
Geschichte 10 Minuten· Staffel 1· Folge 80
Schottische Aufklärung: Wie ein armes Land die moderne Welt erdachte (#80)
Montag, 9. Juni 2025 · 9 min
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Shownotes
Ausgerechnet als Schottland seine politische Eigenständigkeit verlor, erlebte das Land im 18. Jahrhundert einen beispiellosen Ideenschub. Mit nur rund 1,2 Millionen Einwohnern brachte es Denker wie David Hume, der sich mit zwölf Jahren an der Universität Edinburgh einschrieb, und Adam Smith hervor, dessen Werk Der Wohlstand der Nationen die moderne Ökonomie begründete. Anders als die französische Aufklärung war die schottische praktischer und weniger kirchenfeindlich ausgerichtet, viele ihrer Denker waren selbst Pfarrer, und ihr zeitgenössischer Name lautete schlicht Improvement, Verbesserung. Getragen wurde sie von offenen Universitäten und Debattierklubs, in denen sich Ideen zu Sozialwissenschaft, Medizin und Architektur verbreiteten. Bis heute erinnert Edinburghs klar geplante Neustadt an diese Zeit, die den Boden für spätere Schotten wie James Watt, David Livingstone und Alexander Fleming bereitete.
Foto: Kim Traynor / Wikimedia Commons / CC BY-SA 3.0