Leben ist mehr· Staffel 2026· Folge 304

Unnötiges Martyrium?

Samstag, 31. Oktober 2026 · 5 min

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Shownotes

Wer kennt sie nicht, die Eisenacher Wartburg? Ein Wahrzeichen für eines der epochalsten Ereignisse europäischer Geschichte: die Reformation. Doch wer sie schon einmal besichtigt hat, dem fiel sicher auch mit Schaudern die am Südturm angebrachte Gedenktafel für Fritz Erbe auf (* um 1500, † 1548). Wer war das?
Fritz Erbe war durch intensive Lektüre der Bibel zur Erkenntnis gelangt, dass die Taufe eine symbolische Handlung für Leute ist, die ihr Leben bereits Gott anvertraut haben und diese Zeremonie nun in vollem Bewusstsein ihrer Bedeutung erleben können – wie es auch der Tagesvers sagt. Daher weigerte er sich 1531 strikt, sein Baby taufen zu lassen. Das sollte ihn teuer zu stehen kommen: Erbe musste wegen seiner Ablehnung der Säuglingstaufe 15 Jahre in Haft verbringen; davon sieben im Storchenturm der Eisenacher Stadtmauer und weitere acht im Südturm der Wartburg. Im dortigen zehn Meter tiefen Verlies eingesperrt (das kaum breiter als ein Brunnenschacht ist!), musste er katastrophale Bedingungen erdulden: konstante Finsternis, im Winter bittere Eiseskälte und dauerhaft keinerlei Körperpflege. Er starb in Haft.
Dass dieser Mann für seine Überzeugung bereit war, ein fünfzehnjähriges Martyrium zu erleiden, scheint aus heutiger Sicht geradezu unerhört. Aber für die Täufer damals war es keine Kleinigkeit, dass viele Menschen sich aufgrund ihrer Säuglingstaufe in Sicherheit wiegten. Sie waren, so meinten sie, mit Gott im Reinen – dank dieses frühkindlich vollzogenen Rituals. Doch die äußerliche Handlung rettet keinen, sie ist allerdings Bekräftigung und Bekenntnis dessen, was zuvor bereits innerlich geschehen sein muss: nämlich Glaube an Jesus. Denn nur der persönliche Glaube an ihn rettet uns von unseren Sünden und schenkt uns neues Leben.
Jacob Ameis

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Samstag, 31. Oktober. Reformationstag. Petrus forderte seine Zuhörer immer wieder auf: Rettet euch vor dieser Generation, die auf einem verkehrten Weg ist. Diejenigen, die glaubten, was Petrus gesagt hatte, wurden getauft. Apostelgeschichte 2, Verse 40 und 41. Unnötiges Martyrium? Wer kennt sie nicht?

Die Eisenacher Wartburg. Ein Wahrzeichen für eines der epochalsten Ereignisse europäischer Geschichte, die Reformation. Doch wer sie schon einmal besichtigt hat, dem fiel sicher auch mit Schaudern die am Südturm angebrachte Gedenktafel für Fritz Erbe auf, geboren um 1500, gestorben um 1548. Wer war das?

Fritz Erbe war durch intensive Lektüre der Bibel zur Erkenntnis gelangt, dass die Taufe eine symbolische Handlung für Leute ist, die ihr Leben bereits Gott anvertraut haben und diese Zeremonie nun in vollem Bewusstsein ihrer Bedeutung erleben können, wie es auch der Tagesvers sagt. Daher weigerte er sich, 1531 strikt sein Baby taufen zu lassen.

Das sollte ihnen teuer zu stehen kommen. Erbe musste wegen seiner Ablehnung der Säuglingstaufe 15 Jahre in Haft verbringen, davon sieben im Storchenturm der Eisenacher Stadtmauer und weitere acht im Südturm der Wartburg. Im dortigen, zehn Meter tiefen Verließ eingesperrt, das kaum breiter als ein Brunnenschacht ist, musste er katastrophale Bedingungen erdulden: konstante Finsternis, im Winter bittere Eiseskälte und dauerhaft keinerlei Körperpflege.

Er starb in Haft. Dass dieser Mann für seine Überzeugung bereit war, ein fünfzehnjähriges Martyrium zu erleiden, scheint aus heutiger Sicht geradezu unerhört. Aber für die Täufer damals war es keine Kleinigkeit, dass viele Menschen sich aufgrund ihrer Säuglingstaufe in Sicherheit wiegten. Sie waren, so meinten sie, mit Gott im Reinen dank dieses frühkindlich vollzogenen Rituals.

Doch die äußerliche Handlung rettet keinen, sie ist allerdings Bekräftigung und Bekenntnis dessen, was zuvor bereits innerlich geschehen sein muss, nämlich Glaube an Jesus. Denn nur der persönliche Glaube an ihn rettet uns vor unseren Sünden und schenkt uns ein neues Leben. Die Frage zum Nachdenken. Worauf verlassen Sie sich, um in den Himmel zu kommen?

Der Tipp fürs Leben. Die Bibel zeigt uns, welche Bedeutung die Taufe wirklich hat. Die tägliche Bibellese. Römer 6, Verse 3 bis 11. Oder wisst ihr nicht, dass wir, so viele auf Christus Jesus getauft wurden, auf seinen Tod getauft worden sind? So sind wir nun mit ihm begraben worden durch die Taufe in den Tod, damit, wie Christus aus den Toten auferweckt worden ist, durch die Herrlichkeit des Vaters, so werden auch wir in Neuheit des Lebens wandeln.

Denn wenn wir verwachsen sind mit der Gleichheit seines Todes, so werden wir es auch mit der seiner Auferstehung sein, da wir dies erkennen, dass unser alter Mensch mitgekreuzigt worden ist, damit der Leib der Sünde abgetan sein soll, dass wir der Sünde nicht mehr dienen. Denn wer gestorben ist, ist freigesprochen von der Sünde.

Wenn wir aber mit Christus gestorben sind, so glauben wir, dass wir auch mit ihm leben werden, da wir wissen, dass Christus aus den Toten auferweckt nicht mehr stirbt, der Tod herrscht nicht mehr über ihn. Denn was er gestorben ist, ist er ein für alle Mal der Sünde gestorben, was er aber lebt, lebt er Gott.

So auch ihr haltet euch der Sünde für tot, Gott aber lebend in Christus Jesus.

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