
Geschichte 10 Minuten· Staffel 1· Folge 70
Deutscher Orden: Vom Feldlazarett zum Staat im Baltikum (#74)
Montag, 28. April 2025 · 10 min
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Shownotes
Direkt neben dem Fußballstadion von Rapid Wien liegt eine Straße, die an eine der einflussreichsten Ordensgemeinschaften des Mittelalters erinnert, den Deutschen Orden. Gegründet 1190 während der Belagerung von Akkon als improvisiertes Feldhospital für kranke Kreuzfahrer, wuchs er rasch zu einem straff geführten Ritterorden mit eigenen Territorien heran. Ab dem 13. Jahrhundert baute er im heutigen Polen und Baltikum einen eigenen Ordensstaat auf, der zu seiner Blütezeit wirtschaftlich und administrativ zu den fortschrittlichsten Gemeinwesen Europas zählte. Die dortige Ausbreitung ging allerdings mit gewaltsamer Missionierung und Unterwerfung der heidnischen Bevölkerung einher, weshalb sie bis heute kontrovers bewertet wird. Nach Napoleons Auflösung des Ordens überdauerte er nur mehr in Österreich, wo er bis heute mit Sitz in Wien vor allem karitativ tätig ist. Sein schwarzes Kreuz auf weißem Grund lebt bis heute weiter, etwa im preußischen Eisernen Kreuz und im Hoheitszeichen der Bundeswehr.