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Warum echte Bands jetzt gegen KI kämpfen | Fun Facts mit OK KID

Sonntag, 24. Mai 2026 · 11 min

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Shownotes

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KI Musik verändert die Musikindustrie schneller, als viele Künstlerinnen und Künstler reagieren können. In dieser Folge sprechen OK KID über künstlich erzeugte Bands wie Velvet Sundown, KI-generierte Songs auf Streamingplattformen und die Frage, was echte Musik heute noch wert ist. Deezer kennzeichnet bereits KI-Musik und meldete stark steigende Anteile automatisch erzeugter Uploads. Spotify und Apple Music veröffentlichen dazu bisher keine vergleichbaren Zahlen, arbeiten aber an Lösungen zur Kennzeichnung von KI-Anteilen.

Dabei geht es nicht nur um Technik, sondern auch um Geld und Sichtbarkeit. Streaming Einnahmen sind für viele Musikerinnen und Musiker ohnehin gering, während Bots KI-Songs abrufen und damit Ausschüttungen beeinflussen können. Gleichzeitig entscheiden Algorithmen immer stärker darüber, welche Musik überhaupt gehört wird. Wir zeigen euch in dieser Folge wie sich der Druck durch Social Media, Plattformlogiken und künstliche Konkurrenz auf echte Bands auswirkt und warum der Kauf von Platten für unabhängige Musik weiterhin wichtig bleibt.

In Kooperation mit CORRECTIV – Recherchen für die Gesellschaft

Mehr von OK KID gibt es hier: okkidmusik.de

Autor*innen:
Carla Kaspari, Eva Golling, Thilo Seibel, Quichotte

Produktionsleitung: Seven Elias
Produktionskoordination und Aufnahmeleitung: Lea van Acken
Musik: Boris Loebsack
Animationen: Amelie Runkel
Bühnenbild: Florian Biege, Seven Elias, Joni Marlene Lützen Hollingsworth
Produktion Köln: Tobias Kuhl
Schnitt: Noah Wankner, Katharina Hamann, Bastian Wirth, Jan Vogt, Seven Elias, Luke Cronauer, Sascha Gerlach

Quellen: funfacts.de/quellen

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Wir sind okay Kid. Wir sind eine echte Band. Bestehend aus echten Menschen. Die echte Musik macht. Warum das mittlerweile was Besonderes ist, darum geht es in dieser Folge. Ihr schaut Fun Fact, Wir sind ne Band und wir machen seit 2012 zusammen Musik. 2012 das war so schön. Musik machen, CDS verkaufen, Konzerte spielen. Ich.

mich an, als wäre ich ein Analphabet. Versucht dir zu erklären. Eh egal. Eh nicht so wichtig. Scheißegal. Du bist eh nicht so richtig bei mir. Es klingt total verrückt, aber wir haben einfach Musik gemacht. Und man hat uns dabei wahrgenommen. Leute haben uns gesehen und gesagt, Wow, OKK, da gehen wir wieder hin, das finden wir geil. Ja, und promoten mussten wir uns allerhöchstens mal bei einem Interview in der Intro oder so.

Oder vielleicht auf Facebook? Aber egal wo, klar war immer, die Leute, die uns sehen wollten, konnten uns auch sehen. Ja, und hören. Die Leute haben unser Album gekauft und uns gehört. Am Stück. Das Album gehört. Oder zumindest einen Song bis ganz zu Ende, so dreieinhalb Minuten. Dreieinhalb Minuten. Heute unvorstellbar.

Würden wir heute noch mal Leuten raten, das gleich zu tun, was, was wir gemacht haben? Kurze Antwort, nee. Nee. Lange Antwort. Nein. Sucht euch lieber einen vernünftigen Job. Landschaftsgärtner oder sowas. Weil also, so wie wir es gemacht haben, könnten wir das heute gar nicht mehr machen. Also no way.

Heute musst du dich ja auf Social Media komplett zum Affen machen, um überhaupt als Musiker sichtbar zu sein. Wir. Gehen nicht mehr in den Proberaum, um Songs aufzunehmen. Heute gehen wir in den Proberaum, um Reels zu machen. Um Songs zu promoten, die es noch gar nicht gibt oder vielleicht auch gar nie geben wird. Die wir ja dann auch nicht fertig schreiben können, weil wir ja die ganze Zeit Wheels drehen müssen. Ey aber ey, es gibt auch andere Möglichkeiten. Kennt ihr vielleicht die hier?

Ray your hand don't away. Boah, das fühl ich, das ist. Die Stimme, die geht von Anfang an, die trifft mich da, das ist wunderschön, die würde mich so gerne auch vielleicht mal live sehen oder so, ja. Und die sind super produktiv und erfolgreich. 3 Alben in 3 Monaten. Ja, und die Charten in Norwegen, Schweden, Großbritannien.

Das Beste ist, die kommen komplett ohne Proben, ohne Aufnehmen und ohne jegliche Promo aus. Und sogar komplett ohne Songwriting. Wer ist denn das? Das ist Velvet Zundown super Band mit dem kleinen Haken, dass es sie gar nicht gibt. Die wurden innerhalb von einer guten Stunde generiert, inklusive diverse Alben. So lange habe ich früher gebraucht, um meine Gitarre zustimmen.

Früher hast du als Band Angst gehabt, dass dir jemand dein Mai klaut. Heute hast du Angst, dass dich n Kühlschrank ersetzt vielleicht. Ja, so ein smarter Kühlschrank, der nachts um 3, wenn du noch mal Hunger bekommst, auf deinen Wunsch hin einen Song generieren kann Namens Late Night Feeling Slowed Plus Reverb. Yes.

Und damit dann im ersten Monat direkt 1000000 Streams macht. 1000000 krass, was verdient man dabei? Boah, je nach Plattform so 3 bis 4000€ brutto. Okay für den Kühlschrank nicht so schlecht. Also Tausende Streams auf Spotify bedeuten ungefähr den Wert von einem Döner. Fun fact seit 2024 kriegen Künstlerinnen auf Spotify nur noch Geld, wenn ihr Song mindestens tausendmal im Jahr gestreamt wurde.

Wer diese Marke unterschreitet, bekommt gar nichts, also noch nicht mal die 3,97€, die ihm dafür zustehen würden. Und du sitzt mit deinem echten Liebeskummer neben deinem Kühlschrank und denkst. Jetzt ein Döner. Nee, du denkst krass. Ich hab 3 Therapien, 2 Trennung und ein Burnout gebraucht für mein Album und Music.

GPT hat gerade in 14 Sekunden 4000€ verdient. Ja, ja, und die Leute hören sich das an, also ob sie wollen oder nicht. Und die meisten wissen es ja noch nicht einmal. Im Moment ist Musikstreamingdienst dieser der einzige, der KI generierte Songs kennzeichnet. Dieser hat sogar eine KI Detector Software entwickelt. Die hat bei ihrem ersten Einsatz 2025 festgestellt, dass etwa 10% aller täglich hochgeladenen Songs von einer KI generiert wurden, das Waren damals 10000 Titel, also pro Tag 10000 Titel. Ein Jahr später lag dieser Anteil schon bei 44% mit steigender Tendenz. 44% der hochgeladenen Musik also 2 von 5 Songs wurden von fucking KIS geschrieben. Apple Music und Spotify veröffentlichen übrigens noch nicht mal zahlen dazu, also

mittlerweile ist der Anteil KI generierter Musik so hoch, dass Spotify stattdessen die Musik von Menschen kennzeichnen will. Mhm. What the fuck? Na ja, immerhin. Spotify entwickelt zurzeit mit der Musikindustrie einen Metadatenstandard. Der soll künftig KI Anteile an Songs identifizieren und markieren. Ja, und das ist mega wichtig, denn laut einer von dieser beauftragten Studie können 97% der Menschen KI Musik nicht von menschengemachter Musik unterscheiden. Also ich bin Musiker und kein Mathematiker, aber ich hab mal gehört, dass so 97% relativ viel ist. Ja.

OK, es gibt aber auch KI generierte Musikerinnen, da erkennt jeder sofort, das ist doch Fake. Ach so, ja gut, das war jetzt nicht schwer. Aber ein Lichtblick. Nach großen Umfragen meint 2 Drittel aller Befragten, das ist Musik entwertet, wenn sie wissen, dass sie KI generiert ist. Wer dagegen mega Bock auf KI Musik hat, das nie Bots.

KI Musik wird zu etwa 70% von KI Bots abgerufen. Das ist eine Art Perpetuum mobile Scanner generieren mit einem KI Tool Musik und laden sie auf einem Account hoch, dann lassen Sie speziell programmierte Bots dieses Songs suchen und immer und immer wieder und wieder und wieder und wieder und noch mal abspielen. Ergebnis fette Einnahmen durch die Ausschüttung für die Streams.

What the Fuck passiert hier nicht existente Bands spielen KI generierte Musik, die von Bots gehört wird. Ja, ich mein, bis dahin könnte es schon funny sein, aber das Problem ist, die Scammer machen immer mehr der real existierenden Kohle, die dann echten Künstlerinnen fehlt. Die aber mit ihren Werken die KIS gefüttert haben.

Leider kann man sich als Künstlerinnen kaum gegen all das Wehren. Früher bin ich noch in einen Plattenladen gegangen. Wenn es einen Release gab, den ich unbedingt hören wollte. Ja, und heute gehst du halt auf eine Plattform und da entscheiden dann Algorithmen über deine Sichtbarkeit als Musikerin.

Früher, hieß es, schreib einen guten Song. Heute heißt es, schreib eine gute Hook und die muss nach 3 Sekunden kommen, sonst swipen die Leute weiter 12. 3. Ja, ich meine also, Mozart hätte heute keine Chance mehr. Die Leute würden sagen, ja, Bro, starke Symphonie, aber das Intro ist echt ein bisschen zu lang. Sorry Wolfgang, Wie wäre es vielleicht mit Landschaftsgärtner?

Weil Daniel Eck und Mark Zuckerberg sind die neuen Gatekeeper der Musikindustrie, also quasi Türsteher und DJ zugleich, in einem. Buh, yeah, geile Party. Damit die deine Songs spielen, müssen Musikerinnen sich den ja Plattformen anpassen, sonst hast du leider 0 Chance gehört zu werden. Also nicht, dass wir uns mit Mozart vergleichen wollen, aber die Frage ist doch, wo sind wir da falsch abgebogen als Gesellschaft, als Musikerinnen, als Musikliebhaberinnen, wenn solche Leute entscheiden, welche Musik gehört wird. Musik bedeutet Menschen extrem viel, früher wie heute. Menschen heiraten zu Songs, Menschen trennen sich zu Songs, Menschen hören nen Song von 2007 und sind sofort wieder auf ihrem Abiball mit schlechter LED

Deckenbeleuchtung und Tanzen zum allerersten Mal mit Jenny. Musik ist Erinnerung, Identität, emotion. Und wenn wir sehen, nach welchen Algorithmen darüber entschieden wird. Ganz ehrlich, manchmal würden wir am liebsten sagen, Ciao, wir sind raus, kein Bock mehr. Aber Musik ist unsere Existenz. Und immer noch unsere Leidenschaft. Deswegen Leute, ist es super, wenn ihr unsere Songs. Streamt also meinetwegen auch die Songs von anderen okay. Aber wenn ihr wirklich Musikerinnen unterstützen wollt, streamt den Song nicht 30 mal, sondern gebt lieber 30€ für ne Platte aus, denn wir sind echte Menschen. Echte Biomusik.

Yeah, echte. Bio Certified Musik. Und jetzt werft das Handy weg, aber kauft vorher noch ein Shirt von eurer Lieblingsband und werdet Teil der Bande, denn nur durch euch sind und bleiben wir unabhängig. Dankeschön, danke, Wow. Danke euch.

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