
Geschichte 10 Minuten· Staffel 1· Folge 72
US-Zölle: Wie ein Zoll die erste US-Regierung finanzierte (#72)
Montag, 14. April 2025 · 8 min
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Shownotes
Zölle gehören zu den ältesten Werkzeugen amerikanischer Politik: Schon das zweite Gesetz, das George Washington 1789 unterzeichnete, führte einen Importzoll von 5 Prozent ein, damals fast die einzige Einnahmequelle einer jungen Regierung ohne direkte Steuerhoheit. Der erste Finanzminister Alexander Hamilton machte daraus mehr als eine Geldquelle: In seinem Report on Manufactures forderte er, die aufstrebende US-Industrie gezielt durch Zölle vor billigeren Importen zu schützen. Über das 19. Jahrhundert stiegen die Sätze deutlich, befeuert auch durch den Krieg von 1812, ehe erst die Einführung einer Bundeseinkommensteuer die USA von den Zolleinnahmen unabhängiger machte. Nach 1945 wurde das Land zum Motor des weltweiten Freihandels und der Zollsenkungen über GATT und die Welthandelsorganisation. Damit spannt sich ein jahrhundertelanger Bogen zwischen Protektionismus und Freihandel, der die USA von Beginn an begleitet.