
Bekommen zu viele Bürgergeld? | Fun Facts mit Anna Bartling
Dienstag, 26. Mai 2026 · 12 min
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Shownotes
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Die Bürgergeld Reform bringt schärfere Sanktionen, mehr Druck auf Erwerbslose und eine neue Debatte über Arbeitspflicht in Deutschland. In dieser Folge geht es um die psychischen Folgen von Arbeitslosigkeit, die neue Grundsicherung, Jobcenter Sanktionen und die Frage, warum Menschen ohne Arbeit immer wieder als faul dargestellt werden. Dabei zeigt sich, wie eng psychische Erkrankungen, Armut und Langzeitarbeitslosigkeit miteinander verbunden sind.
Thematisiert werden außerdem die schwierige Lage auf dem Arbeitsmarkt, fehlende Jobs trotz Studium, junge Menschen ohne Perspektive und die politische Diskussion rund um Friedrich Merz, Carsten Linnemann und die CDU. Auch die Rolle der Jobcenter und die Auswirkungen der Reform auf Betroffene kommen zur Sprache.
Im zweiten Teil geht es um die Rückkehr der PKW Maut. Warum diskutiert Verkehrsminister Patrick Schnieder plötzlich wieder über eine Maut, obwohl Andi Scheuer mit seiner Ausländermaut bereits hunderte Millionen Euro verbrannt hat? Außerdem: Tempolimit, Verkehrspolitik und warum deutsche Verkehrsminister zuverlässig am eigenen Anspruch scheitern.
In Kooperation mit CORRECTIV – Recherchen für die Gesellschaft
Mehr von Anna Bartling gibt es hier: instagram.com/anna_bartling_
Autor*innen:
Anna Bartling, Aaliyah Osuman, Debby Walz, Felix Treder, Carl Frank
Produktionsleitung: Seven Elias
Produktionskoordination und Aufnahmeleitung: Lea van Acken
Musik: Boris Loebsack
Animationen: Amelie Runkel amelierunkel.com
Bühnenbild: Florian Biege, Seven Elias, Joni Marlene Lützen Hollingsworth
Produktion Hamburg: erstegrossefreiheit Filmkollektiv @erstegrossefreiheit erstegrossefreiheit.de
Schnitt: Noah Wankner, Katharina Hamann, Bastian Wirth, Jan Vogt, Seven Elias, Luke Cronauer
Quellen funfacts.de/quellen
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Sollten Kinder endlich mehr arbeiten? Und was habe ich mit Bärbel Bahrs gemeinsam? Mein Name ist Anna Bartling, ich bin stand Up Comedian und ihr guckt Fun Facts was. Was macht das eigentlich mit Menschen, wenn sie keine Arbeit haben und von Politikerinnen sowas hier zu hören bekommen? Leistung wird wieder im Vordergrund stehen und nicht behäbigkeit, Bequemlichkeit, Faulheit. Die Comedian in mir würde ihn jetzt einen absoluten Lappen nennen.
Dadurch dass ich aber auch einen Masterabschluss in klinischer Neuropsychologie habe und das alles etwas differenzierter sehe und kein Fan von Ferndiagnosen bin. Muss ich mich hier etwas bremsen und diagnostiziere lediglich stark lappenartige Tendenzen? Lassen wir uns die Debatten um das Bürgergeld, die neue Grundsicherung, Sanktionen und angebliche Lifestyle Teilzeiten doch einmal von einer Expertin zusammenfassen. Die letzten Tage war schlimm, gestern war auch schlimm. Vorgestern war es noch schlimmer, Freitag ging es und Donnerstag war auch ganz schlimm. Knapp 5,2 Millionen Menschen in Deutschland beziehen derzeit Bürgergeld.
Ab dem 1. Juli wird das Bürgergeld abgeschafft und bekommt einen neuen Namen, die neue Grundsicherung. Damit bloß nicht der Eindruck entsteht, man wäre noch gleichberechtigter Bürger. Was ändert sich dadurch? Es werden vor allem deutlich schärfere Sanktionen eingeführt, Menschen, die Termine versäumen oder Maßnahmen abbrechen, wird das ohnehin schon knappe Geld gekürzt, das Prinzip ist klar, wer nicht arbeiten geht, soll dann zur Arbeit gezwungen sein, will nicht.
Arbeiten, der geht nicht, arbeiten, der macht es nicht, wo lebt er dann, was macht er, der wird dann schon arbeiten gehen, weil er es. Mehr als ein Viertel derer, die Bürgergeld beziehen, können nicht arbeiten. Fast alle davon sind Kinder. Das Problem mit Kindern ist natürlich, dass wir so wenige davon haben, da müssen wir noch ausdiskutieren, wo wir die am meisten brauchen, im Bruttosozialprodukt oder halt an der Front, es gibt noch diesen kleinen Rest hier, das sind Menschen, die zu krank sind, um zu arbeiten, aber linnemanns Einstellung dazu kennen wir ja schon, wer? Arbeitet denn jetzt zu wenig?
Zum Beispiel? Ja, machen wir es konkret, zum Beispiel Rentner in Deutschland. 73% der Menschen, die Bürgergeld beziehen, könnten arbeiten und Hoppala, die tun das auch. Zum Beispiel pflegen Sie ihre Angehörigen oder sind alleinerziehend, kümmern sich um ihre Kinder, für die es keine Kitaplätze gibt. Oder Sie haben Jobs, mit denen sie zu wenig verdienen und müssen aufstocken.
Andere gelten als schwer vermittelbar wegen fehlender Abschlüsse oder wegen ihres Alters, so wie diskutiert wird, soll es so wirken, als könnte jeder, der Lohnarbeit sucht, eine Stelle haben, aber das geht leider nicht auf auf 100 ausgeschriebene Stellen kommen knapp 280 arbeitslose Menschen, vor allem für junge Menschen sieht es so schlecht aus wie seit 25. Nicht.
Das. Crazy, da hat man jahrelang studiert, aber findet keinen. Job von anderen habe ich gehört, dass man schon eine Zeit lang braucht, dass man schon so ein paar Monate oder ein halbes Jahr suchen muss, bis man was findet. Wer soll sich das überhaupt leisten können? Nach mindestens 5 Jahren Studium weitere 6 Monate lang kein richtiges Geld zu verdienen? Mein Handtuch wer von euch könnte jetzt einfach mal eben so auf ein halbes Jahresgehalt verzichten? Oh, eine Person, der es sehr gut geht, ich gönn es dir. Was das Ganze noch schwieriger macht, was bei Ausbildungsbeginn noch nach superguten Karrierechancen aussah, kann bei Abschluss schon ein Fall für ein Jobcenter sein. Da hat man mehrere Jahre lang
Maschinenbau an einer renommierten Uni studiert, sich richtig ins Zeug gelegt mit dem Ziel, einen Job in der Automobilbranche aufzunehmen, die aber jetzt halt kräftig am Abkacken ist. Aber schließt sich eine Tür, öffnet sich eine andere. Dafür sind andere Branchen gerade stark. Rüstungsindustrie kennen wir sicherlich gerade alle aus. Den Medien.
Ach ja, Mensch, Rüstungsindustrie, das kenne ich aus den Medien. Aber natürlich fragt man sich, was ist denn eigentlich mit den Menschen, wenn sie keine Arbeit haben, wenn sie keine Arbeit finden, wie geht es einem da? Menschen ohne Arbeit leiden doppelt so häufig an psychischen Problemen im Vergleich zu Leuten mit Arbeit.
Die Frage, was zuerst da war, die psychischen Probleme oder die Erwerbslosigkeit, ist dabei nicht ganz einfach zu beantworten, wahrscheinlich ist es eine Negativspirale, in der beides eine Rolle spielt, zum einen. Die selektionshypothese Menschen, die eine psychische Erkrankung haben, haben ein höheres Risiko, den Arbeitsplatz zu verlieren, zum anderen die Kausalitätshypothese.
Die daraus resultierende Arbeitslosigkeit kann die psychischen Beschwerden verstärken oder eben verursachen, Platt gesagt, wer vorher nicht psychisch krank war, hat jetzt die Chance, es zu werden, psychische Erkrankungen können dann im nächsten Schritt die Chancen auf einen beruflichen Wiedereinstieg verschlechtern, da psychische Erkrankung als Vermittlungshemmnis gelten und das wiederum kann die psychischen Beschwerden.
Werden aufrechterhalten oder sogar verschlimmern. Da greifen dann Gefühle von Ohnmacht und Hilflosigkeit und dafür gibt es noch kein Wort. Also nenn ich es einfach mal. Die Scheiße nimmt Fahrt auf Hypothese, die Betroffenen finden sich in einem Teufelskreis aus Arbeitslosigkeit und psychische Erkrankung, aus dem sie ohne Unterstützung nicht mehr herausfinden und je länger die Arbeitslosigkeit anhält, desto massiver sind die Auswirkungen auf die Psyche, um das hier einmal in aller Drastik zu benennen, dieser Teufelskreis ist lebensgefährlich.
Eine Studie der Uni Zürich zeigt jeder Fünfte. Suizid steht im Zusammenhang mit Arbeitslosigkeit und das müssen wir mitdenken. Jedes Mal, wenn wir solche Sachen hören. Leistung wird wieder im Vordergrund stehen und nicht behäbigkeit, Bequemlichkeit, Faulheit. Das Narrativ, dass Bürgergeldempfängerinnen nicht arbeiten wollen, ist ein Märchen. Menschen wollen arbeiten, Arbeit erfüllt jede Menge Funktionen, die für uns sehr wichtig sind, man hat eine Aufgabe, man hat soziale Kontakte, man nimmt an Gesellschaft teil. Wie ist das, wenn man auf den Staat angewiesen ist? Ich habe viel mehr Angst und die Selbstständigkeit ist natürlich weg.
Also das Gefühl, etwas selber zu erwirtschaften, das fehlt halt im Bürgergeld. Ja, was soll? Ich dem noch hinzufügen, ich kann es komplett nachvollziehen, wenn die Reform so offensichtlich grauenvoll ist für die Menschen im Bürgergeldbezug hat sie dann zumindest irgendwelche Vorteile für die Jobcenter.
Jobcenter Beschäftigte am Limit, Bundesregierung verschärft mit Bürgergeldreformen die Bürokratiepflichten und damit die ohnehin prekäre Arbeitsbelastung zu den Leistungen des Jobcenters gehört es theoretisch auch, psychosoziale Betreuung und Suchtberatung anzubieten. Ein Bericht von 2017 zeigt aber eine systematische Kooperation zwischen Jobcentern. Und einem psychosozialen Versorgungssystem findet nahezu nicht statt.
Außerdem kommen Menschen meistens nicht mit fertigen Diagnosen und so werden psychische Probleme da schon übersehen. Für wen machen wir das hier, wer profitiert hier? Keine nennenswerten Einsparungen durch Bürgergeldreformen. Also wir sind es ja offensichtlich nicht. Immer wieder diskutiert die Bundesregierung, wie minimal das Existenzminimum genau aussehen soll. Wir verschärfen die Sanktionen bis an die Grenze dessen, was verfassungsrechtlich zulässig ist. Alles klar, Bärbel Bastard, ich kann das sagen, ich bin selber Bastard.
Armut macht einsam, macht psychisch und körperlich krank. Und das bessert sich nicht durch Häme, Scham und Sanktionierungen in einer gleichberechtigten Gesellschaft, in der ein ökonomischer Aufstieg möglich sein soll, brauchen wir vollständig andere Formen als jene, die wir jetzt bekommen. Was kann man jetzt tun? Das Team von Sanktionsfrei unterstützt Armutsbetroffene sowohl finanziell als auch juristisch, wenn mit der neuen Grundsicherung mehr Sanktionen kommen, wird diese Arbeit noch wichtiger werden.
Weit sie es jetzt schon ist, informiert euch unter www.sanktionsfrei. De und unterstützt, wenn ihr könnt. So, wir reden hier die ganze Zeit nur über die Quantität von Arbeit, niemand redet über Qualität. In diesem Sinne erinnert ihr euch noch an Andy Scheuer? Keine Politik heute, keine reden. Ich habe aber Freunde mitgebracht und jetzt Party. Unser ehemaliger Minister für Raser und Poser und Geiler Party Hengst der Scheuer an die hier zu sehen, wie er nicht zurücktritt, dieser Andreas Franz Scheuer ist intellektuell eher auf dem Standstreifen unterwegs und 2019 mit seiner Ausländermaut krachend vor dem Europäischen Gerichtshof gescheitert.
Der Schaden für den Fiskus ungefähr 243000000€ das. Das war 2019. Jetzt, 7 Jahre später, reist unser aktueller Verkehrsminister Patrick Schnieder nach Japan, um sich den Schnieder zu scheuern und sich Rat beim Thema Verkehr einzuholen. Und dabei ist er auf eine völlig neue Idee gestoßen, eine Pkw Maut.
Ich wusste gar nicht, dass man für die Idee nach Japan fliegen muss, jetzt ist also die Maut wieder im Gespräch, Spoiler, dieses Mal auch für Deutsche und. Und warum auch nicht? Expertinnen sind sich einig das deutsche Autobahnnetz ist auf Dauer ohne Maut nicht finanzierbar, zuletzt hatte sich der 2 Meter Schnieder aber in einem Interview noch deutlich gegen eine Maut ausgesprochen, da war er zu Gast bei der Auto Motor und Sport.
Schön, dass wir noch vertrauenswürdige kritische Leitmedien in Deutschland haben. Nächste Woche freuen wir uns auf Lars Klingbeil im Fragenhagel in der Wendy. Und lesen. Friedrichs Brief an Doktor Sommer in der Bravo aber was machen Verkehrsminister eigentlich beruflich? Ordentlich für Stau sorgen dort, wo sich Bürgerinnen eigentlich einig sind.
Die Mehrheit in Deutschland möchte ein Tempolimit, eine Verschärfung des Alkohollimits und das Seniorinnen auf Fahrtauglichkeit geprüft werden, und das wäre gut. Bei 1964 galten noch solche Regeln ein. Sehr versierter Fahrer mit, sagen wir, 0,8 Promille fährt doch immer noch besser als ein schlechter Fahrer ohne Alkohol.
Ganz klar. Umfragen zeigen, viele Bürgerinnen sind auch einer Maut gegenüber nicht abgeneigt. Aber sobald es um die Umsetzung geht, landet man im Kreisverkehr. Seitdem Andy so kolossal Reingeschissen hat, traut sich keiner mehr an das Thema ran, also mal gucken, was Schnieder draus macht. The Bars on the Floor vielleicht hilft ein Imagewechsel wie bei der Grundsicherung einfach das Gleiche machen oder verschlechtern, aber unter neuem Namen PKW Maut war gestern, alleeabgabe ist heute. Promeladenpreis Boulevardbesteuerung Fernfahrt Fuffi und helfen würde natürlich auch ein Verkehrsminister, der vielleicht nicht nur den deutschen Automobilverbänden in den Auspuff kriecht, sondern auch mal mit der Deutschen Umwelthilfe spricht.
Die sagt nämlich, Wir brauchen Tempo beim Tempolimit, und wenn ihr das unterstützen wollt, gibt es hier die Petition dazu, so Freunde, es gibt. Klappt den Laptop zu, parkt das Handy ein und macht was Schönes. Werde Teil der Bande, denn nur durch euch sind und bleiben wir unabhängig.