Geschichten zum Einschlafen

#282 Die heilende Wirkung der Seiser Alm - Einschlafen mit Nale

Mittwoch, 2. September 2026 · 29 min

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Shownotes

Heute lassen wir den Sommer noch einmal hoch oben in den Bergen ausklingen und begeben uns auf die weiten Wiesen der Seiser Alm. Vorbei an kleinen Almhütten, blühenden Weiden und stillen Aussichtspunkten begleitet uns das mächtige Panorama der Seiser Alm auf Schritt und Tritt. Wir lassen den Alltag tief unten im Tal zurück, atmen die klare Bergluft ein und genießen einen Ort, an dem Zeit und Gedanken für einen Moment stillzustehen scheinen.

Wir, das sind Nale und Balto, möchten dich auf eine Reise schicken, damit du so die Sorgen des Tages hinter dir lassen kannst. Unsere Geschichten sollen dir dabei helfen, zur Ruhe zu kommen und langsam in einen verdienten und erholsamen Schlaf zu gleiten.

Wir wünschen dir eine gute Nacht, schlaf schön!

Konnten wir dir beim Einschlafen helfen? Hast du eine Idee, wo die nächste Reise hingehen soll? Dann schreib uns gerne an geschichtenzumeinschlafen@julep.de. Wir freuen uns sehr, von dir zu hören!

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Host: Nale und Balto
Text: Madeleine Walther
Musik: Milan Lukas Fey
Produktion & Schnitt: Martin Petermann
Eine Produktion der Julep Studios

Transkriptvom Podcast bereitgestellt · Zeitmarken springen hin

Geschichten zum Einschlafen Eine Produktion der Julep Studios, Hey, du schläfst ja noch gar nicht, oder? Das ist nicht schlimm. Ich bin Nale und ich freue mich sehr, dass du wieder dabei bist. Heute lassen wir den Sommer noch einmal hoch oben in den Bergen ausklingen und begeben uns auf die weiten Wiesen der Seysa-Alm.

Vorbei an kleinen Almhütten, blühenden Weiden und stillen Aussichtspunkten begleitet. Uns das mächtige Panorama der Seiseralm auf Schritt und Tritt, Wir lassen den Alltag tief unten im Tal zurück, atmen die klare Bergluft ein, und genießen einen Ort, an dem Zeit und Gedanken für einen Moment still zu stehen scheinen, Bevor wir aber mit der heutigen Geschichte beginnen, noch ein kleiner Hinweis.

Geschichten zum Einschlafen gibt es sofort für euch auch auf YouTube. Gib in Suchfeld einfach Geschichten zum Einschlafen nahle slash balto ein, dann findest du uns ganz schnell. Abonniert uns auch gerne dort, da freuen wir uns. Und wenn es einen Ort gibt, an den du gerne mal reisen würdest oder ein Abenteuer, das du erleben magst, dann schau gerne mal auf www.steadyhq.com.gze vorbei.

Dort kannst du nämlich mitbestimmen, wo es das nächste Mal hingeht und die Reisen ganz ohne Werbung genießen. Bevor es jetzt endlich losgeht, müssen wir aber noch einmal Werbung spielen. Danach geht es ohne in einem Rutsch durch bis zum Ende. Aber jetzt schließ bitte Deine Augen und entspann Dein Gesicht.

Lass Deine Mimik gleiten, gib die Kontrolle ab. Kuschel Dich in Dein Kissen, deck Dich schön zu, atme einmal tief durch und schon kann es losgehen. Viel Spaß und angenehme Träume. Hallo Du! Einen herrlichen guten Abend wünsche ich Dir. Wie schön, Dich in dieser besonderen Nacht wiederzusehen. Wie ist es Dir in den letzten Wochen ergangen? Konntest Du nach der erdrückenden Hitze endlich wieder durchatmen?

Die heißen Tage voller Leichtigkeit und ausgelassener Stimmung sind nur so dahingerannt. Ein kühler Wind breitet sich nun allmählich aus und kündigt leise und fast unmerklich das Ende des Sommers an. Eine Zeit voller Ergebnisse und Abenteuer liegt hinter uns. Neue Orte wurden bereist, alte wiederentdeckt.

Es sind jene Erinnerungen, die noch lange nachklingen werden, wenn uns die kalte Jahreszeit von den warmen Monaten träumen lässt. Doch so abrupt wieder in den Alltag einzutauchen und Routine und Normalität ihren alten Platz einzuräumen, fühlt sich gar nicht so einfach an. Noch einmal durchatmen noch einmal alles revue passieren lassen und erst dann ganz langsam wieder ankommen, genau das könnten wir alle wohl jetzt gut gebrauchen.

Und wann wäre wohl ein besserer Moment für eine solche Verschnaufpause als heute? Lass uns also aufbrechen, um den Ort zu besuchen, der zum Durchatmen gemacht wurde. Komm schon, mach dich auf. Wie immer wirst du auch diese Reise nicht bereuen. Weit müssen wir heute nicht, denn schon hinter der ersten Tür wartet unsere Mitfahrgelegenheit auf uns.

Glaubst du mir nicht? Dann schau nur selbst nach. Und? Habe ich zu viel versprochen? Eine blaue Gondel mit spärlicher Beleuchtung wartet bereits darauf, uns nach oben zu bringen. Die großen gläsernen Fenster lassen allerdings noch keinen Blick ins Freie erhaschen. Zu dunkel ist die kühle Welt da draußen.

Trau dich nur und steig hinein. Das Abenteuer kann beginnen. Die verglaste Kabine schließt sich hinter uns und über uns setzt sich das schwere Drahtseil quietschend und ächzend in Bewegung. Mit einem Ruck fahren wir hinein in eine Finsternis, die dichter und tiefer kaum sein könnte. Das seichte Lämpchen, das uns eben noch den Zustieg erleichtert hat, erlischt nach und nach und überlässt uns der weiten Nacht.

Nichts ist mehr zu sehen, nichts zu erahnen. Wir sind allein und fahren immer weiter und weiter hinauf ins Unbekannte, weg von dem, was uns zurückhalten will. Nach den ersten tiefen Atemzügen beginnt ein schwacher Lichtschein, die eintönige Dunkelheit um uns herum zu durchbrechen. Erst sind es nur zarte Nuancen, die mit ihren sanften Farben die Morgendämmerung ankündigen.

Weiches Lila am Horizont vermischt sich mit warmen Rosatönen und lässt den pechschwarzen Himmel in dunklem Azur erstrahlen. Unter dem schimmernden Farbspiel zeichnen sich zunehmend Silhouetten ab, die der Landschaft um uns herum nach und nach ihre Konturen zurückgeben. Erst sind es die Leitungen der schnurrenden Seilbahn, die sich immer deutlicher durch den Himmel ziehen, dann die ersten Gipfel umliegender Bergmassive, die nach und nach den Horizont formen.

Es dauert nicht lange, bis sich unter uns ein grüner Teppich aus frischem Gras und Weideflächen ausbreitet. In der Ferne blitzen die roten Dächer verschlafener Häuschen auf, die dem neuen Morgen verträumt entgegenblicken. Sie gehören zu einem kleinen Tal, das mit jedem Höhenmeter weiter verschwimmt. Es ist das beschauliche Seis am Schlern, das uns an diesem neuen Tag aus der Ferne begrüßt.

Und über ihm öffnet sich eine Landschaft, so ikonisch und zauberhaft, dass einem beinahe der Atem weg bleibt. Aber was erzähle ich dir nur, zieh dich doch einfach selbst um. Hoch über dem Boden klart der Morgen weiter auf und gewährt uns einen Blick über Berg und Tal, soweit das Auge reicht. Majestätisch ragen die Bergkuppen in die Höhe.

Bewaldet und teils von Schnee bedeckt scheinen sie zum Greifen nah und liegen doch weit in der Ferne. Eine friedliche Ruhe breitet sich in unserem Herzen aus und lässt uns für einen Augenblick alles vergessen. Doch dann, ein plötzliches Ruckeln holt uns aus den Gedanken. Unsere Fahrt geht hier zu Ende. Wir haben den nächsten Halt erreicht.

Die Kabine kommt zum Stehen und öffnet ihre Pforten in Kompatsch, dem Tor zur Seiseralm. Außer dem kurzen Knarren der Seilbahn herrscht hier um diese Zeit noch absolute Ruhe. Auf rund 1850 Metern empfängt uns ein Fleckchen Erde, das malerischer kaum sein könnte. Die Luft ist kühl und rein. Unter einem weißen Schleier aus Nebel zeichnet sich eine saftig grüne Hügellandschaft mit hölzernen Almhütten ab.

Erst das vorsichtige Läuten einiger Kuhglocken holt den paradiesischen Ort aus der Nachtruhe und lässt uns die ersten Frühaufsteher der Alm entdecken. Sie gehören zu den zahlreichen Rindern, die hier auf der größten Hochalm Europas ihren Sommer verbringen. Bald geht auch ihr Urlaub hier zu Ende. Doch bis dahin dürfen sie das saftige Gras und die letzten warmen Tage noch genießen, vor einem Panorama, das sich kein Künstler hätte schöner ausdenken können.

Doch komm nur, lass uns ein Stückchen spazieren und die Ruhe und Weite der Alm genießen. Der Panoramaweg führt uns nun mitten hinein in diese gewaltige Bergwelt. Die spitz zulaufenden Felsformationen rahmen unseren Weg ein und ziehen den Blick unweigerlich auf sich. Grau und schroff, zugleich elegant und mächtig, ragen sie in einen makellos klaren Himmel.

Der Langkofel ziert unsere linke Seite, der Plattkofel die rechte und vor uns liegt der Schlern mit seinem langen Plateau und den markanten Felstürmen an seinem Rand. Blühende Wiesen und Weideflächen bilden die Basis des rustikalen Gesteins und schenken uns ein Dufterlebnis, wie wir es nur hier finden können.

Dabei ist das, was wir sehen, nicht das, wonach es aussieht. Der schroffe Fels täuscht uns, denn vor rund 250 Millionen Jahren befand sich hier ein tropisches Meer. Viele der mächtigen Felsmassive, die du gerade vor dir siehst, entstanden aus tropischen Riffen und Ablagerungen eines uralten Meeres und ragen heute hoch in den Himmel.

Kaum vorstellbar, wie es hier vor so langer Zeit ausgesehen haben muss. Mit jedem Abschnitt verändert sich der Untergrund. Mal führt er hinab, mal wieder hinauf, mal über weichen Boden und mal über loses Geröll. Überall begegnet uns die bunte Flora der Alm. Silberdiesteln, Herbstzeitlose und Enzian sorgen für kräftige Blau- und Lila-Töne, die Arnika für leuchtendes Gelb.

Das eine oder andere Pferd grast gemütlich am Wegesrand und Kühe, Ziegen und Esel wirken, als hätten sie schon immer zu dieser Landschaft gehört. Es riecht nach Heu und Bergblumen, nach Freiheit und Ruhe. Es ist wie ein Spaziergang durch eine endlose Galerie der Natur. Jeder Punkt, jedes Fleckchen Erde scheint etwas Neues zu verbergen.

Täler und Bäche, tierische Gesellen, gemütliche Hütten und eindrucksvolle Berge begleiten uns auf unserem Weg. Festhalten in Bildern? Fast unmöglich. Denn was dieser Ort in uns auslöst, lässt sich weder in Worte fassen, noch auf Fotografien festhalten. Ein Augenblick völliger Glückseligkeit. Doch komm nur weiter. Ich weiß, wir könnten überall innehalten, aber ein paar bestimmte Orte möchte ich dir unbedingt noch zeigen.

Einer davon liegt nur ein kleines Stück vor uns. Doch bevor wir dort ankommen, geht es noch einmal nach oben. Wir wollen hoch hinaus mit der Pufflatschbahn. Nur wenige Meter durch das Paradies, hinein in die Gondel und schon schweben wir dem ewigen Blau entgegen. Tür auf, Tür zu und es dauert nicht lange, bis wir da sind.

Wir müssen nicht weit gehen, um zu merken, wie sehr sich unsere Perspektive verändert hat. Unter uns liegt die gesamte Seyseralm, wie eine riesige grüne Insel. Plötzlich scheint alles sichtbar zu werden. Die Berge, die Felsen, die Täler und die sanften Wiesen. Grün, grau, weiß und blau. Der Schlern zeigt sich von hier in seiner ganzen Größe und macht seinem Ruf als Wahrzeichen Südtirols alle Ehre.

Mit seinen 2.563 Metern und seinem markanten Hochplateau zieht er seit Generationen Wanderer, Künstler und Reisende in seinen Bann. Setz dich nur zu mir ins Gras und lass den Anblick einfach mal auf dich wirken. Ich will dir noch von den Schlernhexen erzählen, bevor sich der Tag langsam seinem Ende neigt und uns ein Farbenspiel der ganz anderen Art erwartet.

Zieh nur zu den schroffen Felsen hinüber. Früher erzählte man sich, dass sich dort oben in dunklen Nächten die Schlernhexen versammelten und über Berge und Almwiesen zogen. Auch Gewitter und andere für die Menschen unerklärliche Naturphänomene brachte man mit ihnen in Verbindung. Vielleicht kannst du noch heute die eine oder andere Hexe an den sagenumwobenen Hexenbänken auf dem Pufflatsch antreffen.

Zauberhaft ist dieser Ort allemal. Doch komm, wir gehen noch ein letztes Stück. Über die sanften Hügel des Pufflatsch führt uns unser Weg hinunter zur Anikerhütte. Zwischen Nadelbäumen und grünen Anhöhen liegt die kleine Almhütte, an der wir kurz Rast machen können. Kleine Spezialitäten und erfrischende Getränke sollen uns Kraft schenken.

Setz dich nur einen Augenblick und greif zu. An der frischen Luft ist es sich doch immer noch am besten. Aus einem kleinen Ausschank entwickelte sich hier über viele Jahrzehnte eine bekannte Einkehrmöglichkeit für Wanderer auf dem Pufflatsch. Viele kommen hierher auf der suche nach etwas das im alltag nur allzu leicht verloren geht, kann man es ihnen verdenken.

Gut gestärkt ist unser nächstes Ziel nicht mehr weit. Komm nur, die letzte Stulle kannst du auf dem Weg genießen. Lass uns weitergehen. Nur wenige Schritte sind es, bis wir die Anhöhe oberhalb der Anika-Hütte erreichen. Warum wir hier stehen bleiben? Sieh nur selbst. Berge und Tal, Erde und Himmel verschmelzen hier auf eine so eindrucksvolle Art und Weise, wie es sich kaum erklären lässt.

Atme nur tief durch und genieße die Welt, die sich vor uns ausbreitet. Wenn Du Deinen Blick noch einmal über die Alm schweifen lässt, entdeckst Du all die vielen Dinge, die diesen Ort so besonders machen. Kleine Gebirgsbäche gleiten hinunter ins Tal. Wasserlöcher spiegeln die Gipfel der Berge mit bemerkenswerter Präzision.

Und die alten Holzhütten erinnern an eine Zeit, in der das Leben hier oben mühsamer, einfacher und viel stärker von der Natur bestimmt war. Doch da, der Tag läutet sein großes Finale ein und taucht die Alm in ein Licht, das tief in uns nachklingt. Langsam färben sich die Felsen in den Nuancen der Natur.

Gold, Orange, Rosa und Rot. Im Ladinischen nennt man dieses Schauspiel Enrosadira. Ein Wort für jenen kurzen Augenblick, in dem die Dolomiten zu glühen scheinen, bevor das Licht langsam aus den Felsen weicht. Du kannst es nennen, wie du möchtest, solltest du einen Namen für so viel Schönheit finden. Eine lautlose Symphonie, so eindrucksvoll und mitreißend, dass einem für einen Augenblick der Atem stockt.

Bleib nur hier und verliere dich in eine Weite der Berge im letzten Licht des Tages, und in einer Ruhe, die es sonst kaum noch gibt. Warte, bis die ersten Sterne über den Bergen erscheinen und der Mond die Landschaft in eine ganz andere Welt verwandelt. Es war unendlich schön, wieder einmal mit dir unterwegs zu sein.

Für heute möchte ich mich allerdings verabschieden und freue mich schon auf die nächste Reise. Lass dich treiben, lass los und nimm ein wenig von dieser Bergluft mit in deine Träume.

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