
Geschichte 10 Minuten· Staffel 1· Folge 76
Risorgimento: Wie aus Kleinstaaten Italien wurde (#76)
Montag, 12. Mai 2025 · 9 min
Kapitelklicken springt direkt hin
Shownotes
Als Italien 1861 zum Königreich wurde, sprach nur ein winziger Bruchteil der Bevölkerung überhaupt Italienisch, ein Land, das es in dieser Form noch nie gegeben hatte. Das Risorgimento, wörtlich Wiedererstehung, führte kleine Fürstentümer, Habsburger Provinzen und den Kirchenstaat zwischen 1815 und 1870 zu einem Nationalstaat zusammen. Getragen wurde die Bewegung von Denkern wie Giuseppe Mazzini, der später ins Exil nach London floh und dort in scharfen Streit mit Karl Marx geriet, und vollendet vom charismatischen Giuseppe Garibaldi, der Sizilien und Neapel eroberte und die Gebiete dem König von Piemont-Sardinien übergab. Nicht alle vorherigen Herrscher waren Tyrannen: Der Habsburger Großherzog Leopold von Toskana etwa schaffte als erster europäischer Herrscher überhaupt die Todesstrafe ab. Am Ende stand ein geeintes Italien, dessen Regionen bis heute ihre eigene Identität bewahrt haben.