
Hey München· Folge 102
#16 Was hinter dem Streich der Sechzig-Fans auf Bayerns Meisterfeier steckt / Warum die AfD im Westend keine Chance hat
Donnerstag, 21. Mai 2026 · 22 min
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Shownotes
Sogar die New York Times berichtete darüber (sueddeutsche.de/muenchen/fc-bayern-meisterfeie…): Auf der Meisterfeier des FC Bayern wurde über den Köpfen der Fans ein beleidigendes Banner herumgereicht (sueddeutsche.de/muenchen/muenchen-fc-bayern-me…). „FC Bauern“ war darauf zu lesen, darunter ein unflätiges Wort. Hinter der Aktion stecken Anhänger des Lokalrivalen 1860 München. Im Podcast sprechen die beiden Hosts über die Hintergründe und darüber, wie sich die Rivalität zwischen den beiden Fangruppen entwickelt.
Gerade einmal 4,1 Prozent der Stimmen gingen bei der Stadtratswahl im März im Westend an die AfD. Bei der Bezirksausschusswahl trat die Partei in dem Viertel nicht einmal an. Obwohl dort die größte Geflüchtetenunterkunft Münchens steht, haben die Rechten dort keine Chance (sueddeutsche.de/projekte/artikel/muenchen/muen…). Woran liegt das? Diese Frage besprechen Lisa und Tim im Podcast. Und sie blicken darauf, was Deutschland vom Westend lernen kann.
Unser Gastro-Tipp ist ein Neuzugang im Westend: Das Café Little West in der Westendstraße hat das Ladencafé Fika ersetzt, vor allem die veganen Kuchen sind ein Muss. Außerdem stellen wir euch eine Institution im Viertel vor: Das Kilombo in der Gollierstraße ist eine Studentenkneipe mit fairen Preisen, man kann dort auch mitgebrachtes Essen verspeisen. Und im Schau ma moi in Giesing findet am Freitag, 22. Mai, die Veranstaltung „Mangiare e ballare“ statt, während der Happy Hour von 16 bis 18 Uhr kostet das hauseigene Helle nur drei Euro.
Die Good News der Woche: Ein 89-Jähriger verschenkt sein Millionengrundstück (sueddeutsche.de/muenchen/muenchen-millionen-gr…). Dort sollen 20 bis 30 bezahlbare Wohnungen entstehen.
Moderation: Lisa Bögl, Tim Brack
Redaktion: Anna-Maria Salmen, Jacqueline Lang, Heiner Effern, Linus Freymark
Produktion: Aylin Sancak
Redaktionsschluss der Folge: Dienstag, 19.05.2026, 15 Uhr
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Transkriptvom Podcast bereitgestellt · Zeitmarken springen hin
Lisa, am Wochenende war ein großer Aufreger und du warst mit dabei. Ja ich war auf der Meisterfeuer vom FC Bayern an dem Marienplatz Und da haben die sechzig Fans ein riesengroßes Banner rumgegeben. Mit einem Wort das reimt sich auf Spurenlöhne Genau! Wir erzählen euch warum sie so was machen Was gerade los ist in der Fan-Szene.
Danach entführen wir euch zu einem kleinen Ausflug ins Westend. Da ist nämlich die größte geflüchteten Unterkunft der Stadt. Aber trotzdem hat die AfD da irgendwie keine Chance Keine Stimmen. Wir schauen uns an, wie funktioniert das? Hallo und herzlich willkommen bei der neuen Folge von Hey München. Ich heiße Tim Und ich bin Lisa Und wir bringen euch jeden Donnerstag zwei große Themen die die Stadt bewegt haben.
Danach gibt es noch einen Gastro-Tipp von unserer Kollegin Jackie Und am Ende gibt's eine Good News damit wir gut ins Wochenende starten. Am Wochenende gingen ja die Bilder viral von der FC Bayern Meisterfeier, weil die Sechsgar da ein riesengroßes Banner rumgegeben haben oder besser gesagt sie haben geschafft dass die Bayern-Fans es selber um gegeben haben und auf dem Stand drauf FC Bauern Hurensöhne.
Und das ging nicht nur bei uns auf Social Media Viral sondern sogar die New York Times hat darüber berichtet. Das war nicht komplett verrückt! Kannst du noch mal erzählen was ist da passiert? Den Sechzig Fans ist dann ein richtiger Kugelung. Die haben die Meisterfeier gekapert und das ist ja eines der wichtigsten Ereignisse für die Fans auch, da können sie ihre Mannschaft feiern.
Die Bayern-Männer sind wieder deutscher Meister geworden und die haben es geschafft – die Sechzig-Fans – dass die Bayern-Fanz unten auf dem Marienplatz dieses Banner, das war ja ein großes Wappen mit eben der Beleidigung, die da draufstand, dass sie das über den Köpfen lang gereicht haben. also es wurde entrollt und dann hat das Publikum das einfach weitergegeben.
Die unten wussten glaube ich gar nicht, was sie da hochhalten. Das war nur aus der Luft zu sehen und da waren eben auch Thronen oder bayerische Rundfunk unterwegs mit ihren Kameras Und das war dadurch dann gleich in den Bildern eingefangen und die ging natürlich schnell viral. Ich kann es auch bestätigen dass man das vor Ort nicht gecheckt hat.
Also ich war jetzt kein Fan, der das Banner rumgereicht hat. Ich stand auf der Pressetribüne und dies auch da davor. Und man hat es wirklich vor Ort nicht mitbekommen weil Stefan Lehmann, der Stand auf dem Balkon mit den Bayern-Spielern und Company und so... Genau! Das ist der Stadionssprecher? ...genau, der Stadiensprecher.
Der hat es recht galant abmoderiert, sag' ich mal so dass er uns nicht aufgefallen ist. also der hat einfach gesagt hey da ist jetzt so ein Banner macht es doch mal zu weil sonst sehen die Leute drunter ja gar nichts mehr. Der wollte den ganz nicht die Aufmerksamkeit geben, die die Sechzig-Fans da haben wollten.
Ganz sicher! Aber da war es eigentlich ja schon vorbei weil die Bilder waren gemacht. Die Sechsger haben jetzt mittlerweile also sie mussten sich auch nicht dazu bekennen weil auf diesem Banner stand auch achtzehnsechzig drauf. deswegen war das ganz klar und ist ja auch logisch. diesen der so... sind ja so die beiden verfeindeten Mannschaften aus München.
aber was haben die denn dazu gesagt? warum die das gemacht haben? gesagt haben sie dazu jetzt erstmal gar nichts, also da spricht glaube ich die Tat für sich. Das gehört einfach auch ein bisschen dazu. das ist so in der Subkultur. sag' mal Da wird die Rivalität vom Platz, vom Sportlichen auch auf der Straße ein Stück weit ausgetragen.
und wenn natürlich sowas prestigeträchtiges wie die Meisterfeier hast und da dir sowas gelingt, so einen Streich sag' einmal dann ist es natürlich ein super Ding für die ja so Die mussten da jetzt gar nicht mehr so viel mehr sagen zu weil das spricht er für sich dass Sie's geschafft haben Dass die eigenen Bayern Fans sowas hochhalten.
Ich kenne diese Rivalität ganz gut, weil mein Papa ist Sechziger-Fan und er hat auch ganz viele Freunde die Bayern fans sind. Und ich krieg das da immer so ein bisschen mit dass irgendwie ... Die ganzen Bayern Fans werden jetzt dann alle sechzig und die feiern aber nicht ihren sechzigsten sondern die feieren dann ihren neunundfünfzig plus einen.
Das finde ich auch irgendwie mega lustig! Aber ich habe mich hier schon noch mal gefragt was... Also es ist ja eine Tradition, irgendwie auch diese Feindenschaft sag' ich jetzt mal zwischen den beiden Mannschaften. Du bist ja, das wissen die wenigsten eigentlich Sportredakteur. Deswegen wollte ich dich mal fragen, wie ist es denn?
Gab's so öfter schon solche Aktionen. Wie hat sich das denn entwickelt und wird jetzt mehr oder wie ist da? Also solche Aktionen gibt's glaube ich schon immer wahrscheinlich und das ist immer mal ein Auf-und Ab! Wie vieles gibt. man muss vielleicht anfangen dass Sechzig und der FC Bayern die spielen sportlich in einer ganz unterschiedlichen Liga.
also Der FC Bayern ist der erfolgreichste Verein in Deutschland Und achten sechzig die können er sportlich einfach nicht mithalten. Die sind in der dritten Liga scheitern immer wieder am Aufstieg. also fast schon Ein Stück weit tragisch, aber die Rivalität wird natürlich trotzdem am Leben gehalten. Wie du sagst das sind die zwei großen Vereine der Stadt.
Eighteensechzig hat auch eine große Tradition Bayern auch nur ist da halt dann mittlerweile sportlich liegner wirklich Universen dazwischen. Aber eigentlich interessant finde ich dass denn trotzdem diese Rivalitäten noch so präsent ist. und würdest du jetzt sagen es in letzter Zeit mehr geworden ist?
Ja ich habe doch unseren Kollegen Christoph Leischwitz aus dem Sport gefragt. er ist sehr nah dran an den Fans und der meint auch dass es in letzten Jahren schon bisschen mehr geworden. Also zum einen gibt es ja die etwas harmloseren Streiche, so wie das jetzt mit dem Riesenbanner und dann gibt's noch viele Graffiti.
Das ist auch immer mehr geworden. also wenn man die A-IX entlang fährt, dann sieht man immer auf den Verkehrsschildern, auf der Rückseite wieder die Bayernfans alles rot gemalt haben. und auch in der Stadt, wenn man sich mal ein bisschen umschaut und guckt, dann sind irgendwelche Stromkästen sind rot oder blau und wenn sie blau sind werden sie wieder rot angemalt und umgedreht.
Da überträgt sich sozusagen dieser Konkurrenzkampf, wer der beste Verein in der Stadt ist wird da auch ein Stück weit ausgefochten. Dann gibt es noch so diese Seite bei den Fans dass sie sich fahren klauen oder die sind auch teilweise ins Trainingsgelände von den anderen eingestiegen und haben da angefangen Sachen zu beschmieren und so.
das ist natürlich auch Sachbeschädigung aber da gibt's meistens jetzt keine Verletzte. Aber es gibt eben auch die Fälle wo es zur Gewalt kommt. also ich glaube das muss man trennen. Es gibt einmal so ein bisschen Die harmlosere Sache. Und dann gibt's aber auch wirklich gewaltsame Übergriffe und die sind auch mehr geworden, also mein Kollege Christoph Leischwitz hat es dann auch gemeint, dass da die Taktung höher geworden ist an Gewalttätigen auseinandersetzung zwischen den Fangruppen.
Okay, in welcher Dimension ist das? Wenn du sagst, es ist mehr geworden und was mich interessiert wie organisieren sie sich eigentlich? Ja, die Dimension is schwer zu erfassen weil auch nicht alles zur Anzeige kommt bei der Polizei. Das sind dann manchmal auch nur vier, fünf Leute die sich kloppen. Und da ist die Polizei jetzt nicht immer dabei aber man kriegt das schon aus dem Umfeld mit.
also der größte Vorfall oder einer der ja mit so ein bisschen Auslöser war für diesen neuen Schwung der darin gerade ist war an der Imtlerstrasse im Jahr und haben Bayern Holycans Fans von eighteen sechzig überfallen die gerade vor dem Auswärtsspiel nach Hause gekommen sind. Da waren vierzig Personen dabei mehrere verletzte.
Also da ging es richtig zur Sache, das war eine wilde Massenschlägerei und seitdem ist dann halt auch immer wieder vermehrt. Da kommt's dann zu Verkältungsangriffen oder Gegenschlägen und wer daran jetzt alles beteiligt ist kann man immer so nicht sagen. Fangruppierungen sind schon organisiert aber das ist jetzt nicht so dass jeder weiß wer was macht.
also es gibt große Ultrakruppen die folgen dann auch einem gewissen Codex Und schauen halt auch dass sich diese Gruppierung angehören an die Regeln halten. Aber du hast halt auch zum Beispiel fünf Leute, die zusammen was machen wollen und sagen dann okay wir ziehen jetzt los und überfallen Bayern Fan oder ein Sechzig-Fan.
Und das ist halt nicht so kontrolliert. Was man unbedingt sagen muss ist dass nicht alle Fußballfans gewalttätig sind. Das ist wirklich eine sehr kleine Gruppe aber es kommt natürlich auch schnell in die Schlagzeilen wenn da etwas passiert. Und jetzt vor der Meisterfeier ist noch was vorgefallen. Wurde ein Fanbeauftragter vom FC Bayern, der war auf dem Heimweg von einem Basketballspiel wurde auch überfallen.
Von mutmaßlich sechzig Fans und wurde halt auch getreten und den wurde die Fahne geklaut. und das hat jetzt nur mit der Meisterfeier nichts zu tun. aber das ist halt auch eins dieser kleinen Puzzlesteine die da passieren. also da ist die Stimmung gerade schon bisschen aufgeheizt. und in meinem Gespräch mit Christoph Leischwitz da hatte er auch gemeint dass die Fans sehr darum bemüht sind jetzt zu deeskalieren weil man natürlich Angst hat dass da irgendwie was Schlimmeres noch passiert.
Okay, jetzt noch mal zu dem Banner auf der Meisterfeier. Das wird den Bayern ja wahrscheinlich oder den Fans vor allem nicht so geschmeckt haben. Weißt du irgendwas was die da als Antwort planen? Oder was haben sie denn letztens dazu gesagt? Man weiß natürlich nicht genau was die planen. Die reden nicht mit Journalisten sonst würde es sich auch gar nicht funktionieren.
Auch das mit den Sechzig-Fans, die halten das geheim und nutzen dann natürlich um die anderen zu überraschen. aber von den Offiziellen vom FC Bayern hat sich schon einer zu Wort gemeldet der Präsident Heiner und er hat gesagt Auch mit ein bisschen Stichelei natürlich. Leider können sich unsere Fans nicht revanchieren, weil erst mal keine Meisterfeier von der Sechzehn-Sechzehnte ansteht.
also... Ja Aua! Aber ja natürlich reden Aber ich find's eigentlich einen guten Konter. Und ich muss auch sagen, ich finde ja solche ... Ich fand das schon ein bisschen witzig mit diesem Plakat. also da kommt niemand zu schaden. Das ist irgendwie so fanny... Ich hab ganz viele Social Media-Kommentaren so was gelesen wie die Sechzger mussten jetzt halt mal sowas machen damit sie immer wieder auf einer Meisterfeier stattfinden und so und ich find es sehr irgendwie witzlig unter...
Also ich find' das auch super! Das ist kreativ, wir haben alle ausgetrickst, das hat ja auch so ein bisschen was wie so ein Maibaumklau dass Sie alle überlistet haben, ist super So. und jetzt wollen wir euch mal mit ins Westend nehmen. Wir hatten dazu einen großen Text kürzlich in der Zeitung und auf der Homepage, da ging es darum dass die AfD im Westend keine Chance hat und er ist auch richtig großes Interesse gestoßen.
deswegen wollten wir hier auch nochmal darüber reden. aber bevor wir da genau einsteigen Lisa vielleicht kannst du einmal sagen was macht das westend für dich aus? wie würdest du das beschreiben? Ja, ich verbinde das Westend so mit jungen Leuten. Weil da einfach viele junge Leute wohnen, die ich kenne.
Also zur örtlichen Einordnung für alle, die jetzt nicht sofort wissen wo das West End ist. Man sagt auch Schwanthaler Höhe und es ist quasi so südlich von Hackerbrücke bis Donnersberger Brücke, da direkt südlig so. Da trist du voll meinen Weib, weil ... Ich hab ja früher im Westend gelebt und das war... Ich habe große Sehnsucht danach!
Also ich finde, dass ist ein richtiges Wohlfühlviertel wo noch die Leute auch voll normal und stabil sind. Und was auch dafür spricht, ist ja dass die AfD keine Chance hat, obwohl mitten im Westend eine große geflüchteten Unterkünfte ist. Kannst du mal ein bisschen erklären wie kann es sein? Ja sonst hört man hier häufig auf von Protesten wenn jetzt irgendwo große Geflüchtete Eröffnete eröffnet werden oder wenn geplant wird das sie irgendwo hinkommen sollen.
Im Westend ist es irgendwie anders Obwohl es sogar die größte geflüchteten Unterkunft in ganz München ist und auch eine Erstaufnahmezentrum. Das heißt, da kommen auch ganz viele Menschen zum ersten Mal an werden irgendwie aufgenommen. Und das ist wirklich ein riesiger Komplex. also man kann es jetzt auch nicht übersehen.
Es war früher mal ein Hotel und es ist ein riesiges Gebäude mit elf Stockwerken. Genau und direkt am Heimereinplatz? Ja genau! Und wie du schon sagst, sie hat da irgendwie keine Chance. Also die hat ja allgemein in München jetzt nicht krass viele Stimmen bekommen. Im Westend hast Sie vier Komma eins Prozent.
also sie hatten nicht nur wenige Stimmen sondern sie ist auch gar nicht erst zur Bezirks-Ausschusswahl angetreten. und unsere Kollegin Lisa Sonnabend hatte eben diese Reportage gemacht, die du gerade gesagt hast, die mega interessiert hat und hat so ein bisschen versucht rauszufinden woran das liegt.
Warum verfangen jetzt die üblichen AfD-Taktiken da nicht? Die machen es ja gerne, dass wenn irgendwo Geflüchtete sind das sie dann nutzen den Unmut der Leute um da dann Stimmung für sich zu machen und für die eigene Partei. Ja also das mit der Bezirksausschusswahl erstmal warum die da nicht angetreten sind?
Und zwar muss es für einen Kandidaten immer eine Versammlung mit drei Parteimitgliedern in diesem Stadtteil geben und im Westend wohnen nur zwei AfD-Mitglieder. Okay, war sie auch schon mal schön fürs Westend? Ja also das ist auch irgendwie krass und deswegen ging das allein halt deswegen schonmal nicht.
Sonst warum kommt die AfD da bei den Leuten irgendwie nicht an? Also das gibt natürlich nicht diesen einen klaren Grund. aber es gibt erstmal im West End so ein starkes Viertelgefühl einfach. Das haben die Leute so beschrieben, mit denen meine Kollegin vor Ort geredet hat. Da leben viele Kulturen und es ist auch so ein bisschen historisch gewachsen.
Also das Westend war früher das Scherbenviertel, das war Arbeitervierteln mit ganz vielen Sozialwohnungen. Mittlerweile ist es sehr gentrifiziert. Wie ich auch gerade schon gesagt habe, da wurden sehr viele junge Leute und es gibt viele Cafés und alles Mögliche. aber trotzdem prägt diese Geschichte des Westends noch immer.
Und auch in den Sechzigern sind da ganz viele Gastarbeiter angekommen aus Griechenland, Türkei oder Jugoslawien. Auch im Jahr twohundfünfzehn als die Flüchtlingswelle war ... Hat das West-Ensicht engagiert, hat ganz viele willkommen geheißen. Hat sich irgendwie ... hat Aktionen gemacht und das hat einfach einen sehr positiven Effekt.
also es herrscht da wohl ein großes Miteinander. Das hört sich ein bisschen nach einem Traum an wie Integration funktionieren kann tatsächlich. Also es gibt ganz viele Projekte, die eben Integration gezielt fördern und dieses Miteinander. In der Reportage kommen da ganz viele vor. ich habe jetzt einfach mal ein paar Beispiele mitgebracht.
zum Beispiel hat Lisa Sonnabend mit dem ehemaligen Pfarrer der Auferstehungskirche geredet. Bernd Berger heißt er und der hätte die Initiative das Westentkocht gegründet. Ja Essen verbindet ja auch. Tatsächlich wird nicht nur gemeinsam gegessen sondern es wird auch gemeinsam gekocht Und halt zum Beispiel auch mit den Geflüchteten.
Also die sind da auch integriert, der darf jeder mitmachen und er hat uns auch selber erzählt warum das ein Ort ist, der das miteinander fördert. Das Westendkocht ist so ein Community-Dinner, einen Mahlzeittreff, eine Begegnungsort. Im Moment findet es einmal Monat statt. wir kochen immer freitags. um halb vier kommen Menschen Gemüseschnippeln, die Tische decken.
Miteinander ratchen dabei und ab sechs ist dann das Essen fertig und dann kommen Menschen zum Essen. also man kann sowohl zum Vorbereiten als auch zum Essen kommen. Es kommen sehr verschiedene Menschen hiesige und auch Menschen aus anderen Kulturen. es sind alle Generationen eingeladen. also ein Begegnungs- und Verständigungsort.
Das hört sich ja nach einem schönen geleben miteinander an. was gibt's denn noch für Faktoren? Die die da zu diesem Erfolg führen? Also er sagt zum Beispiel auch, dass die Architektur des Westends auch zueinander anregt. Weil da gibt es ganz viele Wohnblöcke... ...die Innenhöfe haben und das kennt man jetzt natürlich nicht nur aus dem Westend, aber es sind halt alles so kleine Sachen, die dazu beitragen.
Und in diesen Innenhöfen spielen halt alle Kinder ausm Haus miteinander, die erwachsenen. Man trifft sich irgendwie mal beim Müll runterbringen. Ich meine, das kenne ich jetzt auch aus meinem Haus hier am Westkreuz! Ja, aber in so einer Stadt kann's ja schon nochmal anonym sein. also klar Ich wohne jetzt in Schwabing und ich kenne aus meinem Wohnblock, sage mal drei oder vier Nachbarn aus den verschiedenen Wohnungen die schon länger da sind.
Aber sonst ist da halt immer sehr viel Fluktuationen, es sind dauernd neue Leute da und so eine gewisse Anonymität ist das schon! Und wenn er so ein Ort der Begegnung ist im Innenhof dann ist es ja auch wahrscheinlicher dass man irgendwie mal miteinander redet und länger redet... ...und auch was übereinander erfährt.
Und meine Kollegin hat zum Beispiel auch mit Sibylle Stör geredet. Die ist die Vorsitzenden im Bezirksausschuss in der Schwanthaler Höhe, die hat sich damals zum Beispiel dafür eingesetzt dass eben dieses ehemalige Hotel zu dieser großen geflüchteten Unterkunft umgebaut wird. Und sie sagt auch, wie ich vorhin schon gesagt habe, dass Ausgrenzung auch deswegen kein Thema ist.
Weil das Viertel eben so multikulturell sei und eben auch weil die Integration der Geflüchteten einfach super funktioniert. also die gehen da draußen, die gehen zusammen auf dem Markt mit einkaufen man trifft sich irgendwie und es ist einfach so normal. Also und Sie sieht eben auch den Grund darin in den vielen Angeboten, die es gibt.
Ich glaube es ist, dass wir als Bezirksausschuss uns ganz vorne hinstellen wenn's darum geht zusammen zu halten. Wir sind ein buntes Viertel und wir schaffen viele Treffpunkte wo man sich austauschen kann damit einfach Rassismus Antisemitismus und Ausgrenzung überhaupt keine Chance erst haben. Das hört sich jetzt alles nach perfekter heitere Wäldern aber wir wissen ja perfekt.
das ist leider selten. Wie sieht es denn da aus? Oftmals wird ja dann angeführt, dass mehr Kriminalität kommt wenn mehr Geflüchtete da sind. Hat sich da was verändert im Westenten? Also die Polizei München sagt es gibt seit dieser geflüchteten Unterkunft einen Anstieg an Delikten dort. aber neunzig Prozent davon sind Ausländerrechtliche Verstöße das heißt Verstösse zum Beispiel gegen das Aufenthaltsgesetz also jetzt nichts was andere Leute betrifft sozusagen und die anderen zehn Prozent sind schon Körperverletzungen und Streitigkeiten.
Das führen sie darauf zurück, dass halt in so einem Gebäude, indem neunhundert Menschen auf sehr engem Raum untergebracht werden. Dass es auch zu Streit kommt. aber die Polizei zieht das Resümee, dass die Unterkunft keinen Einfluss hat auf das subjektive Sicherheitsgefühl der Anwohner. Was sagt denn die AfD selbst dazu?
Chancen los ist und nicht Fuß fassen kann. Ja, wir haben auch mit ihnen gesprochen. Genauer gesagt mit Jörg Schäfer der S-Fraktionsvorsitzender der AfD im Stadtrat. Und er hat am Telefon zu uns gesagt die Struktur des Vittels ist schon sehr rotgrün und die Bewohner sind der AfD einfach nicht zugetan.
Er sagt aber auch es muss ja nicht bei jedem Ankerzentrum Mord und Todschlag herrschen. Wie sehr es Proteste gibt, hängt auch von der Struktur der Einrichtung ab. In Einrichtungen, in denen weniger junge Männer zum Beispiel wohnen, die da alleine sind und dafür mehr Familien ist das weniger schwierig und gibt's weniger Probleme.
Ist das denn so? Im Westen sind da nur Familien und was unproblematisch ist in seinen Augen und keine jungen Männer, die gefährlich sind in seinen Augern! Tatsächlich ist es nicht so. In der Geflüchtlinge Unterkunft, also es gibt da zwei Gebäudetrakte und in dem höheren davon was ich vorher gesagt habe mit elf Stockwerken sind in den Stockwerkens drei bis elf allein reisende Männer untergebracht und im kleineren Gebäude in drei Stockwerke Frauen und Familien.
Also es sind deutlich mehr alle einreisende Männer dort untergebrach. Jetzt hast du ja schon vorher erwähnt dass ich mal im Sport war und da wird gerne mal die bisschen provokante Frage gestellt Was kann der große Fußball von anderen Sportarten? Wenn man das jetzt mal überträgt, was kann in Deutschland vom kleinen Westend lernen?
Also ich glaube dass wirklich Integration einfach Key ist. Die geflüchteten Menschen die dort untergebracht sind, die sind einfach sehr gut eingebunden so in dieses wohl sehr lebendige Stadtquartier. Die Anwohner sind ihnen positiv gegenüber eingestellt, was wahrscheinlich auch daran liegt, dass sie halt mit denen vielen Kontakt sind und deswegen einfach auch merken ja es ist ein Mensch wie du und ich Und das führt einfach dazu, dass die Geflüchteten sich halt auch wohlfühlen und das löst dann wahrscheinlich schon sehr viele Probleme.
Lisa jetzt haben wir zwei große Themen behandelt. aber was war denn sonst noch so in der Stadt los? Also es wurde ein Thema ganz krass diskutiert und zwar die ersten Sparmaßnahmen der neuen Rathaus. Koalition sind gedroppt quasi! Ja und zwar spart die Stadt ausgerechnet bei den Kitas. München streicht nämlich den kostenlosen Kindergarten für alle, auch die Kita-Beiträge werden steigen übrigens auch die Hundesteuer und Parkgebühren werden steigend und sozial schwache Familien sollen zwar weiterhin noch unterstützt werden aber den Mittelstand trifft sowas natürlich auch, die unter sehr hohen Mieten eh schon leiden.
Und wie gesagt, das war diese Woche ein sehr stark diskutiertes Thema. Wir haben es jetzt aber in Podcast trotzdem nicht als eins der zwei großen Themen gemacht, weil wir ja eine sehr junge Zuhörerschaft haben und uns nicht sicher waren, wie sehr interessieren euch denn so Themen? Wo's um Kinder geht oder um Familien?
Deswegen wollte ich nur jetzt einfach mal fragen, interessiert euch das denn? Also interessier'n euch Familienthemen? Gebt uns da voll gerne mal Feedback! Weil das hilft uns sehr mit der Auswahl unserer Themen. Nehmen wir sowas auch gerne mal öfter mit rein. oder wenn ihr sagt ne, wir haben alle keine Kinder.
Juckt uns nicht das Gittergebührensteigen dann wissen wir Bescheid. Ihr könnt uns als Kommentar auf Spotify schreiben oder auf Instagram bei Estet München oder per Mail. es gibt ganz viele Wege. Rieftaubentelefon. Genau könnte auch klopfen. Wir schreiben in die Schaunotes rein wie ihr uns erreichen könnt.
Und nachdem wir uns heute schon geilstig ganz lange im Westend aufgehalten haben, hat unsere Gastroreporterin Jackie ganz viele Westend-Gastrotipps für euch. Hey Menschen! Alle die im Westent wohnen wissen es natürlich längst. aber im Western kann man nicht nur wunderbar leben und wohn'n Es gibt dort auch einige gemütliche Cafés und ein paar coole Bars Im noch recht neuen Lille West.
in der Westendstraße kriegt ihr zum Beispiel Bagels & Sandwiches schon für unter zehn Euro. dazu überragend leckere vegane Kuchen Im Quilombo in der Goliéstraße konzentriert man sich dagegen auf Getränke. Die gibt es aber ebenfalls zu fernen Preisen, die ihr euch auch als Studis leisten könnt. und das Beste wer doch mal Hunger bekommt, der kann sich einfach irgendwo in der Nähe was holen und es im Quillombo essen – Biergartenprinzip!
Allen, die trotzdem mal aus dem West End raus wollen empfehle ich das Showmamao in Giesing. In der Borschen lautet das Motto an diesem Freitag bei gutem Wetter Manjare i Balare. Während der Happy Hour von der Uhr zu der Uhr kommt ihr das hauseigene Helle schon für nur drei Euro, dazu gibt es Italopob und Sandwiches.
Ich würde deshalb sagen Hinda und gönn euch! Und zwar geht es darum, dass ein neunachtziger Jäger sein dreitausend Quadratmeter Großes und etwa zehn Millionen Euro teures Grundstück in Großhadern nicht vererbt oder verkauft hat. Sondern er hat's verschenkt! Und zwar an die Stiftung Daheim im Viertel und auf dem Gelände sollen jetzt zwanzig bis dreißig bezahlbare Wohnungen entstehen.
Das finde ich mal richtig geil. Ja, ich find das so beeindruckend vor allem. Man hatet immer so oft...so die superreichen sagt immer so ja die machen ja nichts. Die superreichen Alten? Ja aber schau Es gibt noch die netten Die sagen, hey ich mach was Gutes mit meinem Geld. Ich spende da von zwanzig bis dreißig bezahlbare Wohnungen statt einer Villa.
Das ist schon krass! Sieht man mal was mögliches? Da muss der Dominik Krause nur noch neunvierzichttausendneunhundertachzigwohnung bauen. Produziert hat diese Folge Eileen Sandschuck. Redaktion ist Anna-Marie Salman, Jacqueline Lang, Linus Freimark, Heiner Effern und wir Tim Brack und Lisa Bögel. Redakzonschluss ist Dienstag der neunzehnte Mai um fünfzehn Uhr.