
Geschichte 10 Minuten· Staffel 1· Folge 91
Kugelmugel: Der Mikrostaat im Wiener Prater (#91)
Montag, 25. August 2025 · 6 min
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Shownotes
Als die Behörden sein selbst gebautes Kugelhaus beanstandeten, erklärte der Künstler Edwin Lipburger es kurzerhand für keinen Bau, sondern einen positiv gekrümmten, zweidimensionalen Raum. 1976 ging er noch weiter und rief die eigenständige Republik Kugelmugel aus, mit Grenze, Pässen, Briefmarken und einem Präsidenten. Wegen Amtsanmaßung saß er dafür sogar einige Wochen im Gefängnis. Seit 1982 steht die acht Meter große Holzkugel im Wiener Prater, umzäunt mit Stacheldraht und einem Schild am Antifaschismusplatz. Hinter dem skurrilen Bauwerk steckt ein politisches Gesamtkunstwerk, das die Symbole staatlicher Macht konsequent parodiert. Auch in den USA gibt es solche Spielereien: Die Mikronation Molossia führt bis heute im Scherz Krieg gegen die längst untergegangene DDR.