
Wie gründet man ein journalistisches Medium? Und warum? (Die tbd-Pilotfolge)
Mittwoch, 16. September 2026 · 29 min
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Shownotes
Vier Menschen kündigen ihre Jobs, um in Deutschland ein neues journalistisches Medium zu gründen. Und das in einer Zeit, in der viele den Medien nicht mehr vertrauen. Das ist die Pilotfolge von Mission 401, dem Podcast von tbd.
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Wir sind Ann-Kathrin Hipp, Simon Berlin, Moritz Klein und Bojan Albers, das Gründungsteam von tbd. Wir wollen Journalismus machen, der hilft, die Welt zu verstehen, ohne von ihr überfordert zu werden. Gemeinsam mit Menschen aus ganz Deutschland wollen wir ihn aufbauen. Dazu gehört: Orientierung statt Rauschen, Tiefe statt Eilmeldungs-Hamsterrad und echter Dialog statt Links-gegen-Rechts.
In dieser ersten Folge erzählen wir, wie es dazu kam. Eine fast im Spam gelandete Mail aus Kopenhagen führt uns zum dänischen Mitgliedermedium Zetland. Dort unterstützen mehr als 40.000 Menschen seit rund zehn Jahren einen anderen Journalismus. Wir erzählen auch, wie sich unser Gründerteam gefunden hat und warum eine KI unser Vorhaben die „Mission Impossible des deutschen Journalismus" nennt.
Außerdem nehmen wir euch mit in einen stickigen Konferenzraum. Dort sitzen wir mit der Journalistin und Autorin Gilda Sahebi („Verbinden statt spalten"). Ein Gespräch über politische Schubladen gerät dort beinahe aus dem Ruder. Es wird ein ehrlicher Test dafür, ob wir die Werte leben, die wir predigen.
Diese Pilotfolge ist euer Einstieg, um uns kennenzulernen. In den kommenden Wochen erscheint hier alle 14 Tage ein Update. Wir sprechen offen über Höhen und Tiefen, laden Gäste ein und nehmen euch mit auf unsere Reise.
In dieser Folge:
• Warum wir ein neues Medium in Deutschland gründen und was im Journalismus gerade schiefläuft
• Das Zetland-Modell: Journalismus, getragen von Mitgliedern statt von Werbung
• Wie sich das Gründungsteam von tbd gefunden hat
• Gilda Sahebi über Haltung, Vertrauen und die Frage: „Was, wenn ich unrecht habe?"
• Wie ihr unsere Reise begleiten könnt
Mission 401: Wir wollen euch zuhören
Deutschland hat 401 Land- und Stadtkreise. Bis zum Jahresende wollen wir mit Menschen aus jedem davon sprechen, digital oder vor Ort. Uns interessiert, was euch Sorgen macht, was ihr euch von Medien wünscht und was euch frustriert. Erst danach legen wir unsere journalistischen Grundsätze fest. Unser Ziel: 10.000 Menschen, die tbd mit uns gründen und mitgestalten.
Macht mit:
• Kurze Umfrage und Newsletter: www.tbd.land (tbd.news)
• Instagram: @tbd.land (instagram.com/tbd.401)
• Facebook: @tbd.land (facebook.com/tbd.land)
• Kontakt: team@tbd.news
• Folgt unserer Mission 401 und teilt diese Folge mit zwei Menschen, die sie auch hören sollten.
Mitwirkende
Eine Produktion von tbd.
Host und Executive Producer: Ann-Kathrin Hipp. Weitere tbd Co-Founder: Simon Berlin, Moritz Klein, Bojan Albers. Lead-Autorin, Produktion und Sound Design: Jasmin Bauomy. Co-Autorin: Celine Weimar-Dittmar
Mit: Gilda Sahebi und Jakob Moll.
Besonderer Dank an: Otis Schaffeld, Kaitlin Roberts und unsere Testhörer und Testhörerinnen.
Musik: Zetland. Cover-Design: Christoph Rauscher. Cover-Foto: Tobias Reetz.
Transkriptvom Podcast bereitgestellt · Zeitmarken springen hin
Vielleicht ganz kurz. Eine Frage ist es okay wenn ich jetzt ein Mikro mitlaufen lasse, es geht nur. Darum, es ist heiß im Raum, draußen ist Sommer und wir sitzen in einem etwas stickigen Büro. Wir produzieren also Podcast mit denen. Genau. Uns gegenüber sitzt eine Journalistin, Gilda Sahebi. Gilda schreibt, macht Podcasts, ist auf Social Media sehr präsent und ist eine Frau, die wir unbedingt bei unserem Projekt dabei haben wollen.
Also wir hatten ja. Zuletzt gesprochen, da ist mir mit der Struktur so ein bisschen Sachen mehr klar geworden, weil da sind noch ganz viele. Fragen eben im Nebenraum. Da haben wir noch gelacht. Aber jetzt, wo wir alle um diesen Konferenztisch herum sitzen, da sucht Simon nach Worten. Unser unser Eindruck ist, dass die, weil das viele Menschen so in der Öffentlichkeit.
Dich auf Grundlage dessen, was du auf Instagram machst, tendenziell als eher links wahrnehmen und du bei vielen Leuten, die rechts der politischen Mitte, auch wenn ich dieses Links, rechts denken nicht mag, stehen aber zumindest erstmal ein Stirnrunzeln auslösen könntest. Simon sagt Gilda, dass manche Leute sie für politisch links halten. Das ist einfach nur das, was ich in Gesprächen gespiegelt bekommen habe.
Und wir denken. So ein bisschen darüber nach, also wie wie schaffen, ja. Was heißt das? Ich komm nicht irgendwo rein, um gemanagt zu werden. 0. Darum geht es. Nicht. Aber ich werde nicht hier reinkommen und und dann behalte ich im Hintergrund, oh, ich darf nicht zu scharf sein, dann macht es keinen Sinn. Dieser Moment, wo man in eine Box gesteckt wird, wo man für etwas gehalten wird, dass man nicht ist oder nicht sein möchte.
Das ist ein mieses Gefühl, und das führt zu wahnsinnig emotional aufgeladenen Debatten in der Familie, in Freundschaften, unter Kollegen. Es geht um Flüchtlingspolitik, ums Gendern, Impfen, Klimaschutz, die Liste ist lang, und die Medien, der Spiegel der Gesellschaft auch, die tragen ihren Teil dazu bei, indem sie zuspitzen und Aufbauschen, das gibt Klicks, aufrufzahlen und. Ja, Aufmerksamkeit.
Wer keine Lust auf Streit oder Dramen hat, der steigt lieber aus. Lieber keine Nachrichten gucken, lieber gar nicht mehr über Politik sprechen. Sicher ist sicher, weil wer will schon in eine Schublade gesteckt werden und trotzdem, genau das passiert hier in diesem stickigen Raum, in dem wir mit Gilda zusammensitzen, die wir als Partnerin für unser Vorhaben gewinnen wollen, wie wir in diesen Raum geraten sind. Dazu kommen wir noch.
Mein Name ist Ann Kathrin Hipf ich war lange Journalist in meinem Tagesspiegel und das hier, das ist die Geschichte davon, wie ich mit 3 anderen Versuche, etwas aufzubauen, von dem uns Menschen oft sagen, dass es nicht klappen wird. Wir wollen ein neues journalistisches Medium gründen, in Deutschland, in einer Zeit, in der viele Menschen den Medien nicht mehr trauen. Es ist eine Geschichte davon, wie wir 4 zusammen ein Risiko eingehen, gemeinsam zweifeln, lernen und vielleicht auch ein bisschen auf unsere Ideen und Verbvorstellungen getestet werden.
Warum wir das machen, weil auch wir sehen, dass in Deutschland gerade einiges schief läuft und dass in den Medien einiges schief läuft, dem wollen wir was entgegensetzen und uns an einer Lösung versuchen. Dafür haben wir 4 unsere Jobs gekündigt und sind jetzt, und das fühlt sich wahnsinnig komisch an, dass sozusagen Gründer und eine Gründerin und genau jetzt in diesem Moment, da denken wir vor allem an 2 wichtige Zahlen zuerst 401. 401 weil es unser Ziel ist, in den kommenden Monaten Menschen aus allen 401, Stadt und Landkreisen in Deutschland zu erreichen, mit einer Art Deutschlandtour.
Wir wollen mit ihnen ins Gespräch kommen, wollen herausfinden, was für Sorgen Sie haben, was sie sich von Medien wünschen, was sie frustriert und auch welche Medien sie lieben, und dann ist da noch eine zweite Zahl 10000. Das ist die Zahl der Menschen, die wir überzeugen wollen. 10000, die an das hier glauben, Menschen, die quasi mit uns gründen und uns durch ihre Mitgliedschaft überhaupt erst die Möglichkeit geben, eine eigene Redaktion aufzubauen.
Denn nicht ganz so kleine Haken an der Sache, wir haben noch nichts veröffentlicht außer dieser Podcast Folge und. Ein Name wäre sicherlich auch nicht so schlecht. Ganz aktuell wollen wir unsere Zeit und Energie aber erst mal anders einsetzen und zuhören aus dem was dabei rauskommt. Da wollen wir dann unsere Inhalte und Formate draus ableiten, so ist der Plan, wenn ich Leuten davon erzähle, dann sagen alle erst mal, hey cool, voll die schöne Idee, ja, und dann, dann nenne ich diese Zahlen 401 und. 10000 und dann wird es meistens kurz still. Wir wollten dann mit Gemini, also der KI von Google, was mit unserem Kampagnenbudget durchrechnen und dann kam völlig unaufgefordert eine Antwort,
nach der wir überhaupt nicht gefragt hatten. Das ist Simon Simon Berli. Er und ich, wir sind die beiden Journalisten unter uns, 4 Gründern, ich. Zitiere jetzt aus dem Gedächtnis. Machen wir uns nichts vor. Das, was ihr vorhabt, das ist die Mission Impossible des deutschen Journalismus. Und so wie ich denkt er sich, ach was weißt schon die KI Mission Impossible des deutschen Journalismus.
Die Herausforderung nehmen wir an, Simon selbst hat mehr als 10 Jahre für die Süddeutsche Zeitung geschrieben und später auch einen eigenen, sehr erfolgreichen Newsletter über Nachrichten aus der Tech Welt gestartet. Ich glaube eher, dass es was ist. Was sich eigentlich durch Jahre häufig durchgezogen hat, weil ich 70 bis 80% der tagesaktuellen Sachen, die ich geschrieben habe, für verzichtbar gehalten hab.
Mein Gefühl war dann immer, ich füge jetzt keinen großen Erkenntnisgewinn oder keine Eigenleistung dazu, es war sehr routiniert und so n bisschen egal. Guten Abend, Sachsen Anhalt hat gewählt. Die rechtsextreme Af D in Sachsen Anhalt wird stärkste Kraft. Der vor der dänischen Insel Anholt tot Angespielte Buckelwall war.
Tatsächlich, Donald Trump hat ja jetzt den Onterio See umgetauft. Sogar wiederholt bekannte Forderungen der letzten Wochen und setzt Fleisch auf die Speisekarte. Gratulationen kommen auch von Elon Musk aus den USA. Gut gemacht, schreibt. Er hier eine Eilmeldung, da ein neues Gesetz, alles gefühlt wichtig, und auch das ist ein Problem. Weil wenn alles wichtig ist, was verdient dann unsere Aufmerksamkeit?
Ich bin als Journalistin ehrlich gesagt selbst oft von den Nachrichten und den ganzen Infos überfordert, manchmal vielleicht auch überwältigt, aber was ist die Lösung, sich der Welt und den Nachrichten zu entziehen, mal davon abgesehen, dass vieles, was sich unsere Aufmerksamkeit klaut, eigentlich schon gar kein Journalismus mehr ist, nur noch ein Feed, durch den man es scrollt, der nicht aufhört.
Und dann ist da noch diese Sache hier. Menschen interessieren sich überhaupt nicht so sehr für Journalismus, wie ich immer dachte. Ich dachte, guter Journalismus ist doch für die allermeisten Menschen, gerade für Leute so wie ich, also tendenziell urban, eher gut gebildet, bürgerlich, irgendwie mediennah medinaffin, wenn man denen sagt, ja, wir wollen guten Journalismus machen, dann denken die ja, geil, NÖ, die meisten denken ja, schön, mach mal, ist mir n bisschen egal und.
Wenn wir Leute begeistern wollen, dann ist es nicht über die Aussage, Wir machen besseren Journalismus, sondern wir müssen andere Aussagen finden. Und da sehe ich bei vielen eine schon große Sorge über das, was gerade in unserer Gesellschaft und westlichen Demokratien passiert, auf vielen Ebenen, auf politischer Ebene, auf ökologischer Ebene, auf gesellschaftlicher Ebene, und ich glaube, da gibt es ganz viele Sachen, wo wir anknüpfen können und.
Eine Sehnsucht bei sehr vielen Menschen nach echtem Austausch im Dialog. Angefangen hat unser ganzes Vorhaben mit einer Person, Moritz Moritz Klein. Ich hab immer gesagt, ich bin kein Journalist, aber ich bin euer größter Fan. Moritz ist Enthusiast von Beruf, strategischer Optimist. Wenn er von der Zukunft redet, dann hast du das Gefühl, morgen erobern wir die Welt, erst retten wir den Journalismus, dann Deutschland.
Ja, und dann schauen wir einfach mal. Sein letzter Job war eigentlich auch vielversprechend. Mehrere Jahre war er Teil des Führungsteams bei einem anderen Medien Startup, The Pioneer. Am Anfang war das Versprechen total, einen ein Medienunternehmen neuen Typs aufzubauen und ich hab sehr daran geglaubt.
Ich war sehr von dieser Idee überzeugt, dass wir es schaffen, den Leitspruch Wahrheit gibt es nur zu zweien umzusetzen. Aber im Laufe seiner Zeit bei Pioneer merkt Moritz. Hier geht es immer häufiger um steile Thesen, nicht mehr um differenzierte Lösungen. Ich hab mich immer weniger mit dem Content identifiziert. Ich hab mich gemerkt, irgendwie in mir drin brodelt es und ich kann das nicht mehr. 2025 geht Moritz öfter unglücklich als glücklich zur Arbeit und ungefähr in dieser Zeit landet eine Mail in seinem Postfach von einem Medienhaus in Dänemark. Es heißt settland.
Da stand einfach nur drin, Hey Moritz, with thinking about doing something like settland in Germany do you wanna talk? Zettland das ist ein dänisches Medium, das einige Insider aus der Branche schon länger beobachten, denn es funktioniert ein bisschen anders. Zettland lebt nämlich nicht von Werbung, wie man das so kennt, und auch nicht von einem Konzern oder Rundfunkgebühren, sondern von wirklich vielen Menschen, die so sehr an diesen etwas anderen Journalismus glauben, dass sie dafür zahlen. Mehr als 40000 Dänen und Däninnen sind es inzwischen. Auf Deutschland übertragen wären das mehr als eine halbe 1000000 Menschen.
Aber es ist nicht nur das Geschäftsmodell, was trägt die Art des Journalismus, den Zettland Macht, ist auch anders zettlands Journalistinnen und Journalisten reagieren nicht immer sofort auf alles, was passiert, sie nehmen sich Zeit, gehen mehr in die Tiefe und haben immer die Frage im Kopf, warum ist das jetzt für mich wichtig.
In Dänemark funktioniert das seit circa 10 Jahren und jetzt klopfen die zettland Leute an die Tür von Deutschland und schicken Moritz diese Mail als der das liest. Ist das bei mir auf relativ offene Ohren gestoßen, weil das ein Problem war, dass ich gerade mit mir selber rumgetragen hatte. Der Mann hinter der Mail ist Jakob Moll. Jakob ist sowas wie der Mentor in dieser Geschichte, hat, so Gandalf, als nur weniger Bart und weniger Bariton. Er ist der, der in Kopenhagen auf die Landkarte schaut und überlegt, wo Zettland mit der Vision von einem anders gedachten Journalismus noch einen Unterschied machen könnte. Aber was ihn antreibt, ist auch ne persönliche Sache, so wie viele Eltern sorgt er sich um
den Medienkonsum seiner Kinder. I can to tribut is anything as like at the total powerlismess confronted with the forces of the world. That. Overpowers. My kids attention. Ein Vater, der zusieht, wie die Aufmerksamkeit seiner Kinder von etwas verschluckt wird, gegen das er nicht ankommt. Es geht um die Frage, wem wir und unsere Kinder unsere Aufmerksamkeit schenken. Die Antwort auf diese Frage, die macht, was mit uns, mit uns als Menschen, aber auch mit unserer Gesellschaft und mit den politischen Strukturen aus diesem Gefühl der Machtlosigkeit heraus sucht Jakob Menschen in anderen Ländern, die dem was entgegensetzen wollen und die.
Im Gespräch mit Moritz da erkennt er schnell einen Gleichgesinnten. I'm like i think i think this is i think is the guy. Jakob will mit Zettland in Deutschland ein Gründerteam finanzieren, das testet, ob dieses dänische Modell auch hier funktioniert. Dafür stellt uns Zettland erst mal eine Art Kredit zur Verfügung, 850000€ eine Anschubfinanzierung, mit der wir unsere Gehälter, die Miete für unser kleines Büro, die Deutschlandtour und zum Beispiel auch diesen Podcast hier finanzieren können. Optimale Startbedingungen für ein neues Medium und für jemanden wie Moritz, der kennt Setland schon. Das Konzept findet er gut, aber, so 100% überzeugt ist er nach dem ersten Gespräch mit Jakob nicht, also schickt ihm Jakob ein Dokument zu, das hat den
sexy Titel Mission und Produkt, harte und weiche Grenzen, aber eigentlich liest es sich mehr wie ein Manifest. Mich hat total beeindruckt, dass da drin stand. Als Manager wird man Entscheidungen treffen, die wirtschaftlich für dieses Medium wahrscheinlich nicht die richtigen sind, aber gesellschaftlich die richtigen sind. Nach etlichen Gesprächen und einer Reise nach Kopenhagen sagt Moritz endlich ja, er will es probieren und hier in Deutschland als Geschäftsführer das Ding ins Rollen bringen. Also kündigt er seinen Job, seine erste Aufgabe, ein Gründungsteam zusammenstellen.
Wie gesagt, wir brauchen auf jeden Fall jemand der Marketing, Marke und Kommunikation versteht. Und dann brauchen wir 2 Journalisten, bin ich fest von überzeugt. Wir brauchen jemand, der strategisch denkt, Formatentwicklung, der vielleicht auch hinter den Kulissen so n bisschen agieren kann und dann brauchen wir jemand, der Lust hat in der 1.
Reihe zu stehen n Rockstar zu sein n Bandleader oder n Leadsänger Whatever You Wanna Call it das brauchen wir total. Und dann hab ich überlegt, wer könnten diese Person sein? Moritz macht das, was er am besten kann. Er zieht los und begeistert Menschen. Ein neuer Gründer nach dem anderen bis wir zu viert sind.
Der erste ist Simon, von ihm haben wir schon gehört. Simon ist ein bedachter Typ, wählt seine Worte genau und ist wie wir alle immer gern sagen, ein Journalist mit erfrischend wenig Ego, mit dem Plan, in Deutschland ein neues Medium zu starten, stößt Moritz bei Simon auf offene Ohren. Also fährt auch Simon nach Kopenhagen, um sich Zettler mal genauer anzuschauen. Ich bin mit so ein paar offenen Fragen nach Kopenhagen gefahren und die Zentrale war für mich, dass ich noch nicht 100% verstanden hatte, was eigentlich das neue sein soll in diesem Angebot.
Warum braucht Deutschland jetzt so ein Angebot und warum denken Menschen in Dänemark, dass sie jetzt auf einem super. Umkämpften Medienmarkt in einem sehr also im Vergleich zu Skandinavien polarisierten Land, in dem es auch noch einen starken öffentlich rechtlichen Rundfunk gibt. Warum können Sie da Fuß fassen und durch die Gespräche vor allem mit Jakob wurde mir dann. Klara, genau was ich glaube.
Man kann nicht sagen, was das Alleinstellungsmerkmal ist, weil es gibt nicht die eine Sache, die sie anders machen, sondern was die vielen kleinen Dinge sind, die in der Summe ein Angebot ergeben, das wirklich sich von dem abgrenzen könnte, was bislang da ist. Simon ist dabei, für Moritz ist das ein riesiger Schritt. Ab jetzt ist er nicht mehr allein mit diesem großen Vorhaben, sondern hat ein Gründungsteam. Denn neben Simon ist auch Bojan mit am Start. Ich glaube, das ist so ein bisschen meine Stärke, dass ich so mit weißem Blatt Papier so erstmal so eine ganz gute Initialzündung, glaube ich, so einen Raum schaffen kann, der Ideen entstehen lässt und die dann vor allem auch auf die Straße bringt.
So ne. Bojan Albers ist so ein macgyver Typ, jemand, der mit wirklich wenig viel Wumms erzeugen kann. Genau die Person für Marketing, Marke und Kommunikation. Und dann gibt es noch nicht Rockstar Frontfrau, wie Moritz gern sagt, oder einfach nur Ann Kathrin. Zusammen mit Simon kümmere ich mich um die journalistischen Inhalte, was mich mitgerissen hat, das waren einerseits die vielen, vielen Speed Datings mit meinen Mitgründern, aber auch konkrete Ideen, wie die Deutschland Tour.
Ich bin ein Dorfkind und obwohl ich jetzt viele Jahre in Berlin lebe, ist mein Herz irgendwo da noch hängen geblieben. An der Stelle. Liebe Grüße ans 3500 seelenstädtchen Stromberg in Rheinland Pfalz Ich habe mich sofort in diese Idee der Deutschlandtour verliebt. Berliner Blase verlassen, rausfahren mit Menschen, die auch eine andere Perspektive mitbringen, ins Gespräch kommen und fragen, was ist jetzt, wo unser Gründerteam komplett ist, ist eine unserer ersten Amtshandlungen, Menschen mit unterschiedlichen Perspektiven für unser Vorhaben zu begeistern, mit ins Projekt zu holen.
Und genau dafür sitzen wir in diesem stickigen Raum vom Anfang mit der Journalistin Gilda Sahebi. Da sitzt Simon, der weiter sorgsam seine Worte wählt. Ich bin fest davon überzeugt. Moritz, unser Weltretter von Geschäftsführer und ich. Vollkommen legitim. Gilda versteht genau, was wir erreichen wollen. 2025 ist ihr Buch erschienen, das heißt verbinden statt Spalten, besser zuhören, weniger bewerten, empfiehlt sie jenen, die aus dem Spiel mit der Polarisierung aussteigen, schreiben auch, ja, es gibt eine Polarisierung, es muss aber nicht eine Spaltung bedeuten, können Sie das noch mal erklären, bitte?
Genau. Also mir geht. Es auch so. Darin schreibt sie, wie aus links gegen rechts ein Geschäft geworden ist und wie das eine Gesellschaft, in diesem Fall die Deutsche Gesellschaft, kaputt macht. Jetzt sitzen wir mit ihr zusammen, weil wir noch einen offenen Punkt ansprechen wollen. Simon hat mit unterschiedlichen Leuten, auch aus der Branche gesprochen und den Eindruck gewonnen, dass manche sie für links halten und vielleicht für voreingenommen und wir 3.
Simon, Moritz und ich. Wir wollen in diesem Moment verstehen, wie sie sich eigentlich selbst sieht. Aber für Gilda ist das der Punkt, eine klare Grenze zu ziehen. Aber ich werd nicht hier reinkommen und und dann hab ich im Hintergrund, oh, ich darf nicht zu scharf sein, dann macht es keinen Sinn.
Aber hast du das Gefühl, dass irgendjemand von uns, die jetzt gerade signalisiert hat, du darfst irgendwas nicht, weil das letzte ist mal das letzte, das wär das letzte, was wir aussenden wollen. Aber das sendet er gerade. Aus. Ich werde immer scharf sein. Ich werde immer klar sein und davon nehme ich nichts zurück, nichts. Als Gilda ihren Standpunkt klarmacht, springt Moritz ein. Der hatte vorher hauptsächlich zugehört. Aber alles.
Will ich eine kurz eine Sache sagen. Alles was du gerade gesagt hast ist würden wir genauso unterschreiben. Hundertprozentig ich nicht, ich nicht. Ich würde eine Sache anders sehen und also 97% all in. 97% Simon hält 3% zurück und die 3% sind wichtig. Ich finde trotzdem, dass man nicht wegdiskutieren kann, dass halt Gesellschaft und viele Menschen gerade in diesem Schema denken, von dem ich gerne wegkommen würde. Simon will auch die Menschen erreichen, die die Welt um sich herum in politisch links und rechts aufteilen. Ich würde sagen.
Wahrscheinlich sind das die allermeisten, und das will Gilda auch, aber für sie ist das links, rechts denken selbst das Problem, eine Art Brille, mit der man ein Verschwommenes und ja, vielleicht auch ein falsches Bild der Gesellschaft. Sieht ich hab immer auch so in meinem privaten Leben und wenn ich geträgerin bin funktioniert das nicht, aber das ist meine Grundfrage was wenn ich unrecht habe?
Die Antwort darauf ist völlig egal, die ist irrelevant und das ist für mich die Basis von Journalisten. Ja. 2 Journalisten, beide wollen dasselbe. Sie wollen, dass man Medien wieder vertraut, und beide wollen niemanden ausschließen, besonders nicht die, die anders denken. Sie sind sich nur nicht einig, wie genau das geht. Simon treibt die Sorge um, wie man als Journalist wahrgenommen wird, ob eine persönliche Haltung, die als zu links gilt, genau die Menschen verliert, die er erreichen will. Gilda dreht es um.
Für sie entsteht Vertrauen, gerade dann, wenn man klar bleibt und sich nicht verstellt. Und wenn man dabei ehrlich fragt, was, wenn ich Unrecht habe, wir merken, dass wir immer wieder herausgefordert werden, wenn es darum geht, wie genau in diesem neuen Medium Journalismus anders gedacht wird und was das in der Praxis bedeutet. Das Gespräch mit Gilda ist eine von diesen Challenges. Was genau ist denn eigentlich guter Journalismus für uns? Wie schauen wir auf eine vermeintlich gespaltene Gesellschaft, ohne selbst in genau dieses Denken zu verfallen?
Es kommt mir fast n bisschen vor, als wäre dieser Moment eine Art Test. Ein Test dafür, wie sehr wir Gründer die Werte leben, die wir predigen und was das bedeuten könnte, wenn wir es eben nicht tun. Gilda geht mit einem freundlichen Abschied. In dem Moment ist mein Eindruck, ja, wir haben Sie überzeugt.
Moritz ist sich da nicht ganz so sicher. Die ich hatte das Gefühl, dass sie kurz davor war, aufzustehen und zu gehen und zu sagen, was geht hier eigentlich ab, ich. Glaub zu dritt versuchen wir Schlüsse aus dem Treffen zu ziehen. Ich, ich würd mal meine Gedanken kurz einmal sagen, das war total unprofessionell von uns und es liegt einmal an dem, an dem über das, was wir gesprochen haben, aber auch, weil wir richtig schlecht vorbereitet waren.
Wir sind. Wir überlegen also, was hätte besser laufen können. Kann man sowas in Zukunft vermeiden, wenn ja wie und liegt es wirklich an der Vorbereitung? Ich glaube aber nicht, dass wir die zwischenzeitliche Spannung und beinahe Eskalation dadurch hätten vermeiden können. Und ich glaube, es war wichtig, dass wir es genauso angesprochen haben, wie wir es gemacht haben. Weil das tatsächlich, glaube ich, zu beiderseitigen Verständnis beigetragen hat.
Und sonst hätten wir genau den Moment, den wir jetzt gehabt haben, später gehabt. Ein paar Tage später trifft Jasmin Bayomi Unsere Podcast Produzentin Gilda alleine. Die beiden reden noch mal über das Meeting. Deswegen habe ich das auch. Ich habe es noch mal mein Tagebuch geschrieben, deswegen habe ich das als sehr positiv empfunden, weil wir wirklich einander zugehört haben und nicht abgewertet haben. Und dann erzählt Gilda, was von sich etwas. Dass in dem Raum mit uns keinen Platz. Hatte eine meiner größten wohnten ist ausgeschlossen werden und ich glaube in dem Moment war es wahrscheinlich auch das.
Also ich glaub das war mein Trigger jetzt wo ich drüber nachdenke glaub das war mein Trigger wenn ich getriggert bin weiß ich, dass mein IQ zur Hälfte runtergeht und dann muss ich Klappe halten. Ich glaube auch, das Gefühl kennt fast jeder. Die Sorge, nicht dazuzugehören. Aber darüber hinaus ging es hier eben schon auch um die Sache.
Darum, dass man sie auf einer Seite des politischen Spektrums verortet hat und ihr damit vielleicht auch absprechen könnte, Ansichten zu haben, die nicht damit zusammenpassen. Und mal ganz ehrlich, wenn ich denke, dass jemand auf der anderen Seite steht, gehe ich dann noch ein Gespräch ein, so mit echter Neugier und Offenheit das Ding ist, dass.
Gilda hat für sich eine Art gefunden, mit Menschen umzugehen, eine, mit der sie Menschen nicht nur ernst nimmt, sondern wirklich und ernsthaft versucht, sie zu verstehen, ganz besonders, wenn deren Denkart ihr fremd vorkommt. Ein Beispiel für Ihr Buch hat Gilda lange mit einem AF D Wähler. Gesprochen und am Ende dieses Gesprächs habe ich plötzlich af d.
Wähler viel besser verstanden. Ich war nicht mehr so wie kammerlos, ich war so ah, deswegen kann man das hat bei mir krass viel verändert. Später hatte sie dann Kontakt mit der Schwester von diesem Wähler über Social Media. Seine Schwester hat mir erzählt, dass seit unserem Gespräch irgendwie sich bei ihm was verändert hat und der kritischer ist und ich so warum denn weil ich hab keinen Ton.
Nicht. Nichts gesagt. Und dann meinte sie, weil du nicht verurteilt hast. Gilda hat einfach nur zugehört und viele Fragen gestellt. Und genau das hat nicht nur ihr Verständnis geändert, sondern auch seins. Ich verstehe was er was er sagt. Das heißt nicht, dass ich gutheiße, dass er die AFD wählt oder dass er über ukrainische Geflüchtete abkotzt ich verstehe ihn, und verstehen heißt für mich klüger werden, nicht gutheißen. Sich vor anderen, wie jetzt den Zuhörenden auf die eigenen Werte testen zu lassen, das ist unangenehm. Und ich gebe zu.
Wir standen an diesem Nachmittag in vielen Momenten nicht gut da, aber ich glaube, genauso muss es auch sein. Der Konflikt, das Miteinander diskutieren, das Aushalten, nicht immer einer Meinung sein, genau das gehört zu dem Journalismus, den wir machen wollen und zu einer Gesellschaft, die sich nicht länger einreden lassen will, dass sie hoffnungslos gespalten sei.
Gilda hat sich entschieden, bei uns mitzumachen. Sie wird bei uns mitgestalten, Inhalte schreiben und uns beraten, und sie wird nicht die einzige sein. Es gibt noch weitere prominente Unterstützer und Unterstützerinnen, wie das alles am Ende ganz genau aussieht, das wissen wir natürlich noch nicht, aber ein paar Ideen, die haben wir schon. Ich würde sagen zwischen 60 und 70% der Menschen, mit denen wir gesprochen haben.
Haben ganz klar gesagt, wenn ich noch was konsumiere, dann Audio. Dann was wir gehört haben ist, ich habe viel zu wenig Zeit so ich werde so zugeballert mit allem was bedeutet das? Wir werden auf jeden Fall mit der Aufmerksamkeit gut umgehen und ich glaube es braucht nicht mehr als I Don't know 2 bis 3 Inhalte pro Tag, die erscheinen ja. 2 bis 3, das klingt jetzt nach nicht so viel. Ich würde sagen, ein Tacken mehr kann es wahrscheinlich schon sein, aber was wir euch auf jeden Fall versprechen können. Ihr werdet wissen, was in der Welt los ist und vor allem auch, warum das für euch wichtig ist.
Gleichzeitig glaube ich, dass wir natürlich alle gängigen Kanäle nutzen werden, wie ein Newsletter, wie Podcast. Aber ich glaube, dass die Heimat von dem, was wir hier gemeinsam schaffen wird, eine App auf den Handys von 10000. Menschen mindestens 10000 Menschen, die mit uns gründen und mitgestalten. Und jetzt geht es los.
Und wenn ihr jetzt dabei sein wollt, dann heißt es an der Stelle herzlich willkommen. Wir freuen uns auf den Dialog, wir freuen uns auf den Austausch, egal über unsere Webseite, über unsere Social Media Kanäle oder noch besser live und in Farbe vor Ort. Unser Ziel ist es, bis zum Jahresende mit Menschen aus allen 401 deutschen Land und Stadtkreisen digital oder analog.
Ins Gespräch zu kommen von Stromberg bis Berlin, von Essen bis Finsterwalde. Unsere Mission 401 und hier im Podcast Feed, da dürft ihr euch alle 2 Wochen auf Updates freuen. Wir halten euch ab sofort auf dem Laufenden, sprechen ganz offen und ehrlich über Höhen und Tiefen unserer journalistischen Mission Impossible.
Und laden immer wieder auch spannende Gäste ein. Also folgt diesem Podcast. Teilt die Folge unbedingt mit einem Menschen, der sie auch hören und hier dabei sein sollte und dann bleibt eigentlich nur noch zu sagen, bis ganz bald. Dieser Podcast ist eine TBD Produktion, Lead Autorin, Produzentin, Sounddesign Jasmin Bayomi, Koautorin Celine Weimar, Dittmar Host und Executive Producer Ann Kathrin Hipp.
Besonderer Dank geht an Angelina Albers, Bojan Albers, Alexandra Berlin, Simon Berlin, Felix Hackenbruch, Andreas und Nicole Hipp, Moritz Klein, Alessa Löwe, Jakob Moll, Kathleen Roberts, Lara Rogall und Otis Schoffelt.