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Shownotes
Bom dia von der Algarve! Hertha BSC hat sich eine Woche lang an der portugiesischen Südküste für den Start in die Rückrunde gegen Spitzenreiter Schalke 04 in Form gebracht. Gleich die ersten Wochen der zweiten Halbserie sind von brisanten Duellen mit direkten Aufstiegskonkurrenten geprägt.
Über diese Themen und vieles mehr spricht Morgenpost-Sportredakteur Paul Gorgas diesmal mit einem ganz besonderen Gast: Innenverteidiger Toni Leistner hat sich am Rande des Camps in Portugal Zeit genommen, um im Podcast Einblicke ins Trainingslager zu geben und von der Arbeit mit Coach Stefan Leitl zu berichten.
Darüber hinaus geht es um Leistners persönliche Zukunft, seine Hochform in der Hinrunde, den neuen Zusammenhalt im Team, Arbeit in einer Ehe, Tipps für junge Spieler, böse Blicke beim Elternabend und die richtige Anwendung von Hautcreme.
Viel Spaß beim Reinhören!
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Hallo und herzlich willkommen zur ersten Folge des Immer-Härter-Podcasts im Jahr 2026 und es ist gleich eine ganz besondere Folge, denn wir nehmen hier im Trainingslager von Hertha auf an der Algarve in Portugal und wir haben einen besonderen Gast, über den ich mich sehr freue. Toni Leistner ist bei uns und wird heute im Podcast vom Trainingslager berichten, aber hoffentlich auch von vielen anderen Dingen.
Schön, dass du da bist. Herzlich willkommen. Hallo und gesundes neues Jahr. Ja, das kann man auf jeden Fall noch so sagen. Das passt ganz gut. Wir haben euch viel auf dem Platz gesehen. Ihr habt viel trainiert. Ihr habt aber mal den Untergrund gewechselt und seid auf eine Kartbahn ausgewichen. Wie lief das denn?
Ja, ich muss sagen, für mich lief es eigentlich ganz gut, bis zu dem Zeitpunkt, wo ich dann wahrscheinlich ein bisschen zu gierig wurde. Im Qualifying bin ich nur Zwölfter geworden, habe es aber ins große Finalrennen geschafft, bin dann direkt von zwölf auf, ich glaube, drei gefahren, habe dann noch den zweiten Platz geholt, dann hat Semmy mich wieder überholt und dann wollte ich ihn in einer Kurve nochmal knacken, Aber habe mich dann leider gedreht und dann ist es am Ende dann leider nur der vierte Platz geworden.
Ja, okay, knapp am Treppchen vorbei, aber war quasi alles oder nichts. Ja, no risk, no fun. Hauptsache, den Trainer habe ich in der Mail gelassen. Sehr gut. Wie weit oder dürfen wir das nicht offenlegen? Ja, er war am Qualifying, war er noch vor mir auf dem elften Platz. Er meinte, wir gucken uns das in Ruhe von hinten an.
Und nachdem die Leute da gesagt haben, dass wir in der ersten Kurve ein bisschen ruhig fahren sollten, wusste ich, erste Kurve ist für mich Vollgas. Und deswegen habe ich so viele Plätze gut gemacht. Ich muss auch sagen, ich hatte ein sehr gutes Kart. Und ja, keine Ahnung, im Rückspiegel habe ich ihn nicht mehr gesehen.
Fährst du gerne Auto? Ich fahre gerne Auto, ja. Kart sehr selten, aber wenn, dann glaube ich, stelle ich mich ganz gut an. Ja, also spricht er dann auf jeden Fall dafür. Es klang so ein bisschen so, als würde das ganz schön auf die Arme gehen. Also im Vlog klang es so ein bisschen so, als würde man da die Fliehkräfte richtig spüren.
Oder spürst du eher die Beine? Das hat wahrscheinlich Dennis gesagt, weil er so kleine Heidelbeer-Pflückärmchen hat. Aber bei mir ging es eigentlich mit den Armen, bei mir ging es eher mit den Rücken. Aber hat wahrscheinlich was ein bisschen mit meiner Größe zu tun. Ich quetsche mich da ein bisschen mehr in das Kart rein.
Und ja, aber im Endeffekt sind das einmal 15 Minuten, einmal 20 Minuten. Das hält man schon aus. Ich frage natürlich auch deswegen, weil am Ende des Trainingslagers, und das können wir, glaube ich, offenlegen, wir sind hier schon ein paar Tage in Portugal, Da spürt man glaube ich schon so an einer oder anderen Stelle im Körper die Belastung auch. Wie sieht es da aus bei dir?
Ja, es geht. Wir haben vier Physios mit, die uns da gut behandeln. Und wir haben hier gute Regenerationsmöglichkeiten. Und ich glaube, da achtet auch jeder auf seinen Körper und pflegt sich auch gut. Und ich muss sagen, ich fühle mich topfit. Ich habe jetzt keine Wehwehchen. Klar, man bekommt irgendwann Schlag ab, aber das gehört dazu.
Und steckt man auch schnell weg, aber es ist jetzt nicht so, dass irgendwas extrem zwickt oder mich blockiert und deswegen kann ich nur für mich sprechen, dass ich da echt extrem gut wieder aus der Winterpause gekommen bin und auch gut durch die Woche. Ich glaube, du hast mal gesagt, es müssten über 30 Trainingslager insgesamt schon sein, die du absolviert hast in deiner Karriere.
Wie passt man sich da an im Laufe der Jahre? Gibt es da so Tricks, dass man so eine Woche, anderthalb im Sommer besser durchsteht physisch? Ja, man macht es natürlich anders jetzt als vielleicht, als man jünger war. Jetzt habe ich Familie, jetzt bin ich oft am Handy und facetime mit der Familie, damit ich meine Mädels überhaupt mal sehe.
Und das muss ich damals nicht machen. Damals hing ich dann gefühlt nur vor dem iPad, habe irgendwas geguckt oder wir haben als Mannschaft was gespielt. Ja, deswegen hat sich das für mich persönlich ein bisschen geändert, Aber sonst ist gefühlt auch jedes Trainingslager gleich. Man sitzt viel zusammen, man erzählt viel Blödsinn.
Wenn man sieht, wie lange wir meistens noch an achtem Abendessen da sitzen und uns irgendwelche Storys von damals erzählen oder uns irgendwelche Quizfragen stellen. Das macht schon Spaß und das gehört halt zu so einem Trainingslager dazu. Aber dass sich grundlegend etwas verändert hat, kann ich nicht sagen.
Es ist alles anstrengend. Es geht immer um Fußball. Und ja, das ist die Hauptsache. Es klang jetzt ein bisschen durch bei den Kollegen auch, dass die Trainingslager unter Stefan Leitl schon durchaus anspruchsvoll sind, auch für den Kopf, aber auch körperlich vor allem. Wo auf der Medizinballskala, so zwischen 1 und Felix Maggert, liegt da Trainingslage mit Stefan Leitl?
Ich hatte ja Felix Maggert, seinen Ziehsohn mit Bernd Hollerbach in Belgien. Deswegen ist, glaube ich, wenn man das einmal da mitgemacht hat, dann ist alles andere leichter, sage ich jetzt mal. Nicht Pippi-Fax, aber leichter. Aber das sind natürlich schon intensive Trainingseinheiten. Es geht gut zur Sache. Man merkt, dass jeder in die erste Elf rein will.
Und deswegen, da brauchen wir auch diese Duelle, dass wir kleine Nicklichkeiten haben auf dem Platz, dass wir uns gegenseitig necken, wenn man mal verliert oder wenn man so ein Turnier gewinnt, dass man mal mit einer breiten Brust aus dem Training rausgeht. Und ich glaube, das gehört einfach dazu. und das zeigt auch, dass das Team lebt und ja, dass man sich auch gut auf das.
Was kommt, vorbereitet. Der Zusammenhalt wird immer gern hervorgehoben, gerade auch in dem Team. Nimmst du den auch so, als nochmal stärker verbessert war, im Vergleich auch zu den beiden Vorjahren, die du ja mit Hertha auch schon erlebt hast? Auf jeden Fall. Also wenn man gesehen hat, wie wir in die Saison gestartet sind und wie wir dann auch wieder rausgekommen sind als Team, wenn es dann nicht gestimmt hätte als Team, dann hätten wir es auch nicht so hinbekommen.
Und deswegen muss man schon sagen, dass der Teamzusammenhalt extrem gut ist. Ja, wie ich gerade schon gesagt habe, nach dem Abendessen wird viel zusammengesessen, wird viel rumgeblödelt. Klar, man hat immer so seine Grüppchen, aber die Grüppchen sind dann halt immer groß und, Die einen spielen halt Poker, die anderen probieren sich mal an Werwolf oder die Jüngeren spielen vielleicht auch mal Playstation und so.
Oder an der Tischtennisbette wird sich auch mal duelliert. Und deswegen, wir haben eine gute Grundchemie und da geht es natürlich darum, das immer hochzuhalten. Und das ist wie eine gute Ehe, da muss man immer arbeiten, arbeiten, arbeiten und auch Sachen investieren. Wie lange bist du jetzt verheiratet?
Ich bin, glaube ich, 2006 bin ich im Oktober zehn Jahre verheiratet. Also auch ein besonderes Jahr an der Stelle, 2026. Nein, wir haben gerade schon über den Trainer gesprochen. Viele beschreiben ihn als sehr akribisch und auch detailversessen. Ich glaube, er spricht auch manchmal von Zuckerbrot und Peitsche, wenn es so um seinen Führungsstil geht.
Wie würdest du ihn charakterisieren? Was fällt dir charakterlich zu ihm ein oder in seiner Führungsansprache? Ich glaube, so wie du es schon gesagt hast, Zuckerbrot und Peitsche, das passt ganz gut. Wenn man hart arbeitet, bekommt man natürlich auch mal eine Belohnung bei ihm. Egal, ob es mal vielleicht ein freier Nachmittag ist oder wenn wir jetzt in der Saison sind, dass es mal ein freier Tag ist.
Aber nichtsdestotrotz ist er auch knallhart, wenn mal jemand nicht so mitzieht, wie er sich das vielleicht gerade vorstellt. Wenn zwei, drei Aktionen hintereinander nicht so passen, dann packt er schon auf gut Deutsch die Peitsche aus und spricht das auch klar an. Ich glaube, das kommt dem Team auch gut an, dass Sachen klar angesprochen werden und dass man da nicht um den heißen Brei herumredet.
Dass wir gerade so Charaktere im Team haben, die das schon brauchen, diese klare Ansprache. Und deswegen ist dieser Mix, den der Trainer da an Tag legt, auch extrem gut. Ist das auch so eine der Voraussetzungen oder vielleicht eine der Qualitäten, die ihr in diese Saison dann einbringen könnt? Weil der Aufstieg steht über allem, hat das Gefühl, die Wahrscheinlichkeit ist nochmal höher als in den Vorjahren, dass ihr das auch schaffen könnt auf lange Sicht.
Ist da Stefan Leite genau der richtige Trainer? Oder was bringt er mit, um der Trainer zu sein? Ja, er stellt halt das Team in den Fokus. Das heißt, dass keiner größer ist als das Team. Und das ist extrem wichtig, dass jeder den Plan verfolgt, den der Trainer uns vorgibt. Weil das einfach die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass wir Spiele gewinnen.
Und das haben wir, nachdem wir das System umgestellt haben, auch extrem gut gemacht. Wir haben genau das gemacht, was der Trainer uns so vorgeschrieben hat. Was er sich den Fußball gerne wünscht und das hat dann auch Früchte getragen. Und wenn man dann sieht, dass wir sieben, acht Spiele in Folge gewonnen haben, dass wir davon sechs Spiele hintereinander zu Null gespielt haben.
Dann sieht man einfach, dass der Trainer dann Recht hat. Und wenn man so viel Sieg hintereinander einfährt, dann gibt dem Trainer das immer Recht. Und deswegen wissen wir auch, dass wir den Plan weiter verfolgen sollen, den der Trainer uns vorgibt. Weil wir jetzt viel über Trainer gesprochen haben, du hast jetzt schon öfter gesagt, Trainer möchtest du nicht werden im Anschluss an deine aktive Karriere.
Du hast gesagt, der Fußball ist irgendwie schnelllebig geworden, du wirst an den Wochenenden gern nach Hause. Sind das so die ausschlaggebenden Gründe dagegen? Ich meine, es hat ja auch Vorzüge als Trainer, wenn man eine Gruppe anführen kann, Spieler verbessern kann. Ich glaube, so Wochenenden zu Hause, das habe ich, glaube ich, nicht so gesagt oder vielleicht nicht so gemeint.
Aber Trainer, da sehe ich mich halt nicht. wenn ich sehe, wie viele Trainerwechsel immer heutzutage passieren. Manche Trainer sind vielleicht mal 30 Tage gerade da und dann fliegen die schon wieder, weil es einfach nicht gepasst hat. Ich möchte einfach meiner Familie jetzt nicht mehr, dass viele zumuten, weil ich glaube, dass gerade meiner großen Tochter, das habe ich ihr oft genug angetan, sie immer aus dem Freundschaftskreis dann wieder rausgezogen.
Und deswegen will ich dahingehend nicht gerade Trainer werden und, Weil wenn man es richtig machen will, glaube ich, dann kommt man nicht drum rum, nochmal die Stadt zu wechseln. Weil ich glaube, so eine Romanze zwischen Trainer und Verein, das ist heutzutage nur noch selten gegeben. Ich glaube, so romantisch, wie man es sich in Heidenheim vorstellt, ist es eher sehr selten.
Das muss man ehrlich zugeben. Tatsächlich die Ausnahme. Und deswegen, also wenn ich Sachen mache, dann mache ich es richtig und darauf habe ich halt keine Lust nochmal so oft umzuziehen. Noch stellt sich ja die Frage auch nicht, was nach deiner aktiven Karriere kommt, beziehungsweise wie oft stellst du dir die Frage aktuell?
Ja, ich muss ehrlich sagen, ich lebe im Hier und Jetzt. Das heißt, ich bereite mich jetzt so gut wie möglich vor, damit ich gut präpariert bin für die Rückrunde. Und so arbeitet auch jeder im Team, dass wir dann gemeinsam unser Ziel erreichen können. Und deswegen habe ich jetzt noch nicht weiter geschaut als den Sommer, sage ich jetzt mal.
Also bei mir ist echt Woche für Woche, da zähle ich nicht nur den Fußball, ich zähle auch Woche für Woche nur für meine Familie. Also ich weiß vielleicht jetzt, was nächste Woche passiert, aber was die übernächste Woche passiert, das weiß ich noch nicht. Da müsste ich jetzt in den Kalender gucken, da ist meine Frau besser organisiert als ich.
Und deswegen kann ich so weit noch gar nicht vorausschauen. Klar, man hat so ein, zwei Sachen vielleicht im Kopf, aber es sind viele Träume dabei, viele Wünsche dabei und weiß man auch nicht, ob das immer so in die Realität umsetzbar ist und deswegen warten wir ab und bringen noch einen Tee. Ich glaube, wir saßen vor knapp zwei Jahren mal zusammen, auch im Frühjahr und da sagtest du, du möchtest kein Hasebe sein, der mit 41 noch im Profifußball über den Platz rennt.
Ist das dabei geblieben bei dieser Vorstellung oder hat sich das vielleicht geändert, weil du einfach Saison für Saison merkst, dass du mithalten kannst, dass du körperlich gut dabei bist? Ja, also wie gesagt, bis 41, da habe ich noch sehr, sehr viele Jahre vor mir. Aber wie du gerade schon gesagt hast, von Saison zu Saison schauen, das kann in der Rückrunde schon wieder ganz anders aussehen mit so einem, in Anführungsstrichen, alten Körper im Fußball.
Da kann man sich irgendwas reißen oder vielleicht mal einen komischen Schlag abbekommen und der Körper erholt sich davon nicht mehr so gut, wie er es vielleicht mal vor zehn Jahren getan hat. Und dann kommt man nicht mehr so auf die Bahn, wie man sich das vorstellt und deswegen entscheiden wir das immer am Ende der Saison, wie es dann weitergeht und da sind wir aber auch im guten und vernünftigen Austausch mit dem Verein und deswegen, das passt für mich so.
Ja, das wäre meine Frage gewesen natürlich, was für eine Gesprächsbasis es da gibt, wie regelmäßig oder ob man sich da einen Zeitpunkt gesetzt hat, wo man sich zusammensetzen möchte? Ja, es gibt ja, wie gesagt, man spricht immer viel miteinander und man muss aber nicht immer alles tot sprechen. Jeder weiß, woran er ist. Ich glaube, der Verein weiß, was er an mir hat.
Ich weiß, was ich an dem Verein habe und deswegen ist alles gut und cool und deswegen sprechen wir da, wenn der Zeitpunkt passend ist. Es dringt nicht, höre ich so ein bisschen durch. Die Voraussetzungen haben sich ein bisschen verändert für dich in dieser Saison. Du bist nicht mehr Kapitän, führst das Team nicht mehr an vorderster Stelle als Kapitän an.
Wie hat dir das der Trainer im Sommer gesagt? Wie ist das abgelaufen? Ja, ganz normal. Der Trainer wollte ein bisschen auch in die Zukunft schauen, hat gesagt, dass er gerne den Kapitän wechseln würde und Fabi als Kapitän machen würde, womit ich absolut einverstanden war, weil Fabi hat es ja auch, wenn ich mal abwesend war oder vielleicht nicht gespielt habe, hat Fabi das ja immer übernommen.
Fabi macht das auch richtig gut und deswegen war ich da auch null böse. Der Trainer hat mir im gleichen Zug immer erzählt, dass ich trotzdem extrem wichtig für das Team bin, dass es für ihn drei Kapitäne in der Mannschaft gibt mit Deo noch. Und ja, deswegen bin ich dadurch nicht leiser geworden. Und ja, für mich ist das absolut kein Problem, weil wird da manchmal im Nachhinein einem nachgesagt, Also jetzt nicht in meiner Person, aber dem einen oder anderen Ex-Kapitän wird das dann nachgesagt, dass er da vielleicht ein bisschen Kroll hat, aber bei mir überhaupt nicht.
Ich bin absolut froh mit meiner Position. Ich bin froh, dass ich dem Team helfen kann. Froh, dass ich den Jugendspielern auch helfen kann in der einen oder anderen Situation. Und ja, deswegen alles fein, alles gut. Wurde gut kommuniziert und passt alles. Vor allem sportlich bist du ja in dieser Saison gefestigt und gesetzt.
Gab es da vielleicht im Umfeld von den Mitspielern oder so mal auch überraschte Nachfragen, wo diese Hochform herkommt oder hat es dich vielleicht selbst überrascht, dass du jetzt auf eine Hinrunde zurückblicken wirst, wo du sehr, sehr regelmäßig sehr viel gespielt hast? Ich habe von Anfang an gesagt, dass ich immer alles reinhauen werde, egal in was für einer Verfassung wir sind oder ich mich gerade befinde.
Und deswegen habe ich in jedem Spiel einfach alles reingehauen, was ich kann. Klar, es gibt immer Spiele, wo es vielleicht dann nicht so klappt, wie man sich es vorstellt. Aber auf die meisten Spiele gesehen hat es dieses Jahr relativ gut geklappt. Und da bin ich auch extrem stolz, dass ich es so auf den Platz bekommen habe.
Und woran es liegt, vielleicht ist der Fokus ein bisschen mehr auf die Defensive, was vielleicht die letzten Jahre davor nicht so war, wo es vielleicht eher so ging, viele Tore zu schießen. Und die Defensive vielleicht ein bisschen, ja nicht zu vernachlässigen, aber vielleicht ein bisschen hinten anzustellen.
Und das ist das, was der Trainer halt gesagt hat, dass man eine Meisterschaft meistens in der Defensive gewinnt und dafür halt alle mitmachen müssen. Und das hat, glaube ich, jeder so in seinen Kopf programmiert und ja, das hat relativ gut funktioniert, ja. Wenn wir jetzt am Anfang der Rückrunde quasi stehen und auf die Tabelle vielleicht auch gucken, beziehungsweise auf das Klassement, was da jetzt vor euch liegt, auch an Gegnern, weiß man vielleicht schon Ende Februar sogar, wo man steht, ob man überhaupt noch ernsthaft mit dem Aufstieg was zu tun hat. Sind das jetzt so eine Art Endspiele.
K.O.-Spiele? Boah, also es sind schon extrem wichtige Spiele, aber es jetzt als K.O.-Spiele zu bezeichnen, würde ich ja ein bisschen übertrieben finden, weil ich glaube, jeder Verein hat seine Schwächephase in dieser Saison und wir hatten es ja am Anfang der Hinrunde, hoffen natürlich jetzt oder bereiten uns natürlich auch so vor, dass wir nicht so starten, wie wir gestartet sind in der Hinrunde und tun natürlich das Beste dafür, dass wir da so viele Punkte wie möglich holen.
Und wenn man natürlich dann gesehen hat, Paderborn hatte am Ende mal eine Schwächephase. Ich glaube, dass auch Vereine, die vor uns stehen, nochmal eine Schwächephase bekommen werden, dass keiner in dieser Liga irgendwie durchmarschieren wird. Und das hat man, glaube ich, auch am letzten Spieltag gesehen, als Braunschweig noch gegen Schalke gewonnen hat.
Und ja, deswegen diese Liga, weil immer viele fragen, Es ist die beste Liga, die beste zweite Liga aller Zeiten. Habe ich gesagt, es ist, glaube ich, egal, ob es die beste oder schlechteste ist. Es ist, glaube ich, die interessanteste, weil einfach so viele Vereine um den Aufstieg mitspielen. Und ja, ich glaube, das macht es aus.
Also da fiebern viele Fans mit und das wird lustig bis zum Ende. Ja, ich glaube, man kann sich auf eine lange Saison einstellen. Tatsächlich mit all deiner Zweitliga-Erfahrung würdest du da mitgehen, dass Herthas Chancen oder Voraussetzungen, den Aufstieg zu schaffen, dieses Jahr so gut sind wie jetzt auf die letzten drei Jahre geblickt, nicht.
Ich meine, die hast du alle mitgemacht, du hast das jeweils erlebt, die einzelnen Spielzeiten und das Gefühl von außen ist, finde ich, so ein bisschen, dieses Jahr ist man einfach näher dran. Ja klar, also jetzt haben wir in den drei Jahren, also der dritten Saison nach dem Abstieg, haben wir glaube ich die beste Vorrunde gespielt, die wir gespielt haben in der Zeit.
Wir sind glaube ich nah dran, also nicht so weit weg wie vielleicht Jahre zuvor und natürlich erhöht das nochmal die Wahrscheinlichkeit, dass man wieder oben reinrutschen kann und das ist natürlich auch unser Ziel. Klar, wir haben es vor der Saison vielleicht ein bisschen zu offensiv angedeutet nach außen hin und haben dann nicht so performt, wie wir performen sollten mit so einer Aussage.
Aber wir sind jetzt in einer guten Ausgangsposition. Wir sind nicht die Gejagten, aber ich glaube, dass wir schon hungrig sind und gerne jagen. und deswegen nehmen wir das gerne an und ich glaube, es wird eine sehr gute und erfolgreiche Rückrunde. Das erste Spiel findet gegen Schalke statt. Du kannst leider nicht teilnehmen, du bist gesperrt. Wie oft hast du die Szene, die zum Platzverweis geführt hat, noch angeguckt vor Weihnachten? Ja, sehr oft.
Deine abschließende Bewertung? Abschließende Bewertung ist immer noch fassungslos. Ich kann es immer noch nicht begreifen, weil es für mich ein ganz normaler Zweikampf ist und ich, glaube ich, eine Sekunde später den Ball habe. Ich habe so viele Nachrichten bekommen aus der Bundesliga auch, wo Spieler sich lustig machen über diesen Pfiff und diesen Schiri auch nicht begreifen können.
Ich habe auch den einen oder anderen Schiedsrichter, den ich kenne, der auch gesagt hat, dass es sehr übertrieben gewesen ist. Und ja, ich glaube, es zeigt auch ein bisschen, die Bewertung oder die Sperre zeigt natürlich auch, dass es nicht ganz richtig war. Aber wir müssen es jetzt so akzeptieren. Ich will auch nicht weiter drauf rumhacken.
Wird wahrscheinlich das erste und letzte Mal sein, dass er dafür rot gibt. Ist von auszugehen, nach der Szene jedenfalls. Das heißt, du musst zugucken, wirst wahrscheinlich im Stadion zugucken. Was für ein Fußballgucker bist du? Kannst du dir 90 Minuten vorm Fernseher oder im Stadion ruhig analytisch angucken oder gehst du da mit? Bist du da laut?
Ich bin auf jeden Fall auf der Tribüne nervöser als auf dem Platz oder auf der Bank. Meine Frau wird da bestimmt nicht so viel Spaß haben mit mir auf der Tribüne, aber werden wir sehen. Ich hoffe natürlich, dass es ein erfreuliches Spiel wird auf der Tribüne für mich und dass die Jungs das da unten rocken werden, wovon ich ausgehe.
Deswegen werde ich mir von der Tribüne aus dann den Sieg angucken. Du hast vorhin über die jungen Spieler, die mit dabei sind, auch gesprochen. Auch vielleicht über deinen Umgang, wie du sie auch anführen kannst. Was stellst du für Unterschiede fest zu jungen Profis, die teilweise mit 16 jetzt im Trainingslager dabei sind, Stammspieler sind und ja, zu der Zeit, als du junger Profi warst, was fällt dir da am meisten auf?
Ja, also zu der Zeit, als ich Jungprofi war, war gar nicht daran zu denken, dass vielleicht noch Jüngere irgendwie in Frage kommen für so eine erste Mannschaft. Und ja, damals war es halt so, es spielen immer die Erfahrenen zuerst. Das hat sich natürlich jetzt komplett gewandelt, weil sich der Fußball auch gewandelt hat.
Und es geht auch viel um Geld, um auch Talente spielen zu lassen, die natürlich auch das Niveau haben und diese Klasse, so wie Kenny, sage ich jetzt mal, um dann auch in Zukunft vielleicht auch Geld zu generieren. Und das ist natürlich krass zu sehen, dass so ein 16-Jähriger, gerade auch wie Kenny, da komplett mit seinem Körper mithalten kann.
Also der Junge, der hat alles fußballerisch drauf. Meistens war es ja dann so, dass Jungspieler vielleicht körperlich noch ein paar Probleme haben, aber der Junge kann extrem gut mithalten, der checkt auch den ein oder anderen erfahrenen Spieler mal zur Seite und das ist schon erstaunlich, was dann so ein Junge schon alles drauf hat.
Und ja, er kann auch nicht mal Auto fahren, aber Fußball spielen wie so ein Nationalspieler, das ist schon krass. Was kann er von dir noch lernen? Wo gibst du ihm Tipps und Unterstützung? Gelbe Karten vermeiden? Ja, gelbe Karten. Wir reden ab und zu mal so über vielleicht plumpe Fouls oder mal vielleicht in der einen oder anderen Situation, wo wir führen, dass wir mal auf den Ball treten, dass wir einen Freistoß jetzt nicht schnell ausführen und so.
Aber wie gesagt, fußballerisch brauche ich Kenny überhaupt gar nichts zu sagen, weil da bin ich einfach zehn Klassen schlechter als er. Aber einfach so kleine mentale Tipps vielleicht und einfach auch mal das Spiel zu beruhigen und nicht so wie in der Jugend vielleicht so immer nochmal drauf und nochmal drauf.
Weil im Endeffekt geht es jetzt nicht mehr um das, ich muss jemandem irgendwas zeigen oder beweisen, sondern es geht um Siege. Und das ist die Hauptsache, glaube ich, in dem Sport oder gerade im Männerbereich. Da geht es nur ums Gewinnen, Gewinnen, Gewinnen. Und ja, das ist das, was man noch vielleicht so einem jungen Spieler beibringen kann.
Wenn man deine Saisonstatistik anguckt, muss man eigentlich Platzwunden fast mitzählen in der eigenen Kategorie. Waren jetzt schon einige und auch in Serie. Ist das zu Hause mal Thema? Gibt es da mal eine Ansage, dass sich da jemand Sorgen macht vielleicht, dass du zu sehr leidest? Ich habe eigentlich nur damals eine Ansage, als ich mir die Nase gebrochen habe, damals in Hamburg.
Weil die Woche drauf war eigentlich die Schuleinführung von meiner großen Tochter. Da hat meine Frau schon gedacht, boah, Nase gebrochen, top. Der ist wenigstens nächste Woche bei der Schuleinführung dabei. Ja, da habe ich mir aber eine Maske machen lassen und habe dann trotzdem das Spiel gespielt. Und ja, das war natürlich...
Nicht so toll für meine Tochter und für meine Frau, aber wir waren damals auch in einer Phase, wo es relativ schlecht lief und dann haben wir unseren ersten Sieg da eingefahren. War schon wichtig, aber sonst die Platzwunden, ich glaube, da haben sich meine Kinder dran gewöhnt, meine Frau hat sich dran gewöhnt.
Die einzigen, die nur immer extrem böse gucken, sind die Eltern im Kindergarten, die glaube ich denken, dass ich wieder eine Wochenendschlägerei hatte nach dem Saufen oder so. Aber ja, so oft wie ich da Platzwunden mitgebracht habe, so oft kann man sich gar nicht schlagen und ja, aber das sind die einzigen, die immer ein bisschen böse gucken oder ein bisschen schockiert, aber sonst hat sich, glaube ich, jeder daran gewöhnt.
Du hast ja auch, glaube ich, gesagt, Knaben machen sexy, war zumindest ein Umgang damit, wie ist dein das Verheilen deiner Haut an der Stelle? Ja, ich glaube, wenn man das so sieht, auf der rechten Seite verheilt es ganz gut. Links ist ein bisschen so verknüppelt, wenn ich so hochziehe, aber ja, irgendwie meine Frau meinte, es muss mal im Sommer ein bisschen Sonne drauf und ich müsste ein bisschen mehr eincremen, aber mit Creme habe ich es auch nicht so und deswegen, werden wir mal sehen, wie sich das in Zukunft verhält, aber ich gebe der ganzen Sache mal noch einen Sommer und dann hoffen wir, dass es ein bisschen.
Verblasst. Stört dich sowas? Bist du eitel in der Hinsicht? Ach, gar nicht. Also... Ich hatte, wie gesagt, auch vorher eine knüppelige Nase, jetzt ist es auch vielleicht noch nicht ganz gerade bei dem Nasenbeinbruch. Und ja, so eine Narbe ist ja auch gar nichts. Also tat auch nicht weh, als ich getackert wurde oder so.
Da ist so viel Adrenalin im Körper. Das passt eigentlich, solange der Arzt im Nachhinein eine gute Arbeit macht und das wieder halbwegs zusammenfliegt, dann passt das auch. Also ich glaube, das sind so die kleineren Verletzungen, die man in Kauf nimmt als Fußballer. Das ist, glaube ich, besser als vielleicht irgendwas Schlimmeres.
Du bist jetzt jedenfalls auch nicht vorgekommen bisher, dass du zurückgezogen hättest, wenn man so von außen drauf guckt. Also du schmeißt dich in jeden Kopfball mit dem gleichen Elan weiter rein. Oder hast du das Gefühl, du hast was angepasst? Nee, das gar nicht. Also das Einzige, was ich vielleicht anpassen sollte, ist der Tipp von meinen Ärzten.
Und fühlt habe heute, dass ich nach so einer Platzwunde auf dem Platz liegen bleiben soll, statt immer rauszurennen und mich da behandeln lasse, weil dann hätten wir, glaube ich, irgendwie nicht in der Unterzahl weitergespielt. Ja, aber ich wollte ja nicht immer wie so eine Mimose am Boden liegen bleiben, sondern wollte schnell raus, tackern und wieder rein, aber das schnell, das ist immer ein bisschen Ansichtssache.
Wir werden darauf achten, ob du daran denkst beim nächsten Mal. Ich fürchte, der Fall wird nochmal vorkommen, dass du getackert werden musst. Hoffen wir nicht, aber Aber beim nächsten Mal bleibe ich liegen. Okay, wir achten drauf. Wenn man auf Instagram unterwegs ist, dann gerade bei deinen Mitspielern sieht man, dass du fleißig am Kommentieren bist. Bist du gerne unterwegs in Social Media?
Es gibt, glaube ich, auch, du bist auch mal in Fan-Interaktionen auf Social Media auch durchaus. Also du wirkst dir zugänglich jedenfalls über Instagram zum Beispiel. Macht dir das Spaß? Ja, klar. Also ich freue mich immer über positive Nachrichten. Ich freue mich auch, wenn mal jemand negativ irgendwie ein bisschen Wut oder Hass rauslässt, gehe ich auch darauf ein.
Einfach nur, um zu sagen, ob ihm das nicht zu viel Energie raubt, zu viel negative Energie. Und ja, deswegen, wenn ich Zeit habe, mache ich das mal. Es ist meistens dann abends, wenn ich die Kinder ins Bett gebracht habe oder ich mal auf einer Auswärtsfahrt bin oder irgendwie ein paar Minuten Zeit habe, dann interagiere ich mal.
Und ja, macht ab und zu schon Spaß. Aber ja, dass ich jetzt hier jeden Tag irgendwie mein Gesicht irgendwie in der Kamera halten muss auf Instagram als Influencer oder so, das bin ich nicht. Und machen andere besser, weil ich kann mich da irgendwie nicht so face-to-face sehen. Aber es ist eben omnipräsent natürlich, soziale Medien. Wie gehst du da als Vater damit um? Gibt es da Regeln zu Hause mit drei Mädchen als Töchter?
Ja, wir halten ja unsere Töchter generell raus aus Social Media und versuchen natürlich auch, dass sie nicht auf irgendwelchen Fotos zu sehen sind. Selber haben sie jetzt noch kein Handy. Ich glaube, es ist auch noch zu früh, auch wenn in der Klasse von meiner Großen schon einige mit Handy unterwegs sind und sie auch schon fragt und so.
Aber da versuchen wir so lange wie möglich streng zu sein. Und ja, wird die Zeit kommen, da wird sie wahrscheinlich auch ein Handy haben. Aber ja, Social Media soll es da nicht werden, damit sie dann nicht hier die ganze Zeit irgendwie durchswipet und sich irgendwelche Videos anschaut. Ja, verstehe ich. Da wir ja noch am Jahresanfang sind, wie du am Anfang ja auch festgestellt hast, gibt es einen Vorsatz oder vielleicht sogar einen Wunsch für das Jahr?
Also du könntest auch aufteilen gerne, ob du einen Wunsch mit Hertha und einen persönlichen Wunsch hast. Mein persönlicher Wunsch ist immer für mich ganz wichtig, dass wir gesund bleiben und dass wir unser Haus fertig bekommen. Wie weit ist das? Ist das realistisch für dieses Jahr? Kann man ja nie sagen. Klar, Ziel war immer so August, September, aber wir werden mal sehen, ob wir zu dem Zeitpunkt einziehen können.
Aber jetzt für Hertha natürlich den Aufstieg und dass wir eine extrem gute Rückrunde spielen dass wir genau das umsetzen was wir uns in der Hinrunde erarbeitet haben was uns stark gemacht hat und das ist glaube ich das Wichtigste dass wir genau da weitermachen wo wir aufgehört haben Das ist glaube ich ein Wunsch den auch viele Fans natürlich mittragen würden und mitgehen würden sagt gerne Bescheid was eure Wünsche fürs neue Jahr sind auch in Bezug auf Hertha und dann bedanke ich mich, vor allem erstmal natürlich bei Toni Leisner, dass er zu Gast war und sich die Zeit genommen hat.
Bedanke mich bei euch fürs Zuschauen und wir sehen uns weiterhin im neuen Jahr. Macht's gut. Ciao, ciao.