Holger ruft an

Holger ruft an ... wegen KI-Texten

Freitag, 19. Juni 2026 · 25 min

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Shownotes

Was macht Journalismus im KI-Zeitalter noch aus?
Gast: Techjournalist Gregor Schmalzried
Was haben Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt, Bundesdigitalminister Karsten Wildberger und Ex-Tagesspiegel-Chefredakteur Stephan-Andreas Casdorff gemeinsam? Sie alle haben Texte in deutschen Medien veröffentlicht, die offenbar maßgeblich von einer KI verfasst worden waren. Und seitdem diese Fälle an die Öffentlichkeit gekommen sind, diskutiert die Branche darüber, wie ein legitimer Gebrauch von Künstlicher Intelligenz im Journalismus eigentlich aussehen könnte.

Dabei geht es nur auf den ersten Blick darum, ob Journalisten KI bei der überhaupt Textarbeit einsetzen dürfen oder nicht. Schließlich nutzen heute die meisten Redaktionen bereits verschiedene KI-Tools. Die entscheidende Frage lautet: „Was macht Journalismus eigentlich im KI-Zeitalter noch aus?“ Reicht es, eigene Recherchen oder Gedanken in ein Sprachmodell einzugeben? Oder ist so etwas wie direkte Autorenschaft ein zwingendes Kriterium journalistischen Arbeitens?

„Der Journalismus definiert sich sehr darüber, dass wir menschliche Kompetenz zugänglich machen, dass wir eine menschliche Arbeit machen“, sagt der Techjournalist Gregor Schmalzried. „Und diese Arbeit unterscheidet sich von dem, was ein Chatbot raushaut. Wenn das aber im Endprodukt nicht mehr unterscheidbar ist, wozu brauche ich dann den Journalismus noch?“

Warum das Ergebnis häufig eben doch noch unterscheidbar ist, wieso automatisiert erstellte Texte trotzdem nicht das Ende des Journalismus bedeuten und welche Frage in der KI-Debatte wirklich wichtig wäre – darüber spricht Schmalzried in einer neuen Folge von „Holger ruft an“ mit Host Holger Klein.

Der Gesprächspartner:
Gregor Schmalzried ist Journalist und KI-Berater, Host und Teamlead von „Der KI-Podcast“ (ARD) sowie Buchautor von „Wir, aber besser“ (Goldmann Verlag). Er ist Lehrbeauftragter für Generative KI an der Hochschule Landshut und wurde für seine Arbeit mehrfach ausgezeichnet.

Der Host:
Holger Klein ist Podcaster und ehemaliger Hörfunkmoderator. Seit 2021 ruft er für Übermedien jede Woche bei Leuten aus der Medienbranche an, um mit ihnen über aktuelle Medienthemen und ihre Hintergründe zu sprechen.

Links:

• FAZ-Herausgeber Carsten Knop über die Fälle Voigt und Wildberger (faz.net/aktuell/politik/inland/faz-und-ki-waru…)

• Die Chefredaktion des „Tagesspiegel“ über den Fall Casdorff (tagesspiegel.de/in-eigener-sache-editor-at-lar…)

• Recherche der „Zeit“ zu Karsten Wildberger (zeit.de/politik/deutschland/2026-06/karsten-wi…)

• Benjamin Piel, Chefredakteur des „Weser-Kurier“, über den Einsatz von KI im Journalismus (kress.de/news/beitrag/153572-quot-dumm-nutzung…)

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Ich glaube, der Journalismus definiert sich halt am Ende des Tages auch sehr darüber, dass wir menschliche Kompetenz zugänglich machen. Dass wir menschenliche Arbeit machen und diese Arbeit unterscheidet uns von dem was einfach ein Chatbot von einer Sekunde auf die andere raushaut. Wenn das aber nicht mehr unterscheidbar ist im Endprodukt Warum brauche ich dann den Journalismus eigentlich noch?

Hallo hier ist Holger. Hi Holger! Du machst für die ARD den KI-Podcast? Da dachte ich, ich frage mal bei dir nach was hier gerade wieder los ist. Der thüringische Ministerpräsident Vogt hat Gastbeiträge von der KI schreiben lassen inklusive nicht existenter Expertenzitate. Digitalminister Wildberger ist ähnlich aufgefallen mit KI erzeugten Gastbeiträgen auch mit einer anderen Rede!

Der Tagesspiegel hat sich von seinem langjährigen Kommentator Kastdorf getrennt und nachdem aufgefallen war das er Texte von der Maschine hat schreiben lassen. FAZ und Handelsblatt haben die Gastbeitrage von Vogt und Wildberger depublikiert. Was passiert hier gerade? Warum ist die Aufregung gerade derart groß, habe ich irgendwas verpasst?

Ja es ist eine gute Frage. Weil sehen wir mal ehrlich, ich glaube ich saß die letzten zwei drei Jahre auch schon öfter im Publikum bei irgendeiner Veranstaltung und hab eine Rede gehört wo ich mir dachte also die ist doch jetzt sicherlich KI generiert Und bisher schien das irgendwie niemanden zu stören.

und jetzt auf einmal geht dann die Flutwelle los und ein paar Namen werden darunter begraben Passiert da, also warum ist das so? Was diskutieren wir gerade eigentlich? Ich glaube, wir diskutieren schon ein Stück weit die Zukunft des Journalismus und die Zukunft der geschriebenen und gesprochenen Wortes.

Also einerseits gibt es Beispiele in diesen Reden, die sind einfach nicht okay. Wenn beispielsweise in einer Rede jemand einen Zitat vorträgt was diese zitierte Person nie gesagt hat dann Ist das nicht in Ordnung? Oder es gab beispielsweise auch vor Kurzem in UK und USA den Fall, dass eine Rezension für einen Film oder ein Buch offensichtlich plagiiert war von einer anderen Rezention des Guardian.

Und die New York Times hat den Artikel dann natürlich zurückgenommen weil sie festgestellt haben okay da hat offensichtlich einfach nur ne KI sich diesen Originaltext geschnappt und den leicht umgeschrieben. Jetzt sind das aber Sachen Die würden wir bei Menschen auch nicht gut finden. Also ein Mensch darf sich ja auch nicht einfach Zitate ausdenken oder einfach Text plagiieren, aber ich glaube es geht hier um mehr.

Es geht nicht nur darum dass jetzt sozusagen KI generierte Fehler in diesen Texten aufgetaucht sind sondern es geht um die Frage Darf man denn eigentlich mit KI schreiben? Ja nein und da verhärten sich die Fronten gerade ziemlich schnell. Du hast ja eben selber gesagt du hättest schon so in manchen Vortrags gesessen und gesagt KI erstellt.

Ich hatte jetzt auch bei den Leuten also jetzt Fokast auf Wildberge Jetzt nie den Eindruck gehabt, dass deren vermeintliche KI-Texte irgendwie schlechter gewesen wären als was diese Leute sonst so raushauen. Im Grunde ist das doch nichts anderes als das gute alte Ghostwriting und es gibt's doch seitens Writing gebt.

Hat aber früher kaum jemanden interessiert? Warum ist die Maschine jetzt der fragwürdigere Ghostwriter? eine spannende Frage, weil ich glaube auch wenn Ghostwriting ist ein guter Analogie oder... Ich habe auch schon, wenn ich ehrlich bin ziemlich gute Ideen von Freunden und Familie bekommen. Und die dann in meinen Texten weiterverarbeitet.

Das hat das hat in dem Sinne auch niemandem gestört! Ich glaube der Journalismus definiert sich halt am Ende des Tages auch sehr darüber dass wir menschliche Kompetenz zugänglich machen, dass wir Menschliche Arbeit machen und diese Arbeit unterscheidet uns von dem was einfach ein Chatbot in von einer Sekunde auf die andere raushaut.

Wenn das aber nicht mehr unterscheidbar ist im Endprodukt, wenn das Endproduk sozusagen am Ende doch von der KI geschrieben wird, warum brauche ich dann den Journalismus eigentlich noch? Warum braucht denn überhaupt eine persönliche Perspektive, wenn ich das einfach direkt vom Chatbot bekommen kann? Das schätzt sich schon die Sorge, die da gerade viele damit verbinden.

Ich würde dabei ja bei einer Sache widersprechen und zwar glaube ich schon dass manche dieser Texte nicht sehr gut waren. also ich habe eine Stelle gesehen von dem Text über Klaus Wurbereit, von Mario Vogt. Die ist interessant weil die so sehr KI-mäßig schlecht ist. also da kommt dann dreimal innerhalb von einem Absatz die Formulierung vor etwas ist nicht das es ist das erbart nicht um Verständnis erstellte fest dass ist kein Markel es ist Teil meiner Person und so weiter Und das ist schon nicht sehr gut.

Also das einfach kein guter Stil. Das würden wir auch eine Menschen angreiten. Macht das Format einen Unterschied? Wäre der Maschinelle Ghostwriter bei einer Reportage fragwürdiger als bei einem Kommentar oder einer Nachricht. Ich glaube, wo am wenigsten angreifbar wäre, wäre natürlich bei allem, was Gebrauchstexte sind.

Die Diskussion hatten wir ja schon vor ne Weile, als es schon vor GPT um Roboterjournalismus ging und automatisierte Börsennachrichten, um Live-Ticker usw., da war immer der Pitch. Dann kann die KI viel schneller und auch in quantitativ höherer Schlagzahl mehr Artikel verfassen, mehr Inhalt verfassen.

Ich bekomme beispielsweise nicht erst ein paar Minuten oder Stunden nach dem Abwiff des aktuellen WM-Spiels eine Analyse, sondern sofort. Da könnte man sagen, das ist ja schon gut! Das liefert mir einen Vorteil als Leser, den ich sonst nicht hätte. Aber bei einem Meinungsbeitrag oder tatsächlich auch bei einer Reportage ... müsste ich das anders sehen, weil die lese ich ja um ein bisschen reingucken zu können in den Kopf des Autoren oder der Autorin.

Und wenn die das einfach outsourcen an eine KI? Warum muss ich mir denn nicht mühe machen? Aber ist es so? also guckt man will man in den kopf des autoren. also ich gebe zu Ich gehöre zu den Leuten denen autorennamen weitestgehend egal sind. ich weiß hinterher immer nicht wer hat eigentlich den artikel geschrieben den ich da gerade gelesen habe.

mindestens neunzig prozent für mich. noch mehr der fälle wenn ich jetzt Hingehe, ich recherchiere selbst. Ich entwickle meine Thesen selbst. Lass mir das aber von der Maschine koherent formulieren! Hab' ich deinen falschen Journalismus betrieben? Also ich persönlich hätte überhaupt kein Problem mit so einem Text vermute ich.

Ja wenn die Frage ist halt is er gut oder nicht? ja es ist ein guter Text. am Ende des Tages wärst du wenn Du den liest zufrieden damit. was ist denn ein gutter text überhaupt? da sind wir schon ja. also ich habe total viel sympathie für deine für dein standpunkt. ich glaube auch Ich kann mir schon vorstellen, dass wir auch in fünf Jahren auf diese ganze Debatte zurückschauen und sagen werden was haben wir denn damals diskutiert.

Also das ist ja völlig aus der Zeit gefallen! Es gibt auch diese Geschichten. wenn man sich die ersten paar Queen Alpen anguckt da haben sie immer noch drauf geschrieben. übrigens bei der Produktion dieser Alpen haben wir keine Synthesizer benutzt. Das das war, das galt mal als so eine Art Gütesiegel.

Und natürlich dann Jahre später. heute ist das vollkommen absurd diese Vorstellung dass nur weil ein Synthesizer benutzt wird es ja nicht schlechte Musik. Ich habe da voll Sympathie dafür dass das das so kommt. ich glaube aber schon dass KI auch einfach ne Gleichförmigkeit oft erzeugt die dann auch auf die Nerven geht.

also ich persönlich merke das schon auch bei vielen Texten die ich so lese. Ich meine, ich hab sehr viel mit KI zu tun. Ich schreibe sehr viel damit und dann bekommt man auch so einen Sinn für typischen KI-Stil. Und dazu gehört beispielsweise sowas wie das ... Das ist nicht das, es ist das! Oder es gehört dazu, dass die KI gerne sagt, dass sich etwas verschiebt.

Ja? Das war auch in dem Woeverreit-Zitat. Da steht auch irgendwas drin, wie damit verschiebt sich der Debatte oder so. Besonders gern verschieben sich Dinge leise. Sobald einem solche Marker immer wieder auffallen und man dann nen Text liest oder eine Rede hört, oder einen von mir aus auch Social Media Post entdeckt.

Der offensichtlich in so nem Stil abgefasst ist? Dann in meinem Kopf werd ich den sofort ab! Das hat was Billiges... das hat dann irgendwas ein bisschen schludriges auch. Und ich freu mich jedes Mal welchen Text lese wo mal nen Semikolon drin ist weil ich hab noch nie ChatGPT-ein-Semikolon machen sehen und weiß aha da hat sich jetzt jemand hingesetzt und wollte dieses Semikolon wirklich drin haben in dem Text.

Das ist jetzt dein Problem und das ist mein Problem, aber ist es auch das Problem des Publikums? Weil einer der Jobs des Journalismus ist sich ans Publikum zu verkaufen. Und wenn die Leute so was gerne lesen diese Gleichförmigkeit, diese nervende Gleichförmykeit wie du gesagt hast also die schlechten Texte hat den Journalismus dann nicht vielleicht trotzdem seinen Job gemacht?

Da gibt's zwei Antworten drauf. Es gibt immer wieder Studien, die zeigen das. wenn man Leute fragt wie finden sie es? Wenn ihr Text KI-generiert ist den sie da lesen oder auch finden Sie dass KI generierte Texte gekennzeichnet werden sollten Dann sagen Leute immer ja und wenn man denen dann ein Gedicht zeigt Oder einen Text oder auch ein Bild Und dann schreibt man drunter dass es übrigens KI generiert dann finden leute das schlechter Und zwar ganz egal, ob es wirklich die KI generiert hat oder nicht.

Also auch menschliche Kunstwerke, menschliche Texte werden auf einmal weniger gut gefunden wenn wir drunterschreiben. das ist von der KI. Wir finde ich auch irgendwie ganz nett so. also ich finde wir Menschen können uns da auch mal ein bisschen Arroganz erlauben. vielleicht Das ist die eine Antwort. Die andere Antwort ist halt die was passiert Wenn diese Kategorien gar keinen Sinn mehr machen?

weil okay gut dann sage Ich möchte Vielleicht Keinen Zu Einhundert Prozent KI Generierten Text. Aber was ist mit einem Text, wo ich noch mal eine KI drüberlaufen lasse die ein paar der Formulierungen ein bisschen sauberer macht? Oder okay dann sage ich gut jetzt habe ich ein paar Formulierung sauber gemacht.

Jetzt lass sich vielleicht diese Stelle nochmal umschreiben weil sie war vorher ein bisschen konfus und jetzt wirds sie klarer Und so kann man das ja Schritt für Schritt weiter treiben und dann irgendwann am Ende hat man einen Text der quasi komplett aus der KI kommt. Wo isst sozusagen die Schwelle? Das ist auch eine Frage.

Da hat der AI-Act, der ja die Kennzeichnung von KI... Wie für Warn, die du beschreibst? Der AI Act verlangt Kennzeichnungen von Inhalten aber er hat nicht wirklich ein Antwort auf diese Frage wo beginnt denn eigentlich die menschliche Schöpfungshöhe und wo hört sie auf? Ist natürlich ne Debatte, die wir bei den Plagiaten auch schon immer so geführt haben und wo wir uns vielleicht einfach damit abfinden müssen dass es keine klare Grenze gibt.

Es heißt ja auch gerne, am Ende würde ihr immer einen Mensch entscheiden. Selbst wenn die KI den Text schreibt, da guckt ihr immer noch mal ein Mensch drüber ob das in Ordnung ist und was plausibel ist oder ob das größere Medien leisten sich ja dann auch tatsächlich. Archive berühmt die Dokumentation beim Spiegel zum Beispiel.

Woher weiß aber dieser Mensch dass er einen guten Text vor sich hat? Wenn er immer nur KI-Texte vorgelegt bekommt? ich bleibe auf deiner schiefen Warnmerk so. Da sind wir, glaube ich auch bei der ganz große Frage. Was ist eigentlich mit dem Nachwuchs? Wenn wir die Leute in Zukunft gar nicht mehr Texte schreiben lassen weil dir das einfach der KI geben, lernen sie dann überhaupt was einen guten Text ausmacht.

Ich habe da glaube ich keine Antwort darauf auf diese Frage aktuell. Ich glaube dass es da sehr hilft wenn man tatsächlich gute Texte liest und bislang ist es so, dass die KI wirklich gut Text produziert. also das Beste was sich gelesen haben in den letzten Jahren das immer noch sehr menschlich. Und das, was die KI halt gut kann... Das sind Gebrauchstexte sag ich mal.

Also in kürzester Zeit auf engem Raum die wichtigsten Informationen zusammenfassend. Das kann die KI fantastisch! Das kann sie ehrlich gesagt besser als der Mensch weil es auch noch viel schneller macht und für viele größere Datenmengen usw. Aber was Interessantes schreiben? Perspektive aufmachen usw.. Da braucht es immer noch den menschlichen Input.

dass habe ich zumindest meine Erfahrung aus den letzten Jahren. Immerhin hat der thürnische Ministerpräsidenten Gastbeitrag in die FAZ bekommen, inklusive Experten-Zitaten, die die Maschine reinhaluziniert hatte. Kann es sein dass sie doch gut genug sind? Zumindest für so Meinungsstücke? Döpfner, der Chef... Der Achsen-Sprenger-Chef hat angeblich also behauptet er ich weiß nicht ob's wahr ist, behauptete er das er innerhalb von Sekunden einen kompletten Meinungsbeitrag zum Thema Die FAZ hat Text von Vogt depublikiert geschrieben hätte Und er liest sich halt wie ein Döpfner Text, ne?

Ich hab den gelesenen Text. Ich fand ihn nicht schlecht eigentlich. also er meinte unten steht dann ja drin dass das quasi einfach nur generiert worden sei mit dem Prompt. gibt mir mal bitte eine Replik die diesen ersten Text komplett entkräftet und ich finde den Job... Fulminant! Denkst du? Ful minant, pardon, genau, ja Also ich find' den Job macht der Text ganz gut.

Ja also da sind wir wieder im Bereich Gebrauchstext Also einen Text der einfach eine Funktion erfüllt. Von mir aus, ja. Aber ich kann mich nicht vorstellen dass wir am Ende des Tages nur Gebrauchstexte haben wollen weil die kriegen wir ehrlich gesagt auch selber von der KI. wenn ich die besten Argumente möchte warum es in Ordnung ist KI den Journalismus einzusetzen dann kann ich ja auch einfach selbst ChatGPT oder Claude fragen und er erzählt mir das gleiche Warum muss sich da noch auf die Webseite der Welt gehen um mit dem Text dadurch lesen?

Es macht keinen Sinn. Das geht hier um die Frage der menschlichen Autorschaft. Du hast eben selber gesagt Eventuell lautet die Frage, warum brauche ich überhaupt menschlichen Journalismus? Weigern wir uns diese Frage zu diskutieren. Vielleicht ist das Journalismus ja wirklich eine Leistung... ...die nicht von Menschen erbracht werden muss!

Weil der hat ja angenehm feste Kriterien auch und die lassen sich gut algorithmisieren. Aktualität, Nähe usw.. Ja also wenn jemand gefährdet ist dann ist es aber wahrscheinlich tatsächlich der Kolumnist interessanterweise. Also rein so vom Endprodukt her glaube mit Leuten reden. Ja vor Ort sein, irgendwo Eindrücke sammeln das ist ja was... Das kann die KI schlecht!

Die kann sich vielleicht ausdenken wie das da war aber das will ich dann nun wirklich nicht lesen. und ich könnte mir schon eine Zukunft vorstellen und ehrlich gesagt auch nicht in weit entfernter Zukunft weil technisch geht das ja schon alles und man sagt okay dann schicken wir mal die jungen Nachwuchsleute anstatt dass wir den ganzen Tag SEO machen lassen oder irgendwelches Community Management.

Wir schicken die auf mehr Events, wir schicken sie mehr zu den Leuten. Wir lassen die mehr reden und auf dem Rückweg in der U-Bahn oder von mir aus auch zu Fuß oder wo auch immer man da gerade ist, diktieren die einfach ihre ganzen Gedanken in die Maschine. dann sagen die also ich war da das fand ich interessant.

Ich habe noch dieses Interview geführt. Da fand ich besonders interessant Die Stelle in der der Bürgermeister das und dass gesagt hat. Und dann schmeißt man die ganzen O-Töne mit rein, vielleicht die Bilder, die man da aufgenommen hat und lässt die KI am Ende einfertiges Produkt bauen. Und natürlich nicht nur einfertiges Produkt sondern eines was in vielen verschiedenen Medienformen konfektioniert werden kann also als Kurzpodcast zum Anhören, vielleicht auch zum Anschauen als Artikel, als langer Artikel usw.

Und wenn da so viel Input drin ist weil die Person ja da war und weil die person auch ihre eigenen Gedanken mit reingebracht hat über was sie denn wirklich spannend fand an diesem Termin Das finde ich, glaube ich ganz cool. Also ich fände es dann nicht schlecht, dass sich auch so eine Reportage vielleicht lesen kann wenn ich gerade im Auto bin und nur was zuhören kann das ich dann eben die akustische Version davon kriege usw.

Das finde eigentlich gar nicht schlecht. Böck natürlich die Gefahr, dass die Redaktion dann noch stärker ausgedünnt werden. weil soll mir mal niemand erzählen, dass wenn die Maschine die Meisterarbeit macht, ich da nicht direkt ein paar Leute nicht mehr weiter beschäftige Oder wir können halt mehr damit machen.

Wir können ja auf einmal, weil wir mehr Leute für diese Aufgaben abstellen können auch Geschichten-Cover'n die sich sonst vielleicht nicht gelohnt hätten, weil man gesagt hätte warum soll ich die Person da hinführen? Ich glaube die Frage wie viele Leute brauchen wir hat eigentlich wenig mit dem Job selber zu tun oder was man den Tag übermacht sondern eher mit der Nachfrage.

also das ist eine wirtschaftliche Frage von Wie viel Geld nimmt man ein und wieviel Leute kann man damit bezahlen? Die Geschichte dass Technologie Aufgaben übernimmt, die früher Menschen gemacht haben. Und dass wir uns dann Sorgen gemacht haben, dass insgesamt weniger Leute eingestellt werden. Das ist so alt wie die Geschichte der Technologie selbst und es hat sich ehrlicherweise bislang nie bewahrheitet.

also wenn man einem Buchhalter oder dem Steuerberater von vor fünfzig Jahren gezeigt hätte was die Leute heute zur Verfügung haben um damit zu arbeiten der hätte gesagt ja da muss ich nur noch zwanzig Minuten am Tag arbeiten und den Rest macht die Maschine. tatsächlich haben Buchhalte und Steuerberata mehr zu tun als je zuvor.

Eher eine Frage der Nachfrage sozusagen. Wie viel Inhalt verlangt der Markt? Und was ist ja bereit dafür zu bezahlen oder sich anderweitig dafür monetarisieren? Das klingt mir jetzt insgesamt so, als würdest du die Frage nach der Autorschaft gar nicht so dramatisch finden. Es gibt natürlich ne ganz juristische Frage dabei nämlich nach Urheberrecht und so weiter.

da bin ich aber leider nicht der Nummer eins Experte dafür. Ich glaube diese Schöpfungshöhe wo die liegt Die liegt bei jeder Person anders. Offensichtlich hat man bei Queen der Band in den siebziger Jahren gesagt, wer ein Synthesizer drückt, der schummelt und der ist nicht wirklich der Urheber von diesem Sound.

Und dann irgendwann haben wir uns geeinigt vielleicht sind wir doch eigentlich ganz okay damit dass man einen Synthesarcer drückt weil es drückte immer noch ein Mensch die Taste. und so eine ähnliche Diskussion führen wir gerade. ja also Wir fühlen halt gerade die Diskussion. reicht denn ein prompt und sei Es ein sehr ausführlicher sehr persönlicher sehr detaillierter prompt um als Urheber eines Texts zu gelten.

Ich kann mir schon vorstellen, dass das so ist. ja ich kann ja auch Fotograf sein und ein Foto ist meins mein Werk obwohl ich eigentlich nichts anderes gemacht habe. also was zu fotografieren was schon da ist. trotzdem ist da ja eine Schöpfungshöhe dabei. andere Leute sehen das anscheinend ein bisschen kritischer.

es gibt Leute die wären da vorsichtiger. natürlich ist es glaube ich auch innerhalb der Medienbranche Und innerhalb einzelner Medienhäuser ganz gut, wenn man sich darauf einigt wo man persönlich oder als Unternehmen diese Grenze zieht. Aber am Ende zieht diese Grenzen wahrscheinlich das Publikum und ich persönlich bin glaube ich ganz okay damit, wenn ich zumindest bei textbasierten Sachen auch mal ab und zu was von der KI lese solange es halt nicht schlecht ist ja so lange da nicht die ganze Zeit dass es nicht das ist dass drin steht Man gibt ja seine Medium.

Bei Politikern ist es natürlich noch wesentlich stärker. man gibt ja einen Vertrauensvorschuss Und wenn der natürlich öfters mal unterlaufen wird durch schlecht gestaltete Text oder schlecht gestalte Beiträge durch eine Maschine, dann wirkt sich das ja auch wieder finanziell aus letztendlich. Interessanterweise bei den Politikern weiß ich es wiederum nicht weil also ich weiß nie ob die Politiker in der Bundesrepublik in den letzten Jahrzehnten durch besonders geschliffene und faszinierende Reden aufgefallen sind sondern das scheint mich schon eher in Richtung Gebrauchstext zu gehen.

aber Ich konnte mir bisher immer sicher sein, dass der Mist, den Sie reden auf Ihrem eigenen Mist gewachsen ist. Naja oder dem Mist des Redenschreibers wahrscheinlich in den Allermeisten. Oder eben das ja? Also würde ich mir keine allzu großen Illusion machen... Ich schätze halt die Rede unterscheidet sich nochmal ein bisschen dadurch, dass sie ja also ein mündliches Medium ist und ich glaube da würde ich und sicherlich auch die meisten Leute noch mal eine größere Hürde davor setzen.

Also ich würde eher einen KI-generierten Text von jemandem lesen, glaube ich als einer komplett KI generierten Stimme von jemandm zuhören. Das ist vielleicht auch wieder eine persönliche Einschätzung und ich meine Ich bin ja auch Podcaste also vielleicht bin ich da befangen in dieser Frage. Aber die Stimme ist insbesondere das insbesondere der Dialog wie wir den jetzt gerade führen Die lebt ja auch von der Reibung die lebt von dem was im Moment passiert mit dem man vielleicht nicht rechnet.

dass lässt sich Entweder nicht faken oder wenn man ist fake, dann ist es so artificiell. So gezwungen – so unnatürlich! Dass man da gar keinen Bock drauf hat.". Jetzt reden wir die ganze Zeit über Autorschaft und du sagtest ja in ein paar Jahren werden wir wahrscheinlich auf diese Zeit jetzt zurückblicken und die Köpfe schütteln wie wir auf alte Queen-Platten gucken?

Während wir diese Frage diskutieren und sie möglicherweise längst beantwortet ist oder vielleicht auch gar nicht so schlimm dass man sie diskutieren müsste... Welche KI Fragen bleiben denn da eigentlich liegen?! Worüber würden wir viel besser mal diskutieren? Also letzte Woche die andere große KI-Story war ja, dass die USA den Zugang zu Claude Fabel V dem neuen Modell von Entropic vor allem nicht Amerikaner verboten haben.

Was dazu geführt hat das Entropic einfach das Modell für die ganze Welt ausgeschaltet hat weil das aktuell nicht wirklich möglich ist es voneinander abzukoppeln. Das ist in meinen Augen tatsächlich eine interessantere Frage. also Mit KI haben wir eine sehr wertvolle und sehr mächtige neue Technologie, die natürlich auch eine wesentliche Rolle spielen wird für Allerlei-Unternehmen in der Medienbranche aber auch außerhalb davon.

Wenn wir auf einmal abhängig sind davon dass jemand anderes für die für uns baut Und dann entweder kriegen wir sie gar nicht mehr oder wir kriegen vielleicht sogar irgendwann ne KI ja Wir wissen was alles passieren kann Die von vornherein mit einem kleinen politischen Programm versehen ist mit einer Agenda Dann würde ich mir ganz gewaltige Sorgen darüber machen, wenn jemand was mit KI schreibt.

Du meinst Grog? Ja, Grog ist so das prominente Beispiel dafür. Ist ja immer sympathisch, dass auch Elon Musk's KI sich nicht an Elon Musk hält. Man kriegt die schon gut dazu, dass sie eine eigene Meinung entwickelt. Aber das kann natürlich alles passieren und es wird alles passieren! Die gleichen Diskussionen über Social Media geführt haben, über Suchmaschinen... Das gesamte Internet werden uns bei KI wahrscheinlich noch mal potentiert verfolgen.

Und das finde ich eigentlich die spannende Frage, nicht einfach nur ist da jetzt KI drin ja oder nein? Weil mein Gott am Ende wird überall ein bisschen KI drin sein glaube ich. aber was für eine KI? und wie sorgen wir dafür dass wenn wir diese KI so tief integriert haben in unsere Arbeit was kommen wird und was auch ein bisschen kommen muss würde ich sagen Wie sorgen wir dazu dass wir weiterhin die Kontrolle und das Vertrauen in diese Systeme bekommen insbesondere hier in Europa?

Warum muss diese tiefe Integration kommen in unserer Arbeit jetzt? Die muss glaube ich kommen, weil das letztlich die Produktivitätsgeschichte ist der nächsten Jahre und Jahrzehnte. Also natürlich muss das nicht kommen im gleichen Sinne indem ich heute immer noch auf einem Notizblock notizen machen kann Und wie die drei Fragezeichen Kassetten auf alten Tonbändern aufnehmen kann.

ja Ich muss auch nicht digital arbeiten aber Das wird mittelfristig Ein sehr wesentlicher Teil unserer Arbeitsweise sein. Wir werden nicht mehr reden über KI, wir werden nicht sagen ich habe was mit KI gemacht, wir würden einfach nur sagen ich hab halt das gemacht, was ich gemacht habe. Genauso wie wir uns heute nicht hinsetzen und sagen so ich benutze jetzt die Tastatur und die Maus sondern ich mache halt einfach was ich machen möchte ja?

Ich schreibe eine E-Mail, ich recherchiere zu einem Thema. KI wird ein völlig selbstverständlicher Teil davon sein. sich dem zu verschließen, ist vielleicht das allergrößte Risiko. Insbesondere weil der aber natürlich dazugehört im richtigen Moment auch zu wissen war man etwas eben nicht auf die Art und Weise löst.

also man ist ja auch nicht ein besserer Internetnutzer indem man jemandem eine WhatsApp-Nachricht schreibt, der einen Meter entfernt sitzt so sondern in dem moment weiß ich es ist wahrscheinlich besser. Ich fragt den jetzt persönlich. Und bei KI gibt's die gleichen Fragen Es gibt die gleichen Aufgaben.

Bei denen ist vermutlich besser, es die Analogelösung zu wählen. Wir wissen nur noch nicht hundert Prozent welche das sein werden.". Und dort gibt's auch reichlich über Medien zu lesen, bis wir in der nächsten Folge auch wieder über Medien reden. Ich bin Holger Klein und danke für die Aufmerksamkeit!

Als Leute, die mal kurz auftauchen, die Löcher in den Bauch fragen. Vielleicht sie nicht mehr vorgestellt haben vorher und dann wieder abdüsen. Und wer weiß was mit dem machen, was du denen gesagt hast? Das führt bei vielen Menschen nicht gerade zu einem steigenden Medienvertrauen. Wir haben zwar in Deutschland noch ein relativ gutes Medienvertrauen von ungefähr die Hälfte der Gesellschaft vertraut uns aber viele Vertrauen uns halt auch nicht mehr.

Und dieses Spiel, und deswegen wird es halt auch unter anderem von der DPA empfohlen. Das soll eben auch dazu beitragen Vertrauen wiederherzustellen oder überhaupt jemals herzustellen in die Arbeit von Journalistinnen und Journalisten – in Medienmarken vielleicht! Die diese Spiele dann bei sich zu Hause ausrichten.

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