Geschichte 10 Minuten· Staffel 1· Folge 87

Die letzten Heiden Europas (#92)

Montag, 1. September 2025 · 9 min

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Shownotes

Als Europa längst christlich war, hielten an seinen Rändern noch ganze Völker an ihren alten Göttern fest, mancherorts bis ins 20. Jahrhundert und darüber hinaus. Litauen war 1387 der letzte heidnische Staat des Kontinents, und selbst dann ließ sich Großfürst Jogaila vor allem aus politischem Kalkül taufen, um König von Polen zu werden. Im hohen Norden lebten die Samen mit ihren schamanischen Trommeln, im Baltikum verehrten Litauer und Prußen heilige Haine und ewige Feuer, und an der Wolga baten die Mari die Waldgeister um Erlaubnis, bevor sie ein Tier erlegten. Weil diese Völker keine Schrift kannten, stammt fast alles, was wir wissen, aus den Berichten ihrer christlichen Gegner. Die Christianisierung verlief mal langsam und leise, mal brutal, etwa als der Deutsche Orden Preußen eroberte. Ganz verschwunden ist das alte Heidentum aber nie, bei den Mari in Russland gibt es bis heute Opferfeste in heiligen Hainen.

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