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Klugschnabeln - Fakten finden, Fakes entlarven

Echtes Seeungeheuer???!

Mittwoch, 9. September 2026 · 16 min

MP3

Shownotes

Ahhhh, was ist das denn für ein Monster? Es sieht aus wie eine Mischung aus einem Drachen und einer Schlange und soll angeblich aus dem Wasser gefischt worden sein.
Das zeigt zumindest das Social-Media-Video, das die zwei Faktenchecker unter die Lupe nehmen.
Doch was hat es mit diesem Seeungeheuer auf sich? Die zwei Wahrheitsdetektive haben einen neuen Fall und tauchen dafür tief ab.

In dieser Episode erfahrt ihr, woran man ein KI-Video erkennen könnte. Außerdem fällt erstmals der Begriff „Artificial Intelligence“, kurz AI. Nebenbei lernt ihr Klugschnabelmäßiges über das Meer und die Tiefsee.

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Pino, mach das weg! Ich versuche es ja. Jetzt mach schon. Du sitzt schließlich am Laptop. Die Musik ist richtig gruselig. Mach sie bitte aus. Es geht nicht, ich weiß nicht woher die Musik kommt! Ja, aus dem Laptop natürlich. Ja, ja, Frau Schnabelschlau... Aber wo? Du hast so viele Internetseiten offen.

Ich bin auch Faktencheckerin und habe viel recherchiert. Ganz schnabelhaft Sheena. Dann weißt du sicher, was das für Schauermusik ist und woher sie kommt. Die kommt von einem Video. Ja hier, ich glaube die Internetseite hier oben war es. Klick da mal mit dem Schnabel drauf. Ah, ach du heiliger Gelbrust-Ara!

Was ist das denn? Ein Seeungeheuer... Da stehen mir ja all meine Federn zu Berge! Warum warnst Du mich nicht vor?! Das ist ja ultra gruselig!! Oh, ich hab' mich total erschreckt! Das Video habe ich gestern geschickt bekommen. Zu dem Video gehört auch diese schaurige Musik. Oh, mach die erstmal bitte aus.

Ja. Puh, viel besser. Aber was zum Geier ist das für ein schreckliches Monster? Das Pino ist unser neuer Fall. Unser neuer Fall? Das Video ist schon etwas älter, ich habe es gestern Abend, als du schon geschlafen hast, per Mail bekommen. Es wurde vor einiger Zeit auf Social Media geteilt. Also einem Ort im Internet, in dem Leute Videos oder Bilder veröffentlichen und sich auch über Nachrichten unterhalten können.

Ja! Und ich wurde gefragt ob wir Wahrheitsdetektive herausfinden können – ob es echt ist? Oh, warte mal….! Also dafür muss ich erst mal näher an den Bildschirm... Oh, aber will ich das überhaupt?! So komme ich dem Monster schon ganz schön nahe! Ach Pino, das ist ein Video und ich bin doch bei dir. Da kann dir doch nichts passieren.

Schon gut. Ich bin ja schließlich Faktenchecker. Da muss man sich auch mal unangenehme Videos anschauen. So… also bisschen näher an den Bildschirm, jap, so ist es besser. Also was sehe ich…mhhm…ich sehe ein Schiff auf dem Wasser. Mitten auf dem Boot liegt das Monster. Pahh, da schaudert mich ja immer noch.

Ich hab eine richtige Gänsehaut, was schnabel ich denn da, Papageienhaut mein ich natürlich, jawohl! Es sieht auch wirklich gruselig aus. Es sieht ein bisschen aus wie eine Mischung aus Drache und Schlange... ...es ist riesig und schwarz, glänzend und hat Zacken auf dem Rücken. Und unglaublich viele scharfe Zähne!

Das Maul steht offen – man kann die ganzen spitzen Zähnen sehen. Aus dem Mund ragt ein Seil…. also es wirkt so, als wurde das Seemonster gerade gefangen? Wahrscheinlich von den Leuten, die um das Ungeheuer herumstehen. Die sehen aus, als würden sie auf dem Schiff arbeiten. Du meinst Fischer?! Kann sein... Die eine Frau ganz vorne lacht, als würde sie sich über den Fang freuen.

Die hat Nerven! Jetzt stellt sich nur die Frage: Was haben die Leute da angeblich gefangen? Also mich musst du dann nicht fragen ich bin ein Vogel und ich gehöre in die Luft und nicht ins Wasser. Ich hasse Salzwasser Da trocknet mir immer mein ganzes Gefieder aus. Du bist doch Taucherin, hast du bei einem deiner Tauchausflüge so eine riesige schwarze glitschige Drachenschlange schon mal gesehen?

Nee. Also ich hab Manta-Rochen gesehen oder Treasure Sharks. Das sind Haie, die haben ein riesiges Schwanzflosse und große Kulleraugen. Die sehen wirklich voll niedlich aus! Also das hier im Video ist aber alles andere als niedlich. Also hast du diese gruselige Drachenschlange unter Wasser gesehen? Nee, aber das muss auch nichts heißen.

Weil weißt du Pino, nur ungefähr zehn Prozent der Arten in den Weltmeeren sind erforscht und von den Forschenden schon beschrieben worden! Was bedeutet das dieses Zehn-Prozent?! Naja... wir erklär ich das jetzt am besten. Ich hab's! Stell dir vor es gäbe im ganzen Meer nur genau hundert verschiedene Tierarten.

Dann haben Forschende bis lang erst zehn von diesen hundert entdeckt und beschrieben. Die restlichen neunzig kennen die Forscher noch gar nicht. Ach du Grüne Papagei, dann gibt es ja noch richtig viele im Meer zu entdecken! Ohja, Forschende schätzen das es mehr als zwei Millionen verschiedene Arten im Meer gebt – und ungefähr Neunzig Prozent davon sind noch nicht wissenschaftlich beschrieben.

Das heißt, irgendwo da unten schwimmen Tiere herum, von denen wir nicht wissen, dass es sie gibt? Ganz genau! Besonders in der Tiefsee gibt's noch so viel zu erforschen. Sheena, was ist denn die Tiefseee? Manche Forscherinnen sprechen schon ab zweihundert Meter Tiefe von der Tifsee. Je nach Meer reicht sie hunderte bis tausende Meter tief.

Der Meeresboden ist also weit weg von der Wasseroberfläche. Und dort unten ist der stockfinster und kalt. Ah, verstehe! Also könnte es sich theoretisch bei der Drachenschlange um eine bislang unerforschte Tierart aus der Tiefsee handeln? Ja, also theoretisch könnte man bei einem unbekannten Meerestier erst einmal nicht ausschließen dass das eine neue Art ist.

Die Forscher forschen ja immer immer weiter und entdecken dann auch immer wieder neue Arten. Aber bei unserer Drachenschlange ist das anders. Die gibt es nämlich nicht. Was schnabelst du denn da? Woher weißt du das so plötzlich? Schau doch mal ganz genau hin! Ich drück meinen Schnabel doch schon an den Bildschirm, noch näher kann ich nicht ran.

Fällt dir was auf?! Das Monster liegt auf dem Boot, das Maul ist offen die Zähne stechen hervor, ein Seil ragt aus dem Maul und die Leute drum herum, äh...die freuen sich. Was sollen wir denn sonst nach auffallen? Ja, das ist schonmal sehr gut. Schau aber noch genauer hin. Mein Schnabel klebt doch schon ganz vorne dran!

Wenn du jetzt wirklich ganz, ganz genau aufpasst siehst du dass die Gesichter der Person manchmal ganz kurz verformt und unecht aussehen. Das will ich als Faktenchecker nochmal überprüfen. Ich spiele es noch mal ab. Stopp. Hier war's. Da juckt mich ja wirklich mein ganzes Federkleid. Das ist verdächtig!

Das Video, das müssen wir noch mal genauer unter die Lupe nehmen... Wie gehen wir denn vor? Denk mal an unseren alleraller ersten Fall zurück. Der mit dem angeblichen Haustierverbot in der EU. Was haben wir da als Allererstes gemacht? Naja... Die erste wichtige Faktencheckerfrage beantwortet. Wer hat das gesagt?

Klug geschnabelt. Und wer hat dieses Video veröffentlicht? Das ist ein ganz komischer Name. Ein Wort, dann eine Lücke und dann äh E-Ei... Wer benennt sich denn bitte nach einem Frühstücksei? Das is ja wohl kein sehr cooler Name! Ach Pino, lese noch mal ganz genau da steht nicht ei Ich quatsch Vogel Ei. A und I steht da.

Das ist einer heiße Spur. Was soll denn das für eine heiße Spur sein? Der hat sich doch bestimmt verschrieben. Das Wort gibt es doch gar nicht! Doch, auf Englisch wird des AI ausgesprochen und ist die Abkürzung für Artificial Intelligence. Das ist auf Deutsch übersetzt nichts anderes als Künstliche Intelligenz.

Was? Du meinst KI?! Ganz genau! Das ist unser erster Hinweis, dass es sich vermutlich um ein künstlich erstelltes Video handelt. Die Person die das Video hochgeladen hat, hat sich die englische Abkürzung für KI in den Namen gepackt... Eine richtig heiße Spur! Juhu! Dann lass uns weiter nach der Wahrheit forschen!

Hmh. Lass mich mal überlegen. Was können wir Wahrheitstetektive machen? Ich hab's, die Kommentare anschauen! Richtig gut, da kann auch ein Hinweis versteckt sein. Warte, ich klick mal drauf. Das sind aber viele... Der gleich am Anfang hat ganz vielen Leuten gefallen. Aber der ist auf Englisch. Das schnabe ich noch nicht so gut.

Kannst du bitte übersetzen? Klar, hier steht “that AI is concerning”. Boah, Sheena! Wieder das Wort AI? Genau. Der Kommentar heißt übersetzt so was wie... die KI macht einem ein ungutes Gefühl. Noch ein Hinweis, dass das Video vermutlich nicht echt ist. Vor allem wenn ich so die Kommentare überfliege.

Du kannst doch gar nicht fliegen. Du Spaßvogel. Also jedenfalls wenn ich mir so die Kommentare ansehe gibt es echt einige, die denken dass das sich um einen mit AI erstelltes Video handelt. Ach da juckt mir mein ganzes Federkleid! Warte mal ich hab noch eine klugschnappemäßige Idee. Lass uns mal die Videounterschrift ansehen wie im Grillenfall.

Vielleicht ist da auch ein Hinweis versteckt? Gute Idee. Wow krass. Da steht das englische Wort fantasy. Also übersetzt... Warte, warte! Noch nicht sagen. Das heißt doch bestimmt auf Deutsch Fantasie. Richtig. Ich Englisch-Schnabelnder Faktenchecker. Der bist du und Pino. Fantasie ist nichts anderes als dass man sich etwas Neues vorstellen kann, was man zum Beispiel Nicht sehen kann oder das es noch gar nicht gibt.

Fantasie braucht man zum Beispiel, um sich Geschichten auszudenken. Ähm, Aber: Verflixt und zugeflattert. In der Videounterschrift steht Fantasie, in den Kommentaren und im Namen von der Person das Wort “AI”, also KI. Bedeutet…das Video ist nicht echt und zeigt einfach nur ein ausgedachtes und künstlich erstelltes Seeungeheuer. Das passt auch dazu, dass die Gesichter verschwommen sind. KI kann nämlich solche Fehler machen.

Genau. Diese Drachenschlange aus dem Video gibt es nicht und trotzdem hat das Video unglaublich viele Herzen bekommen! Schau mal Pino über 4,7 Millionen Menschen gefällt das, Boah Flatterpalatter. Das ist echt richtig, richtig viel. Stellt dir mal vor: Das wären ungefähr vierundneunzig große Fußballstadien voller Menschen. Und alle finden die Drachenschnlange toll.

Krass. Das kann ich nicht verstehen. Herzig sieht dieses Monster gar nicht aus! Und richtig viele Personen haben es geteilt und weitergeleitet, auch wenn das in diesem Fall nicht echt war... Aber Sheena, das haben wir doch bei all unseren Fällen gelernt. Viele Kommentare, Herzen und Shares, also wie oft es geteilt wurde, sagen nichts darüber aus, ob es echt ist oder eine Information stimmt.

Kluggeschnabelt, da hast du recht! Und wir haben doch auch im ersten Fall schon herausgefunden, dass Videos, Nachrichten oder Bilder die uns ganz stark fühlen lassen viel häufiger verbreitet werden als Nachrichten, bei denen wir keine starken Gefühle fühlen. Das stimmt, das Seeungeheuer sieht furchterregend und angsteinflößend aus.

Die Musik im Hintergrund ist auch richtig gruselig! Ja, also das Video soll uns vermutlich Angst einjagen oder uns erschrecken. Damit wir es noch viel wahrscheinlicher an Freunde und Familie schicken weil wir zum Beispiel denken, dass müssen die einfach gesehen haben. Oder wir wollen in ihnen auch eine emotionale Reaktion hervorrufen Sheena, du mit deiner komischen Erwachsenensprache.

Das klingt so kompliziert! Aber, ich kann mir schon denken was du meinst. Wir möchten das andere mit uns mitfühlen. Kluggeschnabelt – genau das meine ich damit. Ja, also wie bei all unseren Fällen wissen wir jetzt. Federfühlalarm und genauer hinschauen wenn mich Videos, Bilder oder Nachrichten ängstlich, wütend oder traurig machen.

Ich musste richtig nah an den Bildschirm kommen und mir das Video ziemlich oft anschauen, bevor mir die verformten Gesichter aufgefallen sind. Das zeigt ja auch, dass die KI immer besser wird – auch wenn sie Fehler macht! Ab jetzt gibt es ein Gesetz, dass bestimmte Bilder, Audios und Videos gekennzeichnet werden müssen die mit KI erstellt wurden.

Das ist ja papageienstark! Das stimmt. Das gilt vor allem für größere Organisationen, wie Firmen oder Vereine. Das kann es Faktencheckern wie uns viel einfacher machen. Nachdenken müssen wir aber immer noch alleine. Aber das kann eine super Hilfe sein. Für die Wahrheit, gegen die Lüge! Und wir haben wieder einen Fall gelöst.

Du, Sheena, weißt du was ich richtig schnabelhaft finden würde? Was denn? Wenn wir mal recherchieren welche klugschnabelmäßigen Meerestiere es da unten so wirklich gibt. Also in echt! Weißt du solche, die vielleicht ganz bunt sind, wie ich, oder die vielleicht noch leuchten oder so ganz besonders schimmern weiß du?

Das ist eine tolle Idee. Und ich habe noch einen schnabelhaften Einfall. Welchen? Du antwortest doch sicher der Person, dass das Video nicht echt ist. Und dass es das Ungeheuer gar nicht gibt, oder? Na klar! Und natürlich, dass sie keine Angst haben muss... Dann kannst du ihr doch gleich ein paar Bilder zu schnabelhaften und außergewöhnlichen Unterwassertieren mitschicken, die wir dann gefunden haben.

Du meinst, um ihr zu zeigen wie spannend das Meer ist und welche coolen Arten sich da wirklich alle in der Tiefsee tummeln? Ganz genau! Und ich flatterer danach zur Gisela in den Verlag. So, was willst du denn in einer Redaktion? Ja, also Gisela von unseren Entdeckungen erzählen. Die macht doch die Tierzeitschrift Wapiti.

Die interessiert das bestimmt, welche merkwürdigen Meereswesen da unten wohnen und welche spannenden Fakten wir über sie herausgefunden haben. Vielleicht ist es auch ein schnabelhaftes Thema für ihre Zeitschrifft. Gut möglich... Also worauf warten wir Pino? Tauchen wir ab in die Tiefsee. Ja los blubblubblub. Ich hole schon mal meinen Tauchanzug.

Ihr Faktenchecker da draußen, aufgepasst! Pino und ich möchten einfach mal Danke sagen. Danke dass ihr unsere Fälle anhört und gemeinsam mit uns klugschnaabelt. Danke das ihr uns eure eigenen schnabelhaften Fragen schickt. Wir freuen uns klugschnammelmäßig über jede Mail oder Sprachnachricht von euch.

Danke, dass ihr dem Podcast Klugsschnabeln so viele Bewertungssterne schenkt und so so viele Kommentare hinterlasst. Das ist einfach Papageinstark. Hört bitte nicht damit auf. Wenn euch der Podcast gefällt, gebt uns fünf Sterne und leitet ihn an eure Freundinnen weiter. Je mehr Wahrheitsdeliktive es da draußen gibt, umso besser!

Also danke – Es macht so Spaß mit Faktencheckern wie euch zu klugschnabeln! Das war Klugschnabeln – ein Teil der Bildungsinitiative des Sailer Verlags in Kooperation mit dem Faktoncheck-Team der Deutschen Presseagentur. Hosts Sheena Cvrlje und Christian Conradi, Skript und Konzept Sheena Cvrlje und Karin Helneder. Produktion Christian Conradi. Medienpädagogisch und psychologisch geprüft von Birgit Leikam und Gisela Lipsky.

Inhaltliche Prüfung und Beratung das Faktencheck-Team der DPA.

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