
Future Weekly· Folge 545
#545 - Unternehmertum Studie, European AI Resurgence & Factory vs Cognition Schlammschlacht
Donnerstag, 8. Oktober 2026 · 50 min
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Shownotes
🇦🇹 Unternehmertum-Studie
🦋 European AI Resurgence
🇪🇺 Brüssel und die EU Inc Lobby
🍿 Factory vs Cognition Fehde
🏄♂️ State of the Frontier
Production: Hanna Moser
Musik (Intro/Outro): www.sebastianegger.com
Transkriptvom Podcast bereitgestellt · Zeitmarken springen hin
Markus Einen wunderschönen guten Morgen, guten Mittag, guten Abend, willkommen bei FutureWiki. Heute bei mir Markus und der großartigen Hannah. Hallo Hannah. Wer in Österreich gründen will, braucht vor allem eines, die richtigen Eltern. Und wer in Europa eine Firma in 48 Stunden gründen will, braucht die Zustimmung der Notare.
Markus Wir haben super spannende Themen im Gepäck. Wir reden über eine neue Studie über Unternehmertum, wir reden über eine European AI Resurgence und die EOINC Lobby in Brüssel. Wir reden über eine VC- und Startup-Fehde, die gerade als Schlammschlacht im Silicon Valley ausgetragen wird, wo die moralischen Grenzen gerade ein bisschen verwaschen.
Markus Und wir reden über den State of the Frontier, wo gerade die Entwicklung steht und wo sie sich hinbewegt. Future Wiki, here we go. Wir starten mit den News und wir haben gestern eine neue Studie veröffentlicht über Unternehmertum in Österreich. Was Österreich über Unternehmertum denkt, haben wir gemeinsam mit dem Peter Hayek durchgeführt, 1500 Menschen befragt in ganz Österreich dazu, wie sie zu Unternehmertum und Gründen stehen.
Markus Und ja, wenig überraschend gibt es da schon Raum zur Verbesserung, würde ich sagen. Also man sieht schon, dass wir einfach kulturell ein Land sind, das eher risikoavers ist, dass der Mehrheit sich nicht vorstellen kann, ein eigenes Unternehmen zu gründen, das zur Hälfte auch spontan keine Unternehmer oder Unternehmerinnen nennen kann, aber gleichzeitig sich wünscht nämlich 80 Prozent, dass es in der Schule mehr unternehmerische Bildung gibt.
Markus Also ganz interessant, es dürfte also ein bisschen eine Selbsterkenntnis geben, dass sich hierbei ändern sollte. Also vielleicht auch ein klarer politischer Auftrag. Unternehmerische Bildung gehört mehr in die Breite noch. Das sagt zumindest die große Mehrheit der Bevölkerung hier zulande. Aber ja, für unsere Stiftung war natürlich diese Studie auch ganz interessant, weil es unsere Stiftungsarbeit in erster Linie mal unterstreicht, was notwendig ist, was wir tun.
Markus Andererseits aber auch natürlich Insights gibt es, was konkret die Hebel sein könnten, wo man ansetzen müsste. Und was uns da natürlich, was wir uns besonders genau angeschaut haben, ist eben diese Frage, ob man sich vorstellen kann, ein Unternehmen zu gründen, ob man vielleicht schon konkret plant, ein Unternehmen zu gründen und was dafür Einflussfaktoren mitspielen.
Markus Und da ganz interessant, wenn man sich das Delta anschaut, wir haben gefragt, kann man sich grundsätzlich vorstellen, ein Unternehmen zu gründen? Und gleichzeitig aber auch die Frage, kennt man im persönlichen Umfeld irgendwelche Unternehmer oder Unternehmerinnen? Und hat man ein unternehmerisches Elternhaus, also ist ein Elternteil zumindest selbst unternehmerisch tätig oder tätig gewesen.
Markus Und da ist sehr spannend, da sieht man schon ganz gewaltige Deltas, wenn das zutrifft oder nicht. Also zum Beispiel, wenn man keine Unternehmer im Umfeld hat, dann können sich nur 23 Prozent der Österreicher und Österreichinnen zumindest eher vorstellen, ein Unternehmen zu gründen. Wenn man jemanden kennt, dann sind 36 Prozent.
Markus Und beim Elternhaus springt das sogar auf 47 Prozent. Also wenn man unternehmerische Eltern hat, dann kann ich das schon fast die Hälfte vorstellen. Wenn es um die konkreten Pläne geht, dann ist interessanterweise der reine lose Kontakt im Umfeld noch nicht so erklärt. Also da springt es nur von 8 auf 10 Prozent.
Markus Da ist aber auch das Elternhaus schon sehr stark. Also 7% ohne unternehmerische Eltern, solange sie planen, konkret in den nächsten zwölf Monaten ein Unternehmen zu gründen, 18% derer, die unternehmerische Eltern haben. Das heißt, es wird bis zu einem gewissen Grad definitiv auch vererbt. Und genau das ist auch das Delta, was wir mit der Stiftung Unternehmerische Zukunft schließen wollen.
Markus Also es darf eigentlich nicht daran liegen, was man für Eltern hat oder wer man kennt, ob man Unternehmer wird oder nicht. Genau dieses Delta wollen wir schließen. Und ganz interessant auch von unserer Wirkungslogik unterstreicht das auch ein bisschen, was wir machen mit einem Funnen-Logik. Wir probieren möglichst alle Menschen mal in Kontakt mit Unternehmern zu bringen, mal auszuprobieren, wie es ist, eine eigene Idee zusammenzusetzen, zum Beispiel eben mit der EU Frontship Week in mittlerweile 180 Schulen, gemeinsam mit vielen Partnern, unter anderem der IFTE und Wirtschaftsministerium, Bildungsministerium, Wirtschaftskammer.
Markus Und da ist eben das Ziel, den Funnel breit zu öffnen, diesen vielleicht dieses Mal kann sich vorstellen, zu gründen, zu schließen, das Delta. Und dann gibt es aber Programme, die deutlich intensiver sind, wo der Funnel schon ein bisschen schmäler wird, und man sagt, okay, das sind die, die wirklich Motivation bringen, dieses Zeug dazu haben, auch die großen Probleme unserer Zeit unternehmerisch zu lösen.
Markus Dort ist es dann intensiver. Dort geht es darum, dass man dann ein ganzes Jahr intensiv mit einer Peergroup dann arbeitet, mit dem ELP. Und man sagt, das kann man vielleicht sogar vergleichen von der Prägung her, wie eben, wenn man halt Eltern hat, wo man ständig sieht, wie das ist, wenn die unternehmerisch tätig sind.
Markus Und insofern, glaube ich, für uns auch ein ganz guter Insight, dass wir da hoffentlich am richtigen Weg sind und dieses Delta nach und nach schließen können.
Ja, super spannend und auch irgendwie interessant zu sehen, oder es gibt ja auch, man könnte es sich sehr auch anders umdenken, wenn du Eltern hast und siehst auch, was das für ein Zeitcommitment ist und so weiter, dass du halt denkst, boah, naja, auf keinen Fall gründe ich selber. Und wenn man nicht quasi Personen im Elternhaus hat, die selbst gegründet haben, dass man sich, dass man das eher quasi verherrlicht und sich denkt, da bist du frei und kannst alles selbst entscheiden etc.
und es dir dann eher selber vorstellen kannst. Aber es zeigt eben auch Personen, die selbst gründen, das ist so viel mehr als eine persönliche Freiheit oder die Möglichkeit, irgendwie einen großen Wohlstand aufzubauen, sondern es ist halt auch dieses Thema der Selbstverwirklichung, das Thema eben etwas aufzubauen, was so viel auch Sinn gibt.
Und ich glaube, das ist etwas, was einfach in unserer breiten Bevölkerung auch fehlt, dass Personen das Gefühl haben, sie sehen Sinn in ihrer Arbeit, sie haben das Gefühl, sie können etwas bewegen und sie können auch die österreichische Gesellschaft, das österreichische System mitgestalten. Und das war ja auch etwas, was ihr euch in der Studie angeschaut habt, quasi wo, was waren das, 79 Prozent der Befragten gesagt oder 69 der Befragten, die gesagt haben, sie glauben, Österreich ist quasi auf dem falschen Weg.
Vielleicht kannst du dazu noch ein bisschen mehr sagen.
Markus Ja, also wir sehen schon die aktuelle Zufriedenheit mit der aktuellen Entwicklung der Gesellschaft ist ausbaufähig. 69 Prozent sagen, das entwickelt sich in die falsche Richtung. Die, die unternehmerisch sich vorstellen können, ein Unternehmen zu gründen, die sind da ein bisschen optimistischer. Aber grundsätzlich, man sieht schon, es gibt viel Unzufriedenheit.
Markus Wir sind auch gut im Ranzen in Österreich, wir sind gut im Jammern, wir sind gut in Probleme identifizieren, wenn man so will. Aber was uns dann oft fehlt, ist die Bereitschaft, den nächsten Schritt zu machen und vielleicht auch die Fantasie, den nächsten Schritt zu machen. Nämlich zu sagen, was kann ich dazu beitragen, was kann ich für Lösungen entwerfen?
Markus Wie kann ich aus dieser Passagierrolle in eine Pilotenrolle kommen und mein Schicksal selbst in die Hand nehmen und damit dieses Problem vielleicht auch noch für andere Menschen genauso lösen. Und da liegt ein unglaubliches Potenzial, was wir aktivieren wollen, weil wir auch glauben, das ist der einzige Weg, wie man den Wohlstand in Österreich, den Lebensstandard in Österreich, in Europa mittelfristig halten wird können.
Markus Wenn uns das nicht gelingt, dieser Kulturwandel, mehr ins Tun zu kommen, mehr Menschen auch spüren zu lassen, dass sie selbst etwas beitragen können, dann sehe ich schwarz. Und das ist der Grund, warum es diese Stiftung gibt. Und ja, wir natürlich tatkräftig daran arbeiten, dass das in Zukunft keine Frage der Eltern ist, sondern jeder in Österreich das Gefühl hat, wenn er eine gute Idee hat, dann traut er sich das auch zu, das umzusetzen und probiert das auch einfach mal.
Markus Was sicher auch fehlt, sind die Gesichter, besonders für junge Menschen. Also ich habe ja vorher schon gesagt, 49 Prozent sagen, ihnen fällt niemand ein, wenn sie spontan an Unternehmerinnen denken. Da kommen dann 13 Prozent.
Ist da differenziert zwischen Frauen und Männern?
Markus Nein, ist also gemeinsam. Man muss dann aber sagen, auch das ist bezeichnen, sind dann halt zusammengefasst so die am öftesten genannten Namen. Und in den Top 10 ist da nicht wirklich eine Frau dabei. Es ist Swarowski als zusammengefasster Begriff. Das, glaube ich, hat aber die unterschiedlichsten Personen im Hintergrund.
Markus Aber sonst ist das ja. Mateschitz, Haselsteiner, Benkel, Elon Musk, das sind so die klassischen Namen, die da fallen. Und auch die nicht besonders oft. Also eben die Hälfte sagt, es fällt gar niemand ein. Und das ist nochmal eklatant bei jungen Menschen. Also 16- bis 29-Jährige, bei denen es 60 Prozent, die sagen, es fällt ihnen niemand ein.
Markus Und damit einhergeht auch kein besonders großes Vertrauen in Unternehmer und Unternehmerinnen da draußen. Also wenn man die Vertrauensfrage stellt und da sage ich jetzt mal großes oder sehr großes Vertrauen herandimmt, dann ist das bei den Unternehmern nur 35 Prozent, die dieses Vertrauen haben, während es bei anderen Betrufsgruppen, wie jetzt zum Beispiel Arbeiterinnen, Landwirte, Angestellte, da ist das immer über 50 Prozent.
Markus Also es ist schon, es ist halt Unternehmertummer weniger gesagt.
Aber ist das nicht nach Unternehmen im Umkreis gefragt, sondern quasi an sehr erfolgreiche Unternehmer oder wie war die Frage gestellt?
Markus Also die zwei unterschiedliche Fragen. Wenn Sie an Unternehmerinnen denken, wer fällt Ihnen spontan ein? Also Unternehmerinnen gegendert.
Und die Vertrauensfrage, lasse ich mich kurz schauen, da muss ich nochmal die genaue Frage, aber die doch einige Unternehmer im Umfeld haben, aber man denkt halt dann gleich an die Aushängeschilder, an die großen UnternehmerInnen und Unternehmer und vielleicht nicht an die Personen, die jetzt im eigenen Umkreis ein Startup, ein KMU, ein mittelgroßes Unternehmen aufgebaut hat.
Markus Das ist eine sehr gute Frage, die du ansprichst. An was denkt man eigentlich, wenn man an den Begriff Unternehmertum denkt, wenn man Unternehmer und Unternehmerinnen denkt? Sind das eben die Menschen, mit denen man vielleicht auch täglich zu tun hat, der Bäcker, die Handwerkerinnen, also einfach Menschen, die man vielleicht gar nicht in diese Gruppe hineinprojiziert, sondern es ist, und ja, dementsprechend, da sieht man schon auch, wie das Bild geprägt ist.
Markus Das ist, glaube ich, immer sehr abstrakt geprägt. Das ist geprägt von wahrscheinlich Klassenkampf-Narrativen, die da draußen vorherrschend sind, wo es eher Arbeitnehmer versus Arbeitgeber die Wirtschaft. Die Wirtschaft ist ja ein total abstrakter Begriff, wo niemand ein Gesicht dahinter sieht. Also da sehen wir schon auch, und das ist sicher auch ein Fokus für die Stiftung.
Markus Man muss Unternehmertum wieder mehr nahbare Gesichter geben, positivere Gesichter geben, Geschichten erzählen, was eigentlich Unternehmertum auch da draußen bewirkt und beitragt zum allgemeinen Wohlstand.
Vielleicht ein Aspekt, den ich noch ganz spannend fand aus der Studie. Ihr habt ja auch gefragt, also wie groß die Befragten denken, wenn sie sich denn vorstellen können, ein Unternehmen zu gründen. Und da ist ja auch der Großteil, der sagt, naja, selbstständig werden ein Ein-Personenunternehmen gründen.
Das ist irgendwie so der Schritt, den man sich noch am ehest zutraut. Und ich finde, das ist auch so bezeichnend. Ich war jetzt letztens bei einem Panel geladen, gemeinsam mit Fonio und T-Systems, wo sie ihre Partnerschaft verkündet haben und wo der Daniel, der Gründer von Fonio, eben gesagt hat, ja, er wollte von Anfang an einen Weltführer bauen.
Er möchte, dass das eben, er hat in Österreich und im Dachraum gestartet, aber er möchte global expandieren. Sie expandieren jetzt in die USA, sie bauen gerade ein Team in Brasilien, weil von dort irgendwie eine große Nachfrage kommt. Und da habe ich mir gedacht, ja, genau das, dieses Großdenken, dieses Global-Denken, das sehe ich selbst in der Startup-Szene, gerade am Anfang, wenn die Leute starten, so wenig.
Da denken alle erstmal, okay, Wien ist irgendwie so mein Beachhead-Market, dann expandiere ich in Österreich, dann im Dachraum. Und irgendwie sehr viel weiter traue ich mir noch gar nicht zu denken, weil alleine in Europa zu skalieren ja so kompliziert ist mit den Sprachenbürokratischen Systemen. Das ist mir schon wieder zu groß.
Und ich bin auch immer überrascht, wenn ich die WKO-Studien sehe und da say, yeah, so viele Neugründungen and so viele Frauen in Gründungsrollen and so weiter. Ja, aber was für Unternehmen werden gegründet? Also der Boom ist nicht bei den GmbHs unbedingt, sondern der Boom ist eben bei den Einzelunternehmen und there is halt ganz viel, and auch gerade bei den Frauen, das sind zum Großteil dann eben einfach Frauen, die sich selbstständig machen, und wenn du sie dann fragst, warum, and das gibt es auch Studien, die sich das anschauen, dann sagen sie, ja, mehr Flexibilität, um das besser auch mit der Familie kombinieren zu können, als einen Angestelltenjob.
Puh.
Markus Ja, gebe ich dir vollkommen recht. Also das ist, hängt auch wieder an, und auch das haben wir uns in der Studie angeschaut, sehr viel mit der Kultur, mit dem Mindset zusammen, die ist in Österreich einfach unglaublich sicherheitsgeprägt. Also man halt einfach immer eine, jeder Mensch muss eine Balance finden zwischen wie viel Risiko bin ich bereit einzugehen und wie viel potenziellen Abseits sehe ich dann auch.
Markus Und wir sind halt einfach sehr fixiert auf die potenzielle Fallhöhe, würde ich sagen. Also es gibt eine Frage, wo man die Abwägung von Sicherheit und Chancen, wir uns angeschaut haben, und so eine sechsteilige Skala und die Realität ist halt schon, 80 Prozent sind auf dieser Skala eher auf der Sicherheitsseite.
Markus Also Sicherheit ist mir wichtiger als Chancen. Und das führt natürlich, genau wie du richtig sagst, oft zu einem zu weniger großen Denken. Führt auch leider dazu, dass Leute, die wirklich groß denken, dann oft das Land auch sehr schnell verlassen und ihre Ambitionen woanders umsetzt. Und genau das ist aber auch ein Problem für die Volkswirtschaft, weil die Monika Kapulturina, die ja auch in Vorstand der Stiftung ist, die aber auch Wirtschaftsforscherin ist, die hat sich dann nämlich auch separat angeschaut, okay, welche Rolle spielt Unternehmertum, besonders halt auch schöpferische Zerstörung, die Dynamik im Unternehmertum für einen Wirtschaftsstandort, weil das ein ganz essentieller Bestandteil
Markus auch für Österreich ist, wo wir sehr gut darin sind zu bewahren. Wir sind auch im Global Entrepreneurship Monitor bei allen Statistiken, wo es um das bestehende, quasi die bestehende Unternehmensbasis geht, da sind wir gar nicht so schlecht. Aber dort, wo es halt um die Erneuerung geht, um neue, die starten, da haben wir wirklich viel Aufholbedarf.
Markus Und was die Monokar jetzt schon auch unterstrichen hat, am Ende liegt es auch daran, dass bei diesen neu gegründeten Unternehmen halt auch die dabei sind, die wirklich Wachstumsambitionen haben. Und da müssen wir definitiv auch anzahlen, weil wenn wir unsere besten Köpfe weiterhin ins Ausland verlieren, weil sie das Gefühl haben, hier können sie nicht groß denken.
Markus Das ist wirklich gefährlich. Insofern viel zu tun. Für uns ein nettes Geburtstagsgeschenk zum ersten Geburtstag der Stiftung. Gratuliere, by the way. Dankeschön. Gratuliere an uns alle, würde ich sagen. Und ja, eine gute Basis, um unsere Arbeit im nächsten Jahr jetzt noch einmal zu skalieren, nochmal zu intensivieren, in mehr Schulen zu gehen, nochmal mehr eben das große Denken auch in unseren Aktivierungsprogrammen zu fördern und aber auch medial diese neuen Gesichter, diese neuen Geschichten zu schaffen, um Unternehmertum widernahbarer zu machen.
Markus Gut, und dann gibt es guten News aus Europa, nämlich gleich mehrfach gut News. Ich würde sagen, wir sehen gerade ein bisschen eine European AI Resurgence. Innerhalb von wenigen Tagen haben diverse europäische Player, die bis zu dem gewissen Grad schon so ein bisschen abgeschrieben waren, würde ich sogar sagen, sich aus gewissen Bereichen zurückgezogen haben, neue Modelle announced, die in den diversen Benchmarks durchaus Champions League sind.
Markus Noch vielleicht noch nicht top of the world, aber einfach vorne mitspielen. Und damit schon auch einen Counter-Narrativ setzen zu dem klassischen, nein, Europa spielt gar nicht mehr mit und wir sind alle abgehängt. Also das sehe ich jetzt gerade schon an der Dynamik, die hoffentlich zeigt, dass wir schon den Anspruch haben, dass wir dieses Delta vielleicht auch schließen können.
Ja, super, super cool. Also sowohl Mistral mit Le Jong haben ein neues, also das quasi vierte Modell Large 4 herausgebracht, wo sie jetzt auch wieder viel bei seinen Benchmarks abschneiden. Aleph Alpha hat Colibri herausgebracht, ein Open Source Modell, mit dem sie jetzt auch wieder in den Benchmarks super gut abschneiden.
Eleven Labs, ein Turbo-Modell, das gerade so im Text-to-Speed-Bereich bei den Benchmarks ganz oben ist. Also richtig spannend. Und ich frage mich gerade, was diese Entwicklung gerade wieder befeuert hat. Ich glaube, da gibt es schon ein paar Entwicklungen, die es auf europäischer Ebene gab, die einfach gezeigt haben, das wird gefordert einerseits, oder es braucht diese Souverane AI.
Und es gibt einen ganz klaren Käufer und das ist auch die öffentliche Hand. Es gab das Investment von dem Scale-Up Europe Fund in Mistral. Das war ja das erste große Investment, das dieser europäische Scale-Up Fund getätigt hat. Es gab von Deutschland eine Ausschreibung der Sprint, das ist ihre so Innovation-Initiative, wo sie auch ganz spezifisch eben Large Language Model Startups mit ordentlichen Summen ausgestattet haben.
Und wir sehen sowohl auf europäischer als auch auf nationaler Ebene einen riesen Fokus auf das Thema innovative öffentliche Beschaffung, wo Europa sagt, wir müssen jetzt unsere innovativen Beschaffungsregelungen updaten, um eben es zu ermöglichen, dass diese Unternehmen auch dadurch wachsen, dass die öffentliche Hand ihr erster Kunde wird.
Markus Ja, da liegt viel Potenzial. Vielleicht kurz auch Side Note reinhören. Vor zwei Wochen, glaube ich, hatten wir im DeepDive den Alexander Gletzer, der ein super Beispiel dafür ist, der damals eben einen ersten Großauftrag von der öffentlichen Hand bekommen hat. Und dieser Großauftrag hat dann total viel privates Geld mobilisiert, weil das auch eine Signalwirkung hat.
Markus Also da ging es, glaube ich, 30 Millionen Großauftrag und 50 Millionen privates Geld sehr schnell danach gekommen. Also das ist eine Chance. Es ist auch gut, glaube ich, dass man das jetzt mit Mut angeht und dass es da europäische Beispiele auch gibt. Das zeigt, die Urgency is angekommen. Wäre gut, wenn wir auch in Österreich da ein bisschen noch, sag ich einmal, also das Thema ist ja ewig.
Markus Ich weiß nicht, wie lange wir auf politischer Ebene schon über innovative öffentliche Bestachungen sprechen. Bisher, sorry, also this is Problem. Also, ich habe ein bisschen den Glauben schon daran verloren, dass da wirklich sich Dinge bewegen. Aber das, finde ich, ist ein schönes Zeichen, dass es eben schon geht.
Markus Und umso mehr sollten wir uns da auch drauf setzen.
Warum es so wichtig ist, nicht die europäische Ebene so auszuklammern. Also seitdem ich mich mit den EU-Ink-Themen mehr beschäftige und Teil des Boards von European Startup Network geworden bin, habe ich erst verstanden, was für eine Richtung in Europa vorgegeben wird and then the Umsetzung is natürlich auf nationaler Ebene.
Aber so viele Themen müssen wir uns europäisch anschauen und werden auch europäisch vorgegeben. Und das ist wieder ein gutes Beispiel, weil warum bewegt sich jetzt was in Österreich zum Thema öffentliche Beschaffung? Weil es auf europäischer Ebene einen Kommissionsvorschlag zum Thema European Innovative Procurement gibt.
Und das muss dann in Österreich umgesetzt werden. Das heißt, wir müssen uns damit beschäftigen. Das heißt, wir müssen uns eigentlich darauf fokussieren, dass Themen, die uns wichtig sind, erstmal auch auf europäischer Ebene aufschlagen. Weil dann müssen sie sowieso auf österreichischer Ebene kommen. Und dann gilt es halt zu schauen, dass sie in Österreich so umgesetzt werden, dass es tatsächlich auch Sinn macht.
Es gibt ja den, also es gab von Hartnunsdorfer und Hanke ja schon eine Pressekonferenz, dass es bis Ende des Jahres eigentlich einen Vorschlag zum Thema eben innovative öffentliche Beschaffung verändern geben sollte, dass da eine Strategie entwickelt wird. Aber da kommen wir wieder zu einem Thema. Und sorry, ich glaube, wenn du mich jetzt öfter da hast, ich werde immer ins politische Abdriften, aber das beschäftigt mich gerade viel, dass ich jetzt gehört habe, dass sie das nicht bis Ende des Jahres veröffentlichen werden, sondern erst im Sommer 27.
Wo ich mir denke, das gibt es ja nicht, wir haben die Zeit nicht, wir brauchen jetzt Speed. Und ich bin mittlerweile davon überzeugt, die wichtigen Themen, die liegen alle am Tisch. Und es wird zum Teil auch daran gearbeitet, aber mit so einer Gemütlichkeit, wo ich mir denke, was soll das? Wo reden wir aneinander vorbei?
Seht ihr nicht, was gerade in der Welt passiert? Wie kann es sein, dass die SPÖ jetzt schon wieder sich einen neuen, also dass sie ihre Spitze absegen? Wir haben dafür keine Zeit. Also ich finde, das ist, ich meine, das geht jetzt ein bisschen über die Themen des Podcasts hinaus, aber dass die SPÖ sich jetzt wieder ein halbes Jahr nur mit sich selbst beschäftigt, das kann sich Österreich gerade nicht leisten.
Ihr seid Teil der Regierung. Das gibt es nicht.
Markus Also ich finde, ein schneller Wechsel hätte natürlich auch Potenzial gehabt, gewisse Dinge, die festgefahren waren, wieder rauszubringen, aber ich gebe dir vollkommen recht, ein halbes Jahr da jetzt mit Unsicherheit und unklarer Führung gift. Mal schauen auch, ob, ja, also für mich ist da schon auch das Risiko aktuell da, dass dann doch irgendwie Neuwahlen kommen.
Markus Jetzt einfach aufgrund meiner politischen Erfahrung, die ich in den letzten Jahren gemacht habe, wo ich ja schon ein paar Mal Neuwahlen erlebt habe. Das ist sicher gerade eine Phase, wo sich alle Parteien überlegen, was könnte in einem Regierungsprogramm drinstehen, wenn wir verhandeln. Also schauen wir mal, wie gesagt, wir können uns tatsächlich eigentlich nicht leisten, dass wir jetzt gerade wieder Monate verlieren mit Wahlkampf und so weiter.
Markus Eigentlich müsste man tun, tun, tun. Gebe ich dir vollkommen recht. Ich hol dich jetzt aber trotzdem zurück von der Politik zurück. Modelle. Das ist ja schon, wir haben jetzt gesprochen, Mistal, Aleph Alpha, 11 Labs, Flugs. Viele, die in ihren spezifischen Bereichen tatsächlich führend sind, also Flugs, besonders beim Thema Physical AI, 11 Labs in Richtung, ich glaube, Speech.
Markus Und Aleph Alpha ist, finde ich, auch ein sehr interessantes Beispiel, weil das ist, wenn man kritisch ist, könnte man sagen, sind die überhaupt noch ein europäischer Player, weil sie fusioniert haben mit einer kanadischen Company, aber vielleicht auch hier wieder ein schönes Beispiel für diese Kombi, die da gerade entsteht.
Markus Kanada, Europa wachsen näher zusammen, auch als Counter-Narrativ zu Trump. Da liegt schon Potenzial an. Aleph Alpha hat sich eigentlich genauso wie Mistral eher jetzt so aus dem Model Development zurückgezogen, aber scheinbar dann doch jetzt die Opportunity sehen. Es gibt gerade vieles Neues möglich ist, das im Open Source, im Open Waits-Bereich da schon Opportunities gibt und vielleicht auch mittlerweile die Materialschlacht anders zu lösen ist.
Markus Also insgesamt finde ich sehr coole Neuigkeiten und hoffentlich auch etwas, was dem ganzen Sektor wieder ein bisschen Schwung gibt und auch dem europäischen Technologiesektor den Rücken hin, gibt es denn es auch auf der Finanzierungsebene braucht.
Das Ganze wurde, ich habe einen Handelsblattartikel dazu gelesen, das Ganze wurde am Tag der deutschen Einigung auch präsentiert. Also es ist so ganz klar halt auch dieses Zeichen, wen sie ansprechen, was sie wollen, dass es jetzt eine teils kanadische oder dass es eigentlich eine kanadische Firma wird, ist schon auch spannend jetzt mit den Entwicklungen, dass halt Kanada jetzt diese Special Partnerschaft mit der EU gestartet hat, dass sie so quasi stärker bekannt haben to the EU as Partner.
Auch mit Deutschland gibt es von Canada and Deutschland ein zusätzliches wirtschaftliches Abkommen, dass sie mehr collaborieren wollen. Also ich finde es auch generell spannend, hier zu überlegen. We sprechen immer von den amerikanischen Investors, and we won't, that here unsere Souveränität verloren geht, weil die Startups alle in die USA abreisen and so weiter.
Aber wenn wir es schaffen, dass Kanada ein stärkerer Verbündeter ist, vielleicht kann man, finde ich, auch viel größer nochmal denken und wie wir da, wenn wir es nicht als Verlust unserer Souveränität sehen, dass ein Startup von einem kanadischen Käufer gekauft wird, dann schafft man natürlich nochmal ganz andere Spielräume.
Markus Da hast du vollkommen recht. Und genauso, glaube ich, muss man das auch sehen. Man muss einfach die neuen geopolitischen Rahmenbedingungen so nehmen, wie sie sind, sich darauf konzentrieren, wo man Allianzen bauen kann, die allein sind mit unseren Werten und da auch sehr hemdzärmel und durchaus opportunistisch reinzugehen, dann haben wir ja definitiv das Zeug, da auch vorne mitzuspielen.
Markus Ich glaube, da braucht es mehr Selbstvertrauen und da helfen natürlich solche Storys definitiv. Ja, also wenn wir eh schon über Europa sprechen, vielleicht gehen wir dann doch auch nochmal auf die politische Ebene zurück. Wir waren ja gemeinsam in Brüssel letzte Woche. Was wie war das denn dort für dich?
Ja, es war ganz spannend. Wir hatten im Treffen mit Kommissaren, also mit dem McGrath, es ist der Kommissar für Justiz, mit der Abaköcke, die ist für Finanzen zuständig. Sarah Eva, die Startup-Kommissarin, war auch eigentlich geplant, aber die musste kurzfristig aus privaten Gründen up sein. Aber jedenfalls komme ich da rein zum ersten Meeting mit dem McGrath and wir machen eine Tour de Table and stellen uns alle vor.
And ich sage, ja, Hannah Wundson von Austrian Startups und der Kommissar and seine Mitarbeiter gleich mal. Ah ja, Austria. Okay. Wie können wir dich unterstützen, dass es im Rat eine pro-EU-Stimmung gibt und eine pro-EU-Inc-Stimmung gibt, weil ihr seid ja der komplett die Blockierer. Und das war, fand ich, also fand ich sehr augenöffnend noch einmal, weil natürlich, also vielleicht kurz zur Erklärung, es gibt drei Ebenen, auf denen dieses EOINC und diese Verordnung diskutiert wurde.
Es gab zuerst die Kommission, die hat einen Vorschlag präsentiert und jetzt wird dieser Vorschlag sowohl im Europäischen Parlament als auch im Europäischen Rat überarbeitet. Und im Rat sitzen Vertreter des österreichischen Justizministeriums. Das Justizministerium ist von der SPÖ geleitet, von Anna Sparra, einer ehemalige Gewerkschafterin.
Und dort hat man sehr kritische Meinung gegenüber der EU-Inc und hat eigentlich jeden unserer fünf Non-Negotiables, die wir mit der EOINC-Initiative erarbeitet hat, sehr stark hinterfragt. Als wir uns mit dem Justizministerium getroffen haben, haben sie gesagt, na, wir sind doch gar nicht kritisch, we dürfen doch noch Fragen stellen.
Aber so wie das in Europa aufgenommen wird, ist das durchaus als Österreich möchte blockieren. Das sind das Europäische Firmenbuch, das sind die Mitarbeiterbeteiligung, das ist das Thema Mitarbeitermitbestimmung, das ist das Thema, auf welcher Rechtsgrundlage basiert das ganze Gesetz überhaupt und müsste man es nicht komplett auf eine andere Rechtsgrundlage, die dann einen Veto-Möglichkeit wiederum schaffen würde, dass auch ein Land wie Österreich quasi die gesamte EU-Inc kippen könnte, basieren.
Also von dem her durchaus schwierig und gibt uns auch einen gewissen Ruf auf EU-Ebene, was vielleicht hier ein bisschen das Ganze aber noch in Perspektive setzt. Es kann das Justizministerium da nicht alleine entscheiden, was im Endeffekt die Weisung im Rat ist, sondern das ist dann doch noch die Regierung, die dann die finale Aussage trifft.
Und da, also in den Arbeitsgruppen ist es nur das Justizministerium, aber dann gibt es quasi die Treffen, wo die Stellung von Österreich auch bekannt gemacht wird. Und dadurch, dass das Wirtschaftsministerium sehr für eine EOENG ist und auch der Bundeskanzler und das Bundeskanzleramt sich dafür ausgesprochen hat, ist es jetzt so, dass Österreich sich bei vielen Sachen zurückhält, weil man eben keine gemeinsame Linie finden kann.
Weil eben von der SPÖ-Seite, da kommen Stimmen sowohl aus dem Finanzministerium als auch aus dem Justizministerium, sich dagegen stellen, wir uns sowohl zurückhalten bei dem Thema, braucht es eine gemeinsame Mitarbeiterbeteiligung bei einer EOINC? Sollte es einen gemeinsamen Zeitpunkt geben, wann Mitarbeiterbeteiligungen besteuert werden?
Sollte es da ein gemeinsames Schema geben, wie Mitarbeiterbeteiligungen innerhalb einer EOINC aussehen können? Da hat Österreich dann die Aussage getroffen, grundsätzlich ist das die falsche Rechtsgrundlage dafür und Steuerthemen dürften da nicht mit eingenommen werden, aber sie haben sich zumindest nicht ausdrücklich quasi ausgesprochen, dass sie dagegen stimmen würden, wenn das hineinkommt.
Das war ein Gewinn. Und auch bei anderen Themen haben wir uns zurückgehalten. Und die generelle Aussage war, es braucht hier die größtmögliche Harmonisierung. Das war zumindest ein positiver Aspekt. So, kurz Insights zu ihrer Frage.
Markus Definitiv besser gar nichts sagen, als sich dagegen stellen. Was ich ganz spannend fand, also abgesehen davon fingers crossed, dass also wenn Österreich das am Ende blockiert, dann sorry. Und das ist auch so ein bisschen meine Sorge jetzt mit was auch immer mit der Regierung passiert. Ich weiß nämlich nicht, was passiert, wenn die Regierung jetzt zusammenbricht, wie dann die österreichische Meinung im Rat konsolidiert wird, ob das dann trotzdem ein gemeinsames oder ob das dann nur das Justizministerium ist.
Markus Also wie sehr die Regierung quasi noch zusammenhalten muss, dass dann da auch eine gemeinsame Linie gefunden wird. Ich hoffe sehr. Ich hoffe, ich hoffe sehr, dass Österreich auf die Linie bringt. Was ich interessant fand, ein anderes Land, das sich scheinbar dagegen stellt und aus ganz anderen Gründen, angeblich Estland, weil sie sagen, das ist nicht mutig genug, beziehungsweise ihre lokale Lösung ist besser als das, was es dann auf der europäischen Ebene gibt.
Markus Was ich halt auch ziemlich dumm und ungut, unkollegial finde, weil einerseits Respekt, dass es bei euch besser ist, finde ich, sollten wir uns ein Beispiel nehmen, ohne Frage. Aber dass man deshalb jetzt die gesamteuropäische, die muss man ja nicht verwenden. Also es kann ja trotzdem in Estland weiter die bestehenden Rechtsformen nehmen.
Markus Aber dass man deshalb blockiert, also liebe Kollegen in Estland, da glaube ich, wäre ein bisschen mehr europäisches Denken, glaube ich, sehr wünschenswert im Sinne der gemeinsamen technologischen Souveränität, die ja auch geopolitisch gerade relevant ist.
Vielleicht noch einen letzten Punkt zum EOINC-Thema. Es gibt gerade ja schon eine sehr coole Bewegung, nämlich dass mehr und mehr Startups, vor allem in Deutschland, einen Reversed Flip machen. Und zwar von einer, und das machen nicht Startups, das machen eher Scale-Ups, von einer Delaware Inc. auf eine SE.
Es gibt nämlich schon eine europäische Firma, Firmenmöglichkeit, Gründungsmöglichkeit, das ist die Societe Entreprise, glaube ich.
Markus Europäen, würde ich sagen.
Nein, macht Sinn. Societe Europäien, du hast recht. Und das ist im Endeffekt ja auch eine paneuropäische Rechtsform, aber die ist halt recht bürokratisch. Also du brauchst recht viel Mindestkapital etc. Es gibt einige recht strenge Regelungen, damit das überhaupt genutzt werden können. Also es ist eigentlich nichts für eine Firma, die jetzt neu gegründet wird für ein kleines.
Markus Wie eine Aktiengesellschaft, oder?
Genau.
Markus Also wie eine AG in Österreich, ja.
Ja. Aber es zeigt einfach das Potenzial, dass Unternehmer und Unternehmerinnen, die wollen, sie wollen europäische Startups sein, sie wollen europäische Scale-Ups und europäische Big Tech sein. Und das Einzige, was die Politik machen muss, ist, sie zu lassen und ihnen die Rahmenbedingungen zu geben, dass sie das tun können.
And when wir das nicht schaffen, dann weiß ich auch nicht, wie wir all das. Also das ist ja nur die Basis. Da gibt es noch ganz, ganz viele andere Sachen. Ein Insight noch, die Commission arbeitet schon an dem Thema 100% remote work. That heißt es in Zuge des next Jahres ein Vorschlag kommen von der European Commission, wie man es zusammenbringen könnte, dass man in ganz Europa als Startup and Scale-Up MitarbeiterInnen remote anstellen kann.
Ohne dass man dort jetzt eine Zweigniederlassung hat, etc. Und das wäre ein riesen Game Changer. Aber wenn ich mir jetzt die Diskussionen schon zu der Basis, die es braucht, damit du diesen nächsten Schritt gehen kannst, anschaue, habe ich ein bisschen Sorge.
Markus Das wird der Gewerkschaft sicher nicht gefallen, dass das dann möglich ist, sage ich. Sage ich jetzt mal nur. Aber mal schauen. Gut, wir haben noch ein anderes Thema, was uns aufgefallen ist letzte Woche, nämlich im Silicon Valley gab es einen ziemlich dramatischen Beef zwischen zwei Frontier AI-Startups, Neumann's Factory, AI und Cognition, die im Coding-Bereich, also ER-Coding-Bereich, tätig sind.
Markus Und da ging es darum, dass ein Advisor von einem der beiden dann direkt plötzlich in eine Leadership-Rolle beim anderen, operative Leadership-Rolle beim anderen Startup gegangen ist. Und das natürlich dann zu einem Rosenkrieg geworden ist, weil natürlich als Advisor beim anderen hatte der Zugang zu diversen Insights und Daten und dann ein direkter Wechsel ohne Cooldown Period.
Markus Ja, kann man natürlich kritisieren, hat aber dann natürlich auch dazu geführt, dass sich die diversen VCs der unterschiedlichen Startups eingeschaltet haben und diesen Rosenkrieg miteinander angefangen haben zu führen. Darunter auch sehr bekannte Namen. Und das besonders Bekannte dabei, es gibt einen Investor, der in beide Startups investiert ist, sogar gerade erst im Frühjahr die letzte Runde bei dem Startup gemacht hat, wo der Advisor vorher war, jetzt aber in dieser Fahrde plötzlich komplett auf die Seite vom anderen Startup geschlagen hat.
Markus Also ziemlich hinterfragenswürdiges Verhalten, würde ich sagen. Und finde ich, was man daraus lernen kann, man sollte schon als Investor überlegen, okay, is it okay, dass ich in zwei competitive Startups investiere, die halt wirklich im direkten Wettbewerb stehen? Und das müsste man meines Erachtens auch als Startup-Gründer sich überlegen, will man das, will man Investoren, die sowas machen?
Markus Weil wie man hier sehen kann, das hat sehr viele Probleme, die damit einhergehen.
Ja, also ich glaube, einerseits ist es vielleicht nicht unbedingt was Neues. Ich glaube, dass es schon einige Investoren gibt, die halt in einem Bereich dann auf mehrere Pferde setzen und halt irgendwie da auch so ein bisschen hedge.
Markus Durchaus ein neues Phänomen jetzt im Rahmen der AI Craziness, würde ich sagen. Also davor gab es schon dieses ungeschriebene Gesetz, weiß nicht, der Hansi hat mir einmal erzählt, er wollte unbedingt oder hätte sehr gerne in Hockeyfight damals investiert. Aber er hat dann gesagt, geht nicht, weil er ist schon, ich glaube, in Watchato investiert.
Markus Und die machen beide halt, sie sind halt Jobplattformen im weiteren Sinne. Es finde ich sogar relativ breit ausgelegt, die Competition da. Aber sie ist halt den Anstand, okay, und da sind es zwei Startups, die genau die gleiche Zielgruppe haben, sehr klarer direkter Wettbewerb. Und da sieht man schon halt auch, wie gewisse Grenzen durch den aktuellen AI-Boom, auch durch den Goldrausch, der entstanden ist, gewisse moralische Grenzen nach und nach verwaschen worden sind.
Markus Und das ist nicht gut.
Ja, und ich glaube, dann ist es ganz wichtig, dass Due Diligence geht in beide Richtungen. Also ja, die Investoren, die schauen sich ganz genau durchleuchten das Startup, aber es ist dann auch in der Verantwortung des Startups auch den Investor zu durchleuchten und sich anzuschauen, okay, wo ist der denn noch investiert und gibt es da vielleicht auch in der Vergangenheit eben solche Fälle, wo dann in zweimal in dieselbe Branche oder in, also nicht nur Branche, sondern da wirklich in Competitors investiert wurde, weil das ist dann auch ein Zeichen, dass sie da in der Zukunft nicht davon zurückschäumen schrecken werden.
Also hier, und ich glaube, da ist auch super wichtig, eben dann mit anderen Startups zu sprechen, in die sie schon investiert sind. Das sind die Erfahrungen, die man gemacht hat mit dem Investor, weil das ist einfach einer der wichtigsten Beziehungen nach deiner Co-Founder-Beziehung, in die du eingehst.
Und ja, da kann, das kann ganz viel bewegen. Und also ich meine, wenn die jetzt in beide investiert sind, dann können sie sich auch irgendwann überlegen, na gut, wir glauben, der eine sollte das Gewinnabferd sein und dann das auch, als Investor kannst du ja dann auch aktiv sabotieren auf einer Seite.
Markus Macht also das Beispiel hier, der Wiener Koschler. Bitte Originalzitat, als Reaktion auf diese Schlammschlaft zu dem Startup, was in das er investiert hat as Lead Investor noch im Frühjahr. You are a struggling second-tier competitor that is more unethical than lying just because you have no decency or sense of proper behavior and shows your desperation.
Markus Straight out lying about if Chris being fired, I thought would be below even you. Also, this is full from In der Startup, in der er gerade noch vor einem halben Jahr Geld reingesteckt hat. Und offensichtlich ist halt seine Meinung, das andere Pferd ist das Gewinnerpferd in dem Bereich. Wow. Aber es zeigt schon von sehr besonderen Zeiten, in denen wir sind und bringt nicht immer die schönsten Seiten der Menschheit hervor, würde ich sagen.
Who has the decency now? Aber okay. Sehr interessant.
Markus Gut. Und dann haben wir den letzten Punkt noch von der Judith Dada, die ja auch ein Beispiel übrigens ist, die ihr Unternehmen aus Amerika zurück nach Europa gebracht hat. Und die beschäftigen sich eben auch viel mit Frontier AI und hat eine ganz interessante Grafik jetzt veröffentlicht über den State of Frontier, würde ich es mal nennen, wo man sieht, wie sich in den letzten zwölf Monaten die Capabilities of AI verändert haben.
Markus Und da sieht man unter anderem, glaube ich, ganz klein, dass es Spikier geworden ist. Spikier heißt, es ist spezialisierter geworden. Das heißt, du hast so diese grundsätzliche General Intelligence, ist moderat gewachsen, aber in gewissen Bereichen, also zum Beispiel Quantitative Reasoning im Bereich Language, im Bereich Applied Expertise, da hast du besonders Wachstum gehabt, was auch darauf deutet, wie die Sprachmodelle aktuell sich entwickeln.
Markus Also weggehst von diesem General Knowledge Graph hin zu Skills, die sie aufbauen. Du hast natürlich trotzdem. Am Ende hast du immer noch einfach ein Chat-Interface. Aber dieses Chat-Interface wird dann halt verlinkt zu den unterschiedlichen spezialisierten Skills. Und dadurch entsteht schon so ein bisschen auch dieses Feeling, man hat ein Team an unterschiedlichen Agents, die man abrufen kann, wenn man halt gewisse Dinge macht.
Markus Und ja, also kann ich nur empfehlen, da auch mal reinzuschauen, weil man auch gleichzeitig sieht, okay, es gibt gewisse Themen, wo einfach AI noch weit weg ist von the human Baseline. Also wenn es zum Sensor mit motorische Skills geht, wenn es um geht, also sie haben es definiert als Learning on the fly, schon immer noch long-term memory, Planning and Persistence bis zu einem gewissen Grad.
Markus Also das tut sich manchmal was, aber es ist einfach noch weit weg von den Bereichen, wo sich in den letzten Monaten schon sehr viel mehr gemacht hat.
Ja, aber also ich finde es auch spannend, vor allem finde ich diese Linie, wo überschreitet es quasi die skilled human Baseline. Sehr spannend, auch wenn man sich überlegt, okay, und wo sind jetzt da noch die großen Wachstumsmöglichkeiten? Weil man sieht Tool Use zum Beispiel, da, also ist auch der Vergleich mit quasi, wo war der Stand Oktober 25?
War der Stand 25 noch relativ weit entfernt? Jetzt hat es quasi die Human Baseline fast erreicht. Dann gibt es Visual Spatial Reasoning, Sensor Remote Skill, da sind wir noch relativ weit weg, aber da sehen wir auch gerade die größten Wachstumsbereiche, oder? Physical AI ist jetzt das größte Robotics.
Das sind die Bereiche, wo eben gerade ganz, ganz viel passiert und wo auch gerade in Europa viel passiert. Unter anderem, weil eben da noch viel zu holen ist, während auf der anderen Seite eben so dieses Classic, the Classical AI Use Language Knowledge, da sind wir schon recht weit gewesen im Oktober 2025 und war jetzt das Wachstum, also gerade bei Knowledge schon nochmal sehr signifikant, aber im Bereich Language zum Beispiel jetzt nicht so viel größer.
Da, ja, da sind wir halt schon viel gesättigter.
Markus Ja, was ich spannend finde, ist eben auch die Dynamik, die du jetzt angesprochen hast. Also während es für uns sich anfühlt, als wird sich im Sensomotorischen Skill gerade viel tun, aber es ist immer noch im sehr kleinen Bereich. Also es steht da auch immer noch stuck. Long-term memory steht auch stuck.
Markus Visual Spatial Reasoning is slow, Metacognition is slow. Also da gibt es gewisse Bereiche, wo man sich immer noch in einem eher langsamen Feld bewegt. Dann gibt es gewisse Bereiche, wo man, sag ich mal, schon, wie du richtig gesagt hast, vor einem Jahr, da war mal schon was und es wird jetzt so saturated mehr und mehr.
Markus Longer Language Knowledge etc. Und dann gibt es diese paar Bereiche, wo gerade sehr, sehr, sehr viel passiert, wo quasi dann man den Unterschied zwiebt zwischen vor einem Jahr und jetzt. Und das ist einfach ein Search, der zeigt, was da gerade passiert. Und ich glaube, das mal auf einer analytischen Ebene sich anzuschauen, ist, wenn man in dem Bereich arbeitet, sicher spannend.
Markus Das heißt, vielleicht schaut es auch da mal rein. Und in diesem Sinne kommen wir zum Ende dieses Podcasts. Vielen Dank fürs Mitdabeisein, vielen Dank fürs Co-Hosten, Hannah. Wir wünschen euch noch eine schöne Woche und hören uns am Sonntag beim Digev.
Ciao!