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Herzinsuffizienz-Leitlinien 2026: Was sich bei der Herzinsuffizienz ändert
Donnerstag, 15. Oktober 2026 · 32 min
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Shownotes
Prof. Dr. med. Christina Magnussen zu Gast bei Prof. Dr. med. David Duncker
Die ESC-Leitlinie zur Herzinsuffizienz wurde umfassend überarbeitet. Doch was bedeutet das konkret für die tägliche Praxis? Ist die Abkehr von der bisherigen Dreifaltigkeit der Phänotypen (HFrEF, HFmrEF, HFpEF) durch die Abschaffung des HFmrEF-Phänotyps hilfreich? Und wie genau lässt sich die neue „Foundational Medical Therapy“ (FMT) am besten umsetzen?
Im Gespräch mit Prof. Dr. Christina Magnussen vom Universitären Herz- und Gefäßzentrum der Universitätsklinik Hamburg-Eppendorf wird den wichtigsten Neuerungen auf den Grund gegangen und diskutiert, warum die neue Stadieneinteilung (A bis D) eine Chance für die frühe Prävention bietet, welche Rolle SGLT2-Hemmer und MRA nun über das gesamte EF-Spektrum hinweg spielen und warum die „Guideline Directed Interventional Therapy“ eine neue Aufwertung erfährt.
Ein besonderer Fokus liegt auf der kritischen Einordnung der Daten: Welche Empfehlungen stehen auf einer soliden Studienbasis und wo hat vielleicht ein gewisser Pragmatismus in den Leitlinien Einzug gehalten? Zudem wird geklärt, welche Rolle Geräte wie die Impella bei kardiogenem Schock spielen und wie mit den neuen Grenzwerten für NT-proBNP umgegangen werden kann.
Hören Sie rein und erfahren Sie, wie Sie die neuen Konzepte der Herzinsuffizienz-Therapie effizient in Ihren Klinikalltag integrieren und worauf Sie bei der Umsetzung achten müssen.
Prof. Dr. med. Christina Magnussen ist stellvertretende Direktorin der Klinik für Kardiologie am Universitären Herz- und Gefäßzentrum Hamburg (UKE) und Leiterin des Herzkatheterlabors.
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Herzlich willkommen zu CardioBeat, der Cardiopodcast. Professor David Duncker und seine Gäste diskutieren aktuelles, entdecken Neues- und Hinterfragen Bekanntes aus der Kardiologie. Bleiben Sie informiert mit freundlicher Unterstützung von Böhringer Ingelheim! Liebe Kolleginnen und Kollegen ich begrüße sie herzlich zu unserem Podcast Cardiobit der CardioPodcast zu Themen rund um die Kardiologie.
Mein Name ist David Duncker, ich leite das Hannover Herz-Rhythmus-Zentrum der Klinik für Kardiologie und Angiologie an der medizinischen Hochschule in Hannover. Und wir sind mit dem Podcast immer noch in ISC gefilden unterwegs. Ich hatte im letzten Folge schon angekündigt, dass wir eine Folge komplett den neuen Herzensuffizienzleitlinien widmen wollen.
Das ist richtig und wichtig! Es gibt einiges Neues und das möchte ich gerne besprechen mit Frau Prof. Dr. Christina Magnussen aus einer benachbarten Großstadt, nämlich aus Hamburg. Sie ist stellvertretende Direktorin der Klinik für Kardiologie am Universitären Herz- und Gefäßzentrum Hamburg des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf Und sie leidet dort auch das Herzkatheter Labor.
Herzlich willkommen liebe Christina. Toll dass du das möglich machst. Vielen Dank Danke dass ich dabei sein darf Christina, wie war der ESC für dich? Ich glaube so ein ganz toller Kongress. Es gab ganz tolle neue Studien die präsentiert wurden natürlich auch die neuen Herzenssoffizienzleitlinien, die doch die eine oder andere Überraschung bereit hielten mit der man vielleicht nicht wirklich gerechnet hat und die dann schon wieder nach zum Beispiel THF direkt wieder obsolet waren und outdated.
aber ich freue mich drauf. wir können sie ja gleich einmal diskutieren. Da wirfst du gleich schon das Thema auf. Die Leitlinien sind dann schon veraltet, weil so viele neue Studien rausgekommen sind auch gerade im Bereich der Herzensuffizienz. Jetzt mal als ersten Schritt auf diese neuen Leitlingen zu ist es aus der Vogelperspektive von ganz weit weg.
Ist das ein großer Wurf oder ist das für die Tonne? Ich glaube, ich würde eher in dem Bereich großer Wurf einordnen. Es gab doch so zwei drei Konzepte die komplett revolutioniert wurden. Das eine betraf sicherlich die Herzensoffizienz-Phenotypen dann auch diese Guideline Directed Medical Therapy, die TDMT wurde ja nochmal komplett neu bewertet.
sicherlich diverse Empfehlungen, die man auch auf und abwertungen mit denen man vielleicht auch nicht so gerechnet hat. Und insgesamt muss man sagen diese Leitlinien sind ziemlich pragmatisiert worden was es ja immer einfacher macht weil Leitlnien sollen eine Therapie geiden. deswegen heißen sie auch Guidelines und deswegen sind einfach umsetzbare Leit Linien sicherlich etwas was uns in der täglichen Praxis eher hilft als schadet.
Ja, ich glaube das ist ein wichtiger Punkt. Wenn die zu detailliert werden und zu kleinteilig dann kann man sie gar nicht mehr befolgen weil man dann gar nicht den Patienten darauf anwenden kann was es jetzt eigentlich die Empfehlung? Vielleicht passt dazu dass die auch kürzer geworden sind. Die sind nur noch Einen achzig Seiten ohne Literatur, die natürlich auch einige Seiten umfasst.
Sind's ja aber kürzere als die von zwei tausend einen zwanzig. Ist das Dann gut oder schlecht aus deiner Sicht? Also ich würde sagen eher gut, weil wir tendieren ja auch in unserem Fach dazu alles viel zu ausschweifen. Zu kleinteilig zu beschreiben und am Ende liest es dann ja auch niemand mehr. und wie gesagt die sollen hier auch die tägliche Praxis geiden.
und wenn man eine unendlich lange zudetagierte Leitlinie hat mit unterschiedlichen kleinteiligen Empfehlungen, dann bringt das glaube ich am Ende nichts, weil das niemand umsetzen kann. Du hast gesagt eine der Neuerungen, vielleicht können wir damit anfangen. Ist ne neue Klassifizierung der Herzenssoffizienz?
Ich nehme an da meinst du mit dass wir uns von der Hefmref die man kaum aussprechen konnte verabschiedet haben. kannst du uns das vielleicht kurz erzählen? Ja, absolut. Das hatten wir ja schon mit dem Leitlinien-Update, mit dem Letzten erwartet das dieser Heffenriff Phenotyp fällt. Es war ja schon so dass es auch in den letzten Leitlnien wurde das M-Ref als Mildly Reduce dieser eher Reduce Gruppe sprachlich schon angenehrt und sodass es zu erwarten war MREF-Gruppe, für die es ja auch wenig Evidenz gab.
Sehr viele klasse Zwei B Empfehlungen was die medikamentöse Therapie betraf jetzt verschwunden ist. also das heißt konkret die HFREF reicht jetzt bis zu eine LVF von kleiner fünfzig Prozent und die HESPEF bleibt unverändert. bei einer EF von größer gleich Fünfzig Prozent müssen natürlich noch für die Hespef andere Kriterien erfüllt sein.
Aber diese frühere Dreifaltigkeit gibt es nicht mehr und auch das eben ein Zeichen für dieser Pragmatisierung der Leitlinien. Das ist ja bestimmt hilfreich, wenn man das pragmatisiert um jetzt nur noch zwei Gruppen zu sehen und dann drei Gruppen sub-differenzieren zu müssen. auf der anderen Seite hast du aber gesagt für die MREV gab's wenig Studiendaten.
Es gibt aber auch wahrscheinlich wenig Studien Daten Für eine HEF-REV von vierzig Prozent. Wie, wie bringt man das unter einen Hut? Absolut. Also mit wenig Studiendaten meinte ich jetzt auch eher was den ANI, den Beta-Blocker angeht also so diese klassische Vierfachmedikationen, wie sie ja für die HEFREV so gut wirkt und auch eine Klasse Eins Empfehlung ist.
Das war sich für die MREV hier nur ne Klasse Zwei Empfehlungen oder zwei B Empfehlung auch nur Auf der anderen Seite, genau wie du ansprichst jetzt für neuere Therapieformen. Wie zum Beispiel das Finerenon und da ist natürlich die Zulassungsstudie bei einer EF von größer vierzig Prozent. Das heißt sie nehmen diesen grau bereichen grauen Phenotypen mit wobei es ja für den MAA noch mal eine ganz neue Entwicklung gab, die vielleicht auch niemand erwartet hätte.
Ja gut also auf jeden Fall glaube ich schonmal pragmatisch und hilfreich so wie du's gesagt hast. Jetzt müssen wir das dann eben noch umsetzen und ein paar der Indikationen sind dann doch auch geblieben, dass es Untergruppen der Heffref jetzt geben wird wo gewisse Therapien dann eben indiziert oder nicht indiziert sind.
also so ein bisschen werden diese kleineren Gruppen auch trotzdem bleiben aber vielleicht mit dem Ziel das auch mal zu vereinheitlichen. Absolut ja! Eine andere Einteilung die jetzt auch neu dazugekommen ist Stadieneinteilung der Herzinsuffizienz von A bis D. Ich weiß gar nicht, sag mal was du darüber denkst.
hilft uns das im Alltag weiter? und wie sehen die Stadien aus? vielleicht kannst du das auch nochmal kurz erklären? Ja genau das ist so. ein bisschen analog zum amerikanischen Konzept übernimmt jetzt die ESC-Lightlinie auch diese Stadienneinteilungen von A letztlich Herzensofizenzrisiko bis hin zu D fortgeschüttene Herz insuffizient Und damit wird natürlich, und das ist glaube ich was Gutes.
Die Prävention und diese frühe Erkennung ab... also aufgewertet und auch wirklich Bestandteil des insgesamt Herzensuffizienzkonzeptes. Wie sich das jetzt in der klinischen Praxis auswirkt am Ende bin ich mir auch noch nicht sicher aber ich glaube wichtig ist schon dass man nicht nur Herzensoffizienz dann als Erkrankungen die therapiert werden muss sieht sondern sie viel viel früher erkennen kann.
Ja, ich glaube das haben ja einige der letzten Leitlinien gemacht. Dass sie auch in die Prävention und Risikofaktoreinstellungen und überhaupt Awareness für das Thema, dass sie sich da starkgemacht haben und da gehört dann das Stadium A bestimmt gut rein. auf der anderen Seite hatte ich auch so das Gefühl Dann hat jetzt wahrscheinlich jeder Stadium A weil er irgendwann mal ein Risiko für eine Herzinsuffizienz bekommt.
also wenn einer einen Bluthochdruck hat, dann hat er wahrscheinlich auch Stadium A Herzinsuffizienz. oder wie ordnet man das jetzt ein? Es sollte ja eigentlich was Gutes dahinter stehen. Das habe ich schon so verstanden. Ja total! Wahrscheinlich ist es genauso. Also jemand der ein Risikofaktor für eine Herz ins Offizienzen hat, es eben auf einem gewissen Weg diese Herz in Soficenz zu entwickeln, ist auch schwierig weil das natürlich die Menschen, die noch gar nicht krank sind direkt pathologisiert.
Aber das geht auch, es sind ja im Moment auch sehr viele Studien unterwegs die in diese Richtung Prävention von Erkrankungen gehen und vielleicht reine Mutmaßung ist das schon so eine Art Vorbereitung dass wir viel mehr auf dieses Subclinical disease oder einfach also auf einen Erkrankungsstadium gucken müssen, was wir perspektivisch mit neuen Substanzen.
Also sei es jetzt Kombination aus SKL T-II und als Zerunsyndaseinhibitoren zum Beispiel dann auch therapieren können. Also vielleicht ist das diese Einteilung auch so ein bisschen Weitsicht auf potenzielle Therapie die da am Horizont steht? Ja das wäre ja vielleicht mal andersrum dass man nicht die Leitlinien an den Studien anpasst, die sich für irgendeine Einteilung und Klassifizierung entschieden haben.
Sondern vielleicht die Klassifikation vorgibt und dann darauf die Studien aufbaut. perspektivisch würde ja dann vielleicht helfen weil ein Teil dieser Problematik mit was ist jetzt Heffref, Hef-Mref usw. war ja dass wir unterschiedliche Studiencutoffs hatten auch absolut und ich meine das Problem das ist ein chronisches Problem dem wir zu tun haben, wir kommen ja immer zu spät.
Also wir fangen dann immer an eine Erkrankung die weit fortgeschritten ist zu therapieren und wundern uns das eben noch. ein relevantes residuelles Risiko auch bleibt trotz bester Medikamentöser Therapie. Und vielleicht ist es wirklich die Zukunft dass man im viel früheren Krankheitsstadium die Erkränkung erkennt und dann auch schon prognostisch relevante Therapien starten kann?
Früher kennen ist vielleicht ein sehr gutes Stichwort. hat sich in der Diagnostik irgendwas geändert, wie wir die Diagnose am Ende auf die Beine stellen. Ja, also zum einen hat die naturrätischen Peptide werden deutlich differenzierter betrachtet. Die Geilhain weiß jetzt ausdrücklich darauf hin dass dieser bisherige einheitliche Anti-Proben-P-Rool Out von hundert und zwanzig Picogramm pro Milliliter also zumindest im Sinus-Rhythmus bei älteren Menschen eher wenig spezifisch ist.
Bei gesunden über achtzig Jahren. Das heißt also altersbezogene Grenzwerte gewinnen jetzt deutlich an Bedeutung. Geschlechtsspezifische Grenzwerten gibt es noch nicht, aber das ist zumindest eine Entwicklung in die richtige Richtung. Was auch nochmal vielleicht nur mal neu ist, die Änderungen der Empfehlungsgrade wenn man jetzt Verdacht auf kardiale Arme-Loidose hat da werden sehr Und Urin Immunwixtation, Freie Leichtketten und auch die Knochen-Cintigraphie jetzt explizit als Klasse I B empfohlen.
Genetische Diagnostik erhält dabei entsprechender Cardiomyopathieindikation sogar eine Klasse Eins. Empfehlung bei Verdacht auf Cardialesakridose ist jetzt ein FTG-Ped sollte erwogen werden so dass das glaube ich die wesentlichen Neuerungen was Diagnostic angeht betrifft. Du hattest vorhin als Nächstes gesagt, dass sich bei der Guideline Directed Medical Therapy was geändert hat.
Unter anderem das dieser Begriff ein bisschen abgelöst werden soll? Warst du ein Fan von diesem Begriff? Ich fand es ging immer ganz gut von der Zunge GDMT. Jeder wusste, was ich da runter verbildet und eigentlich hatte sich das so etabliert. Jetzt ist es anders, da hat glaube ich auch gewisse Vorteile.
Also jetzt ist es ja eine Kombination aus einer Foundational Medical Therapy also der für die Heffleft der Viosäuentherapie und für die Päffi jetzt neu auch der Zwei-Säuerntherapie. Dann gibt es als zweite Säule die Additional Medical Therapy und dann auch, das ist vielleicht ja die größte Aufwertung, diese sogenannte Guideline Directed Interventional Therapy.
Also dass auch die Weises- und Interventionen systematisch neben der medikamentösen Therapie eingeordnet und damit schon allein durch Begrifflichkeit aufgewertet werden. Ja, also jede Guideline muss ja auch mit neuen Begriffen über die man dann in der ersten Zeit wieder stolpert nochmal irgendwie versehen sein wahrscheinlich.
Das macht schon Sinn für mich diese Begriffe. ich habe mich tatsächlich an diesem alten Begriff guideline directed immer so ein bisschen gestört weil alle diese Therapien wollten wir gerne Leitlinien basiert auch immer schon verabreichen oder intervenieren oder so. deshalb fand ich guideline directed nie so richtig hilfreich.
Jetzt haben sie das bei einem abgelöst, haben es aber beibehalten bei den Guidelines Directed Interventional Therapies. Das heißt ich bin nur an der Basis der Pyramide, bin jetzt zufrieden. Aber wie du sagst ist schon richtig dass es irgendwie auf diesem Fundament dieser Basisterapie aufbaut und sich dann anschließend noch spezifischere Therapien für einzelne Patienten ergeben.
Das ist in diesem Konzept geht das schon gut auf? Vielleicht war auch dieses GDMT einfach zu wenig präzise und wie du sagst, dass es ja alles basierend auf den Leitlinien. Und so kann man eben sagen, es gibt jetzt drei Schichten und man muss natürlich gucken, dass alle drei ineinander greifen. Aber ja, das geht ein bisschen von diesem leitlinen Konzept weg der Pragmatisierung vieler Dinge.
Zusätzlich wird es nicht sein kompliziert, aber sicherlich noch mal ein zusätzliches Spezifikum was die Leitlinien einfach prägt. Und jede Leitlingekommission muss ja auch etwas haben mit der sie sich identifiziert und was sie sagen kann, was sie neu entwickelt hat.". Was hat sich denn bei den Medikamenten jetzt vielleicht relevant geändert?
Was müssen wir da mitnehmen? Also ich glaube, das Relevanteste und auch das Überraschendste muss ich sagen ist dass SKLT-II Hammer und die Mineralocorticoid Receptor Antagonisten zur Basistherapie über praktisch das gesamte EF Spektrum hinweg empfohlen werden. Und zwar für den MAA völlig unabhängig davon ob im Steroidal oder nicht Steroidaler MAA genommen wird was ja so ein bisschen entgegengesetzt der aktuellen Datenlage ist, muss man sagen.
Aber wir haben also für sozusagen HFPEV einen Zweisäulen Foundation on Medical Therapy um diesen Begriff wieder zu bringen von SKLT-Zweinhibition und MAA. Wir müssen uns auch an den Begriff gewöhnen. Also du kannst das ruhig noch ein paar mal häufiger sein. Absolut mache ich gerne! Und für die HFREV besteht diese FMTI eben weiterhin aus dieser Vierfachmedikation gleich Deuten wie der ACMA-ANI und Aldosterone Receptorblocker, Beta-Blocke MAA und SGLT II.
Also muss man sagen MAA unabhängig von der Substanz und unabhängig von EF. nun jetzt eine klasse Einsempfehlung. Was fängt? Ja! Du sagst das, was ich medikamentös noch, weil wir ja schon bei den Überraschungen waren. Was sich noch geändert hat ist oder was ich nicht geändert hatte, was eher die Überraschnung ist, ist es verizigart.
Das bleibt eher so. eine Zusatztherapie also es ist aktuell so ne Klasse zwei B-Empfehlung. bei symptomatischer Heffreff und DF unter fortyfünf Prozent trotz optimaler Foundational Medical Therapy hätte man nach Metaanalysen auch Anders erwartet, dass sich das anders eben im Empfehlungsgrad niederschlägt.
Aber so ist. es bleibt eine Zusatztherapie sozusagen das fünfte Medikament was man geben sollte. Ein anderes ist nochmal aufgewertet worden die kardialen Glycosidem Auch auf Basis von Digit-HF, also Degoxin und Digitoxin sollen bei einer symptomatischen Heftref mit Nei F Kleiner gleich vierzig Prozent trotz optimaler Foundation on Medical Therapy eben gegeben werden.
Klasse IIa Empfehlung. vorher war es bei Degocin ja in der klasse IIb Empfehung um eben Herzinsuffizienz Hospitalisierungen zu vermeiden. wenn das noch die Dosierungen korrigiert werden dann ist glaube ich der Glucosid-Abschnitt in den Hartfehler Guidelines ganz gut gelungen. Die eine oder andere Korrektur ist ja dann durchaus üblich, wenn sehr viele Augen das dann nochmal lesen und da ist es sicherlich noch mal wichtig.
Und was sind denn jetzt noch andere Additional Medical Therapies die auch noch eine Rolle spielen? Also was man sicherlich nochmal erwähnen muss, ist auch um diesen Risikofaktor Adipositas und Heff-Pheff. Das sind ja auch Neune. Genau! Da ist wirklich Adipositas jetzt zu einem neuen therapeutischen Herzinsuffizienzziel geworden in den Leitlinien.
Und zwar ist Simaglutid und Tirzipatid bei so einem automatischem Herzinsoffizienzen mit einer EF Größe gleich von forty fünf Prozent und im BMI größer gleich dreißig eine Klasse zwei A Empfehlung geworden. aufgrund der Datenlage mit Senkung Risiko für Herzinsuffizienz, Hospitalisierung und Cardiovascularm tot.
Jetzt muss man natürlich sagen die Leidenempfehlungen sind das eine und die Zulassung der Substanzen ist das andere weil Zulassung da hängt natürlich des Reimbursements dran. also es ist natürlich weiterhin so dass man Semaglotid jetzt nicht bei einer EF Größe gleich fünfundvierzig auf Rezept verschreiben kann sondern es ist weiter eine Selbstzahlerleistung.
Gibt es denn relevante Erzänderungen in den interventionellen Therapien, die dir da aufgefallen sind? Also, da ich ja mit dir spreche, muss ich natürlich direkt einmal über die Beise sprechen. Also was aufgefallen ist das und dass eine Aufwertung des CTs bei Patientinnen und Patienten mit symptomatischer Herzinsuffizienz, mit reduzierter Ehektionsfraktionen, die einen Link schenken blocken EF-Kriterien von Kleiner gleich für um dreizig, das kommt ja noch aus diesen Mardel Studien haben.
Bei denen darf man jetzt einen CT-Plan parallel zur Initierung der Foundation on Medical Therapy also Klasse zwei B Empfehlung. vorher war es ja so dass man gesagt hat die müssen eine perfekte medikamentöse Therapie haben bevor man eben über eine devicetherapische Resynchronisation nachdenkt. Vorher sah man natürlich trotzdem nochmal die LVIF bestimmen.
falls sie doch besser geworden ist dann überricht sich sozusagen die Indikation fürs CRT. Gleichzeitig ist aber auch eine Abschwächung erfolgt und zwar war es ja immer so, dass Patienten die wegen einer höhergradigen AV-Block erwartet durchgehend, wenn zirkulär gepaced wurden. da hatte man sich in. Also war es eine Klasse A&A-Empfehlung, diese Patienten mit einem CRT zu versorgen.
Damit die eben nicht recht zwanzigulär gepäst werden und darum dass sich die Herzinsuffizienz verschlechtert. aber das ist jetzt von A&S A&H auf klasse zwei Arm zurückgestuft worden Und die weiß ich natürlich auch meine Impeller. Wenn man jetzt an den Kardiogen Schock denkt gab's auch so ein Zwei Neuerungen.
Also prinzipiell braucht es ein multidisziplinäres Schockteam. Das ist jetzt eine Klasse I C Empfehlung geworden und die Impeller steht natürlich nicht, also eine mikroaxiale Flow-Pumpe soll als Klasse IIa Empfehlen benutzt werden bei Patienten mit demibedingten Schock während unselektionierte, infarktbedingte Cardiogene-Schockpatienten eben kein temporäres MCS.
Also es ist eine Klasse drei Empfehlung geworden. erhalten sollen? Gibt es eine Empfehung oder irgendein Abschnitt den du dir anders gewünscht hättest? in diesen Leitlinien gibt's ja eigentlich immer. Dass man denkt das hätte ich anders interpretiert nach denen bisher vorliegenden Daten. und das heißt ja auch nicht dass man die Medizin dann anders machen muss selbst wenn Leitlnien das vielleicht so proklamieren, aber es gibt sicherlich was.
oder was ist dir aufgefallen? Ich glaube die größte Überraschung und das was ich wirklich persönlich finde. Was sich nicht mit der Datenlage deckt, dass tatsächlich die Empfehlung des MAAs Steroidal oder nicht steroidal über das EF-Spektrum hinweg. Also wir haben formal muss man sagen, nur finere Nohn hat ab einer EF von vierzig Prozent wirklich den primären Endpunkt in Fine Arts reduzieren können.
Wir haben andere MAA Studien. also wir erinnern uns an Topcat die haben den primaren Endpunkt nicht erreicht, wir erinnern unseren Spirit. Das ist natürlich eine schwierige Studie, schwierig zu interpretieren. Die Studie war bei dir eher ... Lässt ihr das Gegenteil fast umschlägt? Bei diesen Patientinnen und Patienten, also früher Emre von PEV, alles über einer F von vierzig Prozent.
Deswegen wundert man sich so ein bisschen dass diese Klasse eins Empfehlung für den MRA unabhängig der Wirkstoffklasse eben gegeben wurde. aber ja es glaube ich, Teil der Pragmatisierung der Leitlinie und ein M.A. ist sicherlich ein sehr gutes Medikament. Man fragt sich aber so ein bisschen was da die Entscheidungsgrundlage war weil die Daten geben das aktuell nicht her.
Und wie wirst du es dann bei dir in der Klinik handhaben? Also ich würde Patientinnen und Patienten mit einer F von größer vierzig Prozent auf finnere Nohn umstellen, weil es einfach Daten basiert bessere Medikament ist. Man kann natürlich jetzt sagen, wenn man Patienten hat die seit Jahren völlig stabil auf Spirulakton laufen, die vielleicht meine Heffref hatten weil dafür ist das eine Spirulektronatur natürlich ein super evidenzbasiertes Medikamente und diese sich darunter verbessert haben dann gibt die Leitlinie ja einem eigentlich Ja, die Erlaubnis der Spironolaktone auch fortführen zu können.
Aber ich würde alle, die jetzt eine EF von größer vierzig Prozent haben den Novo auf finere Nohn einstellen, die die Spironolektonen schon in der Vormedikation haben sich vielleicht verbessert haben, die würde ich wahrscheinlich dann eher lassen wenn es keinen trifftigen Grund gibt für eine Umstellung.
Okay, wir haben jetzt schon eigentlich einen guten Bogen über diese achtzig Seiten gespannt. Haben wir was vergessen, Christina? Oder weiß ich jetzt alles von den Leitlinien, was ich wissen sollte? Ich glaube... Also, ich glaub' wir haben alles ganz gut behandelt. vielleicht ein Konzept noch. es gab ja auch eine Änderung was die Acute, also die Definition der Acute Hard Failure angeht.
Acute Heart Failure wird ja durch decompensated Heart Failures ersetzt so dass diese, um die Guidelines ein bisschen konzeptionell weggeht von akut versus chronisch hin zur Herzinsuffizienz, die dekompensiert ist. jetzt kann man sagen naja das ist alles irgendwie erstmal nur wording Das stimmt vielleicht aber mit dieser dekcompensierten Herz insuffizient gehen auch zwei klinische Konzepte einher, die man glaube ich ja ganz gut auch übernehmen sollte.
Zum einen ist das nochmal eine Klasse Eins B-Empfehlung geworden, SGHT-Zweihämmer sehr früh im Krankenhaus zu beginnen also nach initialer Stabilisierung und nicht zu warten. Die Daten geben es natürlich her dass es auch in der akuten Decompensation ein sicheres Medikament ist. Es ist noch mal jetzt Ich glaube, zwei B-Empfehlungen geworden.
Diese Urinazium gesteuerte Diuretika Therapie kann auch in den ersten Tagen wogen werden, also Klasse zwei B. Das heißt bei bestierender Volumenüberlassung trotz Schleifendiuretica sollte man auch kurzfristig IV-AC dazolamide oder aus HCT geben. Also so, dass eben dieses Konzept akute hin zu dekompensierter Herz- und Sofizenz früher Therapie nochmal ein bisschen anderer Empfehlung was so theoretiker Therapie angeht ja vielleicht auch noch mal erwähnt werden kann.
Ich glaube alles andere hatten wir ziemlich abgehandelt. Ja super ich glaube wir müssen das nochmal tiefergehend lesen. also ich vor allem diese achtzig Seiten sind ja nicht an einem Abend durchgearbeitet. Und ein paar Sachen muss man auch interpretieren, so wie du es jetzt gemacht hast und Entscheidungen treffen, wie man's dann in der Praxis umsetzt.
Wir kommen jetzt langsam zum Ende der Podcast-Folge. Und ich frag dich am Ende noch mal ein paar kurze Fragen mit kurzen Antworten, Christina? Ja! Ich versuch's. Das schauen wir mal. Es klappt... Ist aber leicht. Wir fangen an, der ESC-Kongress in München war... ...war ein ganz toller Kongress mit tollen auch sehr gut simultan publizierten Studien die wirklich die klinische Praxis verändern und nicht nur auf dem Gebiet der Herzinsuffizienz.
Lieber NT Pro BNP mit drei Grenzwerten oder lieber mit einem Grenzwert? Also persönlich würde ich sagen mit einem Grenzwert weil es einfacher ist, drei sind genauer Die neue Einteilung der Herzenswitzenz-Phenotypen in Heffref und Heffpeff ohne Heffmref, wobei du das sehr gut aussprechen konntest, finde ich.
Ich mach's mal ganz kurz! Neue Einteileung heffrefundheffpef ist super es ist erwartet... macht die klinische Praxis einfacher. Wir haben ganz klare Empfehlungen, welche Medikamente für welchen dieser beiden Herzinsuffizienz phenotypen das die Zulassungsstudien so ein bisschen andere Patienten und Population eingeschlossen haben.
damit müssen wir leben und das macht sicherlich generiert auch so ein bißchen Entscheidungsspielraum. Du hältst nächste Woche am UKE eine Vorlesung zur Herzinsufficient. sagst du dann FMT oder Basistherapie? Ich sag FMT, weil das ja überall steht und wird es wahrscheinlich die erste Male aussprechen.
Aber ist es FMT- und Basistherapie? Ist halt nicht die ESC-Greitlein! Letzte Frage vervollständige diesen Satz... Vielleicht müsste man beim Timing künftig etwas flexibler sein. Eine Leitlinie muss ja nicht zwingend genau zum ESC-Kongress erscheinen, auch wenn das natürlich aktuell der Fall ist und vor allen Dingen insbesondere da nicht, wenn man relevante Studienergebnisse erwartet die möglicherweise Einflüsse auf die Empfehlungen haben.
Man könnte sonst auch versuchen, die Zeitspanne zwischen dem letzten Evidenz-Cutoff und der tatsächlichen Publikation in der Leitlinie zu verkürzen. So ließe sich zumindest das Risiko reduzieren, dass eine neue Leit Linie schon zum Zeitpunkt ihres Erscheinens praktisch wieder überholt ist. Naja auch weil man ja weiß was so... kommt, also die kommen ja nicht aus dem Nichts diese Studien sondern man weiß ja da steht noch eine große Studie an.
Die wird wahrscheinlich ins New England gehen und da kommt entweder raus dieses Medikament ist das Beste was wir hier hatten und wir haben dann eine randomisierte Studie mehr oder halt eine Negativstudie Und dann sieht die Empfehlung Dann anders aus. wenn wir diese Frage beantworten. ich glaube schon dass das möglich wäre natürlich nicht einen Tag später Das ist dann wahrscheinlich zu spät.
aber ich Ich glaube, die jetzigen Leitlinien haben zum Teil Studien, die vor dem letzten NSC-Kongress publiziert wurden. Nicht berücksichtigt, nicht mal irgendwo referenziert... ich glaube das ist zu viel Latence kann man sagen. Ja absolut! Sehe ich ganz genau so. Also da freue ich mich wenn du dann die nächste Leit Linie schreibst.
Sehr gut, das waren einfache Schlussfragen Christina vielen Dank. wir kommen ... zu meiner letzte Frage. Und ich frage am Ende immer, was sind deine drei Do's und Don'ts? Die wichtigsten Facts zum jeweiligen Thema. jetzt ist es offensichtlich... Was sind deine Do's & Don't aus der Herzenswissenz leitenden?
Ich weiß nicht ob du da jetzt genau drei aus diesen achtzig Seiten heraus kristallisierst aber was sind die wichtigen Punkte für dich? Das erste Du ist, dass wir die Foundation on Medical Therapy so früh wie möglich beginnen sollen und konsequent etwa alle ein bis zwei Wochen optimieren sollen. Das zweite Du ist die medikamentöse Therapie auch bei einer gebesserten EF weiterführen und nur in ganz begründeten Fällen tapern oder weiter reduzieren.
Und das dritte Du ist es eine Decompensation aktiv und sehr früh behandelt werden soll Während der Hospitalisierung bereits ein SKT-II-Hämmer beginnen, wenn er noch nicht in der Medikation ist und bei uns so reichender Dekongestion eine Diuretikertherapie systematisch intensivieren, zum Beispiel mit Aceda, Zolamid oder HCT.
Zu den Downs – also ein großes Down das sicherlich die unselektierte mechanische Kreislaufunterstützung beim infarktbedingten kardiogenen Schock. Hier ist vor allen Dingen Patientenselektion und Schockteam entscheidend. Ein Don, wenn man so formulieren will ist auch das Man-Verecicoat als feste Fünftesäule bei der Heffref-Therapie einsetzt.
Die Empfehlung ist nur eine Klasse IIB-Empfehlung und zwar weiterhin bei ausgewählten symptomatischen Patientinnen und Patienten trotz optimaler Leitlinien gerechter Therapie. Und vielleicht ein drittes Don, auch wenn wir darüber jetzt nicht gesprochen haben, wäre die Adaptive Servo Ventilationen. Das ist schon ziemlich gut.
Vielen Dank, Christina! Du hast hier eine nagelneue ESC-Leitlinie für uns durchgearbeitet und mir vorgekaut. Vielen dank dass du das auch in verständliche Worte für mich gefasst hast und die auch noch versuchst hast, noch weiter zu kondensieren als wir es sowieso schon hatten in ein paar Do's & Don'ts.
aber ich glaube wir haben ja sehr wichtige Punkte jetzt aus der Leitlinien rausgearbeitet und ja, schön dass du dabei warst. Vielen Dank! Hat Spaß gemacht. Ja und beim nächsten Mal Cardiobeat werden wir uns wieder um eine Schnittstelle kümmern und zwar wären wir uns um die Schnittstellen Cardiologie Endocrinologie kümmeren sicherlich eine, die wir auch häufig mal beiseite schieben und deswegen werde ich mich darüber mal unterhalten mit Frau Professorin Katharina Marx-Schütt aus Aachen, da bin ich schon sehr gespannt.
Bis dahin alles Gute und bis bald bei Kadiobit der Kardiopodcast! Das war Kardiobit – Der Kardiopodcast mit freundlicher Unterstützung von Böhringer Ingelheim. Hören Sie auch beim nächsten Mal wieder rein wenn Prof. David Duncker und seine Gäste diskutieren, entdecken und hinterfragen.