Geschichte 10 Minuten· Staffel 1· Folge 70

The Great Stink: Wie Gestank London zur Kanalisation zwang (#70)

Montag, 31. März 2025 · 11 min

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Shownotes

Im Hitzesommer 1858 wurde die Themse so übel riechend, dass die Arbeit im britischen Parlament direkt am Fluss fast unmöglich wurde, Abgeordnete tränkten die Vorhänge in Chlorkalk und erwogen einen Umzug aus London. Der Great Stink war die Folge einer sanitären Revolution: Immer mehr Wasserklosetts spülten die Abwässer einer auf 2,5 Millionen Menschen wachsenden Stadt direkt in einen Fluss, der wegen der Gezeiten kaum Fließgeschwindigkeit besaß. Cholera-Epidemien mit zehntausenden Toten hatte der Arzt John Snow schon Jahre zuvor auf verseuchtes Wasser statt auf schlechte Luft zurückgeführt, doch erst der unerträgliche Gestank brachte die Politik zum Handeln. Der Ingenieur Joseph Bazalgette baute daraufhin ein gewaltiges Kanalsystem, das London bis heute als Rückgrat seiner Abwasserentsorgung dient und der Stadt gleichzeitig ihre bis heute beliebten Themse-Uferpromenaden schenkte.

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