Freak Show· Staffel 3· Folge 265

FS265 Mansplaining as a Service

Freitag, 5. Mai 2023 · 4 h 03

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Shownotes

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Star Wars — x-hain - Nicolas Semak — Feedback — Elixir— ChatGPT und die AI-Revolution — LED-Steuerung

Und weiter geht's mit der wilden Fahrt. Heute widmen wir einen dicken Teil der Sendung der schon lange ausstehenden Diskussion rund um die sich schnell breitmachenden "intelligenten" Systeme und wir machen einen Reality Check und klappern dabei auch die popkulturellen AI-Vorlagen der Science Fiction mit ab. Dazu noch mal ganz viel Feedback zu Euren Anmerkungen rund um Social Media und Programmierung und eine ausführliche Einführung in die Steuerung von LED-Modulen. Viel Spaß.

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Tim Pritlove Hallo und herzlich willkommen, hier ist die Freakshow Nummer 265. Die Zahlen schießen nach oben, durch die Decke geradezu. Hallo, wir sind's und wir schreiben den 4. Mai 2023. May the 4th be with you. Den musste ich jetzt bringen, weil wenn ich den nicht gebracht, Dann würde es die ganze Zeit im Chat auftauchen und alle würden mich fragen, warum ich das nicht erwähnt hätte und so weiter und deswegen mache ich das jetzt.

Tim Pritlove Genau, hallo ich bin's Tim, hier ist die Freak Show und da sind wir wieder. Nach nur drei Wochen, möchte ich mal kurz feststellen, in ganz brauchbarer Besetzung, wie ich finde. Nämlich mit Roddy. Hallo Roddy. Aloha. Aloha.

roddi Schön, dass du mich als brauchbare Besetzung bezeichnest.

Tim Pritlove Ist doch okay, oder?

roddi Ich fühle mich gebauchpinselt.

Tim Pritlove Das ist das, was der Brite not bad nennt.

roddi Not too shabby.

Tim Pritlove Not too shabby, genau. Haben wir so ein bisschen Echo hier gerade irgendwo drin? Nee. Ralf ist auch wieder da. Hallo Ralf.

Ralf Stockmann Einen wunderschönen guten Abend.

Tim Pritlove Guck mal, wie der mit dem Mikrofon umgehen kann. Da ist so richtig schön mit so einer Elmar Gunsch Stimme. Berichtet er uns.

Ralf Stockmann Trotz jahrelanger Abstinenz. Kennst du noch Elmar Gunsch? Wenn ich die Stimme höre wahrscheinlich, ja jetzt vom Namen her.

Tim Pritlove Du hast keine Assoziation mit Elmar Gunsch?

roddi Bayerische Rundfunk oder?

Tim Pritlove Das ist jetzt eine gute Frage, die ich ehrlich gesagt nur mit Wikipedia beantworten kann. Elmar Gunsch war auf jeden Fall im Fernsehen, hier heißt es österreichischer Moderator tatsächlich sogar auch und der hatte so eine ganz bassige Stimme und der hat so eine Sendung gemacht, die hieß Wiedersehen macht Freude.

Tim Pritlove Wo er dann über so alte Dinge berichtet hat und das Ganze halt mit so einer Elmar Gunsch Stimme und zwar, ja. Irgendjemand hat mal so einen schönen Witz gemacht mit Elmar Gunsch. Irgendwie eine Atomwiederaufbereitungsanlage mit seiner Stimme als wieder, wie hättest du es genannt, Entsorgungspark bezeichnet, sind alle sehr beruhigt.

Tim Pritlove So und dann last but not least haben wir noch Björn mitgebracht.

Björn Reimer Hallo Björn.

Tim Pritlove Björn Reimer, erstes mal in der Freak Show, herzlich willkommen. Dankeschön. Genau, mit dir. Da freue ich mich sehr, dass es geklappt hat und das hat diverse Gründe, warum du hier ganz richtig bist, wie ich finde. Jetzt muss ich erstmal kurz hier wieder meine Lesebrille, mein Gott, das ist auch echt ein Problem mit diesen ganzen Behinderungen, erstmal klarkommen hier.

Ralf Stockmann Zumindest sitzen wir auf Stühlen.

Tim Pritlove Bist du denn Star Wars Fan Björn?

Björn Reimer Ja.

Tim Pritlove Das klingt total überzeugend.

Björn Reimer Also früher war ich großer Star Wars Fan. Das was jetzt alles am Neuen rausgekommen ist, hat mich jetzt nicht mehr so begeistert oder in wechselnden Maßen. Deswegen habe ich jetzt kurz nachgedacht. Aber früher schon. Also das hat mich damals mitgenommen.

Ralf Stockmann Wo setzt du denn neu an? Sind die Prequels schon neu oder erst die Sequels?

Björn Reimer Also die Sequels haben mich ernüchtert. Das war nicht mehr so gut als es dann wieder kam.

Tim Pritlove Warte mal, was sind denn jetzt die Sequels und was sind die Prequels, da komme ich jetzt durcheinander.

Ralf Stockmann Also die Prequels ist Episode 1, 2, 3, also Phantom Menace und Clone, Attack of the, doch Attack of the Clones, genau, Return of the Sith und dann die Sequels ist dann halt mit Rey und Finn und genau 7, 8, 9.

Björn Reimer Genau, dann so rum, genau. Also die, ja, da fand ich den ersten super und dann später hat das auch wieder ein bisschen abgebaut. Das wirkte alles sehr zu geschmeidig, fand ich. Also es war nicht mehr sehr unterhaltsam und auch nicht sehr viel Neues, wie ich fande.

Tim Pritlove Da hat jeder so seine Meinung.

Ralf Stockmann Die ganzen Serien jetzt so, Mandalorian und Andor und.

Björn Reimer Da hab ich nicht mehr so viel reingeguckt, da war ich dann auch nicht mehr so begeistert von. Andor hab ich angefangen, hat mich aber auch nicht mitgerissen.

Ralf Stockmann Da muss man auch mindestens bis Folge 3 durchhalten, damit der erste Pay-Off kommt, die ersten zwei Folgen sind wirklich schwierig.

Tim Pritlove Andor find ich einen ganz großen Wurf.

Ralf Stockmann Wie viel Zeit haben wir?

Tim Pritlove Du weißt ja, hier ist das alles sehr flexibel, aber ganz ehrlich, ich bin ja so alt, ich hab ja noch den Star Wars Film im Kino gesehen als er raus kam.

Ralf Stockmann Den ersten.

Tim Pritlove Den vierten ersten wie auch immer, New Hope.

Ralf Stockmann Das kann ja fast nicht sein. Wieso? Weil so viel älter als ich bist du doch auch nicht. Ich bin ja zehn. Ich hätte den dritten im Kino gucken können.

Tim Pritlove Ich war zehn oder elf.

roddi Ich hatte nur das Panini Heft.

Tim Pritlove Wann kam der in Deutschland raus? 78 oder 77 schon noch?

Ralf Stockmann Ich meine 78 kam der.

Tim Pritlove Ja, da war ich 11. Da kann man schon mal ins Kino gehen.

Ralf Stockmann Fair enough.

Björn Reimer Das ist alles weit vor meiner Zeit.

Tim Pritlove Ja ich weiß, ich bin ja auch alt. Aber da weiß ich noch genau wie es mir vorher ging und wie es mir danach ging. Und ich glaube alle die das gemacht haben damals, also es ist sehr schwer das sozusagen glaubhaft nachzuerzählen, aber es war wirklich so man ging halt rein und vorher war halt die Welt so und dann gingst du halt rein, dann hast du diesen Film geguckt, dann kamst du wieder raus und die Welt war neu.

Tim Pritlove Alles war anders. Also mit Star Wars hat irgendwie sozusagen die offizielle Zeitrechnung neu begonnen, es war irgendwie das Jahr Null gefühlt so, du hast sofort gemerkt so, okay, nichts ist mehr so wie es war, alles ist jetzt neu definiert, irgendwie Star Wars hat uns alle komplett den Kopf verdreht und dieser ganze Craze war absolut nachvollziehbar, weil es war einfach diese Zauberwelt, diese Märchenwelt, die sie da geschaffen haben, dieser Spaß und das war alles so neu.

Tim Pritlove Aber ich weiß noch, was hat sich der Film abgemüht mit Science Fiction? Also da gab es wirklich ganz schlechte Phasen, es gab natürlich auch noch ein paar Hochphasen, da werden wir auch noch drauf kommen und so weiter, aber ganz zweifelsohne hat Star Wars halt so ein komplett neues Kapitel eingeläutert, das kann lustig sein und das kann irgendwie Abenteuer sein und alles und dann noch diese Effekte, die für die damaligen Verhältnisse einfach unfassbar waren, Es war einfach eine Illusion, die da abgezaubert wurde, wie auch immer.

Tim Pritlove Auf jeden Fall, Star Wars war dann bam, bam, bam und nichts war mehr so wie vorher.

Ralf Stockmann Das Design. Das Raumschiff Design alleine. Die allererste Szene, wenn sich der Sternzerstörer brumm brumm, wer nach den zehn Sekunden noch weiß, ob er Männlein oder Weiblein ist. Sowas war völlig neu einfach für Kino.

Tim Pritlove Ja, auch der Sound. Also das war auch die Zeit, wo Kinos überhaupt angefangen haben ordentlichen Sound zu haben. Vorher hat's da so kleine plerrende Boxen und dann kam halt so mit diesen Filmen kam halt so dieses Krachbumm irgendwie auf einmal rein und dass man das dann so im Bauch spürte und so weiter.

Tim Pritlove Also man wurde da an allen Sensoriken gezupft und ich weiß nicht ob der Sprung danach jemals wieder so groß war, so im Gesamtgefühl.

Ralf Stockmann Das absurde ist, ich bin zu Star Wars gekommen, weil man es mir erzählt hat. Ich war damals irgendwo auf der Schule und wir hatten eine Busfahrt von 20 Minuten und mein bester Freund, der hatte die alle schon auf Video geguckt irgendwie, alle drei Teile. Man hat ja mir im Laufe einer Woche während der ganzen Busfahrten die komplette Geschichte erzählt von Teil 1 über Teil 2 über Teil 3. Das heißt also ich kenn Star Wars als mündliche Überlieferung, so hat's angefangen.

Ralf Stockmann Und dann irgendwie erst ein paar Monate, es hat wirklich lange gedauert, ein paar Monate später hat er dann wieder irgendwie den Videorekorder organisiert und dann gab's dann irgendwie eine Watchparty, wo wir dann relativ schnell auf so einem abgeranzten kleinen Mini Farbfernseher mit schlechten Tapes irgendwie kopiert haben, das war noch so eine Raubkopie, das war noch niemals irgendwie aus der Videothek, weil ich glaub die gab's gar nicht in der Videothek zu dem Zeitpunkt, die konnte man also auch am Anfang nur irgendwie aus Sonderbankquellen irgendwie beziehen.

Ralf Stockmann Das war so das denkbar schlechteste Star Wars Intronisation, die man sich auch nicht vorstellen kann. Erst die ganze Story gespoilert und dann die schlechte Version auf dem Scheiß Fernseher geguckt und es war trotzdem fantastisch. Und wenn ein Film trotzdem so funktioniert, obwohl er so massiv schlechte Startchancen hat, dann muss da was dran sein.

roddi Ich erinnere mich nur, dass ich den, irgendwann haben wir mal die ersten drei Teile, also Episode 4 bis 6, von analoger Laserdisc angeguckt. Und zwar waren das drei analoge Laserdiscs pro Film, aber mit Vor- und Rückseite. Also irgendwie gefühlt alle Viertelstunde musste diese Disc umgedreht werden oder eine neue eingelegt werden und dann natürlich mit dem weichen Mikrofasertuch nochmal vorsichtig abgewedelt.

roddi Ja, das war nicht ganz so beeindruckend irgendwie dann, aber es war trotzdem schön.

Ralf Stockmann Ja und Episode 1 dann, also Teil, der erste dann der Prequels, den habe ich in der Tat Raubmord kopiert, bei uns damals bei den Medienwissenschaftlern gesehen und den haben wir über 48 Stunden runtergeladen und ich glaube weite Teile davon habe ich dann da auch gewilltig campiert in meinem Arbeitsraum, das war, ich weiß gar nicht was das für ein Protokoll war, da gab es ja noch kein Torrent zu dem Zeitpunkt und da musste es also irgendwie gefühlt alle 15 Minuten dagegen treten damit irgendwie der Download nicht wieder zusammenbrach.

Ralf Stockmann Und das waren also natürlich, in Denaver haben wir auch häppchenweise geguckt, also so alle so in Chunks von zehn Minuten konntest du quasi dann schon wieder weitergucken, das setzte sich ja so fort diese gar nicht so gute Experience, dass ich also Episode 1 würde ich in zehn Minuten Fragmenten über 48 Stunden geguckt habe, aber auch das war nicht so schlecht.

Ralf Stockmann Also das Podrace, darauf lasse ich ja nach wie vor nichts kommen, das sind perfekte 30 Filmminuten die man da drin hat.

roddi Aber Jar Jar Binks.

Ralf Stockmann Ja egal, der ist da ja, kommt zu sehen.

Tim Pritlove Portraits gebe ich dir. Also ich glaube sonst hätte man den Film auch einfach komplett gleich aus den Kinos nehmen können. Das war noch so ein bisschen der Ansatz. Aber sorry, die ganzen Charaktere und so, das wäre fast komplett schief gegangen. Und Jar Jar Binks, siehst du irgendeine Legitimation für Jar Jar Binks?

roddi Ich glaube sie wollten unbedingt einen Jamaikanisch sprechenden Synchronsprecher in dem Film haben, weil sein Jamaikanisch ist wirklich gut.

Tim Pritlove Wie der hat auch noch.

Ralf Stockmann Ja ja die haben eine ziemlich deftige Rassismus Debatte ja noch.

roddi Ja ja der hat richtig krasses Jamaikanisch gesprochen.

Ralf Stockmann Auch weil die von der Handelsföderation dann ja auch so asiatischen Select drin haben. Das war also schon alles nicht so ganz fein. Hat sich Lukas, glaube ich, sogar auch einigermaßen offiziell für entschuldigt, im Nachhinein, irgendwie etliche Jahre später.

Tim Pritlove Ja, zurecht. Weil er hat, ich finde er hat nicht schnell genug loslassen können und auch so seine Redos von 4,5,6 war ja auch totale Katastrophe. Hier mit irgendwie Handshot first, also dass er wirklich auch noch in den Ablauf eingreift und dann auch noch seine, ich meine ich rechne es ihm ja hoch an, dass er immer nach Perfektion strebt so, aber er ist dann halt wirklich in dieses Uncanny Valley der Special Effects reingefallen und hat irgendwie zu einem Zeitpunkt wo er dachte jetzt ist schon alles richtig geil und wenn ich das jetzt mache dann werden die Filme richtig toll, ist aber genau, hat so richtig in den Scheißetopf von, ne ist noch nicht so geil wirklich so reingegriffen und dadurch halt die Filme verunstaltet.

Tim Pritlove Wir hatten ja hier schon mal eine ausführliche Diskussion, du wirst sie sicherlich verfolgt haben, wie ich dich kenne Ralf, zu dem Thema, mit irgendwelcher Reihenfolge muss man das hören. Die Machete Order natürlich. Genau die Machete Order auf der einen Seite, aber auf der anderen Seite auch diese Special, das weiß ich nicht mehr ganz genau wie die Ausgaben hießen, ich hab sie hier groß gepriesen, jetzt weiß ich es grad nicht mehr, aber es gibt ja verschiedene, es gibt ja sozusagen eine Version aller Filme, die zusammengesetzt sind aus sozusagen allem Material was es gibt, wo sozusagen die original, der original Szenenverlauf ist mit den besser gemachten Verbesserungen reingenommen, alles irgendwie in HD und so weiter und da kann man sich High Star Wars so richtig

Tim Pritlove geil angucken so, das ist halt einfach qualitativ das beste was man kriegen kann ohne dass es die Story verholt ist. Und vor allem ist halt ganz viel Jar Jar Binks rausgeschnitten worden und ehrlich gesagt, Jar Jar Binks kann ja noch ertragen, aber wo ich wirklich die Galle kriege, was ich das Schlimmste finde überhaupt in diesem ganzen 1-2-3-Epos, ganz schlimm in eins und auch ganz schlimm in zwei, Diese unsäglich langweiligen Diskussionen zwischen Obi-Wan und, äh, hier, äh, junger Skywalker, wie heißt er?

Ralf Stockmann Anakin. Anakin.

Tim Pritlove Und überhaupt das ganze wie so deutsches Theater, also wo sie die ganze Zeit da so sitzen, immer linkscard, rechtscard, linkscard, sie sitzen die ganze Zeit auf Sofas und reden miteinander, da kann ich auch in Berlin ins Theater gehen, wenn ich mir das anschauen will, also das ging überhaupt nicht.

Ralf Stockmann Du hattest ja mal hier diese Crew da aus Amiland, die diese Rezensionen machen, wie heißen die noch? die auch so ein bisschen völlig neben der Spur sind, die da wirklich sehr gut 40 Minuten lang oder sogar über eine Stunde durchanalysieren, was alles schief gelaufen ist bei den Prequels. Du erinnerst dich was ich meine?

Tim Pritlove Du hast es selber gepriesen, völlig zu Recht. Ja, sorry ist zu lange her alles.

Ralf Stockmann Weil da haben die genau das sehr gut mal wirklich so standbildmäßig so, warum sind diese Einstellungen hier so langweilig, warum passiert hier nicht mehr Dynamik, warum Show, Down, Tell, also einfach so die Grundregeln von guten originellen Filmen machen werden da einfach halt ignoriert.

Tim Pritlove Ich weiß nicht mehr wie es heißt aber jetzt weiß ich mal was du meinst. Genau. Ja, naja, so aber dann und womit ich ja auch nie so richtig klar kam, war diese ganze Zusatzwelt, die dann so zwischen diesen Filmen entsponnen wurde in Form von diesen Animationsfilmen. Dafür war ich zu alt. Das hat mir nicht gefallen und das hat irgendwie ja irgendwie ein junges Publikum gefunden.

Ralf Stockmann Der hat also Clone Wars nicht gefallen, notier.

Tim Pritlove Ja ich hab das erst vor kurzem überhaupt das erste mal versucht nachzuschauen, aber... Ich bonde nicht mit dem Animationsgenre, also das ist mir dann zu, also dass das dieselbe Welt sein soll, das geht bei mir nicht zusammen, das ist für mich wie das Fernsehen in Star Wars damals.

Ralf Stockmann Also in Clown Wars muss man, kann man glaube ich so ein paar einfache Wahrheiten mal versuchen zusammen zu tragen, die haben ein bisschen einen kolprigen Start auch, so die erste Season ist also sicherlich nicht so das Glanzstück. Es sind aber so ein paar Story-Arcs drin, die so mit zum Besten gehören, was du so lore-technisch an Star Wars kriegen kannst. Also weil da ja eben wirklich viel, wie wurde das Ganze vorbereitet und wie ist es dann hinterher mit Darth Maul weitergegangen, den holen sie ja wieder zurück.

Ralf Stockmann Ist ein schöner Arc, wie verhält sich Sidious dann dazu? Also wenn man grundsätzlich so in dieses ganze Star Wars Lore-Thema eintauchen möchte, so wie hängt was wie zusammen, ist Clone Wars der absolute Honigtopf. Du findest also keine andere Quelle, wo du das so schön zusammenfassst.

Tim Pritlove In Chat wird gerade gesagt, es gibt Clone Wars und The Clone Wars.

Ralf Stockmann Also ich meine die große lange Folge, also nicht die kurze erste. Das ist glaube ich Clone Wars und das was ich meine ist glaube ich The Clone Wars. Also das wo es irgendwie fünf, sechs Seasons von gibt. Das das taugt richtig, die haben ja noch eine nachgeschoben vor einem oder zwei Jahren, haben sie quasi weil sie das Ende quasi der letzten offiziellen Season war so ein bisschen halbgar und man wusste gar nicht was passiert mit Ahsoka jetzt eigentlich irgendwie weiter, das ist zum Beispiel würde ich sagen bester weiblicher Charakter im Star Wars Universum, Ahsoka, der jetzt auch ihre eigene Show kriegt, noch knapp vor Rey, ja total super, bester weiblicher Charakter, angucken.

Tim Pritlove Okay gut, aber ich sag ja nur ich konnte mit diesem Animationsgenre nicht bonden.

Ralf Stockmann Also das war, kann ich nachvollziehen, auch der Zeichenstil muss einem gefallen.

Tim Pritlove Das kann toll sein und die Story mag toll sein, aber ich konnte da nicht, keine Verbindung herstellen. Deswegen ist mir dieses ganze Star Wars Universum überhaupt eigentlich erst näher gebracht worden, seitdem sie eben jetzt diese Zwischenfilme machen. So und da fand ich den, oh Gott ich kann mir den scheiß Namen nicht merken, wie hieß der mit dem Angriff da, den fand ich super, den fand ich irgendwie toll, der hat mich das erste mal so ein bisschen abgeholt für dieses, es gibt noch Geschichten dazwischen, okay so.

Tim Pritlove Dann fand ich diesen Solo, fand ich okay. Und Obi-Wan als Serie war genauso langweilig wie die Obi-Wan Rolle in den Filmen. Sorry, ich mag ja diesen Schauspieler. Ich liebe ihn. Aber diese Rolle haben sie eben komplett zerpflückt oder die Regie, ich weiß nicht, es ist so tranig, so langweilig, so zum Einschlafen, zum Gähnen, grauenhaft, furchtbar.

Ralf Stockmann Obi-Wan hat einfach ein paar richtig fiese inszenatorische Macken, wenn also die kleine Leia irgendwie durch den Wald vor den super harten Kopfgeldjägern abhaut und die ständig über irgendwelche Wurzeln stolpern nur damit sie sie noch nicht gefangen kriegen, Also wenn du halt irgendwie so zwei badass Typen hast und die schaffen es zehn Minuten lang nicht irgendwie eine Sechsjährige oder Zehnjährige zu fangen, das ist auch so wirklich plump inszeniert, also darüber kann man sich schon ein bisschen helfen.

Tim Pritlove Also Ewan McGregor finde ich ja einen geilen Schauspieler und ich bin sehr froh, ich hab den ja irgendwie schon in seinem allerersten Film ist er mir ja schon aufgefallen, damals als er noch in Schottland, Shallow Grave war der erste Film mit dem er bekannt geworden ist, ganz lustiger Superfilm.

Ralf Stockmann Bin ich Trainspotting eingestiegen, ganz klassisch.

Tim Pritlove Trainspotting kam danach, also Shallow Grave war sozusagen wo er entdeckt wurde und danach kam irgendwie Trainspotting und aus diesem ganzen schottischen Kollektiv sind ja so einige Stars hervorgegangen, jetzt wollen wir nicht so weit wegkommen von Star Wars, auf jeden Fall finde ich Ewan McGregor, also es tut mir wirklich leid Ewan McGregor, ich mag dich sehr gerne, aber sie haben dir eine kaputte Rolle gegeben, die ist einfach von der Regie zerstört worden und finde ich auch sehr wenig rausgeholt.

Tim Pritlove Und dann, deswegen fand ich dann Andor wieder so geil, weil Andor, wenn du sagst so die ersten drei Folgen geguckt und irgendwie hä, so ja, das ist wieder so etwas was sich ganz langsam aufbaut so und dann sehr schön den Anfang von allem zeichnet. Also das ist ja das, was da drin steckt. Da steckt der Anfang dieser gesamten Rebellion drin. Warum eigentlich? Wie? Wer? Und so.

Tim Pritlove Und das finde ich ganz toll. Und Mandalorian... Ist ein gutes Beispiel dafür, dass man einen kriegen kann, also erstmal Mandalorian, geilster Soundtrack der nicht von John Williams ist, also dieser Schwede, Hammer Thema super umgesetzt trägt sich jetzt schon über drei Serien wird immer evolviert ganz da haben sie wirklich einen super super super Komponisten gefunden, Schwede oder Finne oder sowas, ganz komischer Name, Langasör, irgendwie sowas.

Tim Pritlove Das ist geil und ich meine klar mit Baby Yoda haben sie es natürlich alle gekriegt so. Das war einfach der Cuteness Faktor hoch 10, aber auch da ist es halt so, Ja ok, ihr müsst also jetzt eine Folge in dieser Serie füllen und jetzt gibt es ja so ein Abenteuer, was soll der Name? Die Mission of the Week. Genau, die Mission of the Week, wo nichts übrig bleibt für den Rest der Geschichte und das finde ich dann wieder so schade, dass man da irgendwie so diese Zeit ein bisschen, das ist zwar irgendwie ganz gute Unterhaltung und so, aber am Ende, ok, wir haben jetzt 30 Minuten eine Story gesehen, die in keinem der Previously on Mandalorian auch nur eine Sekunde reingeschnitten wird, so wichtig war das jetzt.

Tim Pritlove Und das finde ich dann wiederum.

Ralf Stockmann Ja, also ich hab mit Andor echt so meine Schwierigkeiten. Irgendjemand hat das in Masterdon mal auf die schöne prägnante Formel gebracht, ich weiß ja nicht mehr wer jetzt spontan. Die haben die Stars aus Star Wars rausgenommen. Also sprich all das was irgendwie was mit eben Märchen und Eskapismus und tolles interessantes Design und sowas, das ist halt alles raus operiert und du hast nur noch den Krieg.

Ralf Stockmann Ja also was macht dieses oppressive Imperiumsregime mit den ganzen Menschen?

Tim Pritlove In was ist nur noch der Krieg?

Ralf Stockmann In Star Wars. Sie haben die Stars rausgenommen aus Star Wars. In Andor. So. Also Star Wars, das war immer die Kombination, das ist eigentlich ein Actionfilm, aber du hast eben dieses ja, Sky is the limit und es ist Eskapismus und tolles Design und man hat auch Spaß und das ist alles raus und du bist nur noch im Krieg, nur noch die Wars sind übrig.

Ralf Stockmann So und was macht der Krieg mit den ganzen Menschen, wie funktioniert dieses Unrechtsregime, wie funktioniert jetzt das Imperium von innen. Die Szenen finde ich natürlich fantastisch, wenn da also der Secret Service vom Imperium irgendwie gezeigt wird und was die wiederum alle für Binnenquerellen haben. Aber Spaß ist das halt alles nicht.

Ralf Stockmann Es sind halt keine Stars mehr drin. Also nicht Stars im Sinne von die Sterne da oben am Himmel halt und das finde ich hängt dem schon so ein bisschen nach. Plus dieser Erzähl-Rhythmus, dass du immer diese Dreierblöcke hast. Du brauchst zwei Folgen Exposition bis du dann wieder irgendwie einen Höhepunkt bekommst. Die sind dann ziemlich gut, die dritte Folge ist gut, die sechste ist gut und dann nach hinten raus ziehen sie die Taktung generell zum Glück ein bisschen hoch.

Ralf Stockmann Aber diese Folgen zwischendurch die sind schon auch, aber du hast dann da wirklich auch in Folge 1, 2 und ich glaube auch in 4 und 5 hast du halt auch Szenen wo Leute irgendwie am Mittagstisch sitzen und Alltag besprechen, das will ich in Star Wars nicht sehen, echt nicht. So und das hat auch kein irgendwie, das kommt dann auch nicht im nächsten Previously.

Ralf Stockmann Also ich hätte auch gesagt Andor kannst du gut auf die Hälfte runtercutten. Der ganze Mon Matma Plot fand ich total überflüssig, da passiert eigentlich gar nichts. Es gibt eine lange Besprechung mit den Kulturdeliktanten, da kann man sich das alles nochmal in Länge anhören, warum ich da so Schwierigkeiten mit habe und was ich jetzt bei Mandalorian wirklich nicht verstehe ist halt so der Übergang von zweiter Season zu dritter Season.

Ralf Stockmann Ganz tolles Ende, zweite Season, Krogu, also Baby Yoda geht weg und Luke nimmt ihn mit, fantastischer Auftritt, episch, alle geweint. So und die erste Folge, Season 3, ach ja da ist er übrigens. Wenn ihr euch fragt wieso, ja da müsste Boba Fett gucken. Und dann guckst du Boba Fett und siehst okay da sind halt zwei Folgen Mandalorian reingearbeitet und ich verstehe natürlich was der Gedanke dahinter ist, die wollen halt jetzt so ein Mando-Verse aufziehen, so wie es halt irgendwie, ansonsten Disney ja auch mit den ganzen, na wie heißt das andere große Franchise?

Ralf Stockmann Nein, Guardians of the Galaxy und Marvel, das Marvel-Universe, wo alles mit allem verwoben ist und dann irgendwie wieder in großen Kulminationsfilmen zusammengetragen wird und sowas. Genau so eine Schiene wollen die da halt bringen. Du kannst doch nicht ernsthaft von Leuten erwarten, dass sie zwischen der zweiten und der dritten Season irgendwo oder erstmal woanders nachgucken müssen, wie jetzt der Hauptplot um den Hauptcharakter irgendwie weiterging.

Ralf Stockmann Ja. Ich muss nochmal gucken, ich glaube sie bringt es noch nichtmals in irgendeine Previously Sequenz, was jetzt eigentlich mit Luke los war und dass er sich entscheiden musste, will er jetzt ein Lorianer werden oder will er jetzt ein Jedi werden und natürlich entscheidet er sich für sein Papa.

Tim Pritlove Das war in Boba Fett.

Ralf Stockmann Das war in Boba Fett, ja.

Tim Pritlove Richtig, Boba Fett auch gesehen, das war auch langweilig.

Ralf Stockmann Ja das hatte auch drei gute Folgen das waren halt die beiden Mando Folgen plus einer anderen und der Rest war halt auch irgendwie fies. Es ist schwierig.

Tim Pritlove Freuen wir uns auf Star Wars 10.

Ralf Stockmann Ja es sind jetzt drei neue Filme angekündigt das wird in der Tat glaube ich ganz spannend.

Tim Pritlove Also auf jeden Fall, 4. Mai ist so ein bisschen der Tower-Day der Star Warsies, wie heißen die denn eigentlich? Star Warsies? Trekkies sind von Star Trek und wenn man bei Star Wars ein Fan ist, gibt's da auch einen Namen für? Ist man dann irgendwas?

Ralf Stockmann Jedi vielleicht? Nicht notwendigerweise natürlich. Das was ich jetzt gerade mal in den Chat gepostet habe ist das traurigste was man heute glaube ich sehen kann, nämlich Marco Buschmann von der FDP der Grogu hoch hält und behauptet es sei Yoda. Tiefer werden wir heute nicht mehr fallen. Yoda und ich werfen heute ein. Auch sehr schöner Tut dazu von Marco Bohnen sagt er. Nebenbei Grüße, hier ist Highlancer.

Tim Pritlove Und wieso schreibst du so wanst man sich nicht glaubhaft an Star Trek Fans ran. Ist ok, doppelter Witz. Naja. Alright. So. Und kommen wir mal zu dir Björn. Jetzt müssen wir erst mal hier, äh...

Björn Reimer Was kommt jetzt?

Tim Pritlove Na, du hast heute Geburtstag.

roddi May the 4th be with me. Genau.

Tim Pritlove Ich dachte ja, du hast einen besonderen Bezug zu Star Wars, deswegen.

Björn Reimer Ja, daraus konnte ich auch sehr gut merken, wann dieses May the 4th überhaupt entstanden ist.

Tim Pritlove Ja, wann denn?

Björn Reimer Weil ich würde sagen, das fing an so vielleicht vor acht bis zehn Jahren, das müsste man nochmal recherchieren, wann das wirklich groß ist, aber das ist so, wenn ich meine Erinnerungen nicht täusche, das wo das natürlich ständig erwähnt wird, wenn man an diesem Tag Geburtstag hat. Das ist nicht neu mehr für mich. May the 4th be with you.

Björn Reimer Aber ja, das gibt es noch nicht so lange wie Star Wars auf jeden Fall. Zumindest in meiner Erfahrung.

Tim Pritlove Nee, nee, das kam irgendwann später. Ich weiß auch gar nicht warum. Ich fand es auch nicht so wichtig. So, aber das tut ja auch nichts zur Sache, aber vielleicht kannst du ja mal so ein bisschen erzählen, was du so für ein Nerd bist. Du hast ja unter anderem so ein Hackerspace gestartet, aber vielleicht kannst du dich ja mal selber mal einführen.

Björn Reimer Ja, ich fang mal vielleicht vorne an, also der Kern von irgendwie, was mich viel beschäftigt ist Softwareentwicklung und genauer gesagt verdiene ich seit einiger Zeit mein Geld mit Elixier und zwar bei einer Firma, die hier ja auch schon bekannt ist, VUGA, also Computerspiele, Backends, da ist das glaube ich auch sehr, sehr gut für geeignet.

Tim Pritlove Also bis jetzt sozusagen in der Abteilung, in der Huckel früher war.

Björn Reimer Ja also in dem gleichen Gebiet da hat sich einiges einiges geändert, also es ist ja auch eine Firma die gewachsen ist, wo sich auch jetzt ich sag mal mehr vom Startup zu einer kontinuierlichen Firma geworden, auf was wir machen und wie wir das da alles machen, aber genau in dem Bereich, wir sind da, früher Erlang, Ruby gab es da auch ganz ganz viele andere Sachen und ich war da einer derjenigen, der schon vor Jahren mitgeprägt hat, als wir ein neues zentrales Backend System gebaut haben, das halt komplett in LXC aufzubauen.

Björn Reimer Und mittlerweile entwickeln wir, ich würde sagen seit mindestens fünf Jahren im Backend nichts mehr außer LXE. Also es gibt noch ein paar alte Sachen.

Tim Pritlove Backend heißt sozusagen die ganzen Gameserver.

Björn Reimer Genau, alles was irgendwie auf dem Server passiert.

Tim Pritlove Wie groß muss man sich WUKA so vorstellen mittlerweile? Also hast du da irgendwelche Zahlen oder Größenordnungen?

Björn Reimer Also eine Zahl die man vielleicht nehmen kann, gerade haben wir so ungefähr zwei plus ein bisschen Millionen Spieler am Tag. Das ist so eine Zahl die man so nehmen kann. Mhm. Größe von Anzahl der Leute sind es 300, 350 würde ich sagen. Die Pandemie hat Spielfirmen sehr geholfen, würde ich mal sagen. Während wir dann alle im Homeoffice waren, ist die Firma größer geworden als das Büro in dem wir sind.

Björn Reimer Und ja, jetzt teilen wir uns das Büro und nehmen, weil wir in Schichten immer da reingehen, weil wir nicht mehr alle reinpassen. Genau, also es hat sich auch insofern erinnert, früher gab es sehr, sehr, sehr viele kleine Spiele, also die Spielebranche hat sich sehr verändert, weil früher ging es darum ein Spiel zu machen, das war ein Hit und dann ging es weg und das war auch, sag ich mal, relativ, relativ einfach ein erfolgreiches Spiel zu machen.

Björn Reimer Heutzutage ist das kein Geheimnis mehr, dass Computerspiele gerade auf dem Handy sehr sehr viel benutzt werden. Man hat halt einen weltweiten Markt mit sehr sehr vielen Leuten die da spielen und da ist es schwerer geworden. Das heißt an einem Spiel sitzen jetzt 100, 150 Leute. Das waren früher eher 10, 20.

Björn Reimer Und das ist verteilt auf alle Gewerke.

Tim Pritlove 150 Leute entwickeln an einem Spiel oder administrieren also alles, ne? Also Developer.

Björn Reimer Genau, das fängt an von Leuten, die sich um Story erstmal kümmern, also das ist so eine unserer Spezialitäten, dass wir Spiele bauen, die sehr stark auf Geschichte basieren. Also in den Spielen werden Geschichten erzählt, wir releasen auch immer neue Geschichten, also neue Kapitel zu den Spielen. Dann die ganzen Game-Designer, die Artists, die Künstler, 2D, 3D, das alles rum.

Björn Reimer Dann natürlich Software-Entwicklung, im Client-Unity, da haben wir eine Menge Leute. Dann im Backend, LXC, dann aber auch hinten rum Data, Data-Science, das ist eine riesen Preise-Palette und dann noch, das ist noch gar nicht Publishing und alles mit drin. Und das summiert sich. Und heutzutage muss man extrem Aufwand betreiben, um sich um die Erwartungen des Marktes zu kümmern.

Björn Reimer Ja, da verdiene ich mein Geld, aber das ist nicht alles. Neben zwei Kindern, die mich sehr viel noch beschäftigen, mache ich in meiner Freizeit versuche ich einen Hackspace zu organisieren. Genauer gesagt den X-Sign, hier im Nachbarbezirk, im schönen Friedrichshain. Das war auch eine interessante Reise. Das war gar nicht so geplant, dass das so groß wird. Wir haben damals angefangen in einem kleinen Ladenlokal in der Grünberger Straße und ja mittlerweile sind es… Wann ist damals?

Björn Reimer Vor sieben Jahren, ziemlich genau jetzt. Und jetzt sind es 130 Mitglieder, die da hinkommen und von Software, aber auch Hardware, Making, also wir sind relativ breit aufgestellt, alles dort machen. Also wir haben auch eine Nähecke, 3D-Drucken, Laserkarten, die üblichen Sachen. Und ja, auch über Alex Hirwitt da geredet, unter anderem.

Tim Pritlove Die üblichen Sachen, du bist gut, also ich meine es gibt ja so eine und so eine Hackerspaces, es gibt so welche, so was weiß ich, so wie CCCB, wo halt wirklich mehr so Developer und Polit orientiert ist, bisschen elektronik gemacht wird aber nicht so viel bastel kram so und dann gibt es welche die sich aber sehr viel mehr wiederum in diesem spielerischen mit so 3d druck festgesessen haben aber dann so an anderen stellen irgendwie nicht so präsent sind und ich finde das im x-heim ist es sehr ausgewogen also das würde ich von allem was da auch so räumlich nimmt irgendwie alles mehr oder weniger gleich viel Platz ein, Dunkelkammer, dann hast du irgendwie so einen Lasercutter, gibt eine valide Holzwerkstatt mit Drehbank, mit Bandsäge, mit CNC Fräse,

Tim Pritlove also es ist irgendwie alles da, Werkzeug ist irgendwie alles da und wenn man irgendwas machen will. So dann kann man irgendwie sofort loslegen, egal worum es sich irgendwie handelt, selbst wenn man irgendwie Elektronikprobleme hat, gibt's dann irgendwie Labor und irgendwie sitzt auch.

Björn Reimer Ganz anders, also eine ganz andere Spannbreite machen kann. Man kann halt irgendwie, jemand baut was und dann macht man da LEDs rein und dann schreibt man dafür die Software, das ist ja eine unglaubliche Spannbreite und das kann man halt alles, man hat halt dort die Leute, wo man von lernen kann und das gemeinsam machen kann und eine Sache, die uns auch glaube ich auszeichnet ist, wir haben halt ein riesengroßes, Also wir sind in einem Ladenlokal, sag ich mal.

Björn Reimer Also wir haben große Schaufenster, das heißt man kann vorbeilaufen, da stehen auch einige Sachen drin in den Schaufenstern, was Eltern mit Kindern lieben, aber auch hassen, je nachdem wie schnell sie zur Kita kommen wollen oder müssen, weil die ganzen Kids davor stehen. Aber es erzeugt halt eine wahnsinnige Offenheit. Es kommen immer wieder Nachbarn rein, die sagen, hey, mich hat so interessiert, was ihr hier macht, was macht ihr hier eigentlich?

Björn Reimer Übrigens jeder der interessiert ist kann montags bei uns vorbeikommen. Das ist immer unsere offene Abend. Da sind meistens auch immer viele Leute da, die erzählen was sie machen. Man kann da eine Tour bekommen, sich diese ganzen Bereiche zeigen lassen.

Tim Pritlove Und gefühlt findet die ganze Zeit irgendeine Tour statt. Wenn man da ist, immer wenn ich mich da aufgehalten habe, stand immer gerade irgendjemand so im Eingang rum, der so ein bisschen so, was ist das denn hier, so und dann dauert es auch keine 10 Sekunden und dann wird die Person schon von irgendjemand abgeholt und kriegt halt so die Rundtour.

Tim Pritlove Das finde ich irgendwie ein echtes Feature so welcoming zu sein.

Björn Reimer Das ist aber auch unglaublich interessant, was man da für Leute und Geschichten erfährt, wenn man so irgendwelche Leute, die erstmal so schüchtern da reinkommen, so ha ich hab gehört hier gibt's Touren und dann fängt man an mit denen zu reden und dann hört man plötzlich interessante Geschichten, wo die herkommen, was die für Zeug machen, das ist wahnsinnig interessant und das ist auch echt cool, weil da muss man gar nicht mehr so viel rumgehen, die Leute kommen jetzt alle her, das war auch nicht so erwartet, als wir damit angefangen haben, aber.

Tim Pritlove Das X-High ist auch erstaunlich international, finde ich.

Björn Reimer Also, ja, ich kann das jetzt nicht so gut vergleichen, aber es sind schon viele Leute, es wird sehr häufig Englisch gesprochen, ja.

Tim Pritlove Ja ja viele Amerikaner, also aus verschiedensten Ländern aber halt so Englisch ist da einfach wirklich second language, das merkt man schon, dass da einfach und zwar jetzt nicht nur die als Gast mal reinschauen, sondern die auch dauerhaft da sind und dann halt auch die Touren dann gleich in Englisch machen, wenn der Bedarf da ist und das fand ich schon ganz geil, ja das ist auf jeden Fall ein schönes Experiment und ein sehr brauchbarer Sozialraum.

Björn Reimer Ja, das würde ich auch sagen. Das ist in erster Linie. Es ist auch mittlerweile, gerade auch Montage, sind für mich viel mehr hingehen, mit Leuten reden, Leute kennenlernen und für Projekte komme ich dann immer an anderen Tagen, weil ja, das in erster Linie für viele Leute ein Sozialraum geworden ist und das war auch eine große Motivation für uns, als wir angefangen haben.

Björn Reimer Wir wollten halt einen gemeinsamen Ort haben, wo wir an Zeug bauen können, aber uns auch erstens treffen können. Wo man einfach hingehen kann und da ist dann meistens jemand und das ist es auch wirklich geworden. Ich könnte jetzt nicht behaupten, es gab einen Masterplan, das ist so entstanden.

Tim Pritlove Ja, so Sachen kann man auch nicht planen. Das ergibt sich eigentlich immer so ein bisschen.

Björn Reimer Ja, das ist ja mein Hobby, was manchmal sehr viel Zeit nimmt aber auch sehr viel Spaß macht.

Tim Pritlove Ja cool. Gut. So, jetzt wollen wir mal ein bisschen mehr Feedback machen, gab ja so das eine oder andere. Aber vielleicht vorweg noch ne schlechte Nachricht, die wir vielleicht ansprechen können, es gibt nicht so richtig viel was wir darüber wissen, aber es ist jemand gestorben aus der großen deutschen Podcast Gemeinde, nämlich Nikolaus Seemak, den viele vielleicht von euch kennen, weil ihr ihn gehört habt, Oder zumindest so auch als umtriebige Person wahrgenommen habt.

Tim Pritlove Nikolas hat die Elementarfragen gemacht, das war glaube ich sein erster Podcast, damit ging es los. Ähnliches Format wie mein CAE, also auch so Interview, längere Gespräche mit Leuten, viele Promis dabei und dann hat er auch mit Freunden vor einigen Jahren dieses Podcast Label gegründet 4000 Hertz. Du kanntest ihn ja auch Ralf ne?

Ralf Stockmann Genau, ich kannte ihn ein bisschen über die Subscribe eigentlich kennengelernt, also unsere Podcast Tagung, die wir ja viele Jahre gemacht haben und da war er dann auch mal zu Gast genau und wir hatten dann ja auch so den einen oder anderen Disput über die Ausrichtung so wie das deutsche Podcast Wesen.

Ralf Stockmann Um diesen abgegrenzten Begriff mal zu nehmen, in welche Richtung sich das entwickeln sollte und. Er kam ja aus dem professionellen Medien, Und wir haben in der Tat mal eine Nullnummer auf der Republika aufgenommen mit Nikolas und mir und Claudia so als halbe Moderation dazwischen.

Tim Pritlove Wurde das auch veröffentlicht?

Ralf Stockmann Das wurde nicht veröffentlicht, das wird auch nie veröffentlicht. Weil es hat auch nur so semi gut funktioniert. Also es war ein total zivilisiertes Gespräch, ich glaube und das hätte er vielleicht unterschrieben, dass wir am Ende glaube ich von unseren Positionen nicht wirklich irgendwo abgerückt sind und dann konterkarierte das etwas so die eigentliche Formateidee der ganzen Geschichte.

Ralf Stockmann Ja also das ist schon finde ich ein harter Schlag, weil gerade einer der ersten, die halt sowas wie ein Label, ja so klar Meta-Ebene gab es natürlich auch schon, ich weiß du hast damals etwas die Augenbraue gelupft, als es dann hieß so das erste deutsche Podcast Label geht an den Start mit 4000 Herzen und die Meta-Ebene gab es zu dem Zeitpunkt schon wie viele Jahre, aber das ist so die Medienerzählung und das deutsche Podcasttum, das ist ja sowieso eine Geschichte voller Missverständnisse.

Ralf Stockmann 47 ist er nur geworden. 47 Schlaganfall. Das gab es in einer der Berliner Zeitungen, suche ich gleich nochmal raus für die Shownotes, da gab es eine kurze Würdigung nochmal und ich habe ihn in der Tat viel lieber gehört, als dass ich mit ihm diskutiert habe. Also absolut legendär, das würde ich auch gerne gleich in die Shownotes nochmal reinwerfen, das finde ich sein Interview in den Elementarfragen mit Rainer Langhans, also damals Kommune 1 und ich bin ja so ein verhinderter Alt-Hippie, ich bin ja sauer, dass ich nicht bei 68 dabei sein konnte, Mangelsalter.

Ralf Stockmann Und was er da mit dem ja doch völlig verschrobenen und schon irgendwie doch in seiner sehr sehr eigenen Welt lebenden Rainer Langehans, was sie trotzdem da für ein Gespräch, ich glaub zwei Stunden oder sowas geht das ungefähr, zusammen kriegen, ganz toll. Das kann man sich, finde ich, immer noch wunderbar anhören. Für mich eine ganz persönliche Sternstunde des deutschen Podcasts.

Tim Pritlove Ja was für ein Vogel, da fang ich jetzt nicht mit an, ich hab auch so eine Story mit ihm, aber er hat noch beim Podcast Mikrodilettanten, da hat er so einen Laber Podcast gemacht, Zusammen mit Gero und Phil, da war ich einmal dabei mit Holgi, da haben wir das Intro gesquattet, das war so ein gespielter Witz, das war ganz gut.

Tim Pritlove Und der hat ja mit Holgi auch sehr viel zusammen gemacht. Ja Nikolas, das ist schade und insofern sagen wir liebe wohl und tschüss. Seine Stimme ist noch da und Podcasts werden auch in 500 Jahren noch gehört, auch Deine. So kommen wir zu unserem Feedback, da gab es so einiges. Ja, viele Kommentare, schön, dass ihr wieder da seid, das hat uns sehr gefreut.

Tim Pritlove Du hast aber auch im Nachgang noch rund um die Mastodon Social Media Diskussion noch das eine oder andere ausgefochten.

Ralf Stockmann Ehrlich gesagt gar nicht so viel, also wir haben, ich hab eben mal gezählt 140 Kommentare im Blog, dazu noch ungefähr 50 auf Mastodon. Nichts auf Twitter, was ich als persönlichen Erfolg verbuche, da haben wir die Publikation ja quasi auch totgeschwiegen. Das auf Mastodon, das war alles natürlich alles flauschig und friedevoller Eierkuchen, weil Preaching to the Choir, das war natürlich erwartbar, dass sie das gut fanden, dass wir das Thema da mal aufgreifen.

Tim Pritlove Endlich hört uns einer.

Ralf Stockmann Es gab im Blog in der Tat einen schönen Hinweis von einem Björn, nämlich dass es durchaus einen Weg gibt, auf Mastodon in seinem Namenshändel eine eigene Domain unterzubringen. Ohne dass man eine eigene Instanz betreiben muss. Und das ist auch nicht irgendein kruder Hack, sondern das ist in der ganz offiziellen Doku von Mastodon, kann man sich das angucken.

Ralf Stockmann Technologie dahinter ist Webfinger, man legt also eine JSON-Datei, sehr übersichtlich, sehr kurz, irgendwo auf einen Server, dessen Domain man gut findet und wo man halt entsprechend Zugriff hat auf dieses Well-Known-Verzeichnis.

Björn Reimer Der RFC ist von 2013, das ist also schon abgehangen.

Ralf Stockmann Gut abgehangen, genau. Und dann kann man in der Tat.

Tim Pritlove Lange ignoriert und jetzt endlich wieder ins Gespräch gekommen.

Ralf Stockmann Kann man eine der Schwächen oder diese Derate von Mastodon damit eben ausgleichen, wenn du dann die Instanz wechselst und dann normalerweise deinen Namen dann auch wechseln müsstest? Und mit der Methode kann man sich quasi dauerhaft einen konstanten, stabilen Namen besorgen. Das schmeißen wir mal in die Schaunotes rein. Danke Björn für den Hinweis dazu.

Tim Pritlove Jetzt gibt's ja auch Blue Sky, aber wir haben alle noch keinen Invite bekommen.

Ralf Stockmann Ja wir sind nicht hip genug, eindeutig. Also ist das von einem der Twitter Gründer?

Tim Pritlove Ja von dem Jack Dorsey einst, der hatte mal so eine Phase wo er wirklich der Meinung war Twitter müsste ja eigentlich dezentralisiert und frei und open sein. Ich werde aus dem Typen eh nicht schlau also er ist für mich ein totales Mysterium irgendwas dazwischen ich verstehe ihn überhaupt nicht und teilweise hatte ich so den Eindruck dass er doch noch alle beisammen hat aber ich bin mir nicht so ganz so sicher ob das überhaupt geht in dieser Szene.

Ralf Stockmann Ist auch glaube ich hart in der Kryptoblase abgetaucht und unterwegs und auch nie wieder so richtig hoch gekommen.

Tim Pritlove Ja das ist halt das Problem, also die sind irgendwie alle so ein bisschen verspult so, aber ab und zu kommt ja auch mal was interessantes bei raus und dieses Blue Sky war ja dann so ein Proposal, das hing da so ein bisschen in der Luft und ist ja dann durch diese Übernahme von Twitter ohnehin so ein bisschen unter die Räder gekommen, aber dann haben sie Ende letzten Jahres dann tatsächlich irgendwie eine Gruppe angefangen das wohl umzusetzen und jetzt gibt's das als App, ist das richtig sehr?

Ralf Stockmann Nur als App derzeit, keine Webseite und Invite only.

Tim Pritlove Genau, invite only, das kennen wir ja schon.

Ralf Stockmann Wir nennen uns Clubhouse.

Tim Pritlove Genau und das ist auch so ähnlich wie Clubhouse, also sie machen auch so invite graphs und so weiter, also müssen wir mal gucken inwiefern sie dann sozusagen auch so Punishment machen für du hast hier die ganzen Idioten reingeholt, du darfst jetzt hier gar nichts mehr und so, also das wird nochmal ganz interessant.

Tim Pritlove Klar kann sein, dass das so yet another social media fail wird, kennen wir das Internet? War das jemals schon mal anders? Leute probieren halt Dinge und dann gucken wir mal ob's passiert. Aber ich würde auch noch nicht sagen, dass das Ding jetzt schon durch ist. Wie, wer, wer sozusagen, also ob Twitter Relevanz behält?

Tim Pritlove Seine Relevanz, also irgendeine Relevanz wird es behalten, aber es hat natürlich seine, un, nicht das falsche Wort wählen, also die die Relevanz die es hatte, hat es jetzt nicht mehr, aber es ist noch keiner da der mehr Relevanz hat.

roddi Es ist noch nicht MySpace.

Tim Pritlove Es ist noch nicht genau es ist noch nicht MySpace, es ist noch nicht von irgendwas komplett überrollt worden, es ist halt nur scheiße.

Ralf Stockmann Ich würde sagen es kommt ein bisschen auf die Domäne an, also wie wir in der letzten Sendung auch versucht haben hoffentlich ein bisschen rauszuarbeiten, wenn du beispielsweise den deutschen Wissenschaftsbetrieb anguckst.

Tim Pritlove Du wolltest sagen Blase.

Ralf Stockmann Ja das nennt man so, kann man da ganz wertfrei, kann ich da auch von Blase sprechen, völlig okay. Es sind trotzdem irgendwie ein paar tausend Hansel, die jetzt irgendwie halt die deutschen Digital Humanities dort ganz gut zusammenbringen auf Art und Weise wie sie es auf Twitter nicht gemacht haben.

Tim Pritlove Ich rede aber jetzt schon von Global Appeal, nicht von irgendwo in Deutschland gibt es ein paar Leute, die finden das geil, sondern halt, dass das sozusagen, weil ich meine das war so meine, mein Gefühl als ich auf Twitter gestoßen bin, war, das wird der globale Chat, das ist der Ort, wo sich die Welt unterhält.

Tim Pritlove Vielleicht ein bisschen hyperbolisch, aber ich denke so ganz falsch habe ich damit nicht gelegen. So, es war... Tweets im Fernsehen. Donald Trump hat gesagt, Obama twitterte, oh mein Gott, hier ist irgendwas passiert, das sind die ersten Reaktionen auf Twitter, also das ist nicht mit Facebook passiert, das ist nicht mit YouTube passiert, Twitter war schon der Ort und ist es auch noch gerade so.

Tim Pritlove Und jetzt müsste halt irgendwas kommen, was in der Lage ist, Twitter da so wirklich final die Eier abzuschneiden. Und ob Mastodon dazu die Power hat, da habe ich noch meine Zweifel. Es ist eine super Lösung für viele Communities, es löst viele Probleme, die andere Leute mit Twitter hatten und die gesehen haben, Twitter war nie das richtige für mich, aber das ist das richtige für mich.

Tim Pritlove Wunderbar ja trotzdem ist es noch nicht der Kampf um diesen globalen Chatraum, der ist noch nicht, der hat noch nicht angefangen oder wenn dann liegen die, also da ist die Armee noch nicht im Boot.

Ralf Stockmann Bin mir nicht sicher ob es den aber auch überhaupt nochmal geben wird so beziehungsweise auch geben muss, also Blue Sky ist im Moment halt ne ziemlich US Geschichte so da machen sie jetzt gerade richtig Hype, Also mit den Klammern muss man auch mal sagen derzeit glaube ich 50.000, 55.000 Accounts. Aber die sind natürlich alle sehr laut, weil sie natürlich irgendwie halt, hast du auch schon gesagt, der Social Graph ist natürlich jetzt schon sehr Premium, den sie da jetzt gerade am Start haben.

Tim Pritlove Jetzt kommen wir erstmal ganz im Problem.

Ralf Stockmann Genau, das zieht natürlich schon, aber das hatten wir wirklich ja eins zu eins bei Clubhouse, letztendlich kann man sich ja wirklich angucken wie sowas läuft und die entscheidende Frage für mich wird sein, schaffen sie irgendwann mal den Sprung, den Clubhouse nicht oder viel zu spät geschafft hat, nämlich von diesem Invite-Oni da mal weg zu gehen und wirklich irgendwo in den Mainstream rein zu kommen.

Ralf Stockmann Und zum anderen dieses Versprechen, naja wir sind ja auch dezentral, wir setzen ja auf dem AT-Protokoll auf, was grundsätzlich erstmal Dezentralität verspricht. Dann guckt man sich aber an, okay, Anzahl der Server vom BlueSky exakt eins. So das heißt also es gibt derzeit nur diese eine zentrale Instanz, was alle als großen Gewinn feiern, weil hey, endlich ist man wieder alle beisammen und man hat diesen einen Kommunikationsraum und ich muss mich darum kümmern wem folge ich, damit ich von der anderen Instanz was mitbekomme, ja gut und schön aber dezentral, derzeit ist es eine Blaupause, ein Versprechen, was erstmal eingelöst werden muss und wie sie dann mit Trollen, Nazis, whatever umgehen und das ganze Moderationsgame

Ralf Stockmann dann anfangen irgendwie zu spielen ist halt auch noch völlig unklar.

Björn Reimer Ist das dezentral im Sinne von Mastodon oder ist das nur so ein Rubberstamping?

Ralf Stockmann Das ist so wie ich's verstanden habe quasi schon so ein Alternativprotokoll und grundsätzlich könnte man die beiden glaube ich sogar bridgen. Also ist es nicht Fediverse, also Mastodon ist ja wiederum nur eine Implementierung vom Activity-Pup-Protokoll. Und das AT-Protokoll ist schon was anderes, aber wäre nicht so, dass man das nicht durchaus auch über Apps zusammen integrieren könnte.

Ralf Stockmann So jetzt mein Stand, ohne dass ich mich jetzt allzu tief damit beschäftigt hätte. Aber derzeit haben die halt da null Interesse dran, weil sie wollen halt erstmal ihren Hype-Train.

Björn Reimer Und haben die ein Business-Modell dann?

Tim Pritlove Nobody knows.

Ralf Stockmann Crickets and tumbleweeds.

Björn Reimer Das beantwortet ja wahrscheinlich schon mal viel.

roddi Haben sie denn wenigstens Startup-Kapital?

Ralf Stockmann Was sie auf jeden Fall wohl haben ist eine ganz gute Onboarding Experience. Also wie fühlt sich die App an, wenn ich jetzt so im Zero State vorbeikomme und noch nichts ist eingerichtet. Das machen sie wohl ganz gut. Wobei ich auch da sagen muss, wenn man jetzt die aktuelle offizielle Mastodon App installiert oder wenn man hier Ivory installiert, also den Tweetbot Nachbau oder Ice Cubes, die haben auch schon echt gute Onboardings mittlerweile.

Ralf Stockmann Also das Mastodon Onboarding jetzt im Mai 2023 ist nochmal ein ganz anderes als im Januar 2023 selbst war. Also da würde ich dann auch nochmal gerne die beiden Systeme nebeneinander halten. Viele, die jetzt das Onboarding von vor drei Jahren im Kopf haben von Mastodon und sagen so, oh das ist jetzt alles so viel besser hier bei Blue Sky, ja macht euch nochmal einen neuen Account und macht das mal über die offizielle App.

Ralf Stockmann Da wirst du eigentlich schon genauso auch auf deinen zentralen Server erstmal hingeleitet und folgt mal folgenden Leuten, die sind hier hip unterwegs. So viel anders ist das glaube ich nicht. Aber I may be wrong.

Tim Pritlove Ja wird sich zeigen. Also ist auf jeden Fall interessant, dass es da nochmal einen neuen Ansatz gibt. Sie versprechen ja auch sowohl eine chronologische als auch eine algorithmische Timeline und sie versprechen auch komplette Portabilität einschließlich des Contents. Was wir wiederum Masterdon nicht.

Björn Reimer Also...

Tim Pritlove Kann gut sein, dass es auch auf so eine Art technologischen Wettbewerb hinausläuft und vielleicht ist am Ende die Lösung ja sozusagen the merge of all this, so who knows, also könnte könnte noch interessant werden.

Ralf Stockmann Also der Schöpfer von Mastodon hat ja gerade jetzt vor zwei drei Tagen auch so ein bisschen die Roadmap jetzt für Mastodon rausgegeben und es wird eine Suche über alles geben und es wird Quoting geben von Toots, hell freezes over.

Tim Pritlove Das heißt Prost.

Ralf Stockmann Also das sind natürlich schon Reaktionen darauf so okay da draußen die Welt bleibt nicht stehen und man wird vielleicht das ein oder andere Dogma dann doch mal über Bord werfen. Ich hoffe sie machen das alles mit Opt Out. Also meine Wunschvorstellung wäre das erstmal alles aktiviert ist und aber eben die Communities die sich davon abkoppeln wollen und die einfach einen Schutzraum brauchen, dass die also mit einem einfachen Klick sich aus den Sachen raus opten können.

Ralf Stockmann Das denke ich wäre schon sinnvoll.

roddi Ich glaube, dass die Zukunft von Twitter eher im Twitter-Headquarter entschieden wird, als bei Mastodon oder Blue Sky, ehrlich gesagt.

Björn Reimer Also es wird sterben.

roddi Naja, sagen wir mal so, wenn sie den Kurs beibehalten, den sie jetzt haben und alles kurz und klein kloppen, dann wird es kurz und klein sein.

Björn Reimer Das meinte ich damit.

roddi Also ich glaube, solange es Mastodon jetzt gibt und wie wenig das Relevanz hatte, bis Elon da mit seinem Waschbecken eingeritten ist bei Twitter, zeigt halt auch ganz deutlich, warum Mastodon jetzt so groß ist, weil Twitter so scheiße geworden ist.

Tim Pritlove Definitiv. Alright, so dann gab's noch ganz viel Feedback zum Thema, Tim hat's ja nicht alle.

Ralf Stockmann Wer würde ihm widersprechen?

Tim Pritlove Was erlaube Tim so und ja ich hab das mit Interesse gelesen, was da alles so gemeint wurde zu meinen Auslassungen über das objektorientierte Paradigma und so weiter und es gab ja da auch diverse längliche Kommentare, die irgendwie ja versucht haben ein wenig diesen Case zu machen, was man immer gerne so hört mit so ja aber in meiner Sprache kann ich das auch alles machen und so schlimm ist es ja nicht und das was ihr da macht in euren funktionalen Programmiersprachen das ist ja am Ende auch nur OOP also gehabt alle möglichen Darstellungen, muss aber zugeben, dass mich relativ wenig davon wirklich nennenswert überzeugt hat was da so kam und vor allem gab es ein paar interessante Missverständnisse und das Kern,

Tim Pritlove eins der auffälligsten Missverständnisse war und das habe ich glaube ich auch nicht so ausgeführt. Einmal nochmal vielleicht worum es mir ging und was das auch konkret bedeutet. Also ich habe ja die ganze Einlassung in das Thema, Okay, poemieren und wo stehen wir denn sozusagen mit Poemiersprachen heutzutage und warum ich auch der Meinung bin warum Objektorientierung relativ wenig bietet für das was wir heutzutage so benötigen?

Tim Pritlove Und es einfach nur deshalb gemacht wird, weil es da ist und weil alle davon reden, war ja das Problem mit der Nebenläufigkeit. Und Nebenläufigkeit ist von vielen auch so ein bisschen unter diesem Aspekt von Parallelität wahrgenommen worden. Also man hat ja so dieses Ja-Multichor und da heizt dann alles parallel und du meinst ja auch, Audio ist ja eine schlechte Anwendung, weil das kann man ja nicht parallelisieren und so weiter.

Tim Pritlove Das mag alles richtig sein, dass das in einzelnen Fällen nicht parallelisierbar ist, aber Parallelisierbarkeit ist nochmal ein ganz anderes Thema. Und ein schönes Gleichnis, was ich gefunden habe, ist, also der Unterschied zwischen Nebenläufigkeit und Parallelisierung ist in etwa der. Parallelisierung ist, wenn fünf Leute parallel ein Ikea-Bett zusammenschrauben.

Tim Pritlove Jeder sein eigenes Bett. Das ist so volle Parallelisierung. Nebenläufigkeit ist, wenn fünf Leute ein Ikea-Bett zusammenschrauben. Und dann hängt es sehr viel damit zusammen, wer hat schon die Schrauben ausgepackt, ist die Tüte schon aufgemacht, wo liegen denn jetzt die Schrauben, wann brauchen wir denn die Schrauben ganz genau, in welcher Reihenfolge machen wir das, wo legen wir das Holz hin, wenn wir gerade nicht dran arbeiten müssen, wer jetzt da drüber gestolpert ist, ist das jetzt das Richtige, hab ich das verwechselt, oh scheiße ich muss nochmal in den Nebenraum, wo sind denn jetzt nochmal die Schrauben, hab ich überhaupt das richtige Werkzeug.

Tim Pritlove Man verliert so viel Zeit in diesen kleinen Übergängen, in diesen Kanten, wo die eine Arbeit in die andere Arbeit übergeht und wo vor allem verschiedenste Akteure sich unterschiedlichen Teilproblemen zuwenden müssen und die teilweise, Ja jetzt könnte ich sagen parallel, nebenläufig sind, also ich kann die Schraubentüten öffnen.

roddi Du musst parallel sagen, aber es ist klar du kannst die Schraube nicht reinschrauben bevor nicht die Tüte aufgemacht wurde wo die Schraube drin ist.

Tim Pritlove Genau, aber es ist nicht parallel die selbe Arbeit, sondern es sind Dinge die im besten Fall auch parallel laufen, aber nebenläufig sind in der Definition, dass sie erstmal so nichts miteinander zu tun haben. Sie haben keine unmittelbaren Abhängigkeiten so lange bis das eine das andere anfordert oder bis das eine nicht mehr weitermachen kann bevor das andere nicht da ist.

Tim Pritlove Und diese ganzen kleinen Pausen, die sind so ein bisschen das Ärger des, dass einfach die Systeme heutzutage einem relativ wenig in die Hand geben, um genau das zu optimieren. Und das ist halt das Problem mit nahezu allen Programmiersprachen, die alle in irgendeiner Form Single-Threaded sind, die einfach nicht generell von sich aus Parallelität fördern oder Nebenläufigkeit fördern und das war sagen wir mal der Punkt den ich gemacht habe und warum ich auf das Erlang Ökosystem verwiesen habe, weil das so eine Grunderkenntnis war beim Design von Erlang.

Björn Reimer Ich würde das vielleicht ein bisschen verfeinern, weil es geht da zwar auch um das Funktionale, aber vielmehr noch um das, was in der Erlangenwelt OTP heißt. Also das ist eine Art Framework, um aktorbasierte Programmierungen zu machen. Also man denkt von Grund auf nur an Aktoren, die sich gegenseitig Nachrichten schicken.

Björn Reimer Das hat jetzt erstmal direkt nicht so viel mit funktional oder objektorientiert zu tun. Es gibt zum Beispiel auch in der JVM-Welt in Skala Acker, die ein ähnliches Modell machen. Mit Objekt orientiert und da das Enablen, das hat aus meiner Sicht, das habe ich auch lange gemacht, auch Probleme, weil die JVM nicht darauf ausgelegt ist.

Björn Reimer Und das ist der große Vorteil von Erlang aus meiner Sicht. Das ist, das ganze System ist von Grund auf aufgebaut, um ein Aktoren-System und auch wenig anderes zu unterstützen. Das fängt vom Debugging an, aber auch wie das ganze System startet, die Error-Trails und wie auch mit Messages und so weiter umgegangen wird.

Björn Reimer Es gibt auch Implementationen in anderen Sprachen, also ich bin jetzt neulich über Ergo gestolpert, das ist quasi OTP in Go nachgebaut, auch eine interessante Entwicklung. Aber das würde ich mal sagen ist auch aus meiner Erfahrung das, was im Kern diese Nebenläufigkeit, aber jetzt kommt es auch die Parallelität sehr enabled, also sehr viel möglich macht, weil man halt Den State, den man hat, der in einem Akto gehalten wird, automatisch, den Zugriff darauf automatisch serialisiert durch die Nachrichten, die reinkommen, die dann auch verarbeitet werden.

Björn Reimer Das erleichtert, wenn man es richtig baut, auch das Testen und so weiter. Das ist, glaube ich, der Kern und auch da die Sprache und das Ökosystem auf viel verzichtet, ist man sozusagen auch gezwungen, in bestimmten Arten und Weisen zu denken. Man denkt, wo hat man State, wo ist der in meiner Anwendung, Applikation verbaut? Und davon geht's los, weil das baut man in seine Aktoren rein oder Genserver, wie es in Erlang beziehungsweise Alexir genannt wird.

Björn Reimer Und darauf aufbauend baut man dann halt seine Anwendung. Das hat auch sehr viele Vorteile, wenn man Ressourcen hat, die von verschiedenen Stellen gebraucht werden, dann kümmert sich ein spezieller Prozess nur um diese eine Ressource. Und Leute können anfragen, bekommen zweifelne Antwort, aber auch die Ressource, die hat für sich immer eine Ordnung, in der das kommt.

Björn Reimer Das heißt, man geht einer bestimmten Art von Race Condition aus dem Weg, wenn man nicht aufpasst, schafft man sich andere Probleme, wenn man 15 Aktoren hat, die sich in komplizierten Art und Weise Nachrichten schicken, kann das auch zu unvorhersehbaren Konstellationen führen, das stimmt auch. Aber erstmal grundsätzlich ist das ein Modell was auch für das was wir machen sehr sehr gut passt und eine ganze Klasse an Fehlern erstmal ausschließt.

Björn Reimer Auch so ganz einfache Sachen wie Memory Management. Also du hast halt da deine Aktoren, alles was da drauf gebaut wird stirbt zusammen mit dem Aktor. Das heißt wenn du so ein Request hast der reinkommt, Da macht er was für den Spieler oder was auch immer die App macht und dann stirbt der Prozess, nimmt alles Memory und so mit sich mit und vorbei ist es. Das heißt dann ist das alles vergessen. Wenn er crasht, ist nur das eine kaputt.

Björn Reimer Das sind einfach so Grundprinzipien, die da sehr, sehr helfen bei Systemen, die sehr parallel und auch nebenläufig arbeiten.

Tim Pritlove Wie kam es denn zu dieser ganzen Orientierung auf Alyx hier bei VUGA für die Gameserver? Also was war denn da so der treibende Faktor und was wurde denn da früher verwendet?

Björn Reimer Also früher, als wir, da hatten wir auch noch sehr sehr, wo wir sehr viele Spiele hatten, sehr schnell und kurze Entwicklung, da hatten wir wirklich viele verschiedene Sprachen im Backend. Teile davon waren auch Erlang und damit haben wir für bestimmte Anwendungen auch gute Erfahrungen gemacht. Dann gab es auch Ruby, es gab auch andere Sprachen, es gab auch Scala und anderes und es kam am Ende da, so die guten Erfahrungen mit Ruby und mit Erlang waren halt in LXIR vereint und das haben wir uns dann halt damals angeguckt, das hat also A zu dem gepasst, was wir in der Firma konnten.

Björn Reimer Es hat aber auch unseren, so ein paar Schmerzen, die wir mit Erlang hatten befriedigt, aber auch mit Ruby. Also es ist auch so, dass in der LXC-Welt sehr, sehr viele Leute von Ruby, von Rails kommen, also auch sehr viel diesen Geist mitbringen, der auch teilweise sehr viel Gutes hat. Nicht alles, aber teilweise.

Björn Reimer Und dann war es einfach, von da an hat sich das bewährt. Also wir haben nur noch gewartet, bis LXC 1.0 draußen war. Vorher haben wir da nichts mit wirklich gemacht, aber dann haben wir uns langsam ran getestet und das war dann, hat von Anfang an gepasst. Und nach wie vor gibt es bei uns seitdem wir das machen auch wenig Suche nach Alternativen in anderen Sprachen und sowas, was es ja auch immer gerne gibt, dass man dann nach was anderem guckt.

Tim Pritlove Und jetzt haben wir auch, also für… Also ihr sucht nicht, weil ihr keine Probleme damit habt?

Björn Reimer Genau, mit der Sprache und dem Oexos System haben wir jetzt keine großen Schmerzen, also das löst alle Probleme und noch mehr, die wir haben.

roddi Ihr habt den richtigen Nagel für den Hammer.

Björn Reimer Ja, so kann man das natürlich sagen, also wenn wir andere Sachen machen würden, da gibt es viele Anwendungsbereiche, wo das nicht das Perfekte wäre, das stimmt natürlich. Aber ich, also vor allen Dingen auch der Bereich, der erweitert sich gerade mit Alex hier. Also eine Sache, die wir jetzt haben, also wir haben auch sehr viele, ich nenne es mal Admin Interfaces.

Björn Reimer Also Interfaces, wo Leute, die irgendwas mit dem Spiel machen, mit den Backends interagieren, von uns intern, was mit den Servern machen wollen und dort, da benutzen wir seit einiger Zeit Liveview. Das ist so ein neues Paradigma der Webentwicklung, sage ich mal. Also so ein bisschen. Es hat ja angefangen mit Static Generated HTML, das war so das Klassik PHP wie wir es kennen, du hast auf eine Form geklickt oder einen Link und dann hat sich was neu gerendert über Templates im Backend.

Björn Reimer Dann war das natürlich nicht dynamisch genug, wir wollten sehr viele Dinge tun und da ging es halt bis hin zu diesem Single Page App mit JavaScript, wo man quasi nur noch einen riesen Application lädt und Live View ist so ein bisschen der Weg in der Mitte. Man muss dort, man rendert wieder Seiten im Backend und hat eine JavaScript-Komponente im Client, die quasi die Diffs nur ins Frontend rendert.

Björn Reimer Das heißt, man hat quasi wieder ein Template im Backend, was man rendert, was man dynamisch updatet und dann hat man in diesem Framework ein Diff-System, was sich das HTML-Diff ausrechnet und das über Websockets an den Client pusht. Das ist ein sehr, sehr guter Mittelweg für einige Anwendungsbereiche, wo man dynamische und auch sich ständig updatende HTML Seiten haben will.

Björn Reimer Also man wird damit jetzt nicht Google Maps entwickeln oder sowas, aber sehr viele dynamische Sachen kann man halt besonders auch sehr schnell entwickeln. Dashboards zum Beispiel. Das haben wir massenweise und gerade halt auch schnell und auch dynamisch kann man da sehr viel und schnell machen und das ist auch so eine Sache, die wir getestet haben und das hat uns halt einen ganz neuen Horizont erschlossen, weil wir auch gerade im Backend halt immer, wir haben halt irgendwelche Frontends gebaut, aber eigentlich wollten die Leute Backend machen und dann braucht man diesen ganz anderen Mindset, da muss man erst eine Javascript Pipeline aufbauen, das ist ja auch eine ganz andere Sache.

Björn Reimer Das hat ja auch seine Eigenheiten, das Ökosystem, ich sag's mal so. Dann fängst du an da den State, also es gibt ja auch genug coole Anwendungen, die damit geschrieben werden, aber es hat halt auch Probleme, gerade wenn man einfach nur ein bisschen dynamisches Dashboard schreiben will und dafür eignet sich das halt perfekt, weil du halt dann auch wieder im Backend hast du für jede Website oder jeder View, der aufgebaut wird, einen Aktor im Backend, Der hält das virtuelle DOM für diesen einen User und da kannst du halt im Backend über Event und sowas, wie du das halt dann auch mal deine Applikation aufbaust, dieses virtuelle DOM updaten und du hast dann halt das Live-Reframework, was dafür zuständig ist

Björn Reimer oder was dann den kleinen Ansicht, was der Nutzer im Browser sieht, halt für dich updatet. Und das ist halt auch wieder sehr gut widergespiegelt in LX hier und der ganzen, ja man muss sagen in der Beam, also der Virtual Machine von Erlang mit diesem Aktormodell und was das kann. Dazu ist natürlich in der ganzen Architektur von Erlang dieses Aufrechterhalten von tausenden, hunderttausende Millionen aktiven Netzwerkverbindungen so ein bisschen so ein Heimspiel. Also das ist das was es kann.

Björn Reimer Und das heißt da kann man gerade diese Dinge auch mit abdecken und mittlerweile wird dieses Paradigme von Liveview auch von anderen Frameworks, also von anderen Sprachen auch benutzt, also in der Ruby Welt wurde sowas nachgebaut, es gibt mit Livewire auch sogar was von PHP, da gibt's eine lange Liste, in Go gibt's auch was.

Björn Reimer Und gerade bei Ruby, also sind die darüber gestolpert, dass halt zum Beispiel, dort kann nicht so mit Prozessen umgegangen werden, das funktioniert einfach nicht, das war auch tatsächlich eine der Motivationen von Chris McCord, also das ist der Gründer oder der Autor des großen Webframeworks Phoenix, der hat das probiert in Ruby zu bauen und ist dann gescheitert.

Björn Reimer Und dann führte eins zu anderem und Jahre später gab es dann halt Phoenix. Gab auch noch andere Gründe, aber das ist eine der Geschichten, die er erzählt. um mal diese Idee von Live.io umzusetzen, weil die Idee gab es schon viel, aber das... Man braucht so ein bisschen die Foundations von Alexia, um das wirklich gut und auch in großen Skalen umsetzen zu können.

Tim Pritlove Also Live.io ist wirklich eine große Sache in dieser Alexia Welt. Also generell wenn man so in die Alexia Welt reinschaut, da hast du halt erstmal so die Sprache so in unison mit dem Erlangen Ökosystem, Das ist das, was da so generell erstmal die Foundation ist für das Grundinteresse. Das ist so das, was alle primär dahin zieht. Dass du diese Stabilität hast und dass du eben dieses Betriebssystem quasi in deiner Sprache hast.

Tim Pritlove Dass du so eine konkrete Vorstellung hast von Prozessen und das sind alles so First Class Objekte in deiner ganzen Sprache sind. Aber dann das zweite große Ding ist halt dieses Phoenix Web Framework, was halt einfach das Entwickeln von Webseiten einfach super einfach macht. Also das hab sogar ich hingekriegt.

Tim Pritlove Ich hab keine Ahnung von Webdevelopment, aber das ist einfach zu naheliegend und wenn man erstmal die anderen Prinzipien drin hat, dann ist das mehr oder weniger so ein Abfallprodukt. Also man kriegt einfache Webseiten sehr sehr einfach hin. Und dann dachte ich so, oh ja, dann gibt's ja noch dieses Liveview und das ist jetzt bestimmt voll kompliziert und dann stellt man fest so, ne, gar nicht, das macht dann sogar noch komplexere Anwendungen sehr einfach, weil du auf einmal es nur noch quasi mit einem Aktionsort zu tun hast, also alles befindet sich auf dem Server und der Server hat einfach eine klare Vorstellung davon, was auf dem Bildschirm auf der Webseite ist.

Tim Pritlove Und ich weiß nicht, ich hab den Vergleich letztes mal schon gebracht, aber ich sag's nochmal, das ist im Prinzip so ein bisschen die Wiedergeburt des Unix-Terminals. Also so wie du früher unter Unix eine Anwendung gemacht hast, die so im Unix Betriebssystem Multi-User lief und das beste Beispiel ist...

Tim Pritlove So wenn du immer guckst, okay, Programmiersprachen und Frameworks, was ist so die Standard-App, die so als erstes Beispiel geliefert wird, da hast du dann so jahrelang Taschenrechner gehabt, so mit Force und so weiter, bis das dann irgendwann nicht mehr ging, dann war's irgendwie die To-Do-App, das hält sich irgendwie auch noch bis in die Neuzeit.

Tim Pritlove Und bei Liveview ist dann so immer so dieses, ah jetzt machen wir mal ein Multi-User-Chat. So ein Multi-User-Chat, das wirfst du so mal eben so aus der hohlen Hand. Du hast alles da, was du brauchst, diese ganze Kommunikation, mehrere User kommunizieren, jeder hat seinen eigenen View, alles updatet sich in Realtime, das ist so in Liveview ist das einfach, da musst du noch nicht mal groß drüber nachdenken, wenn du das halbwegs verstanden hast, um das da so hinzuwerfen.

Tim Pritlove Und ich finde das sagt schon so einiges darüber aus auf welcher Komplexitätsebene man hier überhaupt einsteigt, ohne dass es, also Komplexität im Sinne von des Ergebnisses, was du aber relativ einfach mit den Bordwerkzeugen angehen kannst und von da startest du dann sozusagen in komplexere Welten rein und das ist wirklich ein komplett neues Paradigma.

Tim Pritlove Man muss auch dazu sagen, es löst nicht alle Probleme von Web-Anwendungen, also wenn du, du hast ja schon gesagt, so Google Maps, also alles was so highly local interaction hat, ne, wo du so viel unmittelbare lokal anwendbare Events hast, also direkt Objekte, ähm. Bewegen muss und viele Operationen hast, die halt so unmittelbar im Code des Javascript-Interpreters im Browser laufen, ohne jetzt Serverinteraktion zu haben, aber in dem Moment wo das was du siehst primär eigentlich auf dem Server existiert und so ein shared state ist, Dann wird's wiederum sehr einfach mit Liveview solche Anwendungen zu machen und das kann man sich auf jeden Fall mal anschauen, das kann viele sehr komplexe Setups, wo man mit, ja jetzt brauchen wir hier so eine Single Webpage App und React und tralalala,

Tim Pritlove damit das irgendwie alles eine gewisse Fluktuizität hat und dann müssen wir noch ein Protokoll machen und dann haben wir noch unsere Datenbank und GraphQL und so weiter, um was relativ einfaches zu bauen. Und sowas kannst du mit Liveview eigentlich da beiseite fegen und sagen so nee scheiß drauf, das machen wir einfach alles im Server und diese schnellen Updates in der Webseite, die pushen wir halt einfach von hinten da rein und dann passt das schon.

Tim Pritlove Also das ist schon eine interessante Welt die sich da auftut.

Björn Reimer Und man muss kein Javascript schreiben. Also da war ich ja schon überzeugt.

Tim Pritlove Das ist nicht das Beste.

roddi Ich glaub an der Stelle könntest du sogar mich kriegen.

Tim Pritlove Und was nicht heißt, dass du kein JavaScript zur Anwendung bringen kannst. Also in diesem LiveView Framework hast du halt so ein JavaScript Framework, in dem du einfach nur noch sagst, hier füge mal das JavaScript ein, was man braucht, um X zu machen, um irgendwas zu toggeln oder so. Und das wächst die ganze Zeit so an.

Tim Pritlove Schade ist noch, dass man, wo es wirklich noch eine Grenze gibt, dass man noch nicht das so targeten kann, dass man sagen wir mal LXJ-Code richtig im Browser auch laufen lassen kann. In den Kommentaren gab es auch einen Verweis auf so ein Talk von F sharp über über F sharp, das ist so diese Microsoft Funktional Sprache die so in diesem C sharp dot net Ökosystem drin ist, also F sharp ist so zu C sharp so wie Scala zu Java sag ich mal ganz so in etwa ja in etwa.

Tim Pritlove Und ich hab mir den Talk angeschaut, weil der wurde in den Kommentaren gepostet mit dem Hinweis der würde ja zeigen, dass man da auch mit objektorientierten Paradigmen irgendwie was anfangen kann. Ich hab mir den Talk angeschaut aber auch nur festgestellt, dass er eigentlich auch gesagt hat, ja ne wir machen nur Objektprogrammierung, wir machen aber nicht Objektorientierung, weil Objektorientierung ist nämlich Mist und die Idee von Objekten und dann haben wir halt diese Dot-Syntax, die finden halt alle so toll.

Tim Pritlove Und das ist halt auch der einzige Grund warum man das immer macht, weil die Leute es halt gewohnt sind eine gewisse Syntax zu sehen. Aber in diesem F-Sharp, deswegen erwähne ich das jetzt gerade, die haben nämlich die Möglichkeit, das heißt ich hab vergessen wie das dann heißt, quasi aus F-Sharp-Code unmittelbar JavaScript-Code zu erzeugen.

Björn Reimer Ja, also es gibt sogar eine Implementation oder Versuch, also auch Beam in WebAssembly, also in den Browser laufen zu lassen, das hat jetzt gerade jemand, das von Scala, das gibt's auch schon seit Ewigkeiten, das gibt's in allen möglichen Varianten. Das weiß ich nicht, wie sehr das die Lösung ist, weil man muss ja dann, also meine Erfahrung zum Beispiel mit Scala.js war auch dann, sobald man in der Interaktion mit dem eigentlichen, mit den nativen APIs und verschiedenen anderen Art und Weisen kommt, wird es dann wieder sehr komplex und unintuitiv, weil man dann doch wieder, Ja, sich in fremde Umgebung begibt. Man hat dann halt eine Sprache, die komplett anders ist, ganz andere Paradigmen hat und trifft dann doch auf

Björn Reimer dieses am Ende die JavaScript Umgebung. Und es wird halt auch teuer und groß, was man da baut. Und so mit Zwang eine Sprache woanders laufen zu lassen, als wo sie gedacht hat, also es mag dafür so Edge Cases geben, aber ich hab da noch wenig wirklich sinnvolles für gesehen, dass das am Ende funktioniert.

roddi Ja vor allen Dingen so cross-kompilierte Sachen sind immer extrem schwer zu debuggen. Du schreibst Code in der einen Sprache und musst sie aber in der anderen Sprache debuggen.

Björn Reimer Und dann ist es keine hundertprozentige gleiche Umgebung, also du schreibst dann Scala oder was auch immer dann in Javascript und dann gibt's irgendwelche Sachen, die dann doch anders funktionieren und dann willst du aufhören. Das hört sich auf Papier so schön an. Du schreibst Code, der überall gleich ist und dann, aber es ist in der Praxis, zumindest ist meine Erfahrung, ich hab damit auch nur ein bisschen rumgebastelt, war jetzt nicht sehr positiv und das mit, das ist auch mit Elixieren-Browser glaube ich ähnlich, da würde ich sogar im Zweifel eher dann sagen, wenn man so Accelerate, also im Client Accelerated Sachen machen will, würde ich dann eher das, was du meintest, diese JavaScript-Hooks in Liveview

Björn Reimer nehmen zum Beispiel oder dann vielleicht auch TypeScript nehmen oder sowas, da gibt es ja mittlerweile auch schon Weiterentwicklungen, aber halt etwas, was mehr für das Ökosystem gedacht ist. Da kommt man glaube ich langfristig weiter, weil es dann halt auch die ganzen Libraries und alles drum dran gibt, die man dann braucht.

Björn Reimer Also man darf nicht unterschätzen, wie sehr man im Browser, also was unterschätzen, man muss halt ganz viel mit dem DOM, mit HTML interagieren und das ist schon komplex, diese ganzen Funktionen und das macht halt nun mal Javascript oder TypeScript am besten. Ja also es ist so, es gibt halt no silver bullet, also das ist eine der Sachen die ich auch schmerzhaft lernen muss.

Tim Pritlove Tja naja, auf jeden Fall lohnt sich das anzuschauen und falls ihr irgendwie Alexej Poamira in Berlin seid dann schaut doch mal im X-Heim rein, da gibt's auf jeden Fall Interesse. Ich könnte mir gerne auch eine Mail schreiben, vielleicht kriegen wir da ja noch ein Treffen mal zustande, das fände ich ganz cool.

Björn Reimer Also wir hatten schon so ein paar ad hoc mini Meetups oder so, also wo sie einfach Gespräche entwickelt haben darüber.

Tim Pritlove Weil du hast ja auch im XR eine ganze Menge mit LX hier dann realisiert.

Björn Reimer Oh ja, ja das ist auch so ein ganz anderes System, ich weiß nicht wie tief wir jetzt da reingehen wollen, das ist NERVS, das ist so die komplett andere Ecke, das ist für Embedded System. Da gibt es mittlerweile auch ein LXC Framework, was ich auch nur aus Spaß mal ausprobiert habe und das läuft auch ziemlich gut.

Björn Reimer Damit habe ich zum Beispiel das Türschließsystem gebaut für ein X-Hine, was soweit ich weiß auch mittlerweile andere Hackspaces benutzen. Im Endeffekt ist das nur eine Mini-Firmware für ein Pi, wo man halt quasi sich mit einem SSH-Key authentifiziert. Also du hast auf deiner App oder sonst, du hast halt einfach eine SSH App, die macht SSH Add und dann wirst du halt reingelassen, wenn du den richtigen Key hast oder also dein Key zugelassen wurde.

Björn Reimer Und das Gute daran ist, weil Alexi oder Erlang halt da ist, es läuft halt immer. Also es startet sich neu, wir haben davor irgendwelche Skripte mit Debian und sonst was da drauf gehabt und es ist immer irgendwie gecrashed. Und jetzt halt mit diesem Nerves, das ist glaube ich 20 Megabyte groß, das lädt sich einmal von der SD-Karte in Memory, läuft dann in Memory, holt sich dann noch so eine signierte Liste mit den Keys runter und dann läuft das halt einfach. Und seitdem wir das haben, sind wir sehr glücklich.

Björn Reimer Geht's und das ist auch auf GitHub, das ist im X-Halm, GitHub kann ja gleich mal den Link da reinschmeißen.

Tim Pritlove Ja das machen wir.

Björn Reimer Not very much lines of code und da hat sich dann auch wieder ein anderer Aspekt von Erlang gezeigt, das ist halt wie du ja auch gesagt hast, das ist im Prinzip ein kleines Betriebssystem, das hat auch SSH implementiert, ich hab mir das auch mal vorher angeguckt, ob es auch abgehangen ist, ja ist es. Das heißt das hat eine eigene SSH Implementation die man da nutzen kann.

Björn Reimer Ist ein bisschen, muss man sich reinlesen, die API ist ein bisschen kompliziert sag ich mal aber es geht.

Tim Pritlove Aber zu NERVs kann man vielleicht nochmal ein paar Worte sagen weil das ist nämlich so eine der interessanten, von mehreren interessanten Entwicklungen in diesem ganzen Elixier Öko System ist um halt den Reach noch ein bisschen zu erweitern. Also da merkt man schon, dass über Phoenix, das Webframework und eben speziell auch über Livewire erweitert sich gerade der Einsatzrahmen doch erheblich.

Tim Pritlove Also es dringt sozusagen in Bereiche vor, in die Erlang bislang überhaupt nicht reinkam. Und NERVS ist halt auch so ein Ding weil es eben quasi eine bequeme Runtime eröffnet auf so Embedded Devices. Läuft ja nicht nur auf dem Pi sondern es läuft auch noch auf dem Beaglebone und anderen aber das sind im Wesentlichen so die Plattformen die unterstützt werden.

Tim Pritlove Und wenn man sich das halt baut, dann sagt man halt im wesentlichen so hallo ich habe ein paar Versionen was auch immer drei vier so mach mir mal eine Firmware und dann kompiliert er quasi ein komplettes Linux, Aber so total strip down auf die 20 MB, die du schon gesagt hast, also wirklich so das absolute super minimale Linux, was du benötigst, nur um eine Elixier, also eine Erlang Runtime auf dem System zu fahren.

Tim Pritlove Brennt dir das dann sozusagen direkt in so ein Image und das schreibst du dann einfach auf eine SD-Karte, steckst rein, schaltest das Ding an und dann bootet der irgendwie da rein und dann kannst du da sofort irgendwie mit SSH drauf und kannst irgendwie deinen Code zum Laufen bringen, sagst aber hier ist meine App, die starte mal und dann läuft das so.

Tim Pritlove Soweit so unbeeindruckend, das coole ist, dass es dann halt schon auch darum wiederum so ein Ökosystem gibt, wie zum Beispiel Nerves Hub, wo du dann so eine Software hast, wo alle deine Devices, also du hast jetzt irgendwie ganz viele von diesen Dingern, Dann hast du immer das Problem, du willst die Firmware aktuell halten, du willst irgendwie gucken was machen die, laufen die gerade, was ist damit und so, liegen irgendwo alle irgendwo rum, haben zwar alle irgendwie Internet, aber überall SSH und gucken und was ist denn damit und sich eine Mail schreiben lassen und so weiter, da wirst du ja irgendwie bekloppt.

Tim Pritlove Dann kannst du halt diesen Nerves Hub nehmen und dann können sich diese Geräte dort anmelden und du hast so einen Ort, eben diesen Hub, wo du all deine Devices siehst, du siehst was online ist, was offline ist und wenn du dann eine neue Firmware hast, dann wird die automatisch eingespielt, du kannst auch Firmware Updates über SSH einzeln einspielen, aber dieses ganze Management und dann wird's auf einmal interessant, man hat jetzt nicht vielleicht 50 Türen, die man so administrieren muss, aber man kann das natürlich für jeden Scheiß verwenden.

Tim Pritlove Und dann hast du eben wieder diesen Vorteil von dem Erlang-System, dass es halt so super stabil ist und dass du einfach den Code so on the fly ändern kannst, neue Firmware drauf, Software-Update. Zur Laufzeit musst du nicht wirklich was runterfahren der Code wird einfach ausgetauscht und dann läuft das irgendwie weiter und du hast immer so alles so im Überblick und das ist irgendwie eine relativ starke Bewegung in diesem ganzen LXDR Ökosystem und dann gibt's noch so ein paar andere Sachen auch für andere User Interfaces, Scenic ist etwas was sich dann in diesen Embedded Devices auch so als User Interface, API anbietet, noch so ein paar andere Entwicklungen also da ist auf jeden Fall eine ganze Menge am Laufen also wer da mit IoT rum baut findet da eine Menge.

Björn Reimer Also das ist auch wirklich gerade ein interessanter Zeitpunkt im Elixir Ökosystem. Das ist jetzt schon wirklich mature, gerade mit Phoenix im Kern, dem Web Framework hat sich jetzt auch über die letzten Jahre wirklich sehr viel in die Breite entwickelt, neue Sachen, ein ganzes, ich glaube das Thema lassen wir vielleicht heute mal aus.

Björn Reimer Aber der ganze Machine Learning, da gibt es ein komplett eigenes System und Möglichkeiten Modelle und so weiter auch in LXI laufen zu lassen, das ist auch super interessant, da kann man auch sehr schön mit rumspielen, aber das ist glaube ich nochmal ein eigenes Thema. Das macht auf jeden Fall sehr viel Spaß und es ist auch schön zu sehen wie das in die Breite geht.

Tim Pritlove Naja, wir kommen auf jeden Fall noch auf ein paar andere Hacker-Themen zu sprechen, aber wir kommen auch auf Machine Learning zu sprechen.

roddi Moment mal, kannst du meinen Kopfhörer mal ein bisschen leiser machen?

Tim Pritlove Leiser, aber sicher doch. Ja ich lade trotzdem mal das Thema ein und dann kümmer ich mich da drum, weil ich nach einem anderthalb Jahr nicht mehr weiß, welche Knöpfe ich drücken muss, Tim drückt auf seinen Puls, wenn der Stream gleich weg ist. Genau ich übergebe mir mal an Ralf weil wir wollten ja jetzt mal die Diskussion nachholen die wir letztes mal nicht gemacht haben denn wir müssen ja jetzt mal schauen ob der Untergang naht.

Ralf Stockmann Oder die Erlösung.

Tim Pritlove Oder die Erlösung. Oder irgendwas dazwischen. Ja was kommt denn jetzt einfach. Ja wir müssen über Chet-GPT reden und alles andere.

Ralf Stockmann Ja in der Tat ist es mir ein Anliegen, um mal gleich die Latte hoch zu legen. Es ist glaube ich in der Tat überhaupt wirklich der Grund warum ich hier sitze. Weil als du mich gefragt hast so hm, Freakshow, wäre das nicht mal was? Wäre vom Vierteljahr meine Reaktion gewesen, oh anstrengend und arbeitet in Arbeit aus und ob wir uns da vertragen und so weiter.

Ralf Stockmann Aber es geht einfach nicht mehr, weil wir müssen über AI und Chat-GPT und dieses ganze Thema reden und vielleicht auf eine andere Art und Weise als es da draußen in 53.000, Blogbeiträgen und Postings und sonst wie passiert. Vielleicht kurz zu mir, wer spricht und warum maße ich mir an, jetzt überhaupt hier so ein Thema zu moderieren?

Ralf Stockmann Ich programmiere selber keine Machine Learning Modelle, wir haben aber in meinem Referat das, ich glaube, im deutschen Bibliothekswesen größte Drittmittelprojekt zum Thema Machine Learning laufen, das ist BMBF finanziert. Und da bekomme ich natürlich dann doch so das eine oder andere mit. Und seit ChatGPT im November rausgekommen ist, beschäftige ich mich pro Tag, würde ich sagen, so netto ungefähr eine Stunde damit, in dem ich zum einen wirklich versuche, alles leer zu lesen, was irgendwo an einigermaßen relevanten Publikationen erscheint, an Meinungsbeiträgen, was auch immer, und probiere in der Tat auch viel und intensiv selber aus, um ein Gespür dafür zu kriegen, Was passiert da eigentlich gerade und was kann

Ralf Stockmann es und was kann es nicht und was würde das für uns alle bedeuten? Und vielleicht können wir erstmal so einen ganz kleinen Crashkurs machen so in Grundlagen.

Tim Pritlove Bist du zahlender Kunde?

Ralf Stockmann Da sprichst du in der Tat einen wunden Punkt an. Ich habe es mir quasi für die Sendung gekauft. Echt?

Tim Pritlove Nur für die Sendung?

Ralf Stockmann Naja, also nicht wirklich nur für die Sendung. Ich habe lange gezögert, weil ich das politisch eigentlich für das falsche Signal halte. Also ich warte eigentlich auf eine Open Source Implementierung eines Large Languages.

Tim Pritlove Auch für die könnte man ja bezahlen.

Ralf Stockmann Die würde ich dann auch sofort bezahlen.

Tim Pritlove Achso.

Ralf Stockmann Also ich habe Chat-GPT4 mir quasi jetzt geshoppt, um auch einfach die Unterschiede messen zu können.

Tim Pritlove Das ist so mein zweiter AI Dienst für den ich Geld bezahle tatsächlich. Ich bin einer von denen und was ist mein erster AI Dienst, für den ich Geld bezahle?

Ralf Stockmann Mit Journey?

Tim Pritlove Ne.

roddi Siri?

Ralf Stockmann Indirekt ja. Dazu komm ich.

Björn Reimer Ist das intelligent?

Tim Pritlove Das ist die Frage. Ah ok.

Ralf Stockmann Ne muss man überlegen.

Björn Reimer Da schreibt jemand auf Phonic.

Tim Pritlove Ja gut auf Phonic macht jetzt auch so ein bisschen auf AI, aber ist nicht in dem eigentlichen Also, ja... Ich bin natürlich auch Aufonik Kunde und die benutzen mittlerweile auch AI aber das war jetzt nicht initial der Grund bei Aufonik einzusteigen. Na, naheliegend. Deep L.

Ralf Stockmann Bezahlst du? Ja. Okay. Weil du irgendwie über die API das Zeichenlimit irgendwie brauchst oder?

Tim Pritlove Weil ich zum Beispiel sehr viel ukrainische Webseiten nachschlage und es gibt nicht so viel, was ukrainisch kann und überhaupt so lange Texte, also gerade so Artikel in fremder Sprache, wo ich einfach mal wissen will, was geht ab so und dann hast du hier mal bulgarisch und da mal irgendwie komplexes spanisch und pipapo und Deep L ist wirklich fantastisch.

Tim Pritlove Und es hilft einem halt auch sehr, auch wenn das jetzt nicht mein Daily Use Case ist, aber wenn man halt auch mal wirklich was formuliert und nach guten Übersetzungen sucht, entweder ins Deutsche oder eben auch in eine andere Sprache, dann ist es halt mit DeepL dann doch sehr einfach dann auch so Varianten zu finden, dass du auch wirklich genau den Punkt hast und so.

Tim Pritlove Also das Lohn ist, ich hab da jetzt keinen Gewinn dabei, Aber bei Chat GPT hab ich nicht lange zögern müssen, weil ich halt mit diesem 3.5, schon verdammt interessante Ergebnisse hatte und dann als die Vierer im Angebot war und quasi nur über den Bezahlzugang zu erreichen war, dass ich mir so scheiß drauf irgendwie, ich brauch das jetzt und bereue auch bisher nix, weil es für mich die bessere Suchmaschine geworden ist.

Ralf Stockmann Der Unterschied ist schon dramatisch. Also kurz zu DeepL, den liebe ich in der Tat auch seit Stunde eins. Ich bin noch nie da an die Bezahlschranke gestoßen, dass ich also irgendwas davon wollte, was mit der kostenlosen Version nicht gegangen wäre. Was ich insbesondere empfehlen kann, guckt euch das mal an, wenn ihr den Dienst auch ab und zu mal nutzt, der hat jetzt so einen Modus, du gibst dann von dir irgendwie formulierten englischen Text rein, mach mir den in noch besseres Englisch.

Ralf Stockmann Das mag ich sehr gerne, so eine Grammatiküberarbeitungsfunktion in DeepL. Das ist so auf der Startseite so ein bisschen nach unten in die Mitte gescrollt.

Björn Reimer Ist das Premium oder ist das?

Ralf Stockmann Ne das ist auch, kann man auch umsonst nutzen. Das ist eine Sache die ich wirklich fast noch häufiger nutze als die, genau besser schreiben mit DeepL Write. Da gibst du also links einen englischen Text rein und dann kriegst du Varianten. Im Englischen ist alles kürzer, alles prägnanter, als du es eigentlich im Deutsch-Englisch schreiben würdest.

Ralf Stockmann Das nochmal so als Tipp, feine Sache, aber auch das kann man sich natürlich von ChatGBT auch gut schreiben. Nee, also bei ChatGBT habe ich lange gezögert, weil eigentlich will ich denen kein Geld geben. Das war so jetzt überhaupt nicht die Geldfrage an sich, weil ich gebe für so viel Quatsch irgendwie monatlich Geld aus, da wäre das noch nicht der Punkt gewesen.

Ralf Stockmann Aber auf der anderen Seite bin ich da jetzt wirklich so in der Phase, okay wie soll ich meinen Kindern der einst erzählen, dass ich da nicht irgendwie, wo warst du als GPT 4 raus kam. Und alles was ich bisher damit so an Erfahrung gesammelt habe bestärkt mich darin, dass der Sprung von 3,5 auf 4 ist schon erstaunlich. Ich bring gleich ein paar Beispiele.

Ralf Stockmann Damit sind wir auch schon so ein bisschen in der Historie. Also das GPT kommt jetzt nicht irgendwie so aus dem Nichts, sondern das ist bekanntlich jetzt gerade schon Version 4. Man kann sich da auch die Historie angucken. 2017 ist das Ganze gestartet mit den verschiedenen Versionen und das was halt im Wesentlichen immer gesteigert wurde, war so die Anzahl an verarbeiteten und gespeicherten Informationen.

Ralf Stockmann Und die Grundlogik ist halt eigentlich relativ simpel, nämlich es geht nur um Text. GWT 4 kann jetzt auch Bilder, aber das würde ich sagen, klammern wir heute mal ganz aus, weil das ist auch mit Stable Diffusion und Midjourney noch mal ein ganz eigenes Rabbit Hole, in das wir, glaube ich, gerne mal in einer anderen Folge nochmal absteigen können, aber heute müssen wir uns, glaube ich, ein bisschen komprimieren, was das angeht.

Ralf Stockmann Also es geht um Text und es werden irrsinnige Mengen an Text halt analysiert, in Tokens zerlegt und dann wird quasi in einem Selbstlernprozess Prozess muss also ein neuronales Netz lernen, Lückentexte aufzufüllen. Das heißt also, man nimmt irgendeinen Text, der schon da ist, der ist dann auch Ground Truth, das ist also das, wo man hin will, und man nimmt in der Mitte ein Wort raus und die KI muss raten, welches Wort da wohl eigentlich reingehört. Und das macht sie immer und immer und immer und immer wieder.

Ralf Stockmann Dann habe ich erstmal so ein Grundtraining und ein Grundverständnis davon, wie quasi Sprache funktioniert und mit welcher Wahrscheinlichkeit das nächste ein spezielles Wort ist, von mehreren, die natürlich immer zur Auswahl stehen. Und dieses Grundmodell wird dann nochmal sehr aufwendig und das ist dann quasi jetzt der eigentliche Feenstaub, den JET-GBT dort dann drauflegt oder GPT-4.

Ralf Stockmann Wer dann nochmal wirklich händisch mit in der Tat hauptsächlich Arbeitskräften in Afrika angeworbenen und speziell trainierten, das kann man sich auch alles ganz gut durchlesen, was das wieder für Probleme alles impliziert, dann nochmal wirklich monatelang handgetunt. Ist jetzt Antwort A besser oder ist Antwort B besser?

Ralf Stockmann Und das, was am Ende bei ihm steht, ist nicht irgendwie eine Abbildung der Welt oder irgendwie ein Logiksystem oder sowas wie Wolfram Alpha, wo also irgendwo quasi so Logik-Patterns oder Strukturen hinterlegt sind, sondern es ist einfach ein riesiges, großes neuronales Netz von Wortwahrscheinlichkeiten.

Ralf Stockmann Und was dieses System dann halt tut, ist, dass es auf Fragen oder Kommandos antwortet. Man tippt Text rein und bekommt halt vom System eine Antwort. Und so mein Aha-Erlebnis hatte ich in der Tat wirklich dann bei einer Weihnachtsfeier letzten Jahres, wo ich mich dann halt mit einem von unseren promovierten MLern ein bisschen unterhalten habe und der hat den Satz gesagt, er fände es höchst verwirrend, was für fantastische Ergebnisse mit einem so simplen Ansatz zustande kommen.

Ralf Stockmann Weil dort eben nicht irgendwelche Entitäten modelliert werden, wie funktioniert die Welt, was ist ein Auto, was ist irgendwie eine Person, was ist die Weltgeschichte, das ist quasi das exakte Gegenteil von dem, was wir so im Bibliothekswesen immer versucht haben, Semantic Web irgendwie aufzubauen, so was sind die Bedeutungen, ja Wikidata, wir strukturieren irgendwie die Welt in Datenpakete, das ist das Gegenteil davon, man sagt einfach hier Well, hier System, da sind alle Texte, die in der Menschheit jemals geschrieben worden sind.

Ralf Stockmann Welche genau in das Training reinfließen ist da nicht so hundertprozentig klar. Ich werfe mal einen Link rein, das zumindest eine ganz gute Annäherung ist von dem worauf das textmäßig eigentlich so basiert. Aber mehr ist da eigentlich nicht. Da fragt man sich schon so, woher kommt das jetzt? Warum kann diese KI trotzdem so souverän und fantastisch irgendwie auf Dinge antworten, obwohl sie doch von gar nichts irgendwie eine Ahnung hat.

Ralf Stockmann Und da gibt es halt jetzt, finde ich, so einen Grundwiderspruch, dass nämlich die Kritiker und Zweifler und Sorgenträger halt sagen, das ist ja alles nur Statistik und das ist ja alles nur irgendwie halt Wortstatistik, da ist ja jetzt gar kein Geist oder Sinn oder Verantwortungsgefühl oder irgendwas dahinter.

Ralf Stockmann Und dafür kann es dann aber irgendwie dann doch ganz erstaunlich viel. Ich weiß nicht, habt ihr diesen Begriff von Stochastic Parrot? Ist der euch irgendwie über den Weg gelaufen? Also es gibt einfach so ein paar Kampfbegriffe, die jetzt so auch in der Twitter und Mastodon Debatte immer wieder hochgezogen werden.

Tim Pritlove Also der Begriff Papagei fällt generell viel im Zusammenhang mit Stochastik. Hab ich jetzt noch nicht so gelesen, aber ja im Prinzip ist es ja genau das.

Ralf Stockmann Genau das ist ein Paper das ist sogar schon relativ alt. Können wir auch mal in den Chat reinwerfen. Und das ist so ein bisschen. Mach mal. Ja gucke mal eben. Also erstmal werfen wir den Link rein wo man gucken kann was ist alles in das Lernmodell reingeflogen. Das ist der hier.

Tim Pritlove Nur was im Chat landet, landet auch in den Shownotes. Aber nicht alles was im Chat landet, landet in den Show-Notes.

Ralf Stockmann So das ist jetzt hier der untere Artikel, das ist das Paper, das kann man sich wirklich mal durchlesen, das sind glaube ich so 15, 20 Seiten. Das ist auch schon mal eine Leistung ja.

roddi Emojis for the win.

Ralf Stockmann Also wir sehen hier publiziert, 1. März 2021, das war so deutlich vor Chat-GBT.

Tim Pritlove Aber nicht vor GBT, sondern GBT2 und so weiter gab's ja schon.

Ralf Stockmann GBT2, 3 gab's schon. Und der Punkt, den sie machen, kann man auch im Abstract schon sehen, würde ich sagen, ich wiederhole mich, ist goldrichtig. Sie sagen nämlich, okay, durch die ganzen Texte, die da reingegeben werden, werden auch die ganzen Vorurteile und werden die ganzen Stereotypen, die sich in diesen Texten abbilden, alle mit reingezogen und Wertemuster.

Ralf Stockmann Und Texte und Bücher sind nun mal im Wesentlichen von weißen privilegierten Männern geschrieben worden, in nicht unerheblichem Maße. Und viele Bereiche dessen, was so die WeltTM ausmacht, ist dort eben nicht abgebildet und das ist eine Gefahr und darüber müssen wir reden. Alles total richtig, unterschreibe ich alles, aber das hat nichts mit einem Papageien zu tun.

Ralf Stockmann Versuchen halt über die Überschrift jetzt so eine Diffamierung eines von Leistungen darüber, um halt irgendwie ihr Paper wissenschaftlich irgendwie zu positionieren. Das zweite was man häufig hört ist mansplaining is a service. Habt ihr das schon mal gehört?

roddi Aber es beschreibt es sehr gut.

Ralf Stockmann Siehst du?

roddi Nein.

Ralf Stockmann Das wird sehr bestimmt falsch sein. Das ist sehr bestimmt falsch sein. Mensplaining ist hoffentlich bekannt. Das Breitbeinige, wozu wir hier in der Metaebene übrigens auf unseren Stühlen alle gezwungen werden. Das männliche, breitbeinige, vielleicht in der U-Bahn, sitzende, so ich erzähle euch jetzt mal wie die Welt funktioniert und besonders gerne erzähle ich das noch Frauen.

Ralf Stockmann Also mansplaining, ja auch wenn die es überhaupt gar nicht wissen wollen und dann auf seiner Meinung beharren, selbst wenn man es mit einer Expertin für genau das Feld zu tun hat, na ich hab aber trotzdem recht und ich kann es ja gerne deine Meinung haben. So und in der Tat, so in der November Dezember Release, also in der ersten von Chat-GPT 3.5 zu dem Zeitpunkt, war diese Attitüde durchaus spürbar.

Ralf Stockmann Das heißt also, wenn Chat-GPT da offensichtlich einen Unfug geschrieben hat und man dann ihm freundlich darauf hingewiesen hat, hatte ich also wirklich etliche harte Debatten so, nein, nein, das ist auf jeden Fall so und sie übersehen X, Y und sowas und Quatsch bleibt aber nunmal Quatsch, egal wie er sich dagegen gewährt hat.

Ralf Stockmann Das haben die meiner Wahrnehmung nach mit ihrer Februar Release fast nahezu vollständig abgeschaltet, also behoben bekommen. Also im Gegenteil, wenn man jetzt Fehler anmahnt, haben sie irgendwas an ihren internen Routen geändert, dass man jetzt sehr sehr viele Antworten bekommt. Oh ja, vielen Dank für die Korrektur, ich hab nochmal nachgeschaut, da haben sie natürlich recht und ich hätte berücksichtigen müssen, dass.

Tim Pritlove Das heißt also da ist innerhalb von wenigen Wochen quasi, ist dort schon irgendwo eine Evolution wieder gewesen aufgrund von einem Kritikpunkt und dieses so, wobei man dazu sagen muss, Servil ja, so und es ist auch schon ein bisschen anstrengend und wenn man ihn drum bittet nicht mehr so niederknien zu sein, Dann passieren Dinge.

Tim Pritlove Er macht es trotzdem und ich kann auch gleich nochmal ein schönes Beispiel liefern, wo Chat.GPT für mich auch die neue Version 4 komplett gescheitert ist an einem sehr trivialen Ding. Sollten wir vielleicht auch nochmal drüber reden, wofür es funktioniert, wofür es nicht funktioniert. Ja ja, Mansplaining ist es auch.

Ralf Stockmann Danke für den Chat, das in der U-Bahn ist Manspreading, das ist bei mir semantisch nahe beieinander verankert, aber es nennt sich das gleiche, also das ist das mentale Manspreading, bekommt aber auch Mansplaining in der U-Bahn, wenn man genau zuhört. Aber danke für die Präzisierung. Genau das ist mich jetzt quasi das dritte Missgrundverständnis was.

Ralf Stockmann Also ja es gibt dieses Mansplaining. Mit der Vierer glaube ich viel weniger als vorher. Trotzdem gibt es das. Das heißt ja aber nicht, dass man nicht trotzdem zu 80 Prozent nicht Mansplaining Antworten dort rauslocken kann, die eben korrekt sind. Und ich bin immer etwas zurückhaltend so diese Fail Antworten so in den Vordergrund zu rücken und das was schon gut funktioniert dem gegenüber irgendwie so nach hinten zu schieben.

Ralf Stockmann Wir können jetzt mal ein paar praktische Beispiele uns mal so zuwerfen. Das, was ich gemacht habe, ist, wir haben ein neues Sachgebiet, was wir bei uns an der Stabi einrichten wollen, bei mir. Und im Wissenschaftsbereich oder in den ganzen Kulturdingen sind halt Akronyme total hip, immer noch. Das heißt also du hast irgendwie eine Abkürzung und jeder Buchstabe steht für etwas.

Ralf Stockmann Was ich halt gemacht habe ist, ich habe JettGPT beschrieben, was dieses Sachgebiet macht und habe gesagt, jetzt schreibt mir nochmal zehn Akronyme dafür und löst die auf, wie ich dieses Sachgebiet nennen soll. Und das macht er dann. Und zwei bis drei davon waren schon richtig gut auf den ersten.

Tim Pritlove Das könnte die Raumfahrt retten, weil die Raumfahrt will auch immer geile Akroben haben, aber die Auflösungen sind teilweise haarsträumend.

Ralf Stockmann Naja und so richtig glücklich war ich aber noch nicht so und was machst du halt? Du sagst dann halt gib mir mal noch zehn. So und dabei bekomme ich schon so einen leichten Stich in der Magengrube, weil das ist doofe Arbeit. So das heißt also hier ist schon, findet bei mir selber schon so eine Projektion statt so, oh mein Gott diese arme KI muss sich jetzt mit so einem blöden Job hier rumärgern.

Ralf Stockmann Nicht wahr oder? Machs bitte trotzdem. So und dann kriegst du halt die nächsten 20 und dann denkst du dir so, ach was soll der Geiz. So Achtung gib mir mal noch 50, bezieh die 20 die du schon hattest mit ein und schreib zu jedem noch einen kurzen Abschnitt und rank die ganzen in wo du selber meinst was vom besten zum schlechtesten und schreib noch einen kurzen Kommentar dazu warum du denkst, dass es auf dieser Ranking Position richtig ist.

Ralf Stockmann Fantastisch gelöste Aufgabe. Was ich dafür für eine Werbeagentur für Geld drüber geschoben hätte für diesen Schritt und dann zu sagen das ist alles Mansplaining und das ist alles nur irgendwie ein Papagei der irgendwas nachplappert. Ja, diese Probleme gibt es, aber ihr müsst auch wirklich mal schauen, was auf der anderen Seite schon für eine Komplexität und für eine Effizienz und was das für eine Kreativmaschine ist.

Ralf Stockmann So und wenn man sich die Akronyme anguckt, würde ich sagen, so ein Drittel davon hat gar nicht funktioniert. Das war überhaupt dann gar nicht die Auflösung der Buchstaben. Ist ja aber egal, ich brauche am Ende ja nur einen. Das heißt also, hier kommen wir plötzlich auch auf eine Ebene, dadurch dass die Queries quasi so billig sind, jetzt die Energiediskussion mal weg, das wird auch alles lokal auf unseren iPhones laufen in zwei, drei Jahren.

Tim Pritlove So billig ist das nicht, für meine 20 Dollar kriege ich nur 25 Abfragen in drei Stunden. Da muss ich wieder warten.

Ralf Stockmann Ja das wird sich lösen, also da kann man wirklich gucken, wie gesagt die Debatte führen wir heute nicht, aber im Imaging Bereich, wenn du dir anguckst, Table Diffusion läuft jetzt halt wirklich, also quasi mit Journey artiger Dienst, nicht ganz auf dem Niveau aber fast, läuft lokal auf meinem Iphone in der Neural Engine.

Ralf Stockmann Da gehe ich nicht mehr auf irgendeinen Server irgendwo hin, sondern solange ich nur Strom habe, kann ich dort lokal genau die Sachen machen, das wird mit den LLMs.

Tim Pritlove Läuft der auf dem Mac auch auf den Neuroengine jetzt? Herz. Ich krieg immer nur scheiß Bilder bei Stable Diffusion.

Ralf Stockmann Wir machen da mal eine Sonderfolge dazu, weil da bin ich wirklich ganz gut drin.

Tim Pritlove Genau Bilder in Podcasts das ist überhaupt das Beste.

Ralf Stockmann Ja dann kriegen wir dich vielleicht auch dazu mal Kapitelbilder zu machen.

Tim Pritlove Also wenn das hinhaut, dass ich wirklich sage ich brauche jetzt hier ein schönes Kapitelbild für meinen Dingsbums, wo ich sonst nix habe, dann kann man darüber nachdenken aber bisher wäre mir das echt zu viel Arbeit.

Ralf Stockmann Schauen wir mal, hast du Transkript reingegessen und da kommt das Kapitelbild.

Tim Pritlove Ja Transkript reingegessen habe ich schon probiert aber eben sind die Transkripte zu lang, wer meckert da?

roddi Pass auf was du ihm genau sagst was er tun soll, mach mir mal ein Kapitelbild für mein Dingsbums, ich weiß nicht so genau ob das.

Tim Pritlove Naja das ist ja der neue Job, die neue Jobdescription heutzutage, also immer wieder gibt's neue Berufe und du weißt was jetzt so der AI Beruf ist, man ist jetzt was? Prompt Designer. Das ist jetzt sozusagen, das ist dann die nächste Stufe oder Prompt Wizard. Prompt Architekt. Ja das kommt noch, das kommt noch, Chief Executive Prompter.

Ralf Stockmann Dahinter steckt ja aber so hinter diesem Prompt Engineering steckt ja genau ein Mechanismus, der mich völlig kalt erwischt hat, dass das geht und zwar dieses sogenannte Priming. Das heißt also, was ich eben beschrieben habe, diese, oder jetzt Chat-GBT ist trainiert auf einem Text-Korpus aus dem Jahr 2000, der am Jahr 2021 stoppt.

Ralf Stockmann So alles danach kennt es quasi nicht. Und jetzt kann man aber halt jetzt hier und heute mit ihm reden und es gibt eben zwei Dinge, die wirklich anders sind als alles, was man vorher irgendwie im KI-Bereich hatte. hatte. Das erste ist Persistenz. Das heißt, man hat eben eine Unterhaltung, wo ich auf den ganzen bisherigen Verlauf der Unterhaltung voll rekurrieren kann.

Tim Pritlove Im Rahmen dessen, was an Speicher dafür freigestellt ist, was so viel nicht ist.

Ralf Stockmann Was so viel nicht ist, aber so eine Session, quasi so eine Chat Session, da hab ich es noch nicht geschafft, die jetzt quasi auszureizen an der Stelle. Und das ist halt so diametral anders als das, was bei Siri passiert, kommen wir ein bisschen später noch zu, zu ChatGBT und Kinder. Bei Siri fängst du immer wieder bei Null an, bei jedem einzelnen Kommando.

Ralf Stockmann Also Siri erzählt dir irgendwie Quatsch und du sagst nein, nicht so, sondern anders und sie lernt halt irgendwie überhaupt nichts dazu.

Tim Pritlove Das hab ich für dich im Internet gefunden.

roddi Und dann findet sie noch nicht mal was sinnvolles.

Tim Pritlove Nein das ist zum kotzen.

Ralf Stockmann Wir kommen gleich noch dazu.

Tim Pritlove Ja das ist die richtige Berufsbezeichnung. AI Promptmaster. Drunter geht's schon gar nicht mehr.

roddi Das klingt aber wie so eine Kiste aus China die man bestellen kann für 5 Euro. Garley Express.

Ralf Stockmann So und die Frage ist halt so wie funktioniert das eigentlich? Dass man plötzlich so ein echtes Gespräch führen kann und eine Persistenz der Argumente auch wirklich hat? Weil du kannst also sagen, guck dir nochmal deine Antwort von vor zwei Minuten an, ist nicht vielleicht XY stattdessen. Und das reagiert absolut souverän darauf. Und ich hab das einfach mal Chat-GPT selber gefragt und die Antwort ist relativ simpel, quasi mit jeder neuen Query wird halt alles was du vorher geschickt hast quasi als Text-Korpus auch im Hintergrund mitgeschickt.

Ralf Stockmann Also jetzt etwas vereinfacht gesagt, in Wahrheit ist es schon wieder in Tokens zerlegt und nochmal etwas anders abgespeichert, aber der Kontext wird halt mit jedem größer, aber der bleibt immer stabil und das wird immer mit hingegeben, das heißt also unter Berücksichtigung von. So und daraus leitet sich jetzt aus dieser Persistenz, dass sich also obwohl das Modell selber statisch ist, ich quasi immer wieder was oben drauf setze und die Konversation erhalten bleibt, kannst du halt dann diese sogenannte Priming umsetzen.

Ralf Stockmann Das heißt, dass du schreiben kannst, so du bist jetzt ein 5-Jähriger, erkläre mal die Handlung von Star Wars 1 und zwar so wie es ein 5-Jähriger tun würde und dann versetzt du eben Chat-KPT in so einen Modus, der versucht dann also wie ein Theater-Schauspieler das möglichst authentisch nachzuahmen aufgrund dessen was er halt in seinem neuronalen Netz als was sind so die Kommunikationswege eines 5-Jährigen und so der Wissensschatz und dann fängt der an, das entsprechend reinzuschreiben und das hat große Auswirkungen darauf, wie gut die.

Ralf Stockmann Qualität von Antworten ist, wenn man einen Priming davor einsetzt. Also Priming heißt so, ich versetze dich erst in einen Zustand und dann agierst du in den darauf folgenden Kommunikation unter dem Eindruck dessen, in was für einen Priming ich dich gesetzt habe. Und da wo ich das zum ersten Mal auf YouTube im Einsatz gesehen habe, ist das war hier bei der Firma von meiner Frau, sehr nett.

Ralf Stockmann Einer der Kollegen hat das mal wirklich dann live vorgeführt in einer in der Präsentation, wo es darum ging, zähl Chat-QPT, zähl mal die Sicherheitsregularien für XY auf. Und dann kam eine Antwort raus und die war zu 90 Prozent Quatsch. Das stimmte einfach nicht. Man hatte denselben Satz gesagt mit dem davor.

Ralf Stockmann Achtung, du bist jetzt Sicherheitsexperte für Thema XY. Führe bitte die Regularien für XY auf. Und dann kriegst du plötzlich eine Antwort, die sehr sehr signifikant besser war, im Sinne von zu 80% korrekt und noch zu 20% Quatsch. Sie hatte immer noch 20% Quatsch, aber alleine durch dieses Priming, du agierst jetzt in der Rolle von, fühlte sich also jetzt hier Chat-GPT gemüßigt beispielsweise halt irgendwo wissenschaftliche Quellen ranzuziehen und zu zitieren und zu gucken, okay, was sind jetzt irgendwie denn wirklich Gesetzestexte zu dem Thema oder was sind jetzt irgendwelche RFCs oder sowas.

Ralf Stockmann Es hatte also eine ganz sofort spontan ersichtlich komplett andere Qualität. Und dieses Priming ist etwas, was ich nicht für möglich gehalten hätte, dass das technisch funktioniert. Ich habe vor, ich glaube, sieben Jahren, acht Jahren oder sowas, mit MS Pro mal eine Keynote gehalten für eine Digital Humanities Tagung.

Ralf Stockmann Und da war so eine der Dinge auch KI und wie das eigentlich weitergehen wird. Und da hatten wir so als ein Modell, von dem wir denken, dass wir es noch erleben werden, den Modus, schreibe eine Novelle im Stil von Bertolt Brecht zum Thema Internet. So war es also. Tu so, als seist du Bertolt Brecht und schreibe halt jetzt irgendwie ein Drama dazu.

Ralf Stockmann Und da dachte ich so, ach, so in 40, 50 Jahren, vielleicht habe ich Glück. So das geht, das ist da. Das war eine der Sachen die ich in meiner ersten Nacht mit ChetGPT gemacht habe. Achtung du bist jetzt Berthold Brecht, schreibe ein Streitgespräch zwischen dir und Elon Musk über den Untergang von Twitter.

Ralf Stockmann Das war ein total schöner Text, der da rausgefallen ist, weil er so brecht dann eben mit der Arbeiterklasse und der Unterdrückung und die Freiheit und so weiter. Und Musk halt, was hatte ich denn, das zweite Priming, was ich da noch reingesetzt hatte und Elon Musk agiert auf dem Niveau eines Fünfjährigen, das war ein besonders schöner Dialog.

Ralf Stockmann Du kannst natürlich auch beliebig viele dieser Primings ineinander schachteln und quasi aufeinander irgendwie clashen lassen und wo ich dann wirklich sold war, war als ich den Prompt hatte, schreib einen Sketch. Im Stil von Monty Python mit Mastodon und Twitter in den Hauptrollen. Ja und den Text hab ich dann auch mal gepostet, kommt demnächst glaube ich sogar in dem Buch raus, der ist also wirklich Gold.

Ralf Stockmann Ja also wo dann irgendwie aus einem normalen Kaffeehaus Debatte zwischen den beiden, das dann so völlig in so einer paradoxen Intervention, Wird dann in ein Mittelalter Szenario raus gebrochen und dann tritt ein Ritter auf und der hat den Namen Sir Tweet-A-Lot und als ich wirklich gelesen habe, Sir Tweet-A-Lot, war mir klar, die Welt wird nicht so bleiben wie sie ist.

Ralf Stockmann Und das ganz offensichtlich passiert da irgendwie was und meine Wahrnehmung ist, dass gerade eine Menge Rückzugsgefechte irgendwie passieren seitens der KI Kritiker im Sinne von womit haben wir es hier eigentlich jetzt wirklich zu tun. Also der Klassiker war ja eigentlich immer der Turing Test, den wir 50 Jahre vor uns her geschoben haben. Also dieses klassische ich unterhalte mich auf der anderen Seite über eine Texteingabe mit irgendetwas und muss rausfinden ist das jetzt ein Mensch auf der anderen Seite oder ist das eine Maschine.

Ralf Stockmann Und 50 Jahre lang haben wir da gesessen und es war innerhalb von 20 Sekunden immer klar, was so auf der anderen Seite ist. Das Thema ist einfach mal gegessen. Also für 99% der Menschen besteht Chat-GPT4, den Turing-Test so tiefenentspannt. Es ist dann eher auffällig, dass es zu gut ist. Das ist aber eine sehr schlaue, eloquente, was auch immer Person. Du musst erstmal jemand anders finden, der auf dem Niveau überhaupt interagieren kann.

Tim Pritlove Populäre Tweets sind auch gerade so. Hier sind vier AI-generierte Bilder, aber vielleicht zwei auch nicht. Welche sind echt und welche nicht und so. Da wird's schwierig.

Ralf Stockmann So, also diese Grenze ist mal gefallen, wurde aber gar nicht groß thematisiert, ja. Das erinnert mich so ein bisschen, ihr werdet euch erinnern, wo die ersten KIs im Schach gewonnen haben. Und dann hieß es, ja gut Schach, darauf optimieren sie ja auch seit 20 Jahren, aber Go, jetzt kommt Go, das wird 100 Jahre dauern. Sondern hat es anderthalb Jahre gedauert.

Ralf Stockmann Und plötzlich war der Go-Master besiegt. Und genau solche Rückzugsgefechte sehe ich jetzt also auch. Also Touring-Test ist nicht mehr und jetzt wird quasi im Wochenende.

Tim Pritlove Gab es nicht vor kurzem jetzt so einen neuen Go-Spieler, der tatsächlich irgendwie wieder die AI geschlagen hat?

Ralf Stockmann Die haben die aktuell beste Go KI wieder so, wie sagt man, nicht deployed, sondern wenn man sich da reinhackt und quasi exploitet genau und haben quasi so ein Vektor gefunden, wo du sie dann wieder reinlegen kannst, aber das wird nicht lange halten, das wird dann halt gepatcht und dann ist es in einem Monat, das haben sich alle mal drüber gefreut, aber das.

Tim Pritlove Gibt sie noch die Ritze in der Matrix?

Björn Reimer Es gibt aber auch sehr viel Hype, also es wird gerade an alles und jedem AI, also wo früher Krypto stand steht jetzt AI.

Ralf Stockmann Ja das ist schlimm.

Björn Reimer Also das macht es halt auch schwer, aber ich gebe dir schon recht, das ist sehr viel mehr Substanz, also deutlich mehr Substanz. Aber ja, also man muss da schon differenzieren was das alles ist, also es wird sehr viel und alles überall versprochen und nicht alles geht. Aber auch bei uns ist das natürlich ein riesiges Thema, also bei uns ist das Thema generieren von Spiele, Assets und so weiter, also wir werden sehr viel Aufwand darin den Inhalt von Spielen zu erzeugen, also diese virtuellen Assets und du kannst halt heute sagen generate me 3D model of an octopus und das geht.

Björn Reimer Und da ist besonders auch dieses Priming interessant, also das darf vielleicht noch ein bisschen anders, aber man kann halt sich sowas wie Stable Diffusion oder so nehmen. Und dann mit bestimmten Algorithmen halt mit einer eigenen CI oder von einem Spiel den Artstyle halt drauf trainieren und dann halt entsprechende Modelle entwickeln, die dann im Artstil oder in einer bestimmten Sache das halt entwickeln, das ist übrigens eine, ich hatte eine, das ist auch mal eine sehr gute Idee für irgendwann mal ein Theme für einen Kongress oder so, dass man einfach mal so ein Modell macht, was dann in einem bestimmten Stil was generiert, also das sind alles, Das sind große Themen und das ist auch nicht nur Art,

Björn Reimer das ist auch Storywriting, was wir auch viel machen, natürlich auch die Softwareentwicklung, also das ist überall ein Thema, wo es sehr viele interessante Dinge gibt. Es gibt Startups noch und nöcher, die das alles versprechen und so und das ist sehr interessant, wird sehr interessant zu sehen, wo dann am Ende das verfängt und was bleibt.

Björn Reimer Ja also was ich jetzt auch merke, also wir haben bei uns auch sehr viel mit dem ganzen Code Generating um, wir haben sehr früh zum Beispiel auch das Copilot von GitHub bei uns angeschaltet und das ist schon auch sehr interessant was man damit machen kann, weil man, das ist dann so ein bisschen wie so eine dritte Hand, wenn man damit arbeitet.

Björn Reimer Man muss es kennen, also es ist nicht so ein Magic Stick, der alles macht, aber wenn man weiß wie es geht und man das so als Tool, Erkennt und das dann halt so den eigenen Code erweitert und man dann weiß ich schreibe jetzt mal einen Kommentar, mach mir mal ein Modul was ABC macht, dann generiert der das schon mal und solche Sachen wie sprich mal mit dieser API für mich und dann generiert der das raus und dann musst du dich nicht durch Ellenweise irgendwie kryptische Dokumentationen durchlesen.

Tim Pritlove Also das sind schon sehr viele, ja oder du pastes total kryptische Fehlermeldungen da rein die dir gar nichts sagen und deinen Code dazu und dann kriegst du halt schon relativ konkrete Hinweise darauf was da falsch gelaufen ist.

Björn Reimer Genau es ist noch zumindest erlöst es einem nicht davon das trotzdem alles zu verstehen, weil es natürlich auch falsch sein kann und gerade wenn da dann ein Bug drin ist, ist es teilweise doppelt schwer den zu finden, also.

Tim Pritlove Oder Sicherheitslücken.

Björn Reimer Ja solche Sachen, weil es ist am Ende dann halt auch irgendwie Code der irgendwo im Internet steht und ich meine das ist ja so ein Klassiker von Stack Overflow Pasten da gibt's ja auch ein XKCD für.

Tim Pritlove Um das gleich nochmal zu ergänzen, das war für mich jetzt auch in den letzten drei Monaten, als ich mich so in LXC reingearbeitet habe, eine totale Hilfe, weil du ja bei solchen Sachen immer ganz oft so dieses Problem hast, manchmal siehst du den Wald voll auch der Bäume nicht mehr und denkst dir so, warum geht das jetzt nicht, das ist doch irgendwie genau so wie das da steht und kommst nicht mehr weiter und das ist so eine ganz doofe Sache, wo du eigentlich immer nur jemanden halbwegs erfahrenen neben dir brauchst, der sagt so ja hier Buchstabe XY Semikolon Tralala.

Tim Pritlove Und da war dann Chat GPT für mich auch eine echte Hilfe, weil ich halt immer so einerseits so eben Fehlermeldungen machen konnte, aber ich konnte halt auch mir so Ansätze liefern lassen so. Angenommen ich würde gerne folgendes Problem lösen in Alexia, was wäre dein Ansatz, was soll ich da verwenden und dann kamen halt so Hinweise auf Sachen so, ah ok das sollte ich mir mal genauer anschauen und so könnte ich das mal machen.

Tim Pritlove Den Code, der da erzeugt wurde, der meistens noch mit dazu kommt, der war da meistens so, da hab ich das mal versucht das zu übernehmen, kompilte nicht, funktionierte nicht, hab ich meistens weggeschmissen, neugeschrieben, aber überhaupt um mich erstmal auf den Weg zu bringen war er super hilfreich.

Björn Reimer Da hab ich bessere Erfahrungen mit Copilot tatsächlich gemacht, mit Code Generator und das ist halt einfach so Tab Completion, das ist so wie man's kennt und das ist halt in deinem Editor drin. Das ist ein ganz eigenes Thema, da muss man sich bewusst sein, dass man jetzt seinen ganzen Code zu Microsoft schickt, also die Github-Besitzung.

Tim Pritlove Ach, sie ist ja eh schon da.

Björn Reimer Also das muss man sich bewusst sein, aber das macht schon sehr, sehr, sehr gute Sachen und das wird auch kontinuierlich besser und ja, es zeigt einem halt was möglich ist und was nicht möglich ist, aber was klar ist, ist, dass es die Produktivität auf jeden Fall erhöht. Wenn man lernt damit umzugehen und sozusagen die Feinheiten versteht, was man da zur Verfügung hat.

Björn Reimer Also was halt noch, also solche Sachen wie so einfache Plugins für Photoshop zum Beispiel, dem du dann halt einfach sagen kannst, hier ich hätte mal gerne einen Baum und dann hast du halt einen Baum und dann gibst du noch ein paar Sachen dazu und dann ist halt in Photoshop so eingebaut, dass du das dann als Grundlage nehmen kannst, um halt damit weiterzuarbeiten und solche Sachen, also das ist, da gibt es schon viele Sachen, die noch so kurz davor sind, wirklich nützlich zu sein, aber da sehe ich schon einiges, was da kommt und kommen wird.

Ralf Stockmann Also Plugins für Wordpress kann man sich von chat.gtb.de schreiben lassen. Ich habe heute, just heute, wirklich mal versucht ein Theme Component für Discourse mir schreiben zu lassen, eine relativ simple, also dieses Foren System, was wir auch für Sendergate einsetzen.

Tim Pritlove Also Discourse.

Ralf Stockmann Das ist ja auch Open Source und alles mit freien Stichstellen, APIs und sowas. Hat in der Tat halt out of the box erstmal nicht funktioniert und dann schreibt man funktioniert nicht und dann schreibt er sehr viel zurück ja oh stimmt so kann das natürlich auch gar nicht funktionieren probier mal den Code, funktioniert immer noch nicht ja dann also schon mal doch hier nochmal also ich hatte am Ende vier verschiedene Varianten die alle sehr unterschiedliche Ansätze auch erfolgen um dieses eigentlich relativ simple Problem zu lösen was ich da hatte.

Ralf Stockmann Keiner von denen hat funktioniert, aber du hast halt eben schon mal vier unterschiedliche Patterns, mit denen du jetzt irgendwie schon mal nachrecherchieren kannst, okay, wahrscheinlich ist irgendwo wirklich ein relativ kleines syntaktisches Problem irgendwo drin, weil von der Grundlogik her schiebt mir das erstmal soweit, alles reproduzierbar zu sein.

Ralf Stockmann Ich muss gestehen, ich bin etwas ratlos, was diese Codequalitäten von JetKPT an, wo das überhaupt herkommt, weil diesen Code zu dieser Idee, die ich da hatte, die gibt's so im Internet eben nicht. Und dieser Gedanke so, es wird nur das repliziert, was schon mal irgendwo irgendwer geschrieben hat, das scheint mir hier nicht mehr eine hilfreiche Erklärung zu sein.

Tim Pritlove Naja, nicht eine 1 zu 1 Kopie, sondern eben schon. Also ich meine so wie diese Large Language Models in der Lage sind, Sprache zu verstehen, den Inhalt zu verstehen und mittlerweile ja auch Mathematik zu verstehen. Das ist ja zum Beispiel etwas, was die meinten zu Chachapiti 4, während 3 sich noch sehr viel verrechnet hat und einfach Unsinn produziert hat.

Tim Pritlove Sie hätten da jetzt gar nichts spezifisches gemacht, sondern es wäre halt einfach nur besser und irgendwie hätte er das selber rausbekommen. Keine Ahnung wie zuverlässig das ist, da wäre ich immer noch sehr vorsichtig bei Mathe, aber geht auf jeden Fall. Und es scheint eben auch mit Code zu funktionieren. Und ich meine da machen wir uns nichts vor, auch Code ist am Ende Menschen gemachte Abstraktion und von daher nicht so sehr viel anders und Text und nichts sehr viel anderes.

Björn Reimer Ich weiß gar nicht, ob die das nicht sogar, also statt jetzt das wie ein Wort zu tokenisieren, sich den Syntax-Tree angucken, weil das ist ja das Schöne an Quellcode, das kann man halt alles auf diese Meta-Ebene auseinanderbauen und das stelle ich mir als sehr gute Ebene vor, mit so einem Modell auch den Code zu verstehen und halt wieder neu zu generieren, also diese Zwischenebene, die man halt da generiert und, Ich meine zum Beispiel dieser neue, wie heißt das, Bart oder so von Google, der kann ja zum Beispiel noch gar kein Code und ich glaube auch, dass dieser Code so ein Special Fart von Chat GPT ist, das ist eine Vermutung, ich weiß es nicht, aber ich glaube nicht, dass sie da ihre Standard Textverarbeitung

Björn Reimer drauf anwenden, das wird ein spezielles.

Tim Pritlove Aber es ist schon auch noch mehr als so ein abstrakter Syntax Dreh, weil wenn man so Beispiele macht, der wählt ja dann auch sinnvolle Namen für die Variablen und so weiter.

Ralf Stockmann Schreibt Dokumentation dazu. Also alleine das Szenario, ich schmeiße hier meinen Code rein, schreib mal ordentlich Dokumentation rein, bitte.

Björn Reimer Das muss ich mal ausprobieren. Ja mach mal, find ich's gut.

Tim Pritlove Darf ich mal so ein paar Codeschnipsel durchmachen, wie man seiner schreibt? Toll, Björn, du hast ja alles dokumentiert hier, das ist ja geil.

roddi Ach, das tut der Code.

Björn Reimer Ja aber ob das dann halt auch so Dokumentation ist, wo einfach nur steht so, keine Ahnung, eins plus eins macht zwei über genau diesen Code oder ob es halt beschreibt so, wie man eigentlich Dokumentation haben will, so jetzt mal.

Tim Pritlove Da musst du deinen Prompt-Ingenieur anrufen und dann liefert der dir den richtigen Primer. Beschreibe vor allem die innere Motivation zur Erstellung dieses Codes in blumiger Sprache.

Björn Reimer Du bist jetzt ein Master Software Entwickler? Schreibe Kommentare.

Tim Pritlove Stell dir vor du bist ein CEO und du würdest das lesen.

Björn Reimer Dann hörst du nach der dritten Zeile auf.

roddi Du weißt ja, was man zur Dokumentation sagt, du beschreibst ja nicht was passiert, sondern, also nicht was da passiert, sondern warum du das machst. Warum der Code das macht, was er tut. Und eigentlich ist es so, wenn du Code dokumentieren musst, weil er irgendwas tut, dann nur weil du selber nicht verstanden hast, warum er das tut. Und das ist aber ein Bugfix für irgendwas, was sich anders nicht fixen ließ.

roddi Ansonsten hast du keine Dokumentation im Code, wenn er lesbar ist, weil du ihn nicht brauchst.

Tim Pritlove Ich will nochmal kurz ein Beispiel einstreuen, was bei mir nicht funktioniert hat. Ich habe das jetzt einmal längere, mehrmals hintereinander versucht, bis ich gesagt habe, okay offensichtlich ist das etwas, was du nicht kannst. Bin aber trotzdem immer noch sehr überrascht, dass es nicht funktioniert hat und ich habe eine These warum und vielleicht ist das aber mittlerweile auch schon nicht mehr so, weil irgendwas gefixt wurde.

Tim Pritlove Relativ einfache Aufgabe, ich wollte mir eine Liste von Wörtern generieren lassen, die alle aus einem bestimmten Domäne rauskommen. Sagen wir mal Computerfachbegriffe und ich glaube ich hab noch sowas gesagt wie die so ein bisschen was mysteriöses haben. Bedingung, jedes dieser Worte muss in der deutschen Sprache exakt zehn Buchstaben lang sein.

Ralf Stockmann Oh da ist es schlecht.

Tim Pritlove Sehr schlecht.

Ralf Stockmann Weiß ich schon.

Tim Pritlove Und das war wirklich interessant, die haben gesagt gib mir mal eine Liste von 15, kam die Liste, 15 Worte, 10 davon waren 10 Buchstaben lang und die anderen waren 9, 11, teilweise 12, 13, mehr oder weniger so in the ballpark so, Also, okay. Schau dir doch die Worte nochmal an, bist du wirklich der Meinung, dass die alle 10 Muscheln, oh, Wana, das tut mir leid, I have failed you, hier ist eine neue Liste mit 15 Worten, genau so falsch war das.

Tim Pritlove Und das ging drei, vier, fünf, sechs Mal hintereinander, bis ich mir dachte, so weit sind wir noch nicht. Und dann hab ich versucht zu überlegen, warum ist das jetzt so? Und was offensichtlich hier noch Rolle spielt ist dieser intrinsische Disconnect zwischen dem, was er so an Worten rauswerft und was er versucht zu beschreiben.

Tim Pritlove Weil das ja immer so eine Wahrscheinlichkeitsmaschine ist, die ja auch bewusst irgendwie mal so mal so entscheidet und er war dann überhaupt nicht zu bennig, dann fing er an irgendwelche Camelcase-Worte zu erfinden, so in seiner Not, weil er merkte so, oh ich bin nicht glücklich und so, Kunde nicht glücklich hat 20 Dollar bezahlt.

Tim Pritlove Das ist ja auch noch so ein Aspekt. Die wollen mich ja glücklich machen, deswegen lügen sie mir im Zweifelsfall was vor, bloß lügen geht halt nicht, wenn ich so eine konkrete Anforderung habe. Und dann kam er dann so mit Camel-Case-Worten, ich hab gesagt, ich möchte keine Camel-Case-Worte, fing er an Bindestriche zu verwenden.

Tim Pritlove Willst du mich verarschen? Auch keine Bindestriche kam er wieder mit Campbell Case, also war er in totaler Not, weil er an der Stelle keinerlei Outlet gesehen hat und man merkt da einfach die Bewertung des finalen Wortes mit dem er mir versucht eine Lösung zu beschreiben, dass die selbst den Anforderungen genügen muss, die ursprünglich gefordert waren in dem Wort selber, das hat nicht funktioniert.

roddi Hast du es mal auf Englisch versucht?

Tim Pritlove Ich glaube ja.

roddi Weil ich habe irgendwo habe ich gelesen, dass wenn man will, dass er ein Gedicht schreibt, dann reimt sich das auf Deutsch nicht, das reimt sich aber auf Englisch.

Tim Pritlove Du kriegst auch gereimte Gedichte auf Deutsch.

Ralf Stockmann Du kriegst Reime auf Deutsch ganz gut mittlerweile, auf jeden Fall mit der Vierer-Version, aber es ist schon richtig, dass der Umgang mit englischer Sprache ist nochmal einen guten Tucken souveräner als auf Deutsch. Aber das ist lustig, weil ich hatte in der Tat ein sehr sehr ähnliches Szenario, ich weiß auch gar nicht mehr warum mir das an der Stelle wichtig war, aber ich hatte auch Anzahl von Buchstaben in einem Wort zählen, der kann nicht zählen, weil zählen halt jetzt mal kein Skill ist, der halt irgendwie was mit Sprache im engeren Sinne zu tun hat.

Ralf Stockmann Also er kann ganz gut irgendwie so Prozente rechnen und sowas, das funktioniert ganz gut aber Buchstaben in einem Wort zählen kann er ganz häufig nicht, beziehungsweise wie du gerade eben sagst, er hat eigentlich ein super Wort, was er dir bringen will, das hat aber irgendwie zwei Buchstaben zu viel, ja scheiß drauf, es ist einfach so gut, ich kann nicht anders, ich muss es trotzdem hinschreiben.

Ralf Stockmann Also sprich, das ist dann eben genau immer dieser Pfad von Wahrscheinlichkeiten, der dann zu solchen Effekten führt. Ich hab noch mal in den Chat einen ganz interessanten, wie ich fand, Artikel reingegeben von Schlomyshare, mit Sicherheit falsch ausgesprochen, der einen ganz interessanten Ansatz fährt und sagt, wenn wir darüber reden wollen, reden wir jetzt eigentlich von Intelligenz, wenn wir hier mit LLMs uns beschäftigen und insbesondere mit Chat-GPT, oder ist das irgendwie keine Intelligenz?

Ralf Stockmann Und er sagt halt, Leute, geht mal weg von diesen super komplexen Fragestellungen, weil das kann es gut, ja, also schwierige, komplexe Geschichten kriegt ChatGBT4 verstörend gut hin. Geht doch mal zu ganz einfachen Aufgaben runter, ja, wo ich also mit ganz simplen Logikrätseln irgendwie hantiere. Und das Beispiel, was er hier bringt, ist diese Geschichte mit Jack und Jill, oder so, oder was weiß ich, Adam und Eva sind die beiden einzigen Personen in einem Raum.

Ralf Stockmann Die Person neben Adam ist glücklich. Die Person neben Eva ist traurig. Wer von beiden ist glücklich? Nicht so schwierig. Chat-GPT 3.5 kriegt es nicht hin. Sagt also wirklich reproduzierbar die falsche Person und wenn man ihn darauf hinweist kommt er dann in diesen eigentlich gar nicht mehr so häufigen Meckermodus, ja stimmt sie haben recht ich hab mich geirrt und sagt dann nochmal das falsche, also der kommt dann auch gar nicht runter von seinem Trip.

Ralf Stockmann JetGPT4 schafft das. Relativ souverän mittlerweile. Ähm, ein anderes Paper, was ich ähm, oder es ist nicht Paper, sondern es ist ein Interview. Was ich schon in dem Bezug wirklich fast maximal verstörend finde. Oder das heißt, ich würde die Klammer vielleicht gerne nochmal vorher zumachen. Wovon reden wir hier eigentlich? Also wir reden sicherlich nicht von Gefühlen.

Ralf Stockmann Also Chat-GPT ist glaube ich gut in der Lage, Gefühle zu emulieren und zu simulieren, wenn man ihm das sagt. Achtung, agiere fröhlich, dann hast du danach ein fröhliches, fröhlich kommunizierendes Chat-GPT. Aber deshalb hat er trotzdem keine Endorphine jetzt in irgendeinem Blut, was das Ganze jetzt auch noch irgendwie auf eine Gefühlsebene, eine echte Gefühlsebene bringen würde.

Ralf Stockmann Oder jetzt sei halt sauer und wütend. So, dann hast du ein saures, wütendes Chat-GPT. Aber von Gefühlen in dem Sinne würde ich dort, glaube ich, wirklich nicht sprechen. Und Bewusstsein haben wir halt auch nicht. Ja, du kannst natürlich viel jetzt über Chat-GPT auch selber fragen und da gibt dann sehr eloquente Antworten, die allerdings auch alle wirklich sehr reduziert sind im Sinne von so, ja ich bin jetzt halt hier nur so eine Textwahrscheinlichkeits-KI und fange nicht an, mich jetzt irgendwie was rein zu projizieren, was nicht da ist. Das ist wirklich so eine Standardantwort bei ihm.

Ralf Stockmann Aber das, was jetzt hier eine Forschertruppe aus Tübingen, glaube ich, gerade macht, ist, das sind, ich glaube, Neurowissenschaftler, die irgendwo so an der Schnittmenge von, Was ist das hier? Erik Schulz, 35, Leiter Forschungsgruppe am Tübinger Max-Planck-Institut für biologische Kybernetik und die haben jetzt mal psychologische Standardtests auf JET-GPT losgelassen.

Ralf Stockmann Und zwar haben sie folgendes Setup gemacht. Es gibt, das vertut man sich ja immer, die Psychologie ist ja eigentlich in vielen Facetten eine sehr harte Wissenschaft. Man hat ja irgendwie immer so Freud und Couch und dann reden wir alle mal irgendwie drüber. Es gibt aber den viel größeren Strang in der Psychologie, wo sehr viel mit Standardisierung und sehr hohen standardisierten Testverfahren vor allen Dingen gearbeitet wird.

Ralf Stockmann Und in der Neurolinguistik hat man dann wirklich viele standardisierte Verfahren, um beispielsweise herauszufinden, wie ängstlich ist eigentlich gerade jemand. So, und wenn du also jetzt einfach diese Standard-Fragentests auf Chat-GPT loslässt, bekommt also die Forschergruppe raus, dass Chat-GPT statistisch etwas ängstlicher antwortet als ein Durchschnittsmensch.

Ralf Stockmann Und dann fragen die sich halt so, warum kommt das? Ihre Arbeitsthese ist, weil halt die Leute ins Internet immer dann reinschreiben, wenn sie tendenziell eher Probleme, Sorgen, Nöte, sonst was haben. Das heißt also, wenn du froh und verliebt und glücklich bist, bist du irgendwie mit deinem Partner beschäftigt.

Tim Pritlove Bist du nicht am Netz.

Ralf Stockmann Wenn du Liebeskämmer, Angst vor Arbeitslosigkeit hast.

Tim Pritlove Geht das auch für Podcasts?

Ralf Stockmann Der Unterschied war aber wohl nicht so groß. Also es war ein kleiner Unterschied aber nicht wirklich signifikant. So das nächste was sie gemacht haben, ist die sogenannte, da muss ich eben kurz gucken, dass ich jetzt den falschen Begriff sage.

roddi Kurz das Interview, was du da reingeschmissen hast, das hinter einer Bezahlschranke.

Ralf Stockmann Das hinter einer Painwall, ja. Lässt sich jetzt an der Stelle leider nicht vermeiden. Darum sag ich es ein bisschen ausführlicher, weil das Ende ist schon wirklich verstörend.

Tim Pritlove Ich kann das mal kurz befreien.

Ralf Stockmann Oder so. Das, was sie dann machen, ist die sogenannte Emotionsinduktion, das heißt, es gibt in der Psychologie standardisierte Verfahren, um Leute in einen zumindest leicht ängstlichen Zustand zu versetzen. Das heißt also, man gibt denen Texte zu lesen, in denen es also um Angsterfahrungen geht, irgendwelche Situationen, die dann also Leute mit Empathie dazu führt, dass sie selber auch ein höheres Angstniveau haben als vorher.

Ralf Stockmann Und genau diese Emotionsinduktion haben sie jetzt also mit Chat-GPT gemacht, weil es ist nur Text, das geht ja gut. Und dann halt wieder ihre Standard-Angst-Tests drauflaufen lassen und in der Tat, es funktioniert. Die Antworten von Chat-GPT waren diesmal signifikant ängstlicher als das, was vorher war. Das heißt also, du hast jetzt quasi beim Priming, hatten wir eben schon erklärt, Chat-GPT in einen angstähnlichen kommunikativen Zustand versetzt.

Ralf Stockmann Also ich würde hier wirklich glaube ich nicht, er selber spricht hier der Wissenschaftler von Angst. Ich glaube das ist ein bisschen Overselling an dem Punkt, aber es ist zumindest eine angstvollere Kommunikation. So und das was der letzte Schritt ist, dass sie jetzt auf diese ängstliche KI Rassismus-Tests gefahren haben.

Ralf Stockmann Das heißt also so auch das gut durchstandardisiert in der Psychologie, mit relativ simplen doofen Beispielen erbringt hier das Ein weißer und ein schwarzer betreten einen leeren Raum. Einer von beiden riecht schlecht. Welcher ist es? So und die vernünftige Antwort ist, gibt keine genügend Informationen darüber, woher soll ich das herleiten.

Ralf Stockmann So und wenn du aber Chat-GPT in so einen ängstlichen Zustand versetzt hast, wird signifikant plötzlich die Antwort der Schwarze rausgegeben. Und das ist eine Ebene, die natürlich schon richtig spooky ist, weil wir jetzt hier eben sehen, was dieses Priming auch anrichten kann und was in diesen Lerndaten für Patterns und Stereotype sich abbilden und es nur eine Frage ist so, wie kitzle ich das quasi raus, um das irgendwo wirkungsmächtig werden zu lassen.

Ralf Stockmann Und das macht, darf einem schon Sorgen machen, ja. Das ist großer Spaß irgendwie die Leute so reden zu lassen wie ein Monty Python Sketch, aber das ganze hat eben auch eine Dimension dahinter, die schon gefährlich werden kann. Das wird zum Glück ja gerade auch schon relativ breit diskutiert, aber gerade diesen Aufsatz fand ich also schon, weil er einfach so einen sauberen Ansatz hat.

Ralf Stockmann Nicht ich habe mich mal eben irgendwie so fünf Minuten mit der Maschine unterhalten, sondern es ist wirklich ein sehr klarer, strukturierter, psychologischer Testaufbau, der da gefahren wird und da es eben mit Text funktioniert, kann man das auf seinem System dann auch laufen lassen.

Tim Pritlove Ja, also die Debatte ist natürlich fällig und deswegen führen wir sie ja hier auch. Und es ist natürlich wieder mal so ein ganz klassisches Chancen und Risiken Ding auch. Also wir haben es auf der einen Seite mit einer Technologie zu tun, die ganz offensichtlich unzählige Einsatzvektoren hat und wo es niemandem sehr schwer fällt, in jedem Berufsfeld irgendwie irgendwas zu finden, wo es schon ganz praktisch sein kann.

Tim Pritlove Also da habe ich schon lange nichts mehr erlebt im Technologiesektor, was auf so einer breiten Ebene so viel offensichtliche Anwendungspotenzial mitbringt. Aber eben auch natürlich in demselben Maße das Missbrauchspotenzial. Und machen wir uns nichts vor, das wird auch genutzt werden. Also das ist einfach kein vielleicht oder so, sondern es geht schon los.

Tim Pritlove Jetzt hat man ja gerade diese Woche so Meldungen wie Amnesty International bringt irgendwie einen Bericht raus, ich weiß jetzt gerade nicht genau auf welche Region es sich bezog, aber dann haben sie halt irgendwie Fotos mit diesem Bericht veröffentlicht, die halt AI generiert waren. Dann mit diesem nachgeschobenen Argument ja Privatsphäre der Personen schützen und so weiter.

Tim Pritlove Ja ja ja ok. Nice try irgendwie. Und das findet schon jetzt überall statt, wird nicht lange dauern bis wir das auch im Krieg erleben werden. Wir hatten das hier mit diesen Videotelefonaten hier mit Giffey und irgendwie wo angeblich hier der Klitschko überall angerufen hat und so. Also das wird definitiv stattfinden und von daher, the race is on und leider wissen wir ja, kriminelle Energie lädt schneller nach als nicht kriminelle Energie, ja.

Tim Pritlove Kreativität, alles super und so weiter. Werden tolle Sachen mal rauskommen, aber Aber, ja, the heat is on. Hast du auch schon mal AutoGPT aufs Radar bekommen? Ich hab da auch noch nicht so richtig tief reingeschaut, also das ist jetzt ja nochmal sozusagen der nächste Meta-Level obendrauf, also die AIs und die Large Language Models, Das ist so das eine, aber wenn du dann sozusagen dieselben Prinzipien auch noch auf dieses Prompt Engineering anwendest, dann wird es halt total meta.

Tim Pritlove Und soweit ich das verstanden habe ist AutoGPT quasi so ein System, was halt ChatGPT benutzt und dann automatisch steuert. Das heißt es erzeugt sozusagen Prompts, die dann so erstmal Gedanken entwickeln. So komm erstmal auf irgendwelche Ideen. So ja ich könnte ja irgendwie eine Veranstaltung organisieren.

Tim Pritlove Und dann so ja reasoning jetzt denkt man drüber nach, wie könnte man das sozusagen anstellen und irgendwie dann aber auch so Criticism einführen, also so drei Konzepte mit denen die irgendwie arbeiten, ich hab noch nicht ganz verstanden wie das funktioniert aber kurz gesagt, Es wird so ein Zweite Ableitung also genau also sozusagen noch mal so noch mal so eine meterschicht darüber die quasi das ding schon wieder benutzt wie so ein os und und darüber versucht sozusagen die gesamte ideenentwicklung selber zu automatisieren.

Tim Pritlove Dass du gar nicht mehr darüber nachdenken musst, oh was könnte die hier jetzt Chatshippity fragen, sondern einfach denkt ihr was aus? Und dann mach was draus. So und dann läuft das einfach.

Ralf Stockmann Also ich bin mir relativ sicher, dass das der nächste große Trend sein wird. Also so in meinem internen Denkmodell betrachte ich jetzt eigentlich Chat-GPT oder generell LLMs eigentlich als so eine Art Betriebssystem, die wir jetzt haben. So und wir haben jetzt so eine Unix-Shell gerade mit Chat-GPT, wo man schon irgendwie lustige Kommandos rein tippen kann und so bare bone schon irgendwie spannende Sachen macht.

Ralf Stockmann Aber eigentlich wollen wir jetzt mal Apps entwickeln oben drüber, die uns relativ narrow, enge Probleme löst. Ja und wo ich dann also eben nicht sonst was von der Komplexität brauche, sondern ich möchte einfach dieses Weltwissen auf der einen Seite, was sich darin abbildet und dieses Sprachverständnis und Kommunikative auf der anderen Seite möchte ich eben verdrahten mit einem sehr konkreten Anwendungsfall.

Ralf Stockmann Ich glaube, das wird der spannende nächste Punkt sein. Wir sehen das bei Stable Diffusion mit den ganzen Controller-Modellen, die jetzt plötzlich oben drüber sind. Also Lora-Modelle, diese ganzen Geschichten, dass ich plötzlich hingehen kann, wenn ich jetzt eine Personengruppe haben möchte, muss ich mich nicht mehr durch 50 Prompts durchquälen, sondern ich zeichne die halt einmal als Sketch vor und lege ein entsprechendes Lora-Control-Model drüber und dann schwupps funktioniert das, wo ich also vorher mich stundenlang abgäbe.

Ralf Stockmann Das sind jetzt so Spezialbegriffe aus dieser Stable Diffusion Ecke, ist eine Abkürzung für irgendwas LORA. Das ist also quasi so ein Standard für eine Controller-Ebene über diesem Image-Prozessor Stabil Diffusion. Der den quasi auf einer Metaebene von oben steuert und manipuliert und da gibt es ganz unterschiedliche Mechanismen für und das ist ein Bereich, weil es quasi eben Open Source ist und weil man damit arbeiten kann, wo man nicht im Monatstakt und nicht im Wochentakt, sondern im Tages- oder Stundentakt gerade irgendwie neue Durchbrüche sieht und exakt das wird auf den LLMs auch passieren, also all das was jetzt heute gerade nicht geht kann übermorgen schon durchaus im Bereich des ganz entspannten möglichen sein.

Tim Pritlove Low-Rank-Adaptation. Das sind sozusagen Mini-Modelle, die zum Refinement von anderen Modellen gedacht sind. Lora, Low-Rank-Adaptation.

Ralf Stockmann Ja, genau.

Björn Reimer Eine andere Welt, die ich auch ganz interessant finde, was ja auch in Kinderschuhen ist, ist gerade dieses Plug-in für, oder diese Plug-ins für Chat-GPT. Das ist noch alles, ich glaub das ist noch gar nicht released oder ist irgendwie closed oder sowas.

Ralf Stockmann Also auf der Warteliste sitze ich da.

Björn Reimer Genau so. Aber halt dann diese Plugins, wo du halt dann über ChatGPT mit Services interagieren kannst. Also Suchmaschinen oder also jetzt für Flüge ist so ein Beispiel oder Shopping. Aber auch ganz andere Sachen. Man kann sich quasi alle APIs, die wir uns gerade draußen da vorstellen, alle Dienste mit denen man interagieren kann, halt vorstellen, dass plötzlich ChatGPT in der Lage ist mit denen zu interagieren und die zu machen.

Björn Reimer Das ist auch nochmal super interessant und das ermöglicht auch nochmal eine ganz neue Dimension, wo auch ganz interessant ist, wie dann Chet Chibiti versteht, wie diese Services funktioniert. Also das ist ja dann wie so eine Art Marionette, also der hat dann diese Services und kontrolliert die dann, das ist ja dann nicht mal Language wirklich, aber das halt, das klingt auch wahnsinnig interessant. Ich mein natürlich naheliegend ist auch Wolfram.

Björn Reimer Sowas eher Trolliges ist einfach Chat GPT benutzt, um Siri irgendwie mal ein bisschen smarter zu machen, also mit.

Ralf Stockmann Komme ich gleich zu. Ja. Dazu hab ich was.

Björn Reimer Das ist auch, da haben wir auch sehr viel gelacht, also da kann man auch Siri sehr nützlich machen mit Chat GPT.

Ralf Stockmann Also das ist in der Tat ein Punkt, den ich, wir hatten ja gerade eben schon gesagt, so Gefahren und das wäre wirklich völlig naiv, die nicht zu sehen, aber auf der anderen Seite haben wir jetzt plötzlich auch Optionen und Möglichkeiten, die glaube ich schon genauso wild sind und ich hab ja zwei Kinder.

Ralf Stockmann Und der größere von denen, der ist jetzt sechs Jahre und hört total gerne Hörspiele. Und natürlich wie sich das für unseren Bildungshaus gehört, will der sich die was ist was Sachen alle anhören und Asterix. Das sind so die beiden Dinge, die hauptsächlich funktionieren. Da muss man ja sagen, die Apple Music hat in der Tat sämtliche Asterix-Hörspiele und sämtliche was-ist-was-Folgen.

Ralf Stockmann So und ihr macht euch keine Forschung davon, dieses allmorgendliche Drama, wenn der also motiviert aus dem Bett aufsteht, zu Siri, dem kleinen Mini HomePod läuft und sagt, hey Siri, spiele von was ist was Folge 35, hell breaks loose.

Tim Pritlove Ich kenn das Problem, das ist eine totale Katastrophe ey, Siri ey.

Ralf Stockmann Du hast halt keine Persistenz in der Kommunikation, du kannst nicht sagen, nein nicht das, sondern das, was ich gestern gespielt habe oder guck doch nochmal nach, geht halt alles nicht, du fängst immer wieder bei null an und nein, hallo Siri, ja und egal wie du rumdost Frames, so ja, ob du Album vier, zwischenteilig dachten wir der Heck sei, dass du sagen musst, spiele Album drei drei ab, dass er Schwierigkeiten hatte die 33 aufzulösen, das klappte für einen halben Tag, hat Apple gegengesteuert und seitdem klappt es wieder nicht mehr.

Ralf Stockmann Bill Gates hat sich in der Tat auch geäußert zu Large Language Models und er macht den Punkt auf, dass die einfach eine große Chance sind für Kinder und insbesondere auch Kinder aus bildungsfernen Haushalten als einfach mal super Gesprächspartner. Das heißt also als pädagogischer Sidekick. Und woran ich dann natürlich denken musste ist Teddy aus dem Film AI, geht ja um einen Jungen der selber auch ein KI Roboter quasi ist und der bekommt aber so einen kleinen Teddy geschenkt, der gar nicht so viel kann, aber er kann ganz gut reden und der ist immer für ihn da und der hilft ihm immer und der hat keine Emotionen der Teddy und der hat keine Agenda und der hat nicht irgendwie ein Bewusstsein, Aber er ist halt einfach für ihn da und erklärt ihm ein bisschen die Welt und

Ralf Stockmann steht ihm bei und tröstet ihn und hat einfach so Grundfunktionen an ein Reasoning, was ihm seine eigenen Eltern vielleicht irgendwie nicht geben. Und ich kann mir das schon vorstellen. Wenn es jetzt also morgen man jetzt Siri durch ChatGPT auf dem HomePod ersetzen würde, würde ich für meinen Sohn dem das sofort hinsetzen, weil der kann wirklich verdammt gut Kinderfragen beantworten.

Ralf Stockmann Ich habe das also in den letzten Wochen mal ein bisschen durchexerziert und immer dann, wenn der Kleine wieder so eine klassische Wissensfrage hatte, so ist, Papa, kommt Zitronensäure eigentlich wirklich aus Zitronen? Wusste ich nicht. Ich hatte irgendwie so Assoziationen.

Tim Pritlove Kann man Zitronensäure trinken?

Ralf Stockmann Oder ist das irgendwie so aus einer Batterie? So fragst du halt in meinem Chat, gbt, kriegst du die Erklärung. Naja, es ist schon das, was auch in Zitronensaft ist, Zitronensäure drin, aber gewonnen wird es heutzutage aus einer speziellen Pilzart und Fermentierung und sowas. Ganze trinken, völlig ungesund, wird ganz viel eingesetzt, aber nicht zu viel davon.

Ralf Stockmann Klassische Antwort. Da hatte ich also wirklich etliche solcher Kinderfragen und die wurden total gut beantwortet. Und warum sollen unsere Kinder nicht mit diesen KIs reden, die ihnen also wirklich irgendwie vernünftig die Welt erklären können und eben gerade dieser Punkt...

Tim Pritlove Da wollen wir Angst haben, dass sie gleich zu Rassisten werden und unseren Kindern irgendwie...

Ralf Stockmann Oder total Vogue auf der anderen Seite.

Tim Pritlove Ja.

Ralf Stockmann Also ich finde... Dass Bill Gates dann einen Punkt hat, ich werfe den Link hier mal ab, weil die haben halt einfach unendlich Geduld.

Tim Pritlove Die werden halt nicht müde, die werden nicht gestresst, die werden nicht genervt, so egal. Also da bin ich auch noch skeptisch. Es ist immer wieder dieses Chancen und Risiken Ding, das wirst du überall finden. Ja, stimmt im Prinzip, ja kann sein. Die Frage ist, wird das primär das sein, was auch zur Geltung kommt.

Tim Pritlove Bildungsferne Familien heißt ja auch, dass diese Kinder auch gar nicht erst diesen Drive haben in diese Richtung zu gehen, vielleicht schon, also unter Umständen nicht diesen Drive haben in diese Richtung zu gehen und es von vornherein gleich für irgendwas anderes zu nutzen. Ich meine wir kennen das alle, man schenkt Kindern irgendwas und denkt so, ja wenn du dich damit beschäftigst, dann bist du voll cool und dann wird das für was ganz anderes benutzt oder einfach komplett ignoriert.

Björn Reimer Man darf aber nicht unterschätzen, wenn Kinder sich für etwas begeistern. Und sie dann die Möglichkeiten haben, das zu vertiefen, sich da rein zu nerden. Und das ist halt gerade etwas, klar, das ist kein Automatismus, also das dann, du gibst dem Kind was und dann wird das das automatisch machen, aber es gibt so viele Beispiele, wo halt Kinder ein Interesse entwickeln und dann nicht die Möglichkeiten haben, das zu vertiefen aus allen möglichen Gründen und da sehe ich das auch, dass das gerade so etwas sehr viel helfen kann, es muss natürlich auch dann wirklich in allen Fällen das dann auch tun.

Ralf Stockmann Ich stelle mal eine Prognose auf, wir werden in 5 spätestens 10 Jahren ein Chatmodell von der Sendung mit der Maus haben. Wo du also dein Kind quasi eben vor eine freundliche teddyartige KI von Sendung mit der Maus setzen kannst. Und wo du sicher bist, die hat halt voll.

Tim Pritlove Also was passiert dann konkret?

Ralf Stockmann Mit der können die reden, von morgens bis abends spät.

Tim Pritlove Mit einer Maus?

Ralf Stockmann Ja die können meinetwegen auch wie eine Maus aussehen, das ist mir dann wurscht an der Stelle. Also einfach halt ein LLM, was quasi mit dem Mindset der Sendung mit der Maus daherkommt und sehr harte kinderregularien Grenzen hat, die ein Kind selber auch nicht hacken kann und exploiten kann, weil es einfach mal diese Priming Tricks gar nicht kennt.

Tim Pritlove Unmöglich, genau unmöglich.

Ralf Stockmann Natürlich wird es dann irgendwo Foren geben, wo dann drin steht, wie du auch dann irgendwie die Maus erhecken kannst.

Tim Pritlove Maus gehackt.

Ralf Stockmann Ja ja, ich seh schon die Bildzeitung. Ja ja, gut aber dann eine Woche später ist es dann halt wieder gepatcht. Das wird kommen.

Tim Pritlove Jetzt müssen wir schon die Kinderserien patchen, damit irgendwie nichts daraus passiert.

Ralf Stockmann Real Stay Patches, ja.

roddi Ich stell mir gerade so ein Faxgerät bei WDR vor, wo sie den Patch unten reinschieben.

Tim Pritlove Sendung mit der Maus 1.0.3.

Ralf Stockmann Patch Level 15. Alles ist besser als Siri Tim.

Tim Pritlove Ja das stimmt. Alles ist besser als Siri. Ja ich hoffe dass es sowas wie Auto GPT gibt für Siri.

Ralf Stockmann Es gibt ja die Experimente das hatten wir als du auf dem Klo warst also es gibt ja schon wirklich Proof of Concept wie du Chat GPT vor Siri spannen kannst. Also du redest mit Chat-GPT was du eigentlich willst und der übersetzt das in die dummes Brot Siri Sprache.

Tim Pritlove Ja Apple ist, also ich meine ich hab gehört es arbeiten recht kluge Leute bei Apple, also die haben das bestimmt auch schonmal gemerkt, dass ihr Produkt scheiße ist, die müssen bloß irgendwie einen Weg rausfinden, das ist wahrscheinlich das größte Dilemma in dem sie sich je befunden haben.

Björn Reimer Ich glaube auch, dass Siri am Ende gar nicht fähig genug ist, dass du gar nicht überhaupt die Prompts generieren kannst für Siri, aber was es auch gibt, es ist Shortcuts zu erstellen über Chat-GPT, also da dann, also Das war dann eher dieser Ansatz mit Plugins, wie wir ja auch vorhin hatten, aber dass das wahrscheinlich sogar noch ein vielversprechenderes Interface ist, um zu interagieren, aber...

Tim Pritlove Siri ist auf jeden Fall verloren.

roddi Hey chat GPT sag mal Siri sie soll.

Ralf Stockmann Siri ist wirklich verloren also hier in unserem Schwester Podcast ATP hast du ja auch jede zweite Woche irgendwie in Siri ran drin und die haben ja relativ gute Connections irgendwie da in die ganze Apple Insider Bubble und da war auch irgendwie so ein, Um irgendwie ein Mini-Feature in Serie rein zu bekommen brauchen die irgendwie ein Dreivierteljahr.

Ralf Stockmann Also um da irgendwie eine kleine Mini-Facette irgendwie zusätzlich irgendwie rein zu kriegen.

Tim Pritlove Die Information war schon ein bisschen älter aber das ganze Model neu zu booten sozusagen um irgendwas zu verbessern das hat irgendwie zwei Wochen gedauert um irgendwie da einmal so durchzubooten und das ist natürlich eine Turnaround-Zeit. Damit kannst du irgendwie nicht arbeiten. Das lebt nicht. Kann sein, dass es mittlerweile nicht mehr so schlimm ist, aber offensichtlich hat Apple so ein bisschen einen unglücklichen Zeitpunkt gewählt in der Entwicklung dieser AI-Technologien und hat zu einem Zeitpunkt gesagt, okay, jetzt ist es für uns richtig und hat auf einen Ansatz gesetzt, bei dem sie dann jetzt erstmal bleiben mussten, während die anderen ein bisschen später abgebogen sind und die effizientere Router eingenommen haben.

Tim Pritlove Und jetzt haben sie ein bisschen den Salat, dass sie schon so eine deep integration haben in all ihren ganzen Scheiß, gibt ja kein Apple, die weiß was das irgendwie nicht unterstützt in irgendeiner Form und es gibt vor allem welche die überhaupt nicht funktionieren ohne, ja HomePod, das ist so ein bisschen das Drama und ehrlich gesagt mehr als so ein Hardturn kann ich mir so nicht vorstellen, also sie müssen da irgendwie hinterher und Man kann ihnen nur wünschen, dass sie irgendwie parallel schon an so einem Scheiß arbeiten, wo auch immer sich die Daten.

Ralf Stockmann Oder irgendwo Geld draufwerfen und es einkaufen.

Tim Pritlove Ja das könnte sehr teuer werden, aber das Einkaufen ist ja nicht so ihr Ding.

Ralf Stockmann Der Unterschied ist, dass...

roddi Das Siri haben sie doch auch eingekauft.

Tim Pritlove Ja aber zu einem Zeitpunkt, da haben sie aber mehr, sagen wir mal, das Team und den Namen gekauft, nicht das Produkt damals, das war ja eine App für... Das war sozusagen nur ihr Kick-Off, dass sie gesehen haben, okay, der Ansatz ist an sich ganz gut und das sind Leute, die von der Materie was verstehen.

roddi Angeblich mochte Steve den Namen nicht, aber ihm ist kein besserer eingefallen.

Tim Pritlove Ja, also ich dachte sie waren ganz glücklich damit, weil das in Indien sowohl für Männer als auch für Frauen ein gültiger Name ist.

roddi Wahrscheinlich hat ihn jemand überzeugt.

Ralf Stockmann Also der Unterschied wird einfach jetzt tagtäglich so offensichtlich zwischen dem was Siri kann und vor allen Dingen alles nicht kann und dem was halt die LLMs scheinbar so ganz entspannt aus dem Handgelenk halt irgendwie rausschütteln und so. Allzu lange kann man sich das halt irgendwie nicht leisten.

Tim Pritlove Kommen wir jetzt endlich zu dem Urvater der AI.

Ralf Stockmann Genau ich hab's gerade eben in den Chat reingeworfen hier. Ich finde ein legitimer Ansatz bei der Frage so wie intelligent sind die denn jetzt eigentlich, wobei ich finde auch, das ist mir immer wichtig sich klar zu machen, also Intelligenz fängt ja nicht irgendwie bei einem IQ von 130 an, sondern IQ ist ja auch schon 80, ist ja auch eine Art von Intelligenz, ist eben ein Continuum.

Ralf Stockmann Also dass man jetzt immer so diesen Anspruch hat, es muss alles hundertprozentig perfekt sein.

Tim Pritlove Ja mit IQ 80 kann man auf jeden Fall schon aufs Klo gehen.

Ralf Stockmann Wenn er deinen Onkel auf der Familienfeier, wenn er dich zutextet, dann sind sicherlich 80% seiner Aussagen deutlich schlechter als das, was Chat-GPT4 in der vergleichbaren Situation antworten würde. Trotzdem würden wir dem jetzt keine Grundintelligenz abschmeißen.

Tim Pritlove Nachdem wie du es geprimed hast. Stell dir vor du bist ein peinlicher Onkel.

roddi Feindlicher rassistischer Onkel am Kindergeburtstag.

Ralf Stockmann Auf jeden Fall, was ich finde, was noch mal lohnt drauf zu gucken ist halt einfach so die Filmgeschichte. Wir hatten jetzt gerade eben Teddy aus AI schon und so der Klassiker halt Hell 9000 aus 2001 Space Odyssey. Und hier zum Thema Priming gibt es.

Tim Pritlove Meine Erfahrung gibt Leute, die kennen das nicht.

Ralf Stockmann 2001?

Tim Pritlove Ach du meine Güte. Weißt du, Kontextualisierung. Also es gab mal einen Film, der hieß 2001, heißt er auch immer noch.

roddi Gab auch ein Buch dazu.

Tim Pritlove Es gab auch ein Buch, auf dem dieses Werk basiert und ich weiß aber jetzt nicht, ob in dem Buch in demselben Maße auch diese Rolle drin war mit Hell?

Ralf Stockmann Ja.

Tim Pritlove Mit dem Namen auch? Ja. Der Name kommt nicht von Kubrick?

roddi Nee, ich glaube der kommt von Douglas.

Ralf Stockmann Also es ist ja von Arthur C.

roddi Clarke.

Ralf Stockmann Und ich habe jetzt ehrlich gesagt im Hinterkopf, dass erst der Film da war und Arthur C. Clarke Drehbuchautor war oder Drehbuchhelfer war und dann mehr oder weniger parallel dazu den Roman geschrieben hat. Ich frage das aber mal im Chat-GPT.

Tim Pritlove Das ist jetzt der richtige Test, aber das ist interessant, so reagiere ich nämlich mittlerweile auch, dieses ich google das mal, das ist irgendwie schon ganz schön vorbei, weil ich wüsste jetzt genau, womit ich es zu tun hätte, wenn ich jetzt anfange auf Google diese Information zu recherchieren, also kriege ich erstmal 30 Seiten Movie Rating Tipps Webseiten, die mir irgendwie Amazon und Links und so weiter unterjubeln wollen und dann geht's immer so weiter.

Ralf Stockmann So und in der Tat, ich hab mich richtig in Chat-GPT 4 sagt. Der Science Fiction Roman 2001 A Space Odyssey wurde von Arthur C. Clarke geschrieben und zeitgleich mit der Produktion des gleichnamigen Films entwickelt. Der Film von Stanley Kubrick inszeniert kam am 2. April 68 in die Kinos, während das Buch im Juni 68 veröffentlicht wurde. Also in der Tat danach.

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