
#273 Eine Expedition zum Schwarzen Loch Sagittarius A - Einschlafen mit Balto
Mittwoch, 1. Juli 2026 · 29 min
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Shownotes
Wir erkunden heute die Sterne, blicken auf die Erde zurück, verlassen Raum und Zeit und fragen uns, welche Geheimnisse des Universums wohl darauf warten, entdeckt zu werden. Das Ziel unserer Reise liegt mitten in unserer Milchstraße. Es ist das Schwarze Loch Sagittarius A*. Es befindet sich im Zentrum unserer Galaxie und hat eine Masse von etwa vier Millionen Sonnen. Unvorstellbar, oder? Bist du bereit, mit mir zu träumen, loszulassen und dich zwischen den Sternen zu verlieren?
Wir, das sind Nale und Balto, möchten dich auf eine Reise schicken, damit du so die Sorgen des Tages hinter dir lassen kannst. Unsere Geschichten sollen dir dabei helfen, zur Ruhe zu kommen und langsam in einen verdienten und erholsamen Schlaf zu gleiten.
Wir wünschen dir eine gute Nacht, schlaf schön!
Konnten wir dir beim Einschlafen helfen? Hast du eine Idee, wo die nächste Reise hingehen soll? Dann schreib uns gerne an geschichtenzumeinschlafen@julep.de. Wir freuen uns sehr, von dir zu hören!
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Host: Nale und Balto
Text: Anja Lehmann
Musik: Milan Lukas Fey
Produktion & Schnitt: Martin Petermann
Eine Produktion der Julep Studios
Transkriptvom Podcast bereitgestellt · Zeitmarken springen hin
Geschichten zum Einschlafen Eine Produktion der Julep Studios. Neue Geschichte zum Einschlafen. Ich bin Balto und ich freue mich sehr, dich wieder begrüßen zu dürfen. Geht es dir auch manchmal so, dass du an besonders klaren Nächten in den Sternenhimmel. Blickst und dich fragst, wie es wohl wäre, einmal ins Weltall zu fliegen?
Falls die unendlichen Weiten der Galaxie dein Interesse geweckt haben, kannst du dich freuen, denn genau dorthin geht es in unserer heutigen Geschichte. Wir erkunden die Sterne, blicken auf die Erde zurück, verlassen Raum und Zeit und fragen uns, welche Geheimnisse des Universums wohl darauf warten, entdeckt zu werden.
Das Ziel unserer Reise liegt mitten in unserer Milchstraße. Es ist das schwarze Loch Sagittarius A. Es befindet sich im Zentrum unserer Galaxie und hat eine Masse von etwa 4 Millionen Sonnen. Na gut, dann geht es gleich los. Noch etwas. Wir werden in unserer Geschichte garantiert sicher nach Hause zurückkehren.
Wenn es auch einen Ort gibt, an den du gerne mal reisen würdest oder ein Abenteuer, das du erleben magst, dann schau gerne mal auf www.steadyhq.com. Dort. Kannst du mitbestimmen, wo es das nächste Mal hingeht und die Reisen ganz ohne Werbung genießen. Stell dir vor, du sitzt auf einer Wiese. Es ist ein warmer Sommerabend, ganz klar und ruhig.
Die Grillen zirpen im Gras und der Wind streicht sanft über deine Haut. Du bist zwar allein, aber keinesfalls einsam, denn die Zeit, die du mit dir und deinen Gedanken verbringst, ist wertvoll. Nichts lenkt dich ab. Kein Handy, kein Smalltalk, keine unruhigen Gedanken. Im Gegenteil, du bist völlig entspannt.
Vielleicht hast du einen Picknickkorb mit Proviant samt Decke dabei und eine Jacke für später, wenn es kühler wird. Du beobachtest den Himmel über dir, wie er langsam seine Farbe ändert und ein Stern nach dem anderen erscheint. Von der Erde aus betrachtet wirkt der Sternenhimmel, der sich nun in seiner vollen Pracht entfaltet, ruhig.
In Wirklichkeit wirken dort oben aber gewaltige Kräfte, die Raum und Zeit zerstören und die uns bekannten Gesetze der Physik außer Kraft setzen können. Du lehnst dich zurück, blickst weiterhin nach oben in den geheimnisvollen Himmel. Das letzte, was du siehst, ist das Sternbild des Schützen. Dort, so haben die Wissenschaftler herausgefunden, befindet sich das schwarze Loch Sagittarius A.
Vielleicht hast du dich noch nie genauer mit schwarzen Löchern beschäftigt, nur davon gehört und dir gedacht, dass so etwas zu unvorstellbar für dich ist. Flüstert eine Stimme in dein Ohr. Auf einmal bist du wieder wach. Für was bereit, fragst du dich. Und seltsamerweise ist aus deiner Jacke ein Anzug geworden, der aussieht, als ob er für einen Astronauten gemacht wäre.
Mit mir nach oben zu kommen, fordert dich die Stimme auf. Du blickst dich um, stellst fest, dass du dich eindeutig auf dem Platz befindest, den du dir für dein abendliches Sterneschauen ausgesucht hast, aber außer dir ist niemand da. Nur ein kleiner Lichtstrahl, der plötzlich nach oben schießt wie eine emporsteigende Sternschnuppe und dich im letzten Moment mitreißt.
Für einen Moment bist du sehr aufgeregt. Doch dann entscheidest du dich dafür, diese einmalige Erfahrung zu genießen, selbst als die Erde unter dir immer kleiner wird und die blauen Ozeane zu einer Murmel aus weiß und blau verschmelzen. Im ersten Moment zieht der Mond lautlos an dir vorbei. Dann die anderen Planeten unseres Sonnensystems.
Schau mal, das da hinten ist die Sonne. Ja, da, genau in der Mitte. Sie ist der helle Stern, um den die anderen Planeten kreisen. Wenn die Sonne das Zentrum unseres Sonnensystems ist, dann stell dir die Planeten wie einzelne Wohnviertel vor. Alles zusammen ergibt eine Stadt. Das letzte Viertel ist Neptun, der Eisriese. Du erkennst ihn schon von Weitem an seiner kräftigen blauen Farbe.
Gut, dass dich dein Raumanzug vor der Witterung schützt, Denn um Neptun toben eisige Stürme. Die Temperatur der obersten Wolkenschicht beträgt in etwa minus 200 Grad Celsius. Es ist wirklich kalt. Lass uns schnell weiter fliegen. Hinter Neptun beginnt, wenn du so willst, der Park der Stadt. Dieser heißt Kypergürtel.
Dann wendest du dich von den dir bekannten Planeten ab und gleitest ins Unbekannte. Zum Glück trägst du einen Helm, durch den du gut atmen kannst. Völlig unbeschwert tauchst du in den Kypergürtel ein, in dem es Millionen eisige Objekte gibt. Unter anderem auch Pluto, der lange Zeit als neunter Planet unseres Sonnensystems galt.
Erst 2006 legte die Internationale Astronomische Union fest, dass Pluto nicht die Bedingungen erfüllt, die die anderen Planeten unseres Sonnensystems beschreiben. Er teilt seine Umlaufbahn nämlich mit vielen anderen Objekten und gilt deshalb nur noch als Zwergplanet. Hinter dem Kypergürtel umschließt die otische Wolke unser Sonnensystem wie eine Hülle.
Dort tauchst du ab in die Dunkelheit. Hier ist es vollkommen still. Vereinzelt ziehen riesige Eiswelten an dir vorbei. Wie es dort wohl aussehen mag, das ist vielleicht Stoff für eine andere Geschichte. Fasziniert betrachtest du die eisigen Gesteine, die ganz langsam in den ihnen vorgegebenen Bahnen kreisen.
Flieg mal ein bisschen nach links, du musst dir nur den Weg vorstellen und dein Körper folgt deinen Gedanken. So lenkst du dich geschickt zwischen den im Weltall schwebenden Objekten hindurch, immer weiter, bis du direkt auf die Milchstraße zusteuerst. Hier beginnt deine eigentliche Reise. Der Raum um dich ist nicht leer, nein, überall schweben feine Staubwolken, vereinzelte Kometen und ferne Sterne.
Manche Sonnen erscheinen rötlich, andere Blau- oder Goldfarben. Wow, schau mal. Dort zieht ein fremdes Planetensystem an dir vorbei. Und da, genau vor dir, erblickst du eine leuchtende Gaswolke, die einen noch jungen Stern umgibt. Die dir sonst so vertrauten Gestirne verändern sich langsam. Der Himmel, so wie du ihn von der Erde aus kennst, löst sich auf.
Du schwebst an einer Gruppe weißer Zwerge vorbei, die in der Dunkelheit wie glühende Perlen schimmern. Dann ist dein Ziel zum Greifen nah. Du bist direkt in den Spiralarmen der Milchstraße angekommen. Je weiter du dich vorwärts bewegst, umso dichter wird die Sternenlandschaft. Dunkle Staubbänder ziehen sich wie Flüsse durch das Sternenmeer.
Du tauchst in riesige Nebelfelder ein, die rosa, blau und violett leuchten. Vor deinen Augen entstehen neue Sterne aus zusammenfallenden Gaswolken. Du wunderst dich, dass es auf einmal so hell um dich herum ist. In manchen Regionen könnte die Welt gar nicht mehr dunkel erscheinen, weil tausende Sonnen gleichzeitig den Himmel erhellen.
Nun nährst du dich sehr wahrscheinlich dem Ursprung unserer Galaxie. Um dich herum wird es immer heller. Langsam gewöhnen sich deine Augen an das warme, goldene Licht der Millionen von Sterne, die dich umgeben. Du kannst dir die Milchstraße in etwa wie ein Spiegelei vorstellen. Die goldene Mitte entspricht dem sogenannten galaktischen Bulge.
Unsere Sonne, die wir jeden Tag aufgehen sehen, liegt weit außen am Rande des Aiweiß, 27.000 Lichtjahre vom Zentrum der Milchstraße entfernt. Wo wir von der Erde aus einige tausend Sterne sehen können, sind im Bulge Millionen von Sterne sichtbar. Der Himmel ist so überwältigend hell, dass sich das Sichtfenster deines Helms automatisch abdunkelt.
Hier irgendwo befindet sich das schwarze Loch Sagittarius A. Wusstest du, dass man schwarze Löcher lange Zeit weder mit Teleskopen noch mit anderen Messgeräten nachweisen konnte? Doch die Vermutung, dass es diese gibt, beschäftigte Astronomen und andere WissenschaftlerInnen über Jahrzehnte. Im Jahr 2022 veröffentlichte das Event Horizon Telescope schließlich das erste Bild von Sagittarius A.
Davor wurde bereits festgestellt, dass schwarze Löcher existieren, indem man Sterne abbilden konnte, die scheinbar eine dunkle Fläche umkreisten. Tatsächlich ziehen aber schwarze Löcher Materie an, sie nähern sich quasi davon. Was zu nah in ihre Umlaufbahn, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler nennen es den Ereignishorizont, gerät, verschwindet für immer.
Es wird in das schwarze Loch aufgesogen und in die Tiefe gezogen, zu einem Punkt, der Singularität heißt. Das kannst du dir wie einen Trichter vorstellen, an dem unten ein winziger, stecknadelgroßer Punkt eben jene Singularität ist. Hier ist die Dichte unvorstellbar hoch. Raum und Zeit verkrümmen sich so dermaßen, dass unsere physikalischen Gesetze dort nicht mehr greifen.
Vielleicht meinte Einstein das mit seinem berühmten Satz, Zeit ist relativ. Denn auch der berühmte Mathematiker hat sich mit der Existenz schwarzer Löcher beschäftigt. Nun also bist du kurz vor dem Ziel deiner Reise. Du nährst dich dem stillsten und zugleich mächtigsten Ort unserer ganzen Galaxie. Voller Überwältigung erkennst du Sagittarius A.
Interessanterweise siehst du das supermassereiche schwarze Loch nicht auf den ersten Blick. Vielmehr sind es die Sterne, die mit unglaublicher Geschwindigkeit um einen scheinbar leeren Raum kreisen. Gaswolken werden gedehnt und gedreht, unsichtbare Schwerkraft formt alles in der Umgebung. Als du noch ein Stück näher herankommst, scheint sich der Hintergrund vor dir zu verzerren.
Licht wird um das schwarze Loch herum gebogen und dann schwebst du auf einmal über dem Abgrund. Hast du Lust auf ein extra Abenteuer? Dann machen wir aus dem schwarzen Loch ein Wurmloch, das dich direkt und unversehrt wieder in dein Bett bringt. Stell dir Sagittarius A wie eine ganz langsame Rutsche vor.
Es soll wirklich gemütlich werden. In G-Geschwindigkeit wird dein Körper in die Tiefe gezogen. Wie bei den dunklen Rutschbahnen im Schwimmbad, nur im Schneckentempo. Ein bisschen kribbelt es in deinem Magen, aber du weißt, dass du ganz sanft in deinem Bett landest. Und Sagittarius A. hat noch eine Überraschung für dich auf Lager.
Wobei der Schwimmbadrutsche immer wieder Lichter auflackern, erzählt dir das schwarze Loch noch etwas über seine Entstehung. Es flüstert dir zu, dass es durch den Zusammenstoß zweier Galaxien geboren wurde. Während du also tiefer und tiefer trudelst, erlebst du die Geburt unserer Galaxis mit. Sterne kollidieren, implodieren, Lichter zucken, schöner aber als bei einem Feuerwerk.
Das alles geschieht ganz leise, völlig ohne Geräusche. Du bist so fasziniert, dass du gar nicht merkst, wie du langsam auf das Ende zusteuerst und das schwarze Loch, das jetzt zu einem Wurmloch geworden ist, dich sanft in dein Bett plumpsen lässt. Du liegst wieder ganz still in deinem Bett. Die Decke fühlt sich warm und vertraut an, als hätte sie dich die ganze Zeit erwartet.
Für einen Moment spürst du noch ein ganz leichtes Kribbeln, als würde ein letzter Sternstaub über deine Haut huschen. Dann wird auch das langsam ruhiger. In deinem Kopf glimmen noch die Bilder aus der Reise nach, die leisen Lichter, die weiten Räume, das Gefühl, getragen zu werden. Und irgendwo ganz weit weg scheint Sagittarius A.
Dem noch einmal zuzuzwinkern, bevor alles sanft verblasst. Ganz ruhig, ganz leicht. Vielleicht nimmst du noch wahr, wie still alles um dich herum ist. Wie sicher, wie friedlich. Und während du dich tiefer in dein Kissen sinken lässt, fühlt es sich fast so an, als würdest du noch ein kleines Stück weiter gleiten.
Aber diesmal nicht durch ein Wurmloch, sondern direkt in einen ruhigen, tiefen Schlaf. Und dort warten schon die nächsten Abenteuer auf dich, ganz leise, ganz sanft. Wir hoffen, dieses besondere Abenteuer hat dir gefallen und wir freuen uns schon auf die nächste Reise mit dir. Schlaf schön, wir wünschen dir eine wunderbare Nacht. Bis bald.