist, glaube ich, ja auch verlockend für viele. Mich hat das nie interessiert.
Für mich ist Standard-Tanz eine Red Flag. Alles klar. Man merkt so ein bisschen, da ist so ein leichtes Trauma bei dir ausgelöst worden. Und das arbeite ich heute auch. Okay, sehr schön. Ich bin gespannt, aber man merkt, finde ich, schon in der Anmoderation, es sind andere Zeiten, da werden noch Wurstwaren per Post verschickt, weiß ich nicht, ob man das heute noch so machen würde.
Ja, das wird gleich noch ein Thema werden, da können wir, glaube ich, noch mal reingehen in dieses Paket. So gleich zum Anfang, Tanzlehrer, habt ihr ein Gefühl, in welche Richtung das gehen könnte, wer ein Interesse an dem Tanzlehrer hätte, dass er nicht mehr existiert? Es ist jetzt sehr Klischee, aber man sagt ja über Tanzlehrer, dass die dann auch...
Über das Parkett hinaus mit ihren Tanzpartnerinnen weiter in Kontakt treten. Also auch über Let's Dance erzählt man sich ja so Geschichten in Köln, dass da sehr viel GV stattfindet hinter den Kulissen. Ich liebe es, dass du GV sagst. Dass der Bad Schatter so eine Runde zu weit geht. Ja, und deswegen könnte ich mir vorstellen, dass das vielleicht irgendwie ein gehörnter Ehemann ist, deren Frau den Tanzlehrer vielleicht zu tief in die Augen geguckt hat.
Das wäre so meine erste Assoziation. War ehrlich gesagt auch mein Gedanke. Spannend. So ein bisschen auf, was man Tennislehrern oder Golflehrern oder so nachsagt. Und Skilehrern, wir sind ja in Österreich. Und dann ist es beim Tanzen ja auch noch so, dass man, wenn man mit, also man ist seinem Gegenüber ja sehr nah.
Und dann ist diese Körperlichkeit schon da. Ich glaube, dann fällt es einem vielleicht manchmal gar nicht so schwer, wenn man sich gut versteht, dann noch, nachdem im Tanzstudio die Lichter ausgehen, noch woanders weiterzumachen. Ich würde mal sagen, wir machen mal eine Fußnote dran an den Gedanken. Und ich erzähle euch mal ein bisschen was über Heinz Kern, wer Heinz Kern ist und wie es überhaupt dazu kam, dass er Tanzlehrer wurde.
Als das verhängnisvolle Paket im Jahr 1972 bei Heinz Kern ankommt, ist dieser einer der bekanntesten Menschen der Stadt. Und auch seine Frau Helga ist den meisten Menschen in Graz und Umgebung sehr gut vertraut. Denn wer das Tanzen lernen möchte, der geht zu den Kerns. Hier trainiert man bei absolut, 1969, also nur drei Jahre zuvor, gewinnen Heinz und Helga Kern den Tanzweltcup.
Sie sind auf dem Höhepunkt ihrer Karriere, die für die beiden gut zehn Jahre zuvor in der Herrengasse, der Ausgemeile von Graz, beginnt. Helga Kern ist damals gerade mal 16 Jahre alt, Heinz fünf Jahre älter. Ein gemeinsamer Freund hatte die beiden zwar auf einer Party vorgestellt, oder wahrscheinlich sagte man damals Fete.
Doch ins Gespräch kommen die beiden erst ein paar Wochen später, als Heinz Helga in der Herrengasse wieder trifft. Heinz und Helga in der Herrengasse. Fantastisch. Sie ist ihm schon beim ersten Mal ins Auge gefallen. Groß und schlank. So stellt er sich seine perfekte Tanzpartnerin vor. Als er dann noch erfährt, dass sie noch nie getanzt hat, weiß Heinz sofort, das ist die Richtige.
Helga sagt später, dass Heinz froh war, dass sie noch nicht von anderen Lehrern verhaut und verdorben war. Wie so ein Pferd, was eingeritten wurde. Ich hatte gerade genau den gleichen Gedanken. Das ist ja eigentlich wirklich ein bisschen eklig. Ja, und es kommen noch ein paar Zitate von Helga, auch auf die damalige Zeit.
Und irgendwann fällt der Satz auch bei ihr so, das waren andere Zeiten, das waren andere Zeiten. Das entschuldigt nichts. Es ist natürlich, glaube ich, wie du am Anfang meintest, dass man sich immer wieder klar macht in dem Fall, in was für einer Umgebung man sich da befindet. Ich meine, auch der Altersunterschied, 21 zu 16, ist schon relevant in dem Alter, finde ich, oder?
Da werfe ich mal ein, bei uns aus dem Dorf war das eigentlich normal, dass die ganzen Mädchen bei uns so mit 15, 16, 17 alle ältere Freunde hatten, weil die hatten ja schon Autos. Und das hat niemand so richtig hinterfragt. Also ja, ich gebe dir recht, im Nachhinein ist das ein großer Unterschied. Aber alle Mädels aus meinem Freundeskreis hatten 20, 21, 22-jährige Freunde mit tiefer gelegten Opel Calibras.
Also das war vollkommen normal und das hat auch damals keiner hinterfragt. Aber klar, aus der heutigen Sicht denkst du so, schwierig. Ja, und Heinz ist auch eine einnehmende Persönlichkeit, sage ich mal so. Heinz ist damals 21, aber strotzt schon vor Selbstbewusstsein. Er weiß, was er will und wie er seine Ziele erreicht.
Den Fleiß, den Ehrgeiz und den Hang zur Perfektion hatte er von seiner Mutter geerbt. Sie betrieb in Graz einen Krämerladen, also einen kleinen Supermarkt, und führt nicht nur den Laden, sondern auch als Matriarchin die Familie mit den vier Söhnen. Über den Vater von Heinz Kern ist hingegen fast nichts bekannt.
Also er ist da, er ist nicht gestorben, aber wir wissen nicht viel über ihn. Was wir aus Beschreibungen über die Familie von Bekannten wissen, ist, dass sie immer fest zusammengehalten haben. Sie waren wie eine Art Clan. Nichts ging über die Familie. Außerhalb der Familie dreht sich Heinz' Leben um den Tanzsport.
Und den konnte er jetzt mit seiner Helga teilen. Nachdem sich Heinz und Helga 1960 kennenlernen, werden sie schnell ein Paar und beginnen Tag und Nacht zu trainieren. Helga wird von seinem Enthusiasmus, seinem Fleiß und Ehrgeiz angesteckt. Auch sie ist Feuer und Flamme für den Tanzsport. Und schon bald zahlt sich die harte Arbeit aus.
Erst werden sie mehrfach österreichische Staatsmeister und 1969 gewinnen sie tatsächlich den Weltcup. Es ist der letzte, ihre insgesamt 106 Pokale, die sie gewinnen. Also die haben schon eine ordentliche Karriere hingelegt, die beiden. Auf dem Höhepunkt des Erfolgs hören sie auf. Sie haben alles erreicht.
In Graz wollen sie nun ein neues Kapitel aufschlagen. Am besten mit einer eigenen Tanzschule. Und vielleicht denkt ihr jetzt, das ist ja ein absoluter No-Brainer. Also natürlich machen sie eine Tanzschule auf mit diesem Resümee, doch ganz so leicht war das nicht. Denn in Graz gibt es zu dieser Zeit schon drei große Tanzschulen.
Der Markt ist schon so gut wie übersättigt. Und dann erzählt ein alter Tanzfreund Heinz Kern auch noch, dass der in der kommenden Saison ebenfalls eine Tanzschule eröffnen will. Heinz hat damit kein Problem, es freut ihn sogar. Okay, da fällt ihm, Ernst Schweighofer, natürlich ein Stein vom Herzen. Aber es gibt da noch eine Sache. Ihm wäre es wichtig, wenn Heinz und Helga nicht auch noch eine Schule eröffnen.
Er möchte nicht noch mehr Konkurrenz haben. Heinz verspricht es ihm. Aber ein Jahr später, in der Tanzsaison 1970-71, öffnen Heinz und Helga Kern am Geidorfplatz in Graz in einer Villa in bester Lage dann doch ihre Tanzschule. Und die High Society der Stadt steht Kopf. Da haben wir jetzt schon direkt das zweite Motiv, mögliche Motiv.
Das war auch so mein zweiter Gedanke nach dem Schwimmelkram am Anfang. Das wäre aber auch so ein bisschen Klischee, wie so ein Sat.1-Film Anfang der 2000er Jahre, zwei Tanzschulen kämpfen gegeneinander. Und dann verlieben sich am besten noch die Kinder der Betreiber ineinander, so Romeo-Nieder-mäßig.
Das ist natürlich, ich glaube, in dieser Tanzbranche von dem, was ich bisher kennengelernt habe an Tanzprofis, da wird schon mit harten Bandagen gekämpft. Also es sieht nur nach vorne raus so aus, dass die alle lächeln, aber da ist, glaube ich, hinter den Kulissen geht es da ganz schön ab. Passt perfekt, dass du heute Gast bist, wenn es ums Tanzen geht, weil du ja scheinbar doch ein bisschen mehr Connections in die Tanzwelt hast, als wir dachten. Sagen wir mal so, ich übernachte in Köln relativ häufig in einem bekannten Hotel.
In der Nähe vom Hauptbahnhof. In der Nähe vom Hauptbahnhof. Und da fügt es sich dann häufiger, dass man mal ein paar Let's Dance Menschen da trifft. Und ich kenne mittlerweile auch echt einige Leute, die da schon mitgetanzt haben. Und das ist ja auch heute deine offizielle Kampagne für die nächste Staffel.
Das ist meine offizielle Kampagne. Deswegen ja, wenn ich jetzt so drüber nachdenke, habe ich doch mehr Berührung mit Profitänzern, als ich bisher realisiert habe. Und komme ich gleich auch noch mal drauf zu sprechen, dass der Tanzspurt in Österreich, der hat ja auch noch mal eine ganz andere Bedeutung, sozusagen diese Ballsaison, die von November bis Februar.
Überall stattfindet, in allen großen Städten. Das ist ja nicht nur irgendwie, man geht ein bisschen tanzen, das sind ja soziale Events. In Wien hat ja jede Gruppe, die sich nicht irgendwie bei drei irgendwie retten kann, hat ja einen Ball. Also da gibt es die Zuckerbäcker, da gibt es die Jäger, jede Uni hat einen Ball.
Und das ist wirklich ein Ding und da ziehst du dich schick an, da wirfst du dich in den Frack und das ist Sehen und Gesehen werden. Das ist total wild, weil ich wusste das vorher auch nicht, aber ich war jetzt gerade erst vor kurzem in Wien, weil ich da eine Live-Show gespielt habe und war da mit einer Freundin unterwegs und bin an wahnsinnig vielen Geschäften vorbeigegangen, die Fracks und so Ball, Fracks, Frecke, Fracken verkauft haben und so Ballkleidern, das braucht doch kein Mensch heutzutage mehr.
Und dann meinte sie, doch klar, hier ist wirklich jede Woche ein Ball. Das ist, glaube ich, ein bisschen so ein Österreich-Ding. Also in Deutschland scheint mir das nicht mehr so zu sein. Aber da ist das richtig mit Schick machen und da reicht jetzt nicht der Karstadtanzug, sondern da muss es halt ein Frack sein und für die Frauen halt das bodenlange.
Aufgebauschte Ballkleid. Ich war in meiner Wien-Zeit einmal auf einem Ball von meiner Uni. Das war wirklich wild. Also das ist, da gibt es niemanden, der sich nicht schick macht. Deswegen, also diese ganzen Frecke, Frecki, Frecke, die werden auch genutzt. Ich hatte, glaube ich, einen normalen Anzug an und habe mich komplett underdressed gefühlt.
Und dann konntest du noch nicht mal tanzen. Und dann konnte ich auch nicht mal tanzen, aber das das war in der Hofburg in Wien, wo man dann wirklich auch einfach stundenlang erstmal durch die Gegend laufen kann, um zu schauen, was eigentlich da so los ist. Und in jedem Saal spielt da eine neue Band. Also es sind schon auch geile Events, aber das war so.
Aber dann macht es ja Sinn, dass Franz und, Wie heißt deine Frau? Helga. Heinz und Helga. Das fängt nicht mit H an. Philipp, wir verwechseln ständig irgendwelche Namen. Das ist bei uns mittlerweile so ein Standard. Ich habe das mit Jens und Nils. Das ist für mich gefühlt eine Person. Wenn jemand Jens und Nils, das ist eins für mich. Ich habe das noch mit Simon und Lukas.
I feel you. Also Heinz und Helga. Dann macht es Sinn, dass sie auch denken, wir könnten auch noch eine Schule eröffnen, weil es ja den Markt dafür gibt. Und die haben halt einen Namen. Ich meine, die haben den Weltcup gewonnen. Aber trotzdem muss ich sagen, wenn sie diesem Ernst gesagt haben, dass sie keine eröffnen und dann doch eine eröffnen, finde ich das auch ein bisschen unsympathisch. Ja, da kommen wir gleich noch dazu.
Was da eigentlich möglicherweise Absprachen waren. Ich habe ein Bild von den beiden für euch dabei, beziehungsweise zwei Bilder. Ich habe eine Vermutung, wie sie aussehen könnten. Dann sag mal, bevor du siehst. Das würde mich interessieren. Also Tänzer sind für mich immer sehr schlank durchtrainiert, großartige Haltung natürlich und immer so einen Tacken zu braun.
Das sind die beiden in Aktion und ich mache immer weiter. Wow. Das sind sie mit einem Pokal. Weiß nicht, was das für ein Pokal ist, aber... Ein großer Pokal. Du hattest recht, Philipp. Gute Haltung, schlank, trainiert. Aber fällt euch was auf, die lächeln, aber die Augen lächeln nicht mit. Das stimmt, ja.
Ich kann mir bei ihm vorstellen, weil er wurde ja schon als wirklich so ein Getriebener beschrieben, so super ehrgeizig, dass er selbst so einen großen Erfolg oder diese Pokale nicht wirklich genießen konnte. Weißt du, dass es immer nur ein Schritt war, ein weiterer Schritt, dass es nie ein Zurücklehnen und mal Innehalten war, sondern okay, ich habe jetzt wieder einen gewonnen und weiter geht's. Krass.
Sind das Ihre echten Haare? Boah, ich glaube schon. Ich glaube, das war einfach der Vibe, oder? So eine schöne, auftopierte Dauerwelle. Also ich könnte nicht so viel Volumen, glaube ich, aus meinen Haaren zaubern. Das muss ich hier ... Respektvoll anerkennen. Neidvoll auch vielleicht. Ja. Wir haben jetzt gerade schon darüber gesprochen, dass Heinz seinem Freund Ernst dieses Versprechen gegeben hat, die Tanzschule nicht zu eröffnen.
Und das war nicht nur für Ernst ein Schock, sondern für die ganze Tanzszene in Graz eigentlich. Als die Tanzsaison 1970-71 in Graz beginnt, ist die Tanzschule Kern der heiße Scheiß. Jeder will hier seine Kurse belegen. Und das hat seinen Grund. Denn Tanzen und Tanzbälle haben in Österreich nochmal eine andere und vor allem größere Bedeutung als bei uns in Deutschland. Das ist das, was wir gerade besprochen haben.
Denn damals wie heute ist die Ballsaison vor allem ein soziales Event. Die Kurse sind reihenweise ausgebucht. Heinz und Helga arbeiten Tag und Nacht. Während Heinz neben den Kursen die Buchhaltung führt, ist Helga auch für das Putzen und die Büroführung zuständig. Nicht alle sind begeistert vom Erfolg der Kerns. Nicht nur Ernst Schweighofer nimmt es seinem Freund übel, dass er sein Versprechen gebrochen hat.
Nein, die Kerns verlieren nahezu alle ihre Freunde in der Tanzcommunity von Graz und werden sogar aus dem wichtigsten Tanzverein der Stadt ausgeschlossen. Also so eine Art Rotary Club. Oder wie in Köln die Karnevalsvereine. Ja genau, wo dann alle versammelt sind und sich treffen. Okay, aber dann ist das ja schon krass. Ja, ja, sie sind gesellschaftlich geächtet im Grunde.
Aber versteht ihr das? Also ich meine, Konkurrenz belebt das Geschäft. Klar verstehe ich, wenn du jetzt eine Tanzschule hast, die eh schon nicht so doll läuft, dann macht einer dann noch eine andere Tanzschule auf. Aber kann doch jeder machen, was er möchte. Also dass die jetzt alle so sauer sind, auf die verstehe ich nicht so ganz.
Ich kann es aus so einer Unternehmenssicht jetzt auch nicht so verstehen. Was für mich da so ein bisschen mitschwingt, ist, dass er vielleicht nicht der angenehmste Typ war. Also weißt du, dass sich da vielleicht was Bahn gebrochen hat, was schon da war. Und vielleicht hat auch Neid eine Rolle gespielt, wenn die so wahnsinnig erfolgreich waren.
Das heißt, die fanden den eh schon doof, weil der da alles weggewonnen hat, was die vielleicht nicht gewinnen konnten. Aber ja, jetzt nur, weil der eine Tanzschule aufgemacht hat, den blöd zu finden, finde ich nicht ganz nachvollziehbar. Helga macht sich Vorwürfe. Denn es war ihre Idee, die Tanzschule zu eröffnen, nicht Heinz.
Nur der hatte ihr wiederum nichts von seinem Versprechen an Ernst Schweighofer erzählt. Hatte Heinz seiner Frau bewusst nichts erzählt? War er wirklich so abgezockt? Wir wissen es nicht genau. Was wir wissen, schon zu dieser Zeit gibt es immer wieder Gerüchte in Graz. Für seinen Erfolg kämpft Heinz Kern mit allen Mitteln. Für seine Tanzschule ist er bereit, über Leichen zu gehen.
Und noch etwas ist Freunden und Bekannten bewusst. Neben dem Öffentlichen gibt es noch einen anderen Heinz-Kern. Den kennt auch Helga gut. Dieser Heinz kann zynisch und grob sein. Er ist bestimmend und versteht es geschickt, seine Interessen durchzudrücken. Doch in der Öffentlichkeit sehen viele vor allem den anderen Heinz.
Einen charmanten, großgewachsenen, erfolgreichen und vor allem gut aussehenden Mann. Helga weiß, dass ihr Mann es liebt, der Hahn im Kurb zu sein. Er flirtet gerne, auch wenn Helga dabei ist. Sie weiß, dass ihr Heinz dem Weiblichen nicht abholt war, ist ein Zitat von ihr. Manchmal ist ihr das wirklich zu viel. Doch später wird sie sagen, das war halt die Zeit.
In Graz hat Helga das Gefühl, ihren Heinz im Blick zu haben, was seine Flirts anging. Doch wenn er Tanzkurse auf dem Land gibt, kann sie nur darauf hoffen, dass dort alles mit rechten Dingen zugeht. Und wirklich Zeit, ihrem Mann hinterher zu forschen, hat sie eh nicht. Die Tanzschule verschlingt jede Sekunde.
Im September 1972 bereiten sich Heinz und Helga Kern auf die zweite Saison in ihrer Tanzschule vor. Ein zweiter Saal in der Villa war saniert, jetzt konnten sie noch mehr Kurse anbieten. Auch am Donnerstag, den 14. September, ist Helga wieder auf dem Sprung in die Tanzschule. Sie nimmt noch schnell ein Paket für Heinz an und gibt es ihm.
Der Absender ist ein gewisser Heinz-Pizza aus der Nähe von Schladming. Vielleicht ein Schüler aus einem seiner Tanzkurse? Heinz ist verwundert. Einen Heinz-Pizza kennt er zwar nicht, aber der Inhalt des Pakets ist genau nach seinem Geschmack. Drei Dosen Löwenbräu Export, Würste und Verhackertes. Ein Fleischaufstrich aus klein gehacktem geräucherten Speck.
Also so ein bisschen, kennt ihr, was so eine französische Riette ist? Also ein bisschen so eine grobere Pastete, so was in die Richtung. Also das wäre auch nach meinem Geschmack dieses Paket, ja. Ich habe auch direkt, ich habe direkt Bock, also. Okay, also ihr seid auch anfällig hier möglicherweise für das Verhackerte.
Heinz liebt Verhackertes. Da kennt ihn wohl jemand gut. Neben den Köstlichkeiten liegt auch ein Brief bei. Darin steht, und den Brief würde ich euch jetzt einmal vorlesen, der ist nicht so lang, aber der ist interessant geschrieben. Schladming am 12.09.1972 Sehr geehrter Herr Kern, kurz vor Sommerende fahre ich mit meiner Frau noch kurz nach dem Süden und hoffe nach unserer Rückkehr auf ein baldiges Wiedersehen in Schladming.
Da unser Neffe und angehender Student morgen auf Zimmersuch nach Graz fährt, senden wir Ihnen eine kleine Bretteljause und wünschen Ihnen guten Appetit und wieder einen guten Start in der kommenden Saison. Herzliche Grüße, hochachtungsvoll, Josef Mautner. Nett, denkt sich Heinz Kern. Er schmiert sich das Verhackerte aufs Brot und genießt den Feinaufstrich.
Ihr wisst es, das war ein Fehler. Ich habe Fragen. Herr damit. Hast du nicht gesagt, der Absender war ein Herr Pitzer und der Mensch, der das unterschrieben hat, heißt Mautner? Ja. Ja. Wie kann das sein? Und dann habe ich auch gedacht, was steht in dem Brief drin, dass der Neffe eine Wohnung sucht? Soll der Tanzlehrer dem Neffen jetzt dabei behilflich seine Wohnung zu suchen?
Ja, also das war auch so, wo ich gedacht habe, war übrigens interessant, Lillys Gesichtskämmen zu beobachten. Weil so war es bei mir auch, weil ich die ganze Zeit so, warte mal, warte mal. Ja. Und was hat der Neffe damit zu tun und die Wohnungssuche? Und kennt der Heinz den Absender oder die Absender?
Weil derjenige, der unterschrieben hat, ist ja nicht derjenige, der es verschickt hat angeblich. Also das passt ja alles vorne und hinten nicht zusammen. Und man ist doch eigentlich, weiß ich nicht, wenn ich von irgendjemandem Essen zugeschickt bekomme, den ich nicht kenne, bin ich doch vielleicht eh schon mal so ein bisschen so, weiß ich nicht.
Und dann noch dieser komische Brief, der das nicht so richtig erklärt, warum diese Bretteljause da verschickt wurde. Alles sehr strange. Ich habe das an so einen TikTok- oder auch Instagram-Trend erinnert. Ich glaube, das war so um die Weihnachtszeit. Da haben Kinder ihren Eltern... Briefe beziehungsweise Weihnachtsgrußkarten gegeben, die von irgendwelchen alten Freunden geschrieben wurden und dann standen da halt Namen drunter, die die Eltern nicht kennen, weil das keine Freunde waren und dann haben die ihre Eltern dabei gefilmt, wie die halt so eine Weihnachtskarte lesen, so liebe Beate, lieber Bernd, schade, dass wir uns so lange nicht gesehen haben, wir denken viel an die guten Zeiten, die wir mal hatten, hoffentlich sehen wir uns im neuen Jahr wieder,
Claudia und Thomas und die Eltern, hä, wer sind Claudia und Thomas und dann die Kinder haben die dann halt dabei gefilmt, wie sie komplett ratlos vor diesen Karten saßen, an das hat mich das gerade so ein bisschen erinnert. Ja, ich kann mir das nur so erklären, dass die Familie Kern öfters solche Pakete bekommen hat, in der Zeit und auch in der Gegend.
Darf man nicht vergessen, viele haben zu Hause geschlachtet, haben auf dem Land ihre eigene Wirtschaft gehabt oder Dinge hergestellt und das war dann eine Form der Aufmerksamkeit, so wie man heute vielleicht eine Flasche Wein verschenken würde, und irgendwie, wenn man irgendwie eine Praxis hat, dann bringen da auch irgendwie jeden Tag zwei Leute irgendwie eine Montcherie und Merci-Packung vorbei.
War das halt damals so ein Zeichen der Aufmerksamkeit, dass man die feine Wurstware, und das gute Exportbier verschenkt hat. Also in der Zeit gedacht war es, glaube ich, gar nicht so ungewöhnlich, so ein Paket zu bekommen. Aber dass er auch diese Diskrepanz zwischen den beiden Namen, dass das nichts gemacht hat. Und diesen Josef Mautner, den kennt er aber.
Nee, er weiß nicht, von wem das Paket ist. Okay, also er könnte quasi annehmen, das ist jemand, der ihn von der Tanzschule kennt, weil die so beliebt sind, nicht mehr in ihrer Tanzbranche, aber bei den Tanzschülern und Schülerinnen könnte das so jemand sein. Ich habe ehrlich gesagt, weil du meintest, da sind Sachen drin, die ihn darauf schließen lassen, dass ihn jemand sehr gut kennen muss. Ja.
Und wir wissen ja jetzt, dass er seiner Frau vielleicht nicht immer ganz treu war. Habe ich gerade überlegt, ob die da vielleicht was mit zu tun haben könnte. Ja. Stimmt, also es müsste ja schon jemand sein, der ihn kennt, das kann natürlich einer von seinen alten Tanzkumpels sein, die jetzt sauer auf ihn sind oder vielleicht auch, weiß nicht, jemand der betrogen wurde, aber du hast recht, das wäre auch eine Möglichkeit, weil du musst ja was verschicken, wo du sicher bist, dass derjenige das auch isst. Ja, genau.
Hat ja keinen langen Prozess gebracht. Hat sich das ja wirklich noch an diesem Abend aufs Brot geschmiert. Ja, ich meine, der Motiv der Frau ist natürlich, sie weiß, der Heinz, wenn er da auf dem Land ist. Ja, aber nicht nur das. Er hat ihr ja auch verschwiegen, dass er dem Ernst versprochen hat, dass sie keine Tanzschule aufmachen.
Und sie wird gerade aus dieser kompletten Community gekickt und hat so ihren Anschluss in der Tanzwelt ja total verloren. Das ist auch ein Grund, sauer auf den Mann zu sein. Okay, das heißt, wir halten mal fest. Wir haben den Tanzbereich, da gibt es Motive. Wir haben die Frau, die Helga Kern. Und wir haben die Affären, möglichen Affären.
Ja, der Heinz hackert halt gern, der hackert, der verhackert, der verhackelt, der verhackert ganz gern und das kann einem auch zum Verhängnis werden, der verhackert gerne, ja, also Heinz hat das Verhackerte gegessen und jetzt wird es dramatisch. In der Nacht vom 14. auf den 15. September liegt Heinz Kern mit Schüttelfrost und Magenkrämpfen wach im Bett.
Als er es nicht mehr im Bett aushält und anfängt apathisch durch die Wohnung zu laufen, wird auch Helga wach. Sie sagt, dass sie unbedingt einen Krankenwagen rufen müssen. Er sieht ja total weiß aus und kann sich kaum auf den Beinen halten. Aber Heinz möchte das nicht. Er hat doch jetzt am Wochenende das Turnier in Wien, wo er als Juro auftritt.
Da muss er hin. Er kann nicht ins Krankenhaus. Doch am nächsten Morgen sind die Schmerzen so schlimm, dass es keinen anderen Weg gibt. Sie fahren ins Spital, wie der Österreicher sagt. Geistesgegenwärtig packt Helga auch ein paar Sachen aus dem Paket von gestern ein. Vielleicht ist es ja eine Lebensmittelvergiftung. Auch wenn sie das in diesem Moment nicht für möglich hält.
Sie hatte ja auch ein bisschen vom Verhackerten genommen. Wenn auch nur einen kleinen, denn sie spuckte es direkt wieder aus, weil es für sie etwas schal schmeckte. Das Verhackerte packt sie also nicht mit ein. Im Krankenhaus bekommt sie... Sass. Aber angeblich hat sie es auch gegessen, selber gegessen. Und ausgespuckt.
Ja. Aber sie rät ihm ja dazu, ins Krankenhaus zu gehen. Wenn sie die Täterin wäre, wäre das ja kontraproduktiv. Da wäre es ja besser, wenn er zu Hause rumliegen bleibt, bis es vorbei ist. Lass meine Hänger in Ruhe. Im Krankenhaus bekommt Heinz Spritzen gegen das Unwohlsein. Ihm geht es sofort besser.
Das Personal und auch Helga sind beruhigt. Eine Krankenschwester sagt ihr, dass sie sich doch kurz zu Hause hinlegen soll. Hier ist alles unter Kontrolle und nach der anstrengenden Nacht könnte sie die Entspannung gut gebrauchen. Doch als Helga nach ein paar Stunden zurückkommt, ist Heinz tot. Eine Welt bricht für sie zusammen. Das kann doch nicht wirklich alles passiert sein. Es muss ein Behandlungsfehler sein.
Das Krankenhaus soll Heinz obduzieren. Und die Obduktion bringt Gewissheit. Heinz Kern ist an einem Gift gestorben. Genauer gesagt Arsen. Schnell wird auch klar, wie Heinz Kern es zu sich genommen hat. Die Polizei untersucht das Paket und findet Rückstände im Verhackerten. Da der Geschmack von Arsen als leicht süßlich bis geschmacklos beschrieben wird, hat Heinz Kern davon nichts mitbekommen, als er sich genüsslich darüber hergemacht hatte.
Der Tod von Heinz Kern verbreitet sich wie ein Lauffeuer in der Stadt. Die Boulevardpresse stürzt sich gierig auf den Fall. Sie belagern das Haus der Kerns und verlangen Antworten von Helga. Doch die schließt sich zu Hause ein und möchte mit absolut niemandem reden. Denn neben dem Tod ihres Mannes muss sie noch eine andere Nachricht verarbeiten.
Helga Kern ist schwanger. Sie hatte auch schon länger ein Unwohlsein und hat das dann untersuchen lassen im Zuge dessen, dass der Heinz gestorben ist und dass sie Angst hatte, dass ihr auch was passiert sein konnte. Und dann kam das raus. Also eigentlich spricht das ja alles gegen Helga als Täterin. Aber wenn das Kind, was sie erwartet, nicht von Heinz ist, dann ist doch wieder was anderes.
Die Helga hat auch mal. Vielleicht hat die auch mal gehackert, man weiß es nicht. Also es gibt ja dieses Klischee, also heutzutage ist es ja ein Klischee, dass Giftmorde meistens von Frauen ausgeführt werden. Also heute ist es nicht mehr so, aber damals die Zeit 50er, 60er Jahre, andere Zeiten, war das ja eine Art und Weise, um sich vom meistens irgendwie untreuen oder gewalttätigen Ehemann zu trennen.
Weil Scheidung damals fast nicht möglich und gesellschaftlich auch nicht akzeptiert war und weil die Frauen auch finanziell auf die Männer angewiesen waren. Also da kann es schon sein, zu der Zeit spielt es ja, dass da eine Frau mit Gift hantiert hat, weil das eben doch meistens Frauen waren, die sich für die Methode entschieden haben, weil sie eben weniger gewalttätig ist.
Und als Frau einen Mann, keine Ahnung, mit einem Messer zu töten, da sind dann die Kräfteverhältnisse oft nicht ausgänglichen genug für. Deswegen wird da mit Gift gearbeitet. Also spannend. Es könnte wirklich alles sein in dem Fall. Und wenn sie wirklich schwanger ist von jemand anderem, war das ja auch sehr geächtet. Mhm.
Und vielleicht spielt ihr das aber in die Karten, dass sie schwanger ist, weil sie natürlich jetzt auch eine Art von, also erstens ist sie Witwe und zweitens ist sie eine schwangere Witwe und rückt vielleicht automatisch komplett aus dem Radar der Ermittlungen raus, weil sie jetzt irgendwie, weiß ich nicht, sehr gebeutelt ist und sich erstmal um sich selber kümmern muss, irgendwie so.
Also ich stelle mir das gerade vor, dass sie so ein bisschen, dass ihr das zugutekommen könnte, dass sie schwanger ist. Was man, dazu kommen wir gleich, beim Thema Arsenia, wenn man mit bedenken muss, das muss ja irgendwo herkommen. Das kommt ja nicht aus dem Nichts, das muss sie sich irgendwie besorgen.
Das heißt, sie brauchte oder hätte dann schon Kontakte haben müssen, um das zu besorgen. Beziehungsweise Ihre Affäre ist ein Apotheker. Möglicherweise, aber auch und deswegen, als ich den Fall am Anfang vorbereitet habe und mir gedacht habe, ach, schon wieder Arsen. Langweilig. In unserer GIF-Fälle mit Lebensmitteln sind halt oft Arsen und das kommt oft vor.
Es nimmt aber noch eine neue Wendung. Also ich glaube, wir lernen heute noch trotzdem ein bisschen was Neues zum Thema Arsen, wo das noch herkommen kann. Ich wollte gerade einwerfen, weil ich die Bestimmungen in Österreich ich nicht kenne. Also ich habe tatsächlich schon mal so einen Giftmordfall gemacht aus Deutschland Ende der 50er Jahre und da war es noch relativ leicht an Gift zu kommen.
Also Arsen zum Beispiel ist ja ein Rattengift drin gewesen und das war halt frei verkäuflich. Dann wurde das ab einer gewissen Zeit, als dann rauskam, dass immer mehr Ehemänner damit ermordet wurden, wurde das mit Farbstoffen und mit Geschmacksstoffen versetzt, damit man es eben nicht mehr unauffällig in Essen oder Getränke mischen kann.
Aber keine Ahnung, vielleicht war das damals in Österreich noch nicht so und man konnte das so in der Apotheke kaufen, wenn man sagt, ich habe irgendwie Ratten zu Hause, her damit. Ich will mich eigentlich nicht zu sehr auf diese Frau einschießen, aber irgendwie von allem, was wir wissen, auch wie du ihn gerade beschrieben hast, und er schielt mich die ganze Zeit hier von unten links an, wenn, vielleicht wusste er auch, dass sie eine Affäre hatte, nehmen wir mal an, sie hatte eine, und er ist ja kein Mann, der sagt, okay, das ist für mich in Ordnung.
So wie du ihn beschrieben hast, ist das für ihn ein No-Go, dass er als Heinz, als Star von Grat sozusagen, dass er jetzt ein betrogener Ehemann ist. Heinz sitzt aber auch wirklich im Glashaus, also wenn es um das Thema geht. Naja, aber trotzdem, er müsste ja schon wahrscheinlich mit zweierlei Maß. Naja gut. Jetzt nach dem Tod von Heinz Kern beginnen natürlich die Ermittlungen.
Jetzt geht es ja so langsam los nach einer Stunde. Wir wissen, es war Arsen im Verhackerten. Heinz Kern ist an einer Arsenvergiftung gestorben. Und die Polizei hat als einzigen Anhaltspunkt als erstes diesen Mann, der dieses Paket an der Filiale am Hauptbahnhof abgegeben hat. Und das ist im Grunde jetzt der Ausgangspunkt. Weil man sehen kann, von wo das Paket verschickt wurde? Ja. Ah, okay.
Eine Woche nach dem Tod von Heinz Kern sind die Ermittlungen festgefahren. Man weiß, ein Mann Anfang Mitte 30 hat das Paket gegen 14 Uhr in der Postfiliale am Hauptbahnhof in Graz aufgegeben. Der Mann, so sagt es die Postbeamtin, war schlank, gut aussehend und trug einen Anzug sowie einen Mantel. Er hatte einen örtlichen Dialekt und fuhr einen Volvo. Also ein Mann mit Geschmack.
Und vielleicht auch ein Tänzer von der Statur her. Die Postbeamtin erinnert sich gut an den Mann, da er nicht nur wissen wollte, wie lange das Paket braucht, sondern auch, weil er so verwirrt war, als sie fragte, ob er das Paket nicht selber abgeben wollte. Die Kerns wohnten ja quasi nebenan. Doch die Beschreibung hilft den Ermittlern nicht weiter. Und auch die Namen sowie Adresse auf dem Paket führen ins Nichts.
An der Absenderadresse Vorberg 193 in Ramsau wohnen weder ein Heinz Pitzer oder Josef Mautner. Darüber hinaus sind die Namen so generisch, dass hunderte Menschen mit diesem Namen in Frage kommen können. Etwas unnützes Wissen am Rand, an der Adresse Vorberg 193 in Ramsau steht heute ein sehr schönes Ferienhaus, das man für 800 Euro die Nacht mieten kann.
Unbezahlte Werbung. Man sieht, dass du dich wirklich in die Recherche geworfen hast. Die Ermittler schalten einen Gang hoch und bringen den Fall auf die große Bildfläche. Im wahrsten Sinne des Wortes. Nur gut eine Woche nach dem Mord an Heinz Kern bittet der legendäre Moderator Eduard Zimmermann in der ZDF-Sendung Aktenzeichen XY ungelöst um Mithilfe.
Im Studio hat er sogar das Originalpaket inklusive Brief und Verpackung. Und das habe ich jetzt auch einmal für euch dabei. Das ist das echte Todespaket. Hübsch auf den ersten Blick, ehrlich gesagt. Seine Bierdose ist auch getrunken, so wie es aussieht, oder? Ja, es könnte auch die Reflexion sein. Da bin ich mir nicht so sicher.
Oder einer bei Aktenzeichen hatte Durst. Ja, der Ewart. Ja, aber es sieht sehr liebevoll verpackt aus. Also liegt da noch, vorne liegt die Wurst, glaube ich. Die links. Ach so, ja. Ja, kann ich, also freut man sich wahrscheinlich erst mal, wenn man das bekommt. Aber das sind jetzt alles, soweit ich das sehen kann.
Nicht unbedingt Dinge, die Rückschlüsse auf den Täter zulassen. Also das Paket an sich sieht jetzt nicht ungewöhnlich aus, dass man sagen könnte, so ein Paket benutzt immer XY. Diese Bierdosen gibt es wahrscheinlich auch überall zu kaufen. Ähnlich wie die Wurst. Schwierig, daraus was abzuleiten. Und es gab auch eine Analyse zu dem Brief, zur Handschrift, aber außer, es ist ein Mann oder es hat sehr wahrscheinlich ein Mann geschrieben, kommt da jetzt auch nicht viel bei raus.
Aber was ich wirklich so komisch finde, sind die zwei Namen. Also warum sollte denn eine Person einen Absender da drauf schreiben und dann mit einem ganz anderen Namen den Brief unterschreiben? Das verstehe ich nicht. Das macht für mich auch keinen Sinn, dass die einzige Erklärung wäre, dass die Person, die das Paket gepackt hat, eine andere Person ist, als die, die es verschickt hat und die Person, die es verschickt hat, dann einfach noch einen Namen draufschreiben musste.
Oder die Person war halt nicht so schlau, könnte man jetzt auch mal in den Raum werfen. Weil wenn ich jetzt aus dem Umfeld von Heinz und Helga stamme und möchte irgendwie den Heinz um die Ecke bringen, dann gebe ich doch das Paket nicht bei meiner nächstgelegenen Poststelle ab, die direkt bei den beiden um die Ecke ist wiederum.
Sondern irgendwo weiter weg, wo mich keiner erkennt. Weil wenn das wirklich jemand war aus Graz, aus diesem Tanzschulenumfeld oder so, dann besteht ja die Gefahr, wenn du so ein Paket aufgibst, dass da zufällig gerade jemand in der Poststelle ist, der dich erkennen kann. Ja, und das kommt aus Ramsau offiziell. Wo liegt das?
Das ist so ungefähr zwei Stunden westlich von Graz. Okay, aber das ist ja auch komisch. Warum hat die Person das nicht da abgegeben? Ja, und wir kommen später nochmal in den Ermittlungen darauf zurück, was ich, vor allem wenn es da aufs Land geht, so spannend finde. Da kennen sich ja alle. Also weißt du, wenn du da in einem Dorf Arsene kaufen möchtest, so dein Paket abgibst, so entweder kennen dich alle, weil du halt aus dem Dorf oder aus dem nächsten Tal kommst.
Oder wenn du von woanders kommst, dann können sich auch alle an dich erinnern, weil du halt der bist, der dort sonst nicht ist. Ja, aber offensichtlich war die Person, die in Graz in der Postfiliale war, auch so auffällig, dass die Postmitarbeiterin sich genau merken konnte, wie die Person aussah. Ich glaube, die Auffälligkeit war, dass er das Paket nicht die paar Meter tragen wollte. Ja, dann würde auch dafür sprechen, dass es vielleicht nicht die hellste Kerze auf der Torte war. Auf dem Fahrgarten war.
Also der Fall wurde bei Aktenzeichen XY umgelöst, kurz erklärt. Das war nur so ein zweiminütiger Ausschnitt. Den gibt es nicht mehr auf YouTube, weil das ZDF, liebe Grüße, natürlich dort alle Rechte hat. Aber auf anderen Videoseiten im Internet kann man das noch finden. Und tatsächlich, nachdem der Fall vorgestellt wird, erreichen die ersten Hinweise die Polizei.
In einer Apotheke in Karpfenberg, das liegt ungefähr so 45 Minuten nördlich von Graz, soll ein unbekannter Mann in einer Apotheke unter fademscheidigem Vorwand versucht haben, Arsen zu kaufen. Einen Giftschein hatte er nicht. Das ist auffällig, denn zu dieser Zeit konnten nur ApothekerInnen und ÄrztInnen mit einer Berechtigung Arsen kaufen.
Der Mann konnte nichts vorweisen. Die Polizei geht dem Hinweis nach und ermittelt weitere mögliche Zeugen, die zum gleichen Zeitpunkt in der Apotheke gewesen sein sollten. Am 17. November, also gut zwei Monate nach dem Vorfall, werden diese wiederum bei Aktenzeichen XY ungelöst gebeten, sich zu melden. Also die möglichen Zeugen.
Dazu gibt es Ermittlungen in Richtung einer Frau, die als Mannequin von Heinz Kern vermutet wird. Sie war wahrscheinlich eine von Heinz Kerns zahlreichen Affären und möglicherweise in den Fall involviert. Auch wenn das natürlich gute Neuigkeiten sind, ist es für Helga Kern schwer zu ertragen, dass nun auch das Liebesleben ihres Mannes mehr und mehr ans Tageslicht gerät.
Denn auch dort vermutet die Polizei ein mögliches Motiv. Wurde Heinz Kern möglicherweise von einer enttäuschten Liebschaft ermordet? Oder von einem anderen Mann, der von der Affäre Wind bekommen hatte? Es ist eine Theorie, die die Polizei nun verfolgen muss. Genau wie die Möglichkeit, dass sich jemand aus der Tanzszene in Graz an ihm und möglicherweise auch an Helga rächen wollte.
Natürlich war Ernst Schweighofer im Visier der Ermittler. Mit ihrer neuen Tanzschule hatten sie das Geschäft deutlich erschwert. Und an Ernst sind die Ermittler auch wirklich lange dran. In den Verhören ist er ungeschickt, schusselig, kann sich an vieles nicht erinnern und nimmt anderes nicht zu Ernst.
Aber so war er, der Ernst, sagen seine Freunde. Die Spur Ernst Schweighofer bringt also auch keine neuen Beweise. Trotz all dem Aufwand und der großen Öffentlichkeit können die Ermittler in beide Richtungen keine durchschlagenden Erfolge vermelden. Die Spur im Fall Heinz Kern wird mit jedem Monat kälter und kälter und kälter.
Der gesuchte Mann bleibt wie vom Erdboden verschluckt. So wird der Fall schlussendlich zum Cold Case. Doch nach fast 30 Jahren kommt wieder Bewegung in die Sache. Ein dramatischer Brief eines anonymen Absenders landet bei der Polizei in Graz. Ich wollte mich gerade schon aufregen. Bei Cold Case, da ist es schwierig.
Also kann ich nicht gut haben. Das ist widerstrebt in einem Gerechtigkeitsempfinden. Und jetzt haben wir so schön, also Lilli und ich sind ja ganz nah dran, muss man mal einfach sagen. Wir sind ganz nah dran an der Auflösung. Und dann hättest du uns jetzt am Ende gesagt, tja, wissen wir aber gar nicht, wie es ausgeht, weil es ein Cold Case ist. Das hätte ich dir übergenommen.
Aber okay, es gibt eine neue Spur. Glück gehabt, Flo. Da hast du auch Glück gehabt. Das hätte mich jetzt auch komplett frustriert zurückgelassen. Aber ich finde es trotzdem krass, 30 Jahre später kommt ein Brief von Herrn Meuthner vielleicht sogar oder von wem. Das würde mich jetzt brennend interessieren. Ich möchte, dass du sofort weitermachst.
Ja, okay, dann mache ich sofort weiter. Wir haben ja auch noch ein bisschen Geschichte vor uns. Oder was wolltest du jetzt? Nö, ich sage jetzt, ich sage hier erstmal gar nichts. Also 30 Jahre später heißt dann ja 2003, 2002? 2001. Den Fall Heinz Kern kennt auch Anfang der 2000er Jahre wahrscheinlich jeder bei der Polizei in Graz.
Doch eine Frage. Ich habe einen Gedanken. Ja. Sorry. Das Kind von der Helga müsste ja mittlerweile auf der Welt sein. Nee, die war immer noch schwanger Anfang der 2000er Jahre. Das Kind ist einfach 30 Jahre lang ein Säugling. Also es ist gar nicht, ganz knapp auf der Welt, würde ich sagen. Nee, ich überlege gerade. Vielleicht hat dieses Kind angefangen, irgendwie zu forschen über den toten Vater und festgestellt, ich sehe gar nicht so aus.
Ich muss, also vielleicht um diese Spur gleich mal. Das ist es nicht. Nee, weil, also die Tochter, die ist nicht öffentlich. Okay. Also die Helga Kern, man weiß, wie sie aussieht, man weiß, was sie heute macht und so weiter. Die Tochter hat sich aus der ganzen Sache rausgekommen. Aber 30 Jahre später ist ja, je nachdem wie alt der Täter oder Mittäter oder wie auch immer zu dem Zeitpunkt war, auch so ein Alter, wo man langsam ans Ende seines Lebens kommt.
Und das ist ja häufiger so in Kriminalfällen, dass dann Leute kurz vor Ende noch mal denken, jetzt mach ich noch mal reinen Tisch. Vielleicht geht es eher in die Richtung, dass jemand sein Gewissen erleichtern möchte. Ich bin sehr gespannt. Flo sagt einfach gar nichts mehr. Den Fall Heinz Kern kennt auch Anfang der 2000er Jahre wahrscheinlich jeder bei der Polizei in Graz.
Doch eine Frage kann man immer noch nicht beantworten. Wer war der ominöse Mann, der die Bretteljause im September 1972 bei der Post aufgegeben hat? Die Ermittlungen zum Fall Heinz Kern liegen mittlerweile beim BKA in Wien. Hier ermittelt die Einheit Cold Cases zu neun möglichen Beweisen. Und genau so einer landet im Mai 2001 völlig überraschend bei der Polizei in Graz.
In einem Brief schreibt eine anonyme Person, dass Heinz Kern zu dieser Zeit ein Verhältnis mit einer Krankenschwester gehabt haben soll. Hat sie möglicherweise das Arsen besorgt? Den Zugang hätte sie ja auf jeden Fall gehabt. Das BKA geht der Spur nach. Zur möglichen Affäre finden die ermittelnden Personen zwar keine neuen Erkenntnisse, doch sie beginnen, das Thema Arsen noch einmal aus einer neuen Sichtweise zu betrachten.
Denn mittlerweile gibt es neue Ermittlungsmethoden, die es so in den 70ern noch nicht gegeben hat. Sie untersuchen das Arsen aus dem Paket noch einmal mit neuen Methoden. Denn die Inhalte des Pakets werden nach wie vor eingelagert. Und tatsächlich, wenn man genauer hinschaut, handelt es sich bei dem Stoff im Verhackerten um eine besondere Form des Arsen.
In seiner Zusammensetzung erinnert es die österreichischen ErmittlerInnen an Hittrach, auf Hochdeutsch Hüttenrauch. Landläufig wird diese Form des Arsen auch als Alpenkoks bezeichnet. Und hier möchte ich euch ganz kurz in ein kleines Rabbit Hole zum Thema Alpenkoks mitnehmen. Gerne. Das Hittrach, der Hüttenrauch, ist ein Stoff, der sowohl bei der Glasherstellung als auch bei der Eisenerzproduktion entsteht.
Bis zum Zweiten Weltkrieg war dieser Stoff bei Bergbauern und Arbeitern als Aufputsdroge sehr beliebt. Man schabte das Hittrach von den Wänden der Hütten und krümelte sich kleine Mengen davon aufs Brot oder lutschte daran. Denn in sehr geringen Dosen erzeugt die Einnahme von Arsen oder Hittrach in dem Fall ein Wärmegefühl im Magen, da die Magenschleimhaut gereizt wird und ähnlich wie Alkohol das Wohlbefinden und den Appetit steigert.
Menschen, die dieses Alpenkoks regelmäßig konsumierten, nannte man auch Arsenikesser. Zu diesem Begriff gibt es sogar einen eigenen Wikipedia-Artikel. Es wirkte so gut und zielgerichtet, dass der Stoff bis ins 20. Jahrhundert auch von windigen Pferdehändlern eingesetzt wurde. Wenige Tage bevor ein schwächelndes Pferd zum Verkauf präsentiert wurde, gaben die Verkäufer dem Pferd etwas Arsen.
Das Haar wurde glatt und glänzend, die Pferde wirkten energetisch und gesund. Wenige Tage nach dem Verkauf ließ die Wirkung nach und die Pferde waren nur noch ein Schatten ihrer selbst. Die Rosttäuscher, so nannte man diese Menschen, waren aber mit dem Geld schon über alle Berge hinfort. Das BKA weiß nun, dass das Arsen dem Hittrach sehr ähnlich ist.
Im Fall Heinz Kern macht diese Erkenntnis die Suche nach dem Täter allerdings nicht leichter. Denn theoretisch könnte das Arsen ja aus jeder zweiten Berghütte oder alten Erzfabrik kommen. Auch diese Spur ist zwar hochinteressant, bringt allerdings wenig Klarheit. Was sie aber zeigt, mit jedem Jahr das vergeht, verbessern sich auch die technischen Möglichkeiten und die Chance, eine heiße Spur zu finden, steigt.
Es heißt also abwarten. Und tatsächlich, 50 Jahre nach dem Mord an Heinz Kern meldet sich 2022 eine Frau bei der Zeitung Steirer Krone und sagt, sie weiß, wer Heinz Kern umgebracht hat. Sie kann darüber nicht länger schweigen. 50 Jahre später, das würde aber zu dem passen, Philipp, was du gesagt hast, dass die Personen alle irgendwie so ihrem Lebensende entgegenkommen und dann vielleicht echt denken, so ich jetzt ist auch egal ich muss es jetzt loswerden würdet ihr an der stelle von von helga meine helga lebt noch also auch heute noch.
Wenn ihr euch in sie hineinversetzt, nach so einer langen Zeit, hat man da seinen Frieden irgendwann geschlossen mit dem, wie es ist? Oder hofft man darauf, dass es ein Ergebnis gibt? Ich habe mich irgendwie lange gefragt, ich meine, wir können uns da schwer hineinversetzen, aber was ist euer Gefühl?
Ich glaube, von dem, was ich bis jetzt gelernt habe durch die beiden Podcasts, die ich mache, in denen ich auch häufig mit Angehörigen von Verbrechen oder mit Angehörigen von Menschen spreche, die verschwunden sind. So ein bisschen da rausgezogen, wenn du irgendwie weitermachen willst, musst du irgendwann eine Art Frieden damit finden.
Also mir hat mal eine Schwester von einem Mann, der verschwunden ist, der auch immer noch verschwunden ist, gesagt, ich muss ja irgendwann weiterleben, weil wenn du jetzt gerade über so eine Länge von 50 Jahren, das ist ja gar nicht möglich, wenn du dich tagtäglich damit beschäftigst, dementsprechend wird sie irgendwelche Wege gefunden haben, das für sich abzuschließen.
Aber trotzdem kannst du ja nie ganzen Haken dahinter machen, weil du eben nicht weißt, wer deinen Mann getötet hat und den Vater deines Kindes. Also das kann natürlich auch viel wieder aufreißen. Also es muss gar nicht unbedingt angenehm sein, wenn dann die Aktie nach so vielen Jahren wieder aufgemacht wird, weil die menschliche Seele ist ja zu vielen großartigen Dingen auch fähig.
Also man kann solche Sachen auch wegschließen und irgendwie für sich begraben. Aber so eine Nachricht reißt das natürlich alles wieder hoch. Und ich glaube, jeder von uns würde an Helgas Stelle auch wissen wollen, was jetzt genau wirklich passiert ist. Ja, vielleicht ist Helga auch, ich meine, wie alt ist sie jetzt zu dem Zeitpunkt?
Auch 70, 75? Ja, so. Sie wird einen Weg gefunden haben, damit zu leben und das macht ja total Sinn, was Philipp gerade gesagt hat, dass man einen Weg finden muss, weil man sich ja sonst überhaupt nicht, also ich kann mir sonst auch nicht vorstellen, wie man sonst so lange einfach weitermachen kann. Aber vielleicht fragt sie sich auch, ich bin jetzt schon so alt und wer weiß, wie lange ich noch lebe und bevor ich sterbe, wäre es vielleicht doch ganz gut, ist jetzt irgendwie ein doofes Wort, aber zu wissen, was da damals genau passiert ist.
Ja. Auch aber interessant, dass sich eine Person bei der Zeitung meldet und nicht bei der Polizei. Ja, und dieser Fall ist natürlich über die Zeit und auch zwischen 2000 und 2022 sozusagen immer wieder natürlich in die Öffentlichkeit gekommen. Sozusagen das von eigentlich Woche eins, wo es bei Aktenzeichen XY ungelöst präsentiert wurde, ist dieser Fall immer wieder Teil.
Ich glaube, das darf man nicht unterschätzen, das Gefühl bei den Tätern, die ganz lange damit davongekommen sind, die Polizei ermittelt wieder. Ja, also das macht schon Angst und das erhöht den Druck, der hat sich oder diejenige, wir wissen es ja jetzt noch nicht, hat sich vielleicht jahrzehntelang sicher gefühlt und jetzt wird die Geschichte wieder aufgemacht, die Polizei findet was über das Arsen heraus, man liest auch immer davon, dass die DNA-Analyse viel weiter fortgeschritten ist, also vielleicht kann man an dem Paket irgendwann auch noch kleinste DNA-Spuren sicherstellen und die dann verwenden.
Also die Nervosität bei den Tätern steigt und das ist ja auch genauso gewollt, weil wenn du nervös wirst, dann machst du Fehler und so können dann manchmal solche Fälle eben auch nach 50 Jahren aufgeklärt werden. DNA ist ein gutes Stichwort. Oh, okay. Die Frau, die sich 2022 bei der Steirer Krone meldet, sagt, sie habe schon lange überlegt, mit der Geschichte an die Öffentlichkeit zu gehen.
Aber nun, da die Mutter von Heinz Kern gestorben ist, sei sie es der verstorbenen Frau schuldig, die Geschichte zu erzählen. Schon während der ersten Ermittlungen, damals in den 70er Jahren, hat die Mutter von Heinz Kern immer wieder eine Theorie geäußert, die aber von den Ermittlern nie ernst genommen wurde.
Neben dem Tanzen hat Heinz Kern Medizin studiert. Seine Familie und seine Frau Helga wussten davon natürlich Bescheid. Und für die Mutter war immer klar, Heinz Kern wollte nach Abschluss des Studiums eine Stelle als Assistenzarzt am prestigeträchtigen Merkur-Sanatorium in Graz antreten. Es gab nur ein Problem.
Dieser gut dotierte Job sei schon einem anderen Mediziner versprochen gewesen, sagt die Frau der Steirerkrone. Die Theorie von Heinz Mutter war daher, dass dieser Mann seinen potenziellen und vor allem bekannteren Widersacher knallhart ausschalten wollte. Diese Theorie hatte die Mutter auch schon damals der Polizei vorgetragen.
Doch wirklich Gehör fand sie damit nicht. 50 Jahre später ist die Hoffnung der Frau, dass die Ermittler in dieser Spur endlich genauer nachgehen. Doch einen Widersacher auf die Stelle können die nicht ausmachen. Und überhaupt sei es unsicher, ob Heinz Kern wirklich Ambitionen auf einer Arztstelle gehabt hatte.
Die Investitionen in die Tanzschule waren hoch und man muss sich die Frage stellen, ob er seine Frau wirklich mit dieser Aufgabe alleine lassen wollte. Und auch wenn dieser Hinweis keine gesicherten Erkenntnisse bringt, macht den ermittelnden Personen im BKA etwas anderes Hoffnung. Ihr erinnert euch, was allen Beteiligten Hoffnung macht, ist die Zeit.
Mit jedem Jahr bringen neue Methoden neue Erkenntnisse. Zur gleichen Zeit, als sich die Frau aus Graz meldet, können die Ermittler feststellen, dass sich unter der Briefmarke DNA-Rückstände befinden. Die reichen aktuell zwar nicht aus, die Person zielgenau zu identifizieren, aber in diesem Bereich macht die Wissenschaft Jahr für Jahr rasante Fortschritte.
So ist der Fall Heinz Kern bis heute zwar der älteste Cold Case Österreich. Nicht dein Ernst. Warum? Aber so richtig kalt ist er doch dann auch wieder nicht. Denn solange die Möglichkeit besteht, dass der Täter lebt, wird in Wien und Graz weiter ermittelt. Mit allen alten und vor allem neuen Methoden. Nee.
Philipp, ich hoffe, du bist mir nicht sauer. Das war jetzt eine self-fulfilling prophecy. Ich hoffe, du fühlst dich wenigstens ein bisschen schlecht, dass du so mit meinen Gefühlen hier gespielt hast. Du musst jetzt sagen, ja. Ja. Das kam genau eine Millisekunde zu spät. Also vielleicht zu deiner Ehrenrettung sei gesagt.
Ich habe vorher überlegt, weil in der Mail stand drin, es wird ein Fall aus Österreich, welcher es sein könnte. Und von diesem hier habe ich wirklich noch nie gehört. Und das will was heißen, weil ich echt ziemlich viele Fälle kenne, berufsbedingt. Und man rätselt ja die ganze Zeit mit. Also Lili und ich sind die ganze Zeit so mitgegangen, haben gesagt, jetzt aber.
Oder vielleicht ist es die Spur. Und das ist also schon, glaube ich, zum Zuhören ein wahnsinnig spannender Fall, weil es so viele Möglichkeiten gibt. Jetzt, ich will noch kurz was zu dieser Ärztespur sagen. Ich finde, das passt nicht zur Tatausführung, weil als Arzt hast du ja Zugang zu wirklich starken Giften und Drogen, die du benutzen kannst, also wo du sicher gehen kannst, dass du den anderen, also das Opfer irgendwie umbringen kannst.
Und warum sollte der so einen Bauernkoks benutzen als Arzt? Also das passt, finde ich, nicht so ganz zusammen. Ja, wenn wir darüber nachdenken, wer das sein könnte, für mich ist die wahrscheinlichste Spur tatsächlich die Affäre, dass einfach das in der ganzen Geschichte und in den ganzen Ermittlungen immer wieder auftaucht, dass der Mann wirklich ein, ich sage mal, ein Stecher war.
Also der war ein Mann, der die Frauen liebte, der dem Weiblichen nicht abholt war, wie Helga Kern gesagt hat. Und das ist für mich tatsächlich das wahrscheinlichste Motiv, weil auch ich glaube in dieser Tanzszene, dass jemand das wirklich durchgezogen hat, um eine Tanzschule auszuschalten. Und das wollte ich euch natürlich noch jetzt erzählen, die Tanzschule gab es ja danach auch.
Also Helga Kern hat bis 2017 weitergemacht, ist dann in Rente gegangen und hat sie verkauft. Und auch heute ist in dieser Villa immer noch eine Tanzschule unter einem anderen Namen, aber das existiert immer noch. Und von diesen anderen vier Tanzschulen gibt es auch noch drei. Also die haben fast alle überlebt. Und die, die zugemacht hat, die hat vor zehn Jahren zugemacht.
Also sozusagen am Ende war es kein wirtschaftlicher Schaden für alle. Alle sind da durchgekommen, alle haben weiter ihre Tanzkurse gemacht. Ja, und das ist, glaube ich, so ein bisschen das tröstliche Ende für Helga Kern, dass sie sozusagen diese Tanzschule, die sie mit ihrem Heinz gestartet hat, auch weitergeführt hat und so ein bisschen sein Lebenswerk weitergeführt hat, bis vor wenigen Jahren.
Und trotzdem, auch Philipp hat ja eben gesagt, man muss damit irgendeinen Weg finden, weiterzuleben, sonst kann man nicht weiterleben als hinterbliebene Person. Auch angesprochen von Philipp, aber auch aus Tätersicht, wenn du weißt ... Die können mich eigentlich immer noch kriegen. Ich finde das psychologisch mega interessant und aber ehrlich gesagt auch belastend, wenn dann alle paar Jahre wieder die Ermittlungen aufgenommen werden und in der Öffentlichkeit gesagt wird, wir sind da wieder an dem Fall dran, was das jedes Mal mit sowohl Hinterbliebenen als auch Täter, Täterinnen macht.
Und deswegen finde ich das auch wichtig, weil ich weiß, Cold Cases haben in der True Crime Community ein. Sind jetzt nicht immer beliebt, aber es ist... Nicht unbedingt, es gibt auch viele Leute, die sich genau das wünschen und die sagen, oh mach doch mal Cold Cases und das finde ich so schön zum Miträtseln und so, weil man nicht weiß, wie es war.
Das ist ja auch eine Typenfrage, aber für mich als Podcaster, weil ich versuche halt wirklich immer so viele Fakten wie möglich zu einem Fall zu finden und bei Cold Cases kommst du sehr schnell in den Bereich der Spekulation, das haben wir heute auch gemacht, aber ich selber fühle mich in meinem Podcast Format damit nicht so wohl, weil es dann auch teilweise Umfälle gibt, wo alle Beteiligten noch leben.
Ja, also es gibt ja ganz viele bekannte Fälle und da, wenn du da anfängst, Leute zu verdächtigen und du hast keine Beweise, das ist echt schwierig, deswegen mag ich das nicht, aber ich verstehe natürlich die Faszination dahinter und wie wir ja gerade schon gesagt haben, es ist auch wahnsinnig wichtig, damit die Täter sich einfach nicht sicher fühlen, dass die wissen, es wird immer noch ermittelt und sie können dich immer noch kriegen.
Genau. Ich denke noch die ganze Zeit über dieses Gift nach, weil ein Profi, jemand aus dem medizinischen, apothekerischen Bereich, der wird ja nicht irgendwo in einer Almhütte was von der Wand kratzen. Also das ist ja dann eher Verzweiflung, weil das ist das einzige Gift, wo ich jetzt gerade rankomme. Das sagt ja auch ein bisschen was über den Täter aus.
Aber ja, man kann nur hoffen, dass sie dann irgendwann soweit sind, beziehungsweise eigentlich können wir davon ausgehen, weil die DNA-Technik sich so rasant entwickelt, dass sie da aus diesen Spuren unter der Briefmarke was machen können. Und das kommt ja bei DNA dazu, es nützt ja nichts, wenn ich eine DNA-Spur habe, ich muss ja auch ein Match haben in der Datei.
Also idealerweise dann auf irgendeine Spur kommen von jemandem, der schon mal eine Probe abgegeben hat. Das war der Fall von Heinz Kern. Vielen, vielen Dank, dass du da warst, Philipp. Sehr, sehr gerne. Mir ist der Appetit auf Gehackeltes dann doch wieder ein bisschen vergangen. Hat sehr viel Spaß gemacht, weil ich finde es immer schön, wenn ich in einem anderen Podcast zu Gast bin, dann kann ich mich so ein bisschen zurücklehnen.
Du hast es sehr schön erzählt und es war echt ein Fall, wo man doch so mit ermitteln kann und so ein bisschen sich fragt, wie könnte es gewesen sein? Also hat sehr großen Spaß gemacht. Danke dafür. Vielen, vielen Dank. Was steht denn bei dir noch an dieses Jahr? Worauf können wir uns denn bei dir freuen?
Noch ganz viele Sachen. Also ich gehe ja im Herbst nochmal auf Tour, beziehungsweise das sind ja Zusatztermine der laufenden Tour, weil die Karten so schnell weg waren von den ersten Terminen. Es macht sehr, sehr großen Spaß, ist cool auf der Bühne zu stehen, die Leute sind toll. Ich werde weiter spannende Interviews machen für diese eine Moment.
Und vielleicht kann ich das an der Stelle jetzt schon mal verraten. Wir sind ja unter uns. Nur wir jetzt hier zu dritt. Es wird dieses Jahr im Herbst ein Verbrechen von nebenan Spiel geben. Und da freue ich mich auch schon sehr drauf. Also es wird nicht langweilig. Sehr cool. Kannst du schon was dazu sagen, wie man sich das ungefähr vorstellen kann?
Also es wird ein Mitrate-Spiel sein. Also wenn ihr so Exit-Games, Detektiv-Games kennt, so in die Richtung. Und wir machen es aber ein bisschen anders. Ich werde in diesem Spiel auch eine Rolle spielen. Also es wird ganz wild. Und die Spielerinnen und Spieler müssen mir helfen, aus einer ganz schlimmen Situation rauszukommen.
Man muss dich retten. Sozusagen, ja. Das ist sehr cool. Ich habe jetzt, glaube ich, die letzten Jahre so viele Angebote von Spielefirmen bekommen. Und ehrlich gesagt hatte mich bis jetzt noch nie so richtig was überzeugt. Und ich bin immer so ein Mensch, wenn ich was mache, will ich, dass es richtig geil wird.
Und da war es so, wow, die Idee ist cool, das kenne ich nicht, das hat vorher noch keiner gemacht, lass uns das ausprobieren. Deswegen bin ich sehr gespannt und freue mich da sehr drauf. Sehr, sehr cool, bin ich auch gespannt. Wenn ihr die Bilder sehen wollt, die wir heute besprochen haben, dann schaut doch gerne mal zu Instagram, zu was schmeckt dahinter.
Da haben wir alle Bilder nochmal für euch gesammelt. gesammelt, gibt es auch noch ein paar Ausschnitte, gibt es weitere Infos zu dem Fall. Ansonsten lasst gerne ein Abo da, eine Bewertung und wir hören uns nächste Woche wieder, Lilly. Jawohl. Wir uns nicht, Philipp. Vielleicht übernächste. Eventuell übernächste, ansonsten hört und sieht man sich ja in dieser Podcast-Branche irgendwie ja immer.
Also ich würde mich sehr freuen. Kommt gerne zur Tour, wenn ihr Lust und Zeit habt. Sehr, sehr gerne. Ja, sehr gerne. Vielen, vielen Dank. Gerne schön. Gerne schön. Tschüss. Gerne schön. Ich wollte gerade sagen, und jetzt kommen noch ein paar Outtakes. Genau, die haben wir heute zu Genüge produziert.
Gerne, danke für die Einladung. Tschüss. Danke dir. Tschüss. Gerne schön ist aber eigentlich ganz süß. Gerne schön ist gut, ja. Ein Fleischaufstrich, schwieriges Wort. Kurze Frage, die Namen aus dem Brief und auf dem Paket, die existieren nicht, die Personen gibt es nicht. Das kommt in Absatz 3 im nächsten Kapitel. Entschuldigung.
Bis zum Zweiten Weltkrieg war dieser Stoff bei Bergbauern und, äh Bergbauern, da spreche ich auch schon wieder Troller, bei Bergbauern. Ehr schade, dass du, du bist so gut im Dialekte nachmachen, dass du hier nicht das ein oder andere österreichische... Hätte ich den ganzen Text auf Steirisch lesen sollen. Vielleicht.
Bis zum Zweiten Weltkrieg von dieser Stoff. So, wirklich? Ja, die sind so, der Geißen. Okay, dann vielleicht doch nicht. Dann wäre es vielleicht gut, dass du sonst gemacht hast. Arnold Schwarzenegger ist ja auch Steirer. Steirer. Steirer. Dass sie direkt als Kini so ein bisschen weiter geworden ist. Ja, Steirer.
Mein Lieblingswort auf Steirisch ist die Geißen. Das sind die Fliehen, also Mücken. Die Gäuschen. Die Gäuschen. Die Gäuschen. Das schneiden wir raus, das ist viel zu spezifisch.