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Klinisch Relevant Podcast· Folge 915

Vier Wendepunkte des Lebens - mit Prof. Lars Wojtecki

Dienstag, 3. November 2026 · 5 min

MP3

Shownotes

"Lars ma` hören!" - Professor Wojteckis Brain Radio
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Lars ma‘ hören..!“ ist die Audio-Kolumne von Prof. Lars Wojtecki zum Thema „Neurowissenschaft“.
Jeden letzten Donnerstag im Monat veröffentlichen wir hier bei Klinisch Relevant eine neue Folge.

Das Besondere: Prof. Wojtecki diskutiert aktuelle, spannende Studien mit Bezug zum tÀglichen Leben.

In der heutigen Folge geht es um typische strukturelle VerÀnderungen unseres Gehirns im Laufe des Lebens.

Wie verĂ€ndert sich die strukturelle Organisation des Gehirns ĂŒber die Lebensspanne? Prof. Lars Wojtecki bespricht eine in Nature Communications erschienene Untersuchung der UniversitĂ€t Cambridge. Grundlage sind MRT-Daten von fast 4.000 Menschen im Alter von der Geburt bis zu 90 Jahren. Die Forschenden beschreiben fĂŒnf Phasen der Gehirnentwicklung und vier markante ÜbergĂ€nge.

Die abschließende Zusammenfassung der Episode nennt Wendepunkte bei ungefĂ€hr 9, 32, 66 und 83 Jahren. Entscheidend fĂŒr die Einordnung: Diese Altersangaben beschreiben statistische Muster auf Gruppenebene, keine festen Entwicklungsgrenzen fĂŒr einzelne Menschen. Im GesprĂ€ch werden einzelne Altersangaben unterschiedlich benannt. Sie sind daher als ungefĂ€hre Orientierung zu verstehen.

‱ Geburt bis etwa 9 Jahre: ZunĂ€chst entstehen zahlreiche Verbindungen zwischen Nervenzellen. Im weiteren Entwicklungsverlauf wird ein Teil wieder abgebaut, wĂ€hrend aktive Synapsen erhalten bleiben. Um den ersten Wendepunkt wird eine deutliche Zunahme der kognitiven LeistungsfĂ€higkeit beschrieben. Zugleich beginnt eine Entwicklungsphase mit steigendem Risiko fĂŒr psychische Erkrankungen.
‱ Etwa 9 bis 32 Jahre: In der als Adoleszenz beschriebenen zweiten Phase nimmt das Volumen der weißen Substanz weiter zu. Die Organisation der Netzwerke wird verfeinert, Verbindungen innerhalb einzelner Regionen werden effizienter und die schnelle Kommunikation im gesamten Gehirn verbessert sich. Laut den Forschenden geht dies mit höherer kognitiver LeistungsfĂ€higkeit einher. FĂŒr diese Entwicklung wird in der Episode ein Höhepunkt um das 30. Lebensjahr genannt.
‱ Etwa 32 bis 66 Jahre: Der Übergang um 32 Jahre wird als stĂ€rkster Wendepunkt der untersuchten Lebensspanne beschrieben, mit besonders deutlichen VerĂ€nderungen in der Entwicklungsrichtung der neuronalen Verschaltung. Es folgt die lĂ€ngste Phase, das Erwachsenenalter, in der die Gehirnarchitektur vergleichsweise stabil bleibt. Wojtecki ordnet dies im GesprĂ€ch als Plateau von Intelligenz und Persönlichkeit ein.
‱ Etwa 66 bis 83 Jahre: Altersbedingte VerĂ€nderungen treten stĂ€rker in den Vordergrund. Die Vernetzung zwischen Hirnregionen nimmt ab, und die weiße Substanz beginnt zu degenerieren. Eine allmĂ€hliche Reorganisation der Netzwerke wird bereits um das 60. Lebensjahr beschrieben. Den Zusammenhang mit Alterungsprozessen formuliert Wojtecki als wahrscheinliche ErklĂ€rung, nicht als gesicherte Ursache.
‱ Ab etwa 83 Jahren: Der vierte Wendepunkt markiert den Übergang zur fĂŒnften Phase. PrĂ€gend ist eine Verschiebung von globaler zu lokaler Organisation: Die ĂŒbergreifende Vernetzung nimmt ab, wĂ€hrend lokale Verbindungen einzelner Regionen relativ an Bedeutung gewinnen.

FĂŒr die fachliche Einordnung bleibt die Unterscheidung zwischen strukturellen Netzwerkbefunden und individuellen VerlĂ€ufen zentral. Die beschriebenen Phasen liefern ein statistisches Modell des Wachsens, Reifens und Alterns des Gehirns, keinen persönlichen Zeitplan fĂŒr kognitive VerĂ€nderungen oder psychische Erkrankungen.

Fragen und Gedanken zur Episode gerne in den Kommentaren teilen. Wer weitere Folgen von „Lars ma’ hören!“ verfolgen möchte, kann den Podcast abonnieren.

Die im heutigen Podcast zitierte Arbeit findest Du hier:
nature.com/articles/s41467-025-65974-8

In der heutigen Folge geht es um die potentielle Verwendung von Hyperspektralkameras in der Erkennung von vaskulĂ€ren Risikofaktoren.Disclaimer: Bei den Podcasts von Klinisch Relevant handelt es sich um Fortbildungsinhalte fĂŒr Ärzte und medizinisches Personal und keinesfalls um individuelle TherapievorschlĂ€ge. Sie ersetzen also keineswegs einen Arztkontakt, wenn es um die Behandlung von Erkrankungen geht. Dabei spiegeln die BeitrĂ€ge den Kenntnisstand unserer medizinischen Partner und Experten wider, den sie nach besten Wissen und Gewissen mit Dir teilen. HĂ€ufig handelt es sich dabei auch um persönliche Erfahrungen und subjektive Meinungen. Wir ĂŒbernehmen fĂŒr mögliche Nachteile oder SchĂ€den, die aus den im Podcast gegebenen Hinweisen resultieren, keinerlei Haftung. Bei gesundheitlichen Beschwerden muss immer ein Arzt konsultiert werden! Weitere Informationen findest Du auf unserer Website: klinisch-relevant.de P.S.: Wenn Dir der Podcast gefallen hat, dann teile ihn doch bitte mit Deinen Kolleginnen und Kollegen! Es wĂŒrde uns auch riesig freuen, wenn Du unseren Newsletter auf unserer Homepage abonnieren und unser Projekt bei Apple Podcasts bewerten wĂŒrdest. Wenn Du Lust hast, dann findest Du Klinisch Relevant auch bei Facebook, Instagram, YouTube und LinkedIn. Falls Du auch einmal einen Beitrag auf Klinisch Relevant zu einem spannenden medizinischen Thema veröffentlichen möchtest, dann melde Dich doch ganz einfach unter kontakt@klinisch-relevant.de

Transkriptvom Podcast bereitgestellt · Zeitmarken springen hin

Vier Wendepunkte im Leben. Herzlich willkommen zu Lass mal hören, meine Audio-Kolumne! Unser Gehirn verĂ€ndert sich ein lebenlang Vorschnitt. der UniversitĂ€t Cambridge haben im letzten Jahr fĂŒnf große Phasen der Gehirnsstruktur beschrieben mit vier entscheidenden Wendepunkten, ungefĂ€hr mit neun, dreißig, sechsunddreißig und dreiundachtzig Jahren.

DafĂŒr haben sie MRT also Kernspintomographie Daten von ĂŒber dreitausend Menschen ausgewertet, fast viertausend Menschen ausgewertet, von der Geburt bis zum Alter von neunzig Jahren. die Arbeit ist in Nature Communications erschienen. was passiert in diesen fĂŒnf Phasen? Die erste Phase Die reicht von der Geburt bis ungefĂ€hr zum neunten Lebensjahr.

Im Gehirn eines Babys werden zunÀchst sehr viele Verbindungen zwischen Nervenzellen gebildet, im Laufe der Entwicklung wird aber ein Teil dieser Verbindung wieder abgebaut. Die aktiven Zunapsen bleiben erhalten. Um das neunte Lebensjahre kommt der erste Wendepunkt. die kockentive LeistungsfÀhigkeit nimmt deutlich zu.

Gleichzeitig beginnt aber auch eine Entwicklungsphase in der das Risiko fĂŒr psychische Erkrankung steigt. Es folgt somit die zweite Phase, die Adoleszenz. Die Entwicklung von der Kindheit und der Erwachsenhalter. Die weißen Substanz nimmt weiter einen Volumen zu. Sie enthĂ€lt die Nervenphase in aber die verschiedenen Hinregionen miteinander kommunizieren.

Die Organisation dieser Netzwerke wird dann zunehmend verfeinert. Dabei werden die Verbindungen innerhalb einzelner Regionen effizienter. Gleichzeitig verbessert sich die schnelle Kommunikation im gesamten Gehirn. Das geht laut den Forschenden mit einer höheren kognitiven LeistungsfĂ€higkeit her und diese Entwicklung, die erreichen ungefĂ€hr einen Höhepunkt mit dreißig Jahren.

um das zweireisste Lebensjahr liegt der zweite zu gleich stĂ€rkste Wendepunkt der gesamten Lebensspanne. hier beobachten die VorschlĂ€ge in deutlichsten VerĂ€nderungen in der Entwicklungsrichtung der neuronalen Verschaltung. Das ist auch die lĂ€ngste Phase, nĂ€mlich das Erwachsenalter. Die Gehirnarchitektur stabilisiert sich dann in dieser Phase und bleibt mehr oder weniger konstant ohne grĂ¶ĂŸeren Wendepunkt also ein Plateau der Intelligenz und der Persönlichkeit.

Und dann kommt noch mal einen Wendelpunkt mit ungefĂ€hr sechsundsechzig Jahren. Die Daten deuten darauf hin dass eine allmĂ€hliche Reorganisation der Hindetzwerke mit ungefĂ€hr sechzig in Höhepunkt erreicht. Wahrscheinlich hĂ€ngt das dann wohl Denke ich mal mit Alterungsprozessen zusammen. Die Vernetzung zwischen hier in den Regionen nimmt ab und die weiße Substanz beginnt zu degenerieren, sich also abzubauen.

Darauf folgt dann die vierte Phase der altersbedingte VerĂ€nderung stĂ€rker an Vordergrundtreten. um das dreieinachtigste Lebensjahr liegt schließlich der vierte und letzte Wendepunkt dass es sozusagen an die fĂŒnfte Phase oder das prĂ€gende Merkmal ist eine Verlagerung von globalen zur lokalen Struktur.

Das bedeutet die ĂŒbergreifende Vernetzung des Gehirns nimmt ab, dafĂŒr gewinnen einzelne Regionen ihre lokalen Verbindung an Bedeutung. Wir haben also vier Wendepunkte mit neun, zweiunddreißig, sechsensechzig und dreieinachtzig Jahren – das ist natĂŒrlich keine feste Termine fĂŒr jeden einzelnen, sondern ein Muster statistisch aus der Gruppe.

Viele von uns empfinden ihr Leben im RĂŒckblick ja auch als eine Abfolge verschiedener Phasen und diese Untersuchung zeigt eben, dass unser Gehirn durchlĂ€uft unterschiedliche Phasene wĂ€hrend wir wachsen, reifen und altern. Gerne Kommentare da lassen, gerne abonnieren. das war Lass mal hören Prof. Tetski's Brain Radio bis zum nĂ€chsten Mal.

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