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- 21. Okt.letzte Folge
Ob aus Literatur, Kunst oder Philosophie: auf lesedusche.de verschaffen wir klassischen Texten Gehör! In unserem Podcast widmen wir (Ulrike und Dirk) uns mit Hilfe spannender Momentaufnahmen ganz unterschiedlichen Persönlichkeiten und teilen mit euch Originaltexte, die wir als besonders anregend empfinden.
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So kamen die Brüder Grimm zu ihren "Kinder- und Hausmärchen"
"Daß die Lotte keine Märchen mitgebracht, ist bloß ihre Schuld, sie ist nicht recht und vertraulich mit der Frau umgegangen", beschwerte sich Wilhelm Grimm (1786-1859) im Herbst 1809 in einem Brief an seinen Bruder Jacob (1785-1863) über ih
Sigmund Freud und Martha Bernays: Eine große Liebe in 1.500 Brautbriefen
"Hat man einmal vier Jahre gewartet, so kommt es auch auf einige Monate mehr oder weniger nicht an..." diese Zeilen dürften Sigmund Freud (1856-1939) im Juni 1886 die Sprache verschlagen haben. Gerade hatte er seine erste Praxis eröffnet un
Wilhelmine von Grävenitz: Heimliche Herrscherin von Württemberg
"Sie hat würcklich offt [...] ihre geschwohrene Feinde von ihrem schädlichen Vorsatz abgebracht und sich dieselben zu Freunden gemacht." notierte der ehemalige Sekretär Heinrich August Krippendorff zähneknirschend über Wilhelmine von Gräven
Maria Anna und Wolfgang Amadeus Mozart verblüffen einen ganzen Kontinent
"Fräulein Mozart, jetzt dreizehn Jahre alt und übrigens außerordentlich schön geworden, spielt vorzüglich und hinreißend Klavier." berichtete der gut vernetzte und musikvernarrte Melchior Grimm im Frühjahr 1766 in seiner "Literarischen Korr
Nietzsche bei Cosima und Richard Wagner: Flüchtiges Glück
"Am Schluß [...] drückte er mir sehr warm die Hand und lud mich sehr freundlich ein, ihn zu besuchen," so beschrieb ein begeisterter Friedrich Nietzsche (1844-1900) Ende 1868 die erste Begegnung mit Richard Wagner (1813-1883). Ein halbes Ja
Giovanni Boccaccios Decameron: Ein geniales Rezept in Zeiten der Pest
"Über jedes Ereignis zu lachen und zu spaßen, sei das sicherste Heilmittel für ein solches Übel." so beschreibt Giovanni Boccaccio (1313-1375) in der Einleitung zu seinem "Decamerone" eine der ganz unterschiedlichen Reaktionen in der Bevölk
Goethe in Italien: Frische Früchte, neue Kleider und andere Genüsse
"Wie ist Ihre Gesondheit in diesser hize? Trinken Sie doch des Morgens anstatt gekochte cocolate gefrohrene." Mit diesem Tipp ermahnte der inzwischen in Neapel lebende Johann Wilhelm Tischbein (1751-1829) im Juli 1787 seinen ehemaligen "WG"
E.T.A. Hoffmann und Berlin: Das Traumpaar der Romantik?
"Da setze ich mich hin, dem leichten Spiel meiner Phantasie mich überlassend," lässt E.T.A. Hoffmann (1776-1822) den Erzähler in seinem Werk "Ritter Gluck" über seinen Tagesbeginn in Berlin frohlocken. Diese rasch gewachsene Stadt, die um 1
Franz Liszt und Marie d'Agoult: ein ungleiches Paar
"Ich sah in ihm ein besonderes Wesen, das allen andern überlegen war." So erinnert sich Comtesse Marie d'Agoult (1805-1876) an Franz Liszt (1811-1886), den sie 1833 in Paris kennen- und bald auch lieben lernte. Das ungleiche Paar brannte 18
Marquise du Deffand, Madame Geoffrin & Julie de Lespinasse: Die Königinnen der Salons
"Anscheinend ohne alle Mühe, nur durch ein geschickt eingeworfenes Wort hielt sie die Unterhaltung in Fluß [...]" schwärmte der deutsche Pariskenner Melchior Grimm im Mai 1776 in seinem "Nachruf auf eine Salondame" - nämlich auf die soeben
Madame de Tencin erobert heimlich die Macht in Paris
"Daher das rege, geistige Leben, das Ideen- und Wortgefecht im Salon, dem diese Frau ihre Seele einhauchte [...]", so begeistert schrieben die Brüder Goncourt über Claudine Alexandrine Guérin, Marquise de Tencin (1682-1749), die intelligent
Der Geisterseher: Friedrich Schillers ungeliebter Bestseller
"Dem verfluchten Geisterseher kann ich bis diese Stunde kein Interesse abgewinnen; welcher Dämon hat mir ihn eingegeben!" beklagt sich Friedrich Schiller (1759-1805) Anfang März 1788 gegenüber seinem Freund Christian Gottfried Körner (1756-
Abaelard & Heloise: Echte Liebesgeschichte oder Legende?
"Was Dich zu mir getrieben, es war wohl mehr Leidenschaft als Freundschaft", beklagte sich Heloisa (1095-1163) bei ihrem einstigen Geliebten und Ehemann, Petrus Abaelard (1079-1142). Beide, inzwischen als Äbtissin und Abt für verschiedene K
Franziska zu Reventlow, der Monte Verità und die Vegetarier
"[...] aber ich war wenigstens beruhigt, daß es kein Vegetarier mit langen Locken war, davon gibt es hier böse Exemplare.", stellte Franziska Gräfin zu Reventlow (1871-1918) Anfang 1911 fest. Kurz zuvor in Ascona angekommen, hatte sie bewus
Aphra Behn und John Wilmot feiern die individuelle Freiheit
Heute reisen wir ins London der 1670er Jahre. Die Stadt hat schwere Jahre hinter sich: 1665 raffte die Pest ein Viertel der Bevölkerung hin, 1666 folgte der große Stadtbrand und 1667 der Angriff der Niederländer. Dennoch oder vielleicht ger
Stress in Versailles: Liselotte, der Bankier und das liebe Geld
"Ich bin so müde von nichts als Millionen und Actionen zu hören" klagte Liselotte von der Pfalz Ende November 1719 in einem ihrer Briefe. Keine fünf Jahre nach dem Tod des "Sonnenkönigs" Ludwig XIV. (1638-1715) geschieht etwas Ungeheuerlich
Margarete von Navarra schreibt das Heptameron
"Ich kann mir auch gar nicht erklären, woher das Mädchen die Kühnheit herbezogen hat", wunderte sich Margarete von Navarra (1492-1549) in einem Brief an ihren Bruder, König Franz I., über die strikte Weigerung ihrer eigenen 12jährigen Tocht
Friedrich Hölderlin trifft auf Susette Gontard alias Diotima
"Es giebt ein Wesen auf der Welt, woran mein Geist Jahrtausende verweilen kann", jubiliert Friedrich Hölderlin (1770-1843) im Juli 1796 an einen Freund. Zu diesem Zeitpunkt war er bereits in Susette Gontard (1769-1802) verliebt, deren Sohn
Marie-Antoinettes Kammerfrau Mme. Campan erinnert sich
"Die alte Schwätzerin Madame Campan erzählt in ihren bald honigsüßen, bald tränennassen Memoiren (...)" polterte Stefan Zweig, um dann aber doch gern auf die dort auffindbaren Informationen zurückzugreifen. Und Goethe las sie ebenfalls mit
Wilhelm Hauff und seine Märchen als Kinderbücher in DDR und BRD
"Wie ein Wunderthier haben sie mich aufgesucht, angestaunt, bewundert." schrieb ein sichtlich stolzer Wilhelm Hauff (1802-1827) im Jahr 1826. Heute aber werden "Hauffs Märchen" fast immer an zweiter Stelle genannt nach der großen Sammlung d
So tafelte Kaiser Franz Joseph I. an Weihnachten 1913
Weihnachten 1913 in der Donaumonarchie. Überall gärt es, doch am Hof in Wien scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. Der inzwischen 83jährige Kaiser Franz Joseph I. (1830-1916) versucht mit gewohnt strenger Arbeitsdisziplin, den vielfält
Jane Austen läuft sich warm für "Stolz und Vorurteil" (in ihren Jugendwerken)
"Jane ist versponnen und affektiert", so beschreibt eine Verwandte die 12-jährige Jane Austen (1775-1817). Mag sein, aber zu diesem Zeitpunkt schrieb der auch noch als "durchaus nicht hübsch" bezeichnete Teenager bereits außergewöhnliche Te
Mary Wortley Montagu: Eine abenteuerliche Reise in Briefen
Großbritannien, Anfang 1716. König Georg I., selbst noch nicht lange auf dem Thron, entsendet einen neuen Botschafter nach Konstantinopel: Edward Wortley Montagu. Mit dabei: seine Ehefrau Lady Mary Wortley Montagu (1689-1762) und deren klei
Lou Andreas-Salomé studiert bei Sigmund Freud ... Psychoanalyse
"Freud sagte nicht viel zum Schlußwort und vergab allen ihre Langeweile." notierte Lou Andreas-Salomé (1861-1937) am 6. November 1912 in ihrem Tagebuch, das sie während ihres mehrmonatigen Studienaufenthalts in Wien führte. Hier wollte sie
Christine de Pizan entwirft die Stadt der Frauen
"Mit großem Gefallen, äußerst wohlwollend und gnädig, sah man sich meine Bücher an und nahm sie freudig in Empfang [...] als etwas völlig Neues, da sie von einer Frau verfasst waren." Man spürt den Stolz, den Christine de Pizan (ca.1364-ca.
Giacomo Casanova verzaubert die Marquise d'Urfé
Er war fast 1,90 Meter groß, mit braunem Teint und schönen Augen, stets exquisit gekleidet und von vorzüglichen Manieren: Giacomo Casanova (1725-1798). Seinem Charme konnte sich 1757 auch Jeanne Marquise d'Urfé (1705-1775), eine der reichst
Hans Christian Andersens aufregender Besuch bei Charles Dickens
„Wir leiden sehr unter Andersen“, gestand Charles Dickens (1812-1870) am 10. Juli 1857 einer Bekannten. Der berühmte, wenn auch leicht exzentrische Besucher Hans Christian Andersen (1805-1875) hingegen schwärmte nach seiner Rückkehr von die
Maria Theresia, ihre Kinder und die Macht der Briefe
"Zähle auf meinen Beistand und meine ganze Zärtlichkeit, die nur mit meinem Leben enden kann." So beendete Maria Theresia von Österreich (1717-1780) im August 1767 ein langes Schreiben an ihre damals 15jährige Tochter Marie Caroline. Mit In
Rilke, Marie von Thurn und Taxis und die Duineser Elegien
"Das alte ... Schloß hat eine ganz starke Schale, aber innen verhältnismäßig viel Fruchtfleisch, in dem es sich ziemlich saftig wohnt", so beschreibt Rainer Maria Rilke (1875-1926) im Dezember 1911 seinen neuen Rückzugsort in Duino an der n
Napoleons Briefe an seine große Liebe Joséphine (de Beauharnais)
"Wenn ich Deine Liebe, Dein Herz, Deine anbetungswürdige Person verliere, verliere ich alles, was das Leben lieb und teuer macht!" Solche Gefühlsausbrüche hatten wir Napoleon Bonaparte (1769-1821) gar nicht zugetraut, bevor wir dessen Liebe